Doppelseitige ITH-Weihnachts-Lesezeichen: Mylar-Glanz + Puff-Topper + sauberer Rücken (Floating-Technik)

· EmbroideryHoop
Lerne, wie du doppelseitige In-the-Hoop-(ITH)-Weihnachts-Lesezeichen stickst: mit einer Mylar-Glitzerschicht für einen metallischen Look, optionalem 3D-Effekt bei Satinstichen durch einen wasserlöslichen Topper und einem sauber professionellen Rücken dank Floating-Technik – inklusive Vorab-Checks und Fehlersuche, damit keine Wellen, Schlaufen oder unsaubere Kanten entstehen.
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Inhaltsverzeichnis

Materialien & Zubehör für ITH-Lesezeichen

Wenn du schnelle, gut verschenkbare Projekte liebst, aber beim Maschinensticken das typische „Chaos auf der Rückseite“ fürchtest, ist diese Anleitung dein Praxis-Reset. Wir zerlegen den Workflow für doppelseitige In-The-Hoop-(ITH)-Weihnachts-Lesezeichen so, dass die Rückseite genauso „gewollt“ aussieht wie die Vorderseite – mit Glanzschicht (Mylar) für einen Metallic-Effekt und einem optionalen Topper-Trick für erhabene, sauber stehende Satinstiche.

Im Referenzvideo werden Figuren-Lesezeichen (z. B. Santa, Reindeer) auf einer Mehrnadelstickmaschine gezeigt. Die Logik dahinter gilt aber genauso für Ein-Nadel- wie Mehrnadelmaschinen. Entscheidend sind drei Stellschrauben: saubere Stabilisierung/Spannung, kontrollierter Umgang mit Speziallagen (Mylar + Topper) und die Floating-Technik für den Rückenstoff.

Five colorful Christmas character bookmarks laid out on a white surface.
Intro showcase

Was du lernst (und was in der Praxis meistens schiefgeht)

Erfolg entsteht hier durch Vorbeugung – nicht durch „nachher retten“. Du lernst:

  • Stabil einspannen: Eine Basis schaffen, die Verzug („Hour-Glassing“) verhindert.
  • Mylar kontrollieren: Magic Sparkle Sheets so einsetzen, dass du Metallic-Look ohne Metallic-Garnstress bekommst.
  • Loft erzeugen: Puff Stuff (wasserlöslicher Topper) für „pop“-Satinstiche nutzen.
  • Floating beherrschen: Rückenmaterial im Prozess „unterlegen“, damit die Rückseite sauber geschlossen wird.
  • Präzise trimmen: So schneiden, dass später keine Rohkanten aus dem Satinstichrand herausblitzen.

Typische Fehlerquellen (das „Warum“ hinter den Problemen):

  • Wellen/Verzug: Meist durch zu wenig Stabilisierung oder ungleichmäßige Spannung.
  • Zerrissenes Mylar: Wenn Füllstiche zu dicht sind und die Folie eher „perforieren“ als halten.
  • „Schlaufige“ Stiche: Wenn Topper auf der falschen Stichart liegt (z. B. Füllstich) oder Rückstände die Fadenspannung beeinflussen.
  • Unterfaden scheint durch: Häufig bei dicken Lagenpaketen oder wenn die Oberfadenspannung zu hoch ist.

Tool-Upgrade (wenn das Projekt plötzlich „langsam“ wird)

Irgendwann überholt die Routine das Werkzeug. Wenn du Rahmenspuren auf empfindlichen Materialien bekommst oder das ständige Einspannen körperlich nervt, ist das der Punkt, an dem viele in der Praxis umstellen.

Für Einzelstücke funktionieren Standardrahmen. Wenn du aber in Serien denkst (z. B. 50 Lesezeichen für einen Markt), wird ein Magnetrahmen zum echten Produktivitätshebel: schnelleres Einspannen und vor allem gleichmäßiger Druck auf dicke „Sandwiches“ (Vlies + Filz + Rückenmaterial), ohne das Material zu verziehen oder die Hände zu überlasten.


Schritt 1: Einspannen undement

Die Basis beim Sticken ist Physik. Wenn die Grundlage instabil ist, passt die Platzierung nicht zur Füllung – und bei ITH addieren sich Fehler mit jeder Lage.

Hooping the clear stabilizer into the blue magnetic hoop.
Hooping process

1) Stickvlies einspannen

Methode:

  • Lege eine Lage passendes Vlies (Prep Patch) über den unteren Rahmen. Alternativ: Wet N Gone – im Video wird empfohlen, es doppelt zu nehmen.
  • Setze den oberen Rahmen auf und schließe ihn sauber.
  • Fühl-/Hörtest: Tippe auf das Vlies. Es soll straff wie eine Trommel sein („thump-thump“), aber nicht so überzogen, dass sich das Material verzieht.

Checkpoints (Pre-Flight):

  • Spannung: glatt, keine Falten/Wellen.
  • Sitz: Rahmen wirklich vollständig geschlossen (bei Magnetrahmen: sauber „einrasten“/plan aufliegen).
  • Materiallogik: Filz ist relativ stabil – meist reicht ein mittleres Abreiß- oder Auswaschvlies, solange die Spannung stimmt.

Erwartetes Ergebnis:

  • Eine ruhige, vibrationsarme Plattform. Wenn das Vlies beim Einstich sichtbar „flattert“ (Flagging), ist es zu locker – sofort nachspannen.

Warum die Spannung so entscheidend ist (Profi-Notiz)

Bei ITH baust du ein Lagenpaket. Jede zusätzliche Lage (Filz, Mylar, Topper) erhöht Reibung und Zug. Wenn das Vlies als „Chassis“ nachgibt, wandert die Passung – und der finale Satinstichrand verfehlt später gern die Kante.

Magnetrahmen sind hier stark, weil sie gleichmäßig von oben drücken statt über Schraubrahmen „Push-Pull“-Reibung zu erzeugen. Wenn du oft Filz oder dickere Materialien stickst und mit Ausrichtung kämpfst, kann Magnetrahmen für Stickmaschine das Problem „Rahmenwandern“ deutlich reduzieren.

2) Platzierungsstich sticken, dann Filz fixieren

Methode:

  • Sticke den Platzierungsstich direkt auf das Vlies.
  • Sprühe eine leichte Schicht temporären Sprühkleber auf die Rückseite deines vorgeschnittenen Filz-Rechtecks.
  • Praxis-Tipp: Sprühe den Filz, nicht den Rahmen. Du willst „klebrig“, nicht „nass“.
Placing the white felt rectangle onto the sprayed stabilizer inside the hoop.
Placement

Checkpoints:

  • Überstand: Deckt der Filz die Platzierungslinie rundum ab (mindestens ca. 5 mm)?
  • Haftung: Fest andrücken. Wenn es sich unter der Hand verschiebt, verschiebt es sich auch unter der Nadel.

Erwartetes Ergebnis:

  • Filz und Vlies verhalten sich wie eine Einheit.

Profi-Tipp aus dem Video (und warum das in Serie zählt)

Vorschneiden ist im Produktionsdenken klar überlegen: gleiche Rohteilgröße vor dem ersten Stich, weniger Verschnitt, weniger „Nachtrimmen“ und weniger Streuung zwischen einzelnen Lesezeichen.


Schritt 2: Glanz & Struktur aufbauen

Jetzt wird aus „selbstgemacht“ schnell „boutique“. Du arbeitest mit zwei Speziallagen: Mylar-Folie (Magic Sparkle Sheets) und Puff Stuff als wasserlöslicher Topper.

3) Glanzfolie (Mylar) auflegen und sichern

Methode:

  • Lege die Magic Sparkle Sheet (Mylar) über den Zielbereich.
  • Fixiere die Ecken mit Malerkrepp/Stickband. Wichtig: Kein Paketband/„Tesafilm“, das Rückstände hinterlässt.
Taping down the iridescent Magic Sparkle Sheet over the fabric.
Layering materials

Checkpoints:

  • Freigang: Liegt das Tape komplett außerhalb der Stichbahn? Trifft die Nadel Tape, gibt es sofort Kleber am Nadelöhr → Fadenstress.
  • Planlage: Mylar ist rutschig – flach auflegen, keine „Wellen“.

Erwartetes Ergebnis:

  • Die Folie wird durch den ersten Laufstich eingefangen und kann beim Füllen nicht hochziehen.

4) Niedrig dichte Füllstiche über Mylar sticken

Methode:

  • Die Maschine stickt eine „leichte“ Füllung mit größeren Abständen (low density), damit die Folie durchscheint.
Embroidery machine needle stitching the red fill pattern over the sparkle sheet.
Stitching fill

Checkpoints:

  • Maschinengeräusch: Auf Mylar klingt es oft etwas „knackiger“. Wenn es eher stumpf wirkt, kann die Nadel stumpf sein.
  • Folie: Sie soll perforiert, aber nicht „zerschnitten“ sein. Fällt Mylar später großflächig heraus, ist die Dichte zu hoch.

Erwartetes Ergebnis:

  • Metallic-Optik ohne Metallic-Garn – und mit niedrigem Stichcount.

Expertenhinweis: Warum „low density“ bei Mylar funktioniert

Im Kern geht es darum, die Folie nicht wie eine Briefmarken-Perforation zu schwächen. Größere Stichabstände lassen Licht durch und halten die Folie stabiler im Verbund.

5) Puff Stuff Topper (optional) für erhabene Satinstiche

Methode:

  • Lege Puff Stuff als wasserlöslichen Topper über die Bereiche, die später Satinstiche bekommen.
  • Fixiere ihn wie zuvor mit Tape.
Placing the white Puff Stuff sheet over the embroidered area.
Adding 3D topper

Warnung: Topper nicht über Füllstiche legen. Im Video wird ausdrücklich erwähnt: Auf Füllstichen wirkt es schnell „schlaufing/loopy“. Nutze Puff Stuff nur dort, wo du Loft willst (Satinkolonnen, Konturen, kleine Details).

Checkpoints:

  • Abdeckung: Topper deckt die Detailzonen ab, ohne unnötig große Flächen zu überdecken.

Erwartetes Ergebnis:

  • Satinstiche liegen sichtbar „obenauf“ und versinken nicht im Filz.

6) Details sticken (Satinstiche)

Methode:

  • Sticke die dichten Satin-Details (Konturen, Gesicht, kleine Elemente) über Puff Stuff.
black satin stitching forming the character outlines over the puff stuff.
Detail stitching

Checkpoints:

  • Kantenbild: saubere, geschlossene Satinkolonnen.
  • Optik: Der Effekt soll erhaben wirken – wie „3D“, ohne dass du echte Schaumfolie einlegen musst.

Erwartetes Ergebnis:

  • Deutlich plastischere Details.

Achtung (typischer Werkstattfehler)

Wenn hier Fadenprobleme auftreten, liegt es in der Praxis oft an der Materialkombination (Filz + Mylar + Topper) und der dadurch höheren Reibung. Im Video ist der klare Hinweis: Bei Problemen Nadelzustand prüfen und Topper nur für Satinstiche verwenden.


Schritt 3: Der Schlüssel zur sauberen Rückseite (Floating-Technik)

„Floating“ bedeutet: Du legst eine Lage unter den Rahmen, ohne sie einzuspannen. Genau das sorgt bei ITH für eine saubere Rückseite.

7) Rückenmaterial floaten (schöne Seite nach unten)

Methode:

  • Maschine stoppen.
  • Schiebe den Rückenfilz unter den Rahmen (zwischen Stichplatte/Arbeitsfläche und Rahmenbereich).
  • Ausrichtung: Die „schöne“ Seite muss nach unten zeigen, damit sie später außen sichtbar ist.
Sliding the backing fabric underneath the hoop while attached to the machine.
Floating backing

Checkpoints:

  • Abdeckung: Rückenmaterial großzügig überstehen lassen, damit der Tack-down sicher greift.
  • Glattlage: Mit der Hand prüfen, dass nichts umklappt oder Falten wirft.

Erwartetes Ergebnis:

  • Die Maschine stickt eine Tack-down-Naht, die den Rücken fixiert.
Machine stitching the tack-down line to secure the floating backing.
Tacking down

Expertennotiz: Warum Floating funktioniert (und wann es scheitert)

Floating lebt davon, dass sich das Material beim Ansticken nicht wegzieht. Je besser der Zugang unter den Rahmen, desto kontrollierter geht das Unterlegen. Eine Floating-Stickrahmen-Arbeitsweise (häufig in Kombination mit Magnetrahmen) kann das Handling erleichtern, weil du weniger „Kanten“ hast, an denen der Rücken hängen bleibt.

Fragen zur Magnetrahmen-Größe (aus den Kommentaren)

In den Kommentaren kam die typische Frage: „Wo bekomme ich so einen Magnetrahmen her – und welche Größen gibt es? Ich brauche mindestens 5x7 und 4x4.“ Im Thread wird als Name Mighty Hoops genannt.

Wichtig zur Einordnung: „Passt ein 5x7-Design in einen 5x7-Rahmen?“ Nicht automatisch – du brauchst Sicherheitsabstand für Nähfuß/Bewegung.

  • Faustregel: Designgröße + 1 Inch = Mindest-Rahmengröße.

Wenn du nach Größen suchst, sind Begriffe wie Magnetrahmen 5x7 für brother oder Brother Magnetrahmen 4x4 typische Suchmuster – entscheidend ist aber immer, dass der Rahmen mechanisch zur Maschine passt und nichts am Freiarm/Arm anschlägt.


Schritt 4: Trimmen & Finish

Jetzt entscheidet sich die „Verkaufsqualität“. Sauberes Trimmen ist hier keine Kosmetik, sondern Funktion.

8) Rahmen abnehmen und Rückenmaterial knapp an der Tack-down-Naht trimmen

Methode:

  • Nimm den Rahmen von der Maschine (Stoff bleibt eingespannt!).
  • Drehe ihn um.
  • Nutze gebogene Applikationsscheren – im Video werden 6-inch double edge curved scissors verwendet.
Using curved scissors to trim the excess backing fabric close to the stitch line on the back of the hoop.
Trimming applique

Warnung: Schneide parallel zur Stofffläche. Wenn du die Spitze nach unten kippst, triffst du schnell die Tack-down-Naht – dann hält der Rücken nicht mehr.

Checkpoints:

  • Abstand: So knapp wie möglich an der Naht, ohne Stiche zu verletzen.
  • Sauberkeit: Fussel jetzt entfernen – was jetzt stehen bleibt, drückt später aus dem Satinstichrand.

Erwartetes Ergebnis:

  • Eine Kante, die der spätere Satinstichrand vollständig „einkapselt“.

9) Finalen Satinstichrand (inkl. Lasche) sticken

Methode:

  • Rahmen wieder an die Maschine.
  • Letzten Schritt sticken: dichter Satinstichrand, der Vorderseite und Rückseite sauber verschließt; die Lasche/Öse wird dabei mitgestickt.
Final heavy satin stitch border being completed.
Final Stitching

Checkpoints:

  • Passung: Beobachte, ob der Rand sauber die Kante trifft.
  • Unterseite: Wenn heller Unterfaden sichtbar wird, ist das ein Hinweis auf Spannungs-/Lagen-Thema.

Erwartetes Ergebnis:

  • Stabiler, geschlossener Rand – Vorder- und Rückseite wirken „aus einem Guss“.

10) Sichtbaren weißen Unterfaden am Tab kaschieren (Sharpie-Hack)

Methode:

  • Im Video wird gezeigt: Wenn am Tab/der Lasche weißer Unterfaden sichtbar ist, kann man ihn im eingespannten Zustand mit einem schwarzen Sharpie einfärben.
  • Alternative im Video: gleich schwarzen Unterfaden verwenden.
Coloring the white bobbin thread on the tab loop with a black Sharpie.
Finishing hack

Checkpoints:

  • Dosierung: Filz saugt stark – nur leicht über den Faden gehen.

Erwartetes Ergebnis:

  • Optisch durchgehende Farbe ohne „weiße Blitzer“.

Praxis-Hinweis (aus dem Video-Kontext)

Der Sharpie-Trick ist eine schnelle Lösung – im Video wird er explizit als passend eingeordnet, weil es sich nicht um ein waschbares/tragbares Teil handelt.


Troubleshooting für Satinstiche & Speziallagen

Hier ist eine kompakte Diagnose-Logik für die Probleme, die in diesem Workflow typischerweise auftreten.

  • Symptom 1: Füllstiche wirken schlaufing/„loopy“.
    • Wahrscheinliche Ursache: Puff Stuff/Topper lag auf Füllstichen.
    • Schnellcheck: Ist Topper-Restmaterial noch in/unter der Füllung?
    • Lösung: Topper künftig nur für Satinstiche nutzen; im aktuellen Stück Topper wie im Video unter lauwarmem Wasser auswaschen.
  • Symptom 2: Weißer Unterfaden ist am dunklen Rand sichtbar.
    • Wahrscheinliche Ursache: Weißer Unterfaden in Kombination mit schmalen, dichten Satinkolonnen (besonders am Tab).
    • Schnellcheck: Betrifft es vor allem die Lasche/Öse?
    • Lösung: Wie im Video: Unterfaden im Rahmen mit schwarzem Sharpie einfärben – oder beim nächsten Mal farblich passenden Unterfaden nutzen.
  • Symptom 3: Mylar reißt/zieht sich großflächig heraus.
    • Wahrscheinliche Ursache: Füllstich zu dicht für Folie.
    • Schnellcheck: Siehst du „Sollbruchlinien“ wie bei einer Perforation?
    • Lösung: Designseitig eine luftigere Füllung verwenden (low density), damit die Folie nicht „ausgestanzt“ wird.
  • Symptom 4: Wellen im Rand / Rand trifft die Kante nicht sauber.
    • Wahrscheinliche Ursache: Vlies war beim Einspannen nicht straff genug.
    • Schnellcheck: Hat das Vlies beim Sticken sichtbar „geflaggt“?
    • Lösung: Beim nächsten Stück Vlies straffer einspannen (Trommeltest) und die Lagen sauber fixieren.

Entscheidungslogik: Vlieswahl für dieses Lesezeichen

  1. Soll das Vlies komplett verschwinden?
    • JA: Wash-Away (Wet N Gone). Im Video: für Stabilität doppelt legen.
    • NEIN: Abreißvlies (Tear-Away). Schnell, kann aber „Papiergefühl“ im Inneren lassen.
  2. Wie verhält sich dein Filz?
    • Weich/„floppy“: Mehr Stabilität einplanen.
    • Stabil/steif: Abreiß- oder Auswaschvlies reicht oft.
  3. Arbeitest du mit Magnetrahmen?
    • JA: Gleichmäßiger Druck kann das Handling dicker Lagenpakete erleichtern.

Checklisten: Material, Setup, Ablauf

Prep-Checkliste (inkl. „versteckter“ Verbrauchsmaterialien)

  • Stickvlies: Prep Patch oder Wet N Gone.
  • Material: Vorgeschnittener Filz (Vorderseite & Rückseite).
  • Speziallagen: Magic Sparkle Sheets (Mylar) & Puff Stuff.
  • Fixierung: Temporärer Sprühkleber & Malerkrepp.
  • Werkzeug: Gebogene Applikationsschere (im Video 6 inch).
  • Zusatz: Schwarzer Sharpie oder schwarzer Unterfaden.

Setup-Checkliste (an der Maschine)

  • Rahmencheck: Vlies straff (Trommeltest).
  • Unterfaden: Spule ausreichend gefüllt (Rand läuft sonst mitten drin leer).
  • Stichbahn: Tape liegt garantiert außerhalb der Stickfläche.
  • Ausrichtung: Design korrekt gedreht/positioniert.

Ablauf-Checkliste (Workflow)

  • Schritt 1: Platzierungsstich → Filz mit Sprühkleber fixieren.
  • Schritt 2: Mylar auflegen & tapen → Füllstiche sticken.
  • Schritt 3: Puff Stuff (optional) auflegen & tapen → Satin-Details sticken.
  • Schritt 4: RÜCKSEITE FLOATEN (schöne Seite nach unten) → Tack-down sticken.
  • Schritt 5: Rahmen abnehmen → Rücken knapp trimmen → Rahmen wieder ansetzen.
  • Schritt 6: Finalen Rand/Tab sticken → Mylar abziehen → Vlies entfernen → bei Puff Stuff unter lauwarmem Wasser auswaschen.

Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen haben hohe Klemmkraft – Finger nicht zwischen die Teile bringen. Abstand zu empfindlicher Elektronik und medizinischen Implantaten einhalten.


Ergebnis

Wenn du die Materialphysik respektierst – stabile Basis, Mylar mit luftiger Füllung, Rücken per Floating sauber schließen – wirkt das Ergebnis wie „produziert“ statt „gebastelt“.

Peeling away the excess Magic Sparkle Sheet from the front design.
Material removal
Pulling the stitched design out of the stabilizer prep patch.
Unhooping/Removal
Rinsing the final bookmark under running water to dissolve the topper.
Washing

Qualitätsstandard (woran du „fertig“ erkennst)

  • Vorderseite: Mylar schimmert durch die offenen Füllstiche.
  • Struktur: Satinstiche stehen sichtbar höher und versinken nicht im Filz.
  • Rückseite: Rückenfilz ist vollständig vom Satinstichrand eingefasst – keine Rohkanten, keine weißen Unterfadenblitzer.

Abschließender Gedanke zur Serie: Wenn du 20, 50 oder 100 Stück machst, merkst du schnell, wo Zeit und Handgelenke draufgehen. In der Praxis suchen viele für Batch-Arbeiten nach Größen wie mighty hoop 5.5 Magnetrahmen als „Sweet Spot“, während ein mighty hoop Magnetrahmen 8x9 eher interessant wird, wenn du mehrere Motive zusammenfassen willst. Entscheidend bleibt: saubere Passung, kontrollierte Lagen und ein Rand, der alles sicher einschließt.