Meistergram XL Gem 1500TC im Überblick: Bridge-Freiraum, Klemmenrahmen und ein touchscreenbasierter Workflow für die Produktion

· EmbroideryHoop
Dieser praxisnahe Leitfaden zerlegt den Überblick zur Meistergram XL Gem 1500TC in einen wiederholbaren Workflow: wie die Bridge-Bauweise bei sperrigen Artikeln hilft, wie sich der 21 x 18 Zoll Klemmenrahmen im Unterschied zu klassischen Ringrahmen verhält, wie du die Touchscreen-Schritte sauber abarbeitest (Design → Farben → Rahmenwahl → Trace) und wie du typische Produktionsfallen wie Fadenzerfasern, falsche Platzierung und unsicheres Handling bei bis zu 1200 SPM vermeidest.
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Inhaltsverzeichnis

Einführung zur Meistergram XL Gem 1500TC

Wenn du für Kunden stickst (oder dahin wachsen willst), kennst du die Realität: Der „Flaschenhals“ ist selten die reine Stichgeschwindigkeit. Die echten Profit-Killer sind fehlender Freiraum bei sperrigen Taschen, der körperliche Kampf beim Einspannen, das „Luft-anhalten“-Risiko bei Platzierungsfehlern – und die gefürchtete Stille, wenn die Maschine mitten im Lauf wegen eines Fadenrisses stoppt.

Das hier ist nicht nur eine Review, sondern ein operativer Deep-Dive auf Basis einer werkseitig geschulten Vorstellung der Meistergram XL Gem 1500TC. Wir schauen nicht nur auf Datenblätter, sondern übersetzen: Was bedeuten ein 21 x 18 Zoll Stickfeld, ein 15-Nadel-Kopf und Industrie-Servomotoren (optimistisch) für 1200 Stiche/Minute im echten Tagesgeschäft? Und genauso wichtig: Welche Sicherheits- und Präzisionsfunktionen (optische Abschaltung und Laser-Positionierung) schützen Finger und Ware.

Title card with red Ken's Sewing Center logo and machine model name.
Intro
Full front view of the Meistergram XL Gem 1500TC with the large extension table installed.
Machine Overview

Was du hier mitnimmst (und worauf du achten solltest)

  • Die Physik von Freiraum: Warum die Bridge-Konstruktion verhindert, dass schwere Golfbags dein Motiv aus der Passung ziehen.
  • Der Unterschied „Klemme“: Wie der 21 x 18 Klemmenrahmen Material ohne klassischen Ringdruck hält – und wo Magnetrahmen in dieses Thema passen.
  • Der digitale Ablauf: Der exakte Touchscreen-Flow: Design → Farbe → Rahmen → Trace → Sticken.
  • Fadenspannung im Griff: Wie du das dreistufige Spannsystem nutzt, um Fadenzerfasern zu stoppen, bevor es dich Zeit kostet.
    Hinweis
    Diese Maschine nutzt .DST-Dateien. Das ist ein Branchenstandard-Format „nur Koordinaten“. Es enthält keine Farbinformationen, nur X/Y-Bewegungen – deshalb ist die saubere Farb-/Nadelzuordnung am Bildschirm (weiter unten) entscheidend.

Bridge-Bauweise verstehen: Freiraum für sperrige Artikel

Das prägende Merkmal ist die „Bridge“-Architektur. Anders als bei einer klassischen Bauform sitzt die Stickeinheit oben am Durchlass (Throat Space) statt unten. Dadurch entsteht direkt unter dem Kopf eine große, freie „Luft“.

Side angle showing the bridge construction where the head is mounted on top.
Explaining Bridge Architecture

Warum Freiraum ein Produktionsmerkmal ist (kein Luxus)

In der Stick-Praxis gilt: Zug/Schleifen = Verzug.

Wenn du schwere Artikel wie einen beladenen Golfbag, eine dicke Jacke oder einen massiven Rucksack bestickst, wirkt das Produkt wie ein Hebel. Ist die Maschine hinten eng, drückt sich das Teil gegen das Gehäuse. Sobald der Pantograph Nord/Süd fährt, „arbeitet“ das Material dagegen.

Sinnes-Check: Beobachte das Material während des Laufs. Wenn du ein rhythmisches „Pulsieren“/Wellen siehst, sobald der Rahmen fährt, oder ein dumpfes tock-tock gegen das Gehäuse hörst, hast du Schlepp-/Reibkontakt. Typische Folgen:

  • Passungsdrift: Kontur passt nicht mehr sauber auf die Füllung.
  • Flagging: Material hebt/senkt sich mit der Nadel, es entstehen Schlingen.
  • Uneinheitliche Dichte: In einer Richtung wirkt die Stickerei „enger“ als in der anderen.

Im Video ist ein großer Auflagetisch montiert, um schwere Artikel zu stützen. Das ist kein „Möbel“, sondern praktisch ein Stabilisierungssystem: Es nimmt Gewicht von den Rahmenarmen, damit der Pantograph möglichst nur die Rahmenmasse bewegt – nicht die Masse des Produkts.

Close up of the 15-needle head assembly.
Needle Count Explanation

Warnung: Mechanische Sicherheit. Auch wenn die Maschine für 1200 SPM ausgelegt ist, steckt in den bewegten Teilen viel kinetische Energie. Hände, Schere, Pinzette und lose Bänder konsequent aus dem Stickfeld halten. Niemals in die Nähe der Nadelstange greifen, während die Maschine läuft oder traced. Ein Treffer bei 1200 SPM ist ein Krankenhaus-Thema.

Tool-Upgrade-Pfad (wenn sperrige Artikel dein Alltag werden)

Wenn sich deine Aufträge Richtung „unhandliche“ Produkte verschieben (schweres Canvas, Uniformen, dicke Ware), wird dein Einspannsystem zum Durchsatz-Limiter. Dann verbringst du schnell 5 Minuten damit, eine Tasche in Position zu bekommen – für 2 Minuten Stickzeit.

Das ist der Punkt, an dem viele Betriebe Industrie-Stickmaschinen nicht nur wegen Tempo anschauen, sondern wegen Bauform und Freiraum. Bevor du aber eine neue Maschine kaufst, prüfe zuerst deine Stabilisierung und das Halten des Produkts: Kämpfst du gegen den Rahmen? Manchmal ist nicht „mehr Maschine“ die Lösung, sondern ein besseres Haltesystem (siehe Magnetrahmen-Abschnitt unten).

Vorteil des 15-Nadel-Systems

Ein 15-Nadel-Kopf bedeutet: 15 verschiedene Oberfäden können gleichzeitig eingefädelt bleiben. Das ist der Unterschied zwischen „betreutem Betrieb“ (du stehst daneben und wechselst ständig) und „unbetreutem Betrieb“ (du machst Kalkulation/Verpackung, während die Maschine arbeitet).

Detail of the needle area showing the laser position marker.
Laser Feature

Was „15 Nadeln“ in echten Jobs verändert

  • „Flow“ im Alltag: Standardfarben (Schwarz/Weiß/Rot/Blau) bleiben dauerhaft auf der Maschine – du musst nicht für jedes kleine Logo komplett umbauen.
  • Konstanz: Jeder Neu-Einfädelvorgang bringt eine Variable in die Spannung. Wenn der Fadenweg unangetastet bleibt, bleibt die Spannung über Tage stabiler.
  • Batching: Bei einem 3-Farben-Logo kannst du während der laufenden Produktion die nächsten Farben auf Nadeln 4–15 vorbereiten.

Genau deshalb suchen wachsende Shops gezielt nach einer 15-Nadel-Stickmaschine: Das macht aus „Handwerk“ einen reproduzierbaren Fertigungsprozess.

Deep Dive: Das 21x18-Klemmenrahmen-System

Im Video wird ein großer 21 x 18 Zoll Klemmenrahmen gezeigt. Das ist etwas anderes als die klassischen „Innenring/Außenring“-Rahmen, die viele von Haushaltsmaschinen kennen.

Presenter pointing to the upper tension knobs.
Tension System Explanation
Demonstrating the safety sensor by placing a hand near the needles.
Safety Demo
Close up of the large rectangular clamp hoop on the table.
Hoop Introduction

Was beim Einspannen mit Klemmen anders ist (und warum das zählt)

Klassische Ringrahmen arbeiten über Reibung: Stoff wird zwischen zwei Ringen „geklemmt“ und über Schraube gespannt. Das erzeugt zwei typische Probleme:

  1. Rahmenabdrücke: Der Druck/ die Reibung kann bei empfindlichen Materialien (z. B. Samt, Funktions-Polos) sichtbare Ringe hinterlassen.
  2. Hand-/Handgelenkbelastung: Den ganzen Tag Schrauben nachziehen kostet Kraft und Zeit.

Das gezeigte Klemmen-System nutzt lange Klemmleisten, die das Material flach nach unten drücken. Es hält über vertikalen Druck statt radialer Reibung. Das ist besonders hilfreich bei steifen Taschen, schweren Canvas-Artikeln und Ware, die sich ungern in einen runden Rahmen „zwingen“ lässt.

Schritt für Schritt: Einspannen mit dem Klemmenrahmen (wie gezeigt)

  1. Abstützen: Lege/positioniere den Artikel so, dass das Volumen auf Tisch/Auflage liegt – nicht am Rahmen „zieht“.
  2. Ausrichten: Setze das Rahmenfenster über deine markierte Mitte.
  3. Klemmen: Die langen Klemmleisten entlang der Kanten herunterdrücken/einrasten.
  4. Sinnes-Check („Drum Test“): In der Mitte leicht auf den Stoff tippen. Er soll straff wirken (dumpfer Trommelton), aber nicht so gezogen sein, dass er verzieht.

Checkpoints

  • Materialspannung: Gleichmäßig? Wenn du beim Klemmen zu stark ziehst, kommt nach dem Lösen oft Kräuselung.
  • Freigängigkeit: Schau unter den Rahmen: Sind Gurte, Taschen oder dicke Nähte in der Klemmmechanik eingeklemmt?

Erwartetes Ergebnis

  • Keine klassischen Rahmenabdrücke durch Ringdruck.
  • Sperrige Bereiche (Nähte/Reißverschlüsse) lassen sich oft leichter sichern als mit Kunststoffringen.

Wann Magnetrahmen die „smartere Klemme“ sind

Klemmenrahmen sind stark bei schweren Goods – können aber bei hoher Stückzahl an Bekleidung sperrig/langsam werden. Hier wechseln viele Betriebe auf Magnetrahmen (z. B. von SEWTECH).

Die Logik im Betrieb: Schmerzpunkt → Diagnose → Lösung

  • Szenario (Schmerz): Du stickst 50 Funktions-Polos. Der Klemmenrahmen ist zu schwer/zu langsam, klassische Ringrahmen hinterlassen sichtbare Abdrücke, und das ständige Schrauben nervt.
  • Bewertung (Kriterium): Wenn du mehr als 10 Teile pro Stunde einspannst oder regelmäßig Ware wegen Rahmenmarken riskierst, ist das Werkzeug der Engpass – nicht deine Technik.
  • Lösungsweg:
    • Level 1 (Technik): „Floating“ auf selbstklebendem Vlies (oft langsam und klebrig).
    • Level 2 (Tool-Upgrade): Magnetrahmen. Sie „schnappen“ das Material schnell in Position, passen sich unterschiedlichen Materialstärken an (ohne Schrauben nachzustellen) und reduzieren Rahmenmarken.

Warnung: Magnet-Sicherheit. Kommerzielle Magnetrahmen (z. B. MaggieFrame oder SewTech) enthalten starke Neodym-Magnete.
* Quetschgefahr: Sie schließen mit hoher Kraft – Finger konsequent aus der Klemmzone halten.
* Geräteschutz: Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern, Insulinpumpen und magnetischen Datenträgern.

Sicherheit und Präzision: Laser und optischer Sensor

Zwei zentrale Funktionen werden gezeigt: die optische Sicherheitsabschaltung und die Laser-Positionierhilfe.

Presenter removing the purple clamp bar from the hoop frame.
Hooping Demo
View of the main LCD control panel menu.
Interface Navigation

Optische Sicherheitsabschaltung: der „unsichtbare Zaun“

Der Presenter führt eine Hand durch den Sensorbereich – die Maschine stoppt sofort.

Warum das wichtig ist: Bei einer Mehrnadelstickmaschine bewegt sich der Kopf schnell, Nadeln sind offen zugänglich. In einer hektischen Umgebung kann ein Ärmel, ein Band oder eine unaufmerksame Hand in die Zone geraten. Der Sensor verhindert Verletzungen und schützt die Maschine vor Kollisionen.

Tipp
Arbeitsplatz sauber halten. Auch Vlies-Reste oder lose Teile, die in den Sensorbereich geraten, stoppen die Produktion.

Laser-Positionierung: „Zweimal messen, einmal sticken“

Der Laserpunkt zeigt, wo die Nadel ins Material einstechen wird.

Screen showing the American Flag design color assignment.
Color Setup

Produktionstipp: Nutze den Laser zur Rotationskontrolle. Wenn du mit dem Laser entlang einer gedachten Unterkante des Motivs prüfst und der Punkt parallel zum Saum läuft, sitzt der Rahmen gerade. Driftet er, ist der Rahmen schief – korrigiere es vor dem Stickstart.

Touchscreen-Workflow und Trace-Modi

Das Interface ist deine Kommandozentrale. Der gezeigte Ablauf ist linear und praxislogisch.

Screen showing frame selection options.
Frame Selection
Selecting the trace type on the screen.
Trace Setup
The machine stitching the design at high speed.
Embroidery execution

Schritt für Schritt: vom Design bis zum Sticklauf (wie gezeigt)

  1. Input: Design per USB laden und aus der Liste auswählen.
  2. Farben/Nadeln zuordnen: Kritischer Schritt. DST hat keine Farben. Du musst der Maschine sagen: „Stopp 1 = Nadel 3 (Rot), Stopp 2 = Nadel 1 (Schwarz).“ Das erledigst du, bevor du startest.
  3. Rahmenwahl (Frame Select): Der Maschine mitteilen, welcher Stickrahmen tatsächlich montiert ist.
    • Sicherheits-Hinweis: Wenn ein kleiner Rahmen montiert ist, aber ein großer ausgewählt wird, kann der Kopf in den Rahmen fahren. Rahmenwahl immer gegen die Realität prüfen.
  4. Trace: Abfahren lassen (siehe unten).
  5. Start: Sticklauf starten.

Checkpoints

  • Ist die Vorschau am Bildschirm richtig ausgerichtet (nicht auf dem Kopf)?
  • Sind die Farben den richtigen Nadelnummern zugeordnet?
  • Passt die ausgewählte Rahmengröße zum montierten Rahmen?

Zwei Trace-Modi: Bounding Box vs. Kontur

Im Video werden zwei Trace-Optionen hervorgehoben. Wenn du sie richtig einsetzt, sparst du Ausschuss.

  • Bounding Box (Quadrat/Box-Trace): Der Pantograph fährt die vier Eckpunkte der maximalen Motiv-Ausdehnung an.
    • Nutzen: Schneller Check, wenn du viel Platz hast.
  • Kontur-Trace: Der Laser folgt der tatsächlichen Motivform.
    • Nutzen: Wenn du nahe an Taschen, Reißverschlüssen oder Kanten stickst – du siehst die echte Freigängigkeit.

Kontur-Trace ist eine der besten Versicherungen gegen ruinierte Ware. Genau diese Praxisfähigkeit steckt hinter dem Wunsch nach Einspannsystem für Stickmaschine-Optimierung: Platzierung ist König.


Vorbereitung

Bevor die Maschine überhaupt eingeschaltet wird, entscheidet deine Vorbereitung über Erfolg oder Ärger. Das ist die „unsichtbare Arbeit“.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Prep-Checks (was Einsteiger oft vergessen)

  • Nadeln: Nutze eine Nadel nicht „für immer“. Wechsel regelmäßig – oder sofort, wenn du beim Einstechen ein auffälliges „Knacken/Poppen“ hörst.
    • Standard: 75/11 Ballpoint für Maschenware; 75/11 Sharp für Webware/Kappen.
  • Kleber: Temporärer Sprühkleber (z. B. 505) hilft beim Floating von Patches/Applikationen.
  • Stickvlies (Backing): Das ist das Fundament. Ohne passendes Vlies ist jede Maschine „zickig“.

Entscheidungslogik: Vlieswahl (die „schnelle Shop“-Denke)

Nicht raten – systematisch entscheiden:

  1. Ist der Stoff dehnbar? (T-Shirt, Polo, Strick)
    • JA: Cutaway (z. B. 2.5oz oder Mesh). Keine Ausnahmen. Tearaway führt oft zu Lücken/Verzug.
    • NEIN: Weiter zu 2.
  2. Ist es stabile Webware? (Canvas, Denim, Handtuch)
    • JA: Tearaway – schneller zu entfernen.
  3. Hat der Stoff Flor/„Pile“? (Fleece, Handtuch, Samt)
    • JA: Oben zusätzlich wasserlöslichen Topper (Solvy), damit Stiche nicht einsinken.

Prep-Checkliste (vor jedem Lauf)

  • Frische Nadel: Passt der Typ (Ballpoint vs. Sharp)?
  • Unterfaden: Greiferbereich frei von Fusseln? Unterfadenspule mindestens 1/3 voll?
  • Stickvlies: Nach Entscheidungslogik gewählt.
  • Garn: Konen sitzen stabil? Fadenbaum komplett ausgezogen?
  • Markierung: Mittelpunkt mit entfernbarer Markierung (Stift/Kreide) gesetzt?

Setup

Setup bedeutet Wiederholbarkeit – Umgebung und Maschinenkonfiguration.

Setup-Highlights aus dem Video

  • Auflagetisch: montiert.
  • Rahmen: geklemmt, sicher, frei von Fremdkörpern.
  • Fadenbaum: vollständig ausgezogen (wichtig für gleichmäßige Fadenzufuhr).

Wenn du eine meistergram pro 1500 Stickmaschine recherchierst, achte darauf, wie sehr das Setup die Disziplin „Frame Select“ unterstützt: Die Maschine muss die physischen Grenzen kennen, um sich zu schützen.

Setup-Checkliste (fix vor dem Trace)

  • Design geladen: Ist es wirklich die richtige Datei?
  • Farben zugeordnet: Stimmen Nadel 1/2/3 mit den Motivfarben?
  • Rahmen gewählt: Entspricht die Anzeige dem montierten Rahmen?
  • Freiraum: Hängt Tasche/Kleidung frei? (Rückseite prüfen!)
  • Umgebung: Boden frei, keine Stolperstellen.

Betrieb

Betrieb heißt nicht nur „Start drücken“, sondern aktiv überwachen.

Job laufen lassen (Trace → Sticken)

  1. Trace: Laser beobachten. Trifft er einen Knopf? Kommt er an den Rahmen?
  2. Start: Grünen Knopf drücken.
  3. Geschwindigkeit: Die Maschine ist für 1200 SPM ausgelegt.
    • Praxisregel für Einsteiger: Starte bei 600–800 SPM. Geschwindigkeit verstärkt Fehler. 1000+ erst, wenn Stabilisierung und Motiv „sauber“ sind.
Final view of the machine with contact information overlay.
Outro

Fadenkontrolle: das dreistufige Spannsystem nutzen

Diese Maschine arbeitet mit einem komplexen Fadenweg und drei Spannpunkten, um den Oberfaden bei hohen Geschwindigkeiten zu stabilisieren.

Sinnes-Tuning:

  • Zugtest: Faden durch die Nadel ziehen. Du solltest einen gleichmäßigen Widerstand spüren – fest, aber glatt. Wenn es ruckelt: Spannscheiben reinigen.
  • „I“-Test: Stickerei umdrehen. Der weiße Unterfaden sollte etwa das mittlere Drittel einer Satinsäule belegen.
    • Kein Unterfaden sichtbar? Oberfadenspannung zu locker.
    • Viel Unterfaden? Oberfadenspannung zu stramm.

Spannung verstehen ist der wichtigste Hebel gegen Stillstand – und oft der Grund, warum Leute negative meistergram Stickmaschine Bewertungen lesen. Meist ist nicht die Maschine „schlecht“, sondern die Spannung nicht im Gleichgewicht.

Betriebs-Checkliste („erste 60 Sekunden“)

  • Hör-Check: Gleichmäßiger Rhythmus ist gut. Ein scharfes klack-klack = sofort stoppen (Nadel/Greifer prüfen).
  • Sicht-Check: Erste ~500 Stiche beobachten: zerfasert der Faden?
  • Produkt-Check: Wandert der schwere Artikel vom Tisch?
  • Sicherheit: Hände mindestens 12 inches vom aktiven Nadelbereich entfernt.

Qualitätskontrollen

Kommerzielle Qualität ist „vermeidbare Konstanz“. Fehler abfangen, bevor der Kunde sie sieht.

„First Article“-Kontrolle (erst auf Restmaterial testen)

  • Passung: Liegen Konturen sauber auf Füllflächen? Wenn nicht: Stabilisierung oder Einspannen prüfen.
  • Kräuselung: Zieht sich der Stoff um das Motiv zusammen? (zu locker eingespannt oder Vlies zu schwach).
  • Dichte: Scheint der Stoff durch? (Motivdichte zu niedrig).

Produktionscheck (jedes 5. Teil)

  • Unterfadenkapazität prüfen.
  • Fusselaufbau im Greiferbereich prüfen.
  • Prüfen, ob Klemmen/Schrauben sich gelöst haben.

Wenn du nach einer Industrie-Stickmaschine zum Verkauf suchst: Die Maschine macht die Stiche – aber du machst die Qualität über diese Checks.

Troubleshooting

Wenn etwas schiefläuft: nicht panisch werden. Von „billig“ zu „teuer“ prüfen.

Symptom Wahrscheinliche Ursache (zuerst prüfen) Lösung
Faden zerfasert / reißt 1. Alte Nadel<br>2. Billiges Garn<br>3. Oberfadenspannung zu hoch 1. Nadel wechseln (75/11).<br>2. Poly/Rayon 40wt aus zuverlässiger Quelle.<br>3. Oberfadenspannung leicht reduzieren.
Fadennest (Klumpen unter der Stichplatte) 1. Oberfaden nicht korrekt in der Spannung<br>2. Unterfadenspule falsch eingelegt 1. Komplett neu einfädeln (korrekter Fadenweg).<br>2. Spulenlage prüfen.
Optischer Stopp löst aus 1. Objekt im Strahl<br>2. Sensor verschmutzt 1. Bereich freiräumen.<br>2. Sensorfläche mit trockenem Tuch abwischen.
Platzierung driftet (nicht mittig) 1. Falsch eingespannt<br>2. Falsche Rahmengröße gewählt 1. Für reproduzierbares Halten Magnetrahmen nutzen.<br>2. Frame Select am Bildschirm korrigieren.
Nadelbruch 1. Nadel trifft Rahmen<br>2. Material zu dick (Ablenkung) 1. Vorher TRACEN!<br>2. Langsamer sticken.

Ergebnis

Das Video zeigt einen kompletten kommerziellen Zyklus: sperrigen Artikel positionieren, sicher klemmen, per Laser-Trace verifizieren und dann mit Geschwindigkeit laufen lassen.

Die Meistergram XL Gem 1500TC ist ein starkes Werkzeug – aber wie jedes Industrie-Equipment verlangt sie Prozess und Respekt. Das Geheimnis der Profitabilität sind nicht 1200 Stiche/Minute, sondern minimale Stillstandszeiten.

Der Upgrade-Pfad im Betrieb:

  1. Maschine beherrschen: Checklisten konsequent nutzen.
  2. Einspannen upgraden: Wenn dich Handgelenkbelastung und Rahmenabdrücke bremsen, prüfe eine Einspannstation für Stickmaschinen kombiniert mit SewTech Magnetrahmen. Das kann den Durchsatz erhöhen, weil Einstellzeit wegfällt.
  3. Skalieren: Wenn der Workflow sitzt, verdoppelt eine zweite Maschine die Kapazität – ohne doppelt so viel Chaos.