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Du kennst dieses miese Gefühl: Das Motiv läuft sauber, die Maschine schnurrt – und dann knirscht es. Fadennest. Du räumst den Stau weg, pulst den Fadenballen aus dem Greiferbereich, und beim vorsichtigen Auftrennen bleibt plötzlich… ein Loch.
Du kannst im wahrsten Sinne des Wortes „durch den Stoff durchgucken“.
Viele Anfänger*innen geraten jetzt in Panik und nehmen das Teil sofort aus dem Stickrahmen. Damit ist die Chance auf eine passgenaue Rettung oft dahin. Erfahrene Anwender wissen: Solange der Stoff noch eingespannt ist, hast du eine realistische Chance, die Stelle präzise zu reparieren. Genau das zeigt Trish im Video an einer Baby Lock Destiny II mit IQ Designer: Sie verwandelt ein kleines, ausgefranstes Loch in eine saubere, maschinell „gestopfte“ Reparatur – indem sie den eingespannten Bereich scannt und die Stiche direkt über der Schadstelle „einmalt“.
Ziel ist hier keine Zauberei und auch nicht „unsichtbar wie neu“. Ziel ist eine strukturell stabile Reparatur mit möglichst wenig Aufbau, die optisch ausreichend gut mitläuft, damit du das Projekt sicher fertigstellen kannst.

Der „Oh nein“-Moment: Ein Fadennest-Loch erkennen, bevor du es auf Aida noch schlimmer machst
Im Video ist der Schaden ein deutlich sichtbares Loch in einer Aida-Decke (8-count) – entstanden nach einem Fadennest/Stau und dem anschließenden „chirurgischen“ Entfernen der Fäden. Trish hält den Stickrahmen gegen das Licht, damit man klar sieht: Die Fasern sind wirklich durchtrennt.
Genau jetzt sind die eigenen Reflexe oft der größte Feind. Man will drücken, ziehen, glattstreichen oder ausspannen, um besser zu sehen. Mach das nicht.
Zwei Profi-Gewohnheiten, die in dieser Phase Projekte retten:
- Behandle die Stelle nicht mehr wie „normalen Stoff“. Ein Loch heißt: Die Fasern rundherum sind bereits gestresst, die Struktur ist geschwächt. Zusätzliches Zupfen oder „mal testen“ mit dem Finger macht aus einem kleinen Riss schnell ein größeres Problem.
- Dokumentiere, was du gleich abdeckst. Trish erwähnt, dass es besser ist, vor der Reparatur ein Foto zu machen. Dieses Foto ist später deine Referenz, wenn du Struktur/Verlauf/Abdeckung beurteilen musst – besonders falls der Scan am Bildschirm etwas „weich“ wirkt.
Warnung: Wenn du mit Nahttrenner, Schere oder Pinzette am eingespannten Projekt ein Fadennest entfernst: Tempo rausnehmen. Ein Ausrutscher unter Spannung macht aus einem winzigen Loch schnell einen Lauf. Hände aus dem Nadelbereich halten – und niemals unter den Stickrahmen greifen, solange die Maschine eingeschaltet und startbereit ist.


Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis zuerst machen: Stickvlies, Fadenwahl und Einspannspannung ohne Scan-Verzug
Das Video konzentriert sich stark auf den IQ-Designer-Workflow am Bildschirm – die Qualität der Reparatur wird aber auch durch die Physik bestimmt, also durch das, was du vor dem Tippen auf dem Display richtig machst.
Warum Vorbereitung zählt (Physik, kurz und praxisnah)
Beim Einspannen steht der Stoff unter Spannung. Ideal ist eine gleichmäßige, straffe Spannung („drum-tight“ – beim Antippen überall ähnlich straff). Wenn die Spannung ungleich ist, kann das Loch im Rahmen größer aufziehen oder sich kleiner zusammenziehen. Da IQ Designer den real eingespannten Zustand scannt, gilt: Der Scan ist nur so „wahr“, wie dein Einspannen sauber ist.
- Zu straff: Fasern sind maximal gedehnt, das Loch wirkt am Bildschirm größer. Nach dem Ausspannen entspannt sich der Stoff – die Reparatur kann dann wellig wirken oder puckern.
- Zu locker: Der Stoff kann beim Reparaturstich wandern. Die Kanten „beißen“ nicht in stabile Substanz, und du stickst im schlimmsten Fall teilweise ins Leere.
Wenn Reparaturen bei dir regelmäßig „nicht zum Scan passen“, ist das oft weniger ein IQ-Designer-Problem als ein Einspann-/Workflow-Thema. In vielen Werkstätten wird deshalb auf hooping station for embroidery machine umgestellt, um die Einspannspannung reproduzierbar zu machen und den Faktor „Handkraft“ zu eliminieren.
Fadenwahl (was im Video verwendet wird)
Trish nimmt für die Reparatur weißen Polyester-Overlockfaden und nennt 50 wt Baumwolle als Alternative.
Warum Overlockfaden? Er ist feiner und weicher als klassischer 40 wt Stickfaden.
- Pro-Logik: Eine Reparatur baut immer Schichten auf. Mit dickem Faden und hoher Dichte entsteht schnell ein harter „Panzer-Fleck“. Mit feinerem Faden reduzierst du den Aufbau.
Checkliste vor dem Scan
- Rahmen-Check: Prüfen, ob das Projekt noch sauber und gerade eingespannt ist (kein Verzug) und der Stickrahmen korrekt im Wagen sitzt. Auf das „Klick“-Einrasten achten.
- Oberflächen-Check: Die Schadstelle muss flach liegen. Lange, lose Fadenenden oder hochstehende Fasern können den Kamerascan irritieren. Nur lose Enden kürzen – keine tragenden Stofffäden abschneiden.
- Faden festlegen: Reparaturfaden auswählen (im Video: weißer Polyester-Overlockfaden; 50 wt Baumwolle als Alternative, z. B. für matte Oberflächen).
- Unterfaden-Status: Sicherstellen, dass genug Unterfaden vorhanden ist – mitten in der Reparatur die Spule wechseln zu müssen, ist unnötiger Stress.
- Zusätzliche Unterlage (bei kritischen Stoffen): Wenn der Stoff leicht wandert (z. B. Strick), kann ein Stück Reißvlies oder Schneidvlies unter den Rahmen „gefloatet“ werden, um mehr Halt zu geben.

Den eingespannten Stoff in IQ Designer scannen: Der Button „zwei Blumen + blauer Pfeil“ startet die Rettung
Auf dem Hauptbildschirm der Baby Lock Destiny II (ähnlich auch bei Solaris/Brother Luminaire) geht Trish direkt in IQ Designer.
Sie tippt oben in der Leiste auf das Symbol, das sie als „zwei Blumen mit einem blauen Pfeil nach außen“ beschreibt. Das ist der Befehl für „Scan Background“ (Hintergrund scannen).
Es erscheint ein Hinweis, dass sich der Rahmen zum Scannen mit der eingebauten Kamera bewegen wird.
- Aktion: Platz hinter der Maschine freimachen.
- Kontrolle: Während der Arm fährt, darauf achten, dass nichts anstößt.
- Bestätigen: OK drücken.
Der Scan wird zur „Tapete“ am Bildschirm – damit siehst du exakt, wo das Loch im Verhältnis zur X/Y-Position liegt.


Loch am Display sichtbar machen: Erst den Hintergrund abdunkeln, dann erst den Pinsel benutzen
Nach dem Scannen wirkt das Bild oft blass oder „geisterhaft“. Trish geht direkt in die Background Properties (je nach Oberfläche oft als Papier-Symbol) und nutzt den Regler unten links.
Sie dunkelt den gescannten Hintergrund deutlich ab.
Das wirkt wie eine Kleinigkeit, verhindert aber zwei typische Anfängerfehler:
- Zu klein „gemalt“: Wenn der Scan zu hell ist, sieht man die ausgefranste Kante nicht – die Reparaturfläche wird zu klein und greift nicht in stabile Fasern.
- Viel zu groß „gemalt“: Man rät, wo der Schaden endet, und erzeugt einen unnötig großen Reparaturfleck.
Praxis-Hinweis: Stell den Regler so ein, dass die Lochkante als klarer Schatten mit definierter Kontur erkennbar ist.

Patch aufbauen mit dem IQ-Designer-Pinsel: Medium Round, „Fill with stitches“, gut sichtbares Rot
Trish wählt das Brush Tool (Pinsel-Symbol). Bevor sie zeichnet, öffnet sie die Properties Box, um festzulegen, was der Pinsel erzeugt.
Sie wählt:
- Füllart: Stipple/Struktur oder Flächenfüllung? Sie nimmt die solide Region Fill (Quadrat-Symbol) – hier geht es um tragende Abdeckung, nicht um dekoratives Stippling.
- Pinselspitze: Medium Round.
- Farbe: Ein kräftiges Rot.
Warum Rot? Obwohl später mit weißem Faden gestickt wird, ist Rot als digitale „Mal-Farbe“ ein Sichtbarkeits-Trick: Auf hellem Aida/Untergrund siehst du sofort, wo du schon Fläche angelegt hast. In Weiß würdest du dich am Bildschirm praktisch selbst „blind“ machen. Erst sichtbar konstruieren, dann farblich passend sticken.


400%-Zoom: Über die Lochkante hinaus malen, damit die Reparatur in gesundem Gewebe verankert
Trish zoomt mit dem Lupenwerkzeug auf 400%. Diese Detailansicht ist für saubere Kanten entscheidend.
Dann malt sie mit dem roten Pinsel über das Loch. Der entscheidende Punkt: Sie zieht die Fläche leicht über die Lochkante hinaus, damit die Stiche in stabilem, unbeschädigtem Stoff „greifen“.
Das ist der Unterschied zwischen:
- Schwebender Reparatur: Liegt nur auf ausgefransten Restfasern und kann sich wieder lösen.
- Mechanischer Verankerung: Die Reparatur ist in das „gesunde“ Faserumfeld eingebunden.
Trish sagt auch, dass das Prinzip auf Kleidung (Shirts, Hosen, Röcke, Blusen) genauso anwendbar ist. Gerade dort ist die Verankerung wichtig, weil der Stoff im Alltag arbeitet.

Dichte, Unterlage und die Regel „Keinen dicken Spot bauen“: Die IQ-Designer-Einstellungen, die wirklich zählen
Wenn die Form (der „rote Klecks“) steht, geht Trish in die Stitch Properties. Hier entscheidet sich, ob die Reparatur professionell wirkt oder wie ein harter Knubbel.
1. Stichdichte reduzieren (Stopfen statt „zubetonieren“)
Standardmäßig steht die Dichte auf 100% – für Reparaturen meist zu hoch.
- Aktion: Im Demo reduziert sie auf 90%.
- Praxis-Hinweis aus dem Video: Bei der ursprünglichen Decke ist sie sogar auf 80% gegangen.
Warum? Dichte ist nicht nur Optik, sondern auch Steifigkeit. Zu hohe Dichte packt zu viel Faden in zu wenig Fläche: mehr Aufbau, mehr Reibung, mehr Risiko für erneute Probleme. 80–90% ist oft der bessere Kompromiss.
2. „Under Sewing“ (Unterlage/Underlay) auf ON
Sie schaltet Under Sewing auf ON.
- Vergleich: „Wie Bewehrungsstahl im Beton.“
- Praxis: Ohne Unterlage haben die Deckstiche über einem Loch keinen tragenden Untergrund – sie sacken ein, verziehen oder brechen optisch auseinander. Die Unterlage legt zuerst eine Basis, auf der die Füllstiche stabil aufliegen.
Pull Compensation lässt sie auf Standard (0.012) und sagt sinngemäß: Für diese Reparatur kann man das so lassen.
Checkliste, bevor du auf Preview gehst
- Verankerung: Fläche überall über die Lochkante hinaus angelegt.
- Dichte: 90% im Demo; bei Bedarf (wie im Video erwähnt) bis 80% runter.
- Unterlage: Under Sewing = ON (bei Löchern Pflicht).
- Pull Comp: 0.012 (Default) belassen.
- Winkel: Füllwinkel auf Auto lassen (wie im Video).



Preview ohne Schreck: Was „IQ Designer Data Will Not Be Saved“ beim Testen wirklich bedeutet
Trish tippt auf Preview und bekommt sofort den Hinweis: „IQ Designer data will not be saved.“
Ihre Erklärung ist wichtig: Das heißt nur, dass diese Zeichnung nicht automatisch auf Maschine/USB gespeichert wird, außer du speicherst aktiv. Für eine schnelle, einmalige Reparatur ist das völlig okay.
Im Preview kontrolliert sie die Stichrichtung/Struktur und passt die Hintergrundhelligkeit nochmals an, um sicher zu sein, dass die virtuellen Stiche das reale Loch abdecken.
Dann tippt sie Set – damit wird das Design übernommen und in den Stickbildschirm übertragen.


Praxis-Check an der Maschine: So wird aus der Reparatur nicht das nächste Fadennest
Das Video endet genau an dem Punkt, an dem sie bereit ist zu sticken. In der Praxis ist das aber der kritischste Moment.
Was solltest du erwarten?
Auf dem Bildschirm steht eine geschätzte Stickzeit von ca. 1 Minute. Das geht schnell – aber du stickst über eine geschwächte Zone, also aufmerksam bleiben.
Worauf du achten solltest (Maschinen-Feedback)
Nach einem Stau „melden“ Maschinen Probleme oft über Geräusch und Stichbild.
- Geräusch: Ein gleichmäßiges, rhythmisches Laufgeräusch ist gut. Wenn es hart metallisch klickt oder schleift: sofort stoppen.
- Stichbildung: Wenn Oberfaden-Schlaufen oben liegen, stimmt etwas im Fadenweg/der Spannung nicht.
Mini-Checkliste für die ersten Sekunden
- Startkontrolle: Die ersten Stiche müssen auf stabilem Stoff landen (Verankerung der Unterlage). Wenn sie ins Loch fallen: stoppen und Fläche vergrößern.
- Fadenlauf: Oberfaden muss sauber ablaufen, ohne Ruckeln.
- Hände weg: Nicht am Stoff ziehen – der Stickrahmen und das Stickvlies halten.
Schnelle Entscheidungshilfe: Digitaler Patch vs. neu einspannen vs. neu sticken
Nutze diese Logik, um keine Zeit in eine aussichtslose Reparatur zu stecken.
A) Ist das Loch klein und rundherum stabil?
- Ja: Digitaler Patch in IQ Designer ist sinnvoll.
- Nein: Wenn der Stoff stark zerstört ist oder das Loch groß, hält eine reine Füll-Reparatur oft nicht. Dann brauchst du eher eine physische Lösung (Patch/Applikation) oder neu einspannen mit stärkerer Unterlage.
B) Liegt die Stelle in einem dichten Motivbereich?
- Ja: Die Reparatur „verschwindet“ optisch leichter.
- Nein: Auf offenen, hellen Flächen (wie Aida-Hintergrund) bleibt sie sichtbarer – dann Dichte niedrig halten (bis 80%) und feinen Faden nutzen.
C) Machst du das selten oder regelmäßig (Kunden/Produktion)?
- Selten: Standardrahmen + saubere Technik reichen.
- Regelmäßig: Prozesskonstanz wird entscheidend – sonst frisst Nacharbeit Zeit.
Troubleshooting: Die drei Fehler, die Reparaturen „gebastelt“ aussehen lassen
Hier sind die Probleme, die Trish mit ihrem Vorgehen gezielt vermeidet – als Diagnose-Tabelle.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Der Fix |
|---|---|---|
| Loch zeichnet sich nach dem Sticken wieder ab | Fläche nicht in gesundem Stoff verankert. | Fläche erweitern: Über die Lochkante hinaus malen. Einspannen prüfen: Zu locker eingespannt = Stoff zieht weg. |
| Reparatur wirkt wie ein harter Plastik-Knubbel | Dichte auf 100% gelassen und/oder Faden zu dick. | Dichte reduzieren: 80–90%. Faden feiner wählen: Overlockfaden oder 50 wt Baumwolle (wie im Video genannt). |
| Reparatur sackt in der Mitte ab | Keine tragende Unterlage. | Underlay aktivieren: „Under Sewing“ muss auf ON stehen. |
Upgrade-Pfad (wenn du soweit bist): schnelleres Einspannen, weniger Rahmenspuren, mehr Konstanz
Diese Reparatur funktioniert, weil das Projekt eingespannt bleibt und der Scan zur realen Lage im Rahmen passt. Manuelles Einspannen jedes Mal identisch hinzubekommen, ist aber anstrengend – und fehleranfällig, wenn Routine und Müdigkeit zusammenkommen.
1. Konstanz im Prozess Wenn Einspannen der Zeitfresser ist oder du regelmäßig Rahmenspuren siehst, lohnt sich ein professionelleres Einspannen für Stickmaschine-Setup. Damit wird die Spannung reproduzierbarer, und Scans werden zuverlässiger.
2. Hardware beim Rahmen Wenn du weniger Klemm-Druck (und damit weniger Rahmenspuren) und schnelleres Handling willst, sind Magnetrahmen für Stickmaschine ein gängiger Branchen-Upgrade.
- Warum das hilft: Die Spannung entsteht über Magnetkraft statt über Reibung im Innen-/Außenrahmen. Das reduziert Druckstellen und minimiert Verzug, der Scans ungenau macht.
- Kompatibilität: Auf passenden Systemen können Magnetrahmen für baby lock das Positionieren deutlich beschleunigen. Wenn du Varianten vergleichst, hilft Magnetrahmen Größen für babylock, um deine Standardgrößen für typische Reparaturzonen festzulegen. In gemischten Umgebungen kann auch ein Magnetrahmen für brother sinnvoll sein, um eine einheitliche Einspannmethode zu fahren.
Warnung: Magnetrahmen sind kraftvoll. Abstand zu Herzschrittmachern/implantierten medizinischen Geräten und zu Laptops halten. Finger nicht zwischen die Magnetflächen bringen – die „Schnapp“-Kraft kann stark einklemmen. Vor dem Sticken immer Freigängigkeit/Armbewegung und die vom Hersteller freigegebenen Rahmen prüfen.
Ein letzter Profi-Tipp aus der Praxis: Lass die Reparatur „ihre Kante verdienen“
Der wichtigste Schritt in Trishs Workflow ist nicht der Scanner – sondern die Gewohnheit, minimal über die Lochkante hinaus zu arbeiten.
Die Maschine kann teuer sein – ohne Verständnis für Verankerung bleibt die Reparatur schwach. Also: Fläche über die Kante, Dichte moderat (90% im Demo, bis 80% bei Bedarf), Unterlage an. So wird aus einem Herzstillstand-Moment eine saubere Rettung.
Wenn du Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen nutzt, gilt das gleiche Prinzip: konstante Spannung plus sauberes Digitalisieren = gerettetes Projekt.
FAQ
- Q: Was sollte man an einer Baby Lock Destiny II mit IQ Designer sofort tun, wenn nach einem Fadennest ein sichtbares Loch entsteht, während der Stoff noch eingespannt ist?
A: Das Projekt eingespannt lassen und die Schadstelle nicht weiter „bearbeiten“; Ausspannen macht Passung und Rettung meist schwieriger.- Stopp: Maschine anhalten und nicht am Loch zupfen, drücken oder „testen“.
- Dokumentieren: Vor dem Abdecken ein klares Foto vom Loch machen (hilft, wenn der Scan später unscharf wirkt).
- Kürzen: Nur lange, lose Fadenenden abschneiden, die den Kamerascan stören könnten; keine tragenden Stofffäden kappen.
- Erfolgskontrolle: Das Loch wird nicht größer und der Stoff bleibt im Stickrahmen gerade.
- Wenn es trotzdem scheitert… Bei stark zerstörtem Gewebe oder großem Loch eher auf eine physische Patch-/Applikationslösung wechseln statt nur eine Füll-Reparatur zu sticken.
- Q: Wie sollte die Einspannspannung bei einer „Scan Background“-Reparatur in IQ Designer eingestellt sein, damit der Scan zur realen Lochgröße passt?
A: Gleichmäßig straff einspannen („drum-tight“) – zu straff oder zu locker verzerrt Scan und Patch.- Antippen: So einspannen, dass der Stoff überall gleichmäßig straff wirkt.
- Prüfen: Sicherstellen, dass der Stickrahmen korrekt im Wagen sitzt und hörbar einrastet.
- Glätten: Die Schadstelle muss flach liegen, ohne hochstehende Fasern oder dicke Fadenreste.
- Erfolgskontrolle: Die Lochkante am Display entspricht der realen, ausgefransten Kante – ohne „aufgezogen“ oder „zusammengedrückt“ zu wirken.
- Wenn es trotzdem scheitert… Gleichmäßiger neu einspannen und erneut scannen; wiederkehrende Verzerrung ist oft ein Prozess-/Einspannproblem, nicht IQ Designer.
- Q: Welche Bildschirmfunktion hilft, ein kleines Loch vor dem „Malen“ der Reparaturfläche besser zu erkennen?
A: Den gescannten Hintergrund über den Sichtbarkeits-/Dunkelheitsregler in den Background Properties abdunkeln.- Öffnen: Background Properties (bei vielen Oberflächen als Papier-Symbol).
- Einstellen: Hintergrund so weit abdunkeln, bis die Lochkante kontrastreich sichtbar ist.
- Gegencheck: Ausgefranste Ränder müssen erkennbar sein, damit die Patchgröße nicht geraten wird.
- Erfolgskontrolle: Das Loch ist als klare Form/Schatten mit definierter Kante am LCD sichtbar.
- Wenn es trotzdem scheitert… Hintergrund neu scannen und sicherstellen, dass die Stelle flach ist und keine losen Enden den Kamerablick „vernebeln“.
- Q: Wie weit sollte die gemalte Reparaturfläche über die Lochkante hinausgehen, damit der Patch später nicht wieder herauszieht?
A: Über die Lochkante hinaus malen, damit die Stiche in gesundem Stoff verankern – etwa 2–4 mm über den ausgefransten Rand.- Zoom: Mit 400% Vergrößerung die echte Kante sauber erkennen.
- Malen: Loch abdecken und die Fläche rundum leicht über den Schaden hinausziehen.
- Prüfen: Die ersten Stiche müssen auf stabilem Stoff landen, nicht „in der Luft“ über dem Loch.
- Erfolgskontrolle: Die Patchgrenze überlappt überall intakten Stoff – nicht nur lose Restfasern.
- Wenn es trotzdem scheitert… Wenn das Loch nach dem Sticken wieder sichtbar wird, Fläche weiter vergrößern und Einspannspannung prüfen (zu locker = Stoff zieht weg).
- Q: Welche Stichdichte- und Underlay-Einstellungen („Under Sewing“) helfen, bei einer Lochreparatur keinen dicken, steifen „Plastik-Knubbel“ zu erzeugen?
A: Dichte reduzieren und Under Sewing auf ON stellen – so bleibt es flacher, aber stabil.- Einstellen: Dichte von 100% auf ca. 90% (Demo) reduzieren; bei Bedarf (wie im Video erwähnt) bis 80% für weichere Reparaturen.
- Aktivieren: Under Sewing (Unterlage) auf ON, damit zuerst eine tragende Basis entsteht.
- Belassen: Pull Compensation für diese kleine Reparatur auf 0.012 (Default) lassen, sofern kein konkreter Grund zur Änderung besteht.
- Erfolgskontrolle: Die Reparatur bleibt flexibel (nicht bretthart) und sackt in der Mitte nicht ab.
- Wenn es trotzdem scheitert… Wenn es noch zu dick wirkt, auf feineren Faden wechseln (Overlockfaden oder 50 wt Baumwolle sind im Video als Optionen genannt) und Dichte im Bereich 80–90% halten.
- Q: Welche Bedien-Schritte reduzieren nach einem Fadenstau die Gefahr eines erneuten Fadennests beim Sticken des IQ-Designer-Reparaturpatches?
A: Langsam starten und die ersten Sekunden konsequent überwachen (Geräusch + Stichbildung).- Reduzieren: Reparatur bewusst langsam fahren statt „durchzujagen“.
- Beobachten: Erste Stiche müssen auf stabilem Stoff landen und die Unterlage sauber verankern.
- Hinhören: Bei hartem Klicken/Schleifen sofort stoppen; normal ist ein gleichmäßiger Rhythmus.
- Erfolgskontrolle: Keine Oberfaden-Schlaufen oben, stabile Stichbildung in den ersten 20 Sekunden.
- Wenn es trotzdem scheitert… Fadenweg/Spannung prüfen und Patchgröße korrigieren, wenn Stiche ins Loch fallen.
- Q: Wenn ungleichmäßiges Einspannen häufig zu Scan-Fehlpassung, Rahmenspuren oder Nacharbeit führt – wie sieht ein sinnvoller Upgrade-Pfad aus?
A: Erst Prozess standardisieren, dann Magnetrahmen für schnelleres, schonenderes, reproduzierbares Einspannen in Betracht ziehen.- Level 1 (Technik): Einspannspannung standardisieren, Projekt für die Rettung eingespannt lassen, 2–4 mm Verankerungsrand + Under Sewing ON.
- Level 2 (Tool): Magnetrahmen nutzen, um Klemm-Druck zu reduzieren (weniger Rahmenspuren) und die Spannung wiederholbar zu machen.
- Erfolgskontrolle: Weniger Rahmenabdrücke, weniger Scan-zu-Stich-Fehlpassungen, weniger Nacharbeit.
- Wenn es trotzdem scheitert… Wenn Ergebnisse je nach Bedienperson schwanken, Einspannprozess stärker standardisieren (gleiches Vorgehen, gleiche Reihenfolge, gleiche Hilfsmittel).
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Entfernen eines Fadennests im Nadelbereich und beim Umgang mit starken Magnetrahmen?
A: Langsam arbeiten und Hände aus dem Nadelbereich halten; Magnetrahmen als starke Quetschgefahr behandeln und medizinische Einschränkungen beachten.- Langsam: Nahttrenner/Schere/Pinzette kontrolliert einsetzen – ein Ausrutscher macht aus einem kleinen Loch einen großen Schaden.
- Strom/Start: Niemals unter den Stickrahmen greifen, wenn die Maschine eingeschaltet und startbereit ist.
- Magnet-Sicherheit: Magnetrahmen fernhalten von Herzschrittmachern/Implantaten und Laptops; Finger vor der Schnappkraft schützen.
- Erfolgskontrolle: Keine zusätzlichen Stoffschäden, keine eingeklemmten Finger, freier Bewegungsraum vor Scan/Start.
