Vier Patch-Methoden auf einer Tajima-Stickmaschine: Filz, Blanko-Patches, Tackle-Twill-Schablone und All-Thread (ohne „Potato-Chip“-Wellen)

· EmbroideryHoop
Dieser praxisnahe Patch-Workflow zerlegt vier bewährte Methoden aus dem Video an einer Tajima-Stickmaschine: Filz-Patches, Motive auf vorgefertigten Blanko-Patches, individuelle Tackle-Twill-Patches mit gestickter Schablone sowie der All-Thread-Patch auf Super Film. Du bekommst klare Vorbereitungs-, Einrichtungs- und Ablauf-Schritte – plus die echten Gründe, warum Patches sich wellen, wie du Folie abreißt ohne die Satinkante zu stressen, und wie du Rückseiten mit Thermoseal oder Fuse-n-Bond sauber finishst, damit das Ergebnis flacher und deutlich professioneller wirkt.
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Inhaltsverzeichnis
Overhead shot of all patch-making supplies laid out: stabilizers, adhesive spray, hoops, and scissors.
Introduction to materials

Patches sind so etwas wie die „Einstiegsdroge“ im Stickbusiness: Erst machst du schnell einen einzelnen Patch für jemanden – und kurz darauf liegt eine Bestellung über 500 Firmenlogo-Patches auf dem Tisch. Für Außenstehende wirkt das simpel: kleine Fläche, wenige Farben. In der Praxis gilt aber eine Wahrheit, die dir den Kopf frei macht: Ein Patch ist ein Hochstress-Projekt. Du zwingst tausende Stiche in einen sehr begrenzten Bereich – oft auf Folie oder Filz, also auf Materialien, die sich unter Spannung komplett anders verhalten als ein stabiler Stoff.

Wenn ein Patch nach dem Ausspannen wellig hochzieht wie eine Kartoffelchips, geben Anfänger:innen sich selbst die Schuld. „Ich kann das nicht.“ Stopp. Diese Welle ist Physik, kein persönliches Versagen. Sie entsteht, wenn Fadenspannung und „Materialgedächtnis“ (Substrat-Memory) gegeneinander arbeiten.

In diesem Guide zerlegen wir die vier im Video gezeigten Standard-Methoden auf einer Tajima: Filz, vorgefertigte Blanko-Patches, Tackle Twill und All-Thread. Wir bleiben nicht beim reinen „So geht’s“, sondern ergänzen Praxis-Signale (wie es sich anfühlen muss), belastbare Zahlen aus dem Video und die Produktionslogik, die aus einem Hobby einen reproduzierbaren Ablauf macht.

Green magnetic hoop centered on the Tajima embroidery machine stitching the flip-flop design.
Machine embroidery in progress

Die beruhigende Wahrheit zum Patchen auf einer Tajima (ja: Wellen passieren)

Sprechen wir das Thema sofort an: den „Potato-Chip“-Effekt.

Wenn dein Patch nach dem Ausspannen hochzieht, nicht in Panik verfallen. Das ist eine vorhersehbare Reaktion auf Stichdichte. Eine dichte Satinkante wirkt wie ein festgezogener Gürtel: Sie zieht das Material in der Mitte zusammen.

Die Physik hinter der Welle: Stickgarn ist elastisch. Beim Sticken wird es gedehnt. Nach dem Sticken „will“ es in seine Ausgangslänge zurück.

  • Visuelles Signal: Die Kanten heben sich, der Patch wird schüsselartig.
  • Haptisches Signal: Der Patch fühlt sich steif und „nervös“ an (unter Spannung), nicht geschmeidig.

Im Video greift die Person sehr schnell zum Bügeleisen. Das ist nicht nur Optik – das ist Heat-Setting. Mit Wärme (ca. 260°F–300°F) entspannst du die Fäden in ihre neue, dauerhafte Lage. Behandle Pressen/Bedampfen als festen Fertigungsschritt – nicht als kosmetisches Extra.

Warnung: Mechanische Sicherheit
Schere und Nahttrenner sind die gefährlichsten Werkzeuge am Tisch. Beim Schneiden/Trennen am Patch:
1. Nie „blind“ schneiden hinter dem Rahmen.
2. Finger parallel zur Schnittlinie halten – nie vor die Klinge.
3. Sicherheitszone: Wenn du mit dem Nahttrenner auf der Unterseite arbeitest, den Stickrahmen flach auf den Tisch legen (nicht auf dem Schoß), damit nichts abrutscht.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis machen, bevor sie überhaupt einspannen (Vlies, Folie, Kleber, Hitze)

Der Erfolg entscheidet sich, bevor die Maschine läuft. Anfänger:innen wollen sofort einspannen – Profis optimieren zuerst den „Stack“.

Checkliste „Hidden Consumables“: Neben Garn und Material brauchst du diese Dinge, um Ausfälle zu vermeiden:

  • Nadeln: 75/11 Sharp (im Draft genannt: titanium coated). Wichtig ist vor allem: frisch, ohne Grat.
  • Verbrauch 1: RipStitch #20 Crisp Heavy Tear Away (2.0 oz). Das ist dein tragendes Fundament.
  • Verbrauch 2: Madeira Super Film (100 micron). Wärmeaktiviert („Trick Film“). Basis fürs „Floating“.
  • Verbrauch 3: Odif 505. Temporärer Sprühkleber – er muss klebrig, nicht nass/gummig sein.
  • Verbrauch 4: Thermoseal & Fuse-n-Bond. Rückseite versiegeln (abdichten) vs. aufbügelbar machen (Kleber).

Einspann-Physik: Patches vergrößern jeden Einspannfehler. Ist die Folie zu locker, drückt die Nadel sie erst nach unten (Flagging) – das endet schnell in Unterfadenknäueln.

  • Haptischer Standard: Wenn du auf die eingespannte Folie tippst, klingt sie wie eine Trommel: ein hoher, „knackiger“ Thump, kein dumpfes Geräusch.
  • Reibungsproblem: Schraubrahmen rutschen auf glatter Folie leichter. Genau deshalb wechseln viele, die sich intensiv mit Einspannen für Stickmaschine beschäftigen, auf magnetische Lösungen. Ein Magnetrahmen klemmt rundum gleichmäßig – ohne „ziehen und Schraube nachziehen“, das Folie und Passung verzieht.

Prep-Checkliste (bevor du den Stickrahmen anfasst)

  • Nadel-Check: Mit dem Finger vorsichtig über den Nadelschaft streichen. Spürst du einen Grat: wechseln. Ein Grat reißt Folie.
  • Vlies-Match: Basis prüfen (Filz = Tear Away; Blanko/Twill/All-Thread = Super Film).
  • Unterfaden-Check: Volle weiße Unterfadenspule einlegen. Leer laufen mitten im Patch ist ein Alignment-Problem.
  • Klebe-Plan: Jetzt entscheiden: später aufnähen (Thermoseal) oder aufbügeln (Fuse-n-Bond)?
  • Scheren-Test: Ein Reststück schneiden. Wenn die Schere „kaut“ statt sauber zu schneiden: schärfen/tauschen.
Close-up of the green magnetic hoop holding two layers of transparent Madeira Super Film taut.
Hooping film

Methode 1: Filz-Patch + Tear Away – der schnellste Weg zu einer sauberen Kante

Filz ist beim Patchen wie „Stützräder“: stabil, verzeihend, und weil er nicht gewebt ist, franst er beim Schneiden nicht aus.

Vorteil Magnetrahmen: Bei Filz ist ein Magnetrahmen oft angenehmer, weil Filz dicker ist. Bei Schraubrahmen muss man stark lösen und wieder anziehen – das kann zu Rahmenabdrücken führen. Der grüne Magnetrahmen im Video schnappt über die Materialstärke, ohne die Fasern unnötig zu quetschen.

Was im Video passiert (Grundablauf)

  1. Stack: RipStitch Tear Away (unten) + Filz (oben).
  2. Einspannen: Beides zusammen im Magnetrahmen einklemmen. Haptik-Check: Der Filz darf sich nicht ziehen oder verschieben lassen.
  3. Sticken: Motiv durchlaufen lassen.
  4. Schneiden: Filz manuell zurückschneiden.
Can of Odif 505 Temporary Adhesive sitting next to the prepared hoop.
Applying adhesive

Das Profi-„Warum“ gegen unsaubere Ränder

Das „Lean“-Problem: Wenn Filz nicht wirklich straff eingespannt ist, verzieht die Zug-/Schubkompensation der Maschine den Kreis Richtung Oval. Die Satinkante ist ein Tauziehen.

Der Schneide-„Sweet Spot“: „Nah schneiden“ ist zu ungenau – so wird es reproduzierbar:

  • Zielabstand: 1/8" bis 1/4" (wie im Video genannt).
  • Zu nah: Du riskierst, Stiche/Fäden zu erwischen.
  • Zu weit: Der Patch wirkt schnell „billig“.
  • Winkel-Trick: Schere leicht nach außen kippen (weg von der Mitte). Das ergibt eine kleine Fase und wirkt sauberer.
Hand accurately placing a white blank patch inside the stitched placement guidelines on the clear film.
Placing applique

Ablauf-Checkliste (Filz-Patch)

  • Geschwindigkeit: Im Draft steht 600–700 SPM für die Satinkante – das reduziert Vibrationen am Rand.
  • Reihenfolge: Erst komplett aussticken, dann aus dem Rahmen nehmen (außer bei Applikations-Stopps).
  • Scherenwinkel: Immer weg vom Faden schneiden.
  • Pressen: Von der Rückseite pressen – vorne platt drücken nimmt Struktur.

Methode 2: Blanko-Patch + Madeira Super Film – mit „Applikations-Denke“ zur sicheren Zentrierung

Viele, die mit vorgefertigten Blanko-Patches arbeiten, scheitern an einem Punkt: Ausrichtung. Wie sitzt das Motiv wirklich mittig?

Hier arbeitest du „Floating“: Du spannst nur die Folie ein und fixierst den Patch oben drauf. Das ist materialschonend und in der Handhabung oft schneller.

Warum ein runder Rahmen? Im Video wird ein runder Magnetrahmen genutzt. Für alle, die nach Magnetrahmen für tajima Stickmaschinen suchen: Rund verteilt die Spannung gleichmäßig. Bei eckigen Rahmen können Ecken weicher werden, Folie sackt – und der Patch kann bei dichten Satinstichen minimal wandern.

Was im Video passiert (Grundablauf)

  1. Einspannen: Zwei Lagen Super Film. (Im Video ausdrücklich empfohlen.)
  2. Platzierung: Platzierungsnaht (Kreis) direkt auf die Folie sticken.
  3. Kleben: Odif 505 auf die Rückseite des Blanko-Patches sprühen.
  4. Ausrichten: Patch in den Kreis setzen. Sichtkontrolle: Die Platzierungsnaht muss rundum gleichmäßig sichtbar sein.
  5. Fixieren: Heft-/Basting-Naht laufen lassen.
Using a seam ripper to remove basting stitches from the back side of the patch.
Cleaning up stitches

Heftstiche entfernen (sauber und ohne Verzug)

Heftfaden nicht oben wie an einem Reißverschluss abziehen.

  • Technik: Rahmen umdrehen. Mit dem Nahttrenner auf der Unterfadenseite alle 4–6 Stiche trennen (genau so im Video).
  • Lösen: Wieder umdrehen – der Oberfaden lässt sich dann deutlich leichter abheben (z. B. mit Pinzette). Das verhindert, dass du den Patch verziehst.
Removing the Madeira Super Film by tearing it away from the perforated patch edge.
Removing stabilizer

Super Film abreißen, ohne die Satinkante zu stressen

Der „Abriss“ ist der Moment der Wahrheit.

  • Risiko: Zu stark ziehen verzieht die Satinkante – sie wirkt danach wellig.
  • So wie im Video: Folie Lage für Lage abreißen. Das reduziert Stress auf die Stiche.
  • Praxisgriff: Mit dem Daumen die Satinkante abstützen und die Folie zur Stickkante hin abziehen.

Setup-Checkliste (Blanko-Patch auf Folie)

  • Doppellage: Zwei Lagen Super Film verwenden – eine Lage kann zu instabil sein.
  • Sprühabstand: Im Draft 8–10 inches. Wichtig ist das Ergebnis: klebrig, nicht nass.
  • Platzierungs-Check: Vor dem Start einmal den Rand „gedanklich abfahren“: Kommt die Nadel zu nah an die Kante, neu ausrichten.
  • Abrissrichtung: Zur Stickkante hin abziehen, nicht weg.

Warnung: Chemische Sicherheit
Sprühkleber ist Aerosol-Klebstoff. Er setzt sich auf Schienen/Teilen ab – und du atmest ihn ein.
* Nie an der Maschine sprühen. Immer in einer separaten Box/Mülleimer-Zone.
* Rahmen reinigen: Klebereste auf Magnetflächen reduzieren die Klemmkraft. Regelmäßig reinigen.

Methode 3: Tackle-Twill-Patch mit gestickter Schablone – perfekte Kreise ohne Rätselraten

Tackle Twill ist Standard im Sportbereich: glänzend, robust, „pro“. Aber perfekte Kreise freihändig schneiden ist mühsam.

Der Schablonen-Hack: Im Video wird eine Schablone aus Tear Away erstellt:

  1. Tear Away einspannen.
  2. Kreis platzieren/sticken.
  3. Aus dem Rahmen nehmen und entlang der Naht schneiden.
  4. Diese Öffnung/der Ausschnitt dient als Vorlage zum Anzeichnen auf Twill.

Was im Video passiert (Grundablauf)

  1. Anzeichnen & Schneiden: Mit der Schablone einen Twill-Kreis erstellen.
  2. Folie einspannen: Zurück zu Super Film im Rahmen.
  3. Floating: Twill rückseitig mit 505 ansprühen und auf die Folie setzen.
  4. Applikations-Reihenfolge: Platzierungsnaht → Stopp → Twill platzieren → Tackdown → Motiv → Satinkante zuletzt.
Green magnetic hoop with tear-away stabilizer showing a stitched circle for template creation.
Creating template
Placing the yellow circular cut fabric onto the adhesive-sprayed film in the hoop.
Placing custom fabric
Tearing away the film from the finished turkey patch.
Removing film

Profi-„Warum“: Satinkante zuletzt ist nicht verhandelbar

Perforations-Falle: Satinstich = extrem viele Einstiche. Wenn du die Satinkante zuerst stickst, „stempelst“ du die Folie frühzeitig aus. Dann wird der Patch instabil, während die Maschine innen noch füllt.

  • Goldene Regel: Die Satinkante ist der letzte Schritt.
  • Werkzeug-Hinweis: Ein Magnetrahmen ist hier besonders hilfreich: Twill ist steif, Folie glatt – magnetisches Klemmen reduziert Rutschen beim Tackdown.

Methode 4: All-Thread-Patch auf Super Film – Digitalisierung gegen Vor-Perforation

Das ist die „Königsklasse“: 100% Faden, kein Stoffträger. Premium-Look, aber technisch anspruchsvoll, weil du Struktur auf dünner Folie aufbaust.

Der Digitalisierungs-Kern aus dem Video: Du brauchst ein tragendes „Fadengewebe“.

  1. 3 Lagen Unterlage (im Video: drei Lagen) – jeweils in unterschiedlichen Winkeln.
  2. Überlappen/Unterlappen der Elemente, damit die Nadel nicht immer wieder exakt dieselbe Stelle trifft.
  3. Satinkante (Faux Merrow) zuletzt, wenn die Basis schon stabil ist.
Holding up the finished 'All Thread' patch which says 'I love my cat'.
Showcasing result
Close up of the machine building the underlay mesh for the all-thread patch.
Digitizing demonstration

Praxisfrage aus den Kommentaren: „Wie vermeide ich überlappende Einstiche an der Satinkante, die Folie trennt und verzerrt?“

Der „Ausstech“-Effekt: Wenn die Nadel mehrfach in exakt dieselbe Lochreihe trifft, schneidet sie die Folie vorzeitig.

  • Was im Video als Prinzip genannt wird: Unterlagen/Flächen so anlegen, dass sie nicht deckungsgleich in denselben Einstichpunkten laufen (Winkel variieren, Breiten so wählen, dass die Nadel „frisches“ Material trifft).
  • Wichtig aus der Antwort des Kanals: Die äußere Satinkante (Faux Merrow) sollte das letzte Element sein. Dann ist frühe Vor-Perforation weniger kritisch, weil der Patch zu diesem Zeitpunkt ohnehin „ausgestanzt“ werden soll.

Profi-„Warum“: Was bei Vor-Perforation wirklich passiert

Vor-Perforation ist nicht nur optisch unschön – sie kann zu Unterfadenknäueln führen, weil die Folie Spannung verliert und mit der Nadel auf/ab „flaggt“. Durch wechselnde Winkel und ausreichend Unterlage entsteht ein tragendes Netz, das bis zum letzten Schritt stabil bleibt.

„Potato-Chip“-Fix: Pressen ist kein Extra, sondern Prozess

Zurück zur Welle: Direkt nach dem Ausspannen sieht ein Patch oft „gestresst“ aus.

Ablauf zum Entspannen:

  1. Wärme: Bügeleisen/Pressen im Bereich 260°F–300°F (im Video genannt; im Draft zusätzlich „Synthetic/Silk“ ca. 270°F).
  2. Schutzlage: Teflonbogen oder Baumwolltuch – nie direkt auf Garn bügeln (Glanz/Schmelzgefahr).
  3. Druck/Zeit: 10–15 Sekunden (im Video für die Filme genannt; im Draft als Presszeit für das Flattening aufgeführt).

Rückseite professionell finishen: Thermoseal vs. Fuse-n-Bond (und warum der Patch dadurch flacher wird)

Eine offene Rückseite ist empfindlich und sieht unprofessionell aus. Außerdem willst du die Unterfäden sichern.

Option A: Thermoseal (Versiegeln/„Sew-On“)

  • Funktion: Versiegelt die Rückseite (im Video auch als Waterproofing/Sealant beschrieben).
  • Haptik: Eine Seite „gummiert“ (Klebeseite), die andere glatt.

Option B: Fuse-n-Bond (Aufbügelbar/Iron-On)

  • Funktion: Doppelseitiger Klebefilm – Patch wird „aufbügelbar“.
  • Haptik: Mit Trägerpapier, nach dem Abziehen klebrig.
Layout of finishing films: Thermoseal and Fuse-n-Bond next to patches.
Finishing materials
Ironing the heat seal backing onto the patch using a protective paper sheet.
Heat setting
Peeling the paper backing off the Fuse-n-Bond adhesive on the back of the patch.
Demonstrating double-sided adhesive

Thermoseal anwenden (Grundablauf aus dem Video)

  1. Zuschneiden: Kreis/Form etwas kleiner als der Patch, damit nichts über die Satinkante steht.
  2. Ausrichten: Klebeseite nach unten auf den Patch.
  3. Pressen: 260°F–300°F für 10–15 Sekunden.
  4. Schutz: Thermoseal hat kein Trägerpapier – unbedingt Silikonpapier/Pressschutz verwenden.

Fuse-n-Bond anwenden (Grundablauf aus dem Video)

  1. Ausrichten: Filmseite auf den Patch, Papierseite nach oben.
  2. Pressen: 260°F–300°F für 10–15 Sekunden.
  3. Abziehen: Trägerpapier abziehen, wenn es abgekühlt ist – dann bleibt die Klebeschicht sauber am Patch.

Warnung: Magnet- & Gesundheitssicherheit
Magnetrahmen arbeiten mit sehr starken Neodym-Magneten.
1. Quetschgefahr: Sie schließen mit hoher Kraft – Finger aus der Schließzone.
2. Medizinische Geräte: magnetic embroidery hoops mindestens 6 inches von Herzschrittmachern/ICDs fernhalten.
3. Elektronik: Smartphones/Kreditkarten nicht direkt auf Magnetleisten ablegen.

Ein einfacher Entscheidungsbaum: Welche Patch-Methode und welches Backing?

So hörst du auf zu raten und fängst an, reproduzierbar zu produzieren.

Schritt 1: Look & Haptik

  • „Weich, matt.“Methode 1 (Filz).
  • „Glänzend, Sport/Pro.“Methode 3 (Tackle Twill).
  • „Nur Faden, ohne Stoffträger.“Methode 4 (All-Thread).

Schritt 2: Aufnähen oder aufbügeln?

  • Aufnähen/Velcro-Lösung geplant?Thermoseal (versiegelt).
  • Aufbügeln geplant?Fuse-n-Bond (doppelseitig klebend).

Schritt 3: Stückzahl/Workflow

  • < 10 Patches: Manuelles Einspannen reicht.
  • > 50 Patches: Workflow-Tools werden relevant.

Troubleshooting: Symptom → Ursache → Fix (direkt vom Patch-Tisch)

Symptom Likely Cause The "Quick Fix" The "Root Caue" Fix
"Potato Chip" Wavy Patch Excessive tension or density. Steam/Heat press and weight down while cooling. Lower stitch density by 10% in digitizing; Loosen bobbin tension slightly.
Film "POPS" out mid-stitch Single layer of film or burred needle. Tape it back (emergency only). Use 2 layers of Super Film; Change to a fresh #75 needle.
White Bobbin showing on top Top tension too tight / Bobbin too loose. Tighten bobbin screw (1/8 turn). Check thread path for lint; Ensure top thread is seated in tension disks.
Patch is oval, not round Fabric slipped during hooping. None. Scrap it. Upgrade to Magnetic Hoops for zero-slip clamping.
Adhesive Gunk on Needle Too much spray / Spraying too close. Wipe needle with alcohol swab. Spray 10" away; Wait 60 seconds before placing fabric so solvents evaporate.

Upgrade-Pfad: Wann bessere Einspann- und Produktions-Tools sich rechnen

Wenn du beim Lesen dachtest „Das sind viele Schritte“ – ja. Stickerei ist arbeitsintensiv. Sobald du von „Hobby“ zu „Auftrag“ wechselst, geht es weniger um ob du es kannst, sondern um wie schnell und sicher du es wiederholbar kannst.

Level 1: Stabilitäts-Upgrade Wenn Folie rutscht oder du bei dicken/empfindlichen Materialien Probleme bekommst, sind Magnetrahmen für Stickmaschine kein Luxus, sondern Qualitätskontrolle. Sie passen sich Materialstärken an und nehmen das Schrauben-„Ratespiel“ raus.

Level 2: Workflow-Upgrade Wenn du 50+ Patches am Tag machst, wird Ausrichtung zum Flaschenhals. Eine Einspannstation für Maschinenstickerei erlaubt dir, den nächsten Rahmen vorzubereiten, während die Maschine läuft. Für Tajima-Workflows kann die Kombination aus Magnetrahmen für tajima und einer hoop master Einspannstation den Durchsatz deutlich steigern.

Level 3: Kapazitäts-Upgrade (Hinweis aus den Kommentaren) Nicht jede:r arbeitet mit einer Mehrnadelstickmaschine – einige nutzen Ein-Nadel-Maschinen. Bei komplexen, mehrfarbigen Patches ist dort der Zeitfresser der manuelle Farbwechsel. Wenn Farbwechsel deine Laufzeit dominieren, ist eine Mehrnadelstickmaschine der logische nächste Schritt.

Abschluss-Checkliste (bevor du einen Patch als „fertig“ abhakst)

  • Schnittbild: Kanten sauber, keine Filz-/Twill-Fasern stehen über.
  • Heftfaden entfernt: Rückseite prüfen – keine sichtbaren, gefangenen Fäden.
  • Folienreste: Super Film vollständig entfernt (Pinzette für kleine Reste).
  • Planlage: Patch liegt flach (Potato-Chip-Test bestanden).
  • Backing: Thermoseal/Fuse-n-Bond sauber aufgebracht, ohne über die Satinkante zu stehen.
  • Abkühlen: Flach lagern, bis Form „gesetzt“ ist.

FAQ

  • Q: Warum rollt sich ein fertiger Patch nach dem Ausspannen auf einer Tajima-Stickmaschine wie eine „Kartoffelchips“ hoch?
    A: Das ist häufig und liegt an hoher Stichdichte (vor allem an der Satinkante), die das Material nach innen zieht – Pressen/Hitze ist der normale Gegenprozess.
    • Pressen: Bügeleisen auf Synthetik/Seide (ca. 270°F) einstellen und Teflonbogen oder Baumwolltuch als Schutzlage nutzen.
    • Setzen: 10–15 Sekunden mit Druck pressen und den Patch beim Abkühlen flach halten.
    • Vermeiden: Nicht direkt auf Garn bügeln (Glanz/Schmelzgefahr).
    • Erfolgskontrolle: Nach dem Abkühlen liegt der Patch flach, die Kanten heben nicht mehr.
    • Wenn es trotzdem nicht klappt: In der Digitalisierung die Dichte ca. 10% reduzieren und ggf. die Unterfadenspannung minimal lockern (Handbuch beachten).
  • Q: Was bedeutet beim Patchen auf einer Tajima der „trommelstraffe“ Einspann-Standard für Super Film/Folie, damit es kein Flagging und keine Unterfadenknäuel gibt?
    A: Die Folie muss so straff eingespannt sein, dass sie sich wie eine Trommelhaut verhält; lockere Folie wird von der Nadel nach unten gedrückt und verursacht Fadenchaos.
    • Einspannen: Ohne weiche Stellen oder Durchhang (für Super Film sind zwei Lagen empfehlenswert).
    • Klopftest: Vor dem Sticken auf die Folie tippen.
Korrektur
Sofort neu einspannen, wenn sich die Folie verschieben oder leicht eindrücken lässt.
  • Erfolgskontrolle: Hoher, klarer „Thump“ statt dumpfem Geräusch.
  • Wenn es trotzdem nicht klappt: Nadel auf Grat prüfen/wechseln und Fadenweg korrekt in den Spannungsscheiben kontrollieren, bevor du an Spannungen drehst.
  • Q: Warum „platzt“ oder reißt Super Film beim Floating-Patchen auf einer Tajima mitten im Sticklauf aus?
    A: Häufigster Grund ist nur eine Lage Folie oder eine beschädigte/angeschlagene Nadel.
    • Upgrade: Zwei Lagen Super Film verwenden.
    • Wechsel: Auf eine frische 75/11 Sharp-Nadel wechseln, sobald ein Grat vermutet wird.
    • Kontrolle: Stoppen, wenn die Folie zu früh perforiert, und neu einspannen.
    • Erfolgskontrolle: Die Folie bleibt bis durch die Satinkante stabil, ohne dass der Patch sich löst.
    • Wenn es trotzdem nicht klappt: Digitalisierung auf übermäßige Perforation an den Rändern prüfen und den Einspannstandard (trommelstraff) konsequent einhalten.
  • Q: Wodurch kommt es, dass auf einem Patch oben weißer Unterfaden sichtbar wird – und was ist die sicherste erste Einstellung?
    A: Sichtbarer Unterfaden oben deutet meist auf zu hohe Oberfadenspannung oder zu niedrige Unterfadenspannung hin; zuerst Fadenweg prüfen, dann nur minimal an der Unterfadenspannung korrigieren.
    • Reinigen: Fadenweg auf Flusen prüfen und sicherstellen, dass der Oberfaden korrekt in den Spannungsscheiben sitzt.
    • Justieren: Unterfadenschraube minimal anziehen (ca. 1/8 Umdrehung).
    • Test: Erst ein kleines Probestück sticken, bevor du in Serie gehst.
    • Erfolgskontrolle: Oben saubere Oberfadenabdeckung ohne „weißes Blitzen“.
    • Wenn es trotzdem nicht klappt: Einfädelweg von der Garnrolle bis zur Nadel komplett neu prüfen und Sitz/Abzug der Unterfadenspule kontrollieren.
  • Q: Wie vermeidest du bei Odif 505 beim Floating-Patchen Kleberreste an Nadel und Stickrahmen?
    A: Weniger sprühen und nicht an der Maschine – die meisten Klebereste entstehen durch zu nahes oder zu starkes Sprühen.
    • Sprühen: Dose 8–10 inches Abstand; Rückseite soll klebrig wirken, nicht nass.
    • Ort: In einer separaten Box/Mülleimer-Zone sprühen, nicht an Maschinen-Schienen/Encoder-Bereichen.
    • Reinigen: Klebereste von Magnetflächen regelmäßig entfernen.
    • Erfolgskontrolle: Nadel bleibt sauber, Garn läuft ohne „Ziehen“.
    • Wenn es trotzdem nicht klappt: Nadel mit Alkoholpad abwischen und beim nächsten Setup noch weniger sprühen.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln verhindern Schnittverletzungen beim Schneiden/Trennen am Patch, solange er noch im Stickrahmen ist?
    A: Nicht blind schneiden – die schlimmsten Schnitte passieren, wenn hinter dem Rahmen ohne Sicht gearbeitet wird.
    • Position: Finger parallel zur Schnittlinie, nie vor die Klinge.
    • Stabilisieren: Rahmen für den Nahttrenner flach auf den Tisch legen (nicht auf dem Schoß).
    • Kontrolle: Kein „blindes“ Snippen hinter dem Rahmen.
    • Erfolgskontrolle: Volle Sicht, kontrollierte Bewegung, kein Abrutschen.
    • Wenn es trotzdem unsicher ist: Rahmen absetzen, Licht/Position ändern und erst dann weiterarbeiten.
  • Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten für starke Magnetrahmen an Tajima-Maschinen?
    A: Magnetrahmen schließen mit hoher Kraft – als Quetschwerkzeug behandeln und von sensiblen Geräten fernhalten.
    • Schutz: Finger aus der Schließzone.
    • Abstand: Mindestens 6 inches zu Herzschrittmachern/ICDs.
    • Lagerung: Smartphones/Kreditkarten nicht direkt auf Magnetleisten.
    • Erfolgskontrolle: Rahmen schließt ohne Quetschen und hält ohne Nachsetzen.
    • Wenn es nicht sauber schließt: Langsamer schließen, Kontaktflächen reinigen (Klebereste) und gleichmäßig ansetzen.
  • Q: Wann lohnt sich beim Tajima-Patchen der Umstieg von Schraubrahmen auf Magnetrahmen – und wann ist eine Mehrnadelstickmaschine die bessere Lösung?
    A: Wenn Folie rutscht, Rahmenabdrücke entstehen oder Ausrichten Zeit frisst, zuerst das Einspannen upgraden; wenn Farbwechsel die Laufzeit dominieren, ist Maschinenkapazität der Hebel.
    • Level 1 (Technik): Einspannspannung optimieren, passende Vlies/Folien-Stacks nutzen und Satinkanten langsamer fahren.
    • Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen wechseln, wenn Schraubrahmen auf glatter Folie rutschen oder dicke Materialien verziehen.
    • Level 3 (Kapazität): Auf Mehrnadel umsteigen, wenn komplexe, mehrfarbige Patches durch manuelle Farbwechsel zu lange dauern.
    • Erfolgskontrolle: Patches bleiben rund (nicht oval), Kanten sauber, Wiederholungen brauchen kaum Nachjustage.
    • Wenn es trotzdem hakt: Workflow mit Einspannstation aufbauen, damit der nächste Rahmen vorbereitet ist, während die Maschine läuft.