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Hinweis zum Top-Embed-Modul: Dieses Tutorial basiert auf dem Video „Make Simple Patches with Embrilliance Essentials & Merrowly“ vom Kanal „Kathy's Jewelry and Crafts“. Der Beitrag ist so geschrieben, dass du ihn auch ohne Video vollständig nacharbeiten kannst.
Eine saubere, gut lesbare Patch-Datei ist leicht anzufangen – aber ebenso leicht endet man mit einer Kante, die den Text bedrängt, einem Design, das nicht in den Stickrahmen passt, oder einem „einfarbigen“ Patch, der nie dort anhält, wo du Fäden schneiden möchtest.
Diese Anleitung macht aus der Methode aus dem Video einen zuverlässigen, wiederholbaren Patch-Workflow (inklusive des exakten „Color-Stop-Tricks“, den Kathy nutzt) – plus einen praktischen Template-Workaround, wenn du das Add-on noch nicht hast.
Was du lernst
- Wie du ein einfaches Text-Patch-Design in Embrilliance erstellst und es innerhalb eines 4 x 4-Arbeitsbereichs hältst.
- Wie du mit Merrowly über Add Patch Edge entweder eine konturierte Page-Wrap-Kante oder eine rechteckige Kante (Rectangle) erzeugst.
- Wie du Farben strategisch vergibst, damit deine Maschine zwischen Buchstaben anhält, wenn du es brauchst.
- Wie du gruppierst/entgruppierst und skalierst, ohne die Ausrichtung zu verlieren.
- Wie du ohne Merrowly ein wiederverwendbares Patch-Template aus einer gekauften Applikations-Formdatei erstellst.
Einführung: Patch-Erstellung mit Embrilliance
Kathys Workflow richtet sich an Einsteiger:innen, die schnell eine Patchkante um Text erzeugen möchten – mit Embrilliance Essentials und dem Add-on Merrowly Patches. Sie nennt außerdem eine wichtige Flexibilität: Merrowly kann auch zur kostenlosen Embrilliance-Plattform hinzugefügt werden; Essentials ist nicht zwingend erforderlich, nur um Merrowly zu nutzen.
In einem Kommentar wurde direkt gefragt, ob Merrowly nötig ist. In den Antworten bestätigt die Creatorin „Yes“ – also: Für diese konkrete Add-Patch-Edge-Methode brauchst du Merrowly. Wenn du nur Essentials hast, plane den Workaround-Abschnitt weiter unten ein.
Wenn du Patches als Hobby stickst, ist diese Methode ein gutes „Minimum viable Patch“-Setup: Text + Satinkante + saubere Stopps zum Fadenschneiden. Wenn du Patches wiederholt produzierst (gleiche Größe, gleiche Position, Batch-Läufe), profitierst du zusätzlich davon, deine Vorab-Checks zu straffen und dir eine Template-Bibliothek aufzubauen, damit du nicht jedes Mal bei Null anfängst.
In der Praxis hängt Wiederholbarkeit oft an der Einspann-Konsistenz. Wenn sich deine Patch-Sheets verschieben oder das Vlies nicht gleichmäßig straff sitzt, ist ein möglicher Upgrade-Pfad, den manche Betriebe testen, Magnetrahmen – nicht weil sich dadurch die Datei ändert, sondern weil es die Einspann-Variabilität und Nacharbeit reduzieren kann.
Patch-Text gestalten
Schritt 1 — Textobjekt erstellen (und rahmensicher bleiben)
Im Video tippt Kathy zuerst ihren Namen als Patch-Text und bestätigt mit Enter. Sie erwähnt, dass man Text auch weiter gestalten kann (z. B. schräg stellen) – entscheidend ist aber, dass du ein gut lesbares Wort hast, das in deinen Arbeitsbereich passt.
Anschließend stellt sie die Schrift auf Block Mini, um den Text kleiner zu machen und leichter in den Patchbereich zu bekommen.

Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Der Text erscheint im Raster und passt sichtbar in den in der Software angezeigten Stickrahmenbereich.
Warum diese Reihenfolge wichtig ist
Der Text kommt zuerst, weil die Patchkante um das ausgewählte Objekt erzeugt wird. Wenn du erst eine Kante baust und danach versuchst, „den Text passend zu machen“, verbringst du mehr Zeit mit Skalieren und Zentrieren – und riskierst ungleichmäßige Abstände.
Kommentar-getriebene Klarstellung: „Wo finde ich Hintergrund-Füllstich?“
Eine Zuschauerin fragte, wie man die Option für einen Hintergrund-Füllstich findet. Das Video selbst konzentriert sich auf Text plus Kante (kein gefüllter Hintergrund). Wenn du einen gefüllten Patch-Look willst, ist das ein anderes Designziel: Du müsstest ein Füllobjekt hinter den Text legen (und danach Dichte, Zugausgleich und Vlies-Strategie neu prüfen). Anders gesagt: Geh nicht davon aus, dass „Background Fill“ in Add Patch Edge versteckt ist – plane es als eigene Ebene.
Add Patch Edge verwenden
Schritt 2 — Add Patch Edge anwenden (Page Wrap vs. Rectangle)
Sobald der Text steht, markiert Kathy den Text und geht auf Utilities → Add Patch Edge.

Sie zeigt zuerst Page Wrap. Page Wrap erzeugt eine konturierte Kante, die der Textform folgt.

Später zeigt sie, wie man den Stil wechselt: entgruppieren und dann Rectangle statt einer konturierten/„shaped“-Option wählen.

Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Eine satinartige Patchkante erscheint um deinen Text – entweder eng konturiert (Page Wrap) oder als saubere Box (Rectangle).
Page Wrap vs. Rectangle (praxisnah entschieden)
- Nimm Page Wrap, wenn die Kante die Wortform „umarmen“ soll und du den individuellen Kontur-Look möchtest.
- Nimm Rectangle, wenn du eine Standard-Patch-Silhouette willst, die sich leichter ausrichten lässt, sich besser batchen lässt und oft gleichmäßiger zu schneiden ist.
Skalieren, ohne die Ausrichtung zu verlieren
Kathy gruppiert das Design, damit es sich als Einheit bewegen lässt. Außerdem zeigt sie, wie man die rechteckige Kante so skaliert, dass die Buchstaben besser passen (oder alternativ die Buchstaben größer macht).



Pro-Tipp: Gruppieren ist nicht nur „bequemer“ – es verhindert kleine, unbemerkte Versätze zwischen Text und Kante, die später als ungleichmäßiger Abstand sichtbar werden können.
Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks
Auch wenn das Video softwarelastig ist, entscheidet sich Patch-Qualität oft durch „unsichtbare“ Entscheidungen vor dem Sticken.
- Oberfaden vs. Unterfaden: In der Regel willst du einen stabilen Unterfaden, der sauber läuft und nicht unnötig aufträgt. Wenn der Unterfaden unruhig ist, wirken Satinkanten am Rand schnell „bucklig“ und die Rückseite wird unordentlich.
- Nadelwahl nach Material: Häufig bestimmt das Material die Nadelspitze (z. B. sauber durchstechend bei stabilen Geweben vs. materialschonender bei Maschenware). Wenn du Fehlstiche oder ausgefranste Einstiche siehst, ist die Nadel eine der ersten Variablen zum Testen.
- Stickvlies / Topping: Dichte Satinkanten brauchen meist eine feste Unterstützung. In den Kommentaren beantwortet die Creatorin die Vlies-Frage mit Tearaway – wenn du das Ergebnis aus dem Video nachstellen willst, starte damit. Topping nutzt man typischerweise, wenn Oberflächenstruktur (Plüsch/Flor) Stiche „verschluckt“; wenn Buchstaben einsinken, kann Topping helfen.
- Kleinteile & Pflege: Halte Fadenschere bereit, entsorge Nadeln sicher und entferne regelmäßig Flusen – Patchkanten erzeugen viel Abrieb und Fussel.
Warnung: Finger, Haare und weite Ärmel vom Nadelbereich fernhalten. Maschine vor dem Fadenschneiden oder Umpositionieren stoppen und beim Schneiden immer von der Hand weg arbeiten.
Maschinenstopps über Farben steuern
Schritt 3 — Farbwechsel nutzen, um Stopps zu erzwingen
Kathy ändert Farben, indem sie auf die Farbfelder klickt; einzelne Buchstaben ändert sie über die kleinen Farbboxen (sie zeigt z. B., wie sie das „K“ auf Pink stellt). Der Grund ist wichtig: Sie ändert Farben, damit die Maschine zwischen Buchstaben anhält; wenn benachbarte Elemente die gleiche Farbe haben, stoppt die Maschine nicht.


Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Jeder Buchstabe (oder jedes Segment, zwischen dem du pausieren willst) hat in der Datei eine eigene Farbe, sodass die Maschine daraus separate Farbblöcke macht.
Aus den Kommentaren (typischer Schmerzpunkt): Kathy zeigt einen echten Fehler im Stickergebnis: Bei einem Patch hat sie vergessen, beim letzten Buchstaben die Farbe zu ändern – dadurch gab es kein korrektes Stopp-Verhalten bzw. eine falsche Farblogik. Genau solche „sieht am Bildschirm okay aus“-Probleme werden erst beim Sticken sichtbar. Baue dir deshalb vor dem Export/Start einen festen Color-Stop-Check in die Routine ein.
Wenn du mit einer Ein-Nadel-Maschine arbeitest, ist diese Stopp-Strategie besonders hilfreich, weil du zwischen Buchstaben sauber Fäden schneiden kannst. Bei einer Mehrnadelstickmaschine kannst du Farbblöcke ebenfalls als bewusste Pausen zum Schneiden/Prüfen nutzen – die Entscheidung hängt dann stärker von deinem Workflow ab.
Wenn Einspannen der Engpass ist (vor allem bei Patch-Sheets mit mehreren Motiven), kann eine Einspannhilfe helfen, die Platzierung konstant zu halten. Manche Sticker:innen schauen sich Einspannstation für Stickmaschinen an, sobald sie Patches in Serien laufen lassen – weil wiederholbare Ausrichtung Re-Einspannen und Vlies-Verschwendung reduziert.
Formbibliotheken erkunden
Kathy erklärt, dass man auch in der kostenlosen Version das Library-Icon hat – mit Merrowly bekommt man aber deutlich mehr Formen (sie nennt ausdrücklich Schilde). Sie zeigt das Durchstöbern der Bibliothek und lädt anschließend eine Spezialform (ein Malteserkreuz) in den Arbeitsbereich.



Entscheidungshilfe: Welche Patch-Variante passt zu deinem Ziel?
- Wenn die Kante eng der Wortform folgen soll → Page Wrap in Add Patch Edge.
- Wenn du eine Standardform willst, die sich leicht schneiden und batchen lässt → Rectangle in Add Patch Edge.
- Wenn du Merrowly aktuell nicht hast → Template-Methode mit gekaufter Applikationsform (siehe nächster Abschnitt).
- Wenn sich dein Patch-Sheet im Rahmen verschiebt oder du das Vlies nicht gleichmäßig gespannt bekommst → teste als Upgrade-Pfad einen Magnetrahmen (besonders bei wiederholten Patch-Läufen).
- Wenn du Patches in größerem Volumen produzierst und schnelleres Farbhandling mit weniger manuellen Eingriffen brauchst → kann eine Mehrnadelstickmaschine ein späteres Workflow-Upgrade sein; orientiere dich dabei immer an deinen Produktionsanforderungen und dem Maschinenhandbuch.
Warnung: Magnetrahmen können stark einklemmen. Magnete durch seitliches Verschieben trennen (nicht gerade abziehen), von Elektronik und magnetischen Datenträgern fernhalten und beim Schließen Finger aus dem Bereich nehmen.
Workarounds ohne Merrowly
Kathys Workaround ist simpel und sehr praxisnah: Wenn du Merrowly nicht hast, kauf dir eine Applikations-/Patch-Formdatei in der gewünschten Form (rund, quadratisch, rechteckig). Dann entgruppierst du sie, entfernst die Mitte und behältst Platzierungslinie und Satinkante als wiederverwendbares Template, das du bei Bedarf immer wieder einlädst. Sie sagt auch klar: Page Wrap geht auf diesem Weg nicht.
Ein Kommentator fragte nach einer konkreten Etsy-Shop-Empfehlung. In der Antwort schreibt Kathy, dass sie sich nicht auf einen Shop festlegt – sie sucht nach Appliqué-Patches in der gewünschten Form, entfernt dann die zusätzlichen Layer und behält die Form.
So wird das Template wirklich wiederverwendbar (und spart Zeit)
- Speichere das bereinigte Template mit einem Namen, der Form und geplanten Rahmenkontext enthält.
- Lege dir einen kleinen „Template“-Ordner an, damit du dieselbe Basiskante immer wieder importierst.
- Nach dem Import: Text hinzufügen und Abstände sowie Stopps erneut prüfen.
Wenn du – wie im Video – in einem Brother-typischen 4 x 4-Workflow arbeitest, halte dein Template passend zu diesem Arbeitsbereich, damit du nicht jedes Mal skalieren musst. Verlass dich aber nicht darauf, dass jedes System exakt dieselbe nutzbare Fläche hat – prüfe die Rahmenbegrenzung in deiner eigenen Software/Maschine.
Wenn du Patch-Sheets schneller und konsistenter einspannen willst, kombinieren manche Betriebe Templates mit einem Ausrichtsystem wie hoop master Einspannstation – entscheidend ist weniger der Name, sondern die Wiederholbarkeit, wenn du immer wieder denselben Einspannvorgang machst.
Endergebnis & Validierung
Kathy zeigt fertige Patches, darunter einen mit dem Hundenamen „ROCKY“. Sie dreht einen Patch um und zeigt die Rückseite, auf der man das Vlies sieht. Außerdem erwähnt sie, dass sie zwei Patches in einem Lauf gestickt hat (zwei auf einer Seite). Zum Schluss vergleicht sie ein korrektes Ergebnis mit einem Patch, bei dem sie den letzten Buchstaben-Farbwechsel vergessen hat.



Qualitätschecks (bevor du es „fertig“ nennst)
- Lesbarkeit: Buchstaben müssen in der gewählten Größe klar lesbar sein; wenn es gequetscht wirkt, Schriftgröße oder Kantenabstand anpassen.
- Kantenabstand: Die Patchkante soll den Text sauber umschließen, ohne ihn zu berühren oder zu bedrängen.
- Stopp-Verhalten: Prüfe, ob Farbblöcke genau dort getrennt sind, wo du Pausen willst.
- Rückseiten-Support: Das Vlies muss zur Dichte der Kante passen (laut Kommentar wurde Tearaway verwendet).
Kommentar-getriebener Zusatz: Patch als Bügelbild (iron-on)
Eine Zuschauerin fragte, was man hinten aufbringen kann, um ein Bügelpatch zu machen. Die Creatorin antwortete: Heat n bond. Wenn du eine Bügelrückseite aufbringst, mach das erst, nachdem du mit der Stickqualität zufrieden bist – denn eine Rückseite korrigiert keine zu enge Kante und keine fehlenden Stopps.
Wenn du auf einer Brother-ähnlichen Ein-Nadel-Konfiguration Patches stickst und beim Einspannen weniger Materialverschiebung willst, schauen sich manche Sticker:innen Magnetrahmen für brother als Komfort-Upgrade an. Was für dich passt, hängt von deinen Einspanngewohnheiten und Materialien ab – zuerst an Reststücken testen.
Prep-Checkliste (vor dem Design ausführen)
- Embrilliance ist geöffnet und du kommst ins Utilities-Menü.
- Dein Arbeitsbereich/Stickrahmen ist in der Software bestätigt (im Video: 4 x 4).
- Du weißt, ob du Merrowly Add Patch Edge nutzt oder den Applikations-Template-Workaround.
- Material und Vlies sind gewählt; wenn du das Ergebnis aus dem Kommentar nachstellen willst, starte mit Tearaway.
- Oberfaden und Unterfaden sind korrekt eingefädelt und laufen sauber.
Setup-Checkliste (vor Export/Stickstart)
- Text ist eingegeben und bestätigt (Enter), Schrift ist gesetzt (im Video: Block Mini).
- Add Patch Edge ist im gewünschten Stil angewendet (Page Wrap oder Rectangle).
- Das Design ist gruppiert, wenn du es als Einheit bewegen/skalieren willst.
- Das Design passt innerhalb der am Bildschirm angezeigten Rahmenbegrenzung.
- Du hast einen Plan fürs Fadenschneiden zwischen Buchstaben (Stopps vs. Durchlauf).
Ablauf-/Schritt-Checkliste (direkt vor Start)
- Farbblöcke sind bewusst dort getrennt, wo die Maschine pausieren soll.
- Keine benachbarten Buchstaben, die eine Pause brauchen, teilen denselben Farbcode.
- Du hast den letzten Buchstaben geprüft (typischer Fehler: Farbwechsel vergessen).
- Du bist bereit, die Maschine für Trims an jedem Stopp sicher anzuhalten.
- Du prüfst den ersten Patch, bevor du ein ganzes Sheet durchlaufen lässt.
