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Wenn du schon einmal einen Namen auf ein fertiges Platzset, eine Tasche oder einen Quiltblock gestickt hast – und er landet am Ende 1/4\" daneben – dann kennst du diesen ganz speziellen Stich ins Herz. Es ist nicht „nur ein kleiner Fehler“: In der Stickerei entscheidet Symmetrie oft darüber, ob es wie ein liebevolles Geschenk wirkt oder wie „zweite Wahl“.
Als Stickerei-Trainerin sehe ich, wie genau diese Angst Anfängerinnen und Anfänger blockiert: Sie starren auf den Bildschirm, zögern vor dem grünen Startknopf – weil sie ihren Händen (noch) nicht trauen. Die gute Nachricht: Präzision ist keine Magie, sondern Mechanik. Du brauchst weder teure Digitalisierungssoftware noch einen Koffer voller Laser-Hilfen, um eine professionelle Platzierung hinzubekommen.
Die Logik, die Becky im Video zeigt, ist im Kern dieselbe „Old-School“-Basis, die auch in professionellen Workflows funktioniert: Erzeuge eine verlässliche Mittel-Referenz (die Wahrheit) – und zwinge dann die Nadel mechanisch dazu, genau dort zu starten.

Nicht „schätzen“ an der Brother NQ3700D – ein echtes Zentrum mit Papier-Fadenkreuz erzwingen
Der häufigste Workflow-Fehler (gerade am Anfang) ist, Platzierung als optische Schätzung zu behandeln. Becky ersetzt „Pi mal Daumen“ durch eine physische Gewissheit: Mitte ist eine Tatsache – kein Gefühl.
Wenn du unterwegs bist, in einer engen Ecke arbeitest oder schlicht keine Einspannstation hast, brauchst du eine Methode, die auf Geometrie basiert – nicht auf perfektem Licht oder einem Raster.
Für Anwenderinnen und Anwender einer brother Stickmaschine ist diese manuelle Ausrichtungslogik eine der Fähigkeiten mit dem höchsten Praxisnutzen: Sie verhindert das typische „Driften“, das entsteht, wenn man sich ausschließlich auf Bildschirm-Verschiebungen verlässt.

Das „unsichtbare“ Setup: Stickvlies, Nadel, Unterfaden – und das eine Brother-Rahmen-Detail, das viele übersehen
Bevor du überhaupt den Bildschirm anfasst, musst du dein Setup „konstruieren“. In der Maschinenstickerei passieren gefühlt 80 % des Erfolgs, bevor die Maschine den ersten Stich setzt.
Die „unsichtbare“ Materialliste
Neben dem Offensichtlichen solltest du diese oft unterschätzten Dinge parat haben:
- Frische Nadel: Eine stumpfe Nadel drückt Material eher weg, statt sauber zu durchstechen – das kann zu minimalem Verzug und damit zu Platzierungsfehlern führen.
- Temporärer Sprühkleber (KK2000): Schlüssel für die Floating-Technik.
- Feiner Sharpie: Zum Markieren auf dem Vlies (Kugelschreiber kann das Mesh verziehen).
- Spitze Pinzette: Für Fadenenden/Startfäden beim Ansticken.
Was im Video verwendet wird (und warum es relevant ist)
- Maschine: Brother NQ3700D.
- Stickrahmen: Brother 6x10 (Standard).
- Nadel: Organ 7511 (Größe 75/11). Hinweis aus dem Video-Kontext: Für gewebte Platzsets funktioniert eine Standard-/Universalspitze sauber; Ballpoint ist eher bei Strickware sinnvoll.
- Oberfaden: Dime Exquisite Thread.
- Unterfaden: Dime vorgespulte Unterfadenspule (60 wt).
- Stickvlies: No-Show Poly Mesh (Cutaway).
- Kleber: Sulky KK2000 (temporär).
Der haptische Check: Brother-Rahmen-Ausrichtung
Becky zeigt ein mechanisches Detail, das viele ignorieren: die Kerbe (Divot) oben am Rahmen und der passende „Belly Button“/Zapfen am Innenring.
- Warum das zählt: Rahmen sind als Paar geformt. Wenn du den Innenring „verkehrt“ einsetzt, entsteht ungleichmäßige Spannung.
- Schnelltest: Sitzt der Ring korrekt, lässt er sich gleichmäßig einsetzen. Musst du eine Ecke „runterdrücken“, während die andere hochspringt, stimmt meist die Orientierung nicht.

Setup-Checkliste (kurzer „Pre-Flight“-Check)
- Hardware: Prüfe, dass du den Brother 6x10-Stickrahmen nutzt und der Rahmenarm auf der richtigen Seite sitzt (damit das Projekt nicht im Maschinenhals staut).
- Vlies-Zuschnitt: Schneide No-Show Poly Mesh so zu, dass es rundum ausreichend übersteht und mindestens über den Schraubenbereich hinausgeht (damit die Spannung gleichmäßig bleibt).
- Mechanischer Sitz: Kerbe/Zapfen ausrichten. Schraube erst handfest, dann mit Schraubendreher kurz nachziehen.
- Fadenweg: Oberfaden einfädeln. Haptik-Test: Am Faden nahe der Nadel ziehen – gleichmäßiger, leichter Widerstand ist ideal.
- Unterfaden: Spulenkapsel öffnen und Flusen unter der Spannfeder entfernen.
Warnung: Mechanische Gefahr. Finger von der Schraubmechanik fernhalten. Abrutschen mit dem Schraubendreher ist eine häufige Ursache für kleine Verletzungen und verkratzte Rahmen.
Stickvlies in den Brother-6x10-Rahmen einspannen: Rahmen straff – nicht das Platzset
Das ist der Kernschritt, der den Unterschied macht: Du spannst das Stickvlies ein – nicht das Platzset.
Diese Vorgehensweise (oft gesucht als Einspannen für Stickmaschine) ist der Schlüssel bei schwierigen, fertigen Teilen. Dickere, bereits gequiltete Platzsets, voluminöse Handtücher oder fertige Taschen lassen sich in Standard-Kunststoffrahmen oft nur schwer sauber einspannen, rutschen oder belasten die Schraube unnötig.
Der Standard: „Trommelfell“-Spannung
Wie straff ist straff genug?
- Optisch: Keine Falten im Vlies.
- Akustisch: Mit dem Fingernagel antippen – es klingt deutlich „dumpf“ wie eine Trommel.
- Haptisch: Es fühlt sich fest an, nicht schwammig.
Becky schneidet das Vlies bewusst so zu, dass es über den Schraubenbereich hinaus reicht – damit der Rahmen das Material gleichmäßig klemmt und beim Sticken nicht nachgibt.

Fadenkreuz auf das eingespannte Stickvlies zeichnen (dein „Raster“, wenn du kein Raster hast)
Sobald das Vlies straff ist, wird es zur Referenzfläche. Jetzt brauchst du ein Koordinatensystem, das du später mit der Nadel „treffen“ kannst.
Die „Wahrheitslinie“ erstellen
- Suche die geprägten Mittel-Markierungen/Notches am Innenrahmen (Nord/Süd/Ost/West).
- Lineal von Nord nach Süd anlegen und mit Sharpie eine Linie ziehen.
- Lineal von Ost nach West anlegen und die zweite Linie ziehen.
Dieses Fadenkreuz ist dein Nullpunkt. Egal, was das Projekt später macht: Diese Linien definieren, wo die Maschine (bei zentriertem Design) „Mitte“ hat.

Papier-Positionierschablone bauen: das schnellste „ohne Software“-Tool für Platzierung
Software ist super – aber eine physische Schablone ist extrem fehlertolerant. Becky nutzt einen Streifen Papier, um die Designmitte am Objekt zu bestimmen.
- Papier längs halbieren.
- Quer halbieren.
- Schnittpunkt ist die Mitte – deutlich markieren.

Die 1 1/8"-Regel (Platzierung aus Erfahrung)
Becky setzt die Designmitte 1 1/8 inches oberhalb der Bordüren-Naht.
- Warum genau so? Optische Balance: Rein mathematisch „mittig“ wirkt bei vielen Bordüren oft zu tief. Ein leicht höherer Sitz sieht harmonischer aus.
- Stecknadel-Tipp: Papier feststecken, aber die Nadel nicht auf die Faltlinie setzen – du musst gleich noch sauber falten können.
Floating-Technik am Stickrahmen: Sprühen, falten, ausrichten, glattstreichen – dann konsequent stecken
Jetzt kommt das Floating: Wir „verheiraten“ die Stoffmitte mit der Vliesmitte, ohne den Stoff einzuspannen.
- Klebefläche: Sulky KK2000 auf das Vlies sprühen (Schwerpunkt Mitte). Praxis-Hinweis aus dem Video: lieber gleichmäßig „tacky“ als nass – nicht in Pfützen sprühen.
- Registrierung: Platzset an der Papiermitte längs falten.
- Ausrichtung: Die Falzkante exakt auf die vertikale Sharpie-Linie am Vlies legen.
- Aufklappen & sichern: Aufklappen, glattstreichen – der Kleber hält es flach.
Das ist im Kern ein Floating-Stickrahmen-Workflow: Das teure/fertige Teil wird nicht durch den Rahmen mechanisch gestresst.

Die Physik der „Falzlinie“
Stoff ist „lebendig“ und verzieht sich leicht. Eine scharfe Falz erzeugt kurzzeitig eine steife Referenz. Wenn du diese steife Stofflinie auf die steife Vlieslinie legst, eliminierst du den Großteil von Schiefstand (verdrehte Schrift).
Stecken: die „Sicherheitsgurt“-Phase
Becky steckt den Randbereich sehr großzügig.
- Risiko: Floating basiert auf Klebkraft. Wenn der Kleber nachlässt oder die Nadelreibung zieht, kann sich das Teil minimal verschieben.
- Lösung: Nadeln sind mechanische Anker. Setze sie außerhalb des Stickfelds, aber innerhalb des Rahmenbereichs.

Checkliste vor dem Gang zur Maschine (kurzer „Runway“-Check)
- Rahmenspannung: Vlies ist noch trommelfest.
- Ausrichtung: Falz liegt exakt auf der Sharpie-Linie.
- Klebung: Keine Blasen beim Darüberstreichen.
- Freigang: Nadeln liegen flach und sind klar außerhalb des Stickbereichs.
- Maschinenschutz: Kleber immer weg von der Maschine sprühen. Niemals am montierten Rahmen sprühen – Klebenebel setzt sich an Sensoren/Mechanik ab.
Warnung: Lösemittel-/Rückstandsrisiko. Sprühkleber ist entflammbar und kann Rückstände am Rahmen hinterlassen. Rahmen bei Bedarf reinigen (im Video wird das Risiko angesprochen).
Kräuselbildung bei Quilt-Baumwolle vermeiden: mehr „Dichte“ unter Satinbuchstaben (auch ohne SF101)
Ein typischer Anfängerfehler ist zu wenig Stabilisierung bei Satinstichen. Satinspalten (klassische Schrift) ziehen stark am Material und können Baumwolle sichtbar zusammenziehen.
Becky sagt, dass sie idealerweise Pellon SF101 aufgebügelt hätte. Da das nicht passiert ist, nutzt sie eine pragmatische Lösung: ein zusätzliches Vliesstück unter dem Rahmenbereich „mit floaten“, um mehr Stabilität für die Satinstiche zu schaffen.

Material-Logik: das „Sandwich“
- Basis (eingespannt): Liefert die Rahmen-Spannung.
- Stoff: Sichtseite.
- Zusatzlage (untergelegt): Nimmt Einstiche auf und reduziert Kräuseln/Tunneling.
Wenn du bei dicken Teilen generell Probleme mit Rahmenabdrücken oder Verzug hast, sind Magnetrahmen für Stickmaschine oft ein echter Vorteil: Sie klemmen gleichmäßig von oben, statt über Reibung und Schraubdruck zu verziehen – und Nachjustieren geht schneller.
Brother NQ3700D: Onboard-Schrift nach Höhe wählen – nicht nach Bauchgefühl
Becky nutzt die integrierten Schriften der NQ3700D.
- Sie wählt eine einfache Schrift.
- Sie stellt Large (L) ein.
- Messwert: Am Bildschirm wird eine Höhe von 1.28 inches angezeigt.

Praxis-Tipp: Onboard-Schriften sind meist gut auf die Maschine abgestimmt (Zug, Dichte, Unterlage) und laufen oft störungsärmer als schlecht digitalisierte Fremddateien.
Die Modus-Falle: „Move“ vs. „Edit End“ (so joggst du den Rahmen richtig)
Hier passiert der Denkfehler: Brother hat zwei Bereiche, die ähnlich aussehen, aber völlig unterschiedlich wirken.
- Edit-Modus: Hier verschiebst du die Datei im digitalen Rahmen.
- Stickmodus (nach „Edit End“): Hier bewegen die Pfeile den physischen Rahmen/Schlitten.
Becky tippt Edit End, wechselt damit in den Stickmodus und joggt dann mit den Pfeiltasten so lange, bis die Nadel exakt über dem Fadenkreuz der Papier-Schablone steht.

„Needle Down“-Schreckmoment
Im Video löst Becky einen Sicherheitsstopp aus, weil sie am Handrad gedreht hat und die Nadel „unten“ ist.
- Lösung: Den Needle Up/Down-Knopf drücken, damit die Maschine die Position sauber zurücksetzt.
- Warum das passiert: Die Maschine verhindert, dass sich der Schlitten bewegt, während die Nadel im Material steckt (sonst reißt es).

Brauche ich einen Heftrahmen/Basting Box? So entscheidest du ohne Extra-Schritt
Eine häufige Praxisfrage: Soll ich erst eine Umrandung (Basting/Outline) laufen lassen?
Beckys Ansatz: Nur dann, wenn du dir bei den Grenzen unsicher bist. Sie nutzt die Bildschirm-Maße als Plausibilitätscheck. Wenn der Name unter ca. 5\" breit ist und der Rahmen 10\" hat, bleibt genug Luft.
- Faustregel aus dem Video-Kontext: Wenn dein Design nahe an die Rahmengrenze kommt (z. B. ~80 % der maximalen Rahmengröße), ist eine Umrandung sinnvoll. Wenn du deutlich Reserve hast, kannst du sie sparen.
Wenn du in Serie auf einem Stickrahmen 6x10 für Stickmaschine arbeitest, summieren sich solche Mikro-Einsparungen schnell.
Bildschirmdaten vor dem Start: Fuß, Zeit, Stichzahl, Sprungstich-Trimmer
Die NQ3700D zeigt vor dem Start wichtige Daten:
- Fuß: U-Fuß (Standard-Stickfuß).
- Stichzahl: 1879 Stiche.
- Zeit: 5 Minuten.
- Funktion: Jump Stitch Trim ON (Sprungstiche werden automatisch geschnitten).

Geschwindigkeit (Praxisbereich)
Im Video wird die Geschwindigkeit nicht explizit eingeblendet, aber als ruhiger Ansatz für Satinschrift wird genannt:
- Empfehlung für Einsteiger: Satinschrift eher moderat laufen lassen (im Draft: 600 SPM als Startpunkt).
- Warum: Weniger Reibung/Hitze und oft weniger Fadenstress bei dichten Satinsäulen.

Während des Stickens: kurzer „Live“-Check
- Die ersten 100 Stiche beobachten: Hier zeigen sich die meisten Probleme (Verrutschen, Nesting).
- Freigang prüfen: Keine Nadeln im Gefahrenbereich des Stickfußes.
- Startfaden: Wenn der Startfaden nicht sauber „mitgenommen“ wird, kurz stoppen und sauber abschneiden (wie im Video).
- Hände weg: Nicht am Rahmen/Projekt „mitführen“ – schon leichter Druck kann die Passung beeinflussen.
Finish wie im Profi-Alltag: Stickvlies nur dort schneiden, wo du die Klinge siehst (niemals blind)
Der Unterschied zwischen „selbstgemacht“ und „verkaufsfertig“ ist oft das Finish.
- Sprungfäden entfernen: Mit gebogenen Snips bündig schneiden.
- Stickvlies zurückschneiden: Projekt wenden bzw. Rückseite zugänglich machen.
Beckys goldene Regel: Schwerkraft hilft. Lass das Projekt nach unten hängen, damit du das Vlies isoliert in der Hand hast.
- Griff: Vlies straff halten.
- Schnitt: Schere so führen, dass du die untere Klinge siehst. Nicht mit der Spitze „ins Blaue“ Richtung Stoff schneiden.

Warnung: Projektschutz. Beim Zurückschneiden von Cutaway-Vlies ist ein versehentlicher Schnitt in den Stoff schnell passiert. Scherenblätter leicht vom Stoff weg anwinkeln.
Entscheidungsbaum: Stickvlies- und Support-Wahl bei fertigen Teilen (damit du nicht raten musst)
Nutze diese Logik für zukünftige Projekte:
- Ist es ein flaches Teil (Quiltblock, Zuschnitt)?
- Ja: Standard einspannen (Stoff + Vlies).
- Nein (fertig/bulky): Floating-Methode.
- Floating-Pfad:
- Strickware (dehnbar)? -> Cutaway Mesh + Sprühkleber + Nadeln.
- Webware (stabil)? -> Tearaway kann gehen, aber Poly Mesh (Cutaway) ist bei dichter Schrift oft sicherer.
- Wenn Einspannen nervt:
- Rahmen geht schwer zu / du kämpfst mit der Schraube? -> Upgrade auf Magnetrahmen.
- Für Ein-Nadel-Anwender: Ein Magnetrahmen für brother reduziert die „Schrauben-Variable“ und hilft gegen Rahmenabdrücke.
- Für Produktion: Magnetrahmen beschleunigen das Einspannen und entlasten Hände/Handgelenke.
- Rahmen geht schwer zu / du kämpfst mit der Schraube? -> Upgrade auf Magnetrahmen.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Starke Magnetrahmen können Finger einklemmen. Fernhalten von Herzschrittmachern. Keine Kreditkarten/Telefone direkt auf die Magnete legen.
Upgrade ohne Hard Sell: Wann „Old-School“ perfekt ist – und wann du aufrüsten solltest
Beckys Methode ist ein Goldstandard für Einzelstücke und kleine Serien. Ideal, wenn:
- du Geschenke/Einzelanfertigungen machst,
- du unterwegs bist oder wenig Platz hast,
- du ohne teure Software präzise platzieren willst.
Der Engpass ist aber klar: Rüstzeit. Messen, falten, stecken und joggen dauert fast so lange wie der eigentliche 5-Minuten-Name.
Praxis-Pivot: Wenn du 20 Teamshirts oder 50 Weihnachtsstrümpfe stickst, wird „Float & Pin“ schnell zum Flaschenhals (und körperlich anstrengend).
- Level 1 (Tooling): Wenn du mit Rahmen kämpfst, sind Magnetrahmen der logische Schritt.
- Level 2 (Produktivität): Wenn du ständig umfädelst und wartest, ist eine Mehrnadelstickmaschine der nächste Workflow-Schritt.
Für Produktions-Workflows lohnt es sich, Begriffe wie hoop master Einspannstation oder eine allgemeine Einspannstation für Stickmaschinen zu recherchieren. In Kombination mit Magnetrahmen wird aus „Handwerk“ ein wiederholbarer Prozess.
Quick Recap: 60-Sekunden-Checkliste, bevor du den nächsten Namen startest
- Prep: Poly-Mesh-Vlies einspannen (trommelfest). Mittellinien markieren.
- Schablone: Papiermitte markieren. Auf dem Platzset bei 1 1/8\" über der Naht fixieren.
- Float: Vlies besprühen, Platzset an der Mitte falten, Falz auf die Markierung legen.
- Sichern: Randbereich stecken (Nadeln außerhalb des Stickwegs).
- Jog: Mit „Edit End“ in den Stickmodus und Nadel exakt über das Papier-Fadenkreuz joggen.
- Sticken: Papier entfernen, starten (erste 100 Stiche beobachten).
- Finish: Fäden schneiden, Vlies sauber zurückschneiden (Klinge sichtbar).
FAQ
- Q: Wie erzwinge ich eine exakte Zentrierung auf einer Brother NQ3700D ohne Raster und ohne Digitalisierungssoftware?
A: Erstelle ein physisches Mittelfadenkreuz auf dem eingespannten Stickvlies und jogge dann im Stickmodus die Nadel der Brother NQ3700D auf diese echte Mitte.- Markieren: Poly-Mesh-Vlies straff einspannen und dann mit den geprägten Mittelmarken am Rahmen Nord–Süd- und Ost–West-Linien mit Sharpie ziehen.
- Schablone: Papier falten, um die Mitte zu finden, die Papierschablone in der gewünschten Höhe feststecken und die Falz als Referenz nutzen.
- Joggen: Edit End drücken und dann mit den Pfeiltasten den physischen Rahmen/die Nadel bewegen, bis die Nadelspitze über dem Papier-Fadenkreuz steht.
- Erfolgskontrolle: Die Nadelspitze deckt sich sichtbar mit dem Schnittpunkt der Papierlinien, während der Rahmen ruhig liegt.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Prüfe, ob du versehentlich im Edit-Modus das Design digital verschiebst, obwohl du eigentlich den Schlitten physisch bewegen willst.
- Q: Was ist die richtige Einspannmethode für einen Brother 6x10-Rahmen bei einem dicken, fertigen Platzset, damit nichts verrutscht und keine Rahmenabdrücke entstehen?
A: Spanne das Stickvlies ein (nicht das Platzset) und „floate“ das Platzset anschließend mit temporärem Sprühkleber und Nadeln auf.- Einspannen: Poly-Mesh-Vlies im Brother-6x10-Rahmen straff einspannen und über den Schraubenbereich hinaus stehen lassen.
- Sprühen: Sulky KK2000 weg von der Maschine auftragen, Schwerpunkt Mitte.
- Ausrichten: Platzset an der markierten Mitte falten und die Falz auf die Sharpie-Mittellinie legen, dann glattstreichen.
- Erfolgskontrolle: Vlies klingt beim Antippen wie eine Trommel, und das Platzset liegt ohne Blasen flach.
- Wenn es trotzdem nicht hält: Mehr Nadeln am Rand setzen (außerhalb des Stickfelds) und prüfen, ob das Vlies breit genug zugeschnitten ist, damit die Schraube gleichmäßig spannt.
- Q: Wie straff muss No-Show Poly Mesh (Cutaway) im Brother-6x10-Stickrahmen sein, damit das Design beim Sticken nicht „wandert“?
A: Das Vlies sollte „trommelfest“ sein und der Rahmen muss sich vor dem Auflegen des Projekts starr anfühlen.- Zuschnitt: Poly Mesh so zuschneiden, dass es rundum deutlich größer ist und den Schraubenbereich sicher frei/abgedeckt lässt.
- Spannen: Innenring korrekt einsetzen, erst handfest anziehen, dann mit Schraubendreher kurz nachziehen.
- Re-Check: Vor dem Platzieren des Projekts auf Faltenfreiheit und Trommelklang prüfen.
- Erfolgskontrolle: Deutliches „Thump“ beim Antippen, kein schwammiges Nachgeben beim Drücken.
- Wenn es trotzdem rutscht: Rahmen-Markierungen (Kerbe/Zapfen) prüfen – falsche Orientierung führt oft zu ungleichmäßiger Spannung und Schlupf.
- Q: Warum zeigt die Brother NQ3700D nach dem Drehen am Handrad einen Sicherheitsstopp („Needle Down“) und wie lösche ich ihn sicher?
A: Hebe die Nadel mit der Needle Up/Down-Taste (Lifter) an, bevor du den Schlitten/den Rahmen bewegen willst.- Stopp: Den Rahmen nicht bewegen, solange die Nadel unten ist (die Maschine verhindert Stoffschäden).
- Reset: Needle Up/Down (Lifter) drücken, damit die Nadel in eine sichere Position fährt.
- Bestätigen: Erst danach mit den Pfeiltasten joggen.
- Erfolgskontrolle: Der Schlitten joggt sauber, und die Nadel ist sichtbar über dem Material.
- Wenn es trotzdem nicht geht: Aus-/einschalten und normal referenzieren lassen; während der Positionierung möglichst nicht am Handrad drehen.
- Q: Wie verhindere ich Kräuselbildung unter Satinbuchstaben auf Quilt-Baumwolle, wenn ich eine Brother NQ3700D Onboard-Schrift nutze und das Projekt floaten muss?
A: Gib dem Satinbereich mehr Unterstützung, indem du (wenn kein SF101 verwendet wurde) eine zusätzliche Vlieslage unter dem Rahmenbereich mit floatest.- Ergänzen: Ein zusätzliches Vliesstück unter den Stickbereich legen, um ein „Vlies-Sandwich“ zu erzeugen.
- Sticken: Mit ruhigerer Geschwindigkeit arbeiten (im Draft als sicherer Startpunkt: 600 SPM für Satinschrift).
- Beobachten: Die ersten 100 Stiche kontrollieren und bei Tunneling/Rippeln sofort pausieren.
- Erfolgskontrolle: Satinsäulen liegen flach, der Stoff bleibt um die Schrift herum glatt.
- Wenn es trotzdem kräuselt: Auf Cutaway (Poly Mesh) setzen und prüfen, ob Stoff wirklich mit Kleber + Nadeln vollständig gesichert ist.
- Q: Wann sollte ich auf einer Brother NQ3700D mit 6x10-Rahmen eine Basting Box laufen lassen, damit die Nadel nicht an den Rahmen stößt?
A: Nutze eine Basting Box, wenn das Design nahe an die Rahmengrenzen kommt; überspringe sie, wenn du deutlich Reserve hast.- Prüfen: Bildschirm-Maße (Breite/Höhe) mit der 6x10-Rahmengröße vergleichen.
- Entscheiden: Wenn das Design etwa 80 % der maximalen Rahmenfläche nutzt, Umrandung laufen lassen.
- Zeit sparen: Bei mehreren Zentimetern/„inches“ Luft rundum kann man sie meist weglassen.
- Erfolgskontrolle: Die Umrandung bleibt klar innerhalb des Rahmens mit komfortablem Abstand.
- Wenn es trotzdem knapp wird: Erneut über Fadenkreuz + Jog zentrieren und prüfen, ob Nadeln das Projekt blockieren.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Anziehen der Brother-6x10-Rahmenschraube und beim Umgang mit starken Magnetrahmen?
A: Finger aus Quetsch-/Schraubzonen halten und Magnete als Quetsch- und Gesundheitsrisiko behandeln.- Sicher anziehen: Rahmen stabil halten, Finger weg von der Schraubmechanik, kontrollierter Druck (kein Abrutschen).
- Sicher sprühen: Temporären Kleber weg von der Maschine auftragen (Sensoren/Mechanik schützen, Brandrisiko reduzieren).
- Magnete: Starke Magnetrahmen von Herzschrittmachern fernhalten; keine Telefone/Kreditkarten direkt auf die Magnete legen.
- Erfolgskontrolle: Rahmen schließt gleichmäßig ohne „Gewalt“, Hände bleiben beim Schließen außerhalb der Quetschzone.
- Wenn es nicht sauber schließt: Orientierung (Kerbe/Zapfen) neu ausrichten – falsches Zusammensetzen erhöht Schlupf- und Verletzungsrisiko.
