Table of Contents
1 Primer: Was wir machen & wann diese Methode passt
Wir bearbeiten drei typische Kleinserien in einem kompakten Workflow: linke-Brust-Logos auf dünnen Poloshirts, detailreiche Logos auf Jacken und frosted Tumblers per Sublimation. Die Polos sind besonders dünn – hier liegt der Fokus auf Stabilisierung gegen Wellenbildung. Dazu kommen präzises Zentrieren am Kragen und effizientes Arbeiten auf zwei Maschinen parallel. Die Tumblers verlangen ein sicheres Tape-Handling und konsistente Press-Parameter (im Video: 180 °C).
Geeignet ist dieser Ablauf für kleine bis mittlere Serien, wenn du:
- Kleidung aus Kundenhand sauber lagern und nacheinander abarbeiten willst.
- Dünne, leicht dehnbare Stoffe ohne Falten sticken musst.
- Zwei Maschinen oder zwei Rahmenarten alternierend nutzen kannst.
- Sublimationsbecher zügig und kratzerfrei verarbeiten willst.
Nicht ideal ist er, wenn:
- du ausschließlich dicke, stabile Stoffe bearbeitest (du brauchst dann weniger Stabilisator-Aufwand), oder
- deine Presse andere, nicht kompatible Temperaturen/Zeiten benötigt (halte dich dann an deine Gerätevorgaben).
Achtung: Beim Abziehen von Sublimationspapier können frosted Becher schnell verkratzen. Die hier gezeigte Lasche am Klebeband verhindert genau das – dazu später mehr.

2 Vorbereitung: Ordnung, Dateien, Material
Eine saubere Vorbereitung spart Laufwege und verhindert Verwechslungen.
2.1 Übersicht & Lagerung
- Rollender Kleiderständer mit Holzkleiderbügeln: trennt Aufträge, hält die Teile knitterfrei und vom Arbeitsbereich fern.
- Stationsprinzip: Hooping-Tisch, Maschinenbereich, Sublimations-Zone, Packtisch – je Arbeitsschritt ein fester Platz.
Profi-Tipp: Ein rollbarer Ständer ist in kleinen Räumen Gold wert; er schafft „temporären Stauraum“ direkt dort, wo du ihn brauchst.
2.2 Dateien & Motive
- Stickdateien: CSYC-Initialen für Polos; Logo „Valley Pediatric Dentistry“ für Jacken.
- Sublimation: Drucke für die frosted Tumblers (das finale Kaffeehaus-Design wird im Video nicht gezeigt; gezeigte florale Beispiele dienen der Qualitätsansicht).
Aus den Kommentaren: Die Digitalisierung wird extern vergeben; die Antwort nennt 24 h für die Lieferung der Datei und 7–10 Werktage (große Aufträge 10–14) als typische Durchlaufzeit. So kannst du deine Terminierung planen.
2.3 Material & Werkzeuge
- Stabilisierung: Sheer Poly Mesh (ca. 1 oz, dünn), Zuschnitte plus eine große Grundlage.
- Fixierung: Sprühfixierer (Basting Adhesive), hitzebeständiges Tape, Malerkrepp/Abklebeband für die Positionierung auf dem Shirt.
- Einspannen & Ausrichten: Einspannen an einer Station und Ausrichtung mit T-Square am Kragen.
- Maschinen: Ricoma EM1010 und Ricoma TC (beide Mehrnadel-Maschinen), alternierend bestückt.
- Sublimation: Tumbler-Presse, Hitzeschutzhandschuhe, Butcher Paper (Schutzpaket), Pinzette.
Kurzcheck
- Dateien bereit und zugeordnet?
- Auftragsteile sortiert und hängend?
- Stabilizer, Sprühfixierer, Tapes, Handschuhe und Butcher Paper parat?
3 Setup: Stabilisieren, Ausrichten, Einspannen
Bei dünnen Polos ist Stabilität der Schlüssel, damit keine Falten (Puckering) entstehen.
3.1 Mehrlagige Stabilisierung – warum und wie
Die Basis ist ein großes Stück Poly-Mesh; darauf kommen zwei kleinere Quadrate: eines „gerade“, eines um 90° gedreht – beide mit Sprühfixierer aneinander geheftet. So verhinderst du, dass das Material nur in eine Richtung Halt gibt; der gegeneinander verdrehte Faserverlauf stabilisiert in beide Richtungen.

Das Polo ist besonders dünn – die Mehrlagenstrategie verhindert Ziehen im Stickfeld und glättet den Bereich unter dem Logo.

Profi-Tipp: Klebe nach dem Einlegen des Shirts auch den Stoff selbst mit leichtem Sprühfixierer an den Stabilizer – so minimierst du das Mikrobewegen des Stoffes unter der Nadel, das sonst zu feinen Wellen führen kann.

Ein natürlicher Teil dieses Setups ist der Einsatz eines Magnetrahmen für Stickmaschine, weil er dünne Stoffe sicher fasst, ohne sie zu überdehnen.
3.2 Zentrieren am Kragen – T-Square richtig anlegen
- Kragen zusammenlegen, Shirt flach ausrichten.
- T-Square anlegen: Mitte auf die 3-inch Linie, senkrechte Linie exakt entlang der Kragennaht.
- Initialen/Logo anzeichnen bzw. mit Tape fixieren; dann Sichtkontrolle durch Anheben und „vor dem Spiegel“ prüfen.
So stellst du sicher, dass die linke-Brust-Platzierung harmonisch zum Kragen sitzt.

Achtung: V-Necks verrutschen schnell. Fixiere die Platzierung zusätzlich mit Tape, bevor du das Shirt auf die Station bringst.

3.3 Einspannen ohne Überdehnen
- Stabilizer-Paket auf der Station fixieren (Sprühfixierer).
- Shirt auflegen, leicht anheben, Sprühfixierer zwischen Stoff und Stabilizer, dann glatt streichen.
- Rahmen schließen – nicht ziehen, nur abstehende Falten glatt legen.

Kurzcheck
- Drei Lagen Stabilizer sauber und kreuzweise verklebt?
- Stoff weich „angeklebt“ – keine Falten, keine Spannung?
- Platzierung zentriert?

Ein mighty hoop Magnetrahmen hilft, das Einspannen reproduzierbar und schnell zu halten, besonders in Verbindung mit einer Einspannstation.
4 Ablauf: Vom Organisieren bis zum Verpacken
Im Folgenden die komplette Reihenfolge mit Checks und Ergebniserwartung.
4.1 Garments organisieren
- Alle Teile pro Auftrag sortiert auf dem Rollständer: Jacken, Polos, sonstige Shirts.
- Arbeitsfläche frei für’s Einspannen.
Erwartung: Kein Teil liegt im Weg; Verwechslungen sind ausgeschlossen.
Checklist Ende dieses Schritts
- Aufträge klar getrennt und beschriftet?
- Hängend und knitterfrei?
4.2 Polos einspannen (dünner Stoff)
- Stabilizer lageweise vorbereiten: groß + zwei kleine Quadrate (eines gedreht) mit Sprühfixierer.
- Polo auflegen, T-Square am Kragen, Mitte auf 3-inch, senkrecht an der Kragennaht; Platzierung mit Tape sichern.
- Stoff an Stabilizer kleben, Rahmen schließen ohne zu ziehen.
Erwartung: Glatte Fläche, keine sichtbare Spannung, zentriertes Design.
Bei der Wiederholung zahlt sich ein mighty hoop Magnetrahmen 5.5 aus, weil er in dieser Größe sehr handlich bleibt.
4.3 Sticklauf: Polos und Jacken parallel
- Polos an der Ricoma EM1010, Jacken an der Ricoma TC; beim Wechsel die freie Maschine sofort füttern.
- Abstick starten: „CSYC“ als Initialen auf linke Brust; Jacket-Logo mit Sonne/Berge plus Text.
- Lauf beobachten; lockere Fäden nach dem Stopp trimmen.
Erwartung: Saubere Satin-/Füllstiche, keine Wellen; Position unverrückt.



Aus den Kommentaren: Für Polos wurde eine 65/9-Nadel genannt – ein kleiner Durchmesser, der auf vielen Textilien sauber schneidet. Prüfe dennoch immer deine Stoff-Nadel-Kombination am Reststück.
Ein weiterer Vorteil: Wenn du mit einem mighty hoops Magnetrahmen für ricoma arbeitest, wechselst du schneller zwischen EM1010 und TC und hältst die Taktzeit knapp.
4.4 Tumblers für Sublimation vorbereiten
- Drucke eng und blasenfrei um den Becher legen, mit hitzebeständigem Tape fixieren – wichtig: Eine kleine Klebelasche stehen lassen.
- Butcher Paper in ausreichend viele Streifen schneiden (Schutz gegen Transfer auf Presse/andere Becher) und die Becher damit umwickeln und tapen.
Erwartung: Glatte Anlage, nichts verrutscht, Lasche ist zum Greifen frei.

Achtung: Ohne Klebelasche musst du das Papier „unterfassen“ – das verkratzt die frosted Oberfläche schnell.
4.5 Sublimation: Pressen bei 180 °C
- Presse auf 180 °C vorheizen, Hitzeschutzhandschuhe anziehen.
- Becher einsetzen, schließen, Timer starten; nach dem Zyklus entnehmen, mit Pinzette an der Lasche greifen und Papier abziehen.
- Druckbild direkt prüfen.
Erwartung: Klare, vollständige Übertragung – keine Geisterbilder (Ghosting) oder blasse Zonen.


Achtung: Heiße Becher niemals mit bloßen Händen greifen; Brandgefahr!
4.6 Verpacken für den Transport
- Jeden Becher einzeln in einen klaren Beutel geben.
- Behutsam in Schaum-Inlays der gepolsterten Box platzieren, Karton verschließen.
Erwartung: Transportfest verpackt, kratzfrei, rutschfest gesichert.
Kurzcheck Ablauf
- Polos/Jacken: flach, zentriert, ohne Puckering?
- Becher: Tape-Lasche genutzt, Druckbild deckend?
- Verpackung: Einzelbeutel + Schaum-Inlay korrekt bestückt?
Nebenbei: Ein Magnetrahmen beschleunigt den gesamten Polo-Prozess, weil er konstante Klemmkraft ohne Schrauben liefert.
5 Qualitätskontrolle: Sauber, flach, zentriert
Woran erkennst du, dass alles passt?
- Oberfläche: Keine Wellen um das Stickfeld; Jersey liegt plan, die Kanten zeichnen sich nicht ab.
- Stichbild: Keine ausgelassenen Stiche, gleichmäßige Dichte, Linien sind „rund“ und nicht zackig.
- Ausrichtung: Linke-Brust-Logo sitzt zur Kragenlinie harmonisch; bei V-Neck ist der optische Eindruck besonders wichtig.
- Sublimation: Hohe Deckkraft, keine Geisterkanten; Übergänge gleichmäßig.
Kurzcheck
- Stick: Vorder- und Rückseite prüfen (Fadenspannung, Unterfaden nicht durchdrückend).
- Sublimation: Rundum-Sichtkontrolle unter gutem Licht.
Profi-Tipp: Lege dir ein kurzes „OK-Raster“ zurecht (z. B. 5 Punkte), das du pro Teil abhakst. Kleine Rituale reduzieren Denkaufwand und Fehlerquote.
Mit Blick auf Effizienz hilft ein Einspannen für Stickmaschine-Standard: gleiche Reihenfolge, gleiche Handgriffe, gleiche Kontrollpunkte – so senkst du die Taktzeit.
6 Ergebnis & Übergabe
- Polos: Linke-Brust-Initialen „CSYC“, sauber zentriert und plan – auf dem Kleiderständer wirken die Teile besonders ordentlich.

- Jacken: Mehrfarbiges Logo „Valley Pediatric Dentistry“ mit feinen Details, Fäden sauber getrimmt.
- Tumblers: Froste Optik, sauberer Transfer, verpackt in Einzelbeutel und Schaum-Inlays – bereit für den sicheren Transport.
Profi-Tipp: Der rollende Ständer dient auch als „mobile Abnahmeleiste“ – fertige Teile wandern sofort dorthin und bleiben getrennt nach Auftrag.
Ein zusätzlicher Vorteil entsteht, wenn du deine Rahmenfamilie konsistent hältst – ein mighty hoop Magnetrahmen in identischer Größe auf beiden Maschinen beschleunigt Wechsel und minimiert Umgewöhnung.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
Symptom → Ursache → Lösung
- Puckering am Polo
- Ursache: Zu wenig Stabilisierung; Stoff nicht am Stabi verklebt.
- Lösung: Drei Lagen (groß + 2 Quadrate, eines gedreht), Stoff mit Sprühfixierer am Stabi anheften; Rahmen schließen ohne Zug.
- Schiefes Brustlogo
- Ursache: Ungenaue Kragenreferenz.
- Lösung: T-Square nutzen: Mitte auf 3-inch, senkrecht entlang der Kragennaht; vor dem Einspannen mit Tape sichern und Sichtprobe.
- Fadenriss/ausgelassene Stiche
- Ursache: Nadel ungeeignet/abgenutzt, Fadenspannung unstet.
- Lösung: Nadelzustand prüfen; in den Kommentaren wurde Größe 65/9 als bewährt genannt – testweise übernehmen und an Reststück prüfen; Fadenspannung nachjustieren, aber nur in kleinen Schritten.
- Wellen beim Jacket-Logo
- Ursache: Stoffzug oder zu wenig Unterlage.
- Lösung: Stoff nicht ziehen; lieber Stabilisierung erhöhen und den Stoff „anheften“ statt spannen.
- Ghosting bei Tumblers
- Ursache: Papier hat sich bewegt; keine saubere Tape-Fixierung.
- Lösung: Hitzebeständiges Tape straff legen, Butcher Paper vollständig umwickeln; Klebelasche lassen, um nach dem Pressen schonend abzuziehen.
- Kratzer beim Entpacken der heißen Becher
- Ursache: Entfernen des Papiers ohne Griffmöglichkeit.
- Lösung: Kleine Klebelasche vorbereiten; mit Pinzette greifen und abziehen.
Achtung: Heiße Becher nie ohne Handschuhe hantieren; an der Presse entstehen Verbrennungsgefahren.
Aus den Kommentaren
- Digitalisierung: Extern mit ca. 24-h-Turnaround und Gesamt-Durchlaufzeit 7–10 AT (groß: 10–14). Das hilft bei der realistischen Kundenkommunikation.
- Tape: Hitzebeständiges Tape (Bezugsquelle im Video genannt) minimiert Klebereste und Hitzeschäden.
- T-Square: Bestandteil des Hoop-Stands im Video – Prüfe dein Zubehör, oft ist passende Ausrichtungshilfe enthalten.
Wenn du viel mit Ricoma arbeitest, kann ein mighty hoop Magnetrahmen 5.5 oder ein weiteres Format in derselben Familie sinnvoll sein, um Umrüstzeiten zu verringern.
Profi-Tipp: Standardisiere deinen Rahmenpark – einheitliche Raster erleichtern Wiederholgenauigkeit. Wer häufig zwischen Modellen wechselt, profitiert von einem durchgängigen Magnetrahmen-System.
Abschließend: Der gesamte Ablauf gewinnt spürbar an Tempo, wenn du konsequent parallelisierst und kurze Wege schaffst. Das gilt besonders mit einem Magnetrahmen für Stickmaschine und einer gut gedachten Station für das Einspannen.
