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Realistische Lippen zu digitalisieren ist so eine Aufgabe, die auf dem Bildschirm „einfach“ aussieht – bis man sie wirklich stickt. In der Software ist es nur eine rote Form. Auf der Maschine wird daraus aber schnell ein Problem: harte Kanten wie umrandet, Fehlstiche weil der Stoff nachgibt, oder ein Mund, der wie ein steifer Reißverschluss ins Gesicht genäht wirkt.
Die gute Nachricht: Der Ablauf in dieser TES-Lektion ist handwerklich sauber. Er basiert auf einem Prinzip, das Hobby-Ergebnisse klar von professioneller Portrait-Stickerei trennt: konsequente Column-Richtung + kontrollierte Überlappung – damit sich Fadenlagen physisch auf der Maschine miteinander verblenden.
Unten findest du den Prozess aus dem Video als klaren, wiederholbaren Workflow – mit den entscheidenden „Warum“-Erklärungen, damit du nicht nur klickst, sondern die Stichwirkung verstehst.

Keine Panik: In TES sind realistische Lippen meist ein Ansichts-Problem (kein Talent-Problem)
Wenn Lippen nicht sauber werden, liegt es selten daran, dass du „nicht digitalisieren kannst“. Meist ist die Ansicht schlicht zu unruhig: Vektorlinien, Hintergrundbild und Stichvorschau überlagern sich – und du setzt Punkte nach Gefühl statt nach Kante.
Im Video räumt der Trainer die Arbeitsfläche sofort mit TES-Shortcuts auf. Das ist keine Geschmackssache, sondern die Grundlage für präzise Punktsetzung:
- S blendet vorhandene Stiche aus (weniger „Faden-Gewusel“).
- W aktiviert Wire Mode (entscheidend, um die Struktur/„Skelett“-Linien klar zu sehen).
- B schaltet das Hintergrundbild ein/aus.
- Danach Rechtsklick-Zoom, um eng in den Mundbereich zu gehen.
Diese Reihenfolge ist wichtig, weil Lippen klein, stark gekrümmt und voller subtiler Tonwertwechsel sind. Wenn du die Kante und die „Leiter“ deiner Columns nicht sauber erkennst, überpunktest du zwangsläufig.
Praxis-Check: Achte beim starken Zoom auf „Pixel-Fussel“. Wenn du anfängst, einzelne Pixel des Referenzbilds nachzuzeichnen, zoome wieder etwas raus. Du willst die Form erfassen – nicht Bildartefakte.


Die „unsichtbare“ Vorbereitung, bevor du in TES überhaupt den ersten Column-Punkt setzt
Bevor du digitalisierst, triffst du eine physische Entscheidung. Software-Einstellungen existieren nicht im luftleeren Raum – sie reagieren später auf Stoff, Zug, Reibung und Schwerkraft.
Entscheide, worauf du optimierst:
- Sauberes Stickbild aus normaler Betrachtungsdistanz (das sieht der Kunde – meist auf Armlänge).
- Nicht das perfekte Nachzeichnen jedes winzigen Vektor-Schnipsels (das siehst nur du bei 800% Zoom).
Und plane deinen Test realistisch: Wenn du auf Kleidung stickst (Hoodies, Jacken), entscheidet deine Kombination aus Stabilisierung und Einspannen darüber, ob die feinen Lippen-Übergänge sauber bleiben oder auseinanderlaufen.
Wenn dein Workflow das Einspannen von Kleidung umfasst, ist eine stabile, wiederholbare Einrichtung wichtiger, als viele zugeben. In Shops wird dafür oft eine Station wie eine hoop master Einspannstation genutzt, damit Stoff rechtwinklig liegt und das Vlies nicht wandert. Rutscht das Vlies nur 1 mm, landet dein Highlight plötzlich „auf der Wange“.
Vorbereitungs-Checkliste (BEVOR du Punkte setzt):
- Ansicht: Bist du wirklich im Wire Mode? Sind die Struktur-Linien klar?
- Größe: Miss die Mundbreite. Liegt sie unter 15 mm, vereinfache den Plan (Highlights ggf. weglassen).
- Material: Hast du das passende Stickvlies? (Cutaway für Maschenware, Tearaway eher für stabile Ware wie Caps/kräftigen Denim).
- Detail-Strategie: Definiere deine Mindest-Detailgröße. Ist ein Element „kleiner als ein Reiskorn“, wird es meist nicht sauber.
- Überlappung: Plane, wo Ober- und Unterlippe sich treffen. Du brauchst eine Überlappung (typisch mindestens 0,5 mm), damit keine Lücke entsteht.

Farbwechsel in TES: Erst Platzhalterfarbe für Sichtbarkeit – Palette später finalisieren
Der Trainer startet die Oberlippe mit einem Color Change:
- Rechtsklick → Other → Color Change
- Er wählt bewusst eine temporäre Farbe „nur zur Sichtbarkeit“ und sagt, dass er die richtige Farbe später auswählt.
Das ist eine professionelle Gewohnheit: Beim Aufbau realistischer Details brauchst du zuerst visuelle Trennung der Bereiche – nicht sofort die perfekte Garnnuance.
Praxis-Tipp: Nutze beim Digitalisieren ruhig extrem kontrastreiche Platzhalterfarben. Das reduziert Augenstress und verhindert, dass du dir „schönredest“, wo die Stiche wirklich liegen. Wenn es in einer knalligen Farbe sauber aussieht, wirkt es später in der richtigen Lippenfarbe umso besser.

Oberlippe mit TES Column Tool: „Leiter“ aufbauen – dann die Kante für die Verblendung bewusst überwerfen
Jetzt kommt die Kerntechnik:
- Rechtsklick → Fill → Column
- Die Oberlippe wird digitalisiert, indem du von einer Seite zur anderen klickst – wiederholt – sodass die Column-„Leiter“ über die Lippe entsteht.
Dieses Side-to-Side-Klicken definiert direkt den Stichwinkel. Bei Lippen soll der Faden die Form „umrunden“, nicht wie ein flacher Aufkleber wirken. Der Trainer betont dabei einen entscheidenden Move:
- An der unteren Kante der Oberlippe setzt er Punkte leicht über die Kontur hinaus (Overthrow).
- Grund: Dort trifft später eine andere Farbe/Fläche. Die Überlappung sorgt dafür, dass die Bereiche im Stickbild weich ineinanderlaufen.
Denk an Farbe: Treffen zwei Farben ohne Überlappung aufeinander, entsteht eine harte Naht oder eine Lücke (Stoff blitzt durch). Eine kleine Überlappung macht den Übergang weich – bei Faden ist es genauso.
Erwartetes Ergebnis: Am Bildschirm siehst du eine gleichmäßige, ruhige Leiter. In der Praxis bedeutet das: Die Maschine läuft in einem gleichmäßigen Rhythmus. Wenn die „Sprossen“ chaotisch sind oder sich kreuzen, wird der Lauf unruhig und Fadenrisse werden wahrscheinlicher.


Warnung: Sicherheit & Maschinenbelastung
Column-Stiche bauen naturgemäß Dichte auf. Wenn du zwei dichte Columns überlappst (Overthrow), entsteht eine dicke Zone.
* Risiko: Zu aggressive Überlappung (mehrere Fadenlagen übereinander) plus hohe Geschwindigkeit (1000+ SPM) kann Nadelablenkung begünstigen – die Nadel wird in dichten Bereichen seitlich gedrückt und kann die Stichplatte treffen.
* Praxis-Fix: Überlappung moderat halten (0,5–1 mm). Für dichte Portraitbereiche den ersten Testlauf eher bei 600–700 SPM starten.
Mundinnenraum: Gute Digitalisierer wissen, was man weglässt (weil Faden eine Mindestgröße hat)
Im Video stößt der Trainer auf kleine Vektor-Teile am unteren Mundbereich und entscheidet:
- Er ignoriert diese Mini-Formen, weil sie „zu klein für Stickerei“ sind.
Das ist nicht Faulheit, sondern Physik. Stickgarn hat eine reale Dicke (bei Standard 40 wt grob um 0,4 mm als Größenordnung).
Wenn du versuchst, viele Stiche in extrem wenig Platz zu pressen, entsteht ein „Fadenknubbel“.
- Knubbel sehen aus wie Knoten.
- Harte Verdickungen erhöhen die Belastung (bis hin zu Nadelproblemen).
- Optisch zerstören sie die glatte Lippen-Textur.
Die Troubleshooting-Aussage aus dem Video ist schlicht und richtig:
- Problem: Element zu klein.
- Ursache: Winzige Vektor-Artefakte aus dem Trace.
- Lösung: Weglassen/überspringen. Wenn es die Lippenform nicht besser erzählt, gehört es nicht in die Stickdatei.

Unterlage in TES: „Nur ein bisschen“ ist hier wirklich eine Strategie (vor allem in dunklen Flächen)
Bevor er den dunklen Mundinnenraum digitalisiert, erwähnt der Trainer, er setzt „ein bisschen“ Underlay und arbeitet dann mit Column-Stichen weiter.
Warum das zählt:
- Dunkle Flächen verzeihen keine Lücken – jeder Stoffdurchschein fällt sofort auf.
- Eine leichte Unterlage schafft ein Fundament, damit die Deckstiche nicht in den Stoff einsinken.
Praxis-Orientierung: Für Mundinnenräume reicht oft ein leichter „Edge Run“ oder sehr dezenter „Center Run“. Eine schwere „Tatami“-Unterlage kann hier unnötig aufbauen – der Mund wirkt dann schnell „geschwollen“ und steif.

Lippen-Highlights: Column funktioniert nur, wenn du der natürlichen „Faserung“ folgst
Als Nächstes:
- Er setzt einen weiteren Color Change
- nutzt wieder Column für die glänzenden Highlight-Formen
- und platziert die Punkte so, dass sie der vertikalen Kontur der Lippenstruktur folgen, damit es „lebendig“ wirkt.
Hier scheitern viele: Sie zeichnen Highlights als Form – aber der Stichwinkel passt nicht zur Wölbung.
Vorstellungsbild: Lippen haben feine, eher vertikale Linien/Strukturen. Deine Stiche sollten diese Richtung unterstützen.
- Soll das Highlight eine runde, feuchte Oberfläche andeuten, müssen die Stichwinkel die Wölbung mitgehen.
- Zufällige Winkel wirken wie ein „Patch“ – als wäre ein Stück Tape auf den Mund geklebt.


Unterlippe: „New Column“ hält Segmente sauber – und macht die Verblendung berechenbar
Für die Unterlippe:
- Rechtsklick → New Column, um einen neuen, getrennten Abschnitt zu starten.
- Er mappt die Krümmung sorgfältig.
- Die Stichwinkel bleiben auf/ab (vertikal/leicht gekrümmt), passend zur natürlichen Struktur.
Der Nutzen wird im Video klar benannt:
- Weil die Column-Stiche auf/ab laufen, blenden sie auf der Maschine physisch ineinander.
Warum das wirkt: Wenn Ober- und Unterlippe ähnliche Stichrichtungen haben und sich leicht überlappen, „verzahnen“ sich die Fäden optisch. Wenn eine Fläche horizontal und die andere vertikal läuft, stapeln sich die Lagen eher – das wirkt härter.


Praxis-Realität: Deine Digitalisierung kann perfekt sein – und das Einspannen ruiniert trotzdem die Lippen
Auch wenn das Video software-only ist: Realistische Lippen reagieren extrem empfindlich auf Passungsdrift (kleine Verschiebungen zwischen Farbblöcken). In der Praxis kommt Drift oft vom Einspannen und der Stabilisierung – nicht von deinen Punkten.
Das Dilemma mit Rahmenspuren: Für stabile Passung brauchst du festes Einspannen. Klassische Schraubrahmen können aber Rahmenspuren hinterlassen, gerade auf empfindlichen Materialien. Spannst du lockerer, um Spuren zu vermeiden, rutscht der Stoff – und die Lippenfarben trennen sich.
Hier setzen viele Betriebe bei der Prozesssicherheit an: Eine konsistente hooping station-Arbeitsweise reduziert Platzierungsstreuung. Und wenn du mit Rahmenspuren oder Handermüdung durch Schrauben kämpfst, sind Magnetrahmen für Stickmaschine oft der nächste Schritt: gleichmäßiger Druck über den Rahmen, weniger Verzug durch „Verdrehen“ beim Festziehen.
Setup-Checkliste (vor dem Probestick):
- Nadel: 75/11 Ballpoint für Maschenware oder 75/11 Sharp für Webware; eine beschädigte Nadel führt schnell zu Fadenfransen.
- Fadenspannung (Gefühlstest): Ein paar Zentimeter Oberfaden ziehen – gleichmäßig mit spürbarem Widerstand, nicht „schlabberig“.
- Einspannen: Stoff antippen: dumpfer Ton ist gut, trommelfest ist besser. Wenn Wellen sichtbar sind: neu einspannen.
- Geschwindigkeit: Für den ersten Testlauf ca. 600 SPM.
Entscheidungsbaum: Stickvlies für Portrait-Lippen (damit Überlappungen nicht zu Lücken werden)
Nutze das als Startpunkt und passe es an Stoffverhalten und Maschinenhandbuch an.
Szenario A: Stabiler Webstoff (Jeansjacke, Canvas-Tasche)
- Wahl: Medium Tearaway (2-lagig) oder leichtes Cutaway.
- Warum: Der Stoff trägt die Stiche bereits gut.
- Risiko: Geringe Verschiebung.
Szenario B: Maschenware (T-Shirt, Hoodie, Polo)
- Wahl: Cutaway (2.5 oz oder 3.0 oz).
- Warum: Maschenware dehnt. Mit Tearaway kann sich die Perforation lösen – die Lippen ziehen sich oval.
- Risiko: Hohe Verzugstendenz, Stabilität ist Pflicht.
Szenario C: Rutschig/empfindlich (Performance-Wear/Seide)
- Wahl: No-Show Mesh (Cutaway) + leichter Solvy-Topper.
- Warum: Schweres Vlies zeichnet sich ab; Mesh ist unauffälliger bei guter Stabilität.
Wenn du Passungsdrift siehst (Lücken zwischen Lippenlagen):
- Erst: Einspannen/Stabilisierung verbessern (rutscht der Stoff?).
- Dann: Overthrow/Überlappung in der Software um ca. 0,3 mm erhöhen.
Troubleshooting Portrait-Lippen: Symptom → wahrscheinliche Ursache → Fix
Nicht raten – systematisch von „billig“ (physisch) zu „teuer“ (neu digitalisieren) vorgehen.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Quick Fix | Root Fix |
|---|---|---|---|
| Harte Kanten | Keine physische Verblendung der Fäden. | N/A | Software: Overthrow/Überlappung an Farbkanten einplanen. |
| Hubbelig/knubbelig | Zu viel Dichte auf kleinem Raum. | Kleinere Nadel testen (65/9). | Software: Mini-Artefakte löschen; Underlay reduzieren. |
| „Reißverschluss“-Mund | Highlights folgen der Form nicht. | N/A | Software: Column-Winkel so drehen/krümmen, dass sie der Lippenwölbung folgen. |
| Lücken zwischen Farben | Stoff wandert (Flagging). | Fester einspannen; Vlies prüfen. | Software: Pull Compensation (+0.2 mm) ergänzen. |
| Rahmenspuren | Rahmen zu fest/abrasiv. | Dämpfen/„Magic Spray“. | Hardware: Umstieg auf Magnetrahmen-Systeme. |
Warnung: Magnet-Sicherheit
Wenn du auf Magnetrahmen umsteigst, behandle sie wie Industrie-Magnete.
* Quetschgefahr: Starke Magnete können plötzlich zuschnappen und Haut stark einklemmen. Finger aus den Kontaktflächen halten.
* Medizinische Geräte: Starke Magnete von Herzschrittmachern und implantierten Geräten fernhalten.
* Handling: Magnete seitlich abschieben, nicht gerade nach oben abhebeln.
„Früh speichern“: Verlier keinen guten Mund-Aufbau
Am Ende speichert der Trainer über das File-Menü.
Das ist kein Lückenfüller: Portrait-Digitalisierung ist punktlastig. Ein Absturz kann dir 30 Minuten Winkelarbeit löschen. Gewöhn dir an: Strg+S nach jedem Segment (Oberlippe > Speichern > Unterlippe > Speichern).


Upgrade-Pfad: Wenn diese Lippen-Methode Geld verdient, entferne die Engpässe
Wenn du Lippen sauber verblenden kannst, ist der nächste Engpass selten die Software – sondern Wiederholbarkeit in der Produktion.
Diese Entwicklung sehe ich in echten Shops immer wieder:
- Hobby-Tempo (1 Teil): Du kannst beim Einspannen „babysitten“, manuell nachjustieren und 15 Minuten pro Shirt brauchen.
- Kleinserie (10–30 Teile): Konsistenz wird zum Limit. Mit Müdigkeit schwankt die Spannung – Shirt #20 sieht schlechter aus als Shirt #1.
- Produktion (50+ Teile): Zeit pro Einspannen und Operator-Fatigue bestimmen den Profit.
Wenn du regelmäßig Kleidung einspannst, ist die Suche nach Magnetrahmen Anleitung oft der Einstieg in effizientere, reproduzierbare Abläufe. Solche Systeme machen aus „Schrauben–Nachziehen–Schrauben“ eher ein schnelles, gleichmäßiges Klemmen.
Außerdem: Wenn du bei dichten Portrait-Designs auf einer Ein-Nadel-Haushaltsmaschine ständig Fadenrisse hast, kann Portraitarbeit auf Mehrnadelstickmaschinen stabiler laufen – wegen ruhigerer Stichbildung und effizienterem Farbworkflow. (Das Video nennt hier beispielhaft „SEWTECH series“.)
Ablauf-Checkliste (während des Stickens):
- Layer 1 beobachten: Beim ersten Farbblock prüfen, ob die Überlappungszonen dort landen, wo du sie geplant hast.
- Hinhören: Bei einem harten SNAP oder CRUNCH sofort stoppen – oft bildet sich ein Nest unter der Stichplatte.
- Nicht „jagen“: Mikrolücken nicht mit Mini-Patches flicken. Für den nächsten Lauf Stabilität/Vlies/Einspannen verbessern.
- Hilfsmittel griffbereit: Temporärer Sprühkleber (Vlies auf Stoff fixieren) und wasserlöslicher Markierstift (Mitte markieren) sparen Zeit.
Wenn du deine TES-Dateien mit sauberer Column-Richtung, klugen Überlappungen und konsequenter Vereinfachung wie in diesem Tutorial aufbaust, bekommst du Lippen, die wie Faden-Realismus wirken – nicht wie ein aufgenähter Sticker.
FAQ
- Q: Wie stelle ich in TES die Ansichtsmodi ein, um realistische Lippen zu digitalisieren, ohne die Kanten zu überpunkten?
A: Nutze zuerst TES Wire Mode und blende Stiche aus, dann zoome – die meisten „Lippen-Digitalisier“-Fehler starten als Sichtbarkeitsproblem am Bildschirm.- Drücke S zum Ausblenden der Stiche, W für Wire Mode, und schalte mit B das Hintergrundbild ein/aus.
- Zoome per Rechtsklick in den Mundbereich, aber zoome wieder etwas raus, wenn du anfängst, einzelne Pixel („Pixel-Fussel“) nachzuzeichnen.
- Vereinfache den Plan, wenn die Mundbreite unter 15 mm liegt (oft kleine Highlights weglassen).
- Erfolgscheck: Kontur und „Leiter“-Struktur sind klar sichtbar, und die Punktsetzung fühlt sich ruhig statt „erraten“ an.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Reduziere visuelles Chaos zusätzlich, indem du vorübergehend stark kontrastierende Platzhalterfarben nutzt.
- Q: Wie verhindere ich bei TES Column Stitch Lücken zwischen Oberlippe und Unterlippe, wenn zwei Farben aufeinandertreffen?
A: Setze eine kontrollierte Überlappung („Overthrow“) an der Farbkante – starte mit 0,5–1,0 mm und halte die Column-Richtung konsistent.- Digitalisiere die Oberlippe als saubere Side-to-Side-Column-„Leiter“ und setze die Punkte an der unteren Kante leicht über die Kontur hinaus.
- Halte die Unterlippen-Columns auf/ab (vertikal/leicht gekrümmt), damit die Lagen physisch ineinanderblenden.
- Erhöhe die Überlappung um ca. 0,3 mm, wenn trotz sauberem Einspannen noch eine Lücke sichtbar bleibt.
- Erfolgscheck: Nach dem Stickbild wirkt der Übergang weich – ohne Stoffdurchschein-Naht.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Erst Stoffwanderung beheben (Einspannen + Stickvlies), dann bei Bedarf Pull Compensation (+0.2 mm) ergänzen.
- Q: Sollten bei Portrait-Lippen in TES winzige getracte Vektor-Teile im Mund digitalisiert werden, und wie vermeide ich Fadennester?
A: Lass winzige Vektor-Artefakte weg – Faden hat eine Mindestgröße, und Stiche in Mikroformen erzeugen oft Nester und Knubbel.- Lösche/ignoriere Formen, die „kleiner als ein Reiskorn“ sind, besonders im Mundinnenraum.
- Halte den Innenraum simpel und dunkel; eine saubere Fläche ist wichtiger als Mini-Details.
- Vermeide es, viele Stiche in ~1 mm Bereiche zu pressen, in denen sich Faden physisch nicht sauber trennen kann.
- Erfolgscheck: Die Innenraumstiche liegen glatt (nicht verknotet), und die Maschine läuft ohne plötzliche harte Verdickungen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Dichte reduzieren (noch stärker vereinfachen) und für knubbelige Zonen eine kleinere Nadel (z. B. 65/9) testen.
- Q: Welche Unterlage ist in TES ein sicherer Startpunkt für den dunklen Mundinnenraum, damit er nicht geschwollen oder steif wirkt?
A: Nutze für Mundinnenräume wirklich nur „ein bisschen“ Unterlage – oft reicht ein Edge Run oder ein sehr leichter Center Run.- Wähle eine leichte Unterlage vor den Column-Stichen, damit die Deckstiche nicht einsinken und in dunklen Bereichen kein Stoff durchscheint.
- Vermeide schwere Tatami-Unterlage an dieser Stelle, weil sie unnötig aufbaut und den Mund „erhaben“ wirken lässt.
- Sticke den ersten Testlauf langsamer, um zu sehen, wie der Stoff die Fläche trägt.
- Erfolgscheck: Der dunkle Bereich wirkt geschlossen, ohne „puffy“ Abzeichen-Kante.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Erst Stickvlies und Einspannstabilität prüfen, bevor du mehr Unterlage hinzufügst.
- Q: Welche praktischen Maschinen-Checks helfen bei dichten Portrait-Lippen (Nadel, Spannungsgefühl, Einspannfestigkeit, Geschwindigkeit)?
A: Starte mit passender Nadel, prüfe die Spannung per Gefühl, spanne stabil ein und begrenze den ersten Testlauf auf 600 SPM.- Setze 75/11 Ballpoint für Maschenware oder 75/11 Sharp für Webware ein; bei Fadenfransen Nadel sofort tauschen.
- Ziehe ein paar Zentimeter Oberfaden: Er sollte sich wie Zahnseide anfühlen – glatt, aber mit Widerstand (nicht „floppy“).
- Tippe den eingespannten Stoff an: dumpfer Ton ist gut, trommelfest ist besser; bei Wellen neu einspannen.
- Stelle für den ersten Lauf ca. 600 SPM ein, besonders bei dichten Überlappungen.
- Erfolgscheck: gleichmäßige Stichbildung, rhythmischer Lauf, kein Schreddern/Schlaufen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Stoppen, auf Fadennest unter der Stichplatte prüfen und kontrollieren, ob das Vlies nicht rutscht.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen helfen gegen Nadelablenkung, wenn ich dichte Column-Stiche für realistische Lippen überlappe?
A: Überlappung moderat halten und langsamer starten – aggressive Überlappung plus hohe Geschwindigkeit kann Nadeln ablenken und die Stichplatte beschädigen.- Begrenze Overthrow/Überlappung auf ca. 0,5–1,0 mm, statt dicke Lagen zu stapeln.
- Starte den ersten Test bei 600–700 SPM statt Maximaltempo (1000+ SPM) in dichten Portraitzonen.
- Bei einem harten SNAP oder CRUNCH sofort stoppen; das deutet oft auf Nesting oder einen Treffer hin.
- Erfolgscheck: Die Maschine läuft durch Überlappungszonen ohne harte Schläge oder Nadelkontakt.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Dichte reduzieren (Segmente vereinfachen) und keine zusätzlichen Patch-Stiche setzen, nur um Mikrolücken zu „jagen“.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Umstieg auf Magnetrahmen für empfindliche Kleidung?
A: Behandle Magnetrahmen als Industrie-Magnete – Quetschgefahr vermeiden und Abstand zu medizinischen Implantaten halten.- Finger aus den Kontaktflächen halten; Magnete können plötzlich zuschnappen und stark einklemmen.
- Starke Magnete von Herzschrittmachern und implantierten medizinischen Geräten fernhalten.
- Magnete seitlich abschieben statt gerade nach oben abzuhebeln.
- Erfolgscheck: Magnete sitzen gleichmäßig, ohne plötzliches Zuschnappen, und das Öffnen/Schließen ist für den Bediener sicher.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Handling verlangsamen und die Bewegung gezielt trainieren, bevor Magnetrahmen in der Produktion eingesetzt werden.
- Q: Wenn realistische Lippen Stickerei Passungsdrift oder Rahmenspuren auf Kleidung zeigt: Wie sieht der Upgrade-Pfad Schritt für Schritt aus?
A: Erst Stabilität und Prozess kontrollieren, dann Magnetrahmen für gleichmäßigen Druck erwägen – und erst bei echten Produktionsengpässen über Mehrnadeltechnik nachdenken.- Level 1 (Technik): Einspannen standardisieren, Stickvlies zum Stoff passend wählen (Cutaway für Maschenware) und Überlappung/Pull Compensation erst nach stabiler Basis feinjustieren.
- Level 2 (Tooling): Von Schraubrahmen auf Magnetrahmen wechseln, um Rahmenspuren und Operator-Fatigue zu reduzieren – bei gleichzeitig gleichmäßigem Halt.
- Level 3 (Produktion): Wenn dichte Portraitarbeit auf einer Ein-Nadel-Maschine ständig Fadenrisse erzeugt oder den Durchsatz bremst, kann eine Mehrnadel-Plattform die Stichlage stabilisieren und Farbwechsel beschleunigen.
- Erfolgscheck: Farblagen bleiben über mehrere Teile deckungsgleich, und Teil #20 entspricht Teil #1.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Einspannprozess station-basiert standardisieren und erneut bei 600 SPM testen, bevor du die Datei wieder anfasst.
