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Was ist der Radial-Fill-Effekt?
In der Maschinenstickerei ist „Flachheit“ oft der Feind von Realismus. Der Radial-Fill-Effekt in Wilcom Hatch ist ein Spezialwerkzeug, das Stichwinkel so verändert, dass aus einer normalen, flachen Füllung dynamische „Drehstiche“ werden, die von einem frei definierbaren Mittelpunkt ausstrahlen.
Im Tutorial zeigt Sue, wie eine einfache Tatami-Füllung – die sonst wie eine gleichmäßige, gewebte Matte wirkt – mit einem Klick die optischen Eigenschaften eines 3D-Kegels oder einer organisch fließenden Blütenblatt-Struktur bekommt.
Warum das optisch funktioniert (Fadenglanz verstehen): Stickgarn (besonders Rayon oder Polyester) wirkt „glänzend“, weil es Licht reflektiert. Eine Standardfüllung läuft in parallelen Linien (z. B. alles in 45°) und reflektiert dadurch relativ gleichmäßig. Radial Fill zwingt die Stichwinkel, sich um einen geometrischen Punkt zu drehen. Je nach Blickwinkel und Lichtquelle reflektieren einzelne Sektoren unterschiedlich – so entsteht Tiefe und Bewegung, ohne dass du Schaum oder Polsterung verwendest.
Profi-Hinweis: Im Video wird eine wichtige Einschränkung klar genannt: Radial Fill funktioniert nur mit Tatami und Satin. Für Motiv-/Motif-Füllungen ist der Effekt nicht verfügbar.

Schritt 1: Radial Fill auf Tatami-Formen anwenden
Kurzüberblick: Was du in diesem Schritt machst
Du erstellst eine geschlossene Grundform (Kreis), stellst sicher, dass es eine Tatami-Füllung ist, wählst optional ein dekoratives Tatami-Muster für mehr Textur und aktivierst dann Radial Fill im Effects-Bereich, damit sich die Stichwinkel radial ausrichten.
Vorbereitung (versteckte „Verbrauchsmaterialien“ & Checks)
Digitale Perfektion hilft nicht, wenn der Probestick scheitert. Drehende Stichrichtungen belasten Material in mehrere Richtungen – anders als eine Standardfüllung, die eher „in eine Richtung zieht“. Denk deshalb vor dem Klick an die reale Umsetzung.
Verbrauchsmaterialien & Checks (produktionsorientiert):
- Material/Vlies-Kombination: Bei Maschenware (z. B. Jersey, Piqué) kann die Drehbewegung den Stoff verdrehen. Starte mit Cutaway-Stickvlies (2.5oz oder 3.0oz). Ist das Vlies zu leicht, kann der Mittelpunkt optisch „hochkommen“ (wie ein kleiner Vulkan).
- Nadel-Check: Eine frische 75/11-Nadel. Eine beschädigte/raue Nadel plus dichter Mittelpunkt kann Löcher verursachen.
- Oberfadenspannung: Drehstiche verzeihen keine schlappe Spannung.
- Gefühlstest: Zieh den Oberfaden vor dem Einfädeln. Der Widerstand sollte gleichmäßig und „sauber“ sein – nicht ruckelig und nicht zu leichtgängig.
- Hilfsmittel: Temporärer Sprühkleber (z. B. 505), um Stoff und Stickvlies zu verbinden und Verschieben bei den Richtungswechseln zu reduzieren.
Wenn du für schnelle, wiederholbare Produktion digitalisierst, plane jetzt auch deine Einspann-Strategie. Auf glatten/„rutschigen“ Textilien (z. B. Performance-Wear) kann ein klassischer Schraubrahmen unter der radialen Zugrichtung eher nachgeben.
Schritt-für-Schritt: Kreis erstellen und Effekt aktivieren
- Kreis/Oval als Basisform digitalisieren.
- Links die Digitize-Toolbox öffnen.
- Circle/Oval auswählen.
- Mittelpunkt setzen, Radius aufziehen und Enter drücken.
- Erfolgskriterium: Du siehst einen blauen Kreis mit einer normalen, flachen Tatami-Füllung.
- (Optional) Ein dekorativeres Tatami-Muster auswählen.
- Objekt markieren und in den Object Properties das Tatami-Muster wechseln.
- Sichtcheck: Die Füllung wirkt weiterhin „flach“, aber die innere Textur ändert sich (z. B. eher „Holzmaserung“ oder „Feder-Look“).
- Radial Fill im Effects-Bereich aktivieren.
- Rechts den Effects-Bereich öffnen.
- Nach unten scrollen und Radial Fill aktivieren.
- Sichtcheck: Der „Glanz“/die Lichtwirkung ändert sich sofort. Die Stiche sind nicht mehr parallel, sondern wirken wie Speichen, die vom Mittelpunkt ausgehen.

Warum das technisch passiert (kurz & klar)
Hatch berechnet die Einstichpunkte neu und erzwingt eine Drehung der Stichwinkel. Dadurch entsteht die „kegelige“ bzw. fließende Struktur.
Wichtiger Sicherheits-Hinweis: Radial Fill konzentriert Einstiche am Mittelpunkt. Skalierst du zu klein (unter ca. 1–2 cm), steigt das Risiko für Fadensalat/„Birdnesting“ oder sogar Nadelbruch, weil die Dichte im Zentrum extrem wird.
Schritt 2: Mittelpunkt verschieben – für echte 3D-Wirkung
Was du hier lernst
Du nutzt Reshape, um den Radial-Fill-Mittelpunkt (als „X“/Marker) zu verschieben. Damit legst du den optischen Fokus fest – z. B. für Highlights auf einer Kugel, Frucht oder einem „Juwel“.
Schritt-für-Schritt: Mittelpunkt innerhalb der Form verschieben
- Objekt auswählen und Reshape aktivieren.
- Kreis markieren und Reshape anklicken (je nach Setup gibt es dafür auch Shortcuts).
- Das zentrale „X“ greifen und ziehen.
- Mittelpunkt-Marker suchen.
- In eine Ecke/Quadrant ziehen (z. B. oben links).
- Sichtcheck: Die Stichwinkel zeichnen sofort neu. Der Glanz „wandert“ mit dem X – der Kreis wirkt wie eine gewölbte Form, die aus dieser Richtung beleuchtet wird.

Checkpoints (damit du sicher bist, dass es stimmt)
- Objekt bleibt gleich: Die Außenkontur darf sich nicht verändern – du verschiebst nur den internen Fokus.
- Marker sichtbar nur in Reshape: Das „X“ siehst du nur, wenn Reshape aktiv ist.
- Reaktion sofort: Passiert nichts, prüfe, ob es wirklich Tatami/Satin ist (Radial Fill greift sonst nicht).
Praxis-Stolperfalle (aus den Kommentaren abgeleitet)
Ein häufiger Frustpunkt: In Tutorials sieht man Toolboxes/Docker, die im eigenen Hatch-Arbeitsbereich fehlen.
- Lösung: Prüfe unter Window > Toolbars bzw. Window > Dockers, ob Digitize und Object Properties aktiviert sind. Achte außerdem darauf, dass du nicht nur in einer reinen „TrueView“-Ansicht arbeitest – dort können Bearbeitungsmarker/Handles weniger offensichtlich sein.
Schritt 3: Richtungs-Textur erzeugen – Mittelpunkt außerhalb platzieren
Was das optisch bewirkt
Sue zeigt eine sehr starke Technik: Den Mittelpunkt komplett außerhalb der Form platzieren. Dadurch verschwindet der „Kegel-Look“ und es entsteht ein fächerförmiger, fließender Verlauf. Genau das nutzt man für realistische Blütenblätter, Fell-Strukturen oder „Wasserfluss“.
Schritt-für-Schritt: Mittelpunkt außerhalb der Form verschieben
- Mit aktivem Reshape den Mittelpunkt greifen.
- Mittelpunkt-Marker anklicken und halten.
- Über die Objektkante hinaus ziehen.
- Deutlich außerhalb platzieren (im Video wird das sehr klar demonstriert).
- Sichtcheck: Statt eines Kegels siehst du einen „Sweep“/eine Maserung, die weich über die Fläche läuft.
- Profi-Merksatz: Je weiter der Mittelpunkt weg ist, desto „gerader“ wirkt der Verlauf. Je näher er an der Kante liegt, desto stärker ist die Krümmung.

Profi-Einordnung: Wann Outside-Center hilft (und wann es Probleme macht)
Diese Technik erzeugt klare, lange Stichverläufe und damit oft einen besonders hochwertigen Glanz. Gleichzeitig steigen die physikalischen Anforderungen.
- Vorteil: Perfekt für organische Formen. Ein Blütenblatt „fließt“ vom Blütenzentrum – nicht vom Zentrum des einzelnen Blattes. Setzt du das „X“ dahin, wo das Blütenzentrum/Stiel wäre, wirkt die Richtung automatisch natürlicher.
- Risiko (Rahmenabdrücke & Verzug): Richtungsfüllungen ziehen den Stoff in Richtung Mittelpunkt. Bei großen Motiven auf Hoodie/T-Shirt kann das zu Wellen/Rippeln am Rand führen.
Praxis-Upgrade (wenn der Probestick wellig wird): Wenn du im Teststick Rippeln siehst, bewegt sich der Stoff im Rahmen. Klassische Schraubrahmen halten dicke oder glatte Materialien nicht immer gleichmäßig.
- Level 1: Schwereres Cutaway-Stickvlies + Sprühkleber.
- Level 2 (Tool-Upgrade): Viele Profis wechseln auf Magnetrahmen für Stickmaschine. Diese klemmen mit gleichmäßigem, vertikalem Druck statt „ziehen und schrauben“. Das reduziert Rahmenabdrücke und stabilisiert die Lage von Stoff und Stickvlies – wichtig bei richtungsbetonten Füllungen.
Warning: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen sind starke Werkzeuge. Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten halten. Finger nicht zwischen die Magnetflächen bringen – Quetschgefahr.

Fortgeschritten: Break Apart & Angle-Lines gezielt bearbeiten
Was du in diesem Abschnitt machst
Manchmal ist die automatische Berechnung nicht „künstlerisch“ genug. Sue zeigt, wie du die Stichwinkel manuell beeinflusst, indem du den Effekt in bearbeitbare Bestandteile zerlegst.
Schritt-für-Schritt: Break Apart und Winkel-Linien formen
- Radial-Fill-Objekt auswählen.
- Sicherstellen, dass das Objekt in der Sequence/Docker markiert ist.
- Edit Objects → Break Apart.
- Damit wird der Effekt „festgeschrieben“.
- Sichtcheck: Im Objekt erscheinen gelbe Linien wie Speichen – das sind die Winkel-Guides.
- Mit Reshape einzelne Speichen verschieben.
- Ende einer gelben Linie greifen und ziehen, um die Richtung nur in diesem „Tortenstück“ zu verändern.

Das große „No-Go“ aus dem Tutorial
Sue warnt ausdrücklich davor, die Winkel-Linien zu kreuzen.
- Symptom: Die Füllung wirkt gezackt, unruhig oder bekommt Lücken.
- Sichtfehler: Am Bildschirm entsteht eine „chaotische“ Textur.

Warum gekreuzte Linien so riskant sind (Praxislogik)
Denk an die Angle-Lines wie an Fahrspuren: Wenn sich Spuren abrupt kreuzen, „crasht“ der Stichfluss. Die Maschine erzeugt dann extrem kurze Stiche/Mikro-Sprünge – das bremst, sieht knubbelig aus und kann Fadenprobleme verstärken.
Profi-Routine: Langsam editieren. Eine Linie bewegen, loslassen, Bildschirm neu berechnen lassen, Fluss prüfen – erst dann die nächste Linie.
Praxisprojekt: Eine Radial-Fill-Blume digitalisieren
Was Sue baut
Jetzt setzt du das Gelernte in eine 5-blättrige Blume um. Der Fokus liegt auf der „Outside Center“-Technik.
Projekt-Spezifikation:
- Form: Oval (Blütenblatt)
- Füllung: Radial-Tatami
- Mittelpunkt: außerhalb des Ovals (zum Blütenzentrum hin)

Schritt-für-Schritt: Blütenblatt → Blume
- Oval digitalisieren.
- Circle/Oval-Tool wählen und ein längliches Oval ziehen.
- Enter drücken.
- Prüfen, ob die Füllung „so wie erwartet“ startet.
- Hatch merkt sich Einstellungen. Wenn dein letztes Objekt Radial Fill hatte, kann das neue Objekt den Effekt direkt übernehmen.
- Aktion: Falls nötig Radial Fill im Effects-Bereich bewusst ein- oder ausschalten, bis du den gewünschten Ausgangspunkt hast.
- Mittelpunkt für Fluss setzen.
- Reshape anklicken und das „X“ nach unten/außen ziehen.
- Sichtcheck: Die Stiche sollen „nach unten“ bzw. zum gedachten Blütenzentrum fließen.


- Mit Layout die Blume aufbauen.
- Layout-Toolbox öffnen und Circle Layout wählen.
- Anzahl der Blütenblätter auf 5 setzen.
- Aktion: Den Layout-Mittelpunkt passend zur Position des Radial-Fill-„X“ ausrichten.
- Erfolgskriterium: Du erhältst 5 Blätter, deren Glanzrichtung konsistent zum Zentrum läuft. Bei Standardfüllungen würden manche Blätter „quer“ wirken – das sieht schnell künstlich aus.

- Farbe anpassen und Mittelkreis ergänzen.
- Blume auswählen und eine Farbe (z. B. Dunkelblau) setzen.
- Einen kleinen Kreis in der Mitte digitalisieren und z. B. auf Lila stellen.



Produktionshinweis (damit es auch sauber stickt)
Du hast ein Motiv gebaut, bei dem alle 5 Blätter zum Zentrum ziehen. Auf einem T-Shirt kann das in der Mitte eine „Pucker-Stern“-Optik erzeugen, wenn die Stabilisierung zu schwach ist.
Praxisrealität: Für ein Einzelstück kann man sich mit manuellem Einspannen durchkämpfen. Bei 20 Shirts zählt aber Reproduzierbarkeit.
- Engpass: 20× exakt gerade und gleich stramm einspannen kostet Zeit und produziert Ausreißer.
- Profi-Lösung: Hier lohnt eine Einspannstation für Maschinenstickerei. Du setzt den Rahmen in eine feste Vorrichtung, ziehst das Shirt über Referenzlinien/Grids und schließt den Rahmen reproduzierbar. So sitzt die Ausrichtung deiner radialen „Blume“ auf jedem Teil gleich – weniger Ausschuss.
Entscheidungsbaum: Stickvlies & Einspann-Wahl
Nutze diese Logik, bevor du startest.
1. Ist der Stoff stabil? (Denim, Canvas, Twill)
- Ja: Tearaway (2 Lagen) oder mittleres Cutaway. Klassisches Einspannen ist meist ok.
- Nein (T-Shirt, Piqué, Hoodie): Cutaway (z. B. Mesh/Fusible oder 2.5oz). Stoff und Stickvlies sollten gut verbunden sein.
2. Ist die Radial-Fill-Dichte hoch? (Wirkt das Zentrum „massiv“?)
- Ja: Hohe Dichte = höheres Verzugsrisiko. Ein Upgrade auf Magnet-Stickrahmen kann helfen, weil du gleichmäßig klemmen kannst, ohne extrem „zu quetschen“.
- Nein: Niedrigere Dichte ist toleranter.
3. Stickst du mehr als 10 Teile?
- Ja: Ermüdung und Ungenauigkeit steigen. Eine Einspannstation für Stickmaschine verbessert die Platzierungskonstanz und schont Hände/Handgelenke.
- Nein: Manuelles Messen/Markieren ist ok.
Warning: Mechanische Sicherheit. Beim ersten Probestick eines neuen Radial-Designs moderat starten (600–700 SPM). Beobachte besonders das Zentrum. Bei zu hoher Dichte kann die Nadel abgelenkt werden. Beim ersten Lauf nicht direkt „über“ der Maschine stehen.
Vorbereitung
Was du vorbereitest, bevor du „für echt“ digitalisierst
Radial Fill ist trügerisch einfach. Damit die Datei in der Praxis funktioniert, arbeite diese Punkte ab.
Vorbereitung-Checkliste (am Abschnittsende)
- Form geschlossen: Objekt ist wirklich geschlossen (Kreis/Oval). Offene Formen können Radial Fill nicht sauber berechnen.
- Stichart: Tatami oder Satin ist aktiv (vor dem Effekt prüfen).
- Größenrealität: Mindestens ca. 2 cm Breite (zu klein = gefährlicher Dichte-Knubbel im Zentrum).
- Verbrauchsmaterial: Frische 75/11-Nadel (Ballpoint für Maschenware, Sharp für Webware). Cutaway-Stickvlies verfügbar.
Setup
Software-Setup-Checkpoints (Hatch)
Damit du ohne Frust mitkommst, sollte dein Workspace dem Tutorial entsprechen.
- Toolboxes: Links Digitize und Layout sichtbar/ausgeklappt.
- Docker: Rechts Object Properties und Effects angedockt.
- Ansicht: „Show Stitches“ (Shortcut
S) und „Show Needle Points“ (Shortcut.) aktivieren, um Dichte und Einstiche zu beurteilen.
Setup-Checkliste (am Abschnittsende)
- Panel sichtbar: Effects-Panel ist offen; Radial-Fill-Checkbox auffindbar.
- Reshape aktiv: Angle-Lines und Mittelpunkt-„X“ erscheinen beim Bearbeiten.
- Undo sitzt:
Ctrl+Zist dein Rettungsanker bei missglückten Angle-Edits.
Ablauf
Ablauf = dein reproduzierbarer Workflow
Wenn du Richtung Produktion gehst, halte dich an diesen Loop.
- Basis digitalisieren: Form erstellen, richtige Stichart wählen.
- Effekt aktivieren: Radial Fill einschalten.
- Mittelpunkt setzen: „X“ für Lichtquelle/Flussrichtung positionieren.
- Einspannen: Material laden. Bei Einspannstation für Stickmaschine: Grid/Referenzlinien prüfen.
- Trace: Am Stickkopf abfahren lassen, damit ein Outside-Center-Setup nicht an Grenzen stößt.
- Sticken: Probestick laufen lassen.
Ablauf-Checkliste (am Abschnittsende)
- Fluss stimmt: Strahlt/läuft die Stichrichtung wie geplant?
- Speichen sauber: Nach Break Apart sind keine gelben Angle-Lines gekreuzt.
- Versionierung: Datei vor destruktiven Schritten wie Break Apart als „Design_Radial_v1“ sichern.
Qualitätskontrollen
On-Screen-Checks (bevor du überhaupt stickst)
- Dichte-Check: Ins Zentrum zoomen. Ist es ein „voller Blob“? Dann in den Einstellungen z. B. „Hole Size“ erhöhen oder Dichte reduzieren, um Nadelbruch zu vermeiden.
- Fluss-Logik: Ergibt die Lichtwirkung Sinn (z. B. alle Blätter zum Zentrum)?
Praxis-Checks (beim Probestick)
- Wellen/Pucker: Mit der Hand über die Stickerei fahren. Sie sollte flach liegen. Wenn es wellt, war das Einspannen zu locker oder die Stabilisierung zu schwach.
- Rahmenabdrücke: Rund um das Motiv auf glänzende/gedrückte Ringe achten.
- Upgrade-Pfad: Wenn du bei empfindlichen Textilien ständig Rahmenabdrücke bekämpfst, helfen oft Magnetrahmen Anleitung-Guides/Produkte, weil Magnetrahmen flächiger klemmen und die Oberflächenstruktur eher erhalten.
Troubleshooting
Problem: Angle-Lines kreuzen sich nach Break Apart
Symptom: Die Füllung wirkt gezackt/chaotisch oder hat Lücken. Das Maschinenlaufgeräusch kann unruhig werden. Wahrscheinliche Ursache: Eine Speiche wurde beim Reshape über die Nachbarlinie gezogen.
Problem: „Was ist passiert? Meine neue Form sieht sofort falsch aus.“
Symptom: Du zeichnest ein einfaches Objekt, aber es bekommt direkt eine verzerrte Radial-Optik. Wahrscheinliche Ursache: Hatch übernimmt Eigenschaften des zuletzt bearbeiteten Objekts.
Problem: Digitize-Toolbox nicht auffindbar
Symptom: Links fehlen Werkzeuge oder die Sidebar wirkt „leer“. Wahrscheinliche Ursache: Du bist in einem anderen Workspace/Modus oder Toolbars/Docker sind ausgeblendet.
Ergebnis
Du beherrschst jetzt Radial Fill in Wilcom Hatch: Du kannst eine flache Tatami-Fläche in eine 3D-Kugelwirkung verwandeln oder den Mittelpunkt nach außen ziehen, um fließende, organische Texturen (z. B. Blütenblätter) zu erzeugen.
Die letzten 1 % in der Praxis: Der Unterschied zwischen „selbstgemacht“ und „boutique“ ist oft nicht die Datei, sondern die Ausführung. Radial-Designs verlangen saubere Spannung und Stabilität.
- Passendes Stickvlies (Cutaway für Maschenware).
- Passende Nadel (frisch, 75/11).
- Passende Einspann-Tools. Wenn du ernsthaft effizient produzieren willst, bringt eine Einspannstation für Stickmaschinen in Kombination mit Magnetrahmen die mechanische Konstanz, um richtungsbedingte Zugkräfte zu kontrollieren, ohne das Kleidungsstück zu ruinieren.
Beherrsche die Software – aber respektiere die Physik des Materials. Happy stitching
