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Der „Null-Kopfschmerz“-Guide für Komposit-Kränze: Den Janome-CM17-Edit-Screen wirklich beherrschen
Von Frust zu Präzision: Ein praxisnahes Whitepaper für Layouts direkt an der Maschine
Wenn du schon einmal versucht hast, einen „Kranz“ oder ein komplexes Rahmen-Layout direkt am Maschinenbildschirm aufzubauen, kennst du dieses ungute Gefühl von „Drift“: Ein Element sitzt einen Millimeter daneben, die Symmetrie kippt – und plötzlich bist du 45 Minuten drin, hast einen vollgestopften Bildschirm und fragst dich, wo genau es entgleist ist.
Die Realität, die viele Handbücher nicht klar aussprechen: Sticken ist physikalisch gnadenlos – aber das digitale Layout ist ein Logikspiel.
Der Edit Screen der Janome Continental M17 (CM17) ist stark genug, um saubere Komposit-Designs zu bauen, die sich wie „am PC gemacht“ anfühlen – wenn du aufhörst, gegen die Logik zu arbeiten, und stattdessen Raster, Kopieren/Spiegeln und den „Ghost Anchor“-Trick nutzt, den erfahrene Anwender im Alltag einsetzen.
Diese Anleitung rekonstruiert einen professionellen Workflow (basierend auf Sharyns Vorgehen) mit floralen Motiven von der Janome 1835 Design CD. Wir gehen dabei bewusst „werkstattnah“ vor: mit klaren Kontrollpunkten, typischen Stolperstellen und dem, was du vor dem Stickstart wirklich prüfen solltest.

Keine Panik: Warum der Edit Screen sich „schwer“ anfühlt
Komposit-Layouts wirken einschüchternd, weil du gleichzeitig drei Rollen übernimmst:
- Platzierungs-Architekt (Wo soll es hin?)
- Symmetrie-Prüfer (Ist es wirklich ausgewogen?)
- Effizienz-Planer (Wie viele Stopps/Farbwechsel werden das?)
Auf der CM17 liegen diese Funktionen in unterschiedlichen Bereichen der Oberfläche. Wenn du ohne Reihenfolge hin- und herspringst, entsteht schnell Überlastung.
Pro-Mindset: Behandle das Raster im Stickrahmen wie ein Zeichentisch. Du „schätzt“ nicht – du richtest Bauteile an Referenzlinien aus. Sharyns Ablauf ist linear: Form bauen $\rightarrow$ Symmetrie sichern $\rightarrow$ Inhalt ergänzen $\rightarrow$ Stickreihenfolge/Farben optimieren.

Phase 1: Das „versteckte“ Setup (digital, bevor du arrangierst)
Bevor du mit dem Stift (Stylus) anfängst, legst du die Arbeitsfläche fest. Das ist die Grundlage für alles, was danach kommt.
Schritt 1.1: Arbeitsbereich definieren
Sharyn wählt als Stickrahmen-Arbeitsfläche SQ28d – das entspricht 11" x 11" (280mm x 280mm).
- Praxis-Hinweis: Große quadratische Rahmen sind für Layouts super, aber im Zentrum kann Material eher „arbeiten“ als bei schmalen Rechteckrahmen. Plane deshalb dein Layout so, dass kritische Passungen (z. B. Bordüren-Ecken) nicht „auf Kante“ liegen.
- Kontrollpunkt: Wenn du den Rahmen ansetzt, achte darauf, dass er sauber verriegelt ist. Ein nicht korrekt sitzender Rahmen ist eine der häufigsten Ursachen für Versatz – das lässt sich später nicht „weg-editieren“.

Schritt 1.2: Die „Zentrum-als-Nullpunkt“-Regel
Ein zentrales Verhalten der CM17 (und praktisch jeder janome Stickmaschine) ist: Jedes importierte Motiv landet exakt in der Mitte des Stickrahmens.
- Typischer Anfänger-Gedanke: „Warum stapelt sich alles übereinander?“
- Pro-Gedanke: „Perfekt – ich habe einen reproduzierbaren Nullpunkt.“
Nimm das als Systemlogik an und plane damit.
Pre-Flight-Checkliste: Start ohne Reibung
Bevor du das erste Motiv importierst:
- Arbeitsfläche: Stickrahmen auf SQ28d (11" x 11") gestellt.
- Modus: Du bist im Edit Screen (Bearbeiten), nicht in „Ready to Sew“.
- Bedienung: Stylus bereit – für feine Korrekturen ist der Finger oft zu grob.
Phase 2: Die Architektur aufbauen (der erste Anker)
Sharyn startet mit einem floralen Motiv aus der Big Floral Series der Janome 1835 Design CD.

Schritt 2.1: Der untere Ankerpunkt
Nachdem das Motiv in der Mitte „abgelegt“ wurde, zieht sie es auf unten mittig.
- Warum das funktioniert: Wenn du unten beginnst, „wächst“ der Kranz nach oben. So vermeidest du, dass dir unten später Platz fehlt und die Herzform gedrückt wirkt.
Praxis-Kontrollpunkt: Behalte beim Verschieben die rote Begrenzung im Blick. Wenn Elemente sehr nah an der Grenze liegen, steigt das Risiko, dass du später beim finalen Layout an die Grenzen stößt (und Funktionen wie Drehen eingeschränkt werden).
Phase 3: Symmetrie über Logik (nicht über Augenmaß)
Hier trennt sich „schnell irgendwie“ von „sauber reproduzierbar“.
Schritt 3.1: Die 5°-Neigung
Sharyn importiert das zweite florale Element.
- Rotation öffnen.
- 5° eingeben.

Kontrollpunkt: Kleine Winkel (wie 5°) machen organische Formen sofort natürlicher, weil sie der Krümmung des Herzkranzes folgen.
Schritt 3.2: Spiegeln statt neu platzieren
Statt ein drittes Motiv manuell zu importieren:
- Motiv markieren.
- Kopieren.
- Direkt horizontal spiegeln/flippen.

So bekommst du echte Symmetrie, ohne „Nudging“ und ohne Messerei.
Warnhinweis: Mechanische Sicherheit
Bei Komposit-Designs über die volle 11"-Breite fährt der Arm (Pantograph) deutlich und schnell. Hände, Haare und lose Stoffteile aus dem Bewegungsbereich halten. Beim Schneiden von Sprungstichen: erst Stop drücken, dann schneiden.
Phase 4: Die „Ghost Guide“-Technik (der Praxis-Trick)
Sharyn zeigt eine Methode gegen das klassische Problem: Wie richtest du Seitenelemente sauber aus, wenn in der Mitte „nichts“ ist?
- Temporäres Motiv importieren (beliebig – Hauptsache als visuelle Referenz nutzbar) und mittig platzieren.
- Seitenelemente am Raster und relativ zu diesem Guide ausrichten.
- Den Guide anschließend über Löschen (Bin) entfernen.

Warum das schneller ist: Das Auge kann Abstände zwischen Objekten besser beurteilen als „leeren Raum“. Der Guide reduziert das Zweifeln und beschleunigt Entscheidungen.
Wenn Anwender nach janome Stickrahmen-Zubehör suchen, geht es oft um bessere Orientierung/Passung. Das Bildschirmraster hilft – der temporäre Guide macht die Ausrichtung in der Praxis aber oft noch eindeutiger.
Phase 5: Die Struktur „festnageln“ (Gruppieren & Zentrieren)
Wenn der florale Kranz steht:
- Join/Group (Pfeile nach innen) verwenden.
- Center antippen.

Logik: Aus mehreren Einzelmotiven wird ein Objekt. Nutzen: Du verschiebst nicht aus Versehen ein einzelnes Element und zerstörst die Symmetrie.
Phase 6: Schrift hinzufügen (und warum das im Layout relevant ist)
Sharyn ergänzt ihren Namen:
- Kurz Ungroup (damit das Schriftmenü verfügbar ist).
- Schriftart Script wählen.
- „S“ in Großbuchstaben, danach „haryn“ in Kleinbuchstaben.
- Text in die Mitte ziehen.

Praxis-Hinweis: Schrift ist im Komposit-Layout ein eigener „Block“. Plane genug Abstand zu floralen Elementen, damit sich Bereiche nicht optisch „zusetzen“.
Phase 7: Bordüre & der Fix für das „graue Drehen“-Problem
Für die Bordüre wählt Sharyn ein geometrisches Muster aus dem Tab Normal Sew und baut daraus eine Linie.

Dann kopiert sie die Linie für unten.

Problem: Dreh-Icon ist ausgegraut
Du willst die Bordüre seitlich platzieren, versuchst zu drehen – die Maschine lässt es nicht zu, das Icon ist grau.

Ursache: Die CM17 verhindert Rotation, wenn das Element so nah am Rand liegt, dass es beim Drehen teilweise außerhalb des stickbaren Bereichs landen könnte.
Fix (bewährter Ablauf):
- Bordürenstreifen kopieren.
- Kopie in die Mitte schieben (dort ist „Platz zum Drehen“).
- In der Mitte 90° drehen.
- Den gedrehten Streifen an die Seite zurückschieben.

Das ist besonders wichtig, wenn du mit Stickrahmen für Stickmaschine arbeitest und die Grenzen des stickbaren Feldes konsequent einhalten musst: Die Maschine „spinnt“ nicht – sie schützt dich vor einem Layout, das später außerhalb der Fläche landen würde.
Checkliste vor dem nächsten Schritt
- Randprüfung: Liegt alles sichtbar innerhalb der roten Begrenzung?
- Symmetrie-Scan: Kurz aus normalem Betrachtungsabstand prüfen: wirkt links/rechts gleichmäßig?
- Abstand im Zentrum: Text sitzt sauber im Kranz, ohne optisch zu kollidieren.
Phase 8: Produktion optimieren (Reihenfolge & Color Grouping)
Ein nicht optimiertes Komposit kostet Zeit. Sharyn geht in die Stickreihenfolge und legt die Sequenz fest: Florals $\rightarrow$ Text $\rightarrow$ Bordüren.

Dann nutzt sie Color Grouping (Spule mit Pfeil). Dadurch werden gleiche Farben zusammengefasst – die Anzeige fällt auf 13 Farben.


Praxis-Nutzen: Weniger Farbwechsel bedeutet weniger Stopps/Schneiden/Neuansetzen – und damit ein ruhigerer, planbarer Sticklauf.
Final-Check direkt vor „Ready to Sew“
- Zentrierung: Ist das finale Design korrekt zentriert?
- Farbgruppen: Hat sich die Anzahl der Farbwechsel tatsächlich reduziert (Anzeige prüfen)?
- Zeitabschätzung: Die Maschine zeigt 98 Minuten – plane zusätzliche Zeit für Stopps/Fadenmanagement ein.
Phase 9: Wenn das Layout perfekt ist – aber die Ausführung scheitert
Auch ein perfektes Bildschirm-Layout kann beim Sticken scheitern, wenn die Basis nicht stabil ist. Bei langen Läufen ist ein typischer Gegner: Stoffbewegung über die Zeit (gerade bei großen Rahmen und langen Stickzeiten).
Entscheidungslogik: Material $\rightarrow$ Stabilisierung
- Szenario A: Nicht dehnbar (z. B. Canvas, Denim, Patchwork-Baumwolle)
- Stabilisierung: Reißvlies (bei Bedarf doppelt).
- Szenario B: Dehnbar (T-Shirts, Jersey)
- Stabilisierung: Schneidvlies ist in der Praxis oft die robustere Wahl bei Schrift/kompakten Bereichen.
- Szenario C: Empfindlich/„rutschig“ (z. B. Seide, Viskose)
- Stabilisierung: Kombination aus geeignetem Vlies und ggf. wasserlöslichem Topper.
Hardware-Pfad (wenn Einspannen zum Engpass wird): Wenn du bei empfindlichen Materialien Spuren bekommst oder bei langen Läufen wiederkehrend Stabilitätsprobleme hast, werden Magnet-Stickrahmen-Lösungen oft interessant.
- Prinzip: Klemmen über Magnetkraft statt Schraubdruck.
- Praxisnutzen: Gleichmäßiger Halt ohne „Überdrehen“ der Schraube – und schnelleres Handling.
Warnhinweis: Magnet-Sicherheit
Moderne Einspannen für Stickmaschine-Magnetsysteme nutzen sehr starke Magnete.
* Quetschgefahr: Finger niemals zwischen die Rahmenteile bringen.
* Medizinisch: Abstand zu Herzschrittmachern einhalten.
Troubleshooting: Wenn die Logik hakt
Hier eine Quick-Fix-Tabelle (vom schnellsten zum aufwendigeren Fix):
| Symptom | Likely Cause | fast Fix |
|---|---|---|
| Rotate Icon Greyed Out | Objekt liegt zu nah am Rand; Rotation würde außerhalb landen. | Objekt in die Mitte $\rightarrow$ drehen $\rightarrow$ zurückschieben. |
| "Limit of Colors" Error | Zu viele unverbundene Elemente/Farbblöcke. | Erst gruppieren, dann Color Grouping/Sortierung nutzen. |
| Gaps in Border Alignment | Material hat sich während des Stickens bewegt. | a) Ein Einspannstation für Maschinenstickerei nutzen, um reproduzierbarer einzuspannen.<br>b) Auf Magnetrahmen umsteigen, wenn der Halt über lange Laufzeiten nachlässt.<br>c) Wenn verfügbar: Layout/Datei in externer Software optimieren. |
| Puckering around Text | Stabilisierung passt nicht zur Dichte/Material. | Stabilisierung anpassen (bei dehnbaren Stoffen eher Schneidvlies). |
| Thread Nest (Bird's Nest) | Oberfaden nicht sauber in der Spannung / Fadenwegproblem. | Neu einfädeln; dabei darauf achten, dass der Nähfuß beim Einfädeln oben ist. |
Upgrade-Pfad: Wenn du vom Einzelstück zur Serie gehst
Direkt am CM17-Display zu layouten ist eine echte Stärke für Individualisierung. Mit steigender Stückzahl zeigen sich aber typische Engpässe:
- Engpass: Reproduzierbares Einspannen. $\rightarrow$ Lösung: Magnetrahmen bzw. stabilere Einspannprozesse.
- Engpass: Zeit (Farbwechsel/Stopps). $\rightarrow$ Lösung: Mehrnadelstickmaschine, wenn Farbwechsel die Hauptzeit fressen.
- Engpass: Ergonomie. $\rightarrow$ Lösung: Einspannstationen für gleichmäßigeres, schnelleres Handling.
Beherrsche zuerst den Screen-Workflow: Raster, Kopieren/Spiegeln, Guide, Gruppieren, Color Grouping. Wenn das sitzt, werden Upgrades planbar – statt „Kauf aus Frust“.
FAQ
- Q: Warum landet auf dem Edit Screen der Janome Continental M17 (CM17) jedes importierte Stickmotiv exakt in der Mitte des Stickrahmens?
A: Das ist normales CM17-Verhalten – nutze die Mitte als reproduzierbaren Nullpunkt, statt dagegen anzukämpfen.- Wähle zuerst den richtigen Arbeitsbereich/Stickrahmen (für diesen Ablauf: SQ28d 11" x 11").
- Importiere ein Motiv und verschiebe es dann bewusst an eine definierte Ankerposition (oft unten mittig), bevor du weitere Elemente hinzufügst.
- Baue Symmetrie über Kopieren + Spiegeln, statt Motive mehrfach zu importieren und per Hand „hinzuschubsen“.
- Erfolgskontrolle: Das erste Motiv erscheint beim Import jedes Mal zentriert – dadurch wird Platzierung wiederholbar.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Prüfe, ob du wirklich im Edit Screen bist (Bearbeiten) und ob die Stickrahmen-Auswahl unverändert ist.
- Q: Wie behebt man bei der Janome Continental M17 (CM17) ein ausgegrautes Dreh-Icon, wenn man einen Bordürenstreifen nahe am Rand drehen möchte?
A: Verschiebe die Bordüre in die Mitte (Safe Zone), drehe sie dort und schiebe sie anschließend zurück an den Rand.- Kopiere den Bordürenstreifen, damit das Original unverändert bleibt.
- Schiebe die Kopie in die Mitte des Bildschirms.
- Drehe um 90°, solange sie mittig liegt, und schiebe sie dann in die Seitenposition.
- Erfolgskontrolle: In der Mitte ist das Dreh-Icon aktiv, und nach dem Zurückschieben liegt der Streifen vollständig innerhalb der roten Begrenzung.
- Wenn es weiterhin nicht geht: Schiebe das Element noch weiter nach innen – die CM17 sperrt Rotation, sobald beim Drehen ein Teil außerhalb des stickbaren Bereichs landen könnte.
- Q: Wie viel Sicherheitsabstand sollte man bei großen Komposit-Kranz-Layouts innerhalb der roten Begrenzung lassen, um „Hit Hoop“-Risiken zu reduzieren?
A: Halte Komposit-Elemente mindestens 5 mm innerhalb der roten Begrenzung, um das Risiko von Randkollisionen durch Materialzug/Schrumpf beim Sticken zu senken.- Positioniere Motive und Bordüren vor dem finalen Gruppieren/Zentrieren weiter nach innen.
- Prüfe die engsten Stellen (z. B. Spitzen von Blüten und Bordüren-Ecken), nicht nur den „Durchschnittsrand“.
- Mache vor dem Stickstart einen visuellen Rand-Scan: Berührt irgendwo etwas die rote Linie oder liegt extrem knapp?
- Erfolgskontrolle: Kein Bestandteil überschreitet die rote Begrenzung, rundum ist sichtbar Luft.
- Wenn es trotzdem kritisch wird: Gesamt-Layout verkleinern oder Abstände neu ausbalancieren – Randfehler lassen sich nach Beginn nicht „retten“, wenn der Stoff unter Stichlast arbeitet.
- Q: Wie nutzt man auf der Janome Continental M17 (CM17) die „Ghost Guide“-Technik, um Seitenelemente beim Kranzaufbau gleichmäßig auszurichten?
A: Importiere ein temporäres Guide-Motiv in die Mitte, richte die Elemente daran aus und lösche den Guide anschließend.- Importiere ein einfaches temporäres Motiv und platziere es mittig als Referenz.
- Schiebe linkes und rechtes Element so, dass sie optisch gleich weit vom Guide entfernt sind (Rasterlinien helfen).
- Lösche (Bin) den Guide, sobald die Platzierung stimmt.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Löschen wirkt der Negativraum links/rechts weiterhin ausgewogen – auch aus kurzem Abstand betrachtet.
- Wenn es nicht sauber wird: Kopiere und spiegele ein Seitenelement, um mathematische Symmetrie zu erzwingen statt manuell zu platzieren.
- Q: Wie verhindert man bei einem Komposit-Kranz auf T-Shirts, dass dichte Script-Schrift beim Namen puckert?
A: Nutze bei dichter Script-Schrift auf dehnbaren Stoffen Schneidvlies; Reißvlies hält der Zugbelastung oft nicht stand.- Verwende für T-Shirts/Jersey eine passende Schneidvlies-Variante (ggf. als Mesh), bevor du den Namen stickst.
- Vermeide zu kleine Script-Schrift – sehr klein bedeutet in der Praxis schnell „zu dicht“.
- Halte Abstand zwischen Schrift und Kranzstichen, um Fadenaufbau zu reduzieren.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Ausspannen bleibt der Bereich um die Schrift flach, ohne Einzug/Wellen.
- Wenn es weiterhin puckert: Zuerst Stabilisierung verstärken/anpassen, dann Schriftgröße/Platzierung neu bewerten.
- Q: Was ist der schnellste Fix bei Fadennestern („Bird’s Nest“) durch Oberfadenspannungsprobleme während eines langen Komposit-Laufs?
A: Maschine neu einfädeln – mit angehobenem Nähfuß, damit der Faden korrekt in die Spannungsscheiben rutscht.- Maschine stoppen und Fadenwirrwarr sicher entfernen.
- Nähfuß vollständig anheben und den Oberfadenweg neu einfädeln.
- Unterfadenbereich auf Fussel prüfen, bevor du neu startest.
- Erfolgskontrolle: Innerhalb der ersten Sekunden bildet sich wieder ein sauberes Stichbild ohne Schlaufen unten.
- Wenn es nicht weg ist: Fussel/Einfädelweg/Nadelzustand prüfen.
- Q: Welche zentrale Sicherheitsregel gilt beim Sticken eines 11"-breiten Komposit-Kranzes auf der Janome Continental M17 (CM17) wegen der starken Armbewegungen?
A: Hände, Haare und lose Stoffteile fernhalten – und vor dem Schneiden von Sprungstichen immer Stop drücken.- Zum Trimmen/Anpassen nur arbeiten, wenn die Maschine vollständig steht.
- Werkzeuge und Stoffreste aus dem Bewegungsbereich des Arms halten, besonders bei breiten Links-Rechts-Fahrten.
- Trimm-Momente in Stopps einplanen, nicht „im Vorbeifahren“.
- Erfolgskontrolle: Es wird nicht in den Rahmenbereich gegriffen, solange die Maschine bewegt.
- Wenn es im Ablauf trotzdem passiert: Workflow bewusst verlangsamen – breite Komposit-Designs sind „hands-off while moving“.
- Q: Wie sollte man bei langen Läufen die nächsten Schritte priorisieren – von Technik über Magnetrahmen bis hin zur Mehrnadelstickmaschine, wenn Stabilität/Produktivität zum Engpass wird?
A: Stufenweise vorgehen: erst Setup/Technik stabilisieren, dann Einspann-Stabilität verbessern, dann Kapazität erhöhen, wenn Farbwechsel/Zeit weiterhin dominieren.- Level 1 (Technik): Stabilisierung passend zum Material wählen und beim Einspannen Verzug vermeiden (dehnbare Stoffe nicht „auf Spannung“ einspannen).
- Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen wechseln, wenn wiederkehrend Einspannspuren oder Materialbewegung über lange Laufzeiten das Problem sind.
- Level 3 (Kapazität): Auf eine Mehrnadelstickmaschine umsteigen, wenn viele Farbstopps pro Teil unvertretbare Stillstandszeit erzeugen.
- Erfolgskontrolle: Bordüren bleiben bis zum Ende passgenau, und die Gesamtzeit wird inklusive Stopps planbar.
- Wenn es weiterhin scheitert: Verschieben zuerst als Fundament-Thema behandeln (Stabilisierung + Einspannmethode), denn perfekte Bildschirmplatzierung kann Stoffbewegung nicht kompensieren.
