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Die Masterclass für „Quilting nach dem Sticken“ & Patch-Workflows: Ein "Null-Reue"-Guide für moderne Maschinenstickerei
Du kennst diesen Moment: Die Stickmaschine setzt den letzten Stich, der Nähfuß hebt sich – und du schaust auf ein eigentlich fertiges Projekt. Es sieht gut aus. Und trotzdem meldet sich diese Stimme im Hinterkopf: „Mit einer strukturierten Quilt-Textur im Hintergrund würde das richtig nach Boutique aussehen.“
Normalerweise ist das der Punkt, an dem man denkt: „Zu spät.“ Denn klassisch bedeutet das: Projekt aus dem Stickrahmen nehmen, neu aufbauen, neu ausrichten – und dabei passieren genau die Dinge, die man nicht will: Versatz, doppelte Linien, Falten, ruinierter Stoff.
In der modernen Maschinenstickerei gilt aber: Es ist nicht zu spät.
Basierend auf einer technischen Demo von A&A White Sewing Center zerlegen wir zwei Workflows, die in der Praxis wirklich Zeit und Ausschuss sparen:
- Quilting nachträglich: Wie du nach dem Hauptmotiv eine Stippling-/Hintergrundfüllung mit Brother/Baby Lock IQ Designer (oder My Design Center) erzeugst.
- Patch statt Ärger: Wie du eigenständige Patches (Leder, Filz, steifes Badge-Material) produzierst, um „unmögliche“ Teile wie Caps, Schuhe oder schwere Jeans zu veredeln – ohne sie überhaupt einspannen zu müssen.
Das ist dein Leitfaden für Projekt-Rettung und einen skalierbaren, werkstatttauglichen Ablauf.



Keine Panik: „Ich bin fertig – jetzt will ich quilten“ ist lösbar (IQ Designer / My Design Center)
Wenn du schon einmal auf ein fertiges Stickbild im Stickrahmen geschaut hast und dachtest: „Ich hätte vorher quilten sollen“, dann gilt hier ein ganz wichtiger Praxis-Satz: Nicht ausspannen.
IQ Designer / My Design Center kann das bereits gestickte Motiv per Scan/Kamera „sehen“, Sperrbereiche (Keep-out) berücksichtigen und anschließend eine neue Ebene als Stippling oder geometrische Füllung um das Motiv herum berechnen.
In der Demo nutzt die Moderatorin ein fertiges „Gal Pals“-Flamingo-Projekt, das noch im Stickrahmen sitzt. Danach wird eine gleichmäßige Stippling-Textur rund um das Motiv gestickt – das macht aus einer flachen Stickerei optisch ein deutlich „wertigeres“, dimensionales Ergebnis.

Die „unsichtbare Vorbereitung“, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: Volumenvlies + Rückseitenaufbau
Hier scheitern viele Einsteiger: Sie konzentrieren sich auf den Bildschirm – und vergessen die Physik im Stickrahmen. Mehr Stiche (Quilting) ohne passenden Aufbau (Volumen/Stickvlies) führt schnell zu einem Hintergrund, der sich zusammenzieht und wellt.
Die „Floating“-Technik: Warum das funktioniert
Die Moderatorin zeigt „Batting floaten“: Statt das Projekt auszuspannen und das Volumenvlies zwischen Innen- und Außenrahmen zu „sandwichen“ (was die Passung praktisch immer verschlechtert), wird das Volumenvlies unter den eingespannten Stickrahmen geschoben, während der Rahmen an der Maschine ist.
- Warum das funktioniert: Der Oberstoff bleibt exakt in der ursprünglichen, „trommelfesten“ Spannung, die du beim Einspannen erzeugt hast. Das Volumenvlies liefert nur das Volumen – ohne selbst unter Rahmenzug zu stehen.
- Die Falle: Wenn das Volumenvlies während der Bewegung wandert, nähst du dir eine Falte dauerhaft fest.
Wenn du mit einer Floating-Stickrahmen-Arbeitsweise wie dieser experimentierst, geht es in der Praxis um Reibungs- und Rutschkontrolle: Das Volumenvlies soll „anliegen“, nicht auf der Stichplatte „schwimmen“.
Vorab-Checkliste: Der „Marshmallow“-Check
Bevor du am Display irgendetwas bestätigst, muss der Aufbau mechanisch sauber sein.
- Rahmen-Sitz prüfen: Kontrolliere, dass der Innenrahmen nicht hochsteht. Tippe auf den Stoff: Er soll straff wirken (nicht durchhängen).
- Volumenvlies zuschneiden: Mindestens 1 inch größer als das Stickfeld – rundum. Der Nähfuß darf keine Kante erwischen.
- Haftung erzeugen: Leichtes Fixieren (z. B. temporär) ist entscheidend, damit das Volumenvlies nicht migriert.
- Unterseiten-„Sweep“: Mit der Hand unter dem Rahmen entlangfahren (Maschine vorher stoppen). Fühlt sich alles glatt an? Harte „Beulen“ sind fast immer Falten oder umgeschlagene Ecken.
Warnung: Mechanische Gefahr. Für Kontrollen unter dem Stickrahmen Maschine in „Lock“-Modus setzen oder ausschalten. Finger, Schere und Fadenschneider gehören niemals in den Bewegungsbereich von Nadel und Stickaggregat.
Hintergrund-Quilting um das Motiv erzeugen (was du wirklich steuerst)
Jetzt wird aus „Mechanik“ Gestaltung: Am Bildschirm wird die Quiltfläche simuliert und definiert.

Der entscheidende Hebel: Dichte/Abstand der Quiltlinien
Du nutzt Scan/Kamera, definierst eine Begrenzung (Quiltbereich) und lässt die Maschine eine Füllung innerhalb dieser Fläche erzeugen – mit ausgespartem Motiv.
Der kritische Parameter ist Quilt-Dichte bzw. Linienabstand (Spacing).
- Zu grob (z. B. >5,0 mm): Das Volumen wirkt „schlabbrig“, die Textur ist zu wenig definiert.
- Zu dicht (z. B. <1,5 mm): Der Hintergrund wird sehr steif („panzrig“) und belastet Material und Faden unnötig.
- Praxis-Startwert: 2,5–3,0 mm ist ein guter, einsteigerfreundlicher Bereich für Stippling-Optik mit klarer Textur.

Setup-Checkliste: Pre-Flight vor dem Start
- Begrenzung festlegen: Zeichne/definiere exakt, wo das Quilting enden soll.
- Keep-out setzen: Das Motiv (Flamingo) als Sperrbereich anlegen und einen kleinen Sicherheitsabstand lassen (ein sinnvoller Start sind 1–2 mm).
- Vorschau kritisch prüfen: Stark hineinzoomen und auf „Waisenkurven“ achten – kleine, zackige Mini-Linien in engen Ecken. Diese in der Vorschau glätten/entfernen.
- Rahmen verriegelt? Prüfe, dass der Stickrahmen sauber im Stickarm eingerastet ist (spür-/hörbares Einrasten).
Sticklauf: Kontrollpunkte + wie „richtig“ aussieht, wenn du im Stickrahmen quiltest
Wenn du auf „Start“ drückst, ist das kein Autopilot. Du überwachst den Prozess.
Sinnes-Checkpunkte
- Visuell: Der Nähfuß soll über den Aufbau gleiten. Wenn er sichtbar „schiebt“ (Wellen vor sich her), ist der Aufbau zu dick oder die Fußhöhe/der Abstand passt nicht.
- Akustisch: Quilting läuft meist in gleichmäßigem Rhythmus. Ein unruhiges „Stottern“ kann auf zu viel Widerstand durch Dicke/Volumen hindeuten.
- Haptisch: (Maschine anhalten) Der Hintergrund soll „geliftet“ wirken, aber stabil.
Erwartetes Ergebnis
Du siehst eine gleichmäßige Textur, bei der die Stiche in das Volumen einsinken und dadurch „Täler“/Schattenlinien entstehen – genau das macht den Quilt-Look aus.
Abschluss-Checkliste
- Randkontrolle: Bevor du ausspannst, prüfen: Ist der Quiltbereich vollständig bis zur Begrenzung gestickt?
- „Flip“-Test: Rahmen abnehmen (Stoff bleibt eingespannt), umdrehen: Das Volumenvlies soll glatt liegen. Eine festgestickte Falte ist fast immer ein Floating-/Fixierproblem.
- Erst dann ausspannen: Wenn alles passt, Innenrahmen lösen.
Warum „Batting floaten“ funktioniert (und wann es dich beißt)
Floating ist in Profi-Kreisen manchmal umstritten – für nachträgliches Quilting ist es aber ein sehr gängiger Weg, weil du die ursprüngliche Passung nicht zerstörst.
Das Prinzip
- Einspannen erzeugt Spannung im Oberstoff.
- Volumenvlies ist kompressibel. Wenn du es mit einspannst, wird es gequetscht – nach dem Ausspannen „federt“ es zurück, was Wellen begünstigen kann.
- Floating lässt das Volumen in natürlicher Lage, und die Stiche fixieren es dort.
Wann Floating scheitert
- Zu viel Geschwindigkeit: Wenn der Aufbau vibriert, kann das Volumenvlies wandern. In der Praxis hilft: Geschwindigkeit reduzieren.
- Zu viel Dicke: Sehr dickes Volumen erhöht Widerstand; achte darauf, dass der Nähfuß sauber darüber läuft.
Wenn Einspannen „unmöglich“ wirkt: Patches sind die Joker-Lösung (Taschen, Jeans, Schuhe)
Die Demo wechselt zu einem klassischen Schmerzpunkt: „Wie bekomme ich ein Motiv auf Schuhe/Caps/schwere Jeans, ohne das Teil zu ruinieren oder überhaupt in den Stickarm zu bekommen?“
Ein fertiger Schuh ist in vielen Setups schlicht nicht sinnvoll einspannbar. Die Lösung ist kein Trick – es ist Workflow-Verlagerung: Du stickst auf ein kontrollierbares Patch-Setup und befestigst das Patch anschließend am Endprodukt.
Wenn du ohnehin über eine Einspannstation-Arbeitsweise nachdenkst, kennst du das Prinzip: „Flach ist schnell.“ Patches halten dich konsequent im „flach & reproduzierbar“-Bereich.
Patch-Materialien aus der Demo (Leder, Filz, „Badge Maker“)
Die Moderatorin zeigt drei Substrate – die Materialwahl bestimmt, wie „verzeihend“ das Patch beim Sticken ist.

1) Leder-Patch für Caps (cleaner, „Executive“-Look)
Gezeigt wird ein „World’s Best Dog Dad“-Patch auf einer grauen Cap. Wichtig: dünnes, echtes Leder.
- Hinweis aus der Praxis: Echtes Leder kann bei zu hoher Stichdichte perforieren/reißen. Dünn arbeiten und nicht „überdichten“.
- Formzuschnitt: Genannt werden Fiber Laser, CO2 Laser oder ScanNCut.

2) Filz-Patch (robust, „Varsity“-Look)
Ein rundes „Eat Sleep Sew“-Beispiel.
- Filz schluckt Details – saubere Schrift profitiert oft davon, wenn sie nicht im Flor versinkt (Topper wird in der Demo als wasserlöslich thematisiert).

3) Steifes „Badge Maker“-Material
DIME „Badge Maker“ (steifes, twill-/polyesterähnliches Material).
- Vorteil: wirkt sehr „Patch-typisch“ und stabil.

Die Rückseite, die ein Patch erst zum Patch macht: Hot Fix, Patch Attach & Heavy-Duty wasserlösliches Vlies
Ein Patch ist nicht nur „Stickerei ausschneiden“. Es ist ein Aufbau, der für Transfer/Applikation gedacht ist. In der Demo werden u. a. Heavy Duty Water Soluble Stabilizer sowie Klebe-/Transferlösungen wie Hot Fix und Patch Attach gezeigt.


Die Patch-„Sandwich“-Logik
Damit dein Patch nicht wie ein „Kartoffelchip“ hochzieht:
- Basis: Patch-Material (Leder/Filz/Badge-Material).
- Stabilisierung: In der Demo wird Heavy-Duty wasserlösliches Vlies gezeigt – nach dem Sticken kann überschüssiges Material entfernt/ausgewaschen werden, was saubere Kanten unterstützt.
- Bonding: Bügel-/Heat-Transfer-Schicht (Hot Fix / Patch Attach), damit das Patch später aufgebracht werden kann.
Patches auf Rundungen pressen: Curvy Craft Press vs. Schneiderham-Trick
Du hast ein flaches Patch – und eine runde Cap. Ohne passenden Gegendruck wird das an den Kanten oft nicht sauber.
Option A: Curvy Craft Press
Gezeigt wird die DIME Curvy Craft Press, die durch ihre Form gleichmäßiger auf der Rundung aufliegt.


Option B: Der DIY-Hack mit dem Schneiderham
Die Moderatorin zeigt als Alternative einen Schneiderham (Dressmaker’s Ham) in der Cap. Dadurch wird die Cap von innen „hart“ und formstabil – du bekommst Druck bis in die Kanten.

Wenn man Tools wie den dime Snap Hoop Magnetrahmen mit Standardrahmen vergleicht, ist das Grundprinzip identisch: Du investierst in Hilfsmittel, die Form und Spannung kontrollieren – statt jedes Mal gegen das Material zu kämpfen.
Warnung: Hitzeschaden-Risiko. Synthetische Caps (z. B. Trucker-Mesh/Polyester) können bei zu hoher Temperatur schnell verformen oder schmelzen.
* Vorsichtiger Startbereich: 260°F–280°F.
* Schutzlage: Immer mit dünnem Press-/Abdecktuch arbeiten.
* Zyklen: 10–15 Sekunden pressen, anheben, abkühlen lassen, wiederholen – statt „einmal lang durchbraten“.
Entscheidungshilfe: Patch-Strategie nach Endprodukt
Nutze diese Logik, um weniger zu raten und mehr reproduzierbar zu arbeiten.
Input: Wohin soll das Motiv am Ende?
- Szenario A: Flach, stabil, gut zugänglich (Tote Bag, Quiltblock)
- Aktion: Direkt sticken.
- Logik: Gut einspannbar. Für Textur: IQ Designer/My Design Center Hintergrund-Quilting wie oben.
- Szenario B: Rund/strukturiert (Cap, Sneaker/Schuh)
- Aktion: Patch-Workflow.
- Logik: Direktes Einspannen zerstört schnell die Form oder ist mechanisch unpraktisch. Patch bleibt flach, die Klebeschicht übernimmt die Anpassung.
- Tool: Schneiderham als Press-Unterstützung.
- Szenario C: Risiko-Material (wertiges Lederteil, „nicht ersetzbar“)
- Aktion: Patch-Workflow.
- Logik: Fehler im Direktstick sind dauerhaft. Patch erst testen, Qualität prüfen, dann applizieren.
Genau hier sind Magnetrahmen für Stickmaschine für Direktstickerei oft ein echter Komfort- und Qualitätsgewinn: Sie klemmen Material schnell und gleichmäßig. Für „unmögliche“ Formen bleibt das Patch aber meist die sauberste Lösung.
Typische Probleme aus der Praxis (und wie die Demo sie indirekt löst)
Problem #1: „Fusselige“ Patch-Kante
- Symptom: Weißer Flaum unter der Satinkante.
- Ursache: Unpassende Stabilisierung (z. B. Tear-Away hinterlässt Fasern).
Problem #2: Patch-Ecken lösen sich nach kurzer Zeit
- Symptom: Ecken heben sich nach einigen Tagen.
- Ursache: Zu wenig Druck/Hitze genau an den Kanten – auf Rundungen besonders häufig.
Problem #3: Quilt-Hintergrund wird zu steif
- Symptom: Stippling macht den Hintergrund hart.
- Ursache: Zu hohe Dichte.
Upgrade-Pfad: Wann du aufhören solltest, gegen dein Setup zu kämpfen
Wenn du gelegentlich ein Patch machst, reichen die Methoden oben. Wenn du aber Serien machst oder das Einspannen zum Engpass wird, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Workflow.
Trigger: Einspannen kostet Kraft/Handgelenk
Wenn du merkst, dass du ständig an Schrauben kämpfst oder Druckstellen vom Rahmen bekommst, ist der Standard-Kunststoffrahmen oft der Flaschenhals.
- Upgrade: Magnetrahmen.
- Für Brother/Baby Lock Single-Needle-User sind Magnetrahmen genau das, wonach viele suchen, wenn sie Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen eingeben: schnelleres, gleichmäßigeres Einspannen.
- Nutzen: weniger Handkraft, weniger Materialverzug.
Trigger: Zeitverhältnis stimmt nicht
Wenn du länger einspannst als stickst, ist die Prozesszeit falsch verteilt.
- Upgrade: Einspannstationen & Mehrnadelstickmaschine.
- In der Praxis werden dime Magnetrahmen häufig zusammen mit Station-Boards genutzt, um Patches schnell und wiederholbar zu positionieren.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Starke Magnetrahmen von Herzschrittmachern/ICDs sowie magnetischen Datenträgern (Kreditkarten/Festplatten) fernhalten. Die Klemmkraft kann Haut einklemmen – bewusst und kontrolliert schließen.
Praxis-Fazit: Zwei Techniken, die Projekte retten
Diese Demo zeigt zwei professionelle Gewohnheiten, die sich sofort auszahlen:
- Flexibel fertigstellen: Mit IQ Designer/My Design Center nachträglich quilten – ohne die Passung zu verlieren.
- Strategisch „faul“ sein: Patch ist nicht „Schummeln“, sondern der effizienteste Weg, schwierige Teile sauber zu veredeln.
Ob du eine Einspannstation für Stickrahmen suchst, um Serien schneller zu fahren, oder einfach deinem Flamingo-Hintergrund mehr Tiefe geben willst: Am Ende gewinnt immer derselbe Grundsatz – Materialphysik respektieren.
Spannung kontrollieren (über Stickrahmen oder Klebeschichten), passende Verbrauchsmaterialien wählen (Volumen/Stickvlies) und bei schwierigen Formen das Patch für dich arbeiten lassen. Viel Erfolg beim Sticken.
FAQ
- Q: Wie kann Brother IQ Designer / Baby Lock My Design Center Stippling-Quilting hinzufügen, obwohl das Hauptmotiv im Stickrahmen schon fertig gestickt ist?
A: Lass den Stoff eingespannt und nutze Scan/Kamera, um eine Quiltfläche mit Sperrbereich (Keep-out) um das fertige Motiv zu definieren.- Den eingespannten Stickbereich scannen und die Begrenzung dort zeichnen, wo die Hintergrundfüllung enden soll.
- Die vorhandene Stickerei als Keep-out-Zone markieren und einen kleinen Sicherheitsabstand lassen (ein guter Startwert sind 1–2 mm).
- Den Stichpfad in starker Vergrößerung prüfen und kleine, zackige „Waisenkurven“ in engen Ecken löschen/glätten.
- Erfolgskontrolle: Die Quiltstiche laufen gleichmäßig um das Motiv, ohne die bestehende Stickerei zu berühren oder zu „drängen“.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Quiltfläche vereinfachen oder den Keep-out-Abstand vergrößern und vor dem Sticken erneut prüfen.
- Q: Wie kann ich Volumenvlies unter einem eingespannten Projekt „floaten“, ohne Falten auf der Rückseite festzusticken?
A: Schiebe das Volumenvlies unter den montierten Stickrahmen und fixiere es leicht, damit es während des Stickens nicht wandert.- Den bestickten Stoff in der ursprünglichen Rahmen-Spannung lassen; nicht ausspannen, um das Volumen zu „sandwichen“.
- Volumenvlies mindestens 1 inch größer als das Stickfeld zuschneiden, damit der Nähfuß keine Kante erwischt.
- Leicht fixieren, damit das Volumenvlies nicht rutscht.
- Erfolgskontrolle: Beim vorsichtigen „Sweep“ unter dem Rahmen fühlt sich alles glatt an – keine harten Beulen, Falten oder umgeschlagenen Ecken.
- Wenn es trotzdem passiert: Geschwindigkeit reduzieren (als sichere Maßnahme) und das Volumenvlies vor dem Neustart erneut fixieren.
- Q: Welchen Stippling-Abstand sollte Brother IQ Designer / Baby Lock My Design Center nutzen, damit der Quilt-Hintergrund nicht „panzrig“ steif wird?
A: Nutze einen moderaten Abstand; ein einsteigerfreundlicher Sweet Spot liegt bei 2,5–3,0 mm.- Mit 2,5–3,0 mm starten und nach Möglichkeit erst eine kleine Fläche testen.
- Abstand erhöhen, wenn sich der Hintergrund „gequetscht“ oder kartonartig anfühlt (als Korrekturbereich werden 3,0–4,0 mm genannt).
- Extrem dichte Füllungen vermeiden, die Volumen überkomprimieren und den Faden unnötig belasten.
- Erfolgskontrolle: Der Hintergrund bleibt „loftig“ und zeigt sichtbare „Täler“, wo die Stiche ins Volumen einsinken – nicht eine flache, verhärtete Fläche.
- Wenn es trotzdem zu hart wird: Dichte weiter reduzieren und prüfen, ob die Volumenstärke noch sauber unter dem Nähfuß durchläuft.
- Q: Was verursacht eine „fusselige“ Patch-Kante mit weißem Flaum unter einer Satinkante – und welches Vlies hilft?
A: Häufig ist die Ursache Tear-Away; in der Demo wird Heavy-Duty wasserlösliches Vlies gezeigt, das sich sauber entfernen lässt.- Patch auf Heavy-Duty wasserlöslichem Vlies sticken statt auf Tear-Away.
- Nach dem Sticken überschüssiges Vlies entfernen/auswaschen, damit die Kante sauber bleibt.
- Bei Filz zusätzlich wasserlösliche Stabilisierung nutzen, damit Schrift nicht im Flor versinkt.
- Erfolgskontrolle: Die Satinkante wirkt sauber, ohne herausstehende Vliesfasern.
- Wenn es trotzdem fusselt: Prüfen, ob es wirklich Heavy-Duty wasserlöslich ist (nicht Standardgewicht) und ob die Ränder vollständig gereinigt wurden.
- Q: Warum lösen sich Bügel-Patches auf Caps oft an den Ecken – und wie presse ich Patches auf Rundungen sicher?
A: Ecken lösen sich meist durch zu wenig Druck/Hitze auf der Rundung; nutze eine passende Press-Unterstützung (Curvy Craft Press oder Schneiderham) und arbeite in kurzen Zyklen.- Cap innen mit einem Schneiderham stützen (oder ein Curved-Press-Tool nutzen), damit Druck bis in die Kanten kommt.
- Mit Schutzlage arbeiten und in 10–15-Sekunden-Zyklen pressen, zwischendurch anheben und abkühlen lassen.
- Bei synthetischen Materialien vorsichtig starten (als vorsichtiger Bereich werden 260–280°F genannt).
- Erfolgskontrolle: Nach dem Abkühlen lassen sich Kanten nicht mit dem Fingernagel anheben.
- Wenn es trotzdem nicht hält: Erneut pressen und die Ecken gezielt bearbeiten.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten, wenn ich beim Floating oder Quilting unter den eingespannten Stickrahmen greifen will?
A: Maschine stoppen und verriegeln oder ausschalten, bevor Hände unter den Stickrahmen gehen – das Stickaggregat kann sich mit hoher Kraft bewegen.- Maschine anhalten und „Lock“-Modus aktivieren oder ausschalten.
- Finger, Schere und Werkzeuge aus dem Nadel- und Fahrbereich fernhalten.
- Unterseiten-Check nur bei vollständig stillstehender Bewegung durchführen.
- Erfolgskontrolle: Rahmen und Stickarm bleiben während der Kontrolle komplett stationär.
- Wenn Unsicherheit besteht: Nicht „am laufenden System“ nachsehen – erst sichern, dann prüfen.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten bei Magnetrahmen für Stickmaschine für schnelleres Einspannen?
A: Magnetrahmen sind Klemm- und Geräte-Risiko: Abstand zu Herzschrittmachern/ICDs und magnetischen Datenträgern halten und die Klemmkraft kontrolliert handhaben.- Magnetrahmen von Herzschrittmachern/ICDs sowie Kreditkarten/Festplatten fernhalten.
- Magnete kontrolliert schließen, um Haut nicht einzuklemmen.
- Magnetrahmen getrennt und stabil lagern, damit sie nicht unkontrolliert zusammenschlagen.
- Erfolgskontrolle: Material ist gleichmäßig geklemmt, ohne unkontrolliertes „Zuschnappen“.
- Wenn es schwierig wird: Langsamer, beidhändig arbeiten und den Workflow an dicke Aufbauten anpassen.
