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Garnrisse sind der „stille Killer“ für die Marge in der Maschinenstickerei. Eben läuft die Maschine sauber mit 800 Stichen pro Minute (SPM) – im nächsten Moment hörst du dieses gefürchtete Schreddern, dann Stille. Du verlierst nicht nur Garn, sondern Zeit, Takt und Nerven.
Viele Einsteiger verdächtigen sofort Spannungsscheiben oder eine beschädigte Nadel. Erfahrene Sticker:innen wissen: Sehr oft ist das Garn selbst der Auslöser. Garn (Natur- oder Kunstfaser) kann über Lagerzeit „austrocknen“, spröde werden oder schlicht die werksseitige Schmierung verlieren.
Im Referenzvideo zeigt Gary von Echidna Sewing einen schnellen „Werkstatt-Trick“, um trockenes Garn mit reinem Silikonspray und einer Kartonbox wieder gangbar zu machen. Als praxisorientierte Anleitung hebe ich das hier auf Produktionsniveau: Du bekommst klare Sicherheitsregeln, saubere Dosierung (1000 m vs. 5000 m) und Entscheidungshilfen, wann sich Retten lohnt – und wann du besser auf frisches Garn wechselst.

Der Beruhigungs-Check: Wann Garnrisse nicht die Schuld deiner Maschine sind
Bevor du an der Oberfadenspannung drehst, lohnt ein kurzer Realitätscheck. Stickgarn läuft mit hoher Geschwindigkeit durch den Fadenweg – oft 600 bis 1000 SPM. Im Nadelöhr entsteht Reibung, Reibung erzeugt Wärme. Hochwertige Garne (Polyester oder Viskose/Rayon) sind deshalb ab Werk mit einer sehr feinen Silikonölschicht versehen, damit sie „gleiten“ statt „rubbeln“.
Mit der Zeit (Jahre im Regal) oder durch Schwankungen in der Produktion kann diese Schmierung nachlassen. Ergebnis: mehr Reibung. Das Garn wird heißer, läuft rau, franst und reißt.
Garys Kernaussage ist wichtig: Läuft deine Maschine mit einer neuen Kone problemlos, reißt aber mit einer älteren Spule ständig, dann stell nicht zuerst die Spannung um. Die Variable ist der Garnzustand.
Sensorik-Diagnose (schnell, ohne Werkzeug):
- Geräusch: „Trockenes“ Garn macht oft ein kratzendes/zischendes Geräusch in den Spannungsscheiben statt leise zu laufen.
- Haptik: Zieh ca. einen Meter Garn durch die Finger. Fühlt es sich „quietschig“ an oder bremst spürbar, fehlt häufig Schmierung.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis nie überspringen: Richtiges Silikon & sauberer Arbeitsplatz
Hier scheitern viele – und machen sich Studio, Boden oder Werkzeuge unnötig rutschig. Du bringst Schmierstoff in eine Textilumgebung: Vorsicht ist Pflicht.
Die Chemie-Regel: Verwende ausschließlich 100% reines Silikonöl als Spray.
- Nicht verwenden: WD-40, mineralöl-/petroleumhaltige Produkte oder „Nähmaschinenöl“ für diesen Zweck. Das kann unerwünschte Rückstände hinterlassen, Kunststoffe angreifen oder Schmutz binden.
- Verwenden: Lebensmittelechtes (food grade) Silikon oder ein klar deklariertes, nicht färbendes Textilspray (z. B. Helmar H4000, wie im Video gezeigt). Es muss klar und nicht färbend sein.
Die „Eisbahn“-Gefahr: Silikon-Nebel macht harte Böden (Fliesen, Beton, Holz) extrem rutschig – oft ohne dass man es sieht.
Warnung: Rutsch- & Sturzgefahr. Sprühe niemals „frei“ über einem blanken Boden. Nutze die Kartonbox als Sprühkabine (siehe unten) und arbeite idealerweise draußen oder so, dass Overspray sicher im Karton bleibt.

Checkliste vor dem Sprühen (wirklich vorher erledigen)
Wenn hier etwas fehlt, wird’s schnell unkontrolliert.
- Spray: Dose reines Silikonspray (food grade/textile grade).
- Einhausung: Tiefe Kartonbox (mind. A4-Papierkarton-Größe).
- Ziel: Trockene Garnspulen/-konen (aus Maschine/Regal nehmen).
- Umgebung: Gute Belüftung (Aerosol nicht einatmen).
- Verbrauchsmaterial: Küchenpapier/Lappen zum Abwischen der Spulenunterseite (verhindert Ölränder auf dem Tisch).

30-Sekunden DIY-Sprühkabine: Kartonbox, damit Silikon nicht überall landet
Garys Tipp mit der Kartonbox ist nicht nur „billig“, sondern technisch sinnvoll: Karton schluckt Overspray.
In einer Kunststoffbox prallt der Nebel ab, wirbelt zurück und verteilt sich als Wolke im Raum. Karton absorbiert einen Teil des Nebels – deutlich weniger Rücknebel auf Tisch, Boden und Werkzeug.
Aufbau:
- Nimm eine leere, tiefe Box (ca. 12x12x12 inch oder größer).
- Stell sie auf die Seite (Öffnung zu dir).
- Stell sie auf eine Fläche, die du nicht fürs Zuschneiden oder Einspannen nutzt (keine Silikonübertragung auf Textilien riskieren).
So schützt du auch Rahmen, Magnetrahmen und Schneidematten vor einem schmierigen Film.

Das Schütteln, das wirklich zählt: Treibgas und Silikon vor dem Sprühen mischen
Aerosoldosen enthalten Produkt (Silikonöl) und Treibgas. Steht die Dose länger, kann sich das trennen.
Ohne Schütteln riskierst du entweder einen „kalten“ Treibgasstoß (Kondensfeuchte) oder zu grobe Tropfen statt feinem Nebel.
Praxisanker: Schüttle die Dose kräftig 10–15 Sekunden, bis die Kugel („Rassel“) schnell und frei läuft. Ziel ist ein feiner, trockener Nebel – kein „Spucken“.

Setup-Checkliste (direkt vor dem Sprühen)
- Sicherheit: Boxöffnung nicht in Zugluft/gegen Ventilator ausrichten.
- Ausrichtung: Prüfe, wohin die Düse sprüht (kurzer Teststoß in die Rückwand der Box).
- Spule vorbereiten: Falls vorhanden, Fadenkappe/„Thread-Lock“-System bzw. Kunststoffkappe entfernen, damit die Faseroberfläche frei liegt.
- Griff: Spule am Kern oder an den Enden halten, damit die Finger den Nebel nicht abschatten.

Der Haupt-Fix: 1000-m-Spule leicht benebeln und drehen (nicht „übertreiben“)
Das ist Feinarbeit: Wir benebeln – wir „fluten“ nicht.
Ablauf:
- Abstand: Dose 6 bis 10 inches (15–25 cm) zur Spule. Zu nah = ungleichmäßig, zu nass/zu kalt.
- Bewegung: Sprühen und gleichzeitig die Spule gleichmäßig drehen.
- Dauer: Für eine 1000-m-Spule reichen meist 1–2 Sekunden Sprühzeit für eine volle 360°-Runde.
Sinnes-Check:
- Optik: Das Garn wirkt sofort leicht „glänzend“ bzw. etwas dunkler.
- Gefühl: Kühl und minimal feucht – aber nicht tropfend. Läuft Flüssigkeit herunter, war es zu viel.

Kontrollpunkte & erwartetes Ergebnis (damit du sicher bist)
- Sprühbild: Nebel/Wolke = ok. Strahl/Jet = nicht ok (zu nah oder Düse problematisch).
- Oberfläche: Gleichmäßig dunkler = ok. Flecken = Drehung war ungleichmäßig.
- Unterseite: Prüfe die Spulenbasis: sammelt sich Öl, sofort abwischen.

Die Übernacht-Regel: Spule wieder schließen und Kapillarwirkung arbeiten lassen
Der entscheidende Mechanismus ist Geduld. Du hast zunächst nur die Außenschicht benebelt – innen am Kern ist das Garn oft noch trocken.
Hier hilft Kapillarwirkung: Flüssigkeit „zieht“ in feine Zwischenräume – auch gegen die Schwerkraft.
Zeitfenster:
- Notfallmodus: 10–15 Minuten – hilft vor allem den äußeren Lagen (für einen kleinen Auftrag).
- Profi-Modus: 12–24 Stunden – damit das Silikon bis in die inneren Wicklungen wandert.
Angst vor „Flecken“: Im Video wird das klar angesprochen: Silikon ist nicht färbend. Nasses Garn wirkt dunkler, weil sich die Lichtbrechung ändert. Nach dem Abtrocknen/Einziehen kommt die Originalfarbe wieder. Bei sensiblen Materialien gilt trotzdem: erst an einem Rest testen.

Hochskalieren: 5000-m-Kone sprühen, ohne Produkt zu verschwenden
Große 5000-m-Konen sind dicker und anders gewickelt. Der Weg „bis zum Kern“ ist länger – entsprechend braucht es etwas mehr Produkt und vor allem Zeit.
Angepasster Ablauf für Konen:
- Menge: Etwas großzügiger als bei 1000 m – ca. 2–3 Sekunden beim Drehen.
- Winkel: Leicht von oben nach unten benebeln; das unterstützt das Einziehen in die Kreuzwicklung.
- Ruhezeit: Über Nacht ist bei großen Konen praktisch Pflicht. 10 Minuten behandeln sonst nur die äußeren Lagen.

Betriebs-Checkliste (nach dem Sprühen, vor dem Sticken)
- Abwischen: Spulenbasis und Kern mit Küchenpapier abwischen. Silikon auf dem Garnständer/Spulenstift kann zu unkontrolliertem Abrollen („Over-Spin“) führen.
- Wieder montieren: Kappe/Fadennetz wieder aufsetzen, falls genutzt.
- Spannung prüfen: Weniger Reibung = anderes Laufverhalten. Falls die Stichbalance sichtbar kippt, kann eine minimale Erhöhung der Oberfadenspannung nötig sein – aber erst nach sauberem Einfädeln und Test.

Das „Warum“ gegen Wiederholungsrisse: Reibung, Fadenweg und was Silikon wirklich löst
Warum rettet dieser einfache Schritt einen Lauf?
- Weniger Wärme: Weniger Reibung im Nadelöhr = weniger Hitze = weniger Faserstress.
- Stabilere Spannung: Trockenes Garn „greift“ ungleichmäßig in den Spannungsscheiben (Spitzen = Riss, Abfälle = Schlaufen). Mit Schmierung wird die Reibung konstanter.
- Praxis mit Klebern: Wenn du mit klebendem Vlies oder Sprühkleber arbeitest, kann weniger Reibung helfen, dass sich weniger „Gummi“ am System bemerkbar macht.
Die harte Wahrheit (wann wegwerfen): Silikon stellt verlorene Schmierung wieder her – es repariert keine zerstörte Faser.
- Reißt das Garn schon bei leichtem Handzug, ist es spröde/überlagert. Dann ersetzen.
- Bonded Threads: Laut Praxisfall aus den Kommentaren sind „bonded“ Garne (Polymer/Harz-Beschichtung) konstruktiv bereits reibungsarm. Wenn sie „federnd“/spiralig bleiben, ist das oft ein Alterungs-/Memory-Problem – Silikon löst das meist nicht.
Praxisfragen aus den Kommentaren: Metallic, Baumwolle, Leinen, Rasant, „Lining Thread“
Aus den Rückfragen und Antworten in den Kommentaren lassen sich ein paar klare Leitlinien ableiten:
- Metallic-Garn: Ja – in den Antworten wird bestätigt, dass es dafür geeignet ist.
- Baumwolle: Ja, grundsätzlich möglich; bei gutem Baumwollgarn aber oft weniger nötig.
- Leinen (Nähen): Nicht „essenziell“. Sinnvoll vor allem dann, wenn es Probleme gibt (Risse/rau/trocken).
- Rasant: Ja – wurde in den Antworten ausdrücklich als geeignet bestätigt.
- „Lining Thread“/Futter- bzw. Konstruktionsgarn: In den Kommentaren wird erst nachgefragt, was genau gemeint ist; daher gilt: nur dann behandeln, wenn es tatsächlich Probleme macht und du mit hoher Geschwindigkeit/hoher Reibung kämpfst.
- PTFE-Lube: In den Antworten wird davon abgeraten; es soll ein food-grade Silikonspray verwendet werden.
Troubleshooting wie in der Werkstatt: Symptom → wahrscheinliche Ursache → Fix
Nicht raten – systematisch vorgehen (von schnell/cheap zu aufwendig).
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Fix |
|---|---|---|
| Reißt sofort | Einfädel-/Fadenwegfehler oder Nadelproblem | Komplett neu einfädeln & Nadel wechseln (neu 75/11 als Basis). |
| Schreddert (fusselig) | Reibung im Nadelöhr/Fadenweg | Silikonspray-Methode; ggf. Nadel mit größerem Öhr testen. |
| Schlaufen oben | Keine/zu wenig Spannung oder Faden nicht in den Scheiben | Prüfen, ob der Faden korrekt in den Spannungsscheiben liegt. |
| Reißt nach ~5 Minuten | Wärmeaufbau/Reibung | Silikonspray-Methode zur Reibungs-/Wärmereduktion. |
| Garn ist „federnd“/spiralig | Memory/Alterung | Fadennetz nutzen; Spray hilft hier oft nicht. |
Entscheidungslogik: Garn behandeln oder Workflow upgraden?
Du betreibst Produktion (oder willst reproduzierbar arbeiten) – also entscheide pragmatisch.
START: Produktion steht wegen Garnrissen.
- Maschinenproblem?
KurzcheckNadel frisch? Unterfadenbereich sauber? Neu eingefädelt?
- Wenn NEIN: Erst Maschine/Fadenweg sauber einstellen.
- Wenn JA: Weiter zu Schritt 2.
- Garn verdächtig?
KurzcheckAlt? lange gelagert? läuft hörbar rau?
- Wenn JA: Silikonspray-Methode anwenden.
- Wenn NEIN (neues Premiumgarn): Dann eher Stickdatei (Dichte) oder Setup prüfen.
- Workflow-Thema?
KurzcheckKämpfst du eigentlich mit dem Einspannen/Positionieren?HinweisManchmal wirkt „Garnproblem“ wie „Flagging“ (Material hebt sich, Nadel reibt mehr).
- Aktion: Stabilisierung und Einspannprozess optimieren.
Der Upgrade-Pfad: Wenn du nicht mehr gegen Garn kämpfen willst, löse den Engpass, den du wirklich spürst
Silikonspray löst das Garn-Problem – viele Betriebe verlieren aber am meisten Zeit im Einspannen.
In Shops mit Stückzahlen zählt Effizienz. Wenn Garnrisse im Griff sind, ist der nächste Flaschenhals fast immer die Einspannzeit.
- Rahmenspuren: Klassische Schraubrahmen brauchen viel Handkraft und hinterlassen auf empfindlichen Textilien schneller Abdrücke.
- Belastung: Wer täglich viele Shirts einspannt, merkt die Belastung in Handgelenken und Fingern.
Darum wechseln viele Profis auf Magnetrahmen für Stickmaschine. Statt Schrauben klemmt Magnetkraft das Material schnell und reproduzierbar.
Für konstante Platzierung in Serien hilft eine Einspannstation für Stickmaschine, damit Logos bei jeder Größe an derselben Position landen.
Systemvergleich: Bei der Recherche stößt du schnell auf hoopmaster als Standard für Ausrichtung. Für kleine Arbeitsplätze wird oft die hoopmaster home edition betrachtet, während wachsende Werkstätten in die volle hoopmaster Einspannstation investieren.
Die Kombination aus hoop master Einspannstation und magnetischen Rahmen (z. B. MaggieFrame oder vergleichbare Magnetrahmen) ergibt einen sehr schnellen Ablauf: Einspannen, sticken, wiederholen.
Warnung: Magnet-Sicherheit.
Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete.
* Herzschrittmacher/Insulinpumpen: Mindestens 12 inches Abstand einhalten.
* Quetschgefahr: Magnete schließen mit hoher Kraft. Finger nicht zwischen die Klemmbereiche bringen.
Letzter Sicherheits-Hinweis: Hände und Werkzeuge schützen
Silikonspray ist ein Werkzeug – kein Spielzeug.
Warnung: Abrutsch- & Verletzungsgefahr.
* Nicht in der Nähe von Scheren/Rollschneidern sprühen. Griffe werden rutschig.
* Nicht in der Nähe des Fußpedals sprühen. Ein rutschiges Pedal macht die Geschwindigkeitskontrolle unsicher.
Wenn du die Silikonspray-Methode fürs Garn mit Magnetrahmen fürs Einspannen kombinierst, reduzierst du zwei der größten Reibungspunkte im Stickalltag: Garnlauf und Einspannzeit.



FAQ
- Q: Wenn eine Stickmaschine mit einer neuen Garnkone problemlos läuft, aber mit einer älteren Spule ständig reißt: Sollte man dann die Oberfadenspannung an den Spannungsscheiben verstellen?
A: Nein – behandle zuerst das alte/trockene Garn, denn die Variable ist der Garnzustand und nicht die Spannungseinstellung.- Vergleich: Nähe einen kurzen Test mit einer neuen Kone und danach mit der älteren Spule, ohne Einstellungen zu ändern.
- Diagnose: Achte auf ein kratzendes/zischendes Geräusch und auf „quietschige“ Reibung beim Durchziehen eines Meter Garns durch die Finger.
- Behandlung: Nutze die Methode mit reinem Silikonspray an der verdächtigen Spule, bevor du an der Spannung drehst.
- Erfolgskontrolle: Der Fadenweg klingt ruhiger und die Rissrate sinkt – ohne Spannungsänderung.
- Wenn es weiter auftritt: Fädele den kompletten Fadenweg neu ein und setze eine neue Nadel ein, dann erneut testen.
- Q: Welche Art von reinem Silikonspray ist geeignet, um trockenes Stickgarn zu „reviven“, ohne Maschinenkunststoffe zu schädigen oder Stoff zu verfärben?
A: Verwende ausschließlich 100% reines Silikonöl-Spray, klar und nicht färbend (food grade oder textile grade); vermeide petroleumhaltige Produkte.- Vermeiden: Kein WD-40, keine Mineral-/Petroleumöle und kein allgemeines „Nähmaschinenöl“ für diesen Zweck.
- Auswahl: Nimm ein als reines Silikon gekennzeichnetes Spray, das klar/nicht färbend ist.
- Vorbereitung: Arbeite gut belüftet und halte einen Lappen bereit, um die Spulenbasis abzuwischen.
- Erfolgskontrolle: Es entsteht ein feiner Nebel (keine nassen Tropfen), und nach dem Abwischen bleiben keine Ölringe zurück.
- Wenn es weiter auftritt: Stoppe und teste mit einer sicher funktionierenden Garnkone, um auszuschließen, dass das Problem woanders im Setup liegt.
- Q: Wie verhindert eine Sprühkabine aus Karton, dass Silikon-Overspray den Boden im Stickraum gefährlich rutschig macht?
A: Sprühe das Garn ausschließlich in einer tiefen Kartonbox, weil Karton Overspray aufnimmt, statt den Nebel zurück in den Raum zu reflektieren.- Aufbau: Stelle eine tiefe Kartonbox auf die Seite, Öffnung zu dir.
- Position: Platziere die Box auf einer Fläche, die du nicht zum Zuschneiden/Einspannen nutzt, um keine Silikonübertragung auf Textilien zu riskieren.
- Kontrolle: Sprühe in die Rückwand der Box und halte die Öffnung aus Zugluft/Ventilatorströmung heraus.
- Erfolgskontrolle: Tisch und Boden bleiben trocken und nicht rutschig; Rückstände bleiben in der Box.
- Wenn es weiter auftritt: Verlege das Sprühen nach draußen oder in einen Bereich ohne Luftzug und prüfe, ob Ventilatoren/Abzüge den Nebel ziehen.
- Q: Was sind der richtige Abstand und die richtige Sprühdauer, um eine 1000-m-Stickgarnspule mit reinem Silikonspray zu benebeln und Schreddern/Risse zu reduzieren?
A: Halte die Dose 6–10 inches (15–25 cm) entfernt und sprühe nur 1–2 Sekunden, während du die Spule für einen vollen 360°-Durchgang drehst.- Schütteln: Dose 10–15 Sekunden kräftig schütteln, bis die Rassel schnell und frei klingt.
- Nebeln: Beim Drücken der Düse soll ein wolkenartiger Nebel entstehen, während du gleichmäßig drehst.
- Abwischen: Pooling an Spulenunterseite und am Kern sofort abwischen.
- Erfolgskontrolle: Das Garn wirkt gleichmäßig minimal glänzender/dunkler und fühlt sich kühl/leicht feucht an – nicht tropfend.
- Wenn es weiter auftritt: Sprühbild prüfen (Strahl/Jet = falsch) und lieber leicht nachnebeln statt zu tränken.
- Q: Wie lange sollte man nach dem Einsprühen einer Spule oder 5000-m-Kone warten, bevor man wieder stickt?
A: Für beste Ergebnisse 12–24 Stunden warten, damit Kapillarwirkung das Silikon Richtung Kern zieht; 10–15 Minuten sind nur ein Notfall-Teilerfolg.- Wieder schließen: Kappe/Fadennetz nach dem Sprühen wieder aufsetzen, damit die Spule beim Ruhen sauber bleibt.
- Planen: Die „Übernacht-Regel“ gilt besonders für 5000-m-Konen, weil der Weg nach innen länger ist.
- Test: Wenn du früher starten musst, mache einen kleinen Test – mit dem Wissen, dass nur die äußeren Lagen behandelt sind.
- Erfolgskontrolle: Die Rissrate sinkt über den gesamten Lauf, nicht nur in den ersten Minuten.
- Wenn es weiter auftritt: Das Garn kann spröde/überlagert sein – dann ersetzen.
- Q: Warum kann nach dem Schmieren mit reinem Silikonspray eine leichte Erhöhung der Oberfadenspannung nötig sein – und was ist der sichere nächste Schritt?
A: Geschmiertes Garn läuft mit weniger Reibung, daher kann minimal mehr Spannung nötig sein – aber erst nach Abwischen, korrekter Montage und sauberem Einfädeln.- Reinigen: Spulenbasis/Kern abwischen, damit kein Öl auf den Spulenstift überträgt und Over-Spin verursacht.
- Einsetzen: Kappe/Fadennetz wieder montieren und sorgfältig neu einfädeln.
- Anpassen: Oberfadenspannung nur in kleinen Schritten ändern, wenn die Stichbalance nach dem Schmieren sichtbar nicht passt.
- Erfolgskontrolle: Stichbild stabil, keine Schlaufen, deutlich weniger Risse.
- Wenn es weiter auftritt: Prüfe zuerst, ob der Faden korrekt in den Spannungsscheiben liegt und ob die Nadel noch einwandfrei ist.
- Q: Was sind die schnellsten „Shop“-Fixes für „Schreddern (fusselig)“ versus „reißt sofort“ an der Stickmaschine?
A: Schreddern ist meist ein Reibungsproblem (Silikon + ggf. größeres Nadelöhr), sofortiges Reißen ist zuerst ein Einfädel-/Nadel-/Fadenweg-Thema.- Bei Schreddern: Silikonspray-Methode anwenden und bei Bedarf eine Nadel mit größerem Öhr testen.
- Bei sofortigem Reißen: Komplett neu einfädeln und Nadel ersetzen (neu 75/11 ist eine gängige Basis).
- Prüfen: Erst offensichtliche Fadenwegfehler ausschließen, bevor du mehrere Variablen gleichzeitig änderst.
- Erfolgskontrolle: Schreddern stoppt und der Lauf wird leiser; sofortige Risse verschwinden direkt nach Neu-Einfädeln/Nadelwechsel.
- Wenn es weiter auftritt: Auf Wärmeaufbau achten (Risse nach ~5 Minuten) und dann Silikon zur Reibungs-/Wärmereduktion einsetzen.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei Magnetrahmen, um Störungen bei Herzschrittmachern zu vermeiden und Quetschverletzungen an den Fingern zu verhindern?
A: Behandle Magnetrahmen wie starke Neodym-Magnete: Abstand zu medizinischen Geräten halten und Finger aus den Quetschzonen nehmen.- Abstand: Mindestens 12 inches Abstand zu Herzschrittmachern oder Insulinpumpen.
- Handhabung: Rahmen kontrolliert schließen und niemals Finger zwischen die Magnetklemmen bringen.
- Kontrolle: Rahmen so ablegen, dass Magnete nicht unkontrolliert an Werkzeuge „anschnappen“.
- Erfolgskontrolle: Der Rahmen schließt ohne Haut einzuklemmen und wird sicher mit beiden Händen geführt.
- Wenn es weiter kritisch ist: Für diese Person/Arbeitsstation auf Schraubrahmen wechseln und die Handhabungsschritte neu trainieren, bevor Magnetrahmen wieder eingesetzt werden.
