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Warum überhaupt ein Logo auf dem Design-Arbeitsblatt?
In der professionellen Maschinenstickerei gilt: Der erste Eindruck entscheidet – und dein Arbeitsblatt (Worksheet/Work Order) ist oft das erste „greifbare“ Dokument, das Kund:innen zu deiner Datei bekommen. Wenn du Stickdateien digitalisierst und verkaufst, ist dieses PDF nicht nur ein Ausdruck, sondern Teil deiner Lieferung: Es zeigt, dass du strukturiert arbeitest, und es reduziert Rückfragen, bevor überhaupt eine Nadel läuft.
Jamals Vorgehen in Hatch Embroidery Digitizer zeigt, wie du deine Studio-Identität direkt in die technische Dokumentation einbaust. Ein Logo in der Ecke macht aus einer generischen Übersicht ein professionelles Spezifikationsblatt.

Das kannst du nach dieser Anleitung sicher umsetzen:
- Branding im Output: Logo (oder Firmenname) in Hatch-Worksheets einbinden – über den Wilcom PDF Printer-Profil-Workflow.
- Wiederholbare Routine: Einstellungen als Profil speichern, damit du nicht jedes Mal neu konfigurieren musst.
- Mehr Vertrauen beim Kunden: Ein sauberes PDF als klare Arbeitsanweisung für die Person an der Maschine.
- Klarheit beim „Logo fehlt“-Moment: Du verstehst, warum die Vorschau das Logo nicht zeigt – und warum das normal ist.
Redaktionsblick aus der Praxis: Ein konsistentes Worksheet ist genauso Teil des Produkts wie die .DST- oder .PES-Datei. Es bestätigt Farbwechsel und Eckdaten, bevor Material, Zeit und Maschine gebunden werden.
Was viele eigentlich lösen wollen (nicht nur „Logo aufs Blatt“)
Die sichtbare Frage ist technisch: „Wie bekomme ich mein Logo aufs Arbeitsblatt?“ Dahinter stecken aber typische Praxisziele:
- Autorität & Wiedererkennung: Ein gebrandetes Blatt signalisiert: „Diese Datei kommt von mir – und ich stehe dafür ein.“
- Weniger Support-Mails: Ein klares Worksheet verhindert Rückfragen wie „Welche Farbe ist Stopp #4?“
- Produktionsfähigkeit: Für Shops ist das Worksheet die Brücke zwischen Digitaldatei und realem Ablauf (Einspannen, Garnwechsel, Reihenfolge).
Wenn du Designs selbst stickst oder für Kund:innen vorbereitest, zieht sich dieser Gedanke durch den gesamten Workflow: So wie ein gebrandetes Worksheet Software-Fehler und Missverständnisse reduziert, helfen effiziente Tools (z. B. Magnetrahmen für schnelleres Einspannen) dabei, physische Fehler wie Verrutschen oder Rahmenspuren zu minimieren.
Wilcom PDF Printer-Profil in Hatch einrichten
Wichtig ist das Grundprinzip: Du „druckst“ nicht auf einen echten Drucker, sondern leitest die Ausgabe über einen virtuellen Drucker (Wilcom PDF Printer). Dort wird das Wasserzeichen/Logo als Overlay eingebracht.

Schritt 1 — Drucken öffnen und den richtigen Drucker wählen
- In Hatch auf das normale Print/Drucken-Symbol klicken.
- Im Drucker-Dropdown unbedingt Wilcom PDF Printer auswählen (nicht den physischen Büro-Drucker).
Checkpoint: In der Auswahl muss „Wilcom PDF Printer“ stehen. Wenn du einen physischen Drucker auswählst, fehlen die relevanten Wasserzeichen-/Overlay-Optionen oder sind nicht nutzbar.
Erwartetes Ergebnis: Hatch bereitet die Ausgabe für eine PDF-Erstellung über den Treiber vor.
Warnhinweis: Maschinensicherheit. Auch wenn es hier um Software geht: Beim späteren Sticklauf gilt immer – Haare zusammenbinden, keine Finger in die Nähe der Nadelstange/Greiferzone. Eine Maschine mit hoher Drehzahl reagiert schneller als jede Hand.
Schritt 2 — Properties öffnen, dann Manage Profiles
- Neben der Druckerauswahl auf Properties klicken.
- Manage Profiles auswählen (beim Darüberfahren kann der Button blau hervorgehoben werden).

Checkpoint: Ein weiteres Fenster wie „Wilcom PDF Printer … Properties“ öffnet sich.
Erwartetes Ergebnis: Du bist im Profil-Manager, also dort, wo die wiederverwendbaren PDF-Profile gepflegt werden.
Schritt 3 — Profil sinnvoll benennen
Im Profil-Manager einen eindeutigen Profilnamen eintragen (z. B. „Standard Client Output“ oder – wie bei Jamal – „Canvas Apparel“).

Checkpoint: Das Namensfeld ist ausgefüllt.
Erwartetes Ergebnis: Du kannst später mit demselben Profil wieder exportieren, ohne jedes Detail neu zu suchen.
Schritt 4 — Zum Wasserzeichen-Tab wechseln
Zum Tab „Layout, Watermark, Overlay & Signatures“ wechseln.

Checkpoint: Du siehst Layout-/Overlay-Optionen und eine Dokumentvorschau.
Erwartetes Ergebnis: Du bist im Bereich, in dem das Logo als Overlay/Wasserzeichen eingebunden wird.
Kommentar-getriebenes „Achtung“ (Wilcom PDF Printer fehlt)
Praxis-Realität: In den Rückmeldungen taucht genau dieses Problem auf: Einige Nutzer:innen sehen keinen „Wilcom PDF Printer“, sondern nur eine normale PDF-Option.
- Wahrscheinliche Ursache: Der PDF-Printer ist nicht installiert/aktiv (Treiber-Komponente fehlt) oder die Funktion ist je nach Software-Umgebung/Tier nicht verfügbar.
- Was du tun kannst (ohne zu raten):
- Prüfen: In Windows unter „Drucker & Scanner“ nachsehen, ob „Wilcom PDF Printer“ vorhanden, aber deaktiviert ist.
- Support: Hatch/Wilcom Support gezielt nach der „PDF Printer Component“ fragen.
- Workaround: Standard-PDF exportieren und das Logo anschließend in einem separaten PDF-Tool hinzufügen (das ist weniger elegant, aber funktioniert als Zwischenlösung).
Wasserzeichen importieren und sauber platzieren
Jetzt geht es um Layout-Disziplin: Dein Logo soll sichtbar sein, aber keine technischen Daten überdecken.

Schritt 5 — Bild-Wasserzeichen auswählen und neu anlegen
Du hast grundsätzlich zwei Wege:
- Text-Wasserzeichen: Für einfache Hinweise (z. B. Firmenname als Text).
- Bild-Wasserzeichen: Für Logos und professionelles Branding.
Jamal zeigt den Bild-Weg:
- Auf Images umschalten.
- New anklicken.
Checkpoint: Felder zur Dateiauswahl werden aktiv.
Erwartetes Ergebnis: Der Treiber wartet auf deine Logo-Datei.
Schritt 6 — Logo-Datei auswählen (JPEG oder PDF)
- Zum Bereich Image Watermarks scrollen.
- Das Feld File Name suchen.
- Browse klicken.
- Logo-Datei auswählen (Jamal nennt JPEG oder PDF).



Checkpoint: Der Dateipfad ist eingetragen.
Erwartetes Ergebnis: Das Logo ist im Profil hinterlegt.
Schritt 7 — Vorschau nutzen, positionieren und skalieren
- In der Vorschau das Logo-Element anklicken.
- Positionieren: Per Drag & Drop an die gewünschte Stelle ziehen.
- Größe anpassen: Über die Eckpunkte skalieren.
„Safe-Zone“-Regel aus dem Video: Jamal platziert sein Logo oben links, weil dort in seinem Worksheet keine wichtigen Daten liegen. Das ist in vielen Layouts ein sinnvoller Bereich – entscheidend ist, dass du keine Felder wie Farbreihenfolge/Stopps überdeckst.

Checkpoint: Das Logo liegt sauber in der Ecke und kollidiert nicht mit Text/Tabellen.
Erwartetes Ergebnis: Das Worksheet wirkt „absichtlich gestaltet“ statt nachträglich beklebt.
Platzierungsstandard für konsistente Work Orders
Wenn du ein Custom Embroidery Tech Pack bzw. ein konsistentes Kund:innen-Paket aufbauen willst, zählt Wiederholbarkeit:
- Konstanz: Immer dieselbe Ecke/Position verwenden.
- Lesbarkeit: Logo so klein halten, dass Farbliste und Sequenzen frei bleiben.
Warnhinweis: Magnet-Sicherheitsrisiko. Wenn du – wie später im Video gezeigt – mit Magnetrahmen arbeitest: Achtung Quetschgefahr. Magnetringe können schlagartig zusammenziehen. Finger niemals zwischen die Ringe bringen.
Finales, professionelles Work Order-PDF erzeugen
Hier passiert der typische Anfängerfehler: Man erwartet, dass Hatch die finale Kombination (Worksheet + Logo) schon in der Vorschau zeigt.
Schritt 8 — Profil speichern
- Im Profil-Manager Save klicken.
- Fenster schließen.
Checkpoint: Du bist zurück im Druckdialog.
Erwartetes Ergebnis: Das Profil ist gespeichert und wiederverwendbar.
Schritt 9 — Erneut „drucken“, um die PDF zu erzeugen (Best Quality)
- Prüfen, dass Wilcom PDF Printer weiterhin ausgewählt ist.
- Qualität auf Best Quality stellen.
- OK klicken.
- Speicherort wählen (zum Test z. B. Desktop; im Alltag besser ein sauberer Kundenordner).

Checkpoint: Die Erstellung läuft kurz durch.
Erwartetes Ergebnis: Die PDF öffnet sich automatisch im Viewer – jetzt siehst du das Logo im finalen Dokument.
Troubleshooting: „Ich sehe das Logo nicht in der Vorschau“
Typische Verwirrung (auch im Video erwähnt):
- Symptom: In Hatch/Print Preview ist kein Logo sichtbar.
- Ursache: Das Logo wird vom Druckertreiber als Overlay aufgebracht – nicht von Hatch selbst in der Vorschau gerendert.
- Lösung: PDF wirklich erzeugen („Print“/„Make PDF“). Erst das finale PDF zeigt das Ergebnis zuverlässig.
Qualitätscheck: Der „10-Sekunden-Scan“
Wenn die PDF offen ist, prüfe kurz:
- Lesbarkeit: Sind Stop-Nummern/Farbsequenz klar?
- Überdeckung: Berührt das Logo Designname/Tabellen?
- Plausibilität: Stimmen die Angaben zur Farbreihenfolge mit deiner Planung überein?

Bonus: Kostenloses Unicorn-Design & Magnetrahmen-Showcase
Am Ende wechselt Jamal von der Dokumentation zur Praxis: Er zeigt ein „Bunny Unicorn“-Stickbild und präsentiert dabei auch seine Magnetrahmen.
Was im Beispiel gezeigt wird
- Ergebnis: Ein sauberer Stickout mit stimmiger Passung.
- Rahmen: mighty hoop 6x9 (Magnetrahmen).
- Weitere Größen im Hintergrund: 10x10, 5x5 und 8x9.


Warum die Rahmenwahl in der Praxis zählt (Rahmenspuren & Tempo)
Klassische Schraubrahmen arbeiten mit Reibung und Druck.
- Problem: Zu festes Einspannen kann Rahmenspuren verursachen – und kostet Zeit/Handkraft.
- Warum viele nach Alternativen suchen: Genau deshalb interessieren sich viele für Magnetrahmen Anleitung: Magnetrahmen halten den Stoff ohne Schraubdruck.
Prep
Bevor du auf „Print“ oder „Start“ klickst, lohnt ein kurzer Realitätscheck: Ein perfektes Worksheet ersetzt keine saubere Vorbereitung.
Prep-Checkliste (kurz & praxisnah)
- Software: Logo-Datei ist auffindbar und ausreichend kontrastreich.
- Ablage: Ein fester Ordner für Kunden-PDFs ist angelegt.
- Maschine: Unterfaden ist ausreichend vorhanden.
- Workflow: Schere/Pinzette liegen bereit.
Setup
Damit es wirklich „einmal einrichten, immer nutzen“ wird:
Setup-Recap
- Print → Wilcom PDF Printer.
- Properties → Manage Profiles → Profil benennen.
- Tab „Layout, Watermark, Overlay & Signatures“.
- Images → New → Logo-Datei auswählen.
- Logo platzieren (z. B. oben links) → Save.
Setup-Checkliste (Profil-Verifikation)
- Profilname ist eindeutig.
- Logo überdeckt keine technischen Daten.
- Profil wurde gespeichert.
- Für den Export ist „Best Quality“ gewählt.
Entscheidungslogik: Für wen ist das besonders sinnvoll?
- Szenario A: Du verkaufst Dateien an andere
- Fokus: klare Dokumentation, Wiedererkennung.
- Aktion: Bild-Wasserzeichen per Profil.
- Szenario B: Du stickst selbst in der Werkstatt
- Fokus: Geschwindigkeit, weniger Fehlerquellen.
- Aktion: Worksheet als Produktionszettel nutzen.
Operation
Schritt-für-Schritt: Export & Kontrolle
- Print klicken.
- Prüfen: Drucker = Wilcom PDF Printer.
- Qualität = Best Quality.
- OK → PDF wird erzeugt und geöffnet.
Checkpoints
- Checkpoint: „Best Quality“ ist aktiv.
- Schnelltest: Im PDF auf 200% zoomen – Text sollte scharf sein.
- Checkpoint: Logo sitzt korrekt.
- Checkpoint: Farb-/Sequenzdaten sind vollständig.
Finaler Sign-off
- PDF wird ohne Fehlermeldung erstellt.
- Logo ist sichtbar und nicht im Weg.
- Datei ist sinnvoll benannt und abgelegt.
Troubleshooting
1) Logo in Hatch-Vorschau unsichtbar
- Symptom: In der Vorschau kein Logo.
- Ursache: Overlay wird vom Druckertreiber angewendet, nicht von Hatch gerendert.
2) „Wilcom PDF Printer“ fehlt
- Symptom: Nur normale PDF-Optionen/andere Drucker sichtbar.
- Ursache: Komponente fehlt/ist deaktiviert oder je nach Setup nicht verfügbar.
3) Rahmenspuren oder Wellen im Stickbild (physischer Output)
- Symptom: Stoff zeigt Abdrücke oder verzieht sich.
- Ursache: Zu festes Einspannen/ungeeignete Stabilisierung.
4) Unscharfer Text im Worksheet
- Symptom: Codes/Angaben wirken pixelig.
- Ursache: Export nicht auf „Best Quality“.
Results
Wenn du Jamals Workflow umsetzt, wirkt dein Output sofort professioneller: Dein Worksheet-PDF trägt deine Marke, ist klar lesbar und reduziert Rückfragen. Und genau diese Konsequenz – erst saubere Dokumentation, dann saubere Produktion – ist der Unterschied zwischen „Datei verschicken“ und einem verlässlichen, verkaufsfähigen Stickdatei-Produkt.
