Saubere 0,25"-Schrift in Melco DesignShop v11: Einstellungen gegen Dellen, „Hat Bubble“ und matschigen Mikrotext

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung übersetzt Scott Stengels Workflow für kleine Schrift in DesignShop v11 in eine wiederholbare Checkliste: Text richtig sequenzieren (besonders bei Kappen), Micro-Schriften nutzen ohne Strichbreite zu „zusammenschrumpfen“, Trims mit „Closest Point“ eliminieren, Dichte und Unterlage für schmale Satins manuell setzen, Pull Offset plus Lettering Compensation einsetzen und Performance-Wear mit passendem Stickvlies und Sprühkleber stabilisieren. Zusätzlich bekommst du eine Stoff-zu-Vlies-Entscheidungslogik, Troubleshooting nach Symptom sowie sinnvolle Upgrade-Pfade für weniger Einspannzeit und mehr Konstanz in der Produktion.
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Inhaltsverzeichnis

Kleine Schrift ist der Punkt, an dem Maschinenstickerei aufhört, „ziemlich verzeihend“ zu sein – und plötzlich gnadenlos ehrlich wird.

Als Ausbilder sehe ich dieses Szenario ständig: Du stickst einen 0,25"-Namen auf ein Polo. Am Bildschirm wirkt alles sauber und professionell. Vom Rahmen runter sieht’s anders aus: Das „A“ läuft zu, das „O“ ist verzogen, und irgendwo sitzen unschöne Fadenknubbel. Dieser Moment, in dem man denkt: Habe ich das Teil gerade ruiniert?

Die gute Nachricht: Kleine Schrift ist keine Glückssache, sondern eine exakte Physik-Aufgabe. Wenn du die Stellschrauben kontrollierst, bekommst du reproduzierbare Ergebnisse.

Dieser Leitfaden baut den DesignShop-v11-Ansatz (angelehnt an Scott Stengel) als werkstatt-taugliches „White Paper“ für sauberen Mikrotext auf – vom Software-Setup bis zur realen Ausführung an Kappen, Strickware und Performance-Wear.

Split screen showing host Scott Stengel and the DesignShop software interface.
Introduction

Erstmal durchatmen: Es ist ein Workflow-Thema – nicht „die Maschine ist schlecht“

Wenn Mikrotext scheitert, wird schnell an Kalibrierung oder den Digitalisierer gedacht. In der Praxis ist es meist ein Mismatch zwischen Digital (Datei/Parameter) und Physik (Material/Einspannung).

Scott benennt fünf Kontrollpunkte: Stichreihenfolge, Text-Setup, Materialwahl, Kleidungsstück-Vorbereitung und Nadel/Faden-Kombination.

Der entscheidende Perspektivwechsel: Kleine Schrift ist ein System. Wenn du die Nadel wechselst, aber die Stabilisierung ignorierst – oder die Dichte korrigierst, aber die Stichreihenfolge nicht – kippt das System. Ziel ist, jede Variable bewusst zu „verriegeln“.

Standard 'DENVER COLORADO' text block selected in the software workspace.
Setting up basic text

„Hat Bubble“ bei Kappen: Warum die Reihenfolge über Qualität entscheidet

Bei strukturierten Kappen ist die Stickreihenfolge kritisch.

Die Physik dahinter: Jede Naht erzeugt mikroskopische Materialverschiebung. Stickst du zuerst das große Frontlogo, schiebt es Material in Richtung Schirm – genau in den Bereich, in dem später die kleine Schrift sitzt. Wenn du dann erst die Schrift stickst, arbeitest du auf instabilem, bereits „verschobenem“ Untergrund.

Die Lösung:

  • Stichrichtung: Bottom Up, Center Out.
  • Sequenz: Die Schrift am Schirm zuerst sticken (auf „frischem“ Material), danach das Hauptlogo – so wandert die Verformung weg von der Schrift.

Gerade bei Arbeiten im Kappenrahmen für melco bzw. mit Kappentreibern ist das eine der günstigsten Qualitätsverbesserungen überhaupt: kostet 0 € – nur eine konsequente Gewohnheit.

Warnhinweis: Sicherheit zuerst. Hände, Haare und weite Ärmel während des Teststickens konsequent aus dem Nadelbereich halten. Bei Mikrotext lehnt man sich schnell zu nah ran – nicht machen. Prüfe mit Lupe erst nach Maschinenstopp.

Dropdown menu showing the 'Micro' alphabet category.
Selecting appropriate fonts

Micro-Schriften vs. „Shrink Ray“: Die roten Warnlampen vermeiden

Ein Fehler, der bei sehr vielen Problemdateien auftaucht: Standard-Blockschrift ist zu breit – also wird die Strich-/Buchstabenbreite auf 80% oder 70% reduziert.

Warum das scheitert: Ein Satinstich braucht reale Breite zum Zickzack. Wird eine Satinsäule schmaler als 1 mm (10 Points), trifft die Nadel praktisch immer wieder dieselbe Stelle. Das begünstigt Fadenrisse und „Vogelnester“.

Der professionelle Weg:

  • Nicht: Standardfonts „zusammendrücken“.
  • Sondern: Eine Micro-Schrift wählen, die für kleine Größen digitalisiert ist.
  • Regel: Letter Width auf 100% lassen.
  • Anpassung: Wenn es nicht passt, Kerning/Abstand reduzieren – nicht die Buchstabenform.
Design Checker window displaying a warning about column width.
Demonstrating errors when shrinking width

Die Trim-Falle: Warum „Closest Point“ Pflicht ist

Jeder Trim löst Sicherungsstiche (Tie-Off/Lock Stitch) aus. Bei großen Logos okay – bei 0,20"-Buchstaben ist dieser Knoten fast schon „Buchstabengröße“.

Wenn du hörst, wie die Maschine zwischen jedem Buchstaben ständig klack-klack-klack trimmt, zerstörst du die Oberflächenruhe.

Fix in DesignShop v11 (und sinngemäß in anderer Software):

  • Connection Type: Closest Point einstellen.

Damit „fließt“ die Maschine von Buchstabe zu Buchstabe, ohne ständig zu schneiden. Das bringt Rhythmus. Während Einspannen für Stickmaschine-Setups die physische Stabilität liefern, sorgt „Closest Point“ für Ablauf-Stabilität: weniger Stopps = weniger Knubbel = sauberere Schrift.

Object Property menu focused on 'Connection' settings.
Changing connection type

Pre-Flight-Check: Die „unsichtbare“ Vorbereitung

Bevor du an Dichtewerten drehst, mach diesen physischen und digitalen Check. Wenn du ihn überspringst, rettet dich auch perfektes Software-Tuning nicht.

Prep-Checkliste (machen – oder scheitern)

  1. Maß prüfen: Ist der Text wirklich 0,25" / 6 mm? (Messen, nicht schätzen.)
  2. Font-Integrität: Steht Letter Width auf 100%?
  3. Warnscan: Meldet der Design Checker Satinsäulen < 10 pts (1 mm)?
  4. Material-Check: Sind Sprühkleber und eine frische #65/9 oder #70/10 Nadel verfügbar? (Stumpfe Nadeln ruinieren Mikrotext.)
  5. Stabilitätsplan: Ist die Stichreihenfolge Bottom-Up (Kappen) bzw. Center-Out sinnvoll gesetzt?

Dichte & Unterlage: Den Sweet Spot bewusst „fest verdrahten“

Scott arbeitet hier absichtlich manuell. Auto-Density ist bei großen Flächen super – bei Mikrotext brauchst du Kontrolle.

1) Dichte (Stichabstand):

  • Empfehlung: 4,2 bis 4,5 Points.
Hinweis
In DesignShop bedeutet eine höhere Zahl weniger Dichte (Stiche liegen weiter auseinander). Für Mikrotext wollen wir minimal „öffnen“, damit Ecken/Miters nicht verstopfen. Zu hohe Dichte macht kleine Schrift schnell rund und zugelaufen.

2) Unterlage (Fundament):

  • Problem: Standard-Unterlagenlängen (20–22 pts) sind für schmale Satins zu lang – die Unterlage kann seitlich rausstehen („Sägezahn“-Optik).
  • Lösung: Underlay Stitch Length auf 18 points verkürzen.
  • Warum: Das Fundament bleibt sauber unter der Satinsäule.
Top Stitching tab in properties showing density setting manually set to 4.2.
Adjusting Density
Underlay tab in properties modifying stitch length to 18.
Adjusting Underlay

Pull Offset: Das Prinzip „Brückenseil“

Stell dir eine Hängebrücke vor: Unter Last zieht sich das System zusammen. Beim Sticken passiert Ähnliches – Fadenspannung und Materialwiderstand ziehen Satinsäulen optisch schmaler.

Fix: Pull Offset

  • Wert: 1,0 point.
  • Effekt: Du machst die Säule digital etwas breiter, damit sie durch den realen Zug am Ende optisch korrekt rauskommt.

Level Up: Lettering Compensation (v11) Diese Funktion „verzieht“ Buchstaben absichtlich (z. B. N/V/A), weil die Maschine solche Formen durch Push/Pull auf Stoff sonst optisch wachsen lässt. Es darf am Bildschirm kurz „komisch“ aussehen – damit es auf dem Material gleichmäßig aussieht.

Compensation tab showing Pull Offset set to 1.0 and Lettering Compensation unchecked initially.
Setting Pull Offset
Visual comparison of letters N and V shrinking vertically when Lettering Compensation is activated.
Demonstrating Lettering Compensation

„Hilfe – ich habe v10 (oder andere Software).“

Du brauchst v11 nicht, um Physik zu nutzen. Wenn dir „Lettering Compensation“ fehlt:

  1. Pull Offset manuell nutzen: Satinsäulen minimal verbreitern.
  2. Abstände prüfen: Kerning so setzen, dass Buchstaben beim realen „Aufgehen“ nicht zusammenkleben.
  3. Flow sichern: „Closest Point“ beibehalten, um Trim-Knubbel zu vermeiden.

Abstand/Kerning: Den „Luftspalt“ richtig lesen

Wenn du Trims eliminierst (Closest Point), kann ein feiner Verbindungsstich sichtbar werden. Nicht in Panik verfallen: Nicht „abschneiden“, sondern verstecken.

Auto Kern: 12% bis 15% Das zieht die Buchstaben so weit zusammen, dass der Travel-Stich verschwindet oder kaum auffällt – ohne dass die Formen kollidieren.

  • Sichttest: Der „Squint Test“: Augen leicht zusammenkneifen. Werden die Buchstaben zu einem dunklen Balken, ist es zu eng. Wirken sie wie einzelne Inseln, ist es zu weit.
Setting Auto Kern percentage to 12% in the properties dialog.
Adjusting Spacing

Setup-Checkliste (Software-Konfiguration)

  • Connection Type: Closest Point (essenziell).
  • Density: 4,2–4,5 (DesignShop Points).
  • Underlay Length: 18 points.
  • Pull Offset: 1,0 point.
  • Auto Kern: 12%–15%.

Stickvlies-Strategie: Flor, Einsinken und „verschluckte“ Buchstaben

Auf Frottee oder Fleece ist der Flor dein Gegner. Kleine Buchstaben sinken in die Schlingen und „verschwinden“.

Der „unsichtbare Plattform“-Trick:

  1. Ein Complex Fill Rectangle exakt in Größe des Textblocks anlegen.
  2. Auf Stofffarbe setzen.
  3. So digitalisieren, dass es zuerst gestickt wird.
  4. Das drückt den Flor flach und schafft eine glatte Basis, auf der die Schrift sauber obenauf liegt.
Creating a complex fill rectangle behind the text for stabilization.
Adding background fill
The finished text block with a color-matched background fill.
Reviewing background fill result

Performance-Wear: Das „Zappeln“ kontrollieren

Performance-Wear (Dri-Fit/Spandex) ist in alle Richtungen elastisch. Für Sport super – für Stickerei kritisch: Das Material kann im Rahmen kriechen, und deine Passung geht verloren.

Die Reibungs-/Verbund-Lösung:

  • Stickvlies: Cutaway bzw. No-Show Mesh / Cut Performance. Tearaway ist hier kritisch, weil es kaum strukturelle Unterstützung liefert.
  • Haftung: Sprühkleber nutzen, um Vlies und Material im Rahmen zu einem Verbund zu machen.
  • Warum: Aus zwei „rutschigen“ Lagen wird eine stabile Einheit.

Haptik-Check: Im Stickrahmen sollte sich die Fläche wie eine straffe Trommel anfühlen – aber nicht so überdehnt, dass das Gewebe sichtbar verzogen ist.

Warnhinweis: Maschinenpflege. Sprühkleber immer in einer Box und weg von der Maschine auftragen. Overspray verklebt Greiferbereich/Sensorik und kann teure Ausfälle verursachen.

Entscheidungslogik: Welches Vlies für welchen Job?

Nicht raten – logisch entscheiden.

Q1: Ist der Stoff elastisch (Performance/Strick)?

  • JA: Cutaway/Mesh + Sprühkleber.
  • NEIN: Weiter zu Q2.

Q2: Hat der Stoff hohen Flor (Fleece/Handtuch)?

  • JA: Solvy (wasserlösliches Topping) + Basis-Füllfläche.
  • NEIN: Standard-Tearaway reicht bei vielen Geweben.

Q3: Ist es eine Kappe?

  • JA: Kappen-Backing + Bottom-Up-Sequenz.

Verbrauchsmaterial-Upgrade: Nadel & Faden für Mikrotext

Manchmal lässt sich Physik nicht „wegdiskutieren“. Eine Standardnadel kann für Mikrotext schlicht zu grob sein.

Das „Level-Up“-Set:

  1. Nadel: #65 oder #70 – kleinere Einstichlöcher, weniger Materialschaden.
  2. Faden: 60 wt Polyester statt 40 wt – feiner, weniger Volumen, schärfere Kanten.
  3. Geschwindigkeit: 60 wt kann laut Workflow bis 1000 Stiche/min sauber laufen (sofern Setup und Material stabil sind).

Praxis-Tipp: Lege dir eine kleine „Mikrotext-Box“ an: 60wt (hell/dunkel) + #65/#70 Nadeln. Wenn ein Auftrag kritisch ist, wechselst du gezielt – statt endlos an Parametern zu drehen.

Scale tab properties reducing global density to 90% for expanded files.
Adjusting recycled design density
Scott speaking to camera explaining the benefits of needle/thread size changes.
Consumables advice

Produktionsrealität: Wann sich ein Tool-Upgrade wirklich lohnt

Technik ist die Basis – aber Einspannen kostet Zeit, Nerven und kann Spuren hinterlassen. Gerade bei empfindlichen Materialien entstehen schnell Rahmenabdrücke, und bei zähen Kappen/Performance-Wear leidet die Hand.

Wenn du gegen dein Equipment kämpfst, deckelst du Qualität und Durchsatz. Sinnvolle Upgrade-Schritte für wachsende Betriebe:

  1. Gegen Rahmenabdrücke & besserer Halt: Wenn Standardrahmen das Material quetschen oder das Gewebe im Rahmen kriecht, sind Magnetrahmen für Stickmaschine eine Option. Sie klemmen über Magnetkraft und können den Halt auf „rutschigen“ Materialien verbessern.
  2. Für Wiederholgenauigkeit: Wenn die Schrift sauber ist, aber die Platzierung schwankt, hilft eine Magnetische Einspannstation. Systeme wie die hoop master Einspannstation (oder vergleichbare Lösungen) unterstützen beim reproduzierbaren Ausrichten – wichtig für Serie (Shirt #1 bis #50).

Warnhinweis: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen sind starke Quetschfallen. Abstand zu Herzschrittmachern/implantierten Geräten halten und kontrolliert öffnen/schließen.

Wenn du Produktionsvolumen skalierst, kann eine Mehrnadelstickmaschine helfen, weil du Setups (z. B. 60wt + passende Nadel) länger stehen lassen kannst und weniger Umrüstzeit hast.

Finaler Operations-Check

Bevor du auf „Start“ drückst, prüfe diese drei Punkte:

  1. [ ] Einspannen: Ist das Material mit dem Vlies verbunden (keine Blasen/kein Kriechen)?
  2. [ ] Nadel: Ist eine frische #65 oder #70 eingesetzt?
  3. [ ] Physik/Sequenz: Ist die Schrift so sequenziert, dass sie nicht in die „Hat Bubble“ gerät?

Troubleshooting: Vom Symptom zur Lösung

Symptom Das „Warum“ (Physik) Quick Fix
Rahmenabdrücke Rahmen drückt Fasern/Gewebe. Dampf/Finish; ggf. Magnetrahmen testen.
Dellig/knubbelig Zu viele Trims + Sicherungsstiche. Connection auf Closest Point.
Fransige Kanten / Sägezahn Unterlage steht seitlich raus. Underlay Length auf 18 pts.
Ungleiche Höhen (N/A/V) Push/Pull verzerrt Formen. Lettering Compensation (oder Pull Offset).
Schrift sinkt ein Flor „schluckt“ Stiche. Basis-Füllfläche + Topping.
Wellen/Puckering Material kriecht im Rahmen. Sprühkleber-Verbund; ggf. Magnetrahmen für besseren Halt.

Kleine Schrift ist anspruchsvoll – aber fair. Wenn du Reibung, Stabilisierung und Dichte respektierst, belohnt dich die Maschine mit sauber lesbarem Text. System bauen, Variablen kontrollieren – und Schluss mit Raten.

FAQ

  • Q: Wie verhindere ich, dass kleine Schrift auf einer strukturierten Kappe im Kappenrahmen für melco durch den „Hat-Bubble“-Effekt verzieht?
    A: Sticke die kleine Schrift am Schirm zuerst und danach erst das Hauptlogo, damit die Verformung von der Schrift weg gedrückt wird.
    • Sequenziere die Datei so um, dass sie bottom-up und center-out arbeitet.
    • Mache einen kurzen Teststick, der nur den Schirmbereich-Text abdeckt, bevor du das komplette Logo stickst.
    • Erfolgskontrolle: Die Schrift am Schirm bleibt crisp und wirkt nach dem Hauptlogo nicht „gezogen“ oder wellig.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Prüfe, ob die Datei für Mikrotext zu dicht ist, und ob Kappen-Backing und Einspannen wirklich stabil sind.
  • Q: Welche Einstellungen in Melco DesignShop v11 verhindern Fadenknubbel und das ständige „klack-klack-klack“ (Trims) zwischen 0,20–0,25"-Buchstaben?
    A: Stelle den Connection Type der Schrift auf „Closest Point“, um Trims zu reduzieren und Sicherungsstich-Knubbel in winzigen Buchstaben zu vermeiden.
    • Connection Type auf Closest Point setzen, damit die Maschine zwischen Buchstaben „fließt“ statt jedes Mal zu schneiden.
    • Auto Kern auf ca. 12%–15% enger stellen, um den kleinen Verbindungsstich optisch zu verstecken.
    • Erfolgskontrolle: Deutlich weniger Trims, und die Textoberfläche wirkt flacher mit weniger sichtbaren Knotenerhebungen.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Prüfe, ob Satinsäulen zu schmal sind (unter 1 mm/10 points) oder ob Letter Width unter 100% skaliert wurde.
  • Q: Warum führen auf 70–80% „zusammengedrückte“ Standard-Blockschriften bei kleiner Schrift zu Vogelnestern und Fadenrissen – und was nutze ich stattdessen?
    A: Reduziere bei Standardfonts nicht die Letter Width; nutze eine Micro-Schrift, lasse Letter Width auf 100% und passe stattdessen das Kerning an.
    • Wähle eine Micro-Schrift, die für kleine Größen digitalisiert ist, statt eine normale Satin-Schrift zu komprimieren.
    • Letter Width auf 100% lassen und den Buchstabenabstand (Kerning) reduzieren, damit das Wort in die Fläche passt.
    • Erfolgskontrolle: Satinsäulen bleiben sauber, ohne wiederholte Einstiche im selben Loch und ohne plötzliche Fadenrisse.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Design Checker auf Spalten < 10 points (1 mm) prüfen und den Textstil vereinfachen.
  • Q: Was sind „sichere Startwerte“ in DesignShop v11 für Dichte, Underlay Length, Pull Offset und Auto Kern bei Mikrotext?
    A: Starte mit: Density 4,2–4,5 points, Underlay Length 18 points, Pull Offset 1,0 point, Auto Kern 12%–15% und Closest-Point-Verbindungen.
    • Density auf 4,2–4,5 points setzen, um Stiche minimal zu öffnen und Stau in Ecken zu reduzieren.
    • Underlay Stitch Length auf 18 points verkürzen, damit bei schmalen Satins kein „Sägezahn“ entsteht.
    • Pull Offset 1,0 point anwenden, um Push/Pull auszugleichen und die optische Breite zu halten.
    • Erfolgskontrolle: Kanten wirken glatt (nicht fusselig), und feine Striche bleiben lesbar statt zuzulaufen.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Nadel frisch (#65/9 oder #70/10) einsetzen und für Tests eine ruhigere Geschwindigkeit wählen.
  • Q: Welche Stickvlies- und Sprühkleber-Methode ist korrekt für kleine Schrift auf Dri-Fit/Spandex/Performance-Wear, damit der Stoff im Rahmen nicht wandert?
    A: Nutze Cutaway bzw. No-Show Mesh plus Sprühkleber, um Stoff und Vlies im Rahmen zu einem stabilen Verbund zu machen; Tearaway ist bei elastischem Performance-Wear meist ungeeignet.
    • Spanne das Vlies ein und verbinde das Kleidungsstück im Rahmen per Sprühkleber mit dem Vlies.
    • Die Einspannung soll trommelfest sein, aber den Stoff nicht so dehnen, dass das Gewebe sichtbar verzogen wird.
    • Erfolgskontrolle: Die Fläche fühlt sich stabil an und die Passung bleibt während des Stickens konstant (kein Kriechen/keine Wellen).
    • Wenn es trotzdem scheitert: Haltemethode verbessern (Magnetrahmen können Kriechen reduzieren) und Dichte prüfen, um Übersticken zu vermeiden.
  • Q: Wie verhindere ich, dass kleine Schrift in Fleece, Frottee oder anderen hochflorigen Stoffen einsinkt – z. B. mit Solvy (wasserlöslichem Topping)?
    A: Nutze wasserlösliches Topping und sticke zuerst eine Basis-Füllfläche, um den Flor zu glätten, bevor die Schrift kommt.
    • Solvy (wasserlösliches Topping) auf die Stoffoberfläche legen.
    • Ein Complex-Fill-Rechteck in Textblockgröße anlegen, auf Stofffarbe setzen und zuerst sticken, um den Flor „platt“ zu drücken.
    • Erfolgskontrolle: Die Buchstaben bleiben sichtbar obenauf, statt in den Schlingen zu verschwinden.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Stabilisierung erhöhen und prüfen, ob wirklich eine Micro-Schrift genutzt wird (nicht ein komprimierter Standardfont).
  • Q: Welche Nadel- und Fadenstärke eignet sich für Mikrotext, um „zerkautes“ Material zu vermeiden und die Lesbarkeit zu erhöhen?
    A: Nutze eine frische kleine Nadel (#65 oder #70) und wechsle auf 60 wt Polyesterfaden; damit werden Details feiner und Kanten sauberer.
    • Neue #65 oder #70 einsetzen, um Einstichlöcher klein zu halten.
    • 60 wt Polyester statt 40 wt verwenden, damit die Schrift weniger „aufträgt“ und Innenräume (z. B. in „A“/„O“) offener bleiben.
    • Erfolgskontrolle: Schärfere Buchstaben, weniger Fadenvolumen und stabilere Details.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Prüfen, ob die Datei zu schmale Satinsäulen erzwingt (unter 1 mm/10 points) und ob Trims mit Closest Point minimiert sind.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Teststicken von Mikrotext nahe am Nadelbereich und beim Umgang mit Magnetrahmen?
    A: Während des Stickens Abstand halten und erst nach Stillstand mit Lupe prüfen; Magnetrahmen als starke Quetschgefahr behandeln und von implantierten medizinischen Geräten fernhalten.
    • Beim Nähen zurücktreten; Detailkontrolle erst nach Maschinenstopp.
    • Sprühkleber grundsätzlich weg von der Maschine auftragen, um Overspray im Greiferbereich zu vermeiden.
    • Magnetrahmen kontrolliert öffnen/schließen, damit Finger nicht eingeklemmt werden und Rahmen nicht unkontrolliert zusammenschlagen.
    • Erfolgskontrolle: Niemand muss in die Bewegungszone greifen, und der Rahmen lässt sich ohne Beinahe-Unfälle bedienen.
    • Wenn es trotzdem scheitert: Produktion stoppen und die Einspann-/Test-Routine neu schulen, bevor weitere Teile laufen.