Table of Contents
- Was ist Shirring – und wofür ist es gut?
- Vorbereiten: Faden, Spule & Maschine
- Maschineneinstellungen für erfolgreiches Shirring
- Schritt für Schritt: Die Shirring-Technik
- Teresas Top-5-Tipps für dauerhaft gute Ergebnisse
- Kontrolle, Dampf & Haltbarkeit
- Troubleshooting aus den Kommentaren
- Aus den Kommentaren: Häufige Fragen, klare Antworten
- Fazit & nächste Schritte
Was ist Shirring – und wofür ist es gut?
Shirring ist eine Nähtechnik, bei der ein Elastikfaden in der Unterspule die Stofflagen zusammenzieht. Von vorne siehst du normale Geradstiche mit Allzweckfaden, von hinten liegt der dickere Elastikfaden, der den Stoff kräuselt. Das macht Mieder, Rückenteile, Bündchen oder Ärmelabschlüsse dehnbar – ideal für Anziehen ohne Reißverschluss.

In Modekollektionen taucht Shirring immer wieder auf: komplette, gesmokte Oberteile, elastische Rückenteile für die Form, oder Handgelenksabschlüsse, die Ballonärmel schön fallen lassen. Es ist zeitlos, praktisch – und für Hobbynäherinnen gut machbar.
Profi-Tipp
- Plane die obere Kante (z. B. Rollsaum/Overlock/Beleg) vor dem Shirring. Ist der Bereich erst einmal gekräuselt, wird Kantenverarbeitung knifflig.
Vorbereiten: Faden, Spule & Maschine
Material-Basics
Unten kommt Elastikfaden in die Spule, oben normaler Polyester- oder Allzweckfaden. Elastikfäden gibt es typischerweise in Schwarz/Weiß; Marken sind nicht vorgeschrieben, im Video wird u. a. 0,75 mm als gängig erwähnt. Wichtig ist die richtige Vorbereitung.

Achtung
- Elastikfaden darf nicht zu stramm geführt werden: Übermäßige Spannung beim Aufspulen kann zu Fehlstichen, zu starker Kräuselung oder zickigem Transport führen.
Handspulen der Elastikspule
Wickle den Elastikfaden von Hand auf die Spule. Gib beim Wickeln nur so viel Zug, dass die Windungen flach nebeneinander liegen – nicht einschneiden oder überdehnen. Ein falsch gespulter Faden verhält sich in der Maschine unberechenbar.

Kurzcheck
- Fadenlagen liegen glatt an.
- Spule ist gleichmäßig gefüllt.
- Kein „Hineinschneiden“ in vorherige Windungen.
Praxismaß aus dem Video: Eine Spule ergab ca. 6 Reihen auf 55-inch Stoffbreite; für ein 11-inch hohes, voll gesmoktes Oberteil wurden etwa 8 Spulen (insgesamt rund 38 Reihen) benötigt. Das ist eine Orientierung – dein Bedarf variiert nach Stoff, Dichte und gewünschter Elastizität.

Drop-in-Spule korrekt einsetzen
Bei einer Toplader-/Drop-in-Spule öffnest du wie gewohnt das Fach, legst die Elastikspule ein und führst den Faden in den vorgesehenen Spannungspfad. Ziehe den Faden beim Einlegen kurz straff – das hilft, ihn korrekt durch die Fadenführung zu schieben. Anschließend den Unterfaden durch ein Ober-/Unter-Nadelspiel hochholen – fertig.

Achte darauf, dass der Faden in den Spannweg eingefädelt ist. Ohne Spannung keine reproduzierbaren Ergebnisse.

Frontlader-Spule korrekt einsetzen
Bei Frontladern nimmst du die Spulenkapsel heraus, legst die Spule so ein, dass der Faden nach links herunter zeigt („P wie Perfect“), führst ihn durch den Schlitz in die Spannfeder und setzt die Kapsel wieder ein. Danach den Unterfaden mit der Nadel hochholen.

Wichtig: Orientierung und Spannweg müssen stimmen – es lohnt sich, einen Blick in die Maschinenanleitung zu werfen.

Wenn der Faden nicht hochkommt oder Schlaufen bildet, prüfe die Richtung und ob der Faden tatsächlich in der Spannfeder sitzt.

Exkurs Maschinenpark
- Nähe mit dem, was du hast. Wer eine Kombimaschine besitzt, kann bei Gelegenheit Zubehör entdecken: etwa brother Näh- und Stickmaschine mit großem Funktionsumfang, janome Stickmaschine für Stickprojekte oder Zubehör wie magnetisch Stickrahmen für präzise Einspannungen – unabhängig vom Shirring, aber spannend für dein Atelier.
Maschineneinstellungen für erfolgreiches Shirring
Eine längere Geradstichlänge (3,5 oder 4) hat sich bewährt. Anfangs keine Ober- oder Unterfadenspannung ändern – viele Heimmaschinen (neu und vintage) liefern so bereits gute Ergebnisse. Starte mit Standardspannung, teste an einem Reststück und bewerte das Bild: Kräuselung, Stichbild oben/unten, Transport.
Achtung
- Kein Verriegeln? Dann kann der Elastikfaden beim Tragen herausziehen. Sichere die erste Shirring-Reihe durch 2–3 Rückwärtsstiche.
Profi-Tipp
- Markierungslinien sind optional: Viele richten die Kante des Nähfußes an der vorherigen Reihe aus und erzielen so gleichmäßige Zwischenräume. Kreide hilft, wenn du absolute Symmetrie willst.
Schritt für Schritt: Die Shirring-Technik
Stoffkante vorbereiten
Saubere Kante zuerst: Beleg, Versäuberung oder Saum erledigen, bevor du die Reihen nähst. Das verhindert knubbelige Kanten und Gefummel an bereits gekräuselten Partien.

Erste Reihe starten: Rückwärtsstich
Setze mit 2–3 Rückwärtsstichen an, um den Elastikfaden zu verankern. Nähe die erste Reihe und führe sie in die Nahtzugabe hinein.

Viele Reihen nahtlos nähen: Die Pivot-Methode
Ohne dauerndes Fadenabschneiden geht es so: In die Nahtzugabe weiter nähen, Nadel unten lassen, Stoff drehen, ein paar Stiche entlang der NZ nähen, wieder drehen und die nächste Shirring-Reihe beginnen. Richte dabei den Nähfuß an der vorigen Reihe aus. Das ergibt saubere Abstände und eine kontinuierliche Fadenführung.

Optional kannst du Reihen mit Kreide vorzeichnen – besonders bei Sichtpartien.

Aus den Kommentaren
- Viele berichten, dass es 4–5 Reihen und ein kräftiger Dampfstoß brauchen, bis die volle Kräuselwirkung sichtbar wird. Geduld lohnt sich.
Teresas Top-5-Tipps für dauerhaft gute Ergebnisse
1) Immer testen: Probestück aus demselben Stoff nutzen, bevor du am echten Teil nähst. Variiere Stichlänge 3,5–4 und prüfe die Kräuselung.
2) Trägerlos? Gummitunnel ergänzen: Bei trägerlosen Kleidern/Röcken hält ein zusätzlicher Tunnel (¼", ½" oder ¾" Gummi) das Teil zuverlässiger an Ort und Stelle.
3) Spulenwechsel unterwegs: Geht der Unterfaden in der Reihe aus, übernähe den vorherigen Stichverlauf ca. 1–2 inch, um das Ganze zu sichern.
4) Französische Nähte: Umschließen die Elastikenden doppelt – weniger Auszupfen über die Zeit.
5) Nicht perfektionistisch sein: Von hinten dürfen Linien „wibbly wobbly“ wirken – vorn im Kräuselbild sieht es dennoch großartig aus.

Achtung
- Elastikfaden immer wirklich in den Spannweg führen – manche Probleme wirken wie „Spannung stimmt nicht“, sind aber schlicht eine fehlgeleitete Fadenführung.
Kontrolle, Dampf & Haltbarkeit
- Dampf ist dein Freund: Nach einigen Reihen das Teil gut dämpfen – das aktiviert die Kräuselung und zeigt, ob du Dichte/Abstände anpassen willst.
- Nahtsicherung: Anfang der allerersten Reihe verriegeln; bei fortlaufenden Reihen auf durchgehende Fadenwege achten (Pivot-Methode).
- Nähte planen: Seiten- und Rückennähte als Französische Naht arbeiten, um Elastikenden einzuschließen.
Profi-Tipp
- Reihenabstand: Der Abstand „Nähfußbreite“ ergibt ein stimmiges Bild; enger wirkt dichter und stabiler, braucht aber mehr Spulen.
Troubleshooting aus den Kommentaren
Problem: Stoff kräuselt sich kaum
- Mögliche Ursachen: Elastik beim Handspulen zu locker; Unterfaden nicht im Spannweg; zu kurze Stichlänge. Abhilfe: Beim Spulen leicht mehr Zug geben; Fadenlauf prüfen; Stichlänge auf 3,5–4. Zudem 4–5 Reihen nähen und dämpfen, bevor du urteilst.
Problem: Unterfaden kommt nach oben
- Oberfadenspannung ggf. etwas senken und/oder längere Stichlänge versuchen. An der Spulenspannung möglichst nicht drehen (schwer reproduzierbar).
Problem: Elastikfaden reißt
- Prüfe, ob er beim Aufspulen überdehnt wurde. Teste langsameres Nähen, frische Nadel, saubere Fadenwege. Nähen mit gleichmäßigem Tempo hilft.
Problem: Unterfaden lässt sich nicht hochholen
- Spulenrichtung prüfen (häufig „P“-Orientierung mit Faden nach links). Sicherstellen, dass der Faden in der Spulenkapsel-Spannfeder liegt.
Problem: Reihen uneinheitlich
- Mit Kreide Hilfslinien setzen – besonders bei Sichtpartien. Alternativ am Nähfuß ausrichten und sehr gleichmäßig führen.
Aus den Kommentaren
- Fadendicke: In der Community werden ca. 0,75 mm Elastikfäden häufig genannt.
- Kanal oben am Mieder: Tunnel vor dem Shirring nähen, Gummi erst danach einziehen und auf Maß anprobieren.
Aus den Kommentaren: Häufige Fragen, klare Antworten
Rechte oder linke Seite nähen?
- Auf der rechten Stoffseite – der Elastikfaden liegt unten und bleibt innen.
Wie stelle ich die Maschine ein?
- Geradstich, Stichlänge 3,5–4. Zunächst keine Spannungsänderungen. Erst testen, dann feinjustieren.
Wie viele Spulen brauche ich?
- Richtwert aus dem Video: ca. 6 Reihen pro Spule (55" Stoffbreite). Für ein 11" hohes Vollsmock-Oberteil wurden etwa 8 Spulen (insg. ca. 38 Reihen) genutzt.
Gummitunnel ja/nein?
- Für trägerlos definitiv empfehlenswert. Bei Oberteilen mit Trägern/Ärmeln oft nicht nötig.
Französische Naht – wie?
- Mit 5/8" NZ z. B. erste Naht links auf links bei 2/8", nicht zurückschneiden; dann rechts auf rechts bei 3/8" schließen, so sind Elastikenden eingeschlossen.
Exkurs Zubehör & Kombimaschinen
- Wer neben Shirring auch stickt, kennt vielleicht Marken-Zubehör: brother magnetisch Stickrahmen erleichtert das Einspannen, snap hoop monster for brother bietet schnellen Rahmenwechsel, und ein babylock Stickrahmen ergänzt entsprechend andere Setups. Auch bernina magnetisch Stickrahmen oder ein mighty hoop können Workflows beschleunigen – interessant, falls du parallel veredelst.
Fazit & nächste Schritte
Shirring lebt von guter Vorbereitung: Elastikfaden korrekt und gleichmäßig per Hand spulen, sauber einlegen (Spannweg!), längere Stichlänge wählen und die erste Reihe sichern. Mit Pivot-Methode arbeitest du zügig durch, Französische Nähte erhöhen die Haltbarkeit, und Dampf holt das Beste aus der Kräuselung heraus.
Starte mit einem Top oder einem Rückenteil mit Shirring – und nutze ein Probestück, um das Setting deiner Maschine zu „finden“. Nach ein paar Reihen kommt die Routine ganz von selbst.
Ausblick
- Baue auf dieser Technik auf: Shirred-Bodices, Ärmelabschlüsse, elastische Taillenbunde oder ganze Sommerkleider. Wenn du zusätzlich mit Kombimaschinen arbeitest, kann smartes Rahmen-Zubehör dein Atelier abrunden – unabhängig vom Shirring eine echte Zeitersparnis.
