FSL-Brustkrebs-Schleife & Ohrringe auf der Baby Lock Ellissimo: Shelf-Liner-Einspannen, Spulenstift-Fix und ein sauberer Finish

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe, erprobte Anleitung zeigt dir, wie du eine Free-Standing-Lace (FSL) Brustkrebs-Awareness-Schleife mit Flügeln und passende Ohrringe auf einer Baby Lock Ellissimo stickst. Du lernst die Shelf-Liner-Methode zum sicheren Einspannen von zwei Lagen wasserlöslichem Stickvlies, den exakten Stickablauf (Flügel → Schlaufe als Farbwechsel/Stopp → Schleifenkörper), wie du Fadenrisse bei Coats & Clark durch die richtige Spulen-Ausrichtung vermeidest (horizontal statt vertikal) und wie du FSL-Teile auswäschst und trocknest, damit sie flach trocknen, nicht am Papier festkleben und sich nicht verziehen.
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Inhaltsverzeichnis

Free-Standing Lace meistern: Der definitive Leitfaden für das Schleifen-Projekt

Free-Standing Lace (FSL) fühlt sich in der Maschinenstickerei oft an wie ein Drahtseilakt: Du stickst „in die Luft“, ohne Stoff als Sicherheitsnetz. Wenn das wasserlösliche Stickvlies auch nur um einen Millimeter im Stickrahmen kriecht oder die Fadenspannung gegen dich arbeitet, ist das Ergebnis nicht nur unsauber – es wird schnell ein Spinnennetz aus verschwendetem Garn.

Die Wahrheit, die erfahrene Sticker:innen kennen: FSL ist keine Glückssache – es ist Physik.

In diesem Guide zerlegen wir ein klassisches Brustkrebs-Awareness-Projekt (Schleife mit Flügeln plus Ohrringe) auf einer Baby Lock Ellissimo. Wir gehen über „nur Schritte“ hinaus und schauen auf die haptische Realität: Wie sich korrekt eingespannter Stabilisator anfühlt, woran du im Lauf erkennst, dass etwas kippt, und wie du aus Bastel-Hacks einen reproduzierbaren Workflow machst.

Close-up of the embroidery machine screen showing the digital design of the ribbon with wings.
Design Preview

Der „Nicht-Panik“-Primer: Was die Maschine bei FSL wirklich aufbaut

Bevor du Start drückst, musst du verstehen, was die Maschine konstruiert. Das Design basiert auf einem ineinandergreifenden Gitter.

Das wasserlösliche Stickvlies (WSS) ist deine temporäre „Leinwand“. Entscheidend ist die Stich-Architektur:

  1. Das Fundament (weiße Flügel): Die Basis. Sie erzeugt ein Netz, das die späteren dichten Satinstiche trägt.
  2. Der Anker (die Schlaufe): Ein separater, tragender Punkt für Hardware.
  3. Die Abdeckung (pinkes Band): Dichte Satinstiche, die das Fundament überdecken.

Anfängerfehler: Viele drehen die Geschwindigkeit hoch (800+ SPM), um „schnell fertig zu werden“. Pro-Regel: FSL braucht Präzision, nicht Tempo. Ein sicherer Bereich ist 400–600 Stiche pro Minute (SPM). Im Video läuft die Maschine mit 600 SPM; die Schleife braucht dabei ca. 27 Minuten – realistisch und stabil.

View of the standard hoop with blue shelf liner strips sandwiched freely around the edges to grip the stabilizer.
Setup/Stabilizing

Die „versteckte“ Vorbereitung: Vlies-Physik und das Grip-Problem

Die häufigste Ursache für FSL-Ausfälle ist Vlies-Wandern. Wasserlösliches Stickvlies ist glatt. Unter dem aggressiven Zug-/Schubwechsel dichter Satinstiche will es sich nach innen ziehen – und verzieht dir die Passung.

Shelf-Liner-Hack vs. professionelle Lösungen

Im Video wird ein klassischer DIY-Trick gezeigt: blaue, gummierte Shelf-Liner-Streifen (Regaleinlage) werden zwischen Innen- und Außenring gelegt, um Reibung zu erzeugen.

  • Warum es funktioniert: Mehr Grip zwischen Kunststoffrahmen und Vlies.
  • Nachteil in der Praxis: Fummelig, ungleichmäßige Materialstärke, und bei zu starkem Anziehen kann sich der Rahmen minimal verformen.

Wenn du ständig gegen rutschendes Vlies kämpfst, ist das ein Signal, deine Werkzeuge zu prüfen. Viele Profis wechseln bei solchen Setups auf Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen: Die Klemmkraft kommt über Magnetdruck statt über Reibung/Schraube – gleichmäßiger Halt ohne Gummistreifen. Das macht aus „5 Minuten Kampf“ oft „10 Sekunden einrasten“.

Die „versteckte“ Materialliste (die wirklich über Erfolg entscheidet)

Starte nicht, bevor diese Punkte stehen:

  • Sticknadel 75/11: Für dieses FSL-Setup ist eine frische Sticknadel sinnvoll; eine stumpfe Nadel franst Faden und destabilisiert das Netz.
  • Passender Unterfaden: Kritisch. Bei FSL ist die Rückseite sichtbar. Im Video wird die Unterfadenspule mit dem gleichen Garn wie oben gewickelt (pink).
  • Gebogene Präzisionsschere: Für Sprungstiche im eingespannten Rahmen.
  • Frisches wasserlösliches Stickvlies: Altes, trockenes Vlies kann reißen; bei zu viel Feuchte kann es durchhängen.

Vorbereitung: Checkliste (Bestanden/Nicht bestanden)

  • Stickvlies: Zwei Lagen faseriges wasserlösliches Stickvlies (nicht die dünne Folien-Topper-Variante).
  • Einspannen: Vlies ist trommelfest. Haptik-Test: Antippen – es sollte dumpf und straff klingen, nicht raschelig/labbrig.
  • Unterfaden: Pinke Unterfadenspule eingesetzt (vom Oberfaden gewickelt).
  • Nadel: Neu und ohne Grat. Kurztest: Nadelspitze leicht über den Fingernagel ziehen – wenn sie „hakt“, wechseln.
Needle actively stitching the white lace wings on the sheer stabilizer.
Stitching Wings

Einspannen: „Trommelfest“ ist der Goldstandard

Im Video wird die Shelf-Liner-Sandwich-Methode gezeigt.

Standard-Stickrahmen-Methode (Level 1)

  1. Zwei Lagen WSS über den Außenring legen.
  2. Shelf-Liner-Streifen an den „Kompasspunkten“ platzieren (Nord/Süd/Ost/West).
  3. Innenring eindrücken. Hör hin: Du merkst/ hörst, wie der Liner „greift“.
  4. Schraube anziehen und dabei das Vlies gleichmäßig straff ziehen (wie eine Leinwand).

Rahmenspuren in der Realität

Standardrahmen können Abdrücke hinterlassen. Bei FSL ist das egal (das Vlies wird ausgewaschen), auf Stoff kann es aber problematisch werden. Begriffe wie Magnetrahmen für Stickmaschine sind hier der Einstieg in materialschonendere, reproduzierbare Produktion.

User re-threading the machine with pink thread for the ribbon section.
Thread Change

Phase 1: Fundament (weiße Flügel)

Diese Lage entscheidet, ob der Rest sauber trägt. Die Maschine stickt die Flügeldetails in Weiß.

Sichtkontrolle: Beobachte die Außenkanten der Flügel.

  • Gut: Stiche liegen flach.
  • Schlecht: Du siehst „Tunneling“/Ziehen – das Vlies wandert am Rahmenrand nach innen. Wenn das jetzt passiert: STOPP. Das rettest du später nicht. Neu einspannen. Lieber 5 Minuten verlieren als 30.
User holding the hoop away from machine, using precision curved scissors to trim a jump stitch tail.
Trimming Jump Stitches

Phase 2: Schlaufe & Stopp (die professionelle Pause)

Jetzt kommt ein Farbwechsel/Stopp. Das ist dein Moment, die weißen Fadenenden auf der Rückseite zu kürzen. Dann wechselst du auf pinken Oberfaden und pinken Unterfaden.

Die Maschine stickt die Schlaufe. Diese Stelle bekommt später Zug durch Aufhänger/Hardware – saubere Spannung ist wichtig.

  • Spannungs-Gefühlstest: Zieh ein paar Zentimeter Oberfaden am Nadelöhr. Es sollte gleichmäßig und „seidig“ laufen. Wenn es ruckelt: neu einfädeln.

Warnung: Mechanische Sicherheit. Hände weg vom Stichbereich. Wenn du Sprungstiche im eingespannten Rahmen schneidest, muss die Maschine sicher im Stopp/Lock sein. Ein versehentlicher Start mit Schere unter der Nadel kann zu Verletzungen oder einer gebrochenen Nadel führen.

Machine rapidly stitching the pink ribbon fill pattern over the white wings.
Stitching Ribbon

Der „chirurgische“ Moment: Sprungstich zur Schleife sofort schneiden

Nach der Schlaufe siehst du einen Fadensteg (Sprungstich), der die Schlaufe mit dem Start des Bandes verbindet.

Den musst du jetzt schneiden. Mit der gebogenen Schere dicht an den Ansatz – aber den Knoten nicht kappen.

  • Risiko: Lässt du den Faden stehen, stickt die dichte Satinfläche des Bandes darüber. Später bekommst du ihn nicht mehr sauber raus, und er kann als Wulst oder dunkle Linie sichtbar bleiben.
The finished large ribbon design held up in the hoop, showing the complete design on stabilizer.
Result Reveal

Phase 3: Schleifenkörper (der Ausdauerlauf)

Das ist der längste Teil: dichte Satinstiche bei 600 SPM.

Laufüberwachung (nicht weggehen)

Hör auf die Maschine.

  • Gleichmäßiges Surren: normal.
  • Dumpfes „Bumm-Bumm“: Nadel wird stumpf oder trifft eine schwere Stelle.
  • Klicken: oft Faden franst, oder Unterfaden/Spule macht Probleme.

Wenn du das gewerblich machst (z. B. 50 Schleifen für eine Aktion), kommt die Ermüdung meist vom Einspannen, nicht vom Sticken. Wiederholtes Einspannen belastet Handgelenke – hier werden Tools wie Einspannen für Stickmaschine-Lösungen bzw. Stationen interessant, weil sie den Rahmen fixieren und die Ausrichtung wiederholbar machen.

Setup-Check (Pre-Flight)

  • Sprungstich an der Schlaufe bündig geschnitten.
  • Fadenlauf frei (nichts hängt am Spulenstift).
  • Geschwindigkeit auf 600 SPM begrenzt (oder 500 SPM, wenn du auf Nummer sicher gehen willst).
  • Unterfaden-Check: Genug Unterfaden? Bei FSL ist ein Unterfadenwechsel mitten im Motiv sichtbar.
Transition to stitching the smaller earring designs; machine is starting the white wing base.
Earring Stitching

Troubleshooting: Fadenriss & Spulen-Physik

Im Video passiert ein typischer Fehler: Der Faden reißt, weil eine Coats & Clark-Spule auf einem vertikalen Spulenstift läuft.

Das „Warum“ (Abzug und Drall)

  • Parallel/„stacked wound“ gewickelte Spulen (wirken wie parallele Linien) laufen oft gut auf vertikal, weil die Spule sauber abrollt.
  • Kreuzgewickelte Spulen (X-Muster) sind dafür gemacht, dass der Faden oben abhebt – dafür braucht es meist horizontal.

Wenn du eine kreuzgewickelte Spule vertikal laufen lässt, bekommt der Faden Drall, hakt eher – und irgendwann: snap.

Der Fix (wie im Video):

  1. Spule auf den horizontalen Halter umsetzen.
  2. Komplett neu einfädeln (nicht „anknoten“).
  3. Überlappung: Die Maschine 10–15 Stiche zurücksetzen (im Video werden ca. 14 genannt), damit die neuen Stiche die alten verriegeln.
User trimming threads on the earring wings before changing bobbin color.
Trimming

Die Ohrringe & Batch-Produktion

Die Ohrringe sind Mini-Versionen (ca. 1,74 inch Höhe inkl. Schlaufe). Faustregel: Kleinere FSL-Teile reagieren empfindlicher. Die Perforationen liegen enger. Nutze dafür frisches WSS und versuche nicht, sie „irgendwo in Reste“ vom großen Motiv zu quetschen.

Wenn du davon sehr viele stickst, lohnt sich ein Blick auf den Workflow: Ein Einspannsystem für Stickmaschine ist nicht nur Tempo – es reduziert Variablen, die bei kleinen, passkritischen Teilen Ausschuss verursachen.

User correcting the thread spool position from vertical to horizontal to fix tension issues.
Troubleshooting

Entscheidungsbaum: FSL-Strategie auf einen Blick

Nutze diese Logik, um Material und Zeit zu sparen:

  1. Projektart?
    • Spitze (FSL): 2 Lagen schweres WSS + passender Unterfaden.
    • Stoff: Reißvlies oder Schneidvlies.
  2. Verhalten des Vlieses?
    • Rutscht/locker: Shelf-Liner-Hack anwenden.
    • Rutscht immer noch? Rahmen/Spannring kann verschlissen sein. Upgrade auf Magnetrahmen für Stickmaschine prüfen.
  3. Stückzahl/Volumen?
    • < 5 Teile: Standardrahmen reicht.
    • > 20 Teile: Ein Magnet-Stickrahmen kann sich über eingesparte Rüstzeit in der ersten Serie rechnen.

Warnung: Magnet-Gefahr. Magnetrahmen haben starke Magnete. Sie können Finger einklemmen und müssen von Herzschrittmachern sowie magnetempfindlichen Medien ferngehalten werden.

Both the large ribbon and the two earrings shown finished in the hoop before removal.
Project Complete in Hoop

Finish: Auswaschen & „Blocken“

Bitte nicht in die Waschmaschine werfen.

  1. Heißes Wasserbad: Schüssel/Behälter mit sehr heißem Leitungswasser.
  2. Kurz einweichen: Nur so lange, bis sich das Vlies löst (im Video wird die Spitze kurz im heißen Wasser bewegt/geschwenkt).
  3. Abtupfen: Zwischen Papiertüchern vorsichtig trocken drücken.
Dropping the cut-out embroidery pieces into a gold pan of hot water.
Washing Stabilizer

Trocknen & Formen (Anti-Klebe-Protokoll)

Wichtiger Praxispunkt aus dem Video: Nasses, gelöstes Vlies kann wie Kleber wirken. Wenn die Spitze zu lange auf einem nassen Papiertuch liegt, kann sie anhaften.

Das Protokoll:

  1. Überschusswasser mit Papiertüchern abtupfen.
  2. Teile zügig auf eine trockene Stelle/weiteres trockenes Tuch umlegen (nicht auf dem nassen Bereich liegen lassen).
  3. Flügel/Schlaufe im feuchten Zustand in Form bringen.
  4. Flach trocknen lassen.
Patting the wet embroidery dry between two layers of paper towels.
Drying

Endkontrolle & Hardware

Bevor du Ohrhaken oder Aufhänger montierst:

  • Fussel-Check: Lose Fadenreste sauber abschneiden.
  • Form-Check: Liegt das Teil flach und ist die Schlaufe frei?

Wenn du das Ganze in Richtung Verkauf skalieren willst, entscheidet die Konstanz im Finish über die wahrgenommene Qualität. Tools wie die hoop master Einspannstation helfen, dass Ausrichtung und Wiederholbarkeit auch bei anderen Projekten (z. B. Logos auf Taschen) stimmen.

The cleaned, wet pink ribbon and wings lying flat on a dry paper towel.
Drying Phase 2

Zusammenfassung: Von „Respekt“ zu reproduzierbar

FSL muss nicht einschüchtern. Der Mindset-Shift ist: nicht „auf Stoff nähen“, sondern „eine Struktur bauen“.

Operative Checkliste (Pro-Workflow)

  • Prep: 2× WSS, trommelfest (Shelf-Liner oder Magnetrahmen).
  • Setup: Unterfadenfarbe passend; bei Coats & Clark Spule horizontal führen.
  • Run: 400–600 SPM. Maschine akustisch überwachen.
  • Recover: Bei Fadenriss 10–15 Stiche zurück und überlappen.
  • Finish: Heiß auswaschen, abtupfen, zügig umlegen und flach trocknen.

Wenn du die Physik von Vlies und Faden respektierst und deine Tools dann upgradest, wenn die „Hacks“ nicht mehr reichen, wird aus einem nervigen Testlauf ein stabiler, wiederholbarer Prozess.

FAQ

  • Q: Welche Materialien sollte man bei einer Baby Lock Ellissimo Free-Standing-Lace (FSL) Schleife vorbereiten, bevor man auf Start drückt?
    A: Bereite die „versteckten Verbrauchsmaterialien“ vor, damit du keine Ausfälle mitten im Lauf bekommst und die Rückseite der Spitze sauber bleibt.
    • Eine frische 75/11 Sticknadel einsetzen (keine stumpfe oder beschädigte Nadel).
    • Eine passende Unterfadenspule mit exakt derselben Oberfadenfarbe wickeln und einsetzen (bei FSL ist die Rückseite sichtbar).
    • Gebogene Präzisionsschere zum Schneiden von Sprungstichen im eingespannten Rahmen bereitlegen.
    • Einspannmaterial: zwei Lagen faseriges wasserlösliches Stickvlies (kein dünner Folien-Topper) und möglichst „frisch“/formstabil.
    • Erfolgscheck: Das eingespannte Vlies antippen – Ziel ist ein dumpfer, trommelfester Klang (nicht labbrig raschelnd).
    • Wenn es trotzdem scheitert … Neu einspannen (straffer) oder wasserlösliches Stickvlies ersetzen, bevor du einen kompletten Sticklauf „verheizt“.
  • Q: Wie prüft man vor dem Sticken, ob wasserlösliches Stickvlies für FSL in der Baby Lock Ellissimo wirklich „trommelfest“ eingespannt ist?
    A: Spanne das Vlies gleichmäßig straff ein, damit es unter dem Zug dichter Satinstiche nicht nach innen kriecht.
    • Zwei Lagen wasserlösliches Stickvlies über den Außenring legen und den Innenring eindrücken.
    • Wenn das Vlies rutscht, Shelf-Liner-/Gummistreifen zwischen die Ringe legen.
    • Die Schraube anziehen und dabei das Vlies gleichmäßig straff ziehen (wie eine Leinwand).
    • Erfolgscheck: Schon in der frühen „weiße Flügel“-Grundlage müssen die Kanten flach sticken – ohne Tunneling/Ziehen am Rahmenrand.
    • Wenn es trotzdem scheitert … Sofort stoppen und neu einspannen; Tunneling in der Fundamentphase lässt sich später meist nicht mehr retten.
  • Q: Welche Geschwindigkeit (SPM) ist bei einer Baby Lock Ellissimo FSL-Schleife ein sicherer Bereich – und was passiert bei 800+ SPM?
    A: Begrenze bei FSL auf 400–600 SPM, weil Präzision wichtiger ist als Tempo; zu hohe Geschwindigkeit erhöht das Risiko von Verzug und Fadenproblemen.
    • 600 SPM ist für dieses Schleifen-Projekt eine praxisnahe obere Grenze (wie im Video).
    • Wenn du unsicher bist oder die Stichqualität nachlässt, auf ca. 500 SPM reduzieren.
    • Den Lauf überwachen statt wegzugehen – besonders bei dichten Satinbereichen.
    • Erfolgscheck: Der Maschinenklang bleibt gleichmäßig (kein wiederholtes „Bumm“ oder scharfes Klicken).
    • Wenn es trotzdem scheitert … Einspannung und Fadenlauf prüfen und im unteren Bereich von 400–600 SPM erneut laufen lassen.
  • Q: Warum muss bei einer Baby Lock Ellissimo FSL-Schleife der Sprungstich zwischen Schlaufe und Band sofort im Rahmen geschnitten werden?
    A: Wenn du den Sprungstich nach der Schlaufe nicht sofort schneidest, stickt die dichte Satinfläche des Bandes darüber – der Faden bleibt dauerhaft sichtbar als Wulst/Linie.
    • Am Farbwechsel/Stopp pausieren und sicherstellen, dass die Maschine wirklich steht, bevor die Schere in den Stichbereich kommt.
    • Mit gebogener Schere dicht am Ansatz schneiden, ohne den Knoten zu kappen.
    • Lose Enden entfernen, bevor der Schleifenkörper startet.
    • Erfolgscheck: Vor Beginn der Satinstiche ist kein Fadensteg mehr zwischen Schlaufe und Bandstart sichtbar.
    • Wenn es trotzdem scheitert … Ist der Faden einmal überstickt, lässt er sich meist nicht sauber entfernen; beim nächsten Lauf früher schneiden.
  • Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten beim Schneiden von Sprungstichen im eingespannten Rahmen während eines FSL-Laufs?
    A: Maschine vollständig stoppen/locken, bevor Hände oder Schere in die Nähe der Nadel kommen, um Fehlstarts und Nadelbruch zu vermeiden.
    • Maschine in einen bestätigten Stopp-/Lock-Zustand bringen, bevor du im Stichbereich schneidest.
    • Finger aus dem Nadelweg halten und kein „nur schnell einmal“ bei laufender Maschine.
    • Langsam mit gebogener Schere arbeiten, damit die Spitze kontrolliert bleibt.
    • Erfolgscheck: Die Nadel steht sicher und kann nicht durch versehentliches Antippen von Start/ Fußanlasser anlaufen.
    • Wenn es trotzdem scheitert … Wenn sich die Maschine noch auslösen lässt, Startfunktion gemäß Handbuch deaktivieren oder stromlos machen.
  • Q: Warum reißt der Faden, wenn eine Coats & Clark kreuzgewickelte Spule auf einem vertikalen Spulenstift läuft – und was ist die Lösung?
    A: Eine kreuzgewickelte Spule sollte auf einem horizontalen Halter laufen; vertikal kann der Faden Drall bekommen, hängen bleiben und reißen.
    • Spulenart erkennen: Kreuzwicklung zeigt ein „X“-Muster und ist für das Abheben des Fadens nach oben ausgelegt.
    • Spule auf den horizontalen Halter setzen und komplett neu einfädeln (nicht anknoten).
    • Danach 10–15 Stiche zurücksetzen, damit die neuen Stiche überlappen und die Stelle verriegeln.
    • Erfolgscheck: Der Faden läuft gleichmäßig, ohne Verdrehen, Haken an Kerben oder wiederholtes Reißen an derselben Stelle.
    • Wenn es trotzdem scheitert … Den gesamten Fadenweg auf Haken prüfen und auf Klickgeräusche achten (Faden franst/Unterfadenproblem).
  • Q: Wenn wasserlösliches Stickvlies bei einer Baby Lock Ellissimo FSL-Schleife immer wieder rutscht: Wann von Shelf-Liner-Einspannen auf Magnetrahmen wechseln, und wann lohnt sich ein Produktions-Upgrade?
    A: Arbeite stufenweise: erst Technik optimieren, dann bei anhaltendem Rutschen auf Magnetklemmung wechseln, und bei Stückzahlen die Rüstzeit mit System/Station reduzieren.
    • Level 1 (Technik): Shelf-Liner-Streifen nutzen und neu einspannen, bis das Vlies trommelfest ist und nicht kriecht.
    • Level 2 (Tool): Wenn es weiter rutscht oder der Rahmen/Spannmechanismus „müde“ wirkt, auf einen Magnetrahmen für gleichmäßige Klemmung umsteigen.
    • Level 3 (Durchsatz): Bei Serien (oft >20 Stück) mit Einspannsystem/Station Ermüdung und Ausrichtfehler reduzieren.
    • Erfolgscheck: Das Vlies kriecht bei dichten Satinstichen nicht mehr nach innen, und Wiederholteile bleiben zentriert.
    • Wenn es trotzdem scheitert … Stickvlies-Zustand prüfen (zu alt/zu feucht kann sich „rutschig“ verhalten) und die Geschwindigkeit innerhalb 400–600 SPM senken.