Melco DesignShop Pro+ Cleanup-Clinic: Winzige 4K-Icons beheben, Sprungstiche eliminieren und Überlappungs-Lücken vermeiden – bevor es auf die Maschine geht

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Melco-DesignShop-Pro+-Anleitung macht aus einer echten Q&A-Session einen wiederholbaren Workflow: Thread-Break-/Unterfaden-Probleme maschinenseitig sicher eingrenzen (ohne den Sensor „stummzuschalten“), DesignShop auf 4K-Monitoren per Windows-High-DPI-Skalierung wieder bedienbar machen, einzelne Designelemente als wiederverwendbare Custom Shapes (OFM) speichern, Sprungstiche zwischen Buchstaben global oder gezielt entfernen, verwirrende Wireframe-Linien ausblenden, Overlaps per „Subtract Elements“ mit sinnvoller Überlappung (7–10 pt) abziehen – und zum Schluss den Unterschied zwischen Stichlänge und Dichte so verstehen, dass Füllflächen nicht mehr „zu offen“ wirken.
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Inhaltsverzeichnis

In der kommerziellen Maschinenstickerei ist das teuerste Geräusch nicht der Defekt – sondern Stille. Die Stille einer Maschine, die für einen „kurzen Fix“ stoppt und daraus wird eine Stunde Fehlersuche. Die Stille, wenn jemand Sprungstiche per Hand wegschneidet, weil die Digitalisierung nicht sauber eingestellt ist.

Maschinenstickerei ist eine „Erfahrungswissenschaft“: Physik (Fadenspannung), Materialverhalten (Stickvlies/Stabilisierung) und Software-Logik greifen ineinander. In der Produktion potenzieren sich kleine Ineffizienzen schnell zu echten Kosten.

Dieser Leitfaden baut eine klassische Melco DesignShop Talk-Session zu einem „Shopfloor-Whitepaper“ um. Es geht nicht nur darum, welchen Button du klickst – sondern auch um die Checks, die du in der Praxis brauchst, um reproduzierbar saubere Dateien und stabile Laufzeiten zu bekommen.

Presentation slide listing user questions about bobbin tension and Design Shop icons.
Reviewing user questions

Den Alarm nicht stummschalten: Unterfaden-Thread-Break-Detection, Standard vs. Auto und die „Bird’s-Nest“-Falle

Das kennt jede Produktion: Der Unterfaden-Sensor meldet ständig „Bobbin Break“, obwohl der Faden scheinbar noch da ist. Der Reflex ist groß, die Thread-Break-Detection einfach auszuschalten, um „endlich Ruhe“ zu haben.

Bitte nicht.

Wenn du die Erkennung deaktivierst, nimmst du der Maschine ihr Frühwarnsystem. Reißt der Faden wirklich (und das passiert), stickt die Maschine weiter. Der Oberfaden wird dann weiter durch die Stichplatte gedrückt, staut sich im Greiferbereich und es entsteht ein „Bird’s Nest“ (Fadenknäuel). Das kann Nadeln verbiegen, Probleme im Greiferbereich verursachen und im schlimmsten Fall auch Bauteile belasten.

Sensorik-Check: Erst diagnostizieren, dann Einstellungen anfassen

Bevor du Sensor oder Software verdächtigst, schließe mechanische Ursachen aus – das spart Zeit.

  1. „Klick“-Test: Beim Einsetzen des Spulenkorbs/der Unterfadeneinheit auf ein klares, deutliches Klicken achten. Wenn es „schwammig“ wirkt oder nicht sauber sitzt, sind Fehlmeldungen wahrscheinlicher.
  2. „Zahnseide“-Gefühl: Unterfaden leicht ziehen. Es sollte gleichmäßig und glatt laufen – mit einem konstanten, leichten Widerstand. Ruckeln, Haken oder „kratziges“ Gefühl deutet oft auf Flusen/Schmutz unter der Spannfeder hin.

Warnhinweis: Mechanisches Sicherheitsrisiko. Thread-Break-Detection bei unbeaufsichtigtem Sticken nicht deaktivieren. Wenn sich ein Fadenknäuel bildet, kann die Belastung Nadeln beschädigen. Bei ungeklärten Fadenrissen: Maschine stoppen, Werkstück sichern, und beim Troubleshooting geeigneten Augenschutz tragen.

„Hidden Prep“, bevor du an Spannungen drehst

Starte mit den schnellen, günstigen Maßnahmen – viele „Sensorprobleme“ sind in Wirklichkeit Reibung/Einbau/Schmutz.

  • Unterfaden korrekt eingesetzt: Prüfe, dass die Spule korrekt eingelegt ist (nicht „verkehrt herum“). Eine falsche Orientierung kann zu unruhigem Fadenlauf und unplausiblen Stops führen.
  • „Business-Card“-Sweep: Mit der Kante einer festen Visitenkarte unter der Spannfeder des Spulenkorbs entlangfahren, um Mikroflusen mechanisch zu entfernen. Druckluft kann Flusen auch tiefer hineinblasen.
  • Datenpunkt sammeln: Teste bewusst Standard vs. Auto als Diagnosepaar.
    • Standard: eher mechanisch/konstant.
    • Auto: arbeitet mit automatischer Regelung.
    • Diagnosewert: Läuft es in einem Modus stabiler als im anderen, ist das ein wichtiger Hinweis für den Support.

Fix-Reihenfolge (so minimierst du Stillstand)

  1. Thread-Break-Detection eingeschaltet lassen.
  2. Mechanik prüfen: Greiferbereich reinigen, Unterfaden korrekt einsetzen, Nadel tauschen (verbogene/angeschlagene Spitze franst Faden).
  3. Kurzer Standardtest: Ein kleines Textmuster (z. B. „FOX“) in Standard laufen lassen.
  4. Vergleich: Dasselbe Muster in Auto laufen lassen.
  5. Support: Wenn es in beiden Modi trotz sauberer Mechanik und neuer Nadel weiter auftritt, mit den Standard-vs.-Auto-Ergebnissen eskalieren.
Melco Design Shop interface showing the toolbar icons at a readable size on a 4K monitor.
Demonstrating UI scaling

DesignShop Pro+ auf 4K-Monitoren nutzbar machen: Windows High-DPI-Skalierung gegen mikroskopische Icons

Stickerei ist Handwerk – aber deine Software ist dein Cockpit. Auf 4K-Monitoren wirken ältere Software-Oberflächen oft winzig.

Das ist kein „Kosmetikproblem“, sondern ein Produktivitätskiller: Wenn du jedes Mal zögerst, weil du das Trim-Icon suchen musst, summiert sich das über den Tag – plus Ermüdung, die Fehler begünstigt.

Gerade Betreiber einer melco emt16x Stickmaschine wissen: Output ist nicht nur Maschinenlaufzeit, sondern auch Bediengeschwindigkeit.

Was im Video tatsächlich gemacht wurde

Die Lösung liegt nicht in DesignShop, sondern in Windows:

  • Melco Service/FAQ öffnen.
  • Den Artikel/Guide zu „High DPI scaling“ bzw. „Icons bigger“ finden.
  • In den Eigenschaften der DesignShop-EXE unter Windows die Kompatibilitäts-/DPI-Optionen anpassen.
Melco Tech FAQ page showing the windows compatibility settings dialog.
Showing help documentation

Warum das im Shop-Alltag zählt

In der Serienfertigung ist Operator-Fatigue ein echter Faktor. Winzige Icons führen zu schlechter Haltung (nach vorne beugen) und Augenstress. Später am Tag steigt die Fehlerquote.

Prep-Checkliste (4K-UI-Sanity-Check)

  • Auflösung prüfen: Monitor auf native 3840 × 2160 einstellen, sonst wirkt alles zusätzlich unscharf.
  • Am richtigen Ziel arbeiten: Rechtsklick auf DesignShop-App/EXE → Eigenschaften.
  • DPI-Override: Kompatibilität → „Hohe DPI-Einstellungen ändern“ → „Verhalten bei hoher DPI-Skalierung überschreiben“ aktivieren → System (Erweitert) wählen.
  • Sichtprüfung: Software neu starten. Toolbar-Buttons sollten gut treffbar sein (ohne „Pixeljagd“ mit der Maus).
A bird design loaded into Design Shop.
Opening a file to demonstrate saving elements

Nicht alles löschen: „Save Custom Shape“ nutzen, um einzelne Elemente sauber wiederzuverwenden

Anfänger kopieren und fügen ein. Profis bauen Bibliotheken.

Ein typischer Workflow in der Digitalisierung: Du findest in einer alten Datei ein perfektes Element (z. B. Flügel, Bordüre, Ornament) und willst nur dieses Teil in einem neuen Job nutzen. Der unprofessionelle Weg: „Save As“, 90 % löschen, neu speichern – destruktiv und fehleranfällig.

Der saubere Weg in DesignShop heißt: Save Custom Shape.

Schritt für Schritt: Ein Element als eigenes OFM-Asset speichern

  1. Selektieren: Genau das Element/die Elemente markieren, die du „ernten“ willst.
  2. Speichern: Rechtsklick → Save Custom Shape.
  3. Typ: Custom Design auswählen.
  4. Kategorie: Eine sinnvolle Category vergeben (z. B. „Floral“, „Badges“, „Animals“). Ohne Kategorien wird die Bibliothek schnell unbrauchbar.
  5. Name: Eindeutig benennen (z. B. „Rose_Small_Satin_Red“).
Popup dialog 'Save Custom Shape' with options for Shape Name and Category.
Saving a specific part of a design

Erwartetes Ergebnis: Du erzeugst keine neue Projektdatei, sondern ein wiederverwendbares Bibliotheksobjekt, das später in neue Designs eingefügt werden kann.

The Custom Designs dropdown menu populated with saved custom shapes.
Verifying saved custom shapes

Wohin wird gespeichert (und warum viele denken, es sei „weg“)?

DesignShop legt Custom Shapes in Ressourcenordnern der Installation ab – nicht automatisch in „Dokumente“. Deshalb findest du sie nicht „intuitiv“ im Explorer, aber sehr wohl im DesignShop-Menü unter „Custom Designs“.

Setup-Checkliste (skalierbare Asset-Bibliothek)

  • Namensstandard: z. B. „Objekt_Typ_Größe“.
  • Vor dem Speichern prüfen: Underlay/Pull-Kompensation checken – sonst konservierst du schlechte Einstellungen in deiner Bibliothek.
  • Backup: Den „Custom Designs“-Ordner regelmäßig sichern.

Sprungstiche zwischen Buchstaben eliminieren: Auto Trim 64 vs. 20–30 + gezielt „Insert Trim“

Nichts wirkt schneller „unprofessionell“ als sichtbare Sprungstiche zwischen Buchstaben – besonders auf Polos. In der Produktion ist Handtrimmen außerdem ein versteckter Kostentreiber.

Im Video wird erklärt: Diese „Connector“-Linien werden über den Auto Trim-Schwellwert in Tie In and Tie Off gesteuert.

Text 'Samantha' showing visible straight lines (jump stitches/connectors) between letters.
Highlighting the problem of jump stitches

Globaler Fix: Auto Trim absenken, damit lange Connectoren getrimmt werden

Auto Trim ist wie ein „Faulheitsregler“: Bis zu welcher Distanz lässt die Software verbinden, statt zu schneiden.

Using yellow ruler tool to measure the distance between the 'a' and 'm'.
Measuring spacing for trim settings

So setzt du es um:

  1. Messen: Mit dem Lineal/Measure-Tool den Abstand zwischen Buchstaben prüfen (im Beispiel ca. 50–51 Punkte).
  2. Einstellungen öffnen: Object PropertiesTie In and Tie Off.
  3. Auto Trim anpassen: Von 64 auf 20 oder 30.
  4. Kontrolle: Die Connector-Linien verschwinden in der Ansicht.
Object Properties window open to the 'Tie In And Tie Off' tab showing 'Auto Trim' set at 64.
Adjusting global trim settings
The text 'Samantha' with the connector lines removed after adjusting the setting.
Demonstrating the solution

Praxis-Hinweis: Nicht auf „0“ setzen. Zu viele Trims kosten Maschinenzeit und können bei schlechten Verriegelungen/Anfangsstichen auch Unterseitenprobleme begünstigen. Im Video wird als praxisnaher Bereich 20–30 Punkte gezeigt.

„Chirurgischer“ Fix: Insert Trim nur zwischen bestimmten Buchstaben

Wenn du global Connectoren behalten willst (Tempo), aber nur eine Stelle trennen möchtest:

  1. Lettering doppelklicken (Edit Mode).
  2. Cursor zwischen die betreffenden Buchstaben setzen.
  3. Insert Trim (Scheren-Icon) klicken.
  4. Apply.
Text property box showing a scissor icon inserted between the letters 'a' and 'm'.
Inserting manual trim command

Effizienz-Brücke zur Produktion

Wenn du Dateien konsequent auf saubere Trims optimierst, lohnt es sich, auch die Rüstzeit zu optimieren. Viele Betriebe suchen nach Magnetrahmen für Stickmaschine, weil Magnetrahmen das Einspannen beschleunigen und das „Schrauben & Nachziehen“ klassischer Rahmen reduzieren – besonders bei textlastigen Serien.

„Komische Linien“ sind nicht immer schlechte Digitalisierung: Wireframe-Linien ausblenden

Viele erschrecken, wenn sie in der Ansicht plötzlich „zackige Linien“ durch eigentlich saubere Satinstiche sehen. Oft ist die Datei nicht kaputt – du siehst nur den Wireframe (die technische Skelettansicht).

A dog design displayed with excessive black wireframe lines overlaying the stitches.
Showing 'weird' display issue

Lösung: Wireframe-Ansicht umschalten

  1. Rechtsklick auf Arbeitsfläche/Design.
  2. Properties.
  3. Tab View.
  4. Show Wireframe Lines deaktivieren.
View Properties tab where 'Show Wireframe Lines' is being unchecked.
Disabling wireframe view

Warum überhaupt Wireframe? Beim Bearbeiten (Nodes/Reshape) ist Wireframe hilfreich. Wann ausblenden? Wenn du die optische Wirkung beurteilen oder einem Kunden eine saubere Vorschau zeigen willst.

„Subtract Elements“ ohne weiße Kanten: richtige Auswahlreihenfolge + 7–10 pt Überlappung

Ein Klassiker bei fortgeschrittenen Anwendern: Nach dem Sticken entsteht eine sichtbare „weiße Kante“ zwischen Füllung und Rand.

Textil bewegt sich (Push/Pull). Wenn du am Bildschirm „perfekt Kante an Kante“ (0 Überlappung) konstruierst, zeigt sich auf dem Material oft eine Lücke.

Physik hinter dem Subtract-Tool

Du willst Stiche unter einem Element entfernen (weniger Volumen), aber du brauchst eine Sicherheitsüberlappung.

A blue box and a pink circle drawn on the canvas, overlapping.
Setting up the overlap demonstration

Routine

  1. Auswahlreihenfolge (kritisch): Zuerst das Basisobjekt wählen (daraus soll entfernt werden). Dann CTRL halten und das Schneidobjekt wählen.
  2. Parameter: In den Subtract-Properties den Wert für „Overlap“ suchen.
  3. Praxiswert: 7–10 Punkte einstellen.
Subtract Properties dialog box showing the 'Overlap' value set to 10 pt.
Configuring subtraction buffer

Erwartetes Ergebnis: Das Basisobjekt wird ausgeschnitten, aber mit einer kleinen „Reserve“ unter dem oberen Objekt.

The blue box shown alone with a circular hole cut out of it.
Reviewing subtraction result
Close up of the wireframe showing the pink circle stitches extending slightly into the blue box area.
verifying overlap for push/pull compensation

Warum 7–10 Punkte? Im Video wird genau dieser Bereich empfohlen, um Push/Pull-bedingte Lücken zu vermeiden.

Expert Note: Wenn trotz Overlap Lücken bleiben, ist Einspannen oft zu locker oder inkonsistent. Eine Einspannstation für Maschinenstickerei hilft, reproduzierbar mit gleichmäßiger Spannung einzuspannen und damit Materialwanderung zu reduzieren.

Stichlänge vs. Stichdichte: das Denkmodell gegen „meine Füllung ist zu offen“

Die Verwechslung von „Length“ und „Density“ führt zu Designs, die entweder nicht decken oder unnötig stressig laufen.

  • Stichlänge: Abstand von Einstich zu Einstich (ein einzelner „Schritt“).
  • Dichte: Abstand der Stichreihen zueinander (wie eng die Reihen liegen).

Wenn du Stoff durch die Füllung siehst, ist das typischerweise ein Dichte-Thema (Reihenabstand) – nicht primär „Stichlänge kürzer machen“.

A close up schematic of a curved line showing stitch points.
Explaining stitch length vs density

Praxislogik aus dem Video

Im Beispiel wird ein Reihenabstand in „Points“ gemessen (z. B. 12 Punkte). Wird der Dichtewert kleiner, rücken die Reihen näher zusammen; wird er größer, wird die Fläche „offener“.

Stickvlies-Entscheidung: Wenn Dichte, Trims und Overlap gegeneinander arbeiten

Software kann schlechte Stabilisierung nicht kompensieren. Dichte/Overlap/Trims funktionieren nur dann reproduzierbar, wenn das Material stabil geführt wird.

Stofftyp Hauptproblem Strategie Empfohlenes Stickvlies
Stabil gewebt (Canvas, Twill, Denim) Nadelablenkung feste Basis Reißvlies (Standard/Heavy)
Instabil gestrickt (Polos, T-Shirts) Dehnung/Verzug Fasern fixieren Schneidvlies (Mesh oder 2.5oz)
Hochflor (Frottee, Fleece) Einsinken Oberfläche stabilisieren Wasserlöslicher Topper + Reißvlies
Rutschig/Performance (Seide, Lycra) Verrutschen im Rahmen Grip + Stabilität Aufbügelbares Schneidvlies oder Sticky Vlies

Praxis-Helfer: Temporärer Sprühkleber kann als „dritte Hand“ helfen, Stoff und Stickvlies in den ersten Stichen stabil zu halten.

Der Upgrade-Pfad, der sich „natürlich“ anfühlt: Wann Tools besser sind als Technik (und wann nicht)

Technik kostet kein Geld, aber Zeit. Tools kosten Geld, kaufen dir aber Zeit. Wenn du von „lernen“ zu „verdienen“ wechselst, brauchst du klare Triggerpunkte.

Szenario 1: Du verlierst Zeit beim Einspannen, nicht beim Digitalisieren

  • Trigger: Die Maschine stickt 5 Minuten, aber du brauchst 8 Minuten bis zum nächsten Einspannen.
  • Maßstab: „Idle Ratio“ – wartet die Maschine öfter auf dich als du auf die Maschine?
  • Upgrade:
    • Level 1: Stickvlies vorschneiden.
    • Level 2: hoopmaster Einspannstation oder vergleichbare Vorrichtung für konstante Platzierung.
    • Level 3: Einspannstation kombiniert mit Magnetrahmen für schnelle Wechsel.

Szenario 2: Du kämpfst mit Rahmenspuren oder empfindlichen Materialien

  • Trigger: Nach dem Ausspannen bleiben glänzende Abdrücke (Rahmenspuren) oder dicke Jacken/Nahtbereiche lassen sich schwer einspannen.
  • Maßstab: Ausschussquote.
  • Upgrade:
    • Level 1: Standardrahmen umwickeln (z. B. Vet Wrap).
    • Level 2: Stickrahmen für melco als Magnetrahmen-Option.
Hinweis
Magnetrahmen klemmen flächiger und können bei dicken Kanten/Nahtzugaben einfacher „drüber schnappen“ als Schraubrahmen.

Warnhinweis: Magnet-Sicherheit. Starke Magnetrahmen können Finger einklemmen. Vorsichtig handhaben. Personen mit Herzschrittmacher/ICD müssen Abstand zu starken Magneten halten.

Szenario 3: Du skalierst von Einzelteilen zu Serien

  • Trigger: Du lehnst Aufträge (50+ Stück) ab, weil du Deadlines nicht halten kannst.
  • Maßstab: Opportunitätskosten.
  • Upgrade:
    • Level 1: Schnellspannrahmen.
    • Level 2: Mehrkopfmaschinen.
    • Einordnung: Viele suchen nach Preis für melco Stickmaschine – aber Produktionskapazität ist ein Multiplikator. Eine Mehrnadelstickmaschine reduziert Farbwechsel-Standzeiten massiv.

Quick Recap für heute

  1. Prep: Spulenkorb reinigen (Visitenkarte), auf den „Klick“ achten.
  2. UI: 4K-DPI in Windows korrigieren, damit du nicht gegen die Oberfläche arbeitest.
  3. Effizienz: Auto Trim auf 20–30 Punkte, um Handtrimmen zu reduzieren.
  4. Qualität: Beim Subtract-Tool 7–10 pt Overlap nutzen, um Lücken zu vermeiden.
  5. Verständnis: Dichte = Reihenabstand; Stichlänge = Einstich-zu-Einstich.
  6. Wachstum: Erkennen, wann „mehr Mühe“ nicht hilft – und bessere Tools (Magnetrahmen/Einspannstation) die Lösung sind.

Saubere Dateien reduzieren Nacharbeit, konsistentes Einspannen reduziert Verzug. Wenn du beides im Griff hast, läuft die Produktion ruhiger.

FAQ

  • Q: Bei Melco Industriestickmaschinen: Soll die Unterfaden-Thread-Break-Detection bei häufigen Fehlstopps eher auf Standard oder Auto stehen?
    A: Lass die Thread-Break-Detection eingeschaltet und nutze Standard vs. Auto als Diagnosepaar – nicht als Methode, Stops „wegzudrücken“.
    • Do: Spulenkorb/Unterfadeneinheit neu einsetzen und auf ein klares „Klick“ beim Einrasten achten.
    • Do: Unterfaden leicht ziehen: gleichmäßiger, „zahnseidenartiger“ Widerstand ist gut; bei „kratzig“/Ruckeln unter der Spannfeder mit der Kante einer festen Visitenkarte reinigen.
    • Do: Dasselbe kleine Testmotiv (z. B. einfacher Text „FOX“) einmal in Standard und einmal in Auto laufen lassen, um einen sauberen Vergleich für die Fehlersuche zu haben.
    • Success check: Längere Laufzeit ohne Fehlstopps und gleichmäßiger Unterfadenabzug (keine Haker).
    • If it still fails: Greiferbereich reinigen, Nadel tauschen, Unterfaden-Orientierung gemäß Handbuch prüfen und dann mit den Standard-vs.-Auto-Ergebnissen den Support kontaktieren.
  • Q: Was ist der sicherste Weg, das Risiko eines „Bird’s Nest“ zu vermeiden, wenn man versucht ist, die Thread-Break-Detection in der Produktion zu deaktivieren?
    A: Deaktiviere die Thread-Break-Detection nicht bei unbeaufsichtigtem Sticken, weil ein echter Fadenriss sonst weitersticken kann und ein Fadenknäuel entstehen kann.
    • Do: Maschine stoppen und Rahmen/Werkstück sichern, bevor du wiederholte Stops untersuchst.
    • Do: Zuerst Reibungsquellen prüfen (Sitz „Klick“, Flusen unter Spannfeder, verschmutzter Greiferbereich), bevor du an Spannungen drehst.
    • Do: Bei Verdacht auf beschädigte/verbogene Nadel sofort eine neue Nadel einsetzen.
    • Success check: Kein Fadenstau unter Stichplatte/im Greiferbereich und die Maschine stoppt zuverlässig bei echten Brüchen.
    • If it still fails: Mit Testergebnissen eskalieren statt Sicherheitssysteme zu umgehen; bei bruchbezogenem Troubleshooting geeigneten Augenschutz tragen.
  • Q: Wie wird DesignShop Pro+ auf einem Windows-4K-Monitor nutzbar, wenn Icons und Toolbars winzig sind?
    A: Die Anzeige wird in Windows über High-DPI-Einstellungen korrigiert (nicht in DesignShop), indem du die DPI-Skalierung für die DesignShop-EXE überschreibst.
    • Do: Rechtsklick auf DesignShop-App/EXE → Eigenschaften → Kompatibilität.
    • Do: „Hohe DPI-Einstellungen ändern“ öffnen, „Verhalten bei hoher DPI-Skalierung überschreiben“ aktivieren und „System (Erweitert)“ wählen.
    • Do: Vorher prüfen, ob der Monitor auf nativen 3840×2160 läuft, um Unschärfe nicht mit „zu klein“ zu verwechseln.
    • Success check: Toolbar-Buttons sind komfortabel groß und ohne Präzisionsklicks bedienbar.
    • If it still fails: Prüfen, ob du die Einstellung am richtigen Programm/Executable gesetzt hast, und Software neu starten.
  • Q: Wie speichert man in Melco DesignShop mit „Save Custom Shape“ ein einzelnes Element als wiederverwendbares OFM-Asset, ohne den Rest der Datei destruktiv zu löschen?
    A: Nutze „Save Custom Shape“ auf dem selektierten Element, damit DesignShop ein wiederverwendbares Bibliotheksobjekt speichert statt eine Projektdatei zu erzwingen.
    • Do: Nur das gewünschte Element markieren → Rechtsklick → Save Custom Shape.
    • Do: „Custom Design“ wählen, eine klare Category vergeben und einen eindeutigen Namen nutzen (z. B. Muster Objekt_Typ_Größe).
    • Do: Vor dem Speichern Underlay und Pull-Kompensation prüfen, damit keine schlechten Einstellungen in die Bibliothek wandern.
    • Success check: Das Element erscheint in DesignShop unter „Custom Designs“ und lässt sich in neue Designs einfügen.
    • If it still fails: In DesignShop in den Bibliotheksmenüs suchen (nicht in „Dokumente“) und den „Custom Designs“-Ordner regelmäßig sichern.
  • Q: Welche Auto-Trim-Einstellung entfernt in Melco DesignShop bei Schrift Sprungstiche zwischen Buchstaben, ohne die Produktion unnötig zu verlangsamen?
    A: Senke Auto Trim von typischen Standardwerten um 64 Punkte auf praxisnahe 20–30 Punkte, damit längere Connectoren zu Trims werden, ohne alles zu übertrimmen.
    • Do: Buchstabenabstand mit dem Measure-Tool messen und Auto Trim in Object Properties → Tie In and Tie Off kleiner als diesen Abstand setzen.
    • Do: Mit 20–30 Punkten starten und prüfen, ob die Connector-Linien in der Vorschau verschwinden.
    • Do: Auto Trim nicht auf 0 setzen, weil ständiges Trimmen Zeit kostet und bei schlechten Verriegelungen Unterseitenprobleme begünstigen kann.
    • Success check: Keine sichtbaren Connector-/Sprunglinien mehr und die Schrift muss nach dem Sticken nicht per Hand nachgeschnitten werden.
    • If it still fails: „Chirurgisch“ arbeiten: In den Lettering-Edit-Mode wechseln und Insert Trim (Scheren-Icon) nur zwischen den betroffenen Buchstaben setzen.
  • Q: Wie lassen sich in Melco DesignShop „zackige komische Linien“ in Satinstichen ausblenden, wenn die Datei nicht wirklich beschädigt ist?
    A: Wireframe ausblenden – diese Linien sind oft nur die Wireframe-Skelettansicht, keine Stichfehler.
    • Do: Rechtsklick Arbeitsfläche/Design → Properties → View.
    • Do: „Show Wireframe Lines“ deaktivieren.
    • Do: Wireframe nur beim Editieren (Nodes/Reshape/Winkelkontrolle) wieder aktivieren.
    • Success check: Die Darstellung wirkt sauber/glatt, während die Stichobjekte unverändert bleiben.
    • If it still fails: Prüfen, ob die View-Einstellung im richtigen Kontext gesetzt wurde, und Datei neu öffnen/aktualisieren.
  • Q: Welche Auswahlreihenfolge und Overlap-Einstellung verhindert bei „Subtract Elements“ in Melco DesignShop sichtbare Lücken zwischen Füllung und Satinkante nach dem Sticken?
    A: Basis zuerst, Cutter danach – und 7–10 Punkte Overlap als Puffer setzen, damit Push/Pull keine Registrierlücken erzeugt.
    • Do: Zuerst das Objekt wählen, aus dem entfernt werden soll (Base), dann CTRL halten und das Schneidobjekt (Top) wählen.
    • Do: In Subtract Elements den Overlap auf 7–10 Punkte setzen.
    • Do: Push/Pull einkalkulieren; „0 Overlap“ sieht am Bildschirm gut aus, ist auf Textil oft zu knapp.
    • Success check: Die Kante deckt sauber, ohne „weiße“ Lücke am Rand.
    • If it still fails: Einspannspannung/Konsistenz prüfen, weil lockeres Einspannen Materialwanderung verstärkt und korrekte Overlap-Werte überfordern kann.