Multi-Position-Designs (Multiple Hoop) in Xpressive planen: Zusammenführen, Stopps setzen, Sequenz prüfen, sauber splitten und exportieren

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung führt dich durch Xpressives „Multiple Hoop Technique“: Du setzt ein großes Motiv aus separaten .EMD-Dateien zusammen, erzeugst mit dem Ctrl-Trick zuverlässige „Stopps“ zwischen den Segmenten, kontrollierst die Reihenfolge in der Sequence View und splittest/exportierst anschließend jede Sektion sauber auf eine Smart Media Card. Außerdem lernst du typische Fehlerquellen kennen, die zu Versatz zwischen den Einspannungen führen, wie du Dateien stressfrei benennst und verwaltest – und welche Workflow-Upgrades (z. B. Magnetrahmen und Mehrnadelstickmaschine) dir helfen, wenn aus gelegentlichem Mehrfach-Einspannen echte Produktion wird.
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Inhaltsverzeichnis

Master Class: Die Multi-Hoop-Technik in Xpressive

Wenn du schon einmal ein großes Motiv auf einer Maschine mit kleinem Stickfeld gestickt hast, kennst du die „Angst vor der Stufe“: digitalisiert ist alles sauber, du spannst sorgfältig ein – und am Ende sieht man trotzdem eine sichtbare Versatzlinie dort, wo die einzelnen Rahmenpositionen zusammenlaufen.

Mehrfach-Position-Stickerei ist nicht nur Software. Es ist immer auch ein Kampf gegen Physik: Stoff entspannt sich, Rahmen können minimal rutschen, und Stickvlies kann nachgeben. Um das zu gewinnen, brauchst du Software-Disziplin plus mechanische Wiederholgenauigkeit.

Dieses Whitepaper zeigt dir einen workflow-tauglichen Ablauf, wie du in Xpressive ein Multi-Position-Layout planst: mit dem Raster der „Multiple Hoop Technique“, mit bewusst gesetzten Maschinen-Stopps (Ctrl-Trick) und mit einem sauberen Export.

Wichtig ist auch die Brücke von Bildschirm zu Nadel: Software kann Passung planen – aber sie kann keine falsche Einspannung oder instabile Stabilisierung „wegzaubern“. Genau hier helfen konsequente Stabilisierung und (je nach Setup) Magnetrahmen.

Du lernst:

  • Design verankern: Das passende Template laden, damit du auf einem festen Raster arbeitest.
  • Sauber zusammenführen: Center-, Top- und Bottom-Dateien zu einem Master-Layout kombinieren.
  • Maschinenstopp erzwingen: Mit dem „Ctrl-Trick“ sicherstellen, dass die Maschine zwischen Segmenten wirklich anhält.
  • Sequenz prüfen: In der Sequence View kontrollieren, ob Stopps korrekt zwischen den Blöcken sitzen.
  • Für die Praxis exportieren: Das Masterfile in einzelne, maschinenfreundliche Dateien splitten – ohne Passung zu verlieren.
Mouse cursor navigating the View menu to select the Display Hoop options.
Loading the specific multi-hoop grid.

Das Rahmen-Raster in Xpressive einrichten

Die Basis jeder Mehrfach-Einspannung ist das Raster. Wenn das Raster in der Software nicht stimmt, stimmt die spätere Nadelposition im realen Stickrahmen nicht. In Produktionssprache: Dieses Raster ist deine „digitale Vorrichtung“.

Schritt 1 — Template „Multiple Hoop Technique“ laden

  1. Im Hauptmenü zu View > Display Hoop > Load gehen.
  2. Multiple Hoop Technique auswählen.
  3. OK klicken.

Sichtkontrolle: Auf der Arbeitsfläche erscheint ein grünes Raster, klar in vier überlappende Bereiche unterteilt.

Erwartetes Ergebnis: Eine leere Arbeitsfläche mit einem strikten 4-Sektionen-Layout. Das entspricht den physischen Grenzen der Rahmenbewegung deiner Maschine.

A green grid appears on the workspace, divided into four rectangular quadrants.
Visualizing the multi-hoop workspace.

Profi-Hinweis: Warum das Raster nicht verhandelbar ist

Wenn du Mehrfach-Einspannen Maschinenstickerei lernst, ist die Versuchung groß, die Platzierung „nach Gefühl“ zu setzen. Mach das nicht. Freihand-Platzierung hängt von Mausbewegung und Zoom ab – das schwankt. Das Raster basiert auf Koordinaten.

In der Praxis zählt Wiederholbarkeit. Wenn du mehrere Teile hintereinander stickst, willst du nicht „raten“, sondern reproduzierbar arbeiten. Wenn du trotz Raster regelmäßig Versatz siehst, liegt die Variable häufig nicht in der Software, sondern in der Einspannung: Klassische Schraubrahmen hängen stark von der Handkraft und der Gleichmäßigkeit beim Einspannen ab. Deshalb steigen viele Betriebe auf Magnetrahmen um – die Klemmkraft ist mechanisch konstant.

Prep-Checkliste (Software + Workflow)

  • Zugriff prüfen: Du kommst sicher zu View > Display Hoop > Load.
  • Sichtprüfung: Das grüne Raster der Multiple Hoop Technique ist sichtbar.
  • Datei-Check: Die Designteile liegen getrennt und eindeutig benannt vor (z. B. XCenter, XTop, XBottom).
  • System-Check: Unnötige Programme schließen, um „Lag“ zu vermeiden, der zu ungewollten Mausverschiebungen führen kann.

Design-Dateien zusammenführen: Center, Top und Bottom

Jetzt kommt die „Montagephase“: Wir exportieren noch nicht – wir bauen den Master-Plan.

Schritt 2 — Center-Datei mergen und platzieren

  1. Auf das Merge Design-Symbol klicken (Ordner mit Pfeil).
  2. Im Dateidialog bei Files of type auf Expressive Stitch Files (*.emd) umstellen.
  3. XCenter auswählen und Open klicken.
  4. Das Platzierungs-Quadrat exakt in die Mitte von Rahmen/Raster ziehen.
  5. Mit Linksklick absetzen.

Sichtkontrolle: Das Motiv sitzt optisch mittig im Raster.

Erwartetes Ergebnis: Das zentrale Element ist als Referenz sauber in der Mitte verankert.

User clicking the 'Merge Design' icon on the toolbar to import embroidery files.
Starting the import process.
File browser window showing the selection of 'XCenter' embroidery file.
Selecting the first design component.
The center embroidery design is placed in the middle of the vertical grid.
placing the first design element.

Schritt 3 — Top-Datei mergen und platzieren

  1. Erneut Merge Design klicken.
  2. Dateityp weiterhin .emd.
  3. XTop auswählen.
  4. Die Platzierungsbox so nah wie möglich an die spätere Anschlussstelle positionieren, bevor du klickst.
  5. Mit Linksklick platzieren.

Erwartetes Ergebnis: Top- und Center-Sektion ergeben am Bildschirm eine durchgehende, stimmige Verbindung.

Selecting the 'XTop' file from the merge menu.
Importing the top section of the design.
The top section of the floral vine is placed above the center section in the grid.
Aligning the top section.

Schritt 4 — Bottom-Datei mergen und platzieren

  1. Hinweis: In der Praxis setzt du vor dem nächsten Merge normalerweise den Stopp (siehe nächster Abschnitt). Für das reine Layout gilt:
  2. XBottom mergen.
  3. Ausrichten und mit Linksklick platzieren.

Erwartetes Ergebnis: Ein hohes, zusammenhängendes Motiv über die volle Höhe des Multi-Hoop-Rasters.

Selecting the 'XBottom' file to complete the merged design.
Importing the final section.
The complete floral vine design assembled from three files, fully aligned in the multi-hoop grid.
Reviewing the full design layout.

Feinausrichtung (das „Nudging“)

  1. Mit der Maus über das Design fahren, bis der Cursor zum Hand-Symbol wird.
  2. Linke Maustaste gedrückt halten und das Segment minimal verschieben, bis die Passung stimmt.
  3. Praxis-Tipp: Zoome stark hinein, um die Anschlussstellen wirklich zu beurteilen.

Erwartetes Ergebnis: Die Übergänge wirken am Bildschirm ohne sichtbare „Kante“.

Mouse cursor changes to a hand icon to drag and fine-tune the position of the bottom section.
Fine-tuning alignment.

Realität: Physik vs. Software

Du kannst in Xpressive perfekt ausrichten – wenn der Stoff zwischen den Einspannungen auch nur minimal nachgibt, siehst du später trotzdem eine Stufe. Das ist der Unterschied zwischen „virtuell perfekt“ und „physisch stabil“.

Physischer Drift: Klassische Kunststoffrahmen können Rahmenspuren verursachen oder bei ungleichmäßiger Spannung minimal rutschen. Hier hilft eine Einspannstation für Stickmaschine: Sie hält den Stickrahmen stabil, während du das Material sauber ausrichtest und gleichmäßig einspannst.

Wenn du bei dicken Materialien (z. B. Jacken) oder empfindlichen Stoffen (z. B. Performance-Knit) merkst, dass Standardrahmen das Material beim „Ziehen und Schrauben“ verformen, sind Magnetrahmen oft die ruhigere Lösung: Sie legen das Material flach an, ohne dass du es in eine Richtung „überziehst“.

Der Ctrl-Trick: Farbwechsel/Stopps erzeugen

Hier steckt der Sicherheitshebel: Xpressive muss der Maschine signalisieren „STOPP – Bediener muss umspannen“. Ohne diesen Stopp kann die Maschine die Daten als durchgehenden Block interpretieren – und du riskierst, dass sie im falschen Rahmenbereich weitersticken will.

Schritt 5 — Trennstopp mit „Ctrl“ erzwingen

Ablauf:

  1. Erstes Segment platzieren.
  2. Control (Ctrl) gedrückt halten.
  3. Während Ctrl gedrückt ist, den nächsten Merge ausführen.

Was passiert dabei? Xpressive fügt einen erzwungenen „Color Change“ ein, den die Maschine als Stopp/Unterbrechung interpretiert.

Verifikation: In der Sequence View muss ein Eintrag „Needle 1: Unknown“ erscheinen. Das ist dein Trennsignal.

Erwartetes Ergebnis: Eine klare logische „Trennwand“ zwischen den Design-Segmenten.

Sequence view highlights illustrating the use of the Control key to add a color stop.
Adding a machine stop command.

Profi-Hinweis: Warum „Unknown“ entscheidend ist

Ohne diesen Stopp kann die Software Stichdaten über Segmentgrenzen hinweg „vermischen“. Gerade bei Einspannen für Stickmaschine mit engen Feldgrenzen führt das dazu, dass die Maschine nicht sauber zwischen den Positionen anhält. In der Praxis ist das ein Risiko für Material, Nadel und saubere Passung.

Sequence View sauber managen

Die Sequence View ist deine „Flugleitung“: Du kontrollierst, dass die Blöcke sauber getrennt sind und Stopps da sitzen, wo sie hingehören.

Schritt 6 — Für Übersicht einklappen

  1. View > Sequence View öffnen.
  2. Mit dem Minus (-) die Details einklappen.

Sichtkontrolle: Du siehst klare Blöcke nach dem Muster: [Segment A] -> [Unknown Stop] -> [Segment B].

Expanding the sequence view using the plus button to inspect color blocks.
Verifying stitch order and stops.

Schritt 7 — Fix für den „schwebenden Stopp“

In Xpressive kann es passieren, dass der „Unknown“-Stopp am Ende eines Blocks landet statt zwischen zwei Blöcken.

So korrigierst du das:

  1. Den falsch platzierten Stopp identifizieren.
  2. Mit Plus (+) den Block aufklappen.
  3. In der Liste nach „Needle 1: Unknown“ suchen.
  4. Per Drag & Drop so verschieben, dass er strikt zwischen den Segmenten sitzt.

Erwartetes Ergebnis: Die Reihenfolge muss logisch sein: Segment A > STOPP > Segment B.

The Edit menu is open with 'Cut to Clipboard' highlighted.
Cutting parts of the design to process them individually.

Effizienz-Hinweis für Betriebe

Wenn du das täglich machst, bezahlst du Arbeitszeit für eine Feldgrößen-Grenze. Eine Mehrnadelstickmaschine mit größerem Stickfeld reduziert oder eliminiert das Splitten – du spannst einmal ein und stickst durch. Rechne ehrlich: Zeit am Rechner (Split/Export) vs. Zeit an der Maschine (Produktion).

Split-Export auf Smart Media Cards

Jetzt zerlegen wir das Master-Layout in maschinenfreundliche Einzeldateien. Xpressive nutzt dafür einen Cut-&-Paste-Workflow, um jeweils nur ein Segment „allein“ zu exportieren.

Warnung: Risiko für Datenverlust
„Cut to Clipboard“ entfernt Teile aus der Ansicht. Wenn du aus Versehen speicherst, während Segmente fehlen, zerstörst du dein Master-Layout. Arbeite idealerweise mit einer Kopie – oder halte dich strikt an „Cut → Output → sofort Paste“.

Schritt 8 — Mit „Cut“ isolieren

  1. In der Sequence View zwei von drei Segmenten markieren (z. B. Top und Bottom).
  2. Edit > Cut to Clipboard wählen.

Sichtkontrolle: Auf der Arbeitsfläche bleibt nur noch ein Segment sichtbar (z. B. Center).

Smart Media Output dialog box is open for saving the file.
Writing the file to the external card.

Schritt 9 — Auf das Medium ausgeben

  1. Smart Media > Output öffnen.
  2. Wichtig: Einen New Tab (leerer Ordner) wählen, damit du nichts überschreibst.
  3. Datei eindeutig benennen (z. B. Logo_PART1_Center).
  4. OK klicken, um zu schreiben.

Sicht-/Hörkontrolle: Fortschritt/Bestätigung abwarten, bis der Schreibvorgang abgeschlossen ist.

Restoring the cut designs using the 'Paste from Clipboard' command.
Retrieving design parts for the next export batch.

Schritt 10 — Wiederherstellen und wiederholen

  1. Sofort Edit > Paste from Clipboard ausführen – das komplette Design ist wieder da.
  2. Das nächste Paar auswählen, wieder Cut.
  3. Output wiederholen, bis alle Segmente als einzelne Dateien geschrieben sind.

Erwartetes Ergebnis: Auf der Karte liegen mehrere Einzeldateien (je Segment eine), während dein Masterfile am Bildschirm wieder vollständig ist.

Selecting a new set of color blocks in the sequence view for the next export.
Preparing the second design file export.

Operative Checkliste (Export-Phase)

  • Stopp-Check: „Unknown“-Stopps sitzen korrekt zwischen den Segmenten.
  • Auswahl-Logik: 3 Teile → 2 cutten → 1 exportieren → paste → wiederholen.
  • Tab-Disziplin: Vor jedem Schreiben einen leeren Tab wählen.
  • Benennung: Dateinamen folgen der Stickreihenfolge (z. B. 01_Top, 02_Cen, 03_Bot).

Primer

Multi-Position-Stickerei ist ein Dreiklang aus Passung: Raster (Software), Stopp (Logik) und Stickrahmen (Physik).

Bevor du an die Maschine gehst, simuliere den Ablauf im Kopf: Von Segment A zu Segment B – ist das Material stabil genug, dass beim Umspannen nichts nachgibt?

Warnung: Projektsicherheit
Bei Multi-Position-Jobs wird das Material häufig bewegt, während der Stickrahmen an/nahe der Maschine ist. Nie den Rahmen mit der Hand „mitziehen“, während die Maschine aktiv ist. Halte den Arbeitsbereich frei von Schere, Klemmen und losen Fäden, die sich in der Rahmenbewegung verfangen können.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & physische Vorbereitung

Erfolg lässt sich nicht „downloaden“ – du brauchst auch die richtigen Hilfsmittel:

  • Temporärer Sprühkleber: Hilft, wenn du Material auf dem Stickvlies fixierst.
  • Wasserlöslicher Markierstift: Für Fadenkreuze/Referenzmarken passend zum Raster.
  • Neue Nadeln: Eine minimale Beschädigung kann Fäden ziehen und Passung ruinieren.
  • Stickvlies: Lieber stabiler als „zu leicht“. Wenn das Vlies nachgibt, wandert die Passung.

Für präzises Arbeiten ist eine Einspannstation für Stickmaschine ein Standard-Tool: Sie stabilisiert den Stickrahmen wie eine dritte Hand, während du Markierungen und Stofflauf ausrichtest.

Entscheidungsbaum: Stabilisierung & Einspannen bei Multi-Position

Nutze diese Logik für dein physisches Setup:

1. Ist der Stoff instabil (T-Shirt, Knit, Spandex)?

  • JA: Nutze Cutaway-Stickvlies. Tearaway kann beim Umspannen nachgeben, was den zweiten Abschnitt versetzt.
  • NEIN (Denim, Canvas): Tearaway ist möglich – aber nur, wenn es ausreichend stabil ist.

2. Siehst du Rahmenspuren (glänzende Ringabdrücke)?

  • JA: Das ist oft Reibung/Überdruck durch klassische Rahmen. Magnetrahmen reduzieren das Risiko, weil du weniger „überziehen“ musst.
  • NEIN: Standardrahmen sind ok – Schraubspannung trotzdem konsequent gleich halten.

3. Ist es ein Produktionslauf (10+ Teile)?

  • JA: Prüfe, ob dein Setup (Einspannen + Splitten + Export) wirtschaftlich ist. Bei häufigen Jobs lohnt sich oft ein Upgrade (größeres Stickfeld/Mehrnadelstickmaschine), weil du weniger splitten musst.
  • NEIN: Nimm dir Zeit, markiere sauber und arbeite Schritt für Schritt.

Prep

Starte nicht mit „Merge“, bevor deine Umgebung steht.

Prep: Sammeln und prüfen

  • Dateien: XCenter, XTop, XBottom liegen in einem bekannten Ordner.
  • Format: Maschine/Workflow nutzt .EMD (oder dein Zielformat).
  • Ansicht: Sequence View ist verfügbar.
  • Output: Smart Media Card ist eingesteckt und wird vom System erkannt.

Workflow-Disziplin

Multi-Position-Jobs scheitern oft an „Brain Fade“: Man vergisst, welches Segment Part 1 ist. Schreib die Reihenfolge auf und leg sie sichtbar an die Maschine.

Prep-Checkliste (Pre-Merge)

  • Neue Arbeitsdatei in Xpressive erstellt.
  • Raster Multiple Hoop Technique geladen.
  • Sequence Panel sichtbar.
  • Dateinamen/Benennung vorab festgelegt (nicht erst bei Schritt 8 improvisieren).

Setup

„Setup“ ist das saubere Zusammenbauen deiner digitalen Assets.

Setup-Abfolge

  1. Raster laden.
  2. Center mergen → Ctrl halten beim nächsten Merge.
  3. Top mergen → Ctrl halten beim nächsten Merge.
  4. Bottom mergen.
  5. Audit: Sequence View auf „Unknown“-Stopps prüfen.

Hinweis zu Legacy-Systemen: Wenn du mit älteren elna Stickmaschine-Setups arbeitest, die strikt über Karten-Transfer laufen, ist saubere Benennung dein Sicherheitsnetz. Oft sieht man am Maschinen-Display nur einen Teil des Dateinamens – halte Namen kurz und eindeutig (z. B. Job1_TOP).

Setup-Checkliste (Pre-Export)

  • Design spannt das Raster korrekt aus.
  • „Needle 1: Unknown“ liegt zwischen jedem Segment.
  • Kein Stopp hängt am Blockende.
  • Sichtprüfung: Anschlussstellen stark vergrößert kontrolliert.

Operation

Das ist der mechanische Export-Zyklus.

Der Export-Zyklus

  1. Select (2 Teile markieren).
  2. Cut (Cut to Clipboard).
  3. Output (auf Karte schreiben).
  4. Paste (Paste from Clipboard).
  5. Repeat.

Pro-Tipp: „Safety Naming“-Protokoll

Arbeite mit Nummernpräfix:

  • 01_Design_Top
  • 02_Design_Cen
  • 03_Design_Bot

An der Maschine lädst du dann einfach 01, dann 02, dann 03 – ohne im Stress überlegen zu müssen.

Operation-Checkliste (Post-Export)

  • Karte enthält genau 1 Datei pro Segment.
  • Masterfile am Bildschirm ist vollständig wiederhergestellt.
  • Karte wurde sicher ausgeworfen.

Qualitätschecks

Der Moment der Wahrheit ist an der Maschine.

Software-Checks

  • Raster-Integrität: Bleibt das Design innerhalb der grünen Rastergrenzen?
  • Stopp-Logik: Sind die „Unknown“-Stopps sicher vorhanden?

Physische / sensorische Checks

  • „Trommelfell“-Test: Im Stickrahmen sollte der Stoff beim Antippen straff klingen. Wenn er dumpf/locker klingt: neu einspannen. Multi-Position passt nie auf „weichem“ Stoff.
  • Fadenlauf-Gefühl: Der Faden sollte gleichmäßig laufen. Ruckeln/Stocken deutet auf Spannungsprobleme hin, die Kräuselung verursachen und Passung zerstören.

Operator-Fatigue: Wenn du das häufig wiederholst, werden Hände/Handgelenke müde – und dann passieren Einspannfehler. Das ist ein häufiger Grund, warum Betriebe auf Magnetrahmen umsteigen: schnelleres, gleichmäßigeres Einspannen.

Wenn du mehr Zeit am Rechner mit Splitten verbringst als an der Maschine mit Sticken, ist es sinnvoll, über ein Setup mit größerem Stickfeld bzw. eine Mehrnadelstickmaschine nachzudenken.

Troubleshooting

Nutze diese Tabelle, wenn etwas schiefgeht. Starte immer mit den schnellen, günstigen Checks.

Symptom Likely Cause The Fix (Low Cost -> High Cost)
Machine ignored the stop „Unknown“-Stopp sitzt falsch in der Sequenz. Software: Sequence View öffnen. Stopp zwischen die Blöcke ziehen. Neu exportieren.
Gaps between sections Stoff rutscht/entspannt sich (physisch). Praxis: Material auf Stickvlies fixieren (z. B. temporärer Sprühkleber). Bei wiederkehrendem Problem auf Magnetrahmen umstellen.
Export has 2 sections mixed Cut/Paste-Fehler im Ablauf. Prozess: Vor dem Export wurde nicht korrekt isoliert. Zyklus sauber neu durchführen.
File missing on machine Falsche Dateiendung/Filter im Dialog. Software: Beim Merge sicherstellen, dass .EMD gewählt ist (bzw. das Zielformat).
Design "Steps" left/right Ausrichtung/Einspannwinkel nicht konstant. Tooling: Mit Einspannhilfe arbeiten, damit Stofflauf und Stickrahmen gerade sind.

Warnung: Magnet-Sicherheit
Magnetrahmen sind sehr stark.
* Quetschgefahr: Können mit hoher Kraft zuschnappen.
* Medizinische Sicherheit: Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten halten.
* Elektronik: Magnetrahmen nicht direkt auf Laptop oder Smart Media Cards ablegen.

Results

Mit diesem Workflow machst du aus einer riskanten, fehleranfälligen Aufgabe einen wiederholbaren Prozess.

Du hast erreicht:

  1. Ein Master-Layout in Xpressive, sauber auf das Raster referenziert.
  2. Verifizierte Stopps („Needle 1: Unknown“) für sichere Maschinenpausen.
  3. Sauber getrennte Dateien, bereit für die Stickpraxis.

Der nächste Schritt: Wenn du mit elna Stickmaschinen oder ähnlichen Systemen arbeitest, hilft dir dieser Ablauf, größere Motive zuverlässig in Segmenten zu sticken. Gleichzeitig bleiben Grenzen: Gute Multi-Position-Ergebnisse brauchen konsequente Stabilisierung, saubere Markierung und eine reproduzierbare Einspannung.

Wenn du die „menschliche Variable“ beim Schraubrahmen reduzieren willst, sind Magnetrahmen ein logisches Upgrade. Wenn du das Splitten komplett vermeiden und den Output deutlich erhöhen willst, führt der Weg langfristig zu einem größeren Stickfeld bzw. einer Mehrnadelstickmaschine.