Inhaltsverzeichnis
Wenn du schon einmal eine „ganz entspannte“ Stick-Demo auf YouTube gesehen hast und dachtest: „Sieht easy aus … bis ich das auf meinem Handtuch/Sweat/Quilt/Karton versuche“, dann bist du nicht allein. Die Projekte, die Donnett in diesem Video zeigt, sind vom Konzept her anfängerfreundlich – aber sie berühren vier typische Problemzonen der Maschinenstickerei: Freestanding Lace (extreme Stichdichte), Frottee/Handtücher (Flor + Verschieben), Strickware (Verzug durch Dehnung) und Papier/Karton (keine Fehlertoleranz bei Einstichen).
In der Praxis scheitern viele nicht an „Talent“, sondern an fehlenden haptischen Referenzpunkten: Man weiß nicht, wie sich „richtig straff“ bei Strick im Vergleich zu Webware anfühlen muss – und wann „zu straff“ schon Schaden anrichtet.
Unten findest du eine operative Zerlegung der fünf Themen – Freestanding Lace Hirsch, Jacobean-Schneeflocken, die Sweatshirt-Jacke, Watercolor Cards und Tulpen-Quiltblöcke. Ziel ist ein Zero-Friction-Workflow, damit du keine teuren Rohlinge durch Trial-and-Error verheizt.

Keine Panik – diese „schönen Demos“ sind eigentlich ein Skill-Stack (FSL + Frottee + Strick + Karton)
Das Video zeigt fünf Design-Packs – die eigentliche Lektion ist aber Substrat-Agilität: Wie du zwischen Materialien wechselst, ohne gegen die Physik deiner Maschine zu kämpfen.
Damit es zuverlässig klappt, hilft ein „Produktions-Mindset“ statt „Hobby-Hoffnung“. Drei Grundsätze, die dir Sicherheit geben:
- Stichphysik bestimmt das Stickvlies: Freestanding Lace (Stiche „in der Luft“) braucht eine tragende Struktur. Outline auf Karton braucht eine sehr saubere, schonende Stichbildung. „Ein Vlies für alles“ funktioniert hier nicht.
- Einspannen ist 80 % des Ergebnisses: Viele „mysteriöse Wellen“ sind in Wahrheit eine Kombination aus falscher Einspannspannung und falschem Vlies – selten liegt es am Garn.
- Die Rückseite zählt: Finish ist Teil des Projekts. Wenn die Kartenrückseite unruhig aussieht, wirkt das Geschenk sofort weniger professionell.
Wenn du (auch klein) für Aufträge produzierst, ist dieser Ansatz entscheidend: Der schnellste Profit-Killer ist ein Neu-Stick auf einem teuren Rohling, weil sich das Teil verschoben, gedehnt oder der Karton perforiert hat.

Freestanding Lace „Fairytale and Deer“ von Art Embroidery: Knackig, nicht „knusprig“
Donnett zeigt die Fairytale and Deer Freestanding Lace (FSL) Ornamente von Art Embroidery. Es gibt zwei Größen:
- Kleiner Hirsch: ca. 4.5 x 7 inches
- Großer Hirsch: ca. 5 x 8 inches (prüfe deine Rahmen-Grenzen; das braucht oft einen 5x7- oder 6x10-Rahmen).
Sie erwähnt außerdem, wie bunt verlaufendes Garn (variegated thread) die Optik/Struktur sichtbar verändert.
Praxis-Insight: FSL ist „schwer“ (viel Garn, viel Dichte). 40wt Rayon/Poly ist Standard – aber der Gamechanger ist der Unterfaden. Bei FSL wird häufig Unterfaden farblich passend zum Oberfaden gewählt, damit Vorder- und Rückseite sauber wirken.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung für Freestanding Lace (FSL): Was ich prüfe, bevor ich einen Stich verschwende
Freestanding Lace verzeiht wenig: Die Stabilität entsteht nur durch korrekt ineinandergreifende Fäden. Ist die Spannung zu locker, wird das Ornament weich oder instabil.
Prep-Checkliste (FSL)
- Stickvlies-Auswahl: Heavy Duty Water Soluble (wirkt wie eine dicke Kunststofffolie, oft „Badge Master“ genannt). Nicht den dünnen, folienartigen Topper verwenden – der perforiert und das Motiv kann kollabieren.
- Nadel-Check: Frische 75/11 Sharp Nadel einsetzen. Eine Kugelspitze kann bei dem schweren wasserlöslichen Material eher „schieben“/ablenken.
- Unterfaden-Check: Genug Unterfaden für den kompletten Lauf (FSL frisst Unterfaden). Farbe passend zum Oberfaden.
- Geschwindigkeit: Als sicherer Start 500–600 SPM. Dichte Zickzackbereiche laufen bei 1000 SPM eher in Fadenrisse/Hitze-Reibung.
Laufende Kontrolle (FSL): Woran du „gut“ erkennst, während es stickt
Da das Video keine konkreten Maschineneinstellungen nennt, ist dein Handbuch die Referenz. Trotzdem helfen drei Sinnes-Checks:
- Geräusch: Gleichmäßiges, „knackiges“ tack-tack. Ein „klatschendes“ Geräusch deutet oft auf zu viel Bewegung/Flagging hin.
- Optik: Die Stiche wirken fest verriegelt, nicht schlaufenartig.
- Haptik: Das wasserlösliche Material im Stickrahmen fühlt sich „trommelfest“ an. Bei FSL ist hohe Spannung am Vlies gewünscht.
Wenn die Spitze anfängt zu wellen oder das Motiv seitlich „einzieht“: STOPP. Nicht „durchziehen“. Neu einspannen – ggf. mit doppelter Lage.

Jacobean-Schneeflocken: Frottee elegant halten (nicht wellig) und Strümpfe sauber sticken
Als Nächstes zeigt Donnett Jacobean Snowflakes (zehn Designs) auf T-Shirts, Geschirrtüchern und einem gequilteten Weihnachtsstrumpf. Der Look ist eher „elegant“ (klare Linien, offene Bereiche) statt „kawaii“ (viel Vollfläche).

Dazu kombiniert sie eine Hemingworth-Palette: Dusty Mauve, Grape Jelly, Dark Turquoise, Caribbean Blue, Sea Foam.

Das „Handtuch-Problem“ in Klartext: Flor + Zug + Einspannspannung
Frottee sieht im Rahmen oft perfekt aus – und fünf Minuten später plötzlich unruhig.
- Flor-Falle: Schlingen drücken durch die Stiche und lassen Linien „schmutzig“ wirken, wenn kein wasserlöslicher Topper oben drauf liegt.
- Rahmenabdrücke: Klassische Innen-/Außenringe quetschen Fasern. Bei plüschigem Frottee kann ein sichtbarer Ring bleiben.
- Zug/Drag: Schwere Tücher ziehen nach unten und belasten die Bewegung.
Praxis-Fix: Das ist ein typischer Einsatzfall, in dem viele Profis auf einen Magnetrahmen umsteigen. Statt das Material mit Reibung „in Form zu ziehen“ (Verzugsrisiko), klemmt der Magnetrahmen vertikal – das reduziert Rahmenabdrücke und hält den Fadenlauf gerader.
Setup-Checkliste (Geschirrtücher / Strumpf-Front)
- Verbrauchsmaterial: Oben Water Soluble Topper (Solvy) auflegen.
- Einspannen: „Floaten“ wird oft so verstanden, dass man mit Klebevlies arbeitet – für reproduzierbare Ergebnisse gilt: so einspannen, dass das Tuch straff, aber neutral liegt (nicht überdehnen). Haptik-Check: wie ein glatt gezogenes Bettlaken, nicht wie eine Trommel.
- Abstützen: Überstand des Tuchs auf dem Tisch ablegen, damit nichts am Rahmen „zieht“.
Ablauf-Checkliste (Schneeflocken auf Frottee)
- Erste 100 Stiche: Genau beobachten. Wenn der Fuß/Topper Schlingen mitnimmt: pausieren und die einzelne Schlinge vorsichtig kürzen.
- Tempo: Frottee läuft oft stabil bei 600–800 SPM.
- Nacharbeit: Vlies sauber abreißen. Topper mit Wasser lösen oder punktuell mit feuchtem Wattestäbchen abtupfen.

Feather Flurry auf einer upgecycelten Sweatshirt-Jacke: Große Motive auf Strick ohne „Tot-Dehnen“
Donnett zeigt Feather Flurry (große Federn, länger als 7 inches) auf einem Upcycling-Projekt: Sweatshirt zur Jacke.
Material-Realität: Sweatshirt ist Strick (dehnbar) und gleichzeitig dick (Fleece). Risiko: Wenn du beim Einspannen dehnst, stickst du die Fasern im gedehnten Zustand fest. Nach dem Ausspannen entspannt sich das Material – und das Motiv kräuselt.


Warnung: Mechanische Sicherheit
Beim Aufschneiden eines Kleidungsstücks in der Mitte und beim Trimmen rund um Vlies passieren die meisten Verletzungen. Scheren/Schneider geschlossen halten, wenn du Stoff neu positionierst. Nie mit der Hand in den Nadelbereich greifen, solange die Maschine eingeschaltet ist oder nur pausiert – Fäden können sich verhaken und Finger in Richtung Nadelstange ziehen.
Strick-Realitätscheck: Dein Stickrahmen kann „gewinnen“ – und die Jacke verliert trotzdem
Bei Strick ist das Ziel: Stabilisieren ohne Verzug.
Bewährte Kombi:
- Polymesh (No-Show Mesh) auf die Rückseite der Vorderteile aufbügeln (fusible). Das macht den Strick temporär „webware-ähnlicher“.
- Stickvlies: Medium Cutaway. Kein Tearaway bei Sweatshirts – das kann nach Wäsche nachgeben, und schwere Stickerei hängt.
Wenn du mehrere Teile mit gleicher Platzierung stickst, wird manuelles Ausrichten schnell zum Zeitfresser. Genau hier wird eine Einspannstation für Maschinenstickerei praktisch: Brustposition vorab messen/markieren und den Rahmen wiederholbar „einrasten“, ohne am Stoff zu zerren.
„Warum sieht meine große Feder rau aus?“ (Fehlerbild → Ursache → Fix)
Große Motive (7 inches+) wirken wie ein Hebel auf das Material.
- Symptom: Lücken zwischen Konturen und Füllflächen.
- Ursache: Das Material hat sich während eines langen Laufs verschoben.

Kimberbell „Watercolor Wishes“ Karten: Auf Karton sticken, ohne ihn zu perforieren
Hier wird eine Kontur direkt auf Karton gestickt und anschließend koloriert. Das ist „High Stakes“, weil Papier nicht verzeiht: Jeder falsche Einstich bleibt als Loch.



Karton-Workflow (genau wie gezeigt)
- Kontur auf Karton sticken.
- Mit Watercolor Pencils ausmalen.
- Passendes Innenpapier (PDF) drucken.
- Innenpapier einkleben, um die Rückseite der Stickerei zu verdecken.
Watch-outs aus der Praxis (Papier verhält sich anders)
1. Die Nadel ist der wichtigste Faktor: Nicht die gleiche Nadel wie beim Sweatshirt verwenden.
- Nutzen: 75/11 Sharp (Microtex) – sticht sauber.
- Meiden: Kugelspitze – kann Kartonfasern aufwerfen und unsaubere Kanten erzeugen.
2. Tempo-Limit: Auf 350–500 SPM runtergehen. Hohe Geschwindigkeit erzeugt Vibration; die „Stege“ zwischen Einstichen können reißen.
3. Einspann-Strategie: Karton nicht direkt einspannen (Knicks!). Methode: Klebevlies einspannen (oder Tearaway mit Sprühkleber) und den Karton obenauf „floaten“. Das ist auch ein Szenario, in dem eine Magnetische Einspannstation die Ausrichtung erleichtert: Karte sauber im rechten Winkel am Raster ausrichten und dann stabil klemmen.

Tulpen-Quiltblöcke (7 x 7.5–7.75), die im Runner wirklich flach liegen
Zum Schluss zeigt Donnett das Pack Tulip Motif (12 Designs).



Quilt-Sandwich: Volumen + Lagen + „Warum schließt mein Rahmen nicht?“
Beim Quilten arbeitest du mit Lagen (Top + Vlies/Batting + Rückseite). Herausforderung: Einen Standardrahmen über dieses „Sandwich“ zu schließen, braucht oft Kraft – und genau diese Kraft verzieht den Block oder lässt den Innenring aufspringen.
Diagnose: Wenn du am Rahmenschrauber „kämpfst“, verziehst du sehr wahrscheinlich das Material. Praxis-Rezept: Das ist ein typischer Use-Case für magnet hoops for embroidery machine-Setups. Magnete passen sich der Dicke an und halten ohne ständiges Nachregeln per Schraube.
Für gleichmäßige Runner ist außerdem die Platzierung entscheidend. Eine hoopmaster Einspannstation hilft, jeden Block reproduzierbar zu zentrieren, damit der Runner am Ende nicht „schief“ wirkt.
Stickvlies-Entscheidungshilfe (Material → womit ich starten würde)
Nutze diese Logik, statt zu raten:
| Substrat | Physikalische Eigenschaft | Stickvlies-Empfehlung |
|---|---|---|
| FSL-Ornament | Kein Stoff als Träger | Heavy Water Soluble (Badge Master) x2 Lagen |
| Geschirrtuch (Frottee) | Flor + schweres Gewebe | Tearaway (unten) + Water Soluble Topper (oben) |
| Sweatshirt | Dehnbar + dick | Fusible Mesh (aufbügeln) + Cutaway (eingespannt) |
| Karton | Starr + reißt leicht | Sticky Tearaway (Karte floaten) |
| Quiltblock | Dick + mehrlagig | Polymesh (um Volumen zu reduzieren) |
Prep-Checkliste (Quiltblöcke / Runner)
- Motivgröße: Bestätigt 7 x 7.5/7.75 inches. Achte darauf, dass dein Rahmen rundum genug Reserve hat.
- Hilfsmittel: Mit wasserlöslichem Markierstift Fadenkreuze anzeichnen. Nicht „nach Augenmaß“ zentrieren.
- Garn: Donnett nutzt pastellige Hemingworth-Farben (Leafy Green, Pistachio Nut, Winter Rose usw.). Plane genug Unterfaden ein, damit du nicht mitten im Block wechseln musst.
Upgrade-Pfad nach dem ersten Erfolg: Vom Hobby-Flow zum Produktions-Flow
Wenn die Technik sitzt, wird der Engpass meist von „Skill“ zu „Tool“. So erkennst du, wann ein Upgrade Sinn macht:
1. Schmerzpunkt: „Mir tun die Handgelenke weh vom Einspannen von 20 Tüchern.“
- Diagnose: Reibungsrahmen sind bei Volumen wenig ergonomisch.
- Upgrade: Magnetrahmen für Stickmaschine – schnelleres Ein-/Ausspannen, weniger Kraft, weniger Rahmenabdrücke.
2. Schmerzpunkt: „Ich verbringe mehr Zeit mit Farbwechseln als mit Sticken.“
- Diagnose: Eine Einnadelmaschine wird zum Engpass.
- Upgrade: Wenn du in bezahlte Aufträge gehst (Logos, Teams, Serien), verändert eine SEWTECH Multi-Needle Machine den Workflow: 10–15 Farben vorfädeln, deutlich weniger Stillstand.
3. Schmerzpunkt: „Meine Logos sind immer schief.“
- Diagnose: Manuelles Einspannen/Ausrichten ist fehleranfällig.
- Upgrade: Ein hoopmaster System sorgt dafür, dass Shirt #1 und Shirt #50 an exakt derselben Stelle bestickt werden.
Warnung: Magnet-Sicherheit
Moderne Magnetrahmen Systeme arbeiten mit starken Neodym-Magneten.
* Quetschgefahr: Sie schnappen mit Kraft zu – Haut/Fingernägel können eingeklemmt werden. Mit Schiebe-Bewegung aufsetzen/abnehmen.
* Elektronik: Abstand zu Herzschrittmachern, magnetischen Speichermedien und empfindlichen Displays/Elektronik halten.
Quick „Kommentarspalten“-Pro-Tipps (typische Fragen, vorab geklärt)
- „Kann ich beim Sweatshirt Tearaway nehmen?“
- Nein. Es kann kurzfristig gut aussehen, aber nach Wäsche fehlt die dauerhafte Stabilität – schwere Stickerei kann hängen und den Strick verziehen. Cutaway ist hier die sichere Basis.
- „Warum wirkt mein FSL locker?“
- Unterfadenspannung prüfen. Bei FSL muss die Verriegelung sauber in die Struktur gezogen werden; oft braucht es etwas mehr „Kontrolle“ als bei normaler Stickerei.
- „Meine Karte ist gerissen – was war’s?“
- Häufig zu schnell gestickt. Tempo reduzieren, damit die Nadel sauber durchsticht, ohne die Papierfasern durch Vibration zu trennen.
Das eigentliche Takeaway: Eine Fadenpalette + eine Einspann-Gewohnheit tragen dich durch fünf sehr unterschiedliche Projekte
Donnetts Demo zeigt: Du brauchst keine Magie für schwierige Materialien – du brauchst Protokoll:
- Substrat respektieren: Karton reißt, Strick dehnt, Frottee quetscht.
- Werkzeug-Check: Kämpfst du mit einem dicken Quilt-Sandwich im Standardrahmen? Stickst du FSL mit stumpfer Nadel?
- Standardisieren: Mit Checklisten arbeiten.
Starte mit Karton oder Frottee – das sind schnelle „Wins“. Wenn du einmal das Gefühl für korrektes Einspannen hast, ist der Rest Wiederholung.
FAQ
- Q: Wie verhindere ich, dass Freestanding Lace (FSL) Ornamente beim Sticken auf Heavy Duty Water Soluble stabilizer (Badge Master) locker wirken oder auseinanderfallen?
A: Nutze Heavy Duty Water Soluble mit straffem Einspannen und reduzierter Geschwindigkeit, damit sich die Knoten zu einem stabilen „Fadengewebe“ verriegeln.- Setze eine frische 75/11 Sharp (Microtex) Nadel ein und prüfe, ob genug Unterfaden für den kompletten Lauf vorhanden ist.
- Spanne Heavy Duty Water Soluble stabilizer trommelfest ein (bei Wellenbildung oft doppellagig).
- Starte bei dichter Zickzackstruktur mit 500–600 SPM.
- Erfolgskontrolle: Die Stickerei wirkt verriegelt (nicht schlaufenartig) und die Maschine klingt gleichmäßig „knackig“ (kein klatschendes Flagging-Geräusch).
- Wenn es weiterhin scheitert: sofort stoppen und mit zwei Lagen neu einspannen – den Lauf nicht erzwingen.
- Q: Wie verhindere ich, dass Handtuchstickerei auf Frottee-Geschirrtüchern „schmutzig“ aussieht, weil Schlingen durchkommen – und wie vermeide ich Rahmenabdrücke?
A: Nutze einen Water Soluble Topper gegen den Flor und vermeide übermäßigen Druck durch zu straffes Einspannen (Magnetrahmen werden oft genau dafür genutzt, um Rahmenabdrücke zu reduzieren).- Lege Water Soluble Topper (Solvy) vor dem Sticken oben auf.
- Spanne straff, aber neutral ein (nicht wie eine Trommel) und stütze das Tuch auf dem Tisch ab, damit kein Zug am Rahmen entsteht.
- Beobachte die ersten 100 Stiche und kürze einzelne Schlingen, die sich verfangen.
- Erfolgskontrolle: Die Schneeflockenlinien bleiben klar und definiert, und nach dem Ausspannen ist kein tiefer „Ring“ sichtbar.
- Wenn es weiterhin scheitert: Tuchgewicht besser abstützen und Einspannspannung prüfen (zu straff erhöht Verzug und Abdruckrisiko).
- Q: Warum kräuselt ein großes Motiv wie Feather Flurry oder bekommt Lücken beim Sticken auf einem Sweatshirt-Strick, obwohl es im Rahmen glatt aussah?
A: Strick wird beim Einspannen oft gedehnt und entspannt sich nach dem Ausspannen; stabilisiere deshalb ohne Verzug mit fusible mesh + cutaway und verbinde die Lagen gegen Verschieben.- Bügle Polymesh (No-Show Mesh) auf die Rückseite des Vorderteils.
- Spanne mit Medium Cutaway ein (kein Tearaway bei Sweatshirts).
- Nutze eine leichte Schicht temporäres Sprühklebe (z. B. 505 Spray), damit Stoff und Vlies als Einheit laufen.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Ausspannen liegen die Federkanten flach, und Konturen zeigen keine Lücken zur Füllfläche.
- Wenn es weiterhin scheitert: Neu einspannen und sicherstellen, dass das Sweatshirt nicht gedehnt ist (Bettlaken-Spannung statt Trommel).
- Q: Welche Nadel- und Geschwindigkeitswahl hilft, damit Karton-Stickerei (Kimberbell-Style Watercolor Cards) nicht reißt oder perforiert?
A: Verwende eine 75/11 Sharp (Microtex) Nadel und reduziere die Geschwindigkeit, weil Papier zusätzliche Einstiche nicht „verzeiht“.- Auf eine saubere 75/11 Sharp (Microtex) Nadel wechseln (nicht die Sweatshirt-Nadel weiterverwenden).
- Tempo als Start auf 350–500 SPM reduzieren, um die Papierstege zwischen Einstichen zu schützen.
- Karton auf Klebevlies (oder Tearaway mit Sprühkleber) floaten, statt ihn direkt einzuspannen.
- Erfolgskontrolle: Die Kontur sitzt sauber, ohne Risse zwischen den Löchern, und die Karte bleibt ohne Knicke flach.
- Wenn es weiterhin scheitert: Prüfen, ob wirklich gefloatet (nicht eingeklemmt) wird, und innerhalb der maschinensicheren Grenzen weiter verlangsamen.
- Q: Was sind die sichersten Schritte, um Verletzungen zu vermeiden, wenn ich Vlies trimme und ein upgecyceltes Sweatshirt zur Jacke mittig aufschneide?
A: Hände aus dem Nadelbereich halten und Werkzeuge bewusst führen – die meisten Unfälle passieren beim Umpositionieren, nicht beim Sticken.- Maschine vollständig stoppen oder ausschalten, bevor Hände in die Nähe der Nadel kommen.
- Schere/Schneider beim Umpositionieren geschlossen halten; nur zum Schneiden öffnen.
- Nie in den Nadelbereich greifen, wenn die Maschine eingeschaltet ist oder nur pausiert – Fäden können ziehen.
- Erfolgskontrolle: Umpositionieren erfolgt mit Händen außerhalb der Nadelbahn, Schnitte sind sichtbar und kontrolliert.
- Wenn es weiterhin „hektisch“ wird: stoppen und das Kleidungsstück neu auf dem Tisch auslegen, bis die Schnittlinie stabil und gut erreichbar ist.
- Q: Welche Sicherheitsregeln für Magnetrahmen verhindern eingeklemmte Finger und schützen Elektronik bei Neodym-Magneten?
A: Behandle Magnetrahmen wie ein Werkzeug mit Kraft: mit Schiebe-Bewegung schließen/öffnen und Abstand zu sensiblen Geräten halten.- Magnete einschieben statt „draufknallen“ lassen, um Quetschkraft zu reduzieren.
- Finger aus der Schließzone halten; Magnet erst am Rahmenrand „landen“ lassen und dann schließen.
- Abstand zu Herzschrittmachern, magnetischen Speichermedien und empfindlichen Displays/Elektronik.
- Erfolgskontrolle: Magnete schließen kontrolliert ohne Schnappen, keine Finger in der Klemmzone.
- Wenn es weiterhin kritisch ist: Tempo rausnehmen und mit zwei Händen arbeiten (eine stabilisiert den Rahmen, eine führt den Magnet).
- Q: Wenn das Einspannen von 20+ Handtüchern oder dicken Quiltblöcken Handgelenkschmerzen verursacht und die Ergebnisse schwanken: Wann sollte man von Technik-Fixes auf Magnetrahmen oder eine SEWTECH Multi-Needle Machine umsteigen?
A: Optimiere zuerst Vlies/Einspannen, wechsle auf Magnetrahmen, wenn Einspannen der Engpass wird, und erwäge eine Mehrnadelmaschine, wenn Farbwechsel die Produktionszeit dominieren.- Level 1 (Technik): Standardisiere Topper + Abstützen bei Frottee bzw. Ausrichtungsmarken beim Quilt und vermeide Dehnung bei Strick.
- Level 2 (Tool): Magnetrahmen, wenn Schraubrahmen Kraft/Verzug, Rahmenabdrücke oder Handgelenksbelastung verursachen – besonders bei Frottee und Quilt-Sandwich.
- Level 3 (Kapazität): SEWTECH Multi-Needle Machine, wenn der Hauptzeitfresser Farbwechsel statt Stickzeit ist.
- Erfolgskontrolle: Einspannen wird schnell und reproduzierbar, weniger Neu-Einspannen, und die Durchlaufzeit sinkt, weil Setup nicht mehr limitiert.
- Wenn es weiterhin scheitert: Ergänze ein Platzierungssystem (Einspannstation), um manuelle Ausrichtungsfehler bei Wiederholaufträgen zu reduzieren.
