Floriani-FTCU Herz-Blume digitalisieren: Sauberer Circle-Template- + Contour-Workflow (ohne den „Bunny-Ears“-Ärger)

· EmbroideryHoop
Dieser praxisnahe Walkthrough in Floriani Total Control U (FTCU) zeigt, wie du aus einer einzigen Herz-Form aus den Custom Shapes eine Blume aufbaust, sie mit Shape Edit sauber symmetrierst, die Blütenblätter mit Circle Template anordnest, mit Contour saubere Innen-/Außen-Offsets erzeugst und anschließend mit Motif Fill, Backstitch Run-Konturen sowie Ripple Fill für Stiel und Blätter ein stichfertiges Ergebnis bekommst. Du lernst dabei, typische Vektor-Artefakte („bunny ears“) schnell zu entfernen, Stichrichtung und Stichreihenfolge gezielt zu kontrollieren – und wie du Export-Überraschungen bei Bernina-Dateiformaten (.EXP vs .EXP+) vermeidest.
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Inhaltsverzeichnis

Wenn du schon mal vor einer „eigentlich einfachen“ Blumenidee saßt und gedacht hast: Warum wird das Zentrum plötzlich unruhig, warum entstehen komische Überlappungen – und warum sieht die Stichreihenfolge am Ende nach Bastelstunde aus? Dann bist du nicht allein.

In diesem Projekt baut Bernina Jeff eine Blume aus einem einzigen Herz in Floriani Total Control U (FTCU) und führt das Ganze bis zur stichfertigen Datei: Circle Template für die Anordnung, Contour für Innen-/Außenkonturen, Motif Fill für Struktur und Ripple Fill für Blätter. Ich halte den Ablauf eng am Video – ergänze aber die „Werkstatt-Logik“, die im Alltag den Unterschied macht: saubere Vektoren, keine Überraschungen bei der Stichrichtung und ein Setup, das später zuverlässig stickt.

Screen showing the Custom Shapes menu with 'Heart 004' selected.
Selecting the base shape

Keine Panik: Der Herz-Blumen-Workflow in Floriani FTCU ist einfacher, als er aussieht (wenn du sauber vorbereitest)

Jeffs Ansatz ist ein typisches „productive play“-Projekt: Du trainierst Werkzeuge, mit denen du später schnell reagieren kannst, wenn jemand fragt: „Kannst du mir das als Logo machen?“ oder „Kannst du was Süßes auf ein Handtuch sticken?“

Die wichtigste Denkweise dabei: In FTCU gilt fast immer erst sauberes Artwork, dann Stiche. Das sieht man im Video sehr klar: Shape Edit passiert am Vektor, und die Bereinigung läuft in der Sequence View, bevor du die finale Stichlogik „festnagelst“.

Wenn du am liebsten sofort Stiche drauflegst: verständlich. Aber bei wiederholter Geometrie (hier: sechs Blütenblätter) vervielfacht sich jeder kleine Vektorfehler. Ein minimal falscher Knoten kann später zu extrem kurzen Stichen in engen Ecken führen – und dann klingt die Maschine beim Nähen „gequält“, weil sie versucht, zu viel in zu wenig Raum zu packen. Genau das wollen wir vermeiden.

Close up of the Shape Edit tool moving a node on the heart vector.
Refining the heart shape

Jeffs „unsichtbare“ Vorbereitung: Workspace-Kontrolle, Shape-Library-Zugriff und eine Save-Routine, die sich auszahlt

Bevor Circle Template oder Contour überhaupt Sinn ergeben, macht Jeff drei Dinge, die erfahrene Digitalisierer fast automatisch tun:

1) Workspace zentrieren (Doppelklick auf die Lupe), damit du nicht gegen den Bildschirm arbeitest. 2) Eine definierte Basisform holen aus Custom Shapes (Heart 004). 3) Gute Formen als Assets behandeln: Wenn du ein Herz so anpasst, dass es „besser“ aussieht, speichere es als Custom Shape – dann musst du es nächsten Monat nicht neu bauen.

The Transform tab showing the width input set to 1.25 inches.
Inputting specific dimensions

Prep-Checkliste (bevor du auch nur einen Knoten anfasst)

  • Clean Slate: Neue Arbeitsfläche nutzen, damit „Undo“ (Ctrl+Z) nachvollziehbar bleibt.
  • Asset holen: Custom Shapes öffnen und Heart 004 auswählen.
  • Ansicht fixieren: Ansicht zentrieren (Lupe doppelklicken) oder „To Fit“.
  • Modus prüfen: Herz beim Bearbeiten in Fill-Artwork lassen (nicht als Outline).
  • Wiederverwendbarkeit: Entscheide jetzt: Wenn die Form als Blütenblatt gut ist, später als Custom Shape speichern.
  • Material-Realität: Hast du passende Nadeln im Haus (z. B. 75/11 Ballpoint für Maschenware oder Sharps für Webware)? Digitalisiere nichts, was du materialseitig nicht sauber umsetzen kannst.

Wenn du für Produktion arbeitest (nicht nur „zum Spaß“), gewinnst du hier still Zeit. Es ist wie mit Vorrichtungen in der Werkstatt: Das erste Setup wirkt langsam – jede Wiederholung wird danach schnell.

Shape-Edit-Tool in Floriani FTCU: Heart 004 symmetrischer machen (ohne zu übertreiben)

Jeffs Herz-Optimierung ist simpel, aber effektiv: Er nutzt das Shape-Tool, um die Vektorknoten direkt zu bearbeiten.

  • Shape-Tool aktivieren (Pfeil mit Knoten).
  • Nahe an der Vektorlinie hovern, bis der kleine „Handle“-Indikator erscheint.
  • Rechtsklick auf die Linie → Add Point.
  • Den neuen Punkt leicht nach innen ziehen, um die Rundung zu korrigieren.
  • Auf der anderen Seite wiederholen, bis das Herz optisch ausgewogen wirkt.

Der Schlüssel ist Zurückhaltung: Du modellierst kein neues Herz – du korrigierst eine kleine Unwucht, damit das Blütenblatt in der Wiederholung bewusst und „sauber“ wirkt.

Right clicking to add a point to the stem vector line.
Editing the stem curve

Praxis-Tipp: Bei spiegelähnlichen Formen so zoomen, dass du Knoten sauber siehst – aber immer wieder rauszoomen und die Silhouette beurteilen. Perfekte Knotensymmetrie ist nicht automatisch eine schöne Form.

Combine + Transform: Mittelloch schneiden und 1,25" festlegen, bevor du irgendetwas vervielfältigst

Jeff dupliziert das Herz, um in der Mitte ein „Loch“ (Aussparung) zu erzeugen:

1) Herz duplizieren. 2) Duplikat kleiner skalieren und mittig in das große Herz legen. 3) Beide markieren und Combine nutzen (grünes Tool mit Büroklammer-Icon). 4) Danach ist es ein Artwork-Objekt (nicht zwei lose Herzen).

Dann legt er die Arbeitsgröße über Transform fest:

  • Maintain aspect ratio EIN
  • Einheiten auf inches
  • Höhe auf 1.25 inches setzen und anwenden

Das ist ein Profi-Move: erst auf Arbeitsgröße bringen, dann Circle Template. FTCU reagiert stabiler, und du vermeidest, dass du später komplexe Gruppenergebnisse skalierst und dir damit Dichten/Abstände „verschiebst“.

Applying the 'Backstitch Run' from the right-click menu.
Converting artwork to stitches

Satin-Tool: Stichrichtung bewusst setzen, bevor „zufällige Winkel“ deine Blütenblätter ruinieren

Jeff zeigt kurz, warum Stichrichtung zählt. Wenn du Stiche erst nach dem Gruppieren/Templaten ohne definierte Winkel erzeugst, können einzelne Blätter unterschiedliche Stichlagen bekommen. Das reflektiert Licht unterschiedlich – die Blätter wirken dann „uneinheitlich“, obwohl sie geometrisch identisch sind.

Er demonstriert das Satin-Tool und setzt die Stichneigung durch Klicks von Punkt zu Punkt über die Form. Danach passt er Start/Stop an: Rechtsklick außerhalb des Objekts und die Start-/Stop-Marker an saubere Positionen ziehen.

Das ist nicht Pedanterie – das ist Stabilität. Sinnvolle Winkel reduzieren Verzug (Push/Pull).

Wenn du „festhängst“: Jeff macht das, was erfahrene Anwender immer tun: zurück auf das Select-Tool, um den Kontext zu resetten, dann erneut starten.

Circle Template in Floriani FTCU: 6 Counts, 90° Angle und der „Kuss an der Kante“-Sweet-Spot

Jetzt wird’s zur Blume.

Jeffs Circle-Template-Settings:

  • Counts: 6
  • Angle: 90 degrees
  • Scale bei 100 lassen
  • Die „Objects“-Angle/Offset-Optionen nicht verändern (wie im Video ausdrücklich erwähnt)

Dann stellt er Circle Dimensions so ein, dass die Herzen „gerade so“ an den Kanten anliegen („just about kiss at the edges“).

Merksatz aus der Praxis: Du suchst eine minimale Lücke oder ein ganz leichtes Berühren. Zu viel Überlappung macht dir in der Mitte schnell einen extrem dichten Fadenknoten (Nadelbruch-Risiko). Zu viel Abstand wirkt optisch „lose“.

The Circle Template dialog box showing 6 hearts arranged in a perfect circle.
Creating the flower layout

Wenn es passt: OK klicken und in die Arbeitsfläche übernehmen. Jeff löscht danach das übrig gebliebene Center-Artwork, das er nicht braucht.

Wiederholbarkeit: Wenn du eine Petal-Spannung/Abstandskombination gefunden hast, die dir gefällt, notiere dir den Circle-Dimensions-Wert. In Serienproduktion ist Konsistenz bares Geld.

Save Custom Shape in FTCU: Aus deinem modifizierten Herz ein wiederverwendbares Asset machen

Jeff zeigt das Speichern als eigene Form:

  • Artwork markieren
  • Tools öffnen
  • Save Custom Shape wählen
  • Benennen (er nutzt ein Muster wie „heart…YT“)

So baust du dir über Zeit eine eigene Bibliothek auf – dein „Hausstil“, der dich schneller macht.

Contour in Floriani Total Control U: Innen + Außen Offsets (und warum „Bunny Ears“ entstehen)

Jeff nutzt das Contour-Tool mit:

  • Inside und Outside
  • Mitered
  • Ripple limit: 1
  • Spacing angezeigt als 0.2 (Hinweis: Einheiten hängen von deinen Defaults ab.)
The Contour Tool settings window with 'Inside', 'Outside' and 'Mitered' selected.
Setting up offsets

Dann kommt der Klassiker: kleine Artefakte im Zentrum – Jeff nennt sie „bunny ears“.

Das Prinzip dahinter: Offset-Berechnungen werden bei spitzen Winkeln und engen Kreuzungen schnell „mathematisch schwierig“. Die Software erzeugt zwar gültige Offset-Pfade, aber die Geometrie kann sich lokal überschneiden und kleine Schleifen bilden.

Jeffs Fix ist pragmatisch:

  • In die Sequence View gehen
  • Rechtsklick auf das gruppierte Contour-Ergebnis
  • Break Apart
  • Unerwünschte Segmente selektieren und Delete
Sequence view panel showing multiple 'Artwork' layers after breaking apart the contour group.
Cleaning up the design

Wichtig (wie im Video): Wenn du Fill + Outline willst, brauchst du zwei Artwork-Layer.

Warnung: Beim Löschen nach Break Apart langsam arbeiten. Ein falscher Delete kann dir eine benötigte Kontur wegnehmen. Zoom rein und lösche wirklich nur die „Müll“-Schleifen.

Motif Fill + Backstitch Run: Struktur + kräftige Kontur, ohne das Design unnötig riskant zu machen

Jeff dupliziert den inneren Contour-Artwork-Layer, damit er zwei Sticharten vergeben kann:

1) Motif Fill für die Struktur

  • Er nennt ein konkretes Motif-Fill-Pattern (u. a. „Golf Club pattern / Pattern 213“) und setzt die Größe auf 6mm.

2) Backstitch Run als kräftige Umrandung auf dem duplizierten Layer. 3) Den Außen-Contour setzt er ebenfalls auf Backstitch Run für eine schnelle, saubere Außenlinie.

3D view of the heart flower with Motif Fills applied.
Previewing stitches

Das ist „High Impact, Low Risk“: Motif-Fills geben Charakter, und Backstitch-Konturen kaschieren kleine Unsauberkeiten an der Vektorkante.

Stiel und Blätter in FTCU: Triangle-Tool, Add-Point-Kurven, Leaf 002 und Ripple-Fill-Textur

Jeff baut den Stiel so:

1) Auf der Arbeitsfläche Platz schaffen, indem du mit dem Mausrad scrollst (so positioniert, dass die Blume im Zentrum bleibt). 2) Shape-Tool-Set öffnen (Stift mit Dreieck/Kreis/Rechteck) und Triangle wählen. 3) Per Click-Drag einen einfachen Dreiecks-Stiel zeichnen. 4) Zurück auf Select. 5) Mit Shape weiter verfeinern:

  • Rechtsklick Add Point
  • Punkte ziehen, um die Kanten leicht zu kurven und dem Stiel „Charakter“ zu geben
Jeff using the Triangle tool to draw the initial stem shape.
Drawing the stem

Dann vergibt er Ripple Fill für den Stiel.

Für die Blätter:

  • In Custom Shapes Leaf 002 wählen.
  • Vertikal flippen, bis die Orientierung passt.
  • Mit Handles skalieren.
  • Wenn das Blatt optisch nicht zum Stiel passt: mit Shape Edit einen Knoten leicht anpassen.
  • Blatt duplizieren und rechts/links spiegeln für das zweite Blatt.

Er nutzt Ripple Fill auch für die Blätter und zeigt die Dichte-Anpassung:

  • Dichte auf 2.5 setzen.
Ripple Fill properties panel showing Density changed to 2.5.
Adjusting stitch parameters

Setup-Checkliste (bevor du die finale Stichreihenfolge festlegst)

  • Geometrie: Stielkanten sind weich gekurvt (keine harten Knicke durch ungünstige Knoten).
  • Platzierung: Leaf 002 ist positioniert, geflippt, skaliert und optisch ausbalanciert.
  • Stichart: Ripple Fill auf Stiel und Blätter angewendet.
  • Parameter: Leaf-Ripple-Density steht auf 2.5 (offen/leicht).
  • Vorschau: 3D-Preview zeigt keine extrem dichten „Knoten“-Zonen.

Sequence View: Die leise Stellschraube, die das Ergebnis „fertig“ aussehen lässt

Jeff ordnet Objekte in der Sequence View per Drag & Drop um.

Er behebt konkret den Fall, dass der Stiel über dem Blatt liegt, indem er die Stichreihenfolge ändert – den Stiel-Layer in eine sinnvollere Position zieht.

Dragging the Stem layer in the Sequence View to reorder it.
Reordering stitch sequence

Das ist ein Detail, das „es hat gestickt“ von „es sieht professionell aus“ trennt. Stichreihenfolge steuert Abdeckung, saubere Kanten und wo Verbindungsstellen verschwinden.

Grundregel (Sandwich-Prinzip): Was „hinten“ liegt, zuerst; Details, die „vorn“ liegen sollen, zuletzt. Ob der Stiel hinter oder vor den Blättern liegt, ist Designentscheidung – aber sie sollte bewusst sein.

Final view of the complete flower with stem and leaves in 3D mode.
Final review

3D Preview + Farbwechsel als Stopps: Farben als Steuer-Signale nutzen

Jeff nutzt die 3D-Vorschau und erwähnt eine sehr praxisnahe Gewohnheit: Er verwendet Farben oft als Maschinen-Stoppsignale, nicht als „echte“ Farbempfehlung.

Auch bei einem einfarbigen Design kann ein zusätzlicher Farbblock die Maschine zum Stopp/Trim zwingen – hilfreich, wenn du z. B. kurz Fäden säubern oder einen Arbeitsschritt kontrolliert machen willst.

Bernina .EXP vs .EXP+ (und warum manche Dateien „auftauchen“ und andere nicht)

In den Kommentaren kam die Frage auf, warum Bernina-Dateien als .exp vs .exp+ auftauchen und warum manche .exp+-Dateien auf der Maschine funktionieren und andere nicht.

Jeffs Antwort: .exp+ besteht aus zwei zusätzlichen Dateien, die Bernina-Maschinen zusätzliche Informationen geben, und er empfiehlt „Plus“, wenn verfügbar. Normales .exp funktioniert, aber du bekommst ggf. Standardfarben, die „wirklich mies“ sind.

Praktischer Takeaway:

  • Datei-Hygiene: Beim Kopieren auf USB sicherstellen, dass du wirklich alle zugehörigen Dateien mitnimmst (bei Bernina sind das je nach Export oft mehrere Dateien).
  • Modellabhängig: Immer im Handbuch deines konkreten Bernina-Modells prüfen.

Wenn das Design sauber sticken soll: Stoff + Stickvlies sind entscheidender, als viele zugeben

Das Video ist softwarelastig – in der Praxis sieht dein Digitalisieren aber nur dann gut aus, wenn der Stoff sauber stabilisiert ist. Hier ist die physische „Rezeptur“, damit diese Datei zuverlässig läuft.

Entscheidungsbaum: Stickvlies-Strategie für Ripple Fill + Motif Fill

  1. Ist der Stoff dehnbar? (z. B. T-Shirt, Jersey)
    • NEIN: Weiter zu Schritt 2.
    • JA: Cutaway-Stickvlies (Mesh oder mittlere Stärke). Warum? Tearaway kann unter der Nadel „brechen“, die Kontur läuft dann leichter aus der Passung. Ballpoint-Nadel (75/11).
  2. Ist das Material flauschig/hoch? (z. B. Handtuch, Fleece)
    • NEIN: Weiter zu Schritt 3.
    • JA: Tearaway oder Cutaway als Rückseite + wasserlöslicher Topper oben. Warum? Der Topper verhindert, dass die Motif-Stiche in den Flor einsinken.
  3. Ist es flache Webware (z. B. Baumwolle, Quiltblock, Hemdstoff)
    • JA: Tearaway ist meist ausreichend. Stoff sauber und fest einspannen.

Praxis-Hinweis: Bei der offenen Ripple-Optik (Dichte 2.5) lohnt sich ein kurzer Blick auf die Fadenspannung: Wenn der Oberfaden zu locker ist, wirken die „Wellen“ schnell unruhig.

Der Upgrade-Pfad, wenn du das für echte Aufträge machst (nicht nur „einmal zum Spaß“)

Sobald du solche Designs auf echten Teilen stickst, verschiebt sich der Engpass oft von der Software zu deinen physischen Tools. Du siehst dann z. B. Rahmenabdrücke oder kämpfst damit, die Blume exakt auf einer Tasche oder über einer Naht zu zentrieren.

Wenn du bei rutschigen Stoffen oder dicken Teilen (z. B. Jacken) merkst, dass klassische Schraubrahmen dich ausbremsen, wechseln viele Profis auf Magnetrahmen für Stickmaschine. Sie klemmen schnell, ohne „schrauben und ziehen“, und reduzieren damit Stress für Material und Handgelenke.

Für bestimmte Maschinen kann ein passender Magnetrahmen für bernina helfen, Rahmenabdrücke auf empfindlichen Stoffen zu reduzieren, weil die Klemmung flächiger ist als bei klassischen Innen-/Außenringen.

Wenn dein Volumen steigt (z. B. 50 linke Brustpositionen), wird manuelles Einspannen langsam und ungenau. Dann sind Einspannstation der nächste logische Schritt: Sie funktionieren wie eine Vorrichtung, damit jedes Teil an exakt derselben Position eingespannt wird.

Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen. Starke Magnete sind eine echte Quetschgefahr. Finger aus der „Schnappzone“ halten und nicht in die Nähe von Herzschrittmachern oder empfindlicher Elektronik bringen.

Häufige FTCU-„Herzblume“-Probleme: Symptome, Ursachen und schnelle Fixes

Hier sind die Probleme, die Jeff im Video tatsächlich zeigt – als schnelle Diagnose.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Quick Fix (Jeffs Methode)
„Bunny ears“ / Spitzen Contour-Offsets kommen mit engen Winkeln nicht sauber klar In der Sequence View Break Apart und die komischen Segmente löschen.
Stiel liegt über dem Blatt Falsche Stichreihenfolge Stiel-Layer in der Sequence View hoch/runter ziehen, bis er korrekt liegt.
Objekt lässt sich schlecht auswählen Überlagerte Layer / Gruppierung Objekt direkt in der Sequence View auswählen statt auf der Arbeitsfläche zu klicken.
Satin-Tool „spinnt“ Falscher Tool-Kontext Esc, dann Select wählen (Reset), danach Satin erneut anwenden.

Finaler Durchgang: Vorschau, Artwork aufräumen, Stitch-Out planbar machen

Jeff beendet mit 3D-Check und Cleanup. Das ist dein „Pre-Flight“-Check.

The finished design with the background grid turned off for clarity.
Showcasing the result

Operator-Checkliste (vor Export und Probestick)

  • Laufweg prüfen: 3D-Preview/Slow Redraw: Springt die Maschine logisch oder quer über das Design?
  • Aufräumen: In der Sequence View prüfen, ob unnötige Artwork-Elemente übrig sind, und löschen.
  • Parameter bestätigen: Motif-Fill-Größe 6mm, Ripple-Fill-Dichte 2.5 (oder bewusst abweichend).
  • Start/Stop prüfen: Liegen Start-/Stop-Punkte so, dass keine langen Sprungstiche entstehen?
  • Format-Sicherheit: In das Format exportieren, das deine Maschine sauber verarbeitet (.PES, .DST, .EXP+ etc.), inkl. der zugehörigen Zusatzdateien.

Wenn Einspannen zum Engpass wird: Ein praktisches Effizienz-Upgrade

Digitalisieren bringt schöne Dateien – aber Produktionskonstanz bringt Umsatz.

Wenn du diese Herz-Blume auf 20 Tote Bags exakt gleich platzieren musst, macht dich manuelles Messen wahnsinnig. Ein Workflow im Stil einer hoop master Einspannstation löst das über eine feste Vorrichtung: Teil aufschieben, Rahmen klemmen, fertig – jedes Mal gleiche Position.

Für kleinere Studios kann auch eine generische hoopmaster Einspannstation (oder ähnliche Systeme) das Einspannen von „Pi mal Daumen“ zu einem mechanischen Prozess machen.

Und selbst wenn du noch am Anfang stehst: Eine Einspannstation für Maschinenstickerei früh zu testen, trainiert dich darauf, Platzierung als wiederholbare Technik zu behandeln – nicht als Bauchgefühl. Wenn du später schwierige Teile stickst (z. B. dicke Taschen), ist eine Einspannstation für Stickmaschinen in Kombination mit Magnetrahmen in vielen Betrieben der Standard für stressfreies Arbeiten.

Warnung: Mechanische Sicherheit. Beim Testen neuer Designs Hände aus dem Nadelbereich halten. Niemals unter einem laufenden Nähfuß Fäden schneiden – Maschine vollständig stoppen. Moderne Servomotoren sind leise, aber sehr kraftvoll.

FAQ

  • Q: Wie verhindere ich in Floriani Total Control U (FTCU) die „bunny ears“-Spitzen nach dem Contour-Tool mit Innen-/Außen-Offsets?
    A: Zerlege die Contour-Gruppe in der Sequence View und lösche nur die kleinen gefalteten Segmente – das ist eine typische Offset-Artefakt-Bereinigung.
    • In Sequence View gehen, Rechtsklick auf das gruppierte Contour-Ergebnis, Break Apart
    • Stark hineinzoomen und nur die kleinen Spitzen/Schleifen selektieren, dann Delete
    • Prüfen, dass die Hauptpfade innen/außen noch vorhanden sind (für Fill + Outline brauchst du zwei Artwork-Layer)
    • Erfolgskontrolle: Zentrum wirkt glatt, und 3D/Slow Redraw zeigt keinen Mikro-Stich-„Knoten“ in der Mitte
    • Wenn es weiter scheitert: Vorher im Artwork mit Shape Edit scharfe Ecken entschärfen (Punkte vorsichtig setzen/verschieben) und Contour erneut ausführen
  • Q: Wie verhindere ich in Floriani Total Control U (FTCU), dass Satin-Stichwinkel über wiederholte Blütenblätter aus Circle Template „zufällig“ wirken?
    A: Lege die Stichrichtung am Original-Blütenblatt mit dem Satin-Tool fest, bevor du die Wiederholung finalisierst, und kontrolliere Start/Stop.
    • Satin anwählen und Punkt-zu-Punkt über das Blütenblatt klicken, um eine konsistente Neigung zu definieren
    • Rechtsklick außerhalb des Objekts und Start/Stop-Marker an saubere Positionen ziehen
    • Wenn das Tool verwirrend wird: Esc drücken und Select klicken (Kontext-Reset), dann Satin erneut
    • Erfolgskontrolle: In der 3D-Vorschau reflektieren alle Blätter ähnlich (Winkel konsistent) und der Stoff verzieht sich weniger durch Push/Pull
    • Wenn es weiter scheitert: Prüfen, ob du Stiche versehentlich erst nach dem Gruppieren ohne Richtung vergeben hast – Satin entfernen und am richtigen Objekt neu anwenden
  • Q: Welche Circle-Template-Einstellungen helfen in Floriani Total Control U (FTCU) bei einer 6-Blatt-Herzblume, ein zu dichtes, nadelbrechendes Zentrum zu vermeiden?
    A: Nutze Jeffs Basis (Counts 6, Angle 90°) und stelle Circle Dimensions so ein, dass die Blätter „gerade so“ anliegen – ohne starke Überlappung.
    • Counts: 6 und Angle: 90°, Scale bei 100% lassen und die Object-Angle/Offset-Optionen nicht verändern (wie im Video)
    • Circle Dimensions so einstellen, dass die Kanten nur hauchdünn Abstand haben oder minimal berühren – keine Stapel-Überlappung im Zentrum
    • Übrig gebliebenes Center-Artwork nach dem Platzieren löschen
    • Erfolgskontrolle: Zentrum wirkt in der Vorschau nicht „bulletproof“, und es bildet sich kein dunkler, dicker Fadenklumpen dort, wo alle Blätter zusammentreffen
    • Wenn es weiter scheitert: Zurückgehen und die Überlappung reduzieren, indem du Circle Dimensions leicht vergrößerst, bevor du finalisierst
  • Q: Wie behebe ich in Floriani Total Control U (FTCU), dass ein Blumenstiel wegen falscher Stichreihenfolge über einem Blatt liegt?
    A: Ordne die Layer in der Sequence View um, damit der Stiel früher oder später stickt – das ist ein normaler Finish-Schritt.
    • Sequence View öffnen und Stiel- und Blatt-Objekte in der Liste identifizieren
    • Den Stiel-Layer per Drag & Drop hoch/runter ziehen, bis er hinter (oder bewusst über) dem Blatt liegt
    • 3D-Preview erneut laufen lassen und Abdeckung/Kanten prüfen
    • Erfolgskontrolle: Der Stiel „schneidet“ nicht mehr ungewollt über die Blattkante, und die Überlappung wirkt absichtlich
    • Wenn es weiter scheitert: Objekt direkt in der Sequence View auswählen (nicht auf der Arbeitsfläche), falls Überlagerungen die Auswahl blockieren
  • Q: Welche Stickvlies- und Nadelwahl verhindert bei einem FTCU-Design mit Motif Fill Größe 6mm und Ripple Fill Dichte 2.5 das Einsinken oder Versatz auf Jersey und Handtuch?
    A: Zuerst das Stickvlies an den Stoff anpassen – Dehnung braucht Cutaway, Flor braucht Topper – dann fest einspannen.
    • Für Jersey/T-Shirts (dehnbar): Cutaway-Stickvlies (Mesh oder mittlere Stärke) und 75/11 Ballpoint
    • Für Handtuch/Fleece (flauschig/Flor): Tearaway oder Cutaway als Rückseite plus wasserlöslicher Topper, damit das 6mm-Motiv nicht einsinkt
    • Für flache Webware: Tearaway ist meist ausreichend und fest einspannen
    • Erfolgskontrolle: Eingespannten Stoff antippen – er sitzt fest, und Motif/Ripple bleiben sichtbar statt im Flor zu verschwinden
    • Wenn es weiter scheitert: Fadenspannung prüfen und ggf. neu einspannen, wenn sich der Stoff im Rahmen bewegen kann
  • Q: Wie kann ich in Floriani Total Control U (FTCU) Garnfarben als gezielte Maschinen-Stopps für Trimmen oder Handling nutzen?
    A: Vergib unterschiedliche Farben im Programm, um die Maschine auch bei einem einfarbigen Design zu Stopps/Trims zu zwingen.
    • Elemente in separate Farbblöcke aufteilen, wo du bewusst eine Pause willst
    • Den Stopp nutzen, um zu trimmen, zu kontrollieren oder Handling sicherer zu machen
    • Farbsequenz in der Vorschau prüfen, damit Stopps an gut zugänglichen Stellen liegen
    • Erfolgskontrolle: Die Maschine hält an den geplanten Punkten statt „durchzurennen“
    • Wenn es weiter scheitert: Prüfen, ob deine Maschine Farbwechsel als Stopps interpretiert (modellabhängig) und Handbuch beachten
  • Q: Welche Sicherheitsregeln sollten Stickmaschinen-Operatoren befolgen, um Nadelverletzungen bei Probesticks und Troubleshooting zu vermeiden?
    A: Maschine vollständig stoppen, bevor du in den Nadelbereich greifst – moderne Motoren sind leise, aber sehr kraftvoll.
    • Hände aus dem Nadel-/Nähfußbereich während der Bewegung halten, besonders bei neuen Designs
    • Niemals unter einem laufenden Nähfuß Fäden schneiden; erst stoppen, dann trimmen
    • 3D-Preview/Slow Redraw nutzen, um Überraschungen zu reduzieren, die zu „schnellen Handgriffen“ verleiten
    • Erfolgskontrolle: Keine „Quick-Hand“-Momente nötig, weil Checks nur im Stillstand passieren
    • Wenn es weiter scheitert: Prozess verlangsamen und geplante Farbstopps einbauen, damit Trimmen nur bei sicheren Stopps erfolgt
  • Q: Wenn Einspannen bei Wiederholungen (z. B. 20 Tote Bags oder 50 linke Brustpositionen) inkonsistent wird: Was ist ein sinnvoller Upgrade-Pfad von Technik zu Tools wie Magnetrahmen und Einspannstation?
    A: Verbessere in Stufen: erst manuelles Einspannen stabilisieren, dann Ausrichtungshilfen, dann Produktions-Equipment bei Bedarf.
    • Level 1 (Technik): Platzierung konsequent messen/wiederholen und vor jedem Lauf die Einspannung prüfen
    • Level 2 (Tool-Upgrade): Magnetrahmen für Stickmaschine nutzen, wenn Schraubrahmen Rahmenabdrücke, langsames Setup oder Stoffverzug verursachen (Magnete vorsichtig handhaben: Quetschgefahr; Abstand zu Schrittmachern/Elektronik)
    • Level 3 (Konstanz-System): Eine Einspannstation einsetzen, um Platzierung als wiederholbare Vorrichtung/Jig zu standardisieren
    • Erfolgskontrolle: Platzierung trifft wiederholt die gleiche Position, weniger Neueinspannen, und die Einspannzeit sinkt spürbar
    • Wenn es weiter scheitert: Stofftyp und Stickvlies zuerst neu bewerten – Rutschen/Verzug sieht oft nach „Einspannproblem“ aus, beginnt aber bei fehlender Stabilisierung