Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Stichdatei im Vergleich zu einer Arbeitsdatei?
Wenn du schon einmal ein Stickdesign in deiner Software geöffnet, es „nur ein bisschen“ skaliert oder die Unterlage anpassen wolltest – und dann mit ansehen musstest, wie Dichten entgleisen und Stichwinkel zusammenbrechen – dann: einmal tief durchatmen. Das ist ein typischer Fall, und es liegt nicht automatisch an dir. Und auch nicht an deiner Maschine.
Du bist sehr wahrscheinlich in die häufigste Falle in der digitalen Maschinenstickerei getappt: die Dateityp-Falle.
Damit du das künftig ohne Bauchschmerzen einschätzen kannst, hilft ein klares Bild. Stell dir Stickdateien wie Backen vor:
- Native Arbeitsdatei (EMB in Hatch): Das ist das Rezept. Es enthält „Zutaten“ (Objekte), „Backanleitung“ (Einstellungen) und Logik. Du kannst z. B. „Zucker“ durch „Honig“ ersetzen (Dichte/Parameter) oder die „Kuchenform“ ändern (Skalieren), weil die Konstruktionslogik vorhanden ist.
- Stich-/Maschinendatei (PES, DST, JEF usw.): Das ist der fertig gebackene Kuchen. Du kannst ihn schneiden (Teile entfernen) oder Glasur draufsetzen (Stiche hinzufügen), aber du kannst ihn nicht „entbacken“, um die Eier zu entfernen. Die Logik ist weg; übrig ist nur das Ergebnis – also Stichpunkte/Koordinaten.
In Hatch Embroidery Software entscheidet dieses Verständnis darüber, ob du flüssig und kontrolliert arbeitest – oder stundenlang gegen „dumme“ Datenblöcke kämpfst.
Die goldene Regel, die dir massiv Zeit spart: Wenn du bearbeiten willst, starte immer mit der nativen Arbeitsdatei (Rezept). Öffnest du stattdessen eine Maschinendatei (Kuchen), muss die Software „raten“, wie das Design ursprünglich aufgebaut war. Manchmal klappt das halbwegs – oft werden aber saubere Kurven zu gezackter, schwer kontrollierbarer Geometrie.

Was du in diesem Walkthrough lernst
Wir bleiben nicht bei Theorie, sondern gehen in einen klickbaren, überprüfbaren Workflow. Am Ende beherrschst du drei schnelle „Diagnosen“, mit denen du sofort erkennst, welchen Dateityp du vor dir hast:
- Filter-Check: Den Open Design-Dialog als „Türsteher“ nutzen.
- Struktur-Scan: Den Resequence-Docker lesen (Objekte vs. generische Blöcke).
- „Zeugnis“: Über Design Information die Editierbarkeit objektiv prüfen (Grade A vs. C).
Außerdem entlarven wir die „Konvertierungsfalle“: Warum ein PES per „Save As“ als EMB nicht plötzlich wieder voll editierbar wird – und wie du dir ein sicheres Datei-Management aufbaust.
So identifizierst du eine EMB-Datei in Hatch
Im Video wird zuerst eine native EMB-Datei geöffnet. Das ist sinnvoll: Um zu verstehen, was bei konvertierten Dateien „kaputt“ ist, musst du zuerst sehen, wie sich eine echte Arbeitsdatei „richtig“ anfühlt. Kontrolle beginnt mit einer sauberen Referenz.

Schritt für Schritt: Eine native EMB (Arbeitsdatei) öffnen
- Hatch starten und den Button Open Design wählen.
- Filter visuell prüfen: Bevor du eine Datei anklickst, unten im Dialog das Dropdown für den Dateityp ansehen.
- EMB auswählen: Wenn du im „Arbeitsdatei-Modus“ bist, steht der Filter typischerweise auf
Wilcom All-in-One Designs (*.EMB). Wähle deine Datei (z. B. Who_s_Hatching.EMB) und öffne sie.
Checkpoint: Sind PES/DST-Dateien im Dialog „verschwunden“? Das ist ein gutes Zeichen – der Filter blendet den „Lärm“ aus, damit du nur die editierbaren Master-Dateien siehst.
Erwartetes Ergebnis: Das Design lädt sauber. Noch wichtiger: Wenn du ein Segment anklickst, wird eine erkennbare Form als Ganzes selektiert (z. B. „Flügel“), nicht nur ein zufälliger Stich-Fleck.

Schnellster Sichttest: Im Resequence-Docker siehst du echte Objekttypen
Das ist dein wichtigstes Diagnosewerkzeug. Öffne den Resequence-Docker (rechts). Diese Liste ist sozusagen die DNA deines Designs.
In einer nativen EMB-Datei ist diese Liste „sprechend“: Du siehst konkrete Icons/Bezeichnungen wie:
- Branched: Komplexe Formen mit intelligenter Laufweg-Logik.
- Open / Closed Shape: Vektorbasierte Geometrie.
- Applique: „Smart Object“ mit Platzierung, Heftstich (Tack-Down) und Deckstich als zusammengehörige Einheit.
- Lettering: Text bleibt Text (editierbar), nicht nur „Stiche, die wie Buchstaben aussehen“.


Checkpoint: Scrolle durch die Liste. Sieht es aus wie eine Zutatenliste (Arm, Bein, Text) – oder wie ein roher Daten-Dump?
Erwartetes Ergebnis: Du siehst eine überschaubare Liste sinnvoller Objekte. Beim Doppelklick lässt dich Object Properties die Logik ändern (z. B. Tatami-Füllung zu Satin wechseln), statt nur „Stiche zu verschieben“.
Bestätigen über Design Information: Suche nach Grade A
Wenn du lieber „hart“ prüfst statt zu raten: Hatch bewertet die Dateiquelle über einen Grade.
- Oben Customize Design öffnen.
- Design Information wählen.
- Tab Summary öffnen.
- Unten nach dem Feld „Grade“ suchen.
Bei einer echten EMB-Datei willst du Grade A sehen. Die Beschreibung lautet: Pure EMB Outlines / Pure EMB Stitches.

Checkpoint: Grade ist A.
Erwartetes Ergebnis: Das bedeutet maximale Kontrolle: Objekte, Konturen und Parameter sind „echt“ vorhanden. (Hinweis aus der Praxis: Auch mit Grade A sind große Skalierungen und starke Parameteränderungen immer testpflichtig – aber du hast zumindest die richtigen Werkzeuge.)
Warnung: Auch bei Grade A gilt: Änderungen an komplexen, mehrlagigen Designs können die Passung (Ausrichtung/Passgenauigkeit) beeinflussen. Wenn du Stichwinkel oder Dichten stark veränderst, teste kritische Änderungen immer zuerst auf vergleichbarem Probestoff, bevor du ein Kleidungsstück riskierst.
Warum das direkte Bearbeiten von PES-Dateien problematisch ist
Jetzt kommt der „fertig gebackene Kuchen“. Im Video wird eine PES-Datei geöffnet, um zu zeigen, wie viel „Intelligenz“ dabei verloren geht. Genau hier beginnt die Frustration vieler Einsteiger.
Schritt für Schritt: Eine PES (Stichdatei) öffnen
- Zurück zu Open Design.
- Filter umstellen: Im Dropdown explizit Brother/Babylock/Bernina (*.PES) wählen (oder dein Maschinenformat).
- Visuelle Änderung: EMB-Dateien werden ausgeblendet, PES-Dateien erscheinen.
- Datei öffnen (z. B. EGGBERT.PES).


Checkpoint: Auf der Arbeitsfläche sieht es (fast) identisch zur EMB-Version aus. Die Vorschau täuscht – optisch wirkt es wie „das gleiche Design“.
Erwartetes Ergebnis: Die Interaktion ist aber grundlegend anders: Die Software liest nicht mehr „Formen/Objekte“, sondern im Kern Nadelpenetrationspunkte bzw. Stichsegmente.

Was im Resequence „schief“ läuft: Alles wird zu Blöcken
Schau jetzt wieder in den Resequence-Docker. Die verständlichen Objektnamen sind weg. Stattdessen siehst du eine lange, generische Liste aus „Block“-Einträgen.
Oft wird ein früheres Objekt (z. B. ein Satin-Rand um einen Kreis) in mehrere kleine „Blöcke“ zerlegt – z. B. dort, wo die Maschine trimmt oder wo Laufwege getrennt wurden.

Checkpoint: Rechtsklick auf einen „Block“ und versuche, Underlay-Einstellungen zu finden.
Erwartetes Ergebnis: Du findest sie gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Für Hatch ist das ein Roh-Stichblock: Es weiß nicht warum die Stiche so sind – nur wo sie liegen.
Warum das praktisch weh tut
Im Video wird Underlay (Unterlage) als zentraler Verlust gezeigt. In einer nativen Datei ist Underlay eine Einstellung – du aktivierst sie, und die Software berechnet die Stützstiche passend.
In einer Stichdatei (PES) sind Underlay-Stiche einfach… Stiche. Sie können mit den Deckstichen vermischt sein oder als eigener Block getrennt auftauchen. Wenn du eine PES z. B. um 50% verkleinerst:
- Die Stiche rücken enger zusammen.
- Die Dichte steigt massiv.
- Auch die Unterlage (die eigentlich „leicht“ sein soll) wird zu dicht.
- Physische Folge: Das Ergebnis wird steif („bulletproof“), die Nadel wird heiß, Faden reißt/zerfasert – und das Stickbild leidet.

Praxis-Hinweis aus dem Video-Kontext: Wenn du eine PES überhaupt skalieren musst, bleib ohne spezielle Stitch-Processing-Tools möglichst in einem sehr kleinen Bereich und teste unbedingt.
Design-Grades verstehen: Pure Outlines vs. Converted Stitches
Den Grade haben wir vorhin genutzt, um die „gute“ Datei zu bestätigen. Jetzt schauen wir, wie sich ein „schlechter“ Grade zeigt.
Schritt für Schritt: Den PES-Grade prüfen
- Mit aktiver PES-Datei wieder zu Design Information > Summary.
- Den Grade suchen.
Typisch ist Grade C (manchmal auch B/D), beschrieben als Estimated Outlines / Converted Stitches.

Checkpoint: Grade ist C (oder Hinweis auf Raw/Converted Stitches).
Erwartetes Ergebnis: Das Schlüsselwort ist „Estimated“: Hatch rät. Es sieht einen Stich-Blob und sagt sinngemäß: „Das könnte ein Kreis sein… irgendwie.“ Es legt eine geschätzte Kontur darum, aber Parameter wie Dichte, Pull Compensation und Underlay sind nicht mehr als echte Objektlogik vorhanden.
Realitätscheck aus der Praxis: Was Grade C meist bedeutet
Wenn du eine Grade-C-Datei bearbeitest, arbeitest du gegen die Software:
- Lücken/Loch-Effekte: Verschiebst du einen Block, „weiß“ Hatch nicht, dass dahinter etwas aufgefüllt werden müsste.
- Pull Compensation: Die Berechnung ist unzuverlässig – Konturen passen nachher oft nicht sauber zur Füllung (Passungs-/Ausrichtungsprobleme).
Gerade bei Serien (z. B. 50 Shirts) ist ein Grade-C-Edit ein Risiko: Was du an „nicht neu digitalisieren“ sparst, verlierst du schnell durch Nacharbeit, Fadenrisse und Maschinenstillstand.
Warum „Save As“ eine Stichdatei nicht repariert
Das ist eines der gefährlichsten Missverständnisse.
- Mythos: „Wenn ich eine PES öffne und als EMB speichere, wird sie zur nativen, editierbaren Datei.“
- Realität: Du steckst den Kuchen nur in eine andere Schachtel. Es bleibt Kuchen.

Die Dateiendung (.EMB) beschreibt den Container, aber sie erzeugt nicht automatisch den Inhalt (Objekte). Wenn du eine Stichdatei als EMB speicherst, entsteht eine „Grade-C-EMB“ – mit den gleichen Einschränkungen: Blöcke, geschätzte Konturen, keine echte Underlay-Intelligenz.
Merkhilfe für dein zukünftiges Ich
Stell dir vor, ein Handwerker soll ein Haus umbauen.
- Native Datei: Du gibst digitale Baupläne (CAD). Wände lassen sich gezielt ändern.
- Stichdatei: Du gibst ein Foto vom Haus. Um eine Wand zu versetzen, muss man „Stein für Stein“ neu bauen.
- „Save As“-Trick: Du legst das Foto in einen Ordner „Baupläne“. Das hilft nicht.
Best Practices für dein Datei-Management bei Stickdesigns
Das Video zeigt vor allem das Erkennen – das ist passiv. Jetzt machen wir es aktiv: Wie organisierst du deine Dateien so, dass du diese Fehler gar nicht erst machst?
Baue ein einfaches System, das deine Master-EMB schützt
Mische deine Quelldateien nicht mit Maschinendateien. Nutze eine klare Ordnerstruktur:
.../MyDesigns/MASTERS (EMB)/: Deine Masterbibliothek. Nicht „aufräumen“, nicht überschreiben..../MyDesigns/MACHINES (PES_DST)/: Exporte für die Maschine – jederzeit neu erzeugbar.
Naming-Konvention: Hänge die Versionslogik an.
Owl_Logo_v2_MASTER.EMB(klar: editierbar)Owl_Logo_v2_Brother.PES(klar: Maschinenexport)
Entscheidungsbaum: Welche Datei solltest du öffnen?
Bevor du auf „Open“ klickst, kurz diese Logik:
- Musst du Logik ändern? (Skalieren >10%, Dichte/Unterlage ändern, Text korrigieren).
- JA: Du brauchst die EMB-Master. Wenn du sie nicht hast, ist (sauber) neu digitalisieren oft der einzige verlässliche Weg.
- NEIN: Weiter zu Schritt 2.
- Willst du nur sticken? (An Maschine senden, Farben prüfen).
- JA: Öffne die PES/DST (und prüfe, ob sie zu deinem Stickrahmen passt).
- Notfallmodus? (Du hast nur PES, musst aber „irgendwie“ ändern).
- JA: Öffne die PES, akzeptiere Grade C, speichere eine Kopie und arbeite mit maximaler Vorsicht. Probestick ist Pflicht.
Wenn du mit Hatch Embroidery Software arbeitest, ist diese Dateidisziplin eine der Gewohnheiten mit dem höchsten ROI.
Vorbereitung: „Unsichtbare“ Verbrauchsmaterialien & Checks (damit Software-Arbeit sauber stickt)
Im Video taucht in den Design Information u. a. „Backing: Tear Away x 2“ auf. Softwaredaten bringen dir wenig, wenn die physische Vorbereitung nicht stimmt. Selbst ein perfektes EMB kann kräuseln, wenn die Stabilisierung nicht passt.
Bevor du exportierst, prüfe deine Basics – viele vergessen die „unsichtbaren“ Helfer:
- Temporärer Sprühkleber (oder Magnetrahmen): Damit sich der Stoff nicht verschiebt.
- Frische Nadeln: 75/11 Ballpoint für Maschenware, 75/11 Sharp für Webware (je nach Material).
- Topping: Wasserlösliche Folie (z. B. Solvy) bei strukturierten Stoffen wie Piqué, damit Stiche nicht „einsinken“.
Kurzer Realitätscheck: Was hält deinen Stoff eigentlich? Standard-Stickrahmen arbeiten über Reibung und „Zug“. Dadurch wird Material oft schon beim Einspannen verzogen – und dann stimmt die Passung nicht mehr, obwohl die Datei korrekt ist. Deshalb wird häufig die Datei beschuldigt („Kontur passt nicht!“), obwohl das Problem beim Einspannen für Stickmaschine liegt.
Prep-Checkliste (Ende der Phase):
- Nadel-Check: Frisch? (Faustregel: spätestens nach ~8 Stickstunden wechseln).
- Unterfaden-Check: Spannung konstant? Als grober Richtwert: bei Satinsäulen sollte hinten ca. 1/3 Unterfaden sichtbar sein.
- Vlies-Check: Entspricht der Empfehlung aus Design Info (z. B. Cutaway für Wearables, Tearaway für stabile Artikel).
- Rahmen-Check: Bei Standardrahmen: Schraube fest? Bei Magnetrahmen: Stoff glatt, aber nicht überdehnt?
Warnung: Nadelsicherheit. Beim Nadelwechsel Maschine ausschalten oder „Lock Mode“ aktivieren. Ein versehentlicher Start (Taste/Fußpedal) mit Fingern am Nadelbereich kann schwere Verletzungen verursachen.
Setup: Deine Bearbeitungsumgebung „produktionstauglich“ machen
Richte Hatch so ein, dass du Fehler schwerer machen kannst:
- Resequence-Docker andocken: Nicht schließen – das ist deine Röntgensicht.
- Standardmäßig auf Arbeitsdateien: Im Open Design-Dialog den Filter möglichst auf EMB lassen und nur bewusst umstellen, wenn du wirklich Maschinendateien öffnen willst.
Das erzwingt die Denkweise „Master zuerst“.
Setup-Checkliste (Software):
- Docker sichtbar: Resequence-Docker rechts angepinnt.
- Einheiten-Check: Maßeinheiten passen zu deinen Stickrahmen (mm oder inch).
- Grade-Check: Design Information > Summary vor dem Editieren öffnen.
- Backup: Sofort „Save As“ für eine neue Version (v02), bevor du Änderungen machst.
Ablauf: Der exakte A/B-Vergleich aus dem Video
Nutze diesen wiederholbaren Check, wenn du Dateien von Kunden oder aus dem Internet bekommst.
- Datei öffnen.
- Resequence ansehen:
- Icons: Sehe ich sinnvolle Objekt-Icons (EMB) oder generische Block-Symbole (PES)?
- Mit Design Information verifizieren:
- Grade: A (sicher) oder C (riskant)?
- Entscheidung umsetzen:
- Bei Grade C und nötigen Änderungen: intern/gegenüber Stakeholdern klar kommunizieren, dass ohne Neu-Digitalisierung keine Qualität garantiert werden kann.
- Bei Grade A: sauber editieren.
Damit wird der Unterschied zwischen Stitch Files vs Native Files greifbar: Das eine ist ein formbares „Blueprint“, das andere ein starres Ergebnis.
Ablauf-Checkliste (Execution):
- Objekt-Validierung: Erkennbare Objekttypen in Resequence bestätigt.
- Datei-Integrität: Design-Grade passend zur Aufgabe.
- Export: Maschinendatei (PES/DST) in den Export-Ordner gespeichert (Master nicht überschreiben).
- Transfer: Datei per USB/WiFi an die Maschine übertragen.
- Probestick: Auf vergleichbarem Material testen.
Troubleshooting (Symptom → Ursache → Fix)
1) Symptom: Du kannst den Underlay-Typ nicht ändern (z. B. von Edge Run auf Tatami).
- Wahrscheinliche Ursache: Du arbeitest in einer Stichdatei (PES/DST). Es sind „Blöcke“, keine echten Objekte.
2) Symptom: Im „Open Design“-Fenster ist „nichts da“, obwohl die Dateien im Ordner liegen.
- Wahrscheinliche Ursache: Der Filter steht auf EMB, du suchst aber Maschinendateien.
3) Symptom: Konturen passen beim Stickbild nicht (Passungsproblem), obwohl es am Bildschirm perfekt aussieht.
- Wahrscheinliche Ursache (Software): Bei Grade C sind Pull-Compensation/Parameter nur geschätzt.
- Wahrscheinliche Ursache (Praxis): Stoff hat sich im Stickrahmen während des Laufes verschoben.
Pro-Tipps: Wo physische Tools in den Workflow passen (ohne dich auszubremsen)
Wir haben hier Software-Probleme gelöst – aber im Alltag zählt Produktion. Du kannst ein perfektes Grade-A-EMB haben: Wenn dein Einspannen inkonsistent ist, sieht das Ergebnis trotzdem nach „Grade C“ aus.
Engpass Standardrahmen: Klassische Stickrahmen brauchen Handkraft und Zeit, um die Spannung reproduzierbar hinzubekommen. Für Hobby okay – für saubere, wiederholbare Ergebnisse und Stückzahlen ist das oft der Flaschenhals.
Upgrade-Pfad:
- Level 1 (Technik): Sprühkleber + konsequentes Üben mit Standardrahmen.
- Level 2 (Tool): Magnetrahmen – sie gleichen Materialstärken besser aus und eliminieren die „Schraube-zu-fest/zu-locker“-Variable. Begriffe wie Magnetrahmen helfen dir, effizientere Produktionsabläufe zu finden.
- Level 3 (Maschine): Wenn du beim Dateihandling ständig an Grenzen stößt (z. B. Farbwechsel-Handling), ist eine Mehrnadelstickmaschine langfristig der größte Zeithebel.
Warnung: Magnet-Gefahr. Magnetrahmen arbeiten mit starken Magneten. Finger können beim Zusammenschnappen schmerzhaft eingeklemmt werden.
* Herzschrittmacher/Implantate: Abstand halten (mind. 6–12 inches).
* Elektronik: Nicht direkt auf Laptops/USB-Sticks ablegen.
* Kinder: Werkzeuge, keine Spielzeuge. Mit Abstandshaltern/Schäumen getrennt lagern.
Ergebnisse
Wenn du diesen Workflow konsequent nutzt, hörst du auf, gegen die Software zu kämpfen.
- Du sparst Zeit: Keine „unmöglichen“ Edits an Grade-C-Dateien.
- Du sparst Geld: Weniger ruinierte Teile durch zu dichte, falsch skalierte Designs.
- Du gewinnst Sicherheit: Du weißt genau, warum sich eine Datei so verhält.
Was du dir im Studio als Standard sichern solltest:
- Saubere Ordnerstruktur: Masters (EMB) getrennt von Exports (PES).
- „Rezept“-Mindset: Erst nach der EMB greifen, dann exportieren.
- Konstanz in der Praxis: Saubere Dateien plus verlässliche Grundlagen zu Embroidery File Types und stabiler Einspann-/Vlies-Routine.
Eine schlechte Datei kann eine gute Maschine ausbremsen. Ein schlechtes Einspannen kann eine gute Datei ruinieren. Beherrschst du beides, beherrschst du das Handwerk.
