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Wenn du schon einmal stundenlang ein süßes ITH-Projekt (In-The-Hoop) gestickt hast – und die Ohren klappen am Haarreif sofort wie ein trauriger Taco zusammen – dann ist das kein „Kreativproblem“, sondern ein Statikproblem. Dieses Bo-Peep-inspirierte Mausohren-Set ist auf einer Ein-Nadel-Maschine wie der Brother PE770 absolut machbar – aber es ist eine kleine Ingenieursaufgabe. Du verlangst deiner Maschine ab, durch ein dichtes „Sandwich“ aus Stickvlies, Karton, hochfloriger Lammwolle und Vinyl/Kunstleder zu stechen.
Aus der Praxis gilt: Erfolg hat hier weniger mit Glück zu tun, sondern mit Physik. Mary kombiniert drei Materialien, die in der Maschinenstickerei berüchtigt sind:
- Lammwolle/Sherpa: Hoher Flor „schluckt“ Stiche.
- Glitzer-Satin/„Silk“-Schalstoff: Rutschig – wandert unter dem Fuß.
- Kunstleder (Vinyl/PU): Unverzeihlich – jede Nadelperforation bleibt sichtbar.
Diese Anleitung ist als Standardarbeitsanweisung (SOP) gedacht: Fokus auf Reibungskontrolle, stabile Lagenführung und die konkreten Handgriffe, die verhindern, dass die Maschine blockiert oder Material ruiniert wird.

Keine Panik: Die Brother PE770 schafft Lammwolle + Kunstleder – wenn du das Sandwich richtig aufbaust
Die Brother PE770 ist robust, aber: Je dicker das Sandwich, desto weniger „Grip“ hat ein Standard-Stickrahmen. Sobald Stickvlies, Karton, Lammwolle und Topping zusammenkommen, bist du im „dicker Sandwich“-Szenario.
Das Risiko: Wenn der Aufbau zu hoch wird (im Tutorial wird sichtbar, wie sich Lagen aufbauen), steigt die Reibung unter dem Nähfuß. Das wasserlösliche Topping kann nach vorn geschoben werden („Schneepflug-Effekt“). Gleichzeitig kann das Material minimal wandern – und Details wie das „Schafsgesicht“ sitzen nicht mehr sauber mittig.
Die Lösung: Nicht „mit Gewalt“ den Rahmen schließen, sondern die Lagen so vorbereiten, dass sie wenig Widerstand erzeugen.
- Geschwindigkeitslimit: Für dieses Projekt nicht auf Maximaltempo laufen lassen.
- Praxis-Sweet-Spot: 450–600 SPM (Stiche pro Minute). Langsamer bedeutet: weniger Zug/Schub auf dicke Lagen und stabilere Stichbildung.

Die versteckte Vorbereitung, die das Projekt „leicht“ wirken lässt (statt stressig)
In einer Werkstatt sind 80% Vorbereitung. Bevor du das Design startest: alles griffbereit legen („Mise-en-place“). So musst du nicht im Pause-Modus nach Schere/Clips suchen.
Was im Video verwendet wird (und wofür es da ist)
- Brother PE770: bzw. jede Maschine mit 5x7-Fähigkeit.
- Stickrahmen: 5x7 (Ohren/Schleife) und 4x4 (Laterne).
- Stickvlies (tragend): 2,5 oz Cutaway. Warum? Tearaway ist für die schwere Lammwolle zu schwach; Cutaway ist das „Skelett“.
- Topping (oben): Wasserlösliche Folie (WSS). Warum? Damit die Stiche nicht im Flor verschwinden.
- Stickvlies (Schleife): Tearaway. Warum? Nach dem Wenden sollen die Kanten sauber und weich sein.
- Materialien: Lammwolle/Sherpa, Kunstleder (Vinyl/PU), glitzernder „Silk“-Stoff, Applikationsfarben (z. B. Hautton).
- Verstärkung: Dünner Karton (im Video aus einem Versandumschlag).
- Fixieren: Heftspray & Bügel-/Fusible Tape.
- Hilfsmittel: Quilt-Clips (alternativ Klebeband), Utility-/Papierschere.
- Nadel: Größe 11/75 Standard/Universal. (Im Video wird ausdrücklich vor Ledernadeln bei Kunstleder gewarnt.)
Praxishinweis aus den Kommentaren (und wie du es einordnest)
Es kam die Frage, woher „das Schaf“ ist. Der „Schaf“-Look entsteht hier durch die Lammwolle/Sherpa (Textur), nicht durch eine besondere Digitalisierung.
- Material-Regel: Je höher der Flor, desto wichtiger ist das Topping. Wenn der Flor sehr hoch ist, kann auch mehr als eine Lage WSS nötig sein – entscheidend ist, dass die Details später „oben“ sichtbar bleiben.
Prep-Checkliste (vor dem Einspannen)
- Rahmen-Check: 5x7- und 4x4-Rahmen sauber? Schraube läuft leicht?
- Vlies-Zuschnitt: Cutaway mindestens 1 inch größer als der Rahmen rundum – du brauchst „Einspann-Reserve“.
- Karton vorbereiten: Karton grob vorschneiden, damit du im Prozess nicht hektisch wirst.
- Scheren trennen: „Papierschere“ für Karton und „Stoffschere“ für Textil. Karton ruiniert Stoffscheren.
- Sprühdisziplin: Heftspray nicht an/über der Maschine sprühen (Overspray macht alles klebrig).

Der „Nicht-Umklapp“-Move: Karton-Verstärkung im ITH-Ohr im 5x7-Rahmen
Das ist der Kerntrick. Ohne innere „Rippe“ werden ITH-Ohren weich. Mary tackert den Karton im Design fest.
So gehst du vor (wie im Video gezeigt)
- Platzierung: Erste Platzierungsnaht auf dem Vlies sticken.
- Einlegen: Dünnen Karton auf die Kontur legen.
- Fixieren: Maschine im Muster einen Schritt zurücksetzen/den nächsten Schritt erneut laufen lassen, damit der Karton festgesteppt wird.
- Trimmen: Rahmen aus der Maschine nehmen (nicht ausspannen). Auf eine flache Unterlage legen. Mit Utility-Schere den Karton so nah wie möglich an der Nahtlinie zurückschneiden, ohne Fäden zu kappen.
Warnung: Mechanisches Sicherheitsrisiko. Karton macht Klingen schnell stumpf. Beim Schneiden im Rahmen entsteht Druck – halte die nicht schneidende Hand konsequent aus der Schnittlinie, damit nichts abrutscht.
Erwartetes Ergebnis
- Haptik-Check: Karton sitzt fest. Wenn er „wackelt“, ist er nicht ausreichend fixiert.
- Abdeckung: Der Karton muss so knapp getrimmt sein, dass spätere Satinstiche die Kante sauber überdecken.

Lammwolle + wasserlösliches Topping: So verschwinden die Schaf-Gesichtsdetails nicht im Flor
Hochflor ist der Feind von Schärfe. Ohne Topping „versinkt“ der Oberfaden, und das Gesicht wirkt wie eine weiße Wolke. Du brauchst eine „Brücke“ obenauf.
Vorgehen (wie demonstriert)
- Auflegen: Lammwolle über den festgesteppten Karton legen.
- Topping: Ein großzügiges Stück WSS obenauf „floaten“.
- Freigang prüfen: Rahmen vorsichtig unter den Fuß schieben und sicherstellen, dass nichts klemmt. (Im Video wird betont, dass das Material sehr dick ist – es muss unter die Nadelstange/den Fuß passen.)
Mary zeigt, dass das Topping sich stauen kann – das passiert durch Reibung am Fuß.

„Clippen statt kämpfen“: Fix gegen zusammenschiebendes Topping
Statt auf Reibung zu hoffen, nimm Klemmdruck: Quilt-Clips an den Rahmenrand setzen, damit die Folie straff bleibt.

Warum das funktioniert (damit du es reproduzieren kannst)
Das ist einfache Spannungsmechanik: Lose Folie wirft Falten; straff gespannte Folie verhält sich wie eine Trommelhaut. Die Nadel sticht sauber durch, ohne dass die Folie vor sich hergeschoben wird. Wenn du damit oft kämpfst, ist sauberes Einspannen für Stickmaschine (insbesondere „floaten“ vs. „einspannen“) genau die Fähigkeit, die in der Praxis den Unterschied macht.
Setup-Checkliste (bevor das Schafsgesicht läuft)
- Sandwich-Höhe: Passt alles unter den Fuß, ohne zu schleifen?
- Topping-Spannung: Keine Wellen/„Rippel“.
- Fadenlauf: Oberfaden hängt nicht an einem Clip.
- Unterfaden: Unterfadenspule voll – ein Spulenwechsel mitten im dicken Sandwich erhöht das Risiko von Versatz.

Sauberer Kontrast im Schafsgesicht: Fadenwahl + ein kurzer „Haarschnitt“ für den Profi-Look
Mary nimmt für das Gesicht einen hellen Creme-Ton statt Weiß.
- Gestaltungslogik: Weiß auf weißem Flor verschwindet. Creme bringt Kontrast, ohne hart zu wirken.
- Grooming: Nach dem Sticken den Flor an den feinen Details vorsichtig zurückschneiden (im Video wird das Trimmen am oberen Bereich gezeigt), ohne Knoten/Fäden zu erwischen.
Erwartetes Ergebnis
- Sichtprüfung: Augen/Mund liegen sichtbar „oben“ auf dem Flor (unterstützt durch WSS).
- Rückseite: Sieht zunächst unruhig aus (Karton-/Vliesreste) – das wird im nächsten Schritt abgedeckt.
Rückseiten-Upgrade: Weißes Kunstleder „floaten“, um Unterfäden zu verstecken
Wenn das Gesicht fertig ist, wird die Rückseite sauber gemacht: Mary nimmt den Rahmen ab, dreht ihn um und klebt weißes Kunstleder unten an.

Warum sich das „Floating Backing“ lohnt
In der Praxis ist das eine Art „Kapselung“: Die unschönen Struktur-Lagen (Karton/Cutaway) verschwinden in einer sauberen Hülle.
- Tragekomfort: Kein kratziger Karton am Kopf.
- Optik: Deutlich professioneller.
Wichtig: Unterseitig mit Tape zu arbeiten kann sich lösen. Genau hier sind Magnetrahmen für Stickmaschine im Vorteil, weil du das Material unten einschieben kannst und es sofort gehalten wird – ohne Klebeband, das später an Nadel/Fuß klebt.
Kunstleder-Applikation am Bo-Peep-Outfit-Ohr: Die Nadelwahl, die Material rettet
Mary gibt eine entscheidende Warnung: Keine Ledernadel verwenden.

Was du tun solltest
- Werkzeug: Prüfe, dass eine Standardnadel 11/75 eingesetzt ist.
- Tempo: Für Vinyl/Kunstleder moderat laufen lassen (im Tutorial-Kontext: nicht Vollgas), um Reibung/Hitze zu reduzieren.
Warum das wichtig ist
Ledernadeln haben eine schneidende Spitze. Bei Kunstleder (Vinyl/PU) kann das die Oberfläche „aufschlitzen“.
- Fehlerbild: Perforationslinie – das Material reißt entlang der Stiche.
- Abhilfe: Standardnadel sticht rund und schont die Beschichtung.
Wenn du auf der Brother PE770 häufig mit Vinyl arbeitest, ist Magnetrahmen für brother pe770 als Suchbegriff sinnvoll: Magnetrahmen klemmen gleichmäßig und reduzieren Rahmenspuren, die bei empfindlichem Kunstleder durch Standardrahmen entstehen können.

Die 3D-Puffy-Schleife, die schwer aussieht (aber es nicht ist): Tearaway + Heftspray im 5x7-Rahmen
Für die Schleife wechselt Mary auf „Float“-Arbeitsweise mit rutschigem Glitzerstoff. Genau hier wandert Material gern um Millimeter – und das sieht man sofort.
Der Schlüssel: Heftspray statt nur Tape
Tape hält meist nur am Rand; Spray hält flächig.
- Einspannen: Nur Tearaway einspannen.
- Sprühen: Leicht einsprühen (mit Abstand), bis es „post-it“-artig klebrig ist, nicht nass.
- Auflegen: Stoff von der Mitte nach außen glattstreichen.

Erwartetes Ergebnis
- Haft-Check: Rahmen anheben – der Stoff darf nicht durch sein Eigengewicht abziehen.
- Stichbild: Platzierung und Rand laufen ohne sichtbares Wandern.
Wenn du mehrere Schleifen in Serie machst, ist reproduzierbare Zentrierung entscheidend. Eine Einspannstation für Stickmaschinen hilft, jedes Teil identisch zu positionieren – wichtig für Sets und Verkauf.
Schleife füllen ohne Handnähen: Fusible Tape zum Schließen der Öffnung
Mary nutzt eine „Wenden-und-Füllen“-Technik.

Vorgehen
- Füllen: Polyester-Füllwatte einbringen, Ecken mit einem Tool ausformen. Nicht überfüllen – die Schleife soll später noch gut montierbar sein.
- Schließen: Ein kleines Stück Bügelband/Fusible Tape zuschneiden.
- Fixieren: In die Öffnung legen und mit dem Bügeleisen schließen (mit Tuch arbeiten, damit der Glitzerstoff nicht leidet).

Warum das ein sinnvoller „Maker“-Finish ist
Handnähen an solchen Materialien ist oft ungleichmäßig. Fusible Tape schließt schnell und sauber – ideal, wenn du nicht nähen willst.
Montage-Details, damit das Headband tragbar bleibt (und nicht klobig)
Mary baut die Schleifen-Schlaufe separat, damit sie auf den Haarreif aufgeschoben werden kann. Das ist modular, verstellbar und in der Praxis deutlich angenehmer.

Bonus: Bo-Peep-Laternen-Keychain im 4x4-Rahmen (gleiche Kunstleder-Logik)
Die Laterne nutzt dieselbe Sandwich-Logik im kleineren Format. Für Haltbarkeit bleibt Cutaway sinnvoll.

Kleine Teile sind schwerer zu handhaben, weil weniger Material im Rahmen „greift“. Ein brother 4x4 Magnetrahmen ist hier besonders praktisch, weil du kleine Kunstleder-Reste sicher klemmen kannst, ohne mit Schraubrahmen zu kämpfen.
Entscheidungsbaum: Das richtige Vlies + Topping für Flor, Vinyl und rutschigen Glitzerstoff
Die meisten Stickprobleme entstehen bei der Materialwahl. Nutze diese Logik als schnelle Entscheidungshilfe.
WENN der Stoff hochflorig ist (Lammwolle/Sherpa):
- Basis: 2,5 oz Cutaway.
- Topping: Wasserlösliche Folie (Pflicht).
- Aktion: Kanten klemmen, damit nichts zusammenschiebt.
WENN der Stoff Vinyl/Kunstleder ist:
- Basis: 2,5 oz Cutaway (oder mittleres Tearaway bei rein dekorativen, wenig belasteten Teilen).
- Topping: keines.
- Nadel: Standard 11/75 (kritisch).
- Aktion: Material floaten oder Magnetrahmen nutzen, um Rahmenspuren zu reduzieren.
WENN der Stoff rutschig ist (Glitzer-Satin/Schalstoff):
- Basis: Tearaway (für saubere Kanten).
- Fixierung: Heftspray (Tape allein ist im Video-Kontext nicht ausreichend).
- Aktion: Mit mittlerem Tempo laufen lassen.
Wenn du täglich mit dicken Lagen kämpfst, kann ein Magnetrahmen 5x7 für brother Frust reduzieren, weil du nicht mehr „gegen“ den Schraubrahmen arbeiten musst, wenn das Sandwich dicker wird.
Troubleshooting für die „gruseligen“ Sachen: Symptom → Ursache → Sofort-Fix
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Sofort-Fix |
|---|---|---|
| Topping schiebt sich zusammen | Nähfuß zieht an loser Folie. | Clippen: Folie am Rahmenrand straff klemmen. |
| Ohren klappen um („Taco“) | Keine starre Innenverstärkung. | Verstärken: Karton einsetzen und sauber feststeppen. |
| Vinyl perforiert/reisst | Falsche Nadel (z. B. Leder). | Wechseln: Auf Universal 11/75 umstellen. |
| Rutschiger Stoff wandert | Tape hält nicht flächig. | Fixieren: Heftspray nutzen. |
| Rahmen springt auf | Sandwich zu dick für Schraubrahmen. | Entlasten: Schraube weiter lösen oder Magnetrahmen nutzen. |
Upgrade-Pfad (wenn du schneller werden willst – und stressfrei verkaufen möchtest)
Dieses Projekt ist ein typisches „Gateway Project“: Ein Set macht Spaß – aber bei 20 Sets (z. B. für eine Party) wird manuelles Einspannen an der PE770 schnell zur Belastung.
So skalierst du sinnvoll:
- Level 1: Rahmenspur-Fix: Wenn Kunstleder durch den Rahmen Ringabdrücke bekommt oder du den Rahmen über Karton/Lagen kaum schließen kannst, bremsen Standardrahmen dich aus. Viele steigen dann auf Magnetrahmen für brother um, weil die Magnete gleichmäßig von oben klemmen und Dicke besser tolerieren.
- Level 2: Konsistenz-Fix: Wenn „Mitte“ bei jedem Ohr anders ist, lohnt eine hoop master Einspannstation – reproduzierbare Passung ist der Unterschied zwischen „selbstgemacht“ und „handwerklich sauber“.
- Level 3: Produktions-Fix: Wenn du ständig Farben wechseln musst, ist eine Ein-Nadel-Maschine der Engpass. Eine Mehrnadelstickmaschine reduziert Umrüstzeiten deutlich.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen nutzen sehr starke Magnete.
* Quetschgefahr: Magnete können schlagartig schließen – Finger weg aus dem Sitzbereich.
* Medizinische Geräte: Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern.
* Elektronik: Abstand zu Karten/Smartphones halten.
Arbeits-Checkliste (damit du es nicht auf den letzten Metern ruinierst)
- Karton: Sauber getrimmt? Sicher festgesteppt?
- Freigang: Rahmen unter die Nadel schieben – schleift die Lammwolle? Wenn ja, Flor/Topping sauber führen.
- Clips: Sitzen Quilt-Clips außerhalb des Stickfelds? (Handrad drehen und prüfen.)
- Nadel: Universal 11/75 eingesetzt? (Jetzt prüfen, nicht raten.)
- Fixierung: Schleifenstoff ist gesprüht und „tacky“?
- Füllung: Öffnung mit Fusible Tape komplett geschlossen?
Erfolgreiche Maschinenstickerei ist zu 90% Vorbereitung und Materialphysik. Wenn du das Sandwich respektierst und Reibung/Dicke kontrollierst, liefert die Brother PE770 beeindruckende Ergebnisse. Jetzt: Ohren, die wirklich aufrecht stehen.
FAQ
- Q: Welche Stichgeschwindigkeit an der Brother PE770 funktioniert am besten für dicke ITH-„Sandwich“-Lagen wie Cutaway + Karton + Lammwolle + Vinyl?
A: Reduziere die Geschwindigkeit; ein sicherer Bereich für dieses Projekt sind 450–600 SPM, um Reibung und Materialwandern bei dicken Lagen zu minimieren.- Stelle 450–600 SPM ein, bevor du die Karton- und Lammwolle-Schritte stickst.
- Pausiere nach den ersten paar hundert Stichen und prüfe, ob Topping und Stoff nach vorn „gekrochen“ sind.
- Erfolgscheck: gleichmäßiges Maschinenlaufgeräusch (kein „hartes Stanzen“) und die Platzierungsdetails bleiben zentriert.
- Wenn es trotzdem scheitert: Sandwich-Höhe reduzieren (nicht unnötig dick aufbauen) und vor dem Neustart den Freigang unter dem Fuß prüfen.
- Q: Wie verhindere ich, dass sich wasserlösliche Topping-Folie bei Lammwolle/Sherpa auf der Brother PE770 zusammenschiebt?
A: Klemme die Folie trommelfell-stramm, statt dich auf Reibung zu verlassen; lose Folie wirft Falten und wird vom Nähfuß „vorgeschoben“.- Lege ein großzügiges Stück wasserlösliche Folie oben auf die Lammwolle.
- Klemme die Folie mit Quilt-Clips am Rahmenrand fest, damit sie straff ist (Clips außerhalb des Stickfelds halten).
- Erfolgscheck: keine Wellen in der Folie, und die Schaf-Gesichtsdetails liegen sichtbar obenauf statt zu versinken oder zu verziehen.
- Wenn es trotzdem scheitert: prüfen, ob das Sandwich sauber unter dem Fuß gleitet, und die Folie so neu positionieren, dass sie nicht nach vorn geschoben wird.
- Q: Warum „taco“-klappen Brother-PE770-ITH-Mausohren nach dem Sticken um – und wie verhindere ich schlappe Ohren mit einer Karton-Verstärkung?
A: Du brauchst einen starren Kern, der im Design festgesteppt wird; ohne „Skelett“ knicken die Ohren.- Platzierungsnaht sticken, dann dünnen Karton (wie im Video aus einem Umschlag) auf die Kontur legen.
- Fixier-/Tack-Down-Schritt sticken und den Karton sehr knapp an der Nahtlinie zurückschneiden, ohne Fäden zu kappen.
- Erfolgscheck: Karton sitzt ohne Spiel, und das fertige Ohr steht statt zu knicken.
- Wenn es trotzdem scheitert: Kartonbewegung stoppen (z. B. zusätzlich sichern) und so nachtrimmen, dass Satinstiche die Kante vollständig abdecken.
- Q: Welche Nadel sollte die Brother PE770 für Kunstleder/Vinyl-Applikationen nutzen, um Perforationslinien zu vermeiden – und welche Nadel sollte ich vermeiden?
A: Nutze eine Standardnadel 11/75 (oder 80/12) Universal/Sharp und vermeide Ledernadeln; Ledernadeln können Vinyl schneiden und dadurch Ausreiß-Perforationen erzeugen.- Setze vor den Kunstleder-Schritten eine 11/75 Universal- oder Sharp-Nadel ein.
- Reduziere das Tempo (im Projektkontext moderat), um Hitze und Reibung auf Vinyl zu begrenzen.
- Erfolgscheck: Einstichlöcher sind rund, und das Vinyl reißt beim leichten Biegen nicht entlang der Naht.
- Wenn es trotzdem scheitert: sofort stoppen, jede Leder-/Jeansnadel entfernen und auf einem Reststück des gleichen Vinyls testen.
- Q: Wie verstecke ich Unterfäden sowie Karton-/Cutaway-Unordnung auf der Rückseite von Brother-PE770-ITH-Ohren mit „floating“ Kunstleder-Backing?
A: „Kapsle“ die Rückseite, indem du nach dem Gesicht ein Kunstleder-Backing unten floatest – so verschwinden die unschönen Lagen in einer sauberen Hülle.- Rahmen abnehmen (nicht ausspannen), umdrehen und Kunstleder unten als Backing mit Tape fixieren.
- Backing glattstreichen, damit es ohne Falten mitgestickt wird.
- Erfolgscheck: Rückseite wirkt sauber und fühlt sich glatt an (kein Karton liegt frei).
- Wenn es trotzdem scheitert: Magnetrahmen erwägen, weil Tape sich beim Sticken lösen kann, wenn du das Backing unten einschiebst.
- Q: Welche Vorab-Checks sollte ich vor einem ITH-Ohr-Projekt auf der Brother PE770 machen, um Wandern und Passungsfehler mitten im Sticklauf zu vermeiden?
A: Mach die kurze „Werkstatt“-Vorbereitung; die meisten Fehler kommen von ausgelassenen Rahmenchecks, falschem Vlieszuschnitt, leerer Spule oder fehlender Werkzeug-Organisation.- 5x7- und 4x4-Rahmen reinigen/prüfen; Schraube muss leichtgängig sein.
- Cutaway mindestens 1 inch größer als der Rahmen rundum zuschneiden.
- Unterfadenspule vor dicken Sandwich-Abschnitten voll machen, um keinen Spulenwechsel mitten im Lauf zu riskieren.
- Erfolgscheck: Rahmen schließt ohne Gewalt, Vlies ist rundum gut unterstützt, und die Maschine läuft mehrere Minuten ohne Unterbrechung.
- Wenn es trotzdem scheitert: prüfen, ob Heftspray weit weg von der Maschine aufgetragen wurde (Overspray stört Handling) und die Sandwich-Höhe neu bewerten.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Kartontrimmen im Rahmen und beim Einsatz von Magnetrahmen?
A: Beides ist sicherheitskritisch: Kartontrimmen erfordert kontrolliertes Schneiden, Magnetrahmen schließen mit hoher Klemmkraft und bergen Risiken für medizinische Geräte.- Karton auf flacher Unterlage mit Utility-Schere trimmen; die freie Hand aus der Schnittlinie halten.
- Bei Magnetrahmen Finger aus dem Sitzbereich halten und Magnete mindestens 6 inches von Herzschrittmachern fernhalten.
- Erfolgscheck: saubere Schnitte ohne Abrutschen, und Magnete setzen ohne Quetschen/unkontrolliertes Zuschlagen.
- Wenn es trotzdem unsicher wird: sofort stoppen, Arbeitsplatz neu organisieren und niemals dicke Materialien mit Gewalt in irgendein Einspannsystem drücken.
