ITH-Filz-Kürbis-Süßigkeitenbeutel: Sauber, wendbar – ganz ohne Ausspannen

· EmbroideryHoop
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung führt dich durch einen In-the-Hoop (ITH) Filz-Kürbis-Süßigkeitenbeutel auf der Baby Lock Destiny II – vom Laden der Datei per USB und dem Aufspulen eines farblich passenden Unterfadens für eine wendbare Optik, über das Einspannen von Filz mit festem Tearaway-Stickvlies, bis zum „Floaten“ des Rückseiten-Filzes mit Klebeband (ohne auszuspannen) und dem sauberen Zuschnitt mit gleichmäßigem 1/4" Nahtzugabenrand für ein professionelles Finish. Dazu bekommst du praxisnahe Checkpoints, eine Stabilizer-Entscheidungshilfe und Troubleshooting gegen Verrutschen, Wellenbildung und typische Schneidefehler.
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Inhaltsverzeichnis

Project Overview: Material Requirements

Dieses Projekt ist eine kleine Masterclass in einer der wichtigsten ITH-Fertigkeiten in der Maschinenstickerei: die Float-Technik. Du erstellst einen wendbaren Halloween-Süßigkeitenbeutel aus Filz – komplett In-the-Hoop (ITH). Das heißt: Die Stickmaschine übernimmt nicht nur das Sticken, sondern auch das „Zusammensetzen“ der Tasche in einem Ablauf.

Die entscheidende Fähigkeit ist dabei nicht der Kürbis selbst, sondern das saubere Erzeugen einer Tasche, indem du eine zweite Materiallage auf der Rückseite „floatest“ – also auflegst und fixierst – ohne das Vorderteil aus dem Stickrahmen zu nehmen. Genau so bleibt die Passung (Ausrichtung) stabil, wie es Profis im Alltag machen.

Außerdem arbeiten wir nach dem Prinzip „Clean Finish“: Viele lassen den Unterfaden weiß – und innen sieht es sofort nach „selbst gemacht“ aus. Hier lernst du, warum ein farblich passender Unterfaden (gleiche Farbe/Art wie der Oberfaden) bei wendbaren ITH-Projekten praktisch Pflicht ist.

Start screen showing Baby Lock Destiny II machine and shop branding.
Intro

Was du lernst (und was typischerweise schiefgeht)

Am Ende dieser Anleitung kannst du:

  • Digitale Vorbereitung sicher beherrschen: ITH-Design per USB laden und die Ausrichtung direkt am Display prüfen.
  • „Clean Back“-Standard umsetzen: Unterfaden passend zum Oberfaden vorbereiten, damit das Teil wirklich wendbar wirkt.
  • Spannung kontrollieren: Filz mit festem Tearaway-Stickvlies einspannen, ohne Rahmenspuren oder Verzug.
  • Float sauber ausführen: Rückseitenlage mit Reibung + Tape fixieren statt einzuspannen – damit nichts „wandert“.
  • Präzise schneiden: Mit Rollschneider saubere Rundungen schneiden, ohne die tragende Naht zu beschädigen.

Typische Anfängerfehler (die „Warum ist das passiert?“-Liste):

  • „Drift“/Verrutschen: Der Rückseitenfilz verschiebt sich beim Wiederaufsetzen um ca. 2 mm – die Abschlussnaht trifft nicht mehr sauber.
  • „Needle Strike“/Nadel trifft Tape: Tape liegt im Stichweg, klebt an der Nadel und verursacht Fadenrisse/Flusen.
  • „Structural Fail“/Naht platzt: Zu knapp geschnitten (unter 1/8"), die Tasche reißt beim Befüllen auf.
  • „Warp“/Verzug: Filz zu stark „trommelfest“ eingespannt (Trampolin-Effekt) – nach dem Ausspannen wird der Kürbis oval.

Step 1: Setting Up the Machine and Design

Die Bildreferenz ist die Baby Lock Destiny II, die Prinzipien gelten aber genauso für jede Ein- oder Mehrnadelstickmaschine. Die Menüs sehen anders aus – die Mechanik dahinter bleibt gleich.

Close up of the machine LCD screen selecting the Embroidery option.
Software navigation

1) Design per USB importieren

  1. Port-Sicherheit: USB-Stick seitlich einstecken. Fühl-Check: Er muss sauber sitzen – nicht mit Gewalt drücken.
  2. Navigation: Am Touchscreen das USB-Symbol wählen.
  3. Auswahl: Die Kürbis-Datei in der Liste suchen.
  4. Laden: Mit Set auf den aktiven Stickbildschirm übernehmen.
Pumpkin design displayed on the digital screen.
Design selection

Checkpoint: Ausrichtung prüfen. Zeigt der Stiel nach oben? Wenn nicht: jetzt am Bildschirm drehen/spiegeln – das ist deutlich sicherer, als später „im Kopf“ den Stickrahmen zu verdrehen.

2) Für ein wendbares ITH-Finish planen

Bei normaler Stickerei versteckt sich die Rückseite im Kleidungsinneren. Bei diesem ITH-Projekt wird die Rückseite im Stickrahmen später zur Innenseite der Tasche. Mit weißem Standard-Unterfaden sieht jede Naht nach „falsche Seite“ aus.

Profi-Standard: Spule den Unterfaden mit exakt dem Garn, das du oben stickst (z. B. Orange/Rot, 40 wt Rayon oder Polyester).

Praxis-Tipp: Wenn du deinen Workflow auf Einspannen für Stickmaschine-Effizienz ausrichtest, helfen vorgewickelte Spulen in Standardfarben (Schwarz, Weiß, Rot, Navy, Grau). Für spezielle Töne wie „Pumpkin Orange“ lohnt sich das eigene Spulen – das hebt die Wertigkeit sofort.


Step 2: Hooping Felt and Outline Stitching

In dieser Phase passieren die meisten ITH-Fehler. Wenn die Basis (Einspannen) nicht stabil ist, kann die Abschlussnaht später nicht sauber treffen.

Hand inserting a red bobbbin into the machine.
Machine setup

Vorbereitung: Materialien wie im Video

  • Schwarzer Filz (Vorderseite): Bastelfilz (Acryl) funktioniert, Wollmischfilz hält meist länger.
  • Oranger Filz (Rückseite/Tasche): Kontrast macht das Motiv klarer.
  • Stickvlies: festes/crisp Tearaway. Wichtig: Kein weiches, faseriges Tearaway – das ist zu schwach für die Details. Du brauchst die „papierartige“, feste Variante.
  • Garn: 40 wt Stickgarn (Orange/Rot).
  • Fixierung: Scotch Magic Tape (matt – in der Praxis oft weniger „klebrig“ an der Nadel als glänzendes Tape).
  • Nadel: 75/11 (Sharp oder Embroidery). Kugelspitze kann beim Vlies/Filz eher schieben statt sauber perforieren.
  • Schneidwerkzeuge: Rollschneider (z. B. 45 mm oder 28 mm) + Stickschere.

Warum Filz hier so gut funktioniert

Filz ist nicht gewebt, hat keinen Fadenlauf und verzieht sich dadurch weniger. Und: Er franst nicht aus. Deshalb kannst du hier mit „roher Kante“ arbeiten, ohne die Außenkante zwingend mit Satinstich einfassen zu müssen. Kleine Spannungsfehler verzeiht Filz optisch oft besser.

Einspannen: Filz + festes Tearaway

  1. Sandwich: festes Tearaway nach oben, schwarzer Filz darauf.
  2. Sitz: Außenteil am Stickrahmen deutlich lösen – Filz ist dick. Innenrahmen einsetzen.
  3. Spannungscheck: Innenrahmen gleichmäßig eindrücken, dann Schraube anziehen.
  4. Montage: Stickrahmen an den Stickarm setzen.
  5. Start: Nähfuß senken und „Start/Stop“ drücken – Platzierung/Umriss und Details werden gestickt.
View of the hoop loaded with black felt and stabilizer attached to the machine.
Hoop Setup
Pressing the green start button on the Baby Lock machine.
Starting embroidery
The machine actively stitching the orange outline onto the black felt.
Embroidery process

Checkpoint: Mit den Fingern über die gestickte Kontur fahren. Wölbt es sich („Bubbling“)? Dann war es zu locker. Ist der Filz sichtbar verzogen/oval? Dann war es zu stramm. Ziel: flach und neutral.

Expert note: Rahmenspannung und Verzug (warum „trommelfest“ nach hinten losgehen kann)

Der Mythos „immer trommelfest einspannen“ ist bei Filz riskant. Filz hat Elastizität. Ziehst du ihn wie eine Trommelhaut, speicherst du Spannung. Nach dem Ausspannen entspannt sich das Material – und plötzlich puckert/zieht sich die Form zusammen.

Die „Goldilocks“-Zone:

  • Zu locker: Material „flaggt“ (wippt/steht vor der Nadel).
  • Zu stramm: Material zieht sich später zurück (Wellen/Puckern).
  • Genau richtig: straff, aber ohne sichtbaren Verzug. Du kannst in der Mitte leicht anheben, und es springt sofort zurück.

Wenn du bei dickeren Materialien wie Filz häufig Rahmenspuren oder inkonsistente Spannung hast, sind Magnetrahmen für Stickmaschine in der Praxis die typische Lösung: Statt Schraubdruck und „Reinwürgen“ wird gleichmäßig von oben geklemmt. Das reduziert Verzug und macht Ergebnisse reproduzierbarer – besonders in Serie.


Step 3: The Float Technique: Adding the Back Pocket

Jetzt kommt der „Zaubertrick“: Die Rückseite der Tasche muss dran – aber ohne auszuspannen, sonst verlierst du die Passung. Also: Floaten.

Holding the hoop upside down to show the back of the embroidery.
Preparing backing

Schritt für Schritt: Rückseitenfilz floaten (ohne auszuspannen)

  1. Pause: Die Maschine stoppt vor dem letzten Farbblock. Nicht ausspannen, nicht „resetten“.
  2. Abnehmen: Stickrahmen vom Stickarm abnehmen. Stoff bleibt im Stickrahmen.
  3. Umdrehen: Stickrahmen wenden – du schaust jetzt auf die Vlies-Seite.
  4. Auflegen: Den orangen Filz so auflegen, dass die komplette Naht-/Konturzone abgedeckt ist (rundum mit Reserve).
  5. Fixieren: Die vier Ecken mit Scotch Magic Tape sichern.
Testing the placement of the orange felt piece on the back of the hoop.
Placement check
Applying tape to the corners of the backing felt to secure it to the stabilizer/hoop frame.
Securing backing
Sliding the hoop with the taped backing back onto the embroidery arm.
Re-attaching hoop

Expected outcome: Der orange Filz liegt wie ein Patch über der Rückseite. Er soll flach anliegen, aber nicht gedehnt sein.

Tape vs. Sprühzeitkleber (wie im Video erwähnt)

Im Video wird Tape empfohlen – bei Filz ist das sinnvoll.

  • Tape: schnell, kontrollierbar, keine Rückstände am Filz, wenn außerhalb der Stichlinie geklebt.
  • Sprühkleber (KK 2000): kann bei Filz stärker „einsaugen“. Das kann mehr Kleberkontakt an Nadel/Greifer bedeuten. Für dieses Projekt ist Tape die sichere Wahl.

Expert note: warum Floaten funktioniert (und warum es manchmal scheitert)

Floaten ist im Kern „Reibungs-Stabilisierung“: Die Lage bleibt durch Reibung und Fixierung stabil, bis die Nadel sie festnäht.

Fehlermodus: „Unter-Fold“ Beim Wiederaufsetzen kann der lose Rückseitenfilz an der Maschinenauflage/Platte hängen bleiben und sich umklappen. Wenn du über eine Falte nähst, ist die Tasche unbrauchbar.

Lösung: Wenn du häufig floatest, hilft eine Magnetische Einspannstation oder zumindest eine wirklich plane Tischfläche: Du kannst den Stickrahmen stabil ablegen und das Tape sauber, flach und ohne „Herumjonglieren“ anbringen.

Warning: Sicherheits-Hinweis. Beim Wiederaufsetzen glättest du oft mit der Hand unter dem Stickrahmen. Stelle sicher, dass die Maschine steht und du nicht versehentlich Start auslöst, bevor deine Hände aus dem Nadelbereich sind.


Step 4: Finishing Touches and Trimming

Rückseite ist fixiert, der Stickrahmen ist schwer – jetzt kommt die tragende Abschlussnaht.

Demonstrating the automatic needle threader function.
Threading machine

Stickrahmen wieder ansetzen und letzte Farbe sticken

  1. Aufschieben: Stickrahmen vorsichtig auf den Stickarm schieben. Fühl-Check: Mit der Hand unter dem Stickrahmen prüfen, ob der orange Filz sauber in den Durchlass läuft und nicht hochsteht.
  2. Geschwindigkeit: Maschine langsamer laufen lassen. Hohe Geschwindigkeit kann dazu führen, dass die gefloatete Lage flattert/zieht.
  3. Verriegeln: Letzten Farbblock sticken – diese Naht verbindet Vorder- und Rückseite zur Tasche.
Releasing the fabric from the hoop frame.
Unhooping

Checkpoint: Rückseite ansehen: Ist die Naht durchgehend? Wenn sich der Faden verschachtelt oder reißt: nicht ausspannen – wenn möglich direkt korrigieren und sauber fertigstellen.

Ausspannen und Tape entfernen

  1. Lösen: Stickrahmen öffnen.
  2. Abreißen: Tearaway außerhalb der Naht abreißen – es sollte sauber „wie Papier“ weggehen.
  3. Reinigen: Tape entfernen.
Using a yellow rotary cutter to trim around the pumpkin shape on a cutting mat.
Cutting excess

Mit gleichmäßiger Nahtzugabe zuschneiden

Hier entscheidet sich die Optik. Zackige Kanten wirken „Bastelarbeit“, saubere Rundungen wirken professionell.

  1. Rand: Ziel sind 1/4" Abstand zur Naht. Unter 1/8" riskierst du, dass die Naht ausreißt; zu viel Rand wirkt klobig.
  2. Werkzeuge:
    • Rollschneider: für lange, weiche Außenrundungen – gleichmäßiger Schnitt ohne „Zacken“.
    • Schere: für enge Stellen (z. B. am Stiel).
  3. Technik: Stoff bewegen, Schere möglichst „gerade“ führen – du drehst den Kürbis in die Klingen.
Using pink scissors to cut tight curves around the stem.
Detail cutting

Expected outcome: Eine glatte Kürbis-Silhouette. Die Kante fühlt sich stabil an, nicht labberig.

Expert note: warum 1/4" ein sinnvoller Zielwert ist

Du hast zwei Filzlagen plus Vlies – das baut auf. 1/4" gibt genug „Fleisch“, damit die Naht sicher hält. Schneidest du zu knapp, können sich Filzfasern (nicht gewebt, nur verdichtet) leichter lösen und die Naht kann bis zur Kante ausreißen.


Tips for Working with Felt and Stabilizers

Filz verhält sich anders als Webware oder Jersey. Nutze diese Logik für ähnliche Projekte.

Stickvlies-Wahl: schnelle Entscheidungshilfe

Decision Tree (Filz + ITH):

  1. Besteht das Design überwiegend aus Umriss-/Konturstichen (wie hier)?
    • JAfestes/crisp Tearaway.
    • NEIN (sehr dichte Füllungen/Tatami) → Cutaway, sonst perforiert Tearaway zu stark.
  2. Ist der Filz dünn/weich (Bastelfilz)?
    • JA → zwei Lagen Tearaway oder Cutaway gegen Verzug.
    • NEIN (stabiler Wollfilz) → eine Lage Tearaway reicht meist.
  3. Ist das Design dicht UND der Filz „nachgiebig“?
    • JA → Filz ans Vlies fixieren (z. B. Sprühkleber), um Verrutschen zu minimieren.

Passender Unterfaden: wann es wirklich zählt

Zum Üben ist weißer Unterfaden okay. Bei ITH-Artikeln (Keyfobs, Tags, Taschen) ist die Rückseite aber Teil des Produkts. Wenn du Floating-Stickrahmen-Techniken für verkaufsfähige Teile einsetzt, ist ein passender Unterfaden einer der stärksten Qualitätsindikatoren.

Upgrade-Pfad: wenn Einspannen zum Engpass wird

In der Serie (z. B. 50 Kürbisbeutel) ist Einspannen oft der Flaschenhals.

Die Lösungshierarchie:

  1. Level 1 (Technik): Vlies vorab zuschneiden (Sheets), statt jedes Mal zu messen.
  2. Level 2 (Konstanz): Wenn Handkraft/gleichmäßige Spannung bei dickem Filz schwierig ist, reduzieren Magnetrahmen für baby lock die Schraub-Variable – auflegen, schließen, fertig.
  3. Level 3 (Skalierung): Wenn Platzierung Zeit frisst, sorgt eine Einspannen für Stickmaschine-Station für reproduzierbare Positionen.

Warning: Sicherheit bei Magnetrahmen. Das sind keine Kühlschrankmagnete. Neodym-Magnete können stark einklemmen und medizinische Geräte beeinflussen. Abstand zu entsprechenden Geräten und magnetempfindlichen Medien halten.


Prep

Profis stoppen nicht mitten im Lauf, um eine Schere zu suchen. Richte dir deinen „Arbeitsplatz“ vorher ein.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Checks (die viele vergessen)

  1. Fusselrolle: Schwarzer Filz zieht Staub/Flusen an – vor dem Sticken reinigen.
  2. Frische Nadel: Filz stumpft schneller ab. Eine neue 75/11 sorgt für saubere Einstiche.
  3. Gutes Licht: Beim Schneiden auf schwarzem Filz ist Beleuchtung entscheidend.

Praxis-Tipp: Wenn du in Serie mit babylock Magnetrahmen arbeitest, prüfe die Bauhöhe/Abstände am Stickfuß, damit beim Verfahren nichts kollidiert.

Prep Checklist (nicht auf „Start“ drücken, bevor alles passt)

  • Design: Datei geladen, korrekt ausgerichtet (Stiel oben).
  • Nadel: frische 75/11 eingesetzt.
  • Unterfaden: Spule mit passender Garnfarbe.
  • Oberfadenweg: neu eingefädelt, keine Fehlführung.
  • Stickrahmen: schwarzer Filz + festes Tearaway straff (nicht gedehnt) eingespannt.
  • Rückseite: oranger Filz zugeschnitten (Designgröße + Reserve).
  • Fixierung: 4 Tape-Streifen vorbereitet.

Setup

Hier entscheidet sich, wie „stressfrei“ der Lauf wird.

Maschinen-Setup-Checkpoints

  • Unterfaden-Check: Klappe öffnen – ist das Fadenende kurz? Zu lange Enden können nach oben gezogen werden.
  • Stickrahmen-Check: Stickrahmen aufsetzen – „Klick“ hören, leicht wackeln: kein Spiel.
  • Fußhöhe: Wenn deine Maschine es erlaubt (wie die Destiny II), Stickfußhöhe so einstellen, dass Filz/Vlies sauber durchlaufen.

Einspannen: so sieht „gut“ aus

  • Klopftest: Filz klingt eher dumpf – nicht hoch/trommelnd (zu stramm) und nicht schlaff (zu locker).
  • Planlage: Stickrahmen auf den Tisch legen – der Innenrahmen darf nicht „hochpoppen“.

Wenn dir das Einspannen körperlich schwerfällt, sind Magnetrahmen für babylock oft eine echte Entlastung, weil sie gleichmäßiger klemmen und weniger „Kraft“ über die Schraube brauchen.


Operation

Der Ablaufplan – in dieser Reihenfolge arbeiten.

Schritt-für-Schritt mit Checkpoints und Expected Outcomes

1) Gesicht & Umriss

  • Action: Start drücken, die ersten Stiche beobachten.
  • Fühl-/Hör-Check: Gleichmäßiger Lauf. Ein lautes „Klack“ kann auf Kontakt/Fehlweg hinweisen – sofort stoppen.
  • Outcome: Saubere Kontur auf schwarzem Filz, keine Schlaufen.

2) Pause & Wechsel

  • Action: Maschine stoppt vor der letzten Farbe, Stickrahmen abnehmen.
  • Checkpoint: Innenrahmen bleibt drin – nicht ausspannen.

3) Float (kritischer Schritt)

  • Action: Stickrahmen wenden, orangen Filz auflegen und festtapen.
  • Checkpoint: Stickrahmen kurz senkrecht halten: hängt/sackt der Filz? Dann neu fixieren.
  • Outcome: Rückseite flach und stabil.

4) Abschlussnaht

  • Action: Stickrahmen wieder ansetzen, langsamer laufen lassen, letzte Farbe sticken.
  • Checkpoint: Beim Verfahren darauf achten, dass der lose Filz nicht hängen bleibt.
  • Outcome: Tasche ist geschlossen/versiegelt.

5) Ausspannen & Reinigen

  • Action: Vom Stickarm nehmen, ausspannen, Vlies abreißen.
  • Outcome: „Rohes Sandwich“ vor dem Zuschnitt (normal).

Operation Checklist (End-of-Run Quality Gate)

  • Naht hält: Tasche leicht aufziehen – keine Lücken.
  • Passung: Rückseitenfilz deckt die Nahtzone vollständig.
  • Sauberkeit: Kein Tape in der Naht eingeschlossen.
  • Oberfläche: Filz bleibt glatt, nicht wellig.

Quality Checks

Vor dem Verschenken einmal wie ein Profi prüfen.

Vorderseite

  • Fadenschnitte: Sprungstiche sauber bündig abschneiden.
  • Gesicht klar: Augen/Mund sollen nicht „im Filz verschwinden“.

Rückseite / Tascheninnenseite

  • Unterfadenlinie: Durch den passenden Unterfaden sollte die Naht optisch „mitlaufen“. Wenn helle Punkte sichtbar sind, kann die Oberfadenspannung zu locker sein oder die Spule sitzt nicht korrekt.

Kante & Zuschnitt

  • Rundung fühlen: Mit dem Finger entlangfahren. Kleine „Zacken“ vorsichtig nachschneiden.

Workflow-Tipp: Wenn du skalierst, hilft eine hoop master Einspannstation, mehrere Stickrahmen identisch vorzubereiten – das spart Zeit und reduziert Platzierungsfehler.


Troubleshooting

Wenn etwas schiefgeht, nutze diese Diagnose-Tabelle.

Symptom Likely Cause The "Quick Fix" Long-Term Prevention
Rückseite verrutscht/schief Tape haftet schlecht (Filz ist fusselig). Neu tapen: frisches Tape, fest andrücken. Rückseite vor dem Tapen mit Fusselrolle reinigen.
Rückseite bleibt am Arm hängen Zu viel „hängender“ Filz. „Burrito“: Überstand aufrollen und weg-tapen. Stabileren Filz nutzen oder auf einer magnetic hooping station sauber fixieren.
Umriss wellig/puckert Trampolin-Effekt (zu stramm) oder Flagging (zu locker). Dampf: leicht dämpfen, um Fasern zu entspannen. Gleichmäßiger klemmen (z. B. Magnetrahmen).
Kante zackig Stop-and-go mit der Schere. Nacharbeiten: vorsichtig nachschneiden. Rollschneider für lange Kurven, Schere nur für enge Stellen.
Tasche lässt sich nicht öffnen Tape lag innerhalb der Stichlinie. Prüfen: ggf. Nahtstelle vorsichtig lösen oder neu starten. Klare „Tape-Zonen“ außerhalb der Stichlinie definieren.

Results

Du hast jetzt einen fertigen Filz-Kürbis-Süßigkeitenbeutel – und die Kernherausforderungen von ITH gemeistert: saubere Passung, Floaten von Lagen und kontrollierte Rahmenspannung.

Holding up the finished pumpkin treat bag to show the pocket.
Final reveal

Deliverable-Standard (so sieht „geschenkfertig“ aus)

  • Stabil: Die Tasche hält Füllgewicht, ohne dass die Naht aufzieht.
  • Optik: Zuschnitt gleichmäßig (1/4"), Unterfaden optisch unauffällig.
  • Sauber: Kein Vliesfussel, kein Kleber, keine losen Fäden.

Wenn dir nach drei Stück die Hände weh tun oder du wegen „Rahmenrutschen“ Teile verwerfen musstest, sind das typische Upgrade-Signale:

Die Float-Technik öffnet dir die Tür zu unzähligen ITH-Projekten – von kleinen Täschchen bis zu Keyfobs – mit der Stickmaschine als „Montagewerkzeug“.