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1 Was Redwork ist – und wann es passt
Redwork ist ein Outline-Stil, der den Look von Handstickerei mit der Maschine nachahmt. Das Ergebnis lebt von klaren, gleichmäßigen Linien ohne Füllflächen. Ideal ist Redwork, wenn du filigrane, grafische Designs magst und in kurzer Zeit ein präzises, leichtes Erscheinungsbild erzielen möchtest.

1.1 Stilprinzipien verstehen
Der Redwork-Look entsteht durch einfache, kontinuierliche Stichwege mit einem einzigen Faden (hier rot). In Hatch sind solche Motive oft als ein durchlaufendes Objekt angelegt; das minimiert Sprungstiche und sichert eine flüssige Ausführung. So wirken Kurven, Wirbel und florale Schwünge besonders elegant.
1.2 Wann Redwork glänzt – und wann nicht
Gut geeignet ist Redwork für Leinen oder ähnliche, eher glatte Stoffe, auf denen Outlines ruhig liegen. Wenn du starke Dehnung, dicke Fleece-Oberflächen oder hochflorige Textilien verwendest, können die Linien optisch unruhiger wirken. In solchen Fällen stabilisiere sorgfältiger oder wechsle zu anderen Stilarten. Wenn du häufig auf wechselnden Materialien arbeitest, kann das Einspannen mit einem Magnetrahmen für Stickmaschine das Handling erleichtern, solange der Stoff plan und spannungsfrei bleibt.
1.3 Erwartung an die Maschine
Die Vorlage im Beispiel hat etwa 3.000 Stiche – das ist für gängige Maschinen gut beherrschbar und in rund zehn Minuten gestickt (Angabe aus dem Praxisbeispiel). Eine solide, saubere Fadenspannung und ein passender Spulenfaden sind hier wichtiger als hohe Geschwindigkeit.
2 Vorbereitung
Bevor du in der Software startest, kläre die drei Grundlagen: Motiv, Material, Stabilisierung.
2.1 Was du brauchst
- Computer mit Hatch Embroidery Digitizing Software (Zugriff auf die integrierte Design-Bibliothek).

- Stickmaschine (im Beispiel wurde eine Brother Innov-is eingesetzt; genaue Modellangaben sind im Video nicht ausgesprochen, aber sichtbar).
- Stoff: Leinen (in der Software als Material hinterlegt und verwendet).
- Stabilisierung: zwei Lagen Tear-Away (vom Programm empfohlen und übernommen).
- Garne: roter Oberfaden, Spulenfaden möglichst in passender Farbe.
Wenn du häufig mehrere Teile nacheinander positionierst, arbeitest du beim Ausrichten effizienter mit einer hoop master Einspannstation, solange der Stoff flach geführt werden kann.
2.2 Das Motiv wählen
In der Redwork-Kategorie der Hatch-Bibliothek wählst du ein florales Wirbel-Design. Statt „Open“ nutzt du „New from Selected“, damit das Original nicht überschrieben wird. So kannst du bedenkenlos experimentieren und speichern, ohne die Bibliotheksdatei zu verändern.
2.3 Kurzcheck Vorbereitung
- Motiv: Redwork „Floral Swirl“ geladen
- Datei geöffnet über „New from Selected“ (Original geschützt)
- Material geplant: Leinen, Stabilisierung: 2× Tear-Away, Garn: Rot oben, passend unten
- Maschine: einsatzbereit, Teststück vorhanden
3 Setup in Hatch
Jetzt platzierst du das Motiv im virtuellen Rahmen und übernimmst die korrekten Materialvorgaben.
3.1 Rahmenwahl und Größe
Das Beispiel nutzt einen großen Rahmen. In Hatch siehst du sofort, ob das Motiv die Rahmenbegrenzung sauber einhält. Weil es ein „Grade-A“-Design ist, darfst du in größerem Umfang skalieren – Hatch berechnet die Stiche automatisch neu. Achte nach jeder Größenänderung darauf, dass die Proportionen stimmen und nichts an die Rahmengrenzen stößt.

Profi-Tipp: Wenn du häufig zwischen Rahmen wechselst, lohnt es sich, ein paar Rahmengrößen als Voreinstellungen bereitzuhalten. Das spart Klicks bei wiederkehrenden Projekten. Für kleine Muster auf Probestoffen sind kompaktere Rahmen schneller gerüstet; bei Redwork braucht es aber meist nicht mehr als ausreichend Luft rund um das Motiv.

3.2 Objektstruktur und Farbe prüfen
Öffne die Sequenz-/Objektpanels: Das Motiv liegt als ein durchgehendes Objekt vor und ist bereits rot eingefärbt – stich- und workflowfreundlich, da so unnötige Farbwechsel entfallen. In der „Reshape“-Sicht erkennst du die durchgängige Linienführung.

Achtung: Farbwahl in der Software ist visuell; entscheidend ist, was in der Maschine eingefädelt ist. Wenn der Spulenfaden zu stark kontrastiert, blitzt er an Wendepunkten oder bei Spannungsspitzen durch.

3.3 Materialvorgaben einstellen
Stelle in den Design-Informationen das Material auf Leinen – Hatch kalkuliert dann die Parameter (u. a. Stichdichte und Stabilisierungshinweise) passend. Für Leinen empfiehlt das Programm zwei Lagen Tear-Away. Übernimm diese Empfehlung, wenn dein Leinen eine ähnliche Griffstärke hat.

Profi-Tipp: Materialprofil vor dem Export speichern. So kannst du bei ähnlichen Projekten schneller starten und musst nicht jedes Mal alles neu einstellen.

3.4 Stabilisierung – warum zwei Lagen?
Outlines wirken nur dann exakt, wenn der Stoff während des Stickens formstabil bleibt. Zwei Lagen Tear-Away liefern eine gleichmäßige Auflage, ohne den Stoff zu versteifen. Das hilft besonders bei runden Kurven und langen, gleichmäßigen Linien.

3.5 Kurzcheck Setup
- Rahmen passt, Motiv innerhalb der Begrenzung
- Objektstruktur: ein durchgehendes Objekt, keine unnötigen Farbwechsel
- Auto-Material: Leinen aktiv
- Stabilisierung: 2× Tear-Away übernommen
- Stichanzahl geprüft (~3.000)
4 Ablauf: Vom Motiv bis zum Export
Nun simulierst du den Ablauf und exportierst die Datei korrekt für deine Maschine.
4.1 Simulation im Stitch Player
Starte den Stitch Player und prüfe den Ablauf bei moderater Geschwindigkeit – wichtig ist, dass die Reihenfolge logisch ist und sich Stiche in den Überlappungen sauber decken. Für die Vollansicht kannst du das Tempo erhöhen; achte trotzdem auf eventuell unlogische Sprünge.

Kurzcheck Simulation:
- Stichreihenfolge wirkt fließend (Abschnitt für Abschnitt)
- Keine auffälligen Sprünge oder Stopps sichtbar
- Überlappungen setzen sich sauber
Wenn du feststellst, dass deine Stoffeinspannung wiederkehrend heikel ist, kann ein sauber geführter mighty hoop Magnetrahmen 5.5 auf kleinen Teststücken helfen, die Wiederholgenauigkeit zu erhöhen – vorausgesetzt, der Stoff ist nicht zu dick oder empfindlich.
4.2 Export für die Maschine
Nutze „Export Design“ statt „Save“. Der Export erzeugt eine Maschinen-Datei in passendem Format; „Save“ sichert das Arbeitsprojekt in Hatch. Achte darauf, die korrekte Maschinenendung zu wählen (detailspezifische Informationen zum Dateiformat werden im Video nicht benannt).

Profi-Tipp: Benenne die Datei mit Material- und Stabilizer-Kürzeln (z. B. „_LIN_2TA_“). So erkennst du später sofort, wofür die Datei gedacht war.
Falls du bei empfindlichen Stoffen wenig Druck auf die Lagen geben willst, kannst du – je nach Maschine – mit einem dime Snap Hoop Magnetrahmen arbeiten; wichtig bleibt: Stoff plan, nicht verzogen, keine Wellen vor dem Start.
4.3 Kurzcheck Export
- Stitch Player ohne Auffälligkeiten
- „Export Design“ verwendet
- Dateiname sinnvoll vergeben
- Datei auf Stick/Karte/Übertragung geprüft
5 Sticken an der Maschine
Jetzt folgt der praktische Teil: einspannen, laden, sticken.
5.1 Einspannen und Ausrichten
Spanne Leinen und zwei Lagen Tear-Away glatt ein. Vermeide schräge Fadenzüge: Outlines zeigen jede Verzerrung. Lege das Motiv in der Maschine so an, dass es sauber im Rahmen liegt – Testfahrt/Umrandung prüfen, falls verfügbar.
Achtung: Ein zu locker eingespannter Stoff führt zu Wellen und ungleichmäßigen Linien. Reißt das Stabilizerpapier bei der Rahmenmontage, nimm es heraus und erneuere die Lage. Manche bevorzugen statt klassischem Rahmen einen Klemmrahmen für schnelle Tests – entscheide nach Stoff und Maschinenkompatibilität.
5.2 Garnwahl und Fadenspannung
Setze roten Oberfaden ein. Der Spulenfaden sollte farblich nahe am Oberfaden liegen. Im Beispiel war der Spulenfaden dunkel und wurde an einigen Stellen sichtbar – das ist der wichtigste Optimierungspunkt für die nächste Runde.
Wenn du häufig flache Teile mit minimalem Abdruck einspannst, kann ein Magnetrahmen die Handhabung vereinfachen; prüfe aber immer, ob dein Maschinenmodell und Material dafür geeignet sind.
5.3 Sticklauf
- Design auf die Maschine laden
- Rahmen einsetzen und Startbedingungen prüfen
- Sticklauf starten; das Beispiel dauerte etwa zehn Minuten
- Beobachte die ersten Kurven: Keine Fadenrisse, saubere Linien

Profi-Tipp: Beginne Redwork-Motive nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Ein moderates Tempo zeigt schneller, ob die Spannung stimmt und ob der Stoff plan liegt. Nach einer kurzen Prüfung kannst du beschleunigen.

5.4 Kurzcheck Maschine
- Stoff plan, Stabilizer intakt
- Ober-/Unterfaden farblich abgestimmt
- Erste Zentimeter ohne Risse/Puckern
- Design deckt sich mit Vorschau
6 Qualitätskontrolle & Ergebnis
Nach dem Sticklauf prüfst du Konturen, Kreuzungen und die Rückseite.
6.1 Was „gut“ aussieht
- Linien sind gleichmäßig, ohne Zacken oder Flattern
- Überlappungen fügen sich unauffällig
- Keine sichtbaren Spannungsspitzen in engen Kurven
- Rückseite: keine massiven Fadenknäuel
Achte speziell auf Stellen, an denen der Faden die Richtung wechselt – dort blitzt ein kontrastierender Spulenfaden zuerst durch.

6.2 Ergebnis im Beispiel
Das florale Wirbel-Design ist sauber gestickt; einzig der dunkle Spulenfaden ist an wenigen Stellen sichtbar. Konsequenz: Beim nächsten Mal den Spulenfaden an den Oberfaden anpassen – damit wird die Illusion „Handstich mit Maschine“ perfekt.
Wenn du Serien arbeitest oder wiederholgenau positionieren musst, kann – je nach Maschine – ein Snap Hoop Magnetrahmen für brother Abläufe beschleunigen, solange der Stoff nicht deformiert wird und die Magnetkraft gleichmäßig verteilt.
6.3 Weiterverwendung
Redwork-Outlines passen auf Deko-Tücher, Kissenfronten, Patchwork-Blöcke oder als applizierte Panel-Elemente. Konkrete Projektweitergaben wurden im Video nicht ausgeführt; bewahre Datei und Notizen (Material/Stabilisator/Tempo) für spätere Reproduktionen auf.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
Fehlerbild: Spulenfaden sichtbar
- Mögliche Ursachen: Spulenfaden kontrastiert; Oberfadenspannung zu hoch
- Lösung: Spulenfaden farblich anpassen; Oberfadenspannung testweise etwas senken; kurze Testnaht auf gleichem Sandwich fahren
Fehlerbild: Puckern im Stoff
- Mögliche Ursachen: Stoff zu locker eingespannt; Stabilisierung zu schwach
- Lösung: Stoff neu und straff einspannen; zwei Lagen Tear-Away wie empfohlen; gegebenenfalls Probelauf mit kleinerem Muster
Fehlerbild: Unlogische Stichreihenfolge auf der Maschine
- Mögliche Ursachen: Simulation nicht geprüft; fehlerhafte Exportdatei
- Lösung: Stitch Player erneut laufen lassen; Datei neu exportieren; Namenskonflikte vermeiden
Fehlerbild: Rahmenbegrenzung gerissen
- Mögliche Ursachen: Motiv zu groß skaliert; Rahmenkanten nicht geprüft
- Lösung: In Hatch Rahmengröße prüfen; Motiv innerhalb der Begrenzung halten; Testumrandung fahren
Profi-Tipp (Wiederholgenauigkeit): Wer viele Testläufe macht, profitiert von reproduzierbaren Einspannvorgängen. Hier können – je nach Maschine – Zubehörlösungen helfen, z. B. ein Magnetrahmen für Stickmaschine für flache Stoffe. Prüfe immer die Eignung für Material und Modell und achte auf plan liegende Lagen.
Achtung (Kompatibilität): Zubehörrahmen sind modellabhängig. Prüfe vor dem Kauf unbedingt die Freigabe deines Maschinenherstellers. Das gilt ebenso für Spezialrahmen und Stationen; in manchen Setups kann eine hoop master Einspannstation Prozesse stark beschleunigen, in anderen ist ein klassischer Rahmen die sicherere Wahl.
Kurzcheck Troubleshooting
- Spulenfaden passend? Ja/Nein
- Stoff plan? Stabilizer in Ordnung?
- Simulation vor Export geprüft?
- Motivgröße innerhalb der Rahmenbegrenzung?
