Janome 550E/500E/400E „Ready to Sew“-Bildschirm: Der ruhige, fehlerfreie Weg zum Tracen, Heften, Schrägstellen und exakten Platzieren deines Designs

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung erklärt die wichtigsten Funktionen auf dem „Ready to Sew“-Bildschirm der Janome 550E/500E/400E: echtes Zentrieren sicher prüfen, mit „Trace“ die Stickgrenze abfahren (Kollisionen vermeiden), einfaches und doppeltes Heften für schwierige Materialien, Schrägstellung bis 5° zur Korrektur eines leicht schief eingespannten Projekts, Stickspannung sinnvoll beurteilen und Designs mit den Bildschirm-Pfeilen präzise positionieren. Zusätzlich bekommst du praxiserprobte Vorab-Checks, Material-/Vlies-Entscheidungen sowie schnelle Lösungen für typische Probleme wie „Warum startet Start/Stop nicht?“ und „Warum wird die Stickerei unordentlich?“.
Urheberrechtshinweis

Nur zu Bildungszwecken. Diese Seite ist eine Lern-/Kommentar-Notiz zum Werk der ursprünglichen Urheberin/des ursprünglichen Urhebers. Alle Rechte verbleiben beim Original; kein erneutes Hochladen oder Weiterverbreiten.

Bitte sieh dir das Originalvideo auf dem Kanal der Urheber*in an und abonniere, um weitere Tutorials zu unterstützen – ein Klick hilft, klarere Schritt-für-Schritt-Demos, bessere Kameraperspektiven und Praxistests zu finanzieren. Tippe unten auf „Abonnieren“, um sie zu unterstützen.

Wenn du die/der Urheber*in bist und eine Anpassung, Quellenergänzung oder Entfernung einzelner Teile wünschst, kontaktiere uns über das Kontaktformular der Website. Wir reagieren zeitnah.

Inhaltsverzeichnis

Den Janome 550E/500E/400E „Ready to Sew“-Bildschirm sicher beherrschen: Studio-tauglicher Leitfaden für Einsteiger

Wenn deine Janome 550E, 500E oder 400E auf dem „Ready to Sew“-Bildschirm steht und du dich kaum traust, etwas anzutippen – gut so. Diese kurze Vorsicht ist ein echter Schutzmechanismus. Sie verhindert Nadelbrüche, „gefressenen“ Stoff und teure Stickrahmen-Schäden durch eine ungünstige Platzierung.

Maschinenstickerei ist nicht nur „grünen Knopf drücken“ – sie ist ein Zusammenspiel aus Geräusch, Fadenspannung und Physik.

In diesem Guide zerlege ich die Funktionen, die Sharon am „Ready to Sew“-Bildschirm zeigt: Designdaten lesen, den echten Mittelpunkt verifizieren, die Stickfläche tracen, Heften (die Profi-Geheimwaffe), Schrägstellen zur Korrektur von leicht schiefem Einspannen und die Stickspannung richtig einordnen.

Wichtig: Ich übersetze die Buttons in Sicherheits- und Ablaufregeln, wie sie in Werkstatt/Studio tatsächlich genutzt werden. Du bekommst außerdem „Studio-Fixes“, die erfahrene Bediener einsetzen – inklusive sinnvoller Tool-Upgrades, wenn es nicht an dir, sondern an der Physik des Materials liegt.

Janome Memory Craft 550E machine powering on showing startup screen.
Machine initialization

Das Dashboard: Die „Ready to Sew“-Daten richtig lesen

Auf dem „Ready to Sew“-Bildschirm beantwortet die Maschine im Kern eine Frage: „Wenn du jetzt Start drückst – was passiert gleich ganz real, mechanisch?“

Bevor du auf das Motiv schaust, schau auf die Daten. Sharon zeigt die Werte, die du prüfen solltest, um einen Crash zu vermeiden.

Die „großen Sechs“ – Pflicht-Checks

  1. Benötigter Stickrahmen: Die Maschine zeigt den Rahmen-Code (z. B. SQ14b 140×140 mm).
    • Praxis-Check: Schau am Stickrahmenarm nach (am Rahmen, den du wirklich eingeklickt hast). Passt der Code? Wenn die Maschine 200×200 erwartet und du 140×140 montiert hast, ist ein Nadelkontakt/Rahmentreffer sehr wahrscheinlich.
  2. Designgröße: Die Maße (z. B. 68 × 100 mm).
  3. Geschwindigkeit (SPM – Stiche pro Minute): z. B. 600 SPM.
    • Praxis-Tipp: Diese Maschinen können schneller laufen, aber für Einsteiger sind 400–600 SPM ein sehr sicherer Bereich: weniger Vibration, mehr Reaktionszeit bei Fadenriss oder Materialzug.
  4. Fadenspannung: Oft Auto oder ein Wert wie 2.6.
  5. Farbanzahl: z. B. 5 Farben.
  6. Zeit: z. B. 6 Minuten (ohne Einfädel-/Farbwechselzeit).
Holding the hooped embroidery design with the plastic grid template overlaid to show centering.
Checking alignment

Die „Sieht nicht mittig aus“-Falle: Den echten Mittelpunkt beweisen

Das ist ein klassischer Einsteiger-Schreckmoment: Design geladen, Blick auf den Bildschirm – und es wirkt, als läge das Motiv „zu weit links/rechts“. Oft ist das keine falsche Datei, sondern eine optische Täuschung durch die Motivform (z. B. Figur mit ausgestrecktem Arm).

Verifikation mit der Raster-Schablone (Grid Template)

Sharon zeigt die Methode, der man wirklich trauen kann:

  1. Transparente Raster-Schablone in den Stickrahmen einsetzen.
  2. Fadenkreuz/Mittelpunkt auf der Schablone identifizieren – das ist die mathematische Mitte des Rahmens.
  3. Rasterkästchen zählen: Abstand vom Motivrand bis zur Mitte am Raster vergleichen (Bildschirm/physischer Rahmen).

Warum das wichtig ist: Eingebaute Designs sind mathematisch zentriert. Wenn du ein bereits korrekt zentriertes Motiv „nach Gefühl“ verschiebst, kannst du es in den nicht stickbaren Bereich drücken – die Maschine verweigert dann ggf. den Start oder (schlimmer) trifft den Rahmen.

Close up of the 'Ready to Sew' screen showing hoop size and design statistics.
Reading screen data

Pre-Flight-Check: Die versteckten Schritte vor Trace/Heften

Bevor du „Trace“ oder „Heften“ antippst, mach einen kurzen Umgebungs-Check. Im Studio nennen viele das „Startbahn freimachen“.

Checkliste (BEVOR du am Bildschirm arbeitest)

  • Rahmen-Abgleich: Passt der montierte Stickrahmen zum Rahmen-Symbol/Code am Bildschirm?
  • Flachlage: Mit der Hand unter dem Rahmen prüfen: Ist überschüssiger Stoff zurückgesteckt/gesichert? Keine Ärmel, Shirt-Säume oder Lagen unter dem beweglichen Rahmen.
  • Nadelzustand: Mit dem Fingernagel vorsichtig an der Nadel entlang: spürbarer Grat/„Klick“ = Nadel wechseln.
  • Kollisions-Scan: Reißverschlüsse, dicke Nähte, Knöpfe im Stickbereich?
  • Fadenweg: Keine losen Fadenenden in der Nähe des beweglichen Arms.
  • Werkzeuge bereit: Stickschere, Pinzette/Greifer, ggf. temporärer Sprühkleber – nicht erst suchen, wenn die Maschine läuft.

In der Produktion ist genau diese Phase oft der Effizienz-Killer. Viele Betriebe nutzen eine feste Einspannstation für Maschinenstickerei, um Einspannen/Ausrichtung zu standardisieren und Stillstandzeiten zu reduzieren. Konstantes Einspannen löst einen Großteil der Passungsprobleme.

Stylus pressing the 'Trace' icon (square with arrows) on the touch screen.
Activating Trace function

Trace (Rahmen abfahren): Dein Sicherheitsnetz (Quadrat-mit-Pfeilen)

Die Trace-Funktion (meist ein Quadrat mit Pfeilen) ist eine der wichtigsten Sicherheitsfunktionen im Janome-Interface: Die Maschine fährt die Designgrenze ab, ohne zu sticken.

So führst du Trace sicher aus

  1. Nähfuß unten? Für Trace bleibt die Nadel oben; halte trotzdem die Hand in Stop-Nähe.
  2. Trace aktivieren: Icon antippen.
  3. Nadelstange beobachten: Der Rahmen bewegt sich – beobachte den Abstand zwischen Nadelbereich und innerer Rahmenkante, besonders an den Ecken.
  4. Geräusch-Check: Sauberes, gleichmäßiges Surren ist gut. Schleifen/Knirschen deutet auf Kontakt oder Blockade hin.

Praxis-Tipp: Sharon zeigt, dass man einzelne Ecken anwählen kann, um direkt dorthin zu fahren. Das ist ideal, wenn du z. B. bei einem Hemd prüfen willst, ob das Motiv zu nah an einer Tasche liegt.

Warnung: Quetschgefahr. Finger, Werkzeuge und lose Fadenenden aus dem Nadel-/Rahmenbereich fernhalten. Der Rahmen bewegt sich plötzlich und kraftvoll.

The embroidery arm and hoop moving to the corner of the design area during trace.
Tracing design boundary

Heften: Die Profi-Waffe gegen Verzug und Fehlplatzierung

Heften wird von Einsteigern oft ignoriert – in vielen Werkstätten ist es Standard. Sharon nutzt das gestrichelte Quadrat.

Was passiert: Die Maschine näht einen langen, lockeren Heftstich ca. 5 mm (0.25 inch) außerhalb der Designkontur.

Warum du es nutzen solltest:

  1. Stabilisierung: Stoff und Stickvlies werden vor der dichten Stickerei „zusammengebunden“.
  2. Visuelle Passkontrolle: Du siehst real auf dem Material, wo das Motiv landet. Wenn die Heftlinie in Richtung Reißverschluss/Naht läuft, stoppst du, bevor Schaden entsteht.
  3. „Floating“ (Auflegen statt Einspannen): Bei Samt/Velours oder sehr dicken Materialien, die sich schlecht einspannen lassen, spannst du nur das Stickvlies ein und legst den Stoff oben auf. Das Heften fixiert ihn.

Rahmenspuren („Hoop Burn“) bei Samt/Velours

Bei Samt/Velours kann ein normaler Stickrahmen die Fasern dauerhaft plattdrücken – die Rahmenspur bleibt sichtbar.

Tool-Upgrade, wenn das dein Alltag ist: Wenn du regelmäßig mit empfindlichen Materialien arbeitest oder das Schrauben/Anziehen am Rahmen körperlich schwierig ist, ist das ein klarer Upgrade-Punkt. Ein Magnetrahmen für janome 550e hält das Material mit Magnetkraft und reduziert den Klemmdruck – oft deutlich schonender und im Workflow schneller bei Wiederholaufträgen.

Selecting the 'Basting' icon (square with dashed lines) on the screen.
Setting up basting
The machine actively sewing a basting stitch rectangle around the ballerina design.
Basting process

Doppeltes Heften: Stretchstoffe kontrollieren

Sharon wählt das Icon mit zwei Quadraten. Es entsteht ein innerer Heft-Rahmen und danach ein äußerer.

Warum das bei Stretch hilft: Bei Maschenware kann sich der Stoff im Zentrum trotz äußerer Fixierung noch bewegen („Trampolin-Effekt“). Der innere Heftrahmen fixiert näher am Motiv und reduziert das Wandern.

Entscheidungslogik: Material → Vorgehen

Nutze diese einfache Logik für deine Stabilisierung:

  • Stabil (z. B. Baumwolle):
    • Aktion: Standard-Stickrahmen + passendes Stickvlies. Trace reicht, einfaches Heften optional.
  • Empfindlich/„crushable“ (z. B. Samt/Velours):
    • Aktion: Nur Stickvlies einspannen → Stoff auflegen (floating) → einfach heften.
    • Upgrade: Magnetrahmen sehr sinnvoll.
  • Stretch (z. B. T-Shirt/Jersey):
    • Aktion: Stickvlies + doppelt heften.
    • Hinweis aus der Praxis: Wenn sich das Zentrum sichtbar bewegt, ist doppeltes Heften oft der schnellste Stabilitätsgewinn.
Selecting the 'Double Baste' icon (two squares) on the screen.
Setting up double basting
Machine stitching the inner box of the double basting sequence.
Double basting execution

Schrägstellen (Skew) bis 5°: Ein leicht schiefes Einspannen retten

Wir sind Menschen – manchmal wird ein Teil minimal schief eingespannt. Sharon zeigt das Rhombus-/Tilt-Icon, mit dem du das Design in kleinen Schritten schrägstellen kannst.

Grenze: Diese Funktion ist typischerweise auf begrenzt – gedacht für Mikro-Korrekturen, nicht für große Drehungen.

Kritischer Punkt: Du musst OK drücken, sonst wird die Änderung verworfen.

Sicherer Workflow:

  1. Projekt einspannen.
  2. Trace laufen lassen (mit Raster/Fadenkreuz oder sichtbaren Referenzen wie Knopfleiste/Taschenkante).
  3. Wenn es optisch kippt: Skew nutzen.
  4. Erneut tracen. Jede digitale Korrektur gehört physisch überprüft.
The 'Skew' adjustment screen showing the rotation controls.
Adjusting skew angle
Machine sewing the ballerina which is now visibly titled/skewed to the right.
Sewing skewed design

Fadenspannung: Fadenbild professionell beurteilen

Sharon öffnet die Spannungs-Einstellungen (z. B. 2.2 oder 2.6).

Grundprinzip:

  • Nähen: Der Verschlingungspunkt soll in der Stofflage liegen.
  • Sticken: Der Unterfaden soll nicht oben sichtbar werden – der Oberfaden soll oben sauber decken.

Praxis-Check (nach Sharon’s Erklärung):

  • Unterfaden oben sichtbar? Oberfadenspannung zu fest → Zahl senken (z. B. 2.6 → 2.2).

Wenn Stiche „messy/loopy“ werden: Aus den Kommentaren kommt genau dieses Problem (unordentliche, schlaufenartige Stiche). Die Antwort im Video-Umfeld ist klar: Nicht als Erstes an der Spannung drehen.

Vorgehen wie im Studio:

  1. Komplett neu einfädeln (oben und unten).
  2. Auf sauberen Fadenweg achten: Keine „zufällig“ eingeklemmten Fadenreste.
  3. Erst danach – wenn nötig – Spannung am Bildschirm fein anpassen.
Screen displaying the list of thread colors required for the design.
Checking color list

Sharon zeigt Minus/Plus sowie die Tasten zum Wechseln durch Farben.

Wofür das in der Praxis gut ist:

  • Fehlerbehebung: Reißt der Faden, kannst du im Design zurückgehen und sauber überlappen, statt komplett neu zu starten.
  • Kontrolle einzelner Elemente: Du kannst gezielt zu einer Farbe/Sequenz springen, um zu prüfen, ob ein Element (z. B. Name) an der richtigen Stelle landet.
Adjusting the tension settings slider on the touchscreen.
Setting tension

Präzise Positionierung: Das Design verschieben (nicht „das Motiv ändern“)

Mit den Pfeiltasten verschiebst du das Design auf X-/Y-Achse innerhalb des Rahmens.

Bedienlogik: Gedrückt halten = schnell verschieben, antippen = fein nachjustieren.

Wichtige Klarstellung: Du veränderst nicht die Datei selbst – du veränderst nur, wo die Maschine innerhalb des Stickrahmens stickt.

Praxis-Hinweis: Wenn du ständig bis in extreme Ecken schieben musst, ist oft nicht „die Maschine“ das Problem, sondern die Rahmenwahl. Viele suchen dann nach Stickrahmen für Janome 550e, um für kleine Logos oder effizientere Platzierung den passenden Stickrahmen zu nutzen.

Using +/- keys to navigate through individual stitches within the design.
Stitch navigation
Using the directional arrow keys on screen to move the design position.
Positioning design

Setup-Checkliste: Die „Ready to Sew“-Routine

Druck dir diese Liste aus und kleb sie an die Maschine – sie verhindert die häufigsten Ausfälle.

Setup-Checkliste (direkt vor Start)

  1. Rahmen & Anzeige stimmen überein: Steht SQ14b am Bildschirm? Ist SQ14b montiert?
  2. Nadel passend & ok: Nadel ohne Grat, passend zum Material.
  3. Trace durchgeführt: Perimeter komplett beobachtet?
  4. Heften gewählt: Bei Samt/Stretch/floating: Heftfunktion aktiv?
  5. Nähfuß unten: Start/Stop funktioniert sonst nicht.
  6. Geschwindigkeit sinnvoll: Für Kontrolle eher moderat (z. B. mittlerer Bereich).

Troubleshooting-Matrix: Symptom → Ursache → Lösung

Kurze Diagnose-Tabelle basierend auf Sharon’s Ablauf und typischen Praxisproblemen.

Symptom Das „Warum“ Lösung
Rahmenspuren (Rahmenabdrücke) Klemmdruck drückt Fasern platt. Level 1: „Floating“: nur Stickvlies einspannen, Stoff auflegen, heften.<br>Level 2: Upgrade auf Magnetrahmen für janome 500e.
Start/Stop reagiert nicht Sicherheitslogik blockiert den Start. Check: Nähfuß oben? → Nähfuß senken.<br>Check: Design außerhalb des erlaubten Bereichs? → Position zurücksetzen.
Verzug/Verziehen Material wandert unter der Nadel. Fix: Bei Stretch doppeltes Heften aktivieren, Stabilisierung verbessern.
Unterfaden oben sichtbar Oberfadenspannung zu hoch. Fix: Oberfadenspannung senken (z. B. 2.6 → 2.2).
Unordentliche/Schlaufen-Stiche Häufig falsches Einfädeln (Spannung „greift“ nicht). Fix: Ober- und Unterfaden komplett neu einfädeln; auf korrektes Einlegen achten.

Upgrade-Pfad: Wann neue Tools sinnvoller sind als „kämpfen“

Wenn du den Bildschirm beherrschst, stößt du manchmal an physische Grenzen.

  • Problem: Einspannen kostet Kraft, tut weh oder markiert empfindliche Stoffe.
  • Problem: Viele Farbwechsel kosten Zeit.
    • Lösung: Das ist typischerweise der Punkt, an dem eine Mehrnadelstickmaschine sinnvoll wird – nicht weil die 550E „schlecht“ ist, sondern weil der Job-Typ (Serienproduktion) andere Anforderungen hat.

Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen arbeiten mit starken Neodym-Magneten. Quetschgefahr für Finger. Abstand zu Herzschrittmachern/ICDs und magnetischen Datenträgern halten. Ringe nie ungebremst „zuschnappen“ lassen.

Betriebs-Check: Die ersten 30 Sekunden

Betriebs-Checkliste (erste 30 Sekunden Stickzeit)

  1. Anfangsstiche: Fängt der Oberfaden sauber?
  2. Geräusch: Gleichmäßig = gut. Hartes „Klackern“ = sofort stoppen.
  3. Oberseite prüfen: Nach kurzer Zeit anhalten und Oberfläche kontrollieren: keine Schlaufen, keine Unterfaden-Schlingen.
  4. Heftlinie: Liegt die Heftbox korrekt außerhalb des Motivs?

Den „Ready to Sew“-Bildschirm zu beherrschen bedeutet Kontrolle: Daten lesen, Trace nutzen, Heften gezielt einsetzen und Spannung sauber beurteilen. Dann verschwindet die Unsicherheit – und du kannst dich auf saubere Ergebnisse und reproduzierbare Abläufe konzentrieren.

FAQ

  • Q: Wie verhindere ich bei der Janome 550E/500E/400E am „Ready to Sew“-Bildschirm einen Stickrahmen-Code-Mismatch, bevor ich Start drücke?
    A: Gleiche den am Bildschirm angezeigten Rahmen-Code mit dem tatsächlich montierten Stickrahmen ab, bevor du irgendetwas startest.
    • Vergleiche den „Required Hoop“-Code am Janome 550E/500E/400E-Bildschirm mit dem Code am Rahmenarm.
    • Sichere überschüssigen Stoff, damit nichts unter den beweglichen Rahmen gerät.
    • Trace erst ausführen, wenn der richtige Rahmen bestätigt ist.
    • Erfolgskontrolle: Beim Trace bleibt die Nadelstange sicher innerhalb der Rahmenbegrenzung – ohne Beinahe-Kontakt an den Ecken.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Design wieder in den erlaubten Stickbereich zentrieren und prüfen, ob der Stickrahmen wirklich vollständig eingerastet ist.
  • Q: Was ist der sicherste Weg, die Trace-Funktion am „Ready to Sew“-Bildschirm zu nutzen, um Nadel- und Rahmenkollisionen zu vermeiden?
    A: Nutze Trace als physischen Grenztest und beobachte/horche auf mögliche Interferenzen, bevor du stickst.
    • Trace-Icon drücken und die Hand in Stop-Nähe lassen, während der Rahmen fährt.
    • Nadelstange relativ zur inneren Rahmenkante beobachten – besonders an den Ecken/Extremen.
    • Auf gleichmäßiges Surren achten; bei Schleifen/Knirschen sofort stoppen.
    • Erfolgskontrolle: Trace läuft komplett durch, gleichmäßiger Sound, klarer Abstand zum Rahmen/Maschinenkörper.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Tisch-/Umgebungs-Blockaden prüfen sowie dicke Nähte/Reißverschlüsse/Knöpfe im Stickbereich und hängende Stoff-/Fadenbereiche aus dem Rahmenweg entfernen.
  • Q: Wie kann ich bei „Design sieht nicht mittig aus“ prüfen, ob ein eingebautes Design wirklich zentriert ist, ohne es falsch zu verschieben?
    A: Beweise die Mitte mit der Janome-Raster-Schablone statt nach optischem Eindruck zu korrigieren.
    • Transparente Raster-Schablone in den Stickrahmen einsetzen und den Fadenkreuz-Mittelpunkt finden.
    • Rasterabstände vom Motivrand zur Mitte am Bildschirm/physisch vergleichen.
    • Nicht „nach Auge“ korrigieren, wenn die Zählung bestätigt, dass es zentriert ist.
    • Erfolgskontrolle: Rastervergleich passt, und Trace zeigt, dass das Design im stickbaren Bereich bleibt.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Trace erneut laufen lassen, Rahmen-Code und korrektes Einrasten prüfen und die Platzierung an einer klaren Referenz (z. B. Taschenkante/Knopfleiste) kontrollieren.
  • Q: Wie reduziere ich bei Samt/Velours/Fleece auf der Janome 550E/500E/400E Rahmenspuren mit der Heftfunktion?
    A: Stickvlies einspannen, Stoff auflegen (floating) und mit Heften fixieren – so vermeidest du Klemmdruck direkt auf dem empfindlichen Material.
    • Stickvlies einspannen statt Samt/Velours/Fleece.
    • Stoff oben auflegen und die einfache Heftbox (gestricheltes Quadrat) wählen.
    • Erst die Heftkontur nähen, um Abstand zu Nähten/Reißverschlüssen zu prüfen, bevor das eigentliche Design startet.
    • Erfolgskontrolle: Nach dem Entfernen sind keine oder nur minimale dauerhafte Rahmenspuren sichtbar, und die Heftlinie liegt ca. 5 mm außerhalb des Designs.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Magnetrahmen in Betracht ziehen, um Klemmdruck zu reduzieren und Einspannen zu beschleunigen.
  • Q: Wann sollte ich bei T-Shirts/Jersey auf der Janome 550E/500E/400E doppelt heften, um Verzug zu verhindern?
    A: Bei Stretchstoffen doppelt heften, damit das Material näher am Motiv fixiert wird und weniger wandert.
    • Doppelte Heftfunktion (Icon mit zwei Quadraten) wählen: innerer und äußerer Heftrahmen.
    • Trace ausführen und dann die Heftboxen vor der Hauptstickerei nähen.
    • Erfolgskontrolle: Konturen bleiben deckungsgleich (keine Lücken/Verzerrung) und der Stoff zieht sich in der ersten Minute nicht sichtbar zusammen.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Stoppen, neu einspannen (bessere Flachlage), Trace wiederholen und erneut doppelt heften.
  • Q: Wie beurteile ich die Oberfadenspannung (z. B. mit einem Test) und was ändere ich, wenn Unterfaden oben sichtbar wird?
    A: Beurteile das Fadenbild am Probestick und ändere die Oberfadenspannung am Bildschirm erst nach einem sauberen Neu-Einfädeln.
    • Probestick umdrehen und prüfen, ob der Unterfaden sauber „unten“ bleibt.
    • Wenn Unterfaden oben sichtbar ist, Oberfadenspannung senken (z. B. 2.6 → 2.2).
    • Erfolgskontrolle: Oben sauberes Stichbild ohne Unterfadenpunkte/Schlaufen.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Ober- und Unterfaden komplett neu einfädeln und die Nadel wechseln, bevor du weiter an der Spannung drehst.
  • Q: Was sollte ich als Erstes prüfen, wenn Stiche unordentlich/„loopy“ werden, statt sofort die Spannung zu verändern?
    A: Zuerst korrekt neu einfädeln – viele „loopy“-Probleme kommen von falschem Einfädeln (Spannung greift dann nicht).
    • Oberfadenweg komplett neu einfädeln.
    • Unterfaden neu einlegen und korrekt einsetzen.
    • Nadel bei Verdacht auf Grat/Schäden wechseln.
    • Erfolgskontrolle: Die ersten 10–30 Sekunden laufen sauber, ohne Schlaufenbildung und ohne „hartes“ Geräusch.
    • Wenn es weiterhin scheitert: Dann die Bildschirm-Spannung in kleinen Schritten anpassen und erneut testen; zusätzlich Trace-Freigang prüfen, um Hängenbleiben/Zug auszuschließen.