Janome Memory Craft 9700 Stick-Setup, das wirklich funktioniert: Nähfußdruck, Einspannen, On‑Screen‑Positionierung und saubere Stickergebnisse

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung baut den Stick-Workflow der Janome Memory Craft 9700 von Grund auf sauber auf: Hardware-Setup (Embroidery Foot P und Nähfußdruck auf Stufe 2), korrektes Einspannen mit Stickvlies für gleichmäßige Spannung, Stickrahmen sicher am Stickarm verriegeln und auf ausreichende Bewegungsfreiheit achten, integrierte Motive auswählen und mit Jog-Tasten plus Trace sauber positionieren, Start mit kontrolliertem Fadenanfang (Fadenende nach ein paar Stichen kürzen), Wiederaufnahme nach Fadenriss über Stitch Back/Forward (10 Stiche pro Schritt) sowie Editing Mode zum Duplizieren, Spiegeln, Drehen (45°-Schritte), Skalieren (90–120%) und Speichern eigener Layouts. Zusätzlich klärt der Beitrag typische Praxisfragen zu ATA/PC-Karten und dem Card Reader 10000 (Beschaffung/Kompatibilität) und zeigt, welche Upgrades Einspannzeit und Wiederholgenauigkeit verbessern können.
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Inhaltsverzeichnis

Janome Memory Craft 9700 im Griff: Der Praxis-Guide für reibungsloses Sticken

Wenn du eine Janome Memory Craft 9700 gerade erst ausgepackt (oder übernommen) hast, ist die Mischung aus Vorfreude und „zu viele Optionen auf einmal“ völlig normal. Stickmaschinen sind keine intuitiven Künstler – sie sind präzise Werkzeuge. Sie bewerten keine Kreativität, aber sie bestrafen gnadenlos schlechte Physik.

Die MC9700 ist ein solides Arbeitstier, aber sie nimmt dich beim Wort: Wenn der Nähfußdruck zu viel Reibung erzeugt oder die Spannung im Stickrahmen ungleichmäßig ist, näht die Maschine das Ergebnis genauso konsequent schief – nur eben schnell.

Dieser Guide ist dein „Flughandbuch“: nicht nur welche Taste du drückst, sondern welche fühlbaren Checks (Sitz, Spannung, Freigang) dir zuverlässig professionelle Ergebnisse bringen – und woran du erkennst, dass nicht dein Können das Problem ist, sondern dein Setup.

Close-up of using a screwdriver to attach the specialized Embroidery Foot P to the presser bar.
Hardware Preparation

Phase 1: „Kalter Start“ – Vorbereitung (Sicherheit & Mechanik)

Bevor du überhaupt den Netzschalter anfasst, legen wir die Sicherheitsbasis. Der häufigste Anfängerfehler ist, die Hardware im laufenden Betrieb „mal eben“ umzubauen.

Power-Off-Protokoll

Die erste Regel professioneller Maschinenroutine: Strom AUS, bevor du irgendetwas in der Nähe der Nadelstange veränderst. Im Video wird das ausdrücklich gesagt – aus gutem Grund. Wenn deine Finger nur Millimeter von der Nadel entfernt sind und der Motor sofort reagieren kann, reicht ein unglücklicher Kontakt mit Start/Stop (oder ein versehentlicher Impuls), um Verletzungen oder eine gebrochene Nadel zu riskieren.

Nähfuß wechseln (Embroidery Foot P):

  1. Die Rändelschraube (Thumb Screw) an der Seite der Nähfußstange lösen.
  2. Den Standard-Nähfuß/den Halter abnehmen.
  3. Embroidery Foot P von hinten ansetzen und festschrauben. Dieser Fuß ist so geformt, dass er über Satinstiche sauber gleitet.
  4. Sitz-Check: Nach dem Festziehen am Fuß wackeln. Er muss „wie aus einem Stück“ sitzen. Wenn du Spiel spürst: nachziehen.

Warnung: Mechanische Sicherheitsgefahr. Finger aus dem Nadelbereich halten, wenn du den Fuß wechselst. Die Nadelbewegung nicht „testen“, solange Werkzeug noch nahe an der Nadelstange ist – abrutschendes Werkzeug oder ein unerwarteter Nadelhub kann Verletzungen verursachen und Bauteile beschädigen.

Die „versteckte“ Stellschraube: Nähfußdruck

Das ist der Schlüssel für flache, saubere Stickerei. Die Janome MC9700 hat den Nähfußdruck-Regler im Seitenfach.

  • Typische Werkseinstellung: oft 3 (für normales Nähen).
  • Stick-Baseline: Stufe 2 (oder leicht darunter).

Warum das zählt: Beim Sticken entsteht Höhe (Stoff + Stickvlies + Fadenlagen). Ist der Druck zu hoch, bremst der Fuß den Stoff, während der Stickrahmen bewegt wird. Das begünstigt „Flagging“ (Stoff hebt/senkt sich) und Kräuselung. Mit Stufe 2 reduzierst du Reibung, ohne die Fadenabnahme am Nadelöhr zu verlieren.

Wenn du neu an einer janome Stickmaschine bist, behandle das als nicht verhandelbare Basis: Foot P montiert, Druck auf 2, Umbauten nur bei ausgeschalteter Maschine.

Finger adjusting the recessed dial inside the side panel to reduce foot pressure to level 2.
Machine Setup

Phase 2: Stickrahmen & Physik (die Basis für Passung)

Die MC9700 kommt mit zwei Stickrahmen. Entscheidend ist nicht nur die Größe, sondern wie viel „freie Fläche“ du unnötig mitbewegst.

  • Stickrahmen A (Standard): 12,6 cm x 11 cm (ca. 5" x 4,3")
  • Stickrahmen B (Large): 20 cm x 14 cm (ca. 7,9" x 5,5")

Goldene Regel beim Einspannen: Nimm den kleinsten Stickrahmen, in den das Motiv sicher passt. Warum? Je größer die freie Stofffläche im Rahmen, desto eher entstehen Schwingung und Mikrobewegung – und damit Passungsprobleme (Konturen „schatten“, Farbflächen treffen nicht sauber).

Comparison shot of the two included embroidery hoops: Standard Hoop A and Large Hoop B with their grid templates.
Equipment Overview

Phase 3: Stabilisieren (das „unsichtbare“ Verbrauchsmaterial)

Im Video wird Sulky Stabilizer gezeigt – und die Begründung ist korrekt: Stabilisieren bringt bessere Ergebnisse und reduziert das Risiko von Fadenstau. Praktisch heißt das:

Stickvlies ist nicht „nur Rückseite“, sondern die tragende Struktur. Stoff ist flexibel – Stickerei braucht Steifigkeit. Das Vlies verhindert, dass der Stoff durch Stichzug nach innen zusammengezogen wird.

Entscheidungslogik fürs Stickvlies

Nicht raten – nach Materialverhalten entscheiden:

  1. Dehnbar (Jersey, T-Shirts, Polos)?
    • Physik: Der Stoff gibt unter Stichzug nach.
    • Empfehlung: Cutaway (bleibt dauerhaft zur Stabilisierung).
  2. Stabil gewebt (Denim, Canvas, Twill)?
    • Physik: Der Stoff trägt sich weitgehend selbst.
    • Empfehlung: Tearaway (für saubere Entfernung).
  3. Flauschig/voluminös (Handtücher, Fleece)?
    • Physik: Stiche versinken.
    • Empfehlung: Wasserlösliches Topping oben + passendes Vlies unten.
Peeling a sheet of Sulky brand stabilizer to prepare for hooping.
Material Prep

Kurz-Check vor dem Einspannen („Pre-Flight“)

  • Verbrauchsmaterial: Frische Nadel eingesetzt (im Draft als universeller Start: 75/11).
  • Hardware: Embroidery Foot P sitzt absolut fest.
  • Einstellung: Nähfußdruck auf 2.
  • Stoff: Glatt gebügelt (Falten bleiben nach dem Sticken „für immer“ sichtbar).
  • Unterfadenbereich: Fusselarm; passende Unterfadenspule/Unterfadenqualität gemäß Janome-Vorgabe.

Phase 4: Einspannen – der Punkt, an dem es bei vielen hakt

Das ist die wichtigste Handfertigkeit. Im Video siehst du den klassischen Kunststoffrahmen-Workflow: Schraube lösen, Innenrahmen einsetzen, Stoff glätten/ziehen, Schraube festziehen.

Der „trommelfest“-Mythos „Trommelfest“ wird oft falsch verstanden. Wenn du nach dem endgültigen Festziehen stark nachziehst, verziehst du den Fadenlauf. Nach dem Ausspannen „springt“ der Stoff zurück – Kreise werden oval, Schrift wirkt verzogen.

Praxisablauf mit fühlbaren Checks:

  1. Voranziehen: Schraube nur so weit anziehen, dass der Innenrahmen hält, aber noch minimal „arbeiten“ kann.
  2. Gleichmäßig glätten: Stoffkanten rundum gleichmäßig straffen, nur Schlupf entfernen – nicht den Stoff dehnen.
  3. Verriegeln: Schraube festziehen.
  4. Klopf-Test: Mit dem Finger auf die Fläche tippen. Es soll ein dumpfes, gleichmäßiges „Thump“ geben – nicht bretthart und nicht schlaff.

Wichtig aus dem Video: Achte darauf, dass der Innenrahmen richtig herum sitzt (Markierungen R und L).

Typischer Engpass: Klassische Schraubrahmen verursachen schnell Rahmenabdrücke (glänzende Ringe auf empfindlichen Stoffen) und kosten Zeit/Handkraft. Wenn du regelmäßig Einspannen für Stickmaschine machst, ist die Schraube oft der Flaschenhals.

Hands manually stretching fabric drum-tight while tightening the screw on the plastic embroidery hoop.
Hooping Fabric

Phase 5: Stickrahmen am Stickarm verriegeln & Freigang prüfen

Beim Ansetzen an den Stickarm ist die Reihenfolge wichtig, damit du nichts verkantest.

  1. Ausrichten: Den schwarzen Befestigungsknopf so drehen, dass er parallel zum Rahmen steht.
  2. Einsetzen: Pins in die Aufnahmen am Stickarm führen – das muss ohne Kraft gehen. Wenn du drücken musst: stoppen, neu ausrichten.
  3. Verriegeln: Knopf im Uhrzeigersinn drehen, bis der Rahmen sicher sitzt.
  4. Crash-Check: Hinter der Maschine muss Platz sein. Der Stickarm fährt weiter aus, als man denkt. Ein Anstoßen an Wand/Gegenstände kann die Passung ruinieren.
Locking the embroidery hoop onto the machine carriage by twisting the black knob clockwise.
Attaching Hoop

Phase 6: Bedienung & die TRACE-Pflicht

Sobald du Embroidery Mode aktivierst, senkt die MC9700 die Transporteurzähne automatisch. Ab hier steuerst du über den Bildschirm.

Wähle ein Motiv (z. B. Pattern #6, das Fahrrad). Achte auf die Infos am Screen: Zeit, Farbwechsel, Größe und benötigter Rahmen.

Nicht verhandelbar: TRACE Nicht starten, ohne zu tracen.

  • Mit den Jog Keys die Startposition/den Nadelpunkt passend ausrichten.
  • Trace drücken und den Rahmenweg beobachten.
  • Sichtprüfung: Bleibt der Nadelweg innerhalb der stabilisierten Fläche? Kollidiert der Rahmen irgendwo?

TRACE ist deine letzte Absicherung, bevor Material und Zeit verloren gehen.

LCD Touchscreen showing the 'Built-in Designs' menu with various icons.
Software Interface
Pattern information screen for the bicycle design, showing stitch time, color changes, and hoop size requirements.
Pre-sew check

Phase 7: Stickvorgang & saubere Fadenanfänge

Start-Ritual für saubere Ergebnisse:

  1. Nähfuß senken.
  2. Start drücken.
  3. Nach ein paar Stichen stoppen.
  4. Fadenanfang kürzen: Den Anfangsfaden so nah wie möglich abschneiden. Wenn du das auslässt, wird er überstickt – das gibt einen sichtbaren Knubbel.
  5. Wieder starten.

Geschwindigkeit in der Praxis: Nur weil die Maschine schnell kann, heißt das nicht, dass du immer am Limit fahren solltest. Gerade bei empfindlichen Stoffen oder Spezialgarn hilft eine moderatere Geschwindigkeit, um Reibung und Fadenstress zu reduzieren.

Using the on-screen Jog Keys (arrows) to move the hoop and position the needle starting point.
Positioning

Setup-Checkliste (kurz vor Start)

  • Stickrahmen: Sicher am Stickarm verriegelt.
  • Freigang: Mindestens 12 inches Platz hinter der Maschine.
  • Digital: TRACE durchgeführt; Startpunkt geprüft.
  • Praktisch: Schere griffbereit.

Phase 8: Fadenriss sauber retten (Troubleshooting)

Wenn (nicht falls) ein Faden reißt: ruhig bleiben. Die MC9700 hat dafür eine sinnvolle Wiederaufnahme.

Typische Anzeichen:

  • Geräusch: kurzes „Snap“, danach sticht die Nadel ohne Faden.
  • Optik: Oberfaden fehlt oder franst am Nadelöhr.

Vorgehen:

  1. Sofort stoppen.
  2. Oberfaden neu einfädeln. Wichtig: Faden sauber in die Spannungsscheiben setzen (richtig „einrasten“).
  3. Stitch Back (-) nutzen: pro Druck geht der Rahmen 10 Stiche zurück.
  4. Ziel: ca. 20–30 Stiche vor die Rissstelle zurück.
  5. Weitersticken – die Überlappung verriegelt die Stelle stabiler, als exakt am Risspunkt weiterzumachen.
The machine actively embroidering the black wheel of a penny farthing bicycle design on white fabric.
Embroidery stitching

Phase 9: Monogramme & Legacy-Datentransfer

Die MC9700 bietet integrierte Schriften (Small/Medium/Large).

  • Praxis-Tipp aus dem Draft: Bei Nutzung von Rahmen B kann eine vertikale Ausrichtung helfen, längere Namen besser unterzubringen.

Der Elefant im Raum: Designs übertragen Im Video werden ATA PC Cards und der Janome Card Reader 10000 erwähnt.

  • Praxisrealität: Das ist Legacy-Technik. Beschaffung und funktionierende Adapter sind heute oft schwierig.
  • Was man daraus ableiten kann (ohne falsche Versprechen): Viele Nutzer müssen auf Gebrauchtmarkt/Servicebetriebe ausweichen und sollten beim Kauf darauf achten, dass das passende RS-232C-Kabel dabei ist.

Typische Fragen aus der Praxis (aus den vorhandenen Kommentaren):

  • Wo bekommt man überhaupt einen Card Reader 10000?
  • Unterstützt ein bestimmtes Modell (z. B. 9500) Designs/Alphabet aus PC-Software?
  • Wie kommt man in Ländern/Regionen ohne gute Verfügbarkeit an ATA-Kits?
Interface for 'Stitch Back/Forward' allowing the user to recover embroidery position after a thread break.
Troubleshooting
Monogramming font selection screen showing Gothic, Script, and 2/3 letter layouts.
Monogram Setup

Phase 10: Editing Mode – Layouts direkt an der Maschine

Der Editing Mode macht die MC9700 zu einem einfachen Layout-Werkzeug: Motive kombinieren, duplizieren, spiegeln, drehen.

Drehung nur in 45°-Schritten Die Rotation erfolgt in 45°-Inkrementen. Für Eckmotive (wie im Video mit Pattern #42) ist das trotzdem praktikabel:

  1. Erstes Motiv platzieren (z. B. oben links).
  2. Motiv duplizieren.
  3. Horizontal spiegeln und dann über Rotation (2×45° = 90°) passend ausrichten.
  4. Zweites Motiv an die gewünschte Ecke ziehen (z. B. unten rechts).

Skalieren mit Maß: 90% bis 120%. Nicht übertreiben: Stickdateien sind keine Vektoren. Zu klein = zu hohe Dichte (steif, „bulletproof“). Zu groß = Lücken.

Warnung: Touchscreen-Sicherheit. Keine spitzen Gegenstände am Display verwenden. Diese älteren druckempfindlichen Screens sind empfindlich – nutze Finger oder einen geeigneten Stylus.

The external Janome Card Reader 10000 device used for transferring designs.
Data Transfer
In Editing Mode, a finger drags a floral design to the top-left corner of the on-screen grid.
Editing Design
Using the 'Rotate 45' button on the touchscreen to rotate a duplicated floral design.
Editing Tools

Über die Basics hinaus: Wann sich bessere Tools lohnen

Wenn du vom Lernen in Richtung Routine/Produktion gehst, kommt oft die „Stick-Decke“: Dein Können ist da – aber das Einspannen kostet Zeit und bringt Schwankungen.

Wenn dich das „Schraube lösen/Schraube festziehen“ ausbremst oder du ständig um gleichmäßige Spannung kämpfst, ist nicht selten das Werkzeug der Engpass.

Upgrade Level 1: schneller, gleichmäßiger einspannen Für Einzelnadelmaschinen wie die MC9700 stehen Begriffe wie Magnetrahmen für janome für einen deutlichen Workflow-Sprung.

  • Nutzen im Alltag: Statt Schraubmechanik klemmen starke Magnete den Stoff. Das kann bei wechselnden Materialstärken (z. B. Handtuch) Zeit sparen und die Wiederholbarkeit verbessern; außerdem werden Rahmenabdrücke oft reduziert.

Warnung: Magnet-Sicherheitsgefahr. Magnetrahmen haben sehr starke Magnete. Abstand zu Herzschrittmachern/ICDs und magnetempfindlichen Datenträgern halten. Finger beim Zusammensetzen aus der Klemmzone nehmen – Quetschungen können heftig sein.

Upgrade Level 2: Kapazität & Prozessfluss Wenn du im Kleinbetrieb an Farbwechseln „hängst“ (jede Farbe manuell) oder mehr Zeit mit Einspannen als mit Sticken verbringst, kann eine Einspannstation für Stickmaschinen oder perspektivisch eine Mehrnadelstickmaschine sinnvoll sein.

  • Grundlogik: Mehrnadelstickmaschinen halten mehrere Farben gleichzeitig – weniger Stopps, weniger manuelle Eingriffe.

Betriebs-Checkliste: Profi-Gewohnheiten

  • TRACE jedes Mal: Keine Ausnahmen.
  • Fadenanfang nach ein paar Stichen kürzen: Für saubere Vorder- und Rückseite.
  • In Hörweite bleiben: Rhythmus hören – Fadenriss erkennst du oft zuerst am Klang.
  • Rettungslogik: Bei Fadenriss 20 Stiche zurück, nicht „auf Kante“ weiter.
  • Abschalten: Stickrahmen abnehmen, bevor du die Maschine wegstellst – das schützt den Stickarm.

FAQ: Klärung typischer Fragen aus den Kommentaren

„Wo kann ich einen Card Reader 10000 kaufen?“ Das ist eine der häufigsten Hürden. Der Reader 10000 arbeitet mit einem spezifischen RS-232C-Anschluss/Kabel. Ein beliebiger USB-Adapter ersetzt das nicht automatisch. Realistisch sind Nähmaschinen-Servicebetriebe, spezialisierte Händler oder Gebrauchtmärkte. Vor dem Kauf prüfen, ob Kabel/Zubehör vollständig dabei sind.

„Funktionieren Alphabet-/Schrift-Designs aus PC-Software auf meinem Janome-Modell?“ Grundsätzlich ist entscheidend, ob du die Datei in ein von der Maschine lesbares Format bringst und sie auf ein kompatibles Medium (z. B. Karte) übertragen kannst. In der Praxis ist der Datentransfer bei diesen älteren Systemen oft der Engpass – nicht das „Alphabet“ selbst.

„Ich finde in meinem Land keine ATA-Kits – was nun?“ Das Problem ist real: Verfügbarkeit ist regional sehr unterschiedlich. Wenn du auf Karten/Reader angewiesen bist, bleibt häufig nur Import/Gebrauchtmarkt oder der Weg über Servicebetriebe. Genau diese Reibung ist für viele der Punkt, an dem ein Upgrade auf ein moderneres, USB-basiertes System wirtschaftlich wird.

Stickerei ist Variablenmanagement. Wenn Vorbereitung und Physik stimmen, wird die MC9700 zuverlässig. Und wenn die Aufträge wachsen: Tools upgraden, bevor dich der Workflow ausbremst.

FAQ

  • Q: Welche Nähfußdruck-Einstellung ist bei der Janome Memory Craft 9700 richtig, um Reibung, „Flagging“ und Kräuselung beim Sticken zu reduzieren?
    A: Stelle den Nähfußdruck der Janome Memory Craft 9700 als sichere Stick-Basis auf Stufe 2 (oder leicht darunter).
    • Montiere zuerst Embroidery Foot P und stelle dann den Druckregler im Seitenfach ein.
    • Reduziere die Geschwindigkeit, wenn du empfindliche Stoffe oder Spezialgarne stickst, damit der Fuß die Arbeit weniger „mitzieht“.
    • Erfolgskontrolle: Satinstiche liegen flach und sauber, und der Stoff „hüpft“ nicht sichtbar, während der Rahmen fährt.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: Einspannmethode und Stickvlies prüfen – Nähfußdruck kann falsche Stabilisierung oder lockere Rahmenspannung nicht ausgleichen.
  • Q: Wie beeinflusst die Wahl von Stickrahmen A vs. Stickrahmen B bei der Janome Memory Craft 9700 die Passung und Konturgenauigkeit?
    A: Nutze den kleinsten Stickrahmen, der das Motiv sicher aufnimmt, um Schwingung und Passungsfehler zu reduzieren.
    • Stickrahmen A für kleine Logos/Motive; Stickrahmen B nur, wenn du das größere Feld wirklich brauchst.
    • Vor dem Start mit den Jog Keys neu zentrieren, besonders nach einem Rahmenwechsel.
    • Erfolgskontrolle: Konturen und Flächen treffen sauber ohne „Schatten“ oder versetzte Ränder zwischen Farbwechseln.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: TRACE erneut laufen lassen und prüfen, ob der Rahmen ohne Verkanten vollständig am Stickarm verriegelt ist.
  • Q: Welches Stickvlies sollte man bei dehnbaren Maschenwaren, stabilen Webwaren und Handtüchern verwenden, wenn man mit der Janome Memory Craft 9700 stickt?
    A: Wähle das Stickvlies nach Materialphysik: Cutaway für Maschenware, Tearaway für stabile Webware und bei flauschigen Materialien zusätzlich wasserlösliches Topping.
    • Cutaway bei T-Shirts/Polos, damit die Stickfläche auch nach dem Waschen stabil bleibt.
    • Tearaway bei Denim/Canvas/Twill für saubere Entfernung, wenn der Stoff selbst stabil ist.
    • Bei Handtüchern/Fleece wasserlösliches Topping oben, damit Details nicht im Flor verschwinden, plus Vlies unten.
    • Erfolgskontrolle: Das Motiv bleibt formstabil ohne Kräuselung, und Details „saufen“ nicht ab.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: Nähfußdruck auf Stick-Baseline setzen und neu einspannen – mit dem kleinsten passenden Rahmen.
  • Q: Wie spannt man Stoff bei der Janome Memory Craft 9700 straff ein, ohne den Fadenlauf zu verziehen und Kreise oval zu machen?
    A: Ziehe in Stufen an und glätte gleichmäßig – nicht erst nach dem endgültigen Festziehen kräftig nachziehen.
    • Schraube zunächst nur fingerfest anziehen, sodass der Innenrahmen hält, aber noch minimal nachgeben kann.
    • Stoff rundum gleichmäßig glätten, Schlupf entfernen, den Fadenlauf nicht dehnen.
    • Erst dann die Schraube fest verriegeln.
    • Erfolgskontrolle: Klopf-Test ergibt einen dumpfen „Thump“ (nicht bretthart, nicht schlaff), und Kreise/Schrift sticken ohne Formverzug.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: Kleineren Rahmen wählen oder Stickvlies anpassen – zu viel freie Fläche und schwache Stabilisierung verstärken Bewegung.
  • Q: Was ist die verpflichtende TRACE-Prozedur bei der Janome Memory Craft 9700, um nicht neben das Stickvlies zu sticken oder den Rahmen irgendwo anzustoßen?
    A: Führe in Embroidery Mode immer TRACE aus, bevor du Start drückst – zur Kontrolle von Nadelweg, stabilisierter Fläche und Freigang.
    • Nadelposition mit den Jog Keys passend ausrichten, bevor du tracest.
    • Trace drücken und den kompletten Rahmenweg beobachten: nichts darf anstoßen, das Motiv muss innerhalb der stabilisierten Zone bleiben.
    • Mindestens 12 inches Platz hinter der Maschine freihalten, damit der Stickarm frei fahren kann.
    • Erfolgskontrolle: Der Trace-Weg bleibt vollständig im eingespannten/stabilisierten Bereich und der Rahmen läuft ohne Kontakt.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: Stoff im Rahmen neu positionieren und erneut tracen; nichts „erzwingen“, wenn das Einsetzen des Rahmens schon stramm/misaligned wirkt.
  • Q: Wie kann man nach einem Oberfadenriss bei der Janome Memory Craft 9700 sauber weitersticken, ohne eine schwache Lücke zu hinterlassen?
    A: Richtig neu einfädeln und dann mit Stitch Back (-) ca. 20–30 Stiche vor die Rissstelle zurückgehen, um überlappend neu zu starten.
    • Sofort stoppen, wenn du den Riss hörst oder die Nadel ohne Faden sticht.
    • Oberfaden fest in die Spannungsscheiben setzen (sauber „einflossen“).
    • Stitch Back (-) in 10-Stich-Schritten drücken, bis du ca. 20–30 Stiche vor der Rissstelle bist, dann weitersticken.
    • Erfolgskontrolle: Keine offene Lücke; die Überlappung wirkt verriegelt, nicht locker.
    • Wenn es trotzdem nicht passt: Geschwindigkeit moderat halten und Nadelzustand prüfen – Fransen am Nadelöhr sind oft Nadel-/Reibungsthemen.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei der Janome Memory Craft 9700 beim Wechsel auf Embroidery Foot P und Arbeiten an der Nadelstange?
    A: Schalte die Janome Memory Craft 9700 aus, bevor du in der Nähe der Nadelstange arbeitest, und halte Hände/Werkzeug aus dem Bewegungsbereich der Nadel.
    • Strom aus, bevor du die Rändelschraube löst und auf Embroidery Foot P wechselst.
    • Fuß so festziehen, dass kein Spiel/Rasseln spürbar ist.
    • Nadelbewegung nicht prüfen, solange Werkzeug nahe an der Nadelstange ist.
    • Erfolgskontrolle: Der Fuß sitzt „wie verschweißt“ (kein Wackeln), und beim Einschalten ist nichts im Nadelbereich.
    • Wenn es trotzdem unsicher wirkt: Stoppen, Setup in Ruhe neu machen – Hektik bei laufender Maschine ist eine häufige Ursache für Verletzungen und Nadelbruch.