DIY sublimierter Stickpatch auf einer Singer Superb: saubere Satinkanten, schnelles Ausschneiden und ein Finish ohne Reue

· EmbroideryHoop
Diese Anleitung zeigt dir, wie du auf einer Singer Superb einen sublimierten Stickpatch herstellst: Du stickst eine Satinstich-Umrandung um ein bereits sublimiertes Motiv auf Polyester, nimmst den Stoff aus dem Stickrahmen, entfernst das Abreißvlies, schneidest den Patch sicher und sauber aus und veredelst die Rückseite mit HeatnBond (optional zusätzlich mit Anti-Fray-Spray). Dazu bekommst du praxisnahe Kontrollpunkte, um Fehlzentrierung, Verzug und das versehentliche Durchtrennen der Satinkante zu vermeiden – plus sinnvolle Upgrade-Optionen für schnelleres Einspannen und mehr Output.

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Inhaltsverzeichnis

Der Hybrid-Patch: Sublimation + Maschinenstickerei sauber kombiniert

Ein Praxisleitfaden für effiziente Patch-Produktion

In der Textilveredelung ist Zeit der Engpass. Voll gestickte Patches sehen hochwertig aus, binden aber viel Maschinenzeit. Der „Hybrid-Patch“ kombiniert ein vollfarbig sublimiertes Motiv mit einer präzisen, gestickten Satinkante. So bekommst du die Optik der Sublimation (Fotodetail) und die Haltbarkeit/Anfassqualität der Stickkante – bei deutlich weniger Stichzahl.

Diese Anleitung ist bewusst workflow-orientiert: Wir zerlegen den Prozess aus dem Video (Schneemann auf Polyester) in klare Arbeitsschritte mit Kontrollpunkten. Schwerpunkt sind Ausrichtung (Passung), Stabilisierung und das Finish – denn genau dort entscheidet sich, ob ein Patch „DIY“ wirkt oder „verkaufsfertig“.

Wenn du neu bei singer Stickmaschinen (oder ähnlichen Haushalts-/Kompaktmaschinen) bist, ist dieser Ablauf ein sehr guter Einstieg: geringe Stichzahl, überschaubares Risiko – aber hohe Präzisionsanforderung, die dir für spätere Projekte (Logos, Namensschilder, Embleme) Routine gibt.

Singer Superb machine stitching a patch border
The embroidery machine begins stitching the satin border around the sublimated image.

1. Material & Vorbereitung: Die Basis für saubere Kanten

Ein Patch muss als eigenständiges Teil stabil bleiben. Anders als beim Direktstick auf ein Kleidungsstück brauchst du hier eine saubere „Sandwich“-Struktur aus Obermaterial + Vlies + Umrandungsstich.

Warum Polyester? (Sublimation funktioniert so)

Im Video wird Polyester verwendet – und das ist für Sublimation entscheidend. Sublimationstinte verbindet sich mit Polyesterfasern; auf Baumwolle/zu niedrigen Polyesteranteilen wirkt der Druck sichtbar blasser.

Praxis-Check vor dem Sticken:

  • Ist das Motiv bereits sauber sublimiert (keine Schatten/Versätze)?
  • Ist die Patchfläche glatt und ohne Falten? Jede Falte wird durch die Satinkante „fixiert“.

Verbrauchsmaterialien, die den Unterschied machen

Im Video siehst du die Basics (Polyester, Abreißvlies, Schere). In der Praxis scheitert es oft an Kleinigkeiten:

  1. Abreißvlies (Tear-Away): genau das wird im Video genutzt – schnell zu entfernen und für diesen Patch-Typ passend.
  2. Kleine Stickschere: fürs „nah dran“-Schneiden entlang der Satinkante.
  3. HeatnBond (für Bügelrückseite): wird im Video als Rückseiten-Finish genannt.
  4. Anti-Fray-Spray (optional): wird im Video als Option gegen Ausfransen erwähnt.
Close up of needle stitching satin border
A close view shows the needle forming the satin stitch border on the polyester fabric.

2. Setup: Einspannen & Passung sichern

Der häufigste Ausschussgrund bei Patches ist nicht die Maschine – es ist die Passung. Wenn die Satinkante am Druckmotiv vorbeiläuft, ist der Patch optisch „daneben“.

Einspannen: Stabil, plan, ohne Verzug

Du willst, dass sich das Material während der Umrandung nicht verschiebt.

Kontrollpunkte beim Einspannen:

  • Stoff + Vlies liegen plan (keine Wellen).
  • Das Motiv sitzt mittig zur geplanten Umrandung.
  • Wenn du nach dem Einspannen siehst, dass das Motiv „schief“ im Rahmen liegt: lieber neu einspannen als „hoffen“.

Datei/Template auf der Maschine: Das Motiv „sieht“ die Maschine nicht

Im Video wird ein gespeichertes Patch-Template auf der Singer Superb verwendet. Wichtig: Die Maschine stickt Koordinaten – nicht das gedruckte Bild.

Sicherheits-Check vor Start:

  • Stelle sicher, dass das Template zur Größe/Position deines sublimierten Motivs passt.
  • Starte erst, wenn du visuell geprüft hast, dass die Umrandung um den Schneemannkopf herum laufen wird (nicht darüber).
Singer Superb machine LCD screen showing patch design
The machine's screen displays the file selection and progress.

3. Sticken: Satinkante sauber laufen lassen

Während der Satinstich-Umrandung gilt: nicht weggehen. Eine Umrandung verzeiht kaum Fehler – besonders am Anfang/Ende der Runde.

Was du während des Stickens beobachtest:

  • Läuft die Satinkante gleichmäßig auf dem Rand des Motivs?
  • Gibt es Anzeichen von Verschieben (der Rand „wandert“)?

Step 1: Satinkante sticken Lass die Maschine die Umrandung sticken und warte, bis der Satinstich fertig ist.

Close up of LCD screen showing stitch count and steps
Details on the LCD screen confirm the current stitch step and count.

Warnung: Beim späteren Ausschneiden ist die Satinkante die „tragende Struktur“. Wenn du die Satinstich-Fäden anschneidest, kann die Kante aufgehen – das ist praktisch nicht sauber zu reparieren.

Lifting the hoop latch on the embroidery machine
The user lifts the hoop lever to remove the embroidery hoop.

4. Nacharbeit: Ausspannen, Vlies entfernen, sauber ausschneiden

Hier entscheidet sich die Qualität. Im Video wird genau dieser Ablauf gezeigt: aus dem Rahmen nehmen, Abreißvlies entfernen, erst grob, dann präzise schneiden.

Aus dem Stickrahmen nehmen

Step 2: Ausspannen Nimm den Stickrahmen von der Maschine und löse den Stoff aus dem Rahmen.

Removing inner hoop from frame
Popping the inner hoop out releases the fabric for finishing.

Abreißvlies entfernen (Tear-Away)

Step 3: Vlies abreißen Reiße das Abreißvlies auf der Rückseite vorsichtig ab.

Praxis-Tipp: Nicht ruckartig reißen. Wenn du zu aggressiv ziehst, kann sich die Umrandung minimal verziehen.

Tearing away stabilizer backing
The crafter tears away the excess stabilizer from the back of the patch.
Rough cutting patch with large scissors
Using standard scissors to remove the bulk of the excess fabric.

Zwei-Stufen-Schnitt: erst grob, dann „nah an der Kante“

Im Video wird zuerst grob ausgeschnitten und danach mit der Stickschere sehr nah an der Satinkante entlang gearbeitet. Genau so bleibt die Kontrolle hoch.

Stage 1: Grobschnitt Schneide mit einer normalen Schere rundherum grob aus – mit Abstand zur Satinkante. So entfernst du „Masse“ und kannst den Patch danach leichter drehen.

Detail trimming near satin stitch border
Using small embroidery scissors to trim the fabric precisely along the satin stitch line.

Stage 2: Präzisionsschnitt Nimm die kleine Stickschere und schneide sehr nah am schwarzen Satinstich entlang – ohne die Fäden zu treffen.

So wird’s sauberer und sicherer:

  • Patch drehen, nicht die Schere „zwingen“: Halte die Schere in einem stabilen Winkel und rotiere den Patch in die Schneide.
  • Schneide in kleinen, kontrollierten Abschnitten.
  • Ziel ist eine gleichmäßige Kante ohne ausgefranste „Zacken“.
Careful trimming to avoid cutting threads
Careful attention is paid to avoid snipping the black border thread.
Continuing to trim around the patch circle
Continuing the cut around the circular shape of the patch.
Displaying trimmed patch front
The trimming is complete, showing a neat edge around the sublimation.

Workflow-Optimierung (wenn du öfter Patches machst): Wenn dir das Einspannen zu lange dauert oder die Position nicht reproduzierbar ist, ist das ein echter Produktions-Engpass. Dann helfen standardisierte Lösungen:

  • bessere Arbeitsplatzbeleuchtung (damit du die Schnittkante wirklich siehst)
  • ein Einspannsystem für Stickmaschine (Rahmenstation/Jig), um die Position im Rahmen wiederholbar zu machen

5. Finish: Rückseite mit HeatnBond + optional Kantenversiegelung

In den Kommentaren kam die typische Praxisfrage „Was kommt hinten drauf?“ – im Video/Reply ist die Antwort klar: Heat n Bond.

Showing the back of the finished patch
The back of the patch is shown to be clean after stabilizer removal.

Step 5: HeatnBond aufbringen (Bügelrückseite)

  • HeatnBond passend zuschneiden, damit es auf der Rückseite sauber sitzt.
  • Danach gemäß Herstellerangaben aufpressen (ohne unnötig die Kanten zu „verkleben“).

Optional: Anti-Fray-Spray Im Video wird zusätzlich ein Spray erwähnt, das die Kante gegen Ausfransen absichern kann. Das ist besonders dann hilfreich, wenn nach dem Schneiden feine Fasern sichtbar sind.

Discussing final touches for the patch
Discussing the final steps of adding HeatnBond and anti-fray spray.
Final presentation of the snowman patch
The completed sublimated embroidery patch ready for application.

Entscheidungslogik: Material & Vlies (kurz und praxisnah)

Nutze diese Fragen, um Fehler früh zu vermeiden:

Q1: Ist dein Motiv sublimiert und sitzt es korrekt zur Umrandung?

  • Nein: erst neu positionieren/neu zuschneiden, sonst stickst du „am Motiv vorbei“.

Q2: Verwendest du Abreißvlies?

  • Ja: entspricht dem Video-Workflow und ist schnell zu entfernen.

Q3: Schneidest du in zwei Stufen?

  • Nein: Umstellen auf Grobschnitt + Präzisionsschnitt reduziert das Risiko, die Satinkante zu beschädigen.

Troubleshooting (aus der Praxis)

Problem Wahrscheinliche Ursache Schnelltest Lösung
Satinkante läuft nicht sauber um das Motiv Motiv/Template nicht zentriert Vor dem Start prüfen, ob die Umrandung optisch „passt“ Neu einspannen und Position korrigieren
Kante franst nach dem Schneiden zu weit weg von der Satinkante geschnitten / Faser steht Kante gegen Licht prüfen näher und gleichmäßiger schneiden; optional Anti-Fray-Spray
Satinkante beschädigt Fäden beim Schneiden erwischt kleine „Lücke“/Aufgehen sichtbar Patch meist Ausschuss: beim nächsten Patch in kleineren Schnitten arbeiten

Pre-Flight-Check (kurz)

  • Motiv ist sublimiert (Polyester) und trocken/plan
  • Abreißvlies liegt sauber unter
  • Template/Datei auf der Maschine ausgewählt
  • Stickrahmen sitzt stabil, Motiv ist zentriert
  • Stickschere liegt bereit (für den Präzisionsschnitt)
  • HeatnBond liegt bereit (wenn Bügelpatch gewünscht)

Wenn du diesen Ablauf konsequent einhältst, bekommst du reproduzierbare Patches mit sauberer Satinkante – und sparst dir die typischen „Warum ist die Kante daneben?“-/„Warum franst das aus?“-Runden.