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Wenn du schon einmal einen bestickten Schal umgedreht hast und dir dabei kurz das Herz in die Hose gerutscht ist – weiße „Pfeffer“-Pünktchen, kleine Fadennester, Sprungstich-Schwänzchen und ein Motiv, das den Stoff wie Pappe versteift – dann bist du damit nicht allein.
Beidseitige Stickerei ist der „Hochseilakt“ in der Maschinenstickerei. Wenn es klappt, wirkt es wie Zauberei: Das Motiv sitzt leicht auf dem Stoff und sieht auf Vorder- und Rückseite nahezu identisch aus. Wenn es nicht klappt, sieht es sofort nach Bastelstube aus. Die gute Nachricht: Cathys Workflow auf der Baby Lock Altair ist keine Glückssache, sondern saubere Technik. Mit ein paar Profi-Checkpoints und einem klaren Verständnis dafür, was deine Maschine spannungstechnisch eigentlich tut, kannst du reproduzierbar reversible Ergebnisse erzielen.

Der Realitätscheck „Beide Seiten zählen“: Beidseitige Stickerei auf der Baby Lock Altair ohne Stress
Ein Schal ist gnadenlos, weil er keine „linke Seite“ hat. Er dreht sich, fällt weich und zeigt jede Perspektive. Um zu verstehen, warum das so anspruchsvoll ist, musst du verstehen, wie Maschinenstickerei konstruktiv gedacht ist.
Klassische Maschinenstickerei ist absichtlich unausgewogen. Die Oberfadenspannung ist höher als die Unterfadenspannung – so wird der Unterfaden minimal nach unten gezogen und der Oberfaden „wandert“ etwas auf die Rückseite. Genau das sorgt vorne für saubere Kanten. Bei einem reversiblen Schal ist diese „korrekte“ Werkseinstellung aber genau das, was die Illusion zerstört.
Dein Ziel ist eine saubere 50/50-Balance. Der Fadenverschluss (der Punkt, an dem Ober- und Unterfaden sich treffen) soll im Gewebe „verschwinden“ – also in der dünnen Stoffschicht selbst liegen. Dafür machst du drei Dinge, die die Werkseinstellung normalerweise nicht vorsieht:
- Ein vollständig entfernbares Stickvlies verwenden (weil Tear-Away/Cut-Away als permanenter „Schleier“ sichtbar bleibt).
- Eine Unterfaden-Strategie zur Tarnung (Standard-Unterfaden in Weiß/Schwarz ist hier der Gegner).
- Gezieltes Neu-Balancieren der Spannung (Unterfaden lockern + Oberfaden straffer), damit der Verschluss in die Stoffmitte wandert.
Wenn du – wie Cathy – auf einer zarten Pashmina bzw. einem Woll/Rayon-Mix stickst, kommt noch ein Punkt dazu: Griff und Fall des Materials. Mit Standarddichte nähst du dir sonst sprichwörtlich ein „Patch auf eine Wolke“. Dichte reduzieren ist hier keine Option, sondern Pflicht.
Material, das die Rückseite rettet oder ruiniert: Floriani Wet N Gone Tacky, Fadenwahl und Stoff-Sicherheit
Das Fundament entscheidet. Nimmst du ein klassisches Cut-Away, bleibt dir auf einem reversiblen Schal dauerhaft ein heller Rücken stehen. Cathy nutzt Floriani Wet N Gone Tacky – ein wasserlösliches, klebriges Wash-Away-Stickvlies.

Warum diese Kombination funktioniert: Die „Tacky“-Oberfläche erlaubt dir, den Schal aufzukleben/zu floaten, statt ihn im Stickrahmen einzuklemmen. Das ist bei empfindlichen Geweben entscheidend, weil Einspannen sonst schnell zu Rahmenspuren/Rahmenabdrücken führt.
Verbrauchsmaterial-Checkliste (die man gern vergisst):
- Floriani Wet N Gone Tacky (oder vergleichbares klebendes Wash-Away).
- Wasserlöslicher Markierstift (für Mitte/Ausrichtung).
- Präzisionspinzette (zum Greifen von Fadenenden).
Warnung: Die Wasser-Falle. Bevor du auch nur einen Stich stickst: Teste eine unauffällige Ecke des Schals mit warmem Wasser. Manche gefärbten Wollen/feinen Stoffe bluten aus, schrumpfen oder bekommen Wasserflecken. Wenn der Schal kein Bad verträgt, ist diese Technik nicht geeignet.
Unterfaden-Strategie: zwei funktionierende Wege (und einer, der die Illusion zerstört)
Der Unterfaden ist hier nicht mehr nur „Technik“, sondern optisch relevant. Cathy zeigt zwei praktikable Ansätze:
- Methode A (optisch am saubersten): Für jeden Farbwechsel eine Unterfadenspule mit passendem Stickgarn zur jeweiligen Oberfadenfarbe. Wenn die Spannung minimal abweicht, fällt es farblich kaum auf.
- Methode B (weniger Volumen): Ein sehr feiner, farbiger Unterfaden (Cathy nennt Quilter Select Para Cotton Poly 80wt). Der ist deutlich feiner als 40wt-Stickgarn und hält das Motiv weicher – vorausgesetzt, die Farbe „mischt“ sich gut.

Was den „selbstgemacht“-Look erzeugt: Standard-Unterfaden in Weiß oder Schwarz. Selbst bei guter Spannung siehst du an Satinkanten oft „Schienen“/Kontrastlinien. Wenn die Rückseite bewusst hochwertig aussehen soll, muss der Unterfaden zur Oberseite passen.
Die Spulenkapsel-Regel, die deine Maschine schützt: Alternative Spulenkapsel (Blau/Lila Punkt) nutzen – nicht die Standardkapsel
Hier passieren die teuren Fehler: Viele verstellen die Haupt-Spulenkapsel, vergessen die Ausgangslage – und wundern sich später, warum „plötzlich alles spinnt“.
Cathy arbeitet mit der alternativen Spulenkapsel (oft mit blauem oder lila Punkt markiert). Diese Kapsel ist dein „Spezial-Spielplatz“ für Sonderfäden und Sonder-Spannungen.


- Standard-Spulenkapsel (grüne Markierung/Farbpunkt): Kalibriert für typischen Unterfaden (ca. 60wt). Schraube nicht verstellen.
- Alternative Spulenkapsel (blau/lila Punkt, keine Farbe an der Schraube): Für dickere/andere Fäden und Anpassungen. Diese wird eingestellt.
Warnung: Mechanische Sicherheit. Hände weg vom Nadelbereich beim Kapselwechsel. Aktiviere – wie Cathy – den Lock Screen/Sicherheitsmodus, damit Start/Bedienung gesperrt ist. Ein unabsichtlicher Tastendruck, während die Hand im Greiferbereich ist, kann zu Verletzungen führen.
Mikro-Einstellung nach „Uhr“: Unterfadenspannung an der Baby Lock Altair sicher lösen
Damit der Fadenverschluss in die Stoffmitte wandert, muss der Unterfaden leichter laufen – also weniger „Bremsdruck“ haben.
Vorgehen:
- Alternative Spulenkapsel entnehmen.
- Die Schlitzschraube für die Spannung lokalisieren (nicht die Schraube, die das Gehäuse zusammenhält).
- Stell dir die Schraube als Uhr vor.
- Zum Lösen nach links (gegen den Uhrzeigersinn) drehen.
- In Mini-Schritten: jeweils nur etwa 5 Minuten auf der Uhr.

Fühl-Check: Halte die Spulenkapsel am Faden (wie ein Jo-Jo) und gib einen kleinen Ruck. Für diese Technik soll sie minimal und gleichmäßig nachgeben – nicht „festkleben“, aber auch nicht frei durchrauschen.
Warum das funktioniert: Normalerweise zieht die Stickerei den Oberfaden sichtbar auf die Rückseite. Das wollen wir verhindern. Wenn der Unterfaden leichter läuft und du später den Oberfaden straffer stellst, wandert der Verschluss in die Stoffschicht.
Der Satinbalken-Test, der nicht lügt: „I“-Säulen sticken und Spannung richtig lesen
Nicht raten – testen. Die Maschine zeigt dir die Wahrheit, wenn du den richtigen Test stickst. Cathys Diagnose sind wiederholte Satinbalken („I“) .


So liest du das Ergebnis: Sticke den Test auf einem Probestück (mit dem gleichen Vlies/Setup wie beim Schal). Dann die Rückseite prüfen.
- Ergebnis A (Standard): In der Mitte siehst du deutlich „falschen“ Unterfaden/Spuren. Fazit: Noch nicht balanciert.
- Ergebnis B (Ziel): Rückseite zeigt saubere Farbe, ggf. minimal „leichter“ als vorne, aber ohne falsche Unterfaden-Spuren.
- Ergebnis C (zu weit): Unterfaden „peppert“ nach oben (Pünktchen auf der Vorderseite). Fazit: Unterfaden zu locker oder Oberfaden zu straff.
Notiere dir die Werte. „Gelb, Blue-Dot-Kapsel, -10 Minuten“ ist später Gold wert.
Das Tauziehen, das du gewinnen musst: Oberfadenspannung auf +6,0 für reversible Stickerei
Spannung ist Tauziehen. Unterfaden haben wir gelockert – jetzt muss der Oberfaden stärker „ziehen“.
Cathy stellt die Stickspannung (Oberfaden) auf 6,0.

Logik dahinter: Viele Maschinen stehen standardmäßig um ca. 4,0. Mit 6,0 zieht der Fadenhebel nach jedem Stich stärker an. Zusammen mit der gelockerten Unterfadenspannung wird der Verschluss in die Stoffmitte gezogen.
Praxis-Hinweis: 6,0 ist ein Startwert, kein Gesetz. Unterschiedliche Garne reagieren anders. Entscheidend ist immer der Satinbalken-Test.
Schal weich halten: Stiche neu berechnen und/oder Dichte auf 80% reduzieren (IQ Intuition / IQ Designer)
Ein Schal muss fallen. Viele Designs sind für stabile Ware digitalisiert – auf einem Schal wird das schnell bretthart.
Cathy nutzt die Maschinenfunktionen zum Vergrößern mit Neuberechnung und reduziert dann die Dichte auf 80%.


Warum Dichte so viel ausmacht: Weniger Dichte = mehr Abstand zwischen Stichreihen.
- Bei 100% werden Fasern stark komprimiert.
- Bei 80% bleibt der Stoff atmungsaktiv und der Schal behält seinen Fall.
WarnungNicht einfach skalieren, ohne dass die Maschine die Stiche neu berechnet. Sonst packst du die gleiche Stichzahl in weniger Fläche – das erhöht Steifigkeit, Risiko für Nadelablenkung und Fadenprobleme.
Einspann-Sequenz mit klebendem Wash-Away: Erst Vlies einspannen, dann Schal auflegen („floaten“)
Empfindliche Rayon-/Wollschals direkt einzuspannen endet oft in Rahmenspuren. Cathys Methode umgeht das.
- Nur das Vlies einspannen: Wet N Gone Tacky im Stickrahmen fixieren.
- Anritzen & abziehen: Trägerpapier entfernen, Klebefläche freilegen.
- Floaten: Schal ohne Zug auflegen und nur sanft andrücken – nicht verziehen.

Praxis-Insight: Das „Drift“-Problem Klebendes Vlies ist stark – aber bei mehreren Teilen oder längeren Läufen kann die Ausrichtung leiden (Fussel/Staub mindern Klebkraft, der Stoff kann minimal wandern).
Wenn du ständig neu positionierst, Linien nicht sauber gerade bekommst oder Rahmenspuren bei empfindlichen Materialien vermeiden musst, ist das oft der Punkt, an dem Betriebe auf Magnetrahmen für Stickmaschine umsteigen.
Ein guter Magnetrahmen für Stickmaschine hält sicher, ohne den typischen Druck eines Innenrahmens. Für Baby-Lock-Anwender ist es sinnvoll, gezielt nach Magnetrahmen Größen für babylock zu schauen, damit der Rahmen korrekt auf den Arm passt. Das ist nicht nur Komfort – es schützt teure Ware vor Druckstellen.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen von Herzschrittmachern/Implantaten fernhalten. Die Klemmkraft ist hoch – Finger beim Schließen aus den Kontaktzonen nehmen.
Entscheidungslogik: Stickvlies-Strategie
Nutze diese Logik zur Auswahl:
- WENN Projekt reversibel (Schal/transparent) UND Stoff waschbar:
- NUTZE: wasserlösliches Vlies (Wet N Gone).
- WENN Projekt reversibel ABER Stoff nicht waschbar:
- NUTZE: Heat-Away (vorher unbedingt testen!).
- WENN Stoff schnell Druckstellen bekommt (Rahmenspuren-Risiko):
- NUTZE: Floating-Methode (klebendes Wash-Away) ODER Magnetrahmen.
Sauberer Start ohne Knoten: Unterfaden vor dem ersten Stich nach oben holen
Nichts schreit so laut „Anfänger“ wie ein Fadennest auf der Rückseite direkt am Start.
Vorgehen:
- Design laden.
- Mit Handrad oder „Nadel runter/hoch“ einmal ab- und wieder auftauchen.
- Am Oberfaden ziehen, bis der Unterfaden nach oben kommt.
- Beide Fadenenden für die ersten 3–5 Stiche seitlich festhalten.

So sitzt der erste Verriegelungsstich sauber – ohne Schlaufen auf der Rückseite.
Auto-Trims aus: Jump Stitch Trim OFF und Start/End Color Trim OFF für eine saubere Rückseite
Die Maschine schneidet gern automatisch. Für diese Technik musst du ihr das abgewöhnen.
In den Einstellungen deaktivieren:
- Jump Stitch Trim: OFF
- Start/End Color Trim: OFF
Warum? Automatisches Schneiden hinterlässt oft kleine Schwänzchen oder Mini-Knoten auf der Rückseite. Bei reversibler Stickerei willst du diese Fäden später selbst sauber kürzen bzw. sichern.
Sticklauf im 9.5 x 14 Feld: Worauf du während des Stickens achten solltest
Cathy stickt im großen Feld 9.5 x 14.

Operator-Check während des Laufs:
- Auf den Fall achten: Das herunterhängende Schalende darf nicht am Boden ziehen. Gewicht kann den Stickrahmen minimal verziehen – Passung/Ausrichtung leidet.
- Geräusche lesen: Gleichmäßiges Laufgeräusch ist gut. Ein scharfes „Knacken“ oder Schleifen deutet auf Nadelablenkung hin – sofort stoppen.
Finish über Nacht: Wet N Gone richtig auswaschen, ohne den Schal zu schädigen
Die Stickerei ist fertig – das Projekt noch nicht. Jetzt ist der Schal oft noch steif/klebrig.
Ablauf:
- Grob entfernen: Überschüssiges Vlies nah am Motiv abziehen/abschneiden (Stoff nicht verletzen!).
- Wasserbad: In warmem Wasser vollständig einlegen.
- Zeit: Cathy empfiehlt über Nacht einweichen.
Nicht abkürzen. Wenn Reste im Garn bleiben, trocknet das steif aus. So lange spülen, bis sich nichts mehr „schmierig“ anfühlt. Liegend trocknen.
Reset, damit das nächste Projekt nicht entgleist: Spulenkapsel zurück und Spannung wieder normalisieren
Fertig – jetzt schützt du dein „Zukunfts-Ich“.
- Alternative Spulenkapsel entfernen.
- Standardkapsel (mit Markierung) wieder einsetzen.
- Oberfadenspannung auf Standard zurück (typisch 4,0 oder „Auto“).

Wenn du das vergisst, wunderst du dich beim nächsten normalen Stickmotiv, warum plötzlich alles unsauber aussieht. Mach den Reset zum festen Abschlussritual.
Troubleshooting beidseitige Stickerei: Symptom–Ursache–Fix
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Quick Fix |
|---|---|---|
| Unterfaden-Pünktchen auf der Vorderseite („Peppering“). | Oberfadenspannung zu hoch ODER Unterfadenspannung zu niedrig. | Unterfadenschraube minimal nach rechts (anziehen) oder Oberfadenspannung auf 5,0 senken. |
| Motiv wird bretthart. | Dichte zu hoch. | Dichte in Maschine/Software auf ca. 80–85% reduzieren. |
| Rahmenspuren/Rahmenabdrücke. | Mechanischer Klemmdruck. | Vorsichtig dämpfen. Für die Zukunft: Floating-Methode oder Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen. |
| Fadennest auf der Rückseite am Start. | Fadenenden nicht gehalten/Unterfaden nicht hochgeholt. | Unterfaden hochholen und beide Enden für die ersten 3 Stiche festhalten. |
| Konturen passen nicht (Versatz). | Stoffdrift. | Klebkraft war zu schwach oder der Schal wurde durch sein Gewicht gezogen. Schalgewicht abstützen. |
Upgrade-Pfad: Von Einzelstück zu Produktion
Cathys Methode basiert auf „Floating“ auf klebendem Wash-Away. Für Einzelstücke ist das top. Wenn du aber anfängst, diese Schals zu verkaufen, wird „Papier abziehen und kleben“ langsam – und Klebereste können Nadeln/Fadenlauf zusetzen.
Produktions-Trigger: Wenn du mehr Zeit mit Einspannen und Reinigen verbringst als mit Sticken, oder wenn du regelmäßig empfindliche Ware in Serie machst, ist der Standard in der Praxis der Magnetrahmen.
Begriffe wie Magnetrahmen für Stickmaschine sind der Einstieg in effizientere Abläufe. In Kombination mit einer Einspannstation für Stickmaschinen kannst du Rahmen schnell, gerade und wiederholbar vorbereiten – ohne Kleberückstände. Das ist die Brücke zwischen „eins für Mama“ und „50 für eine Boutique“.
Prep-Checkliste (vor dem Einschalten)
- Stofftest: Schal verträgt warmes Wasser (keine Verfärbung/kein Einlaufen/keine Flecken).
- Material: Frische Nadel (75/11 Kugelspitze für Maschenware, scharf für Webware), passende Unterfadenspulen (oder farbiger 80wt).
- Hardware: Alternative Spulenkapsel (blau/lila Punkt) gefunden.
- Arbeitsplatz: Saubere, ebene Fläche fürs Auflegen auf Klebevlies.
Setup-Checkliste (Maschinenkonfiguration)
- Spulenkapsel: Alternative Kapsel eingesetzt; Spannung ca. 10–15 Minuten nach links gelöst.
- Oberfadenspannung: Auf ca. 6,0 erhöht (mit „I“-Test verifizieren).
- Trims: Jump Stitch Trim OFF; Start/End Color Trim OFF.
- Design: Dichte auf 80% reduziert (wenn möglich); Stich-Neuberechnung aktiv.
Ablauf-Checkliste (der Flugplan)
- Einspannen: Vlies einspannen → Papier abziehen → Schal flach auflegen.
- Start: Unterfaden manuell hochholen; Fadenenden halten.
- Überwachen: Schalgewicht abstützen; Fadenenden bei Farbwechseln manuell sauber handeln.
- Finish: Über Nacht auswaschen; liegend trocknen.
- RESET: Wichtig! Standard-Spulenkapsel zurück und Spannung zurücksetzen.
FAQ
- Q: Welche Materialien sollte ich für reversible beidseitige Stickerei auf einer Baby Lock Altair mit Floriani Wet N Gone Tacky vorbereiten?
A: Lege dir zuerst die „versteckten Verbrauchsmaterialien“ bereit – wenn hier etwas fehlt, bekommst du schnell Drift, Fadenenden oder ein steifes Finish.- Bereitlegen: Floriani Wet N Gone Tacky (oder vergleichbares klebendes Wash-Away), wasserlöslicher Markierstift und Präzisionspinzette.
- Testen: Eine unauffällige Ecke des Schals mit warmem Wasser anfeuchten, um zu prüfen, ob Stoff/Farbe das Einweichen tolerieren.
- Planen: Unterfaden-Strategie festlegen (pro Farbe passendes Stickgarn auf der Unterfadenspule oder ein feiner farbiger 80wt-Unterfaden).
- Erfolgskontrolle: Der Schal zeigt beim Wassertest kein Ausbluten, Einlaufen oder Wasserflecken.
- Wenn es trotzdem scheitert … Heat-Away nur nach Test auf dem gleichen Material in Betracht ziehen.
- Q: Welche Spulenkapsel der Baby Lock Altair darf für beidseitige Stickerei verstellt werden – und welche Schraube sollte ich nicht anfassen?
A: Verstelle ausschließlich die alternative Spulenkapsel (oft mit blau/lila Punkt); die Standard-Spulenkapsel-Schraube bleibt unangetastet.- Einsetzen: Die alternative Spulenkapsel als „Spezial“-Kapsel für Spannungsanpassungen nutzen.
- Vermeiden: Die Standard-Spulenkapsel (oft mit grüner Markierung) nicht verstellen, um spätere Probleme bei normaler Stickerei/Nähen zu vermeiden.
- Erkennen: Nur die Schlitzschraube für die Spannung einstellen (nicht die Schraube, die das Gehäuse zusammenhält).
- Erfolgskontrolle: Nach dem Projekt läuft normale Stickerei wieder sauber, sobald Standardkapsel und Standard-Oberfadenspannung zurückgesetzt sind.
- Wenn es trotzdem scheitert … prüfen, ob wirklich die richtige Schraube und die richtige Spulenkapsel verwendet wurde.
- Q: Wie löse ich die Unterfadenspannung an der Baby Lock Altair sicher mit der „Uhr“-Methode für reversible Stickerei?
A: Löse die Spannschraube der alternativen Spulenkapsel in sehr kleinen Schritten – etwa 5 Minuten auf der Uhr pro Schritt.- Entnehmen: Alternative Spulenkapsel vor dem Verstellen herausnehmen.
- Drehen: Schlitzschraube nach links (gegen den Uhrzeigersinn) in 5-Minuten-Schritten.
- Testen: Spulenkapsel am Faden halten und mit einem kleinen Ruck das „Drop“-Verhalten fühlen.
- Erfolgskontrolle: Die Kapsel gibt leicht und gleichmäßig nach (nicht fest, nicht frei fallend).
- Wenn es trotzdem scheitert … zur vorherigen Einstellung zurückgehen und mit dem Satinbalken-„I“-Test erneut balancieren.
- Q: Wie lese ich den Satinbalken-„I“-Test der Baby Lock Altair, um eine 50/50-Spannungsbalance für beidseitige Stickerei zu bestätigen?
A: Nutze eine Reihe Satin-„I“-Säulen als Diagnose; Ziel ist eine Rückseite mit sauberer Farbe ohne falsche Unterfaden-Spuren an den Kanten.- Sticken: Den „I“-Test auf Probestoff mit identischem Vlies/Setup wie beim Schal sticken.
- Prüfen: Rückseite auf „Schienen“/Spuren oder falsche Unterfadenfarbe kontrollieren.
- Anpassen: Wenn Unterfaden nach oben „peppert“, Unterfadenspannung minimal anziehen (rechts) oder Oberfadenspannung senken; wenn die Rückseite falsche Spuren zeigt, weiter balancieren.
- Erfolgskontrolle: Die Rückseite wirkt bewusst sauber, ohne auffällige falsche Unterfadenlinien an Satinkanten.
- Wenn es trotzdem scheitert … zuerst die Unterfaden-Farbstrategie verbessern, bevor du extreme Spannungen jagst.
- Q: Welche Oberfadenspannung ist ein sicherer Startwert für reversible Schal-Stickerei auf der Baby Lock Altair – und wie prüfe ich ihn?
A: Stelle die Baby-Lock-Altair-Stickspannung (Oberfaden) als Startwert auf 6,0 und verifiziere das mit einem Test-Sticklauf.- Einstellen: Oberfadenspannung von der üblichen Grundeinstellung (oft um 4,0) auf 6,0 erhöhen.
- Kombinieren: Höhere Oberfadenspannung zusammen mit gelockerter alternativer Spulenkapsel nutzen, um den Fadenverschluss in die Stoffschicht zu ziehen.
- Validieren: Nach jeder Änderung den Satinbalken-„I“-Test erneut sticken.
- Erfolgskontrolle: Der Fadenverschluss „verschwindet“ optisch im Stoff, Kanten sind auf beiden Seiten sauber.
- Wenn es trotzdem scheitert … nur in kleinen Schritten ändern und im Zweifel die Maschinenanleitung beachten.
- Q: Wie verhindere ich Rahmenspuren auf empfindlichen Schals bei Floriani Wet N Gone Tacky?
A: Spanne nur das klebende Wash-Away ein und lege den Schal obenauf – den Schal selbst nicht im Stickrahmen einklemmen.- Einspannen: Floriani Wet N Gone Tacky zuerst in den Stickrahmen setzen.
- Abziehen: Papier anritzen und abziehen, Klebefläche freilegen.
- Floaten: Schal ohne Zug auflegen und sanft glattstreichen.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Sticken sind keine glänzenden Druckringe sichtbar.
- Wenn es trotzdem scheitert … Schalgewicht während des Stickens abstützen (gegen Drift) und bei wiederkehrenden Problemen Magnetrahmen in Betracht ziehen.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten beim Wechsel der Spulenkapsel oder beim Schließen eines Magnetrahmens?
A: Verletzungen vermeidest du, indem du vor dem Eingriff die Startfunktionen sperrst und Magnetrahmen als Werkzeug mit hoher Klemmkraft behandelst.- Sperren: Lock Screen/Sicherheitsmodus aktivieren, bevor Hände in den Greifer-/Nadelbereich gehen.
- Freihalten: Finger aus dem Nadelweg, solange die Abdeckung offen ist.
- Handhaben: Finger beim Schließen des Magnetrahmens aus den Kontaktzonen nehmen.
- Erfolgskontrolle: Die Maschine kann nicht starten, während du im Bereich arbeitest, und der Rahmen schließt ohne Quetschstellen.
- Wenn es trotzdem scheitert … stoppen, Maschine in sicheren Zustand bringen (Hände raus), dann erneut ansetzen; Magnetrahmen von Implantaten fernhalten.
