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Du bildest dir das nicht ein – wenn eine Maschine ein Motiv auf den Stoff projiziert und du es mit einem Stift verschieben kannst, denkt man sofort: „Das spart mir Stunden … oder ruiniert mir in 30 Sekunden eine Jacke.“
Genau diese Weggabelung sehe ich seit 20 Jahren. Neue Technik zwingt fast immer zu einer Entscheidung: Entweder wird sie dein profitabelster Shortcut – oder ein sehr teurer Weg, die gleichen alten Fehler nur schneller zu machen.
Dieser Guide baut die Launch-Demo der Brother Aveneer EV-1 zu einer Standardarbeitsanweisung (SOP) für dein Studio um. Wir gehen bewusst über den „Wow“-Moment hinaus: Was musst du vorbereiten, was genau antippen, worauf hören – und wie bekommst du reproduzierbare Ergebnisse, besonders wenn du von einer anderen Plattform kommst. Wenn du dir vor Jahren eine XE1 gekauft hast und dich immer noch „am Lernen“ fühlst, bist du damit nicht allein. Dieser Artikel ist die Brücke von Unsicherheit zu einem sauberen, wiederholbaren Ablauf.

Erstmal durchatmen: Die Brother Aveneer EV-1 ist nicht „schwer“ – sie ist nur schnell genug, um schwache Gewohnheiten gnadenlos sichtbar zu machen
Die Demo ist voll mit Schlagzeilen-Features: Picture Play (KI-Digitalisierung), Stichregulator, Quick-Change am Digital Dual Feed Foot und der deutlich aufgewertete Projektor. Der echte Gewinn für ernsthafte Sticker:innen ist Tempo: weniger Hin-und-her zwischen Menüs und Stoff – und weniger „mal raten und lossticken“.
Aber Tempo ist ein Vergrößerungsglas. Wenn dein Einspannen zu locker ist, dein Stickvlies nicht passt oder du den Stoff beim Ausrichten ständig verschiebst, produziert eine schnelle Maschine Kräusel schneller, als du stoppen kannst.
Die Speed-Limit-Regel: Nur weil die Maschine kann, heißt das nicht, dass du solltest.
- Der sichere Lernbereich: 600–750 SPM. In diesem Bereich hörst du eher, wenn eine Nadel stumpf wird (dumpfes „Klopfen“), bevor sie dir Material oder Faden zerlegt.
- Pro-Bereich: 800+ SPM. Nur, wenn Einspannen + Stickvlies wirklich sitzen.
Wenn du über ein Upgrade nachdenkst: Jage nicht alle Features gleichzeitig. Meistere zuerst einen Workflow (z. B. Platzierung mit Projektor) und baue Wiederholbarkeit auf – dann erst der nächste Schritt.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, bevor du den Bildschirm anfasst: Rahmenwahl, Vlies-Logik und ein sauberer Start
In der Demo wird ein extra großer Stickrahmen gezeigt und anschließend Platzierung auf einer Jeansjacke thematisiert. Genau diese Kombi – großer Rahmen + schweres Kleidungsstück – ist der Punkt, an dem 90 % der Probleme entstehen, bevor du Start drückst.
Wenn du häufig große Rahmen nutzt, werden dir zwei Dinge wichtiger als die reine Rahmengröße:
- Konstante Spannung: Bekommst du den Stoff gleichmäßig straff, ohne den Fadenlauf zu verziehen?
- Ladegeschwindigkeit: Wie schnell kannst du ein- und ausspannen, ohne Rahmenabdrücke (Ringe/Quetschspuren) zu riskieren?
Hier steigen viele von klassischen Schraubrahmen auf einen magnetischen Workflow um. Wenn du bei einer Jeansjacke gegen dicke Nähte kämpfst, springt ein Standardrahmen gern auf oder hält ungleichmäßig. In so einem Szenario ist ein Magnetrahmen nicht „Luxus“, sondern eine mechanische Hilfe, um Grip zu halten, ohne die Fasern unnötig zu quetschen.
Prep-Checkliste (das machst du VOR dem Foto-Import)
- „Zahnseide“-Check am Oberfaden: Zieh am Oberfaden bevor du durchs Nadelöhr fädelst. Es sollte sich anfühlen wie Zahnseide zwischen Zähnen: gleichmäßiger Widerstand, nicht schlaff und nicht hakelig.
- Stofftemperatur: Stoff glatt bügeln und abkühlen lassen. Warmer Stoff enthält Feuchtigkeit/ausgedehnte Fasern; wenn du warm einspannst, entspannt er sich beim Abkühlen – Kräusel vorprogrammiert.
- Stickvlies-Paarung:
- Elastisch/Strick: Cutaway (2.5oz oder 3.0oz). Keine Ausnahmen.
- Stabil/Gewebe: Tearaway ist möglich, Cutaway hält langfristig stabiler.
- Rahmenabdruck-Test: Bei empfindlichen Teilen (Samt, Performance-Wear) an einem Rest testen. Wenn ein Ring bleibt: Magnetrahmen nutzen oder Stoff „floaten“.
- Arbeitsfläche frei: Maschinenbett sauber halten, damit der Stoff beim Projektor-Ausrichten leicht gleitet. Reibung erzeugt Zug – Zug erzeugt Passungsfehler.
Warnung: Physische Sicherheit. Finger frei halten beim Fußwechsel und beim Positionieren nahe der Nadel. Maschine immer vollständig stoppen, bevor du unter den Nähfuß greifst.

Picture Play auf der Brother Aveneer EV-1: Handyfoto ohne externe Software in Stickdaten verwandeln
In der Demo lädt Angela ein Rosenfoto per USB, öffnet „Picture Play“ und nutzt Filter wie Oil Pastels oder Neon Sign. Die Maschine erzeugt die Stichdaten direkt am Bildschirm. Genau hier sind viele erst begeistert – und dann enttäuscht –, weil sie es wie einen Zauberknopf behandeln.
Es ist stark, aber es folgt trotzdem der Stick-Physik: Ein Foto als Stiche wird schnell zu einer dichten, schweren Stickfläche.
Die „Dichte-Gefahrenzone“:
- Foto-zu-Stich erzeugt oft hohe Stichzahlen (20.000+ Stiche auf kleiner Fläche).
- Konsequenz: Du brauchst ein stabiles Fundament. Picture Play auf einem T-Shirt mit nur einer Lage Tearaway endet oft in Wellen oder „Zusammenziehen“.
- Praxis-Fix: Häufig sind zwei Lagen mittelstarkes Cutaway sinnvoll.
- Verbrauchsmaterial, das viele vergessen: wasserlösliche Folie (Topping) obenauf – damit die vielen Stiche nicht im Flor/Gewebe versinken und das Bild klar bleibt.
Gutes Erwartungsmanagement: Picture Play liefert eine stilistische Interpretation. Für ein sauberes Firmenlogo bleibt klassisches Digitalisieren die richtige Wahl. Für künstlerische, texturige Looks spielt dieses Feature seine Stärke aus.

Stichregulator-Menü der Brother Aveneer EV-1: Wähle den Modus, der zu deinen Händen passt (nicht zu deinem Ego)
In der Demo werden drei Einstellungen gezeigt: Intermittent, Continuous und Basting. Das ist vor allem für Freihandarbeiten (Quilten/Thread Painting), bei denen du den Stoff bewegst.
Der Regulator belohnt saubere Handführung. Er kann Stichlängen ausgleichen, aber keine hektischen Bewegungen „wegzaubern“.
Sensorik-Leitfaden zu den Modi:
- Intermittent Mode: Die Maschine stoppt, wenn du die Hände stoppst.
- Gefühl: Anfangs etwas ruckelig. Gut zum Lernen, weil du Pausen machen kannst.
- Continuous Mode: Die Nadel läuft langsam weiter, auch wenn du kurz stoppst.
- Geräusch: gleichmäßiges, rhythmisches Brummen. Gut für flüssige Kurven, wenn die Muskelmemory da ist.
- Praxis-Tipp: Hör auf den Rhythmus. Wenn Handtempo und Maschinentempo gegeneinander arbeiten, ändert sich die Tonhöhe.
Nähfuß-Höhenverstellung: In der Demo wird erwähnt, dass du die Fußhöhe anpassen kannst – entscheidend bei dicken „Quilt-Sandwiches“.
- Zu niedrig: Stoff bremst, schiebt, staut (Reibung).
- Zu hoch: Stoff „flaggt“ (springt mit der Nadel), Fehlstiche möglich.
- Sweet Spot: Der Fuß streift den Stoff gerade so, ohne ihn zu komprimieren.

Quick-Change Digital Dual Feed Foot: Der Klick-Wechsel spart Zeit – wenn du ihn sicher machst
Angela zeigt den Release-Mechanismus: Statt Schrauben wird die Sohle per Klick gelöst und eingesetzt. Das fördert, wirklich den passenden Fuß zu nutzen, statt „irgendwie geht’s schon“.
Der „Klick“-Test: Verlass dich nicht auf die Optik – nutze Gehör und Gefühl.
- Einschieben, bis du ein klares Einrasten hörst.
- Leicht nach unten ziehen. Es darf sich nichts lösen.
- Wenn es „weich“ wirkt oder ohne Geräusch sitzt: nicht korrekt eingerastet. Ein loser Fuß kann mit der Nadel-/Klemmzone kollidieren.
Erwartetes Ergebnis: Der Fuß sitzt ohne seitliches Spiel und fühlt sich „wie aus einem Guss“ an.

Laser-Echo-Ringe und Fadenkreuzlinien: Nutze sie als Qualitätskontrolle – nicht als Lichtshow
In der Demo sieht man grüne Laser-Echo-Ringe und Fadenkreuze. Die Versuchung ist, das als Showeffekt zu sehen. In der Praxis ist es Qualitätskontrolle.
So nutzt du es „industriell“:
- Echo-Ringe = Kollisions-/Freigang-Check: Wenn der Ring über einen Knopf oder eine dicke Naht läuft, kann es der Fuß/Nadelbereich auch. Dann Motiv verschieben.
- Fadenkreuz = Fadenlauf-Gesetz: Nicht nur auf den Mittelpunkt schauen – die langen Linien müssen parallel zur Gewebestruktur laufen.
KorrekturWenn das Fadenkreuz schief zum Fadenlauf steht, wirkt die Stickerei am getragenen Kleidungsstück verdreht. Motiv drehen, bis die Linie sauber parallel ist.

Das 5×8-Projektorfeld der Brother Aveneer EV-1: Platzierung direkt auf dem Stoff – und die Projektion bleibt beim Editieren aktiv
Das ist der Kern der Demo: Du editierst und verschiebst das Motiv, während du es auf dem Stoff siehst. Bei älteren Systemen musstest du oft hin- und herschalten und verlierst den visuellen Bezug.
Engpass-Analyse: Der Projektor löst die Software-Seite (Motiv verschieben/rotieren). Er löst nicht die Hardware-Seite (Kleidungsstück gerade einspannen). Wenn du ein Shirt schief einspannst, verbringst du schnell Minuten damit, das Motiv „schönzudrehen“.
Effizienz-Hebel: Wenn du mechanisch sauber einspannst, wird der Projektor zur 10-Sekunden-Kontrolle statt zur 5-Minuten-Korrektur. Deshalb kombinieren viele den Projektor mit Magnetrahmen für brother. Magnetkraft hilft, den Stoff vor dem endgültigen Schließen sauber auszurichten, damit der Fadenlauf von Anfang an stimmt.
Setup-Checkliste (gegen „Placement Drift“)
- Slack-Check: Stoff flach auflegen. Das restliche Kleidungsstück auf dem Tisch abstützen – nichts darf herunterhängen. Schwerkraft zieht dir sonst die Passung weg.
- Kontrast: Durch die 16 Hintergrundfarben schalten, bis du auf deinem Stoff klare Sicht hast.
- Menü-Management: Menübox aus dem Projektionsbereich schieben, damit du das Motiv 1:1 beurteilst.
- „Hands-off“-Regel: Sobald die Platzierung passt: nicht mehr am Stoff herumdrücken. Millimeter Verschiebung sieht in Stickerei wie Zentimeter aus.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen sind starke Neodym-Magnete. Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten halten. Magnete nie unkontrolliert zusammenschnappen lassen – Quetschgefahr.

Stylus vs. Sensor Pen an der Brother Aveneer EV-1: Welche Spitze wofür ist (damit du nicht gegen die Maschine arbeitest)
In der Demo sieht man einen zweiseitigen Stift.
- Spitze A (Kunststoff/Gummi): Für den LCD-Touchscreen.
- Spitze B (Sensor/Ultraschall): Für die Projektion auf dem Stoff.
Arbeitsdisziplin: Gib dem Stift einen festen Platz. Wenn er runterfällt, können die Sensoren Schaden nehmen – dann ist die Interaktion mit der Projektion praktisch wertlos. Behandle ihn wie ein Präzisionswerkzeug.
Praxis-Tipp: Den Sensor Pen möglichst senkrecht (90°) auf den Stoff setzen. Bei schrägem Antippen steigt die Chance auf Fehleingaben.

Projektor-gestützte Platzierung: Ziehen, drehen, bestätigen – und dann aufhören, „Perfektion zu jagen“
Angela zieht das Eiscreme-Motiv über den Stoff – wirkt super flüssig. In der Praxis führt „Perfektion jagen“ aber oft zu Fehlern.
Die „Drei-Korrekturen“-Regel: Maximal drei Anpassungen.
- Ziehen für grobe Position.
- Drehen für Fadenlauf/Nahtbezug.
- Nudgen für Feinausrichtung.
- Dann: Stopp.
Jede zusätzliche Berührung erhöht das Risiko, dass du den Stoff aus dem Grip des Vlieses/Rahmens schiebst.
Wenn du in Serie arbeitest (z. B. 20 Polos), ist es langsam, jedes Teil „live“ mit dem Projektor auszurichten. In solchen Fällen ist eine mechanische Hilfe wie eine hooping station for embroidery machine oft überlegen: einmal einstellen, dann jedes Teil an exakt derselben Position einspannen. Der Projektor bleibt dann nur der letzte Plausibilitätscheck.

Knopfloch-Größe direkt auf dem Stoff mit dem Brother Aveneer EV-1 Projektor: Das Feature, das Bekleidungsschneider:innen täglich nutzen
In der Demo wird ein Knopfloch projiziert, während der Nähfuß oben ist, und per Pfeilen auf dem Stoff in Länge/Breite angepasst. Das ist stark, weil Knopflöcher „High Stakes“ sind: ein Fehler ruiniert oft das Kleidungsstück.
Visuelles Erfolgskriterium: Passt die Projektion exakt zu deiner Markierung?
- Aktion: Den echten Knopf auf die Projektion legen.
Schrittfolge:
- Knopfloch wählen.
- Fuß oben lassen.
- Pfeile antippen zum Anpassen.
- Physisch prüfen: echten Knopf auf die Projektion legen.
- Nähen.

Sprachführung an der Brother Aveneer EV-1: Hilfreich im Studio – optional, wenn du Ruhe willst
Angela erwähnt, dass die Maschine ihr aus der Entfernung sagt, wann sie den Faden wechseln soll.
Diagnose-Nutzen: Das ist nicht nur für Farbwechsel praktisch, sondern auch bei Stopps/Fehlern. Wenn du hörst, welcher Fehler anliegt (z. B. „Upper Thread“ vs. „Bobbin“), sparst du Wege zum Display – gerade wenn du parallel arbeitest.
- An: bei mehrfarbigen, komplexen Motiven oder Multitasking.
- Aus: nachts oder bei simplen 1-Farb-Jobs.

Einspann- und Vlies-Entscheidungsbaum: Der schnellste Weg, Kräuseln und Passungsdrift zu stoppen
Der Projektor kann perfekte Platzierung zeigen – aber er kann die Physik nicht aushebeln. Wenn dein Stickvlies zu schwach ist, verzieht sich auch das perfekt platzierte Motiv. Nutze diese Logik vor jedem Job.
Material → Stickvlies → Einspann-Strategie
- Strick/Stretch (T-Shirt/Polo)?
- Stickvlies: Cutaway (Mesh oder 2.5oz). Sprühzeitkleber kann helfen.
- Einspannen: Stoff nicht dehnen – neutral einspannen.
- Tool: Tiefer Rahmen oder Magnetrahmen, um Rahmenabdrücke zu reduzieren.
- Gewebe/stabil (Baumwolle/Canvas)?
- Stickvlies: Tearaway (sauber abreißbar).
- Einspannen: straff („drum-tight“).
- Tool: Standardrahmen reicht oft.
- Dick/schwierig (Jeansjacke/Rucksack)?
- Stickvlies: Cutaway (heavy).
- Einspannen: Gefahrenzone für Standardrahmen (springt/greift ungleich).
- Tool: Ein Magnetrahmen für brother ist hier sehr sinnvoll, weil er dicke Lagen klemmt, ohne dass du mit übermäßiger Handkraft arbeiten musst.
- Serienproduktion (10+ Teile)?
- Effizienz-Tool: Eine hoop master Einspannstation sorgt dafür, dass jedes Logo auf exakt gleicher Höhe sitzt – du musst nicht jedes Teil mit dem Projektor „zurechtfummeln“.

Ablauf-Checkliste: „No-Regrets“-Sequenz für Picture Play + Projektor-Platzierung
Diese Reihenfolge fängt Fehler ab, bevor sie zu permanenten Stichen werden.
- Datei-Check: Foto/Datei importieren. Stichzahl prüfen. Hohe Stichzahl = stärkeres Stickvlies.
- Rahmen-Check: Am Bildschirm prüfen, ob der ausgewählte Rahmen dem physischen Rahmen entspricht.
- Physische Vorbereitung: Maschinenbett reinigen. Stoff mit passendem Stickvlies einspannen (Strammheits-Check).
- Visuelles Setup: Projektor an. Kontrastfarbe wählen.
- Ausrichtung: Mit dem Sensor Pen ziehen/drehen. Fadenkreuz zum Fadenlauf ausrichten.
- Sicherheitszone: Menübox wegschieben. Prüfen, dass keine harten Teile (Knöpfe/Reißverschlüsse) in den Echo-Ringen liegen.
- Finale Kontrolle: Motiv „tracen“/Rahmenkontur laufen lassen. Auf Freigang achten.
- Ausführung: Einstellungen bei Wiederholung speichern. Start.
Das „Warum“ hinter der Magie: Was Projektor und KI nicht lösen (gute Technik aber schon)
Auch mit KI und 5×8-Projektorfeld bleiben drei Regeln ungeschlagen:
- Verzug ist kumulativ: Jedes Neueinspannen kostet Genauigkeit. Ziel: beim ersten Mal richtig einspannen.
- Stickvlies ist Statik: Keine digitale Korrektur rettet ein T-Shirt ohne Cutaway. Stiche ziehen Material physisch zusammen.
- Einspannen ist der Flaschenhals: Du stickst nur so schnell, wie du sauber einspannen kannst. Die EV-1 ist schnell – aber wenn du 10 Minuten pro Teil einspannst, ist dein Gesamtdurchsatz niedrig.
Praxis-„Watch Outs“, die kaum jemand laut sagt
- Achtung „Upgrade-Ungeduld“: Wenn du eine ältere Maschine noch lernst, macht dich die EV-1 nicht automatisch zum Profi – sie gibt dir nur bessere Werkzeuge.
- Achtung „Rahmen-Sprawl“: Standardrahmen sind super, aber für Socken, Taschen oder Ärmel oft unhandlich. Eine Sammlung job-spezifischer Tools – z. B. ein Zylinderrahmen für Ärmel – spart Frust.
- Achtung „Volumen-Falle“: Die EV-1 ist eine starke Einnadelmaschine. Bei 50 Caps oder 100 Polos stößt du an Grenzen, weil du Farbwechsel manuell betreust.
Der Upgrade-Pfad, der wirklich Sinn ergibt: Wann Tools ergänzen – wann eine neue Maschine
Wenn dich die Technik der Aveneer EV-1 reizt, denkst du bereits professionell. Eine logische Entwicklung im Studio:
- Level 1: Skill-Upgrade. Projektor und Picture Play beherrschen. Stickvlies sauber wählen.
- Level 2: Tool-Upgrade. Wenn du mit Rahmenabdrücken, dicken Jacken oder Handgelenkbelastung kämpfst: Magnetrahmen sind die Brücke zu konstanterem Einspannen.
- Level 3: Kapazitäts-Upgrade. Wenn du Aufträge ablehnst, weil du nicht schnell genug durchkommst, oder Farbwechsel „babysitten“ musst, ist das der Trigger für eine Mehrnadelstickmaschine.
FAQ
- Q: Welche Stickgeschwindigkeit ist auf der Brother Aveneer EV-1 sicher, um Kräuseln zu vermeiden und Nadelprobleme früh zu erkennen?
A: Starte sicher mit 600–750 SPM und gehe erst auf 800+ SPM, wenn Einspannen und Stabilisierung wirklich konstant sitzen.- Zum Lernen und Troubleshooting auf 600–750 SPM stellen.
- Auf ein dumpfes „Klopfen“ achten – das kann auf eine stumpfer werdende Nadel hinweisen.
- Erst nach mehreren sauberen Durchläufen ohne Kräuseln/Verzug Richtung 800+ erhöhen.
- Erfolgskontrolle: Stickbild bleibt flach, Maschinenklang bleibt gleichmäßig (keine plötzlichen Schläge/harte Tonwechsel).
- Wenn es trotzdem scheitert … wieder langsamer werden und Einspannspannung sowie Stickvlieswahl prüfen, bevor du die Datei beschuldigst.
- Q: Wie machen Besitzer:innen der Brother Aveneer EV-1 den „Zahnseide“-Check für die Oberfadenspannung vor dem Sticken?
A: Ziehe am Oberfaden, bevor du durchs Nadelöhr fädelst, und suche einen gleichmäßigen Widerstand wie bei Zahnseide – weder schlaff noch hakelig.- Faden gleichmäßig ziehen und auf konstanten Zug achten.
- Neu einfädeln, wenn es ruckelt, hakt oder plötzlich „frei“ wird.
- Zum Testen moderates Tempo wählen, damit Klangveränderungen besser auffallen.
- Erfolgskontrolle: Der Zug fühlt sich kontrolliert und gleichmäßig an.
- Wenn es trotzdem scheitert … Oberfadenweg komplett neu einfädeln; kleine Fehlführungen verursachen oft genau dieses inkonsistente Gefühl.
- Q: Welches Stickvlies und welches Topping sollte man bei Picture Play auf der Brother Aveneer EV-1 nutzen, wenn ein Handyfoto in dichte Stiche umgewandelt wird?
A: Behandle Picture-Play-Ergebnisse wie hochdichte Stickerei: häufig zwei Lagen mittelstarkes Cutaway plus wasserlösliche Topping-Folie.- Stichzahl prüfen; hohe Dichte auf kleiner Fläche braucht mehr Stabilität.
- Zwei Lagen mittelstarkes Cutaway als Fundament.
- Oben wasserlösliche Folie, damit Stiche nicht im Material versinken.
- Erfolgskontrolle: Motiv bleibt klar, Stoff rollt sich nicht ein und „ballt“ nicht.
- Wenn es trotzdem scheitert … nicht dieselbe Datei auf leichtem Strick mit Minimal-Backing erzwingen; erst Material/Vlies-Kombi stabiler wählen.
- Q: Wie verhindert man „Placement Drift“ beim 5×8 Live-Projektorfeld der Brother Aveneer EV-1?
A: Stoff stabilisieren und nach der Bestätigung nicht mehr anfassen: Kleidungsstück abstützen, mit Fadenkreuz am Fadenlauf ausrichten, dann hands-off.- Ganzes Kleidungsstück auf dem Tisch ablegen, damit Schwerkraft nicht zieht.
- Hintergrundfarbe wechseln, bis der Kontrast auf dem Stoff stark ist.
- Fadenkreuzlinien parallel zum Fadenlauf ausrichten (nicht nur „mittig“).
- Nach der Bestätigung nicht mehr drücken/ziehen, um Millimeterdrift zu vermeiden.
- Erfolgskontrolle: Projektion bleibt nach dem Zurücktreten deckungsgleich, Stoff kriecht nicht nach.
- Wenn es trotzdem scheitert … mechanisch gerader einspannen; der Projektor korrigiert die Sicht, aber nicht ein schief eingespanntes Teil.
- Q: Wie hält man den Sensor Pen der Brother Aveneer EV-1 für präzises Tippen/Ziehen auf der Stoffprojektion, und wie vermeidet man Fehl-Taps?
A: Auf Stoff die Sensor-/Ultraschallspitze nutzen und möglichst senkrecht (90°) tippen, damit die Erkennung sauber registriert.- Richtige Spitze prüfen: Kunststoff/Gummi für LCD, Sensor-Spitze für Stoffprojektion.
- Sensor Pen gerade nach unten halten (keine schrägen „Lazy“-Winkel).
- Stift fest verstauen, um Stürze und Sensorschäden zu vermeiden.
- Erfolgskontrolle: Motiv bewegt sich genau dort, wo du tippst – ohne Versatz oder „Springen“.
- Wenn es trotzdem scheitert … langsamer und senkrechter tippen und prüfen, ob du nicht versehentlich die Screen-Spitze auf dem Stoff nutzt.
- Q: Wie wechselt man die Quick-Change-Sohle am Digital Dual Feed Foot der Brother Aveneer EV-1 sicher, ohne Nadelkollisionen zu riskieren?
A: Mit „Einrasten-und-Zug“-Kontrolle: klares Einrastgeräusch und anschließend prüfen, dass sich die Sohle nicht lösen lässt.- Maschine vollständig stoppen, bevor du in den Nadel-/Fußbereich greifst.
- Sohle einschieben, bis ein klares Einrasten hörbar ist.
- Leicht nach unten ziehen: darf nicht nachgeben.
- Erfolgskontrolle: kein seitliches Spiel, kein „matschiges“ Sitzgefühl.
- Wenn es trotzdem scheitert … nicht nähen; erneut einsetzen. Eine schlecht sitzende Sohle kann kollidieren und Schaden verursachen.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten für Magnetrahmen bei der Brother Aveneer EV-1, wenn man für dicke Kleidungsstücke auf magnetische Stickrahmen umsteigt?
A: Magnetrahmen wie industrielle Neodym-Magnete behandeln: Abstand zu Implantaten halten und unkontrolliertes Zuschnappen vermeiden, um Quetschungen zu verhindern.- Magnetrahmen fern von Herzschrittmachern und implantierten Medizinprodukten halten.
- Magnete nie ohne Kontrolle zusammenschnappen lassen; Schließbewegung führen.
- Finger beim Schließen aus dem Klemmbereich halten.
- Erfolgskontrolle: Rahmen schließt kontrolliert ohne Einklemmen, Stoff sitzt fest ohne unnötiges Quetschen.
- Wenn es trotzdem scheitert … Handling-Routine verlangsamen (zweihändig führen) oder bei empfindlichen Artikeln auf eine andere Einspannmethode ausweichen.
