Table of Contents
- Primer: Was wird verglichen – und warum?
- Vorbereitung: Design, Material & Rahmen
- Setup: Einstellungen für einen fairen Vergleich
- Ablauf: Schritt für Schritt mit Zeitmessung
- Qualitätskontrolle: Zwischenstände prüfen
- Ergebnisse & Übergabe: Zeiten, Nutzen, Konsequenzen
- Troubleshooting & Aus der Community
1 Primer: Was wird verglichen – und warum?
1.1 Ziel des Experiments
Ein und dasselbe komplexe, mehrfarbige Motiv wird zweimal gestickt: einmal auf der Ricoma EM-1010 (Mehrnadel), einmal auf der Brother PE-800 (Einnadel). Ziel ist es, die reine Produktionszeit des Stickvorgangs unter identischen Bedingungen zu messen – insbesondere, wie stark automatische Farbwechsel gegenüber manuellen Wechseln ins Gewicht fallen.

1.2 Rahmenbedingungen für Fairness
Beide Maschinen laufen mit 650 Stichen/Minute. Damit wird die oft gehörte Aussage neutralisiert, dass Mehrnadelmaschinen nur wegen höherer Geschwindigkeit schneller seien; hier zählt vor allem der Unterschied beim Handling der Farbwechsel. Es wird auf Restfaktoren geachtet: Bei der Ricoma gab es eine kurze Bobbin-Pause, die auch im Timer berücksichtigt wurde; bei der Brother wurde eine neue Spule vorab eingesetzt.
1.3 Wann diese Erkenntnisse dir helfen
- Wenn du viele mehrfarbige Motive stickst und entscheiden willst, ob sich eine Mehrnadelmaschine lohnt.
- Wenn du deine Einnadel-Abläufe optimieren möchtest, um Zeit zu sparen.
- Wenn du Aufträge planst und realistische Durchlaufzeiten brauchst.
Achtung: Die gemessene Zeit enthält bei der Brother PE-800 nicht das Trimmen der Sprungstiche – das musst du in der Praxis dazurechnen, wenn du die echte „vom Auftrag bis zum Abgeben“-Zeit abschätzen willst.
2 Vorbereitung: Design, Material & Rahmen
2.1 Dateien & Farben organisieren
Das „Chase“-Motiv wird auf USB-Sticks für beide Maschinen bereitgestellt. Neun Garnfarben werden griffbereit organisiert. Diese Vorarbeit klingt banal, verhindert aber Suchzeiten mitten im Stickprozess. In der Praxis profitierst du besonders auf Einnadelmaschinen davon, wenn alle Spulen sauber ausgerichtet neben der Maschine liegen.
2.2 Stoff & Einspannen
Für beide Durchgänge wurde ein Probestück Stoff sauber eingespannt. Auf der Ricoma kam ein 8×9-Rahmen zum Einsatz; das Motiv entspricht der Größe, die in einen 5×7-Rahmen passt – identische Stichzahl, identischer Flächenbedarf.

In Situationen mit dickerem, rutschigem Material kann ein magnetischer Rahmen den Workflow deutlich stabilisieren, denn ein gut haftender Rahmen reduziert das Nachspannen während des Stickens mit spürbarem Zeitgewinn, besonders im Zusammenspiel mit einem mighty hoop Magnetrahmen 8x9.
2.3 Werkzeuge bereitlegen
- Schere für Sprungstiche (insbesondere für den PE-800-Durchgang)
- Telefon mit Stoppuhr
- Optional: Kamera/Beleuchtung, wenn du dokumentierst
Profi-Tipp: Wenn du regelmäßig gleiche Produkte stickst, lohnt sich die konsequente Nutzung einer hoop master Einspannstation, damit Positionen reproduzierbar und ohne erneutes Messen sitzen.
2.4 Kurzcheck – Startklar?
- USB-Stick mit Design eingesteckt
- Neun Farben bereit bzw. auf der Ricoma vorgeladen
- Bobbin kontrolliert/erneuert
- Rahmen fest und plan, Stoff glatt
3 Setup: Einstellungen für einen fairen Vergleich
3.1 Geschwindigkeit synchronisieren
Beide Maschinen werden auf 650 Stiche/Minute eingestellt. Das ist die dokumentierte Einstellung am Ricoma-Panel, um die Brother-Obergrenze fair zu spiegeln.

Warum das wichtig ist: So entkoppelst du die Frage „Maschine A kann schneller laufen“ von der Frage „Welche Arbeitsabläufe sparen Zeit?“ – hier im Fokus: automatische vs. manuelle Farbwechsel.
3.2 Farben vorbereiten
Ricoma: alle neun Farben vorgeladen – das ist der Kernvorteil der Mehrnadel. Brother: Garnspulen stehen seitlich sortiert; erstes Garn (braun) wird vor dem Start eingefädelt.

Praxisnutzen: Automatische Farbwechsel eliminieren Fingerspitzenarbeit; Einnadel-Workflows profitieren von konsequenter Vorbereitung der Garnreihenfolge – Etiketten an Spulen sparen Suchzeit, besonders wenn du mit spezifischen Rahmen wie einem Magnetrahmen 5x7 für brother arbeitest.
3.3 Entscheidungshilfe – welcher Rahmen?
- Flach, mittelschwerer Stoff: Standardrahmen genügen meist.
- Rutschiges oder dickes Material: Magnet- oder Klemmlösungen erleichtern das Handling.
- Wenn du mit der Brother PE-800 arbeitest und häufig 5×7 nutzt: Ein passender magnetischer Rahmen wie der Magnetrahmen für brother pe800 kann das Einspannen beschleunigen und Nachjustieren minimieren.
3.4 Setup-Checkliste
- Ricoma: Anzeige 650 SPM bestätigt; alle 9 Farben geladen
- Brother: 650 SPM gesetzt; erstes Garn eingefädelt; Spule neu
- Timer erreichbar positioniert
4 Ablauf: Schritt für Schritt mit Zeitmessung
4.1 Ricoma EM-1010 – automatisiert durch neun Farben
- Stoff im 8×9-Rahmen eingespannt, Maschine auf 650 SPM.

- Timer und Maschine gleichzeitig starten.
- Lauf beobachten; ein kurzer Stopp für Bobbin-Wechsel wird zeitlich sauber mitgestoppt.
- Ergebnis: 49 Minuten 31 Sekunden für 27.205 Stiche.


Erwartetes Zwischenresultat: Bereits nach wenigen Minuten sind die ersten Farbflächen geschlossen; Übergänge sind sauber, weil die Maschine die neun Farben automatisch sequenziert.
Achtung: Fadenrisse erhöhen den Zeitbedarf – bei 650 SPM traten keine auf; bei 800–900 SPM können sie laut Erfahrung häufiger sein.
4.2 Brother PE-800 – manuelle Farbwechsel, gleiche Geschwindigkeit
- Stoff in 5×7 eingespannt; Garnspulen in Reihenfolge griffbereit.

- Erstes Garn (braun) einfädeln, Fuß senken, Timer starten.


- Für jeden Farbwechsel: Maschine stoppen, einfädeln, fortsetzen. Sprungstiche später trimmen (nicht in der Laufzeit enthalten).


- Ergebnis: 1 Stunde, 4 Minuten, 37 Sekunden – plus nachgelagertes Trimmen der Sprungstiche.

Erwartetes Zwischenresultat: Die Gesamtzeit verteilt sich klar auf zwei Komponenten – reine Stichzeit (identisch) und manuelle Eingriffe (Einfädeln, ggf. Garnsuche). Das erklärt die Differenz von etwa 15 Minuten im Vergleich zur Ricoma.
Profi-Tipp: Plane Farbfolgen so, dass benachbarte Bereiche möglichst mit derselben Farbe zusammengefasst sind; bei Einnadel reduziert das die Zahl der Wechsel spürbar, besonders in Kombination mit einem gut haftenden mighty hoop Magnetrahmen.
4.3 Kommentare berücksichtigen – was fließt in die Praxis ein?
Ein Community-Hinweis: Rechnet man das Ersteinfädeln beider Maschinen vollständig ein, relativiert sich der Vorteil in einem Einzelprojekt. Über mehrere Aufträge addieren sich die Einsparungen der Mehrnadel jedoch massiv, weil du die Farben nicht jedes Mal neu einfädeln musst.
4.4 Ablauf-Checkliste
- Timer synchron mit Maschinenstart betätigt
- Bobbin-Wechsel sauber gestoppt/fortgesetzt
- Brother: alle Farbwechsel ohne Hektik durchgeführt
- Nachlauf: Sprungstiche am Brother-Stück noch trimmen einplanen
5 Qualitätskontrolle: Zwischenstände prüfen
5.1 Sichtprüfung während des Laufs
- Flächenfüllungen: gleichmäßige Deckung, keine Lücken
- Konturen: sauber, ohne Versatz
- Farbgrenzen: klar, ohne Überlagerung
Kurzcheck: Wenn ein Bereich nach dem Farbwechsel minimal versetzt wirkt, kontrolliere das Einspannen – ein magnetischer Rahmen mit passender Auflage, etwa ein Mighty Hoop 8x9 Magnetrahmen, kann das Risiko von Mikroverschiebungen reduzieren.
5.2 Nach dem Sticken
- Ricoma-Stück: Endergebnis fertig aus dem Rahmen nehmen und Fadenspannung visuell prüfen.

- Brother-Stück: Sprungstiche konsequent trimmen; erst danach beurteilen, ob Linienführung über die gesamte Figur konsistent ist.
Achtung: Eine Frage aus der Community betraf vermeintliche Unterschiede im Stitch-Out. Konkrete Abweichungen wurden nicht bestätigt; sollte dir etwas auffallen, vergleiche zuerst Fadenspannungen, Garnsorten und die Stabilität des Einspannens.
6 Ergebnisse & Übergabe: Zeiten, Nutzen, Konsequenzen
6.1 Zahlen auf einen Blick
- Ricoma EM-1010: 49:31 Minuten (ein Bobbin-Stopp mitgestoppt)
- Brother PE-800: 1:04:37 Stunden (Sprungstiche noch zu trimmen)
- Zeitersparnis: ca. 15 Minuten (plus Trimm-Zeit beim Brother)
Diese Differenz stammt nicht aus der Stichgeschwindigkeit (identisch), sondern klar aus den Arbeitsabläufen – automatische Farbwechsel und weniger „Babysitting“ gegen manuelle Eingriffe.
6.2 Was bedeutet das für deinen Alltag?
- Bei vielen mehrfarbigen Motiven pro Tag summieren sich 15 Minuten pro Stück schnell: Eine Community-Rechnung zeigt, dass sich das auf bis zu zwei Stunden pro 8-Stunden-Tag und bis zu zehn Stunden pro 40-Stunden-Woche addieren kann.
- Parallelisierung: Während die Mehrnadel näht, kannst du zuschneiden, vorbereiten, verpacken – echte Durchsatzgewinne.
- Einzelprojekt vs. Serien: Wer nur gelegentlich mehrfarbig stickt, kann mit einer Einnadel gut fahren; wer Serien oder regelmäßig viele Farben nutzt, profitiert auf der Mehrnadel stark.
Profi-Tipp: Auf Einnadelmaschinen holst du viel über Organisation heraus: Farbpaletten sinnvoll sortieren, Einspannen standardisieren, und – wo passend – magnetische Rahmen einsetzen, z. B. Mighty Hoop Magnetrahmen für brother pe800.
6.3 Kosten- und Flottenüberlegungen
Ein Community-Beitrag argumentiert: Mehrere Einnadelmaschinen parallel können – je nach Budget – einen höheren Stückausstoß liefern. Die Gegenposition aus der Praxis: Mehrnadeln reduzieren Beaufsichtigungszeit drastisch, lassen höhere Stichgeschwindigkeiten zu (wenn nicht gedeckelt wie im Test) und bieten mehr Zubehör/Hoop-Optionen, etwa wenn später Sonderteile (Kappen, Schuhe, Gürtel) geplant sind.
Merke: Die „richtige“ Entscheidung hängt von deinen Motiven, Materialien, Auftragsarten und vom verfügbaren Arbeitsaufwand zwischen den Farbwechseln ab – nicht allein vom Maschinenpreis.
7 Troubleshooting & Aus der Community
7.1 Typische Symptome → Ursachen → Lösungen
- Symptom: Unsaubere Kanten nach Farbwechseln
→ Ursache: Stoff verschiebt sich minimal beim Einspannen → Lösung: Stabileres Einspannen, ggf. Magnet-/Klemmrahmen in Betracht ziehen, z. B. ein Magnetrahmen für Stickmaschine passend zum Modell.
- Symptom: Unerwartete Mehrzeit beim Brother-Durchgang
→ Ursache: Garnsuche, Hektik beim Einfädeln, unklare Reihenfolge → Lösung: Spulen vorab sortieren und beschriften; Farbfolge im Display/Notiz fixieren; Einfädelroutine üben.
- Symptom: Viele Sprungstiche am Ende
→ Ursache: Designbedingt; PE-800 schneidet nicht automatisch wie eine Mehrnadel mit aktivem Trimmen → Lösung: Trimmzeit realistisch einplanen; scharfe, präzise Schere nutzen; Nacharbeit als festen Prozessschritt führen.
- Symptom: Fadenrisse bei höherer Geschwindigkeit
→ Ursache: Material/Garn-Kombination oder zu hohe SPM → Lösung: Geschwindigkeit reduzieren; Fadenspannung testen; ggf. Nadel prüfen.
7.2 Aus den Kommentaren – komprimiertes Praxiswissen
- „Zeit ist Geld“: Wer viel stickt, profitiert überproportional von jeder einzelnen gesparten Minute.
- Einmal-Setup zählt: Das Ersteinfädeln auf Mehrnadel amortisiert sich über mehrere Projekte; du sparst dir wiederholte Wechsel.
- Einnadel bleibt valide: Für einfache, flache Teile und gelegentliche Projekte ist die Einnadelmaschine eine schlanke, verfügbare Lösung.
Profi-Tipp: Wenn du auf Einnadel bleibst, kombiniere gute Einspann-Standards mit einem robusten Magnetrahmen, etwa einem mighty hoop Magnetrahmen, um die Zahl der Nachjustierungen zu verringern.
Achtung: Achte bei Produktnamen und Zubehör auf Modellkompatibilität; „Brother“ deckt viele Serien ab. Prüfe, ob dein Rahmen wirklich zum konkreten Modell (z. B. PE-800) passt – etwa ein Magnetrahmen für brother ist nicht automatisch identisch mit einem Magnetrahmen für Stickmaschine anderer Marken.
Anhang: Kompakte Checklisten für deinen nächsten Testlauf
Setup-Check (beide Maschinen)
- Geschwindigkeit 650 SPM gesetzt
- Design korrekt geladen und Größe verifiziert
- Bobbin/Bobbinspannung geprüft
- Farbfolge festgelegt
Ricoma-Lauf
- Alle 9 Farben vorgeladen
- Timer synchron starten
- Zwischenstände visuell prüfen
Brother-Lauf
- Garnspulen in Reihenfolge links/rechts bereit
- Timer synchron starten
- Farbwechsel ruhig und konsequent durchführen
- Sprungstiche am Ende trimmen
Wenn du häufig mit der Brother arbeitest, kann ein passend dimensionierter Magnetrahmen wie ein dime Magnetrahmen oder ein Magnetrahmen für Brother PE800 das Einspannen beschleunigen und die Reproduzierbarkeit erhöhen.
