Inhaltsverzeichnis
Das Dilemma beim Digitalisieren: Dem Bildschirm vertrauen oder dem Garnregal?
Wenn du mitten im Digitalisieren in Hatch steckst, gibt es kaum etwas, das schneller Zeit frisst – und das Vertrauen in den eigenen Workflow zerstört – als sich blind auf die Standardfarben zu verlassen.
Dieses Szenario kennt jede Stickerei-Praxis: Du zeigst dem Kunden eine „perfekte“ digitale Vorschau. Er gibt frei. Dann gehst du zum Garnregal und merkst: Das „Deep Forest Green“ aus der Vorschau existiert bei dir gar nicht. Oder schlimmer: Du startest eine Serie von 50 Patches und dir geht bei Patch #12 ein bestimmtes Blau aus – weil dich die Software nicht daran erinnert hat, dass die Spule leer ist.
Maschinenstickerei ist Physik – nicht nur Bildschirm-Design. Die Software ist die Karte, dein Garnbestand ist das Gelände. Wenn beides nicht zusammenpasst, läufst du in Fehler.
Diese Anleitung baut den Video-Workflow als praxistaugliches System nach: Paletten für regulierte Jobs (z. B. Uniform-/OCP-Standards) einschränken, einen „Digital Twin“ deines echten Garnbestands („My Threads“) erstellen und einfache Sicherheitsroutinen nutzen, damit du nie wieder eine „Geisterfarbe“ zuweist.

Der „Fünf-Farben-Realitätscheck“: Konforme Paletten (OCP)
Wer schon einmal mit militärischen Vorgaben oder strengen Corporate-Branding-Regeln gearbeitet hat, kennt den Druck: Ein falscher Braunton – und die ganze Charge ist Ausschuss.
Im Video wird eine eingeschränkte Palette für einen OCP (Operational Camouflage Pattern) Patch gezeigt. Dabei wird von Hatchs großer Standardliste auf eine benutzerdefinierte Liste umgeschaltet, die nur die fünf freigegebenen Farben anzeigt.

Warum Einschränkung so gut funktioniert
Du änderst nicht nur die Optik – du nimmst dir die Möglichkeit, falsch zu wählen. Wenn Hatch dir die „verlockenden“ Farben gar nicht mehr anbietet, die am Monitor gut aussehen, aber nicht zulässig sind, sinkt die Fehlerquote sofort.
Kernidee: Das ist „Error Proofing“ (Poka-Yoke): Wenn die falsche Farbe nicht im Menü ist, kannst du sie nicht versehentlich auswählen.
Arbeitsschritte: Palette einschränken
- Finden: Klicke auf Select Thread Charts (meist in der rechten Werkzeugleiste).
- Auswählen: Wähle die benutzerdefinierte Garnkarte OCP (oder deine kundenspezifische Karte).
- Kontrollieren: Die Palette rechts sollte von hunderten Farbfeldern auf exakt fünf schrumpfen.
Erfolgskriterium: Du siehst nur noch „erlaubte“ Optionen – das reduziert Stress und verhindert Fehlgriffe.

Warnung: Der Bildschirm lügt. Bei regulierten Jobs niemals „nach Augenmaß“ am Monitor matchen. Monitore arbeiten mit Licht (RGB), Garn wirkt über Reflexion/Glanz (physisch). Kalibrierung und Umgebungslicht variieren stark. Halte deshalb die echte Garnspule an die physische Referenz (z. B. Kunden-Farbkarte) und mappe dann erst in der Software.
Der physische Abgleich: Vorbereitung, bevor du klickst
Bevor du in Hatch Garnkarten baust, mach einen kurzen Realitätscheck am Regal. Denn: Falsche Daten rein = falsche Produktion raus.
Ein Kommentar trifft den Praxis-Schmerzpunkt: Die Standardfarben „nerven“, weil sie nicht zum realen Bestand passen. Genau dieses Gefühl ist ein gutes Signal – du wechselst von „irgendwie wird’s schon“ zu planbarer Produktion.
Das Zwei-Ebenen-Denken
Für einen sauberen Workflow helfen zwei Ebenen:
- Die Regeln: Kunden-/Vorgaben-Karten (OCP, Brand Guidelines).
- Die Realität: „My Threads“-Karten (das, was du physisch besitzt).
Prep-Checkliste 1: Bestandsaufnahme
Mach diesen Check am Regal, bevor du die Software öffnest.
- Marken-Check: Welche Marken hast du wirklich im Einsatz? (Gunold, Madeira, Sulky, Coats, Fil-Tec usw.)
- Basisfarben: Definiere dein Standard-Schwarz und -Weiß (die du wirklich vorrätig hast).
- Verbrauchsmaterial im Blick: Für Probestick und Handling: wasserlöslicher Markierstift und Sprühkleber griffbereit.
- Stickvlies passend zum Job: Stelle sicher, dass du das passende Vlies für die geplanten Materialien hast (z. B. Cutaway bei Maschenware).
- Low-Stock-Check: Schau auf die Konen – wenn du unten bereits den hellen Konus stark durchscheinen siehst, markiere die Farbe als „bald nachbestellen“.
Die 1-Klick-Umfärbung: Konformität erzwingen
Sobald die Palette eingeschränkt ist, geht Umfärben extrem schnell. Im Video wird ein vollfarbiger Morale Patch auf die eingeschränkte Palette umgestellt.

Workflow
- Aktive Karte: Stelle sicher, dass die eingeschränkte Karte (z. B. OCP) aktiv ist.
- Alles auswählen:
Ctrl + A(Windows), um alle Objekte zu markieren. - Anwenden: In Object Properties / Color Palette auf das gewünschte Farbfeld klicken (z. B. Spice Brown).
Sichtkontrolle: Das Motiv springt sofort von „bunt“ auf eine einheitliche, konforme Farbwelt.
Warum das Geld spart
Wenn die volle „All Threads“-Liste aktiv ist, erwischst du schnell einen „fast gleichen“ Ton. Am Monitor wirkt das harmlos – in der Abnahme ist es ein Reklamationsgrund.
„My Threads“ bauen: Der digitale Zwilling deines Garnregals
Der profitabelste Schritt in Hatch: eine Garnkarte, die deine echte Realität abbildet.

Schritt 1: Anlegen
- Manage Thread Charts öffnen.
- Create klicken.
- Name vergeben: My Threads.

Schritt 2: Die „radikale“ Methode (alles leeren)
Hier zögern viele Einsteiger – Profis machen es sofort: Eine Herstellerliste laden und dann komplett leeren, um wirklich nur den eigenen Bestand aufzubauen.
- In der Ausgangsliste eine Basis wählen, die du häufig nutzt (z. B. Poly 40 von Gunold).
- Hatch lädt hunderte Farben.
- Clear klicken, um die „My Threads“-Seite vollständig zu leeren.


Warum leeren? Sobald in deiner Karte auch nur eine Farbe steht, die du nicht besitzt, ist die Anzeige für die Produktion unzuverlässig. Eine strikte „Zero-Trust“-Karte verhindert, dass du Kunden Farben verkaufst, die du heute nicht sticken kannst.
Lücken schließen: Manuelle Einträge für fehlende Marken
Manchmal hat Hatch deine Marke nicht als fertige Garnkarte (im Video wird Fil-Tec als Beispiel genannt). Das ist kein Stopper.

Workflow
- In deiner eigenen Karte Add klicken.
- Werte eintragen: RGB, falls vorhanden – oder über Hue/Luminance näherungsweise einstellen.
Praxis-Hinweis: RGB ist bei Garn immer nur eine Annäherung. Garn hat Glanz; je nach Stichrichtung wirkt die Farbe anders. Nutze manuelle Einträge zum Sortieren/Identifizieren – und mache bei kritischen Matches immer einen Probestick auf Restmaterial.
Praxisnah mischen: Gunold + Madeira in einer Karte
Die meisten Betriebe sind nicht „markentreu“, sondern prozess- und lieferfähig. Hatch kann verschiedene Marken in einer eigenen Karte zusammenführen.

Die „Einkaufswagen“-Methode
Denk an die Source Chart wie an den Laden – und „My Threads“ wie an deinen Einkaufswagen.
- Quelle 1: Gunold Poly 40 auswählen.
- Auswählen: CTRL halten und die Farben anklicken, die du wirklich besitzt (z. B. Schwarz, Weiß).
- Übernehmen: Copy klicken, um sie nach My Threads zu kopieren.

- Quelle 2: Dropdown auf Madeira Classic 40 umstellen.
- Auswählen: z. B. Penny und Tusk.
- Übernehmen: Wieder Copy.

Wichtig: Die Stärke dieser Methode ist nicht „mehr Farben“, sondern mehr Kontrolle: Du siehst in Hatch genau die Mischung, die du im Betrieb tatsächlich einsetzt.
Aktivieren: Damit Hatch wirklich damit arbeitet
Eine Karte zu erstellen bringt nichts, wenn sie nicht aktiv ist.

- In Manage Thread Charts links My Threads markieren.
- Den einzelnen Pfeil (>) klicken, um sie in die aktive Liste (rechts) zu verschieben.
- Close/OK.
Vorschau mit Verkaufssicherheit
Wenn „My Threads“ aktiv ist, färbst du Designs mit deinem Bestand um – nicht mit Fantasie-Farben.

Praxis-Satz für Rush-Anfragen: Statt „Ich muss erst schauen“ kannst du sagen: „Hier ist die Vorschau mit den Garnen, die ich aktuell auf Lager habe – ich kann sofort starten.“
Out-of-Stock-Management: Dein Sicherheitsnetz
Dass Garn ausgeht, passiert. Dass man es vergisst, muss nicht passieren.

Option A: Sichtbar markieren (wenn Nachschub unterwegs ist)
- Garn in Manage Thread Charts auswählen.
- Edit klicken.
- Suffix ergänzen:
- OUT OF STOCKoder- LOW.
Ergebnis: Die Farbe bleibt sichtbar, aber du bekommst beim Hover einen Warnhinweis.
Option B: Hart entfernen (wenn wirklich leer)
- Garn auswählen.
- Remove klicken.
Ergebnis: Die Farbe ist weg – du kannst sie nicht versehentlich zuweisen.

Entscheidungslogik: So setzt du den Status sauber
- Ist die Spule physisch leer?
- JA -> Sofort aus „My Threads“ Remove.
- NEIN -> Nächste Frage.
- Ist die Farbe schnell nachkaufbar?
- JA -> Per Edit Name als „Low“ markieren.
- NEIN -> Bei längerer Beschaffungszeit lieber Remove, damit du keine Expressjobs annimmst, die du nicht liefern kannst.
- Ist es eine Spezialfarbe (z. B. Metallic/Neon)?
- JA -> Lege dafür eine separate Karte an, damit deine tägliche Palette schlank bleibt.
Setup-Checkliste: Der „Flight Check“ in Hatch
Mach das in Hatch, bevor du ein neues Projekt startest.
- Aktive Karten: Ist My Threads in der rechten Spalte aktiv?
- Palette sauber: Sind Standard-/Default-Karten aus der aktiven Liste entfernt (weniger Verwechslung)?
- Neutrale stimmen: Sind deine konkreten Schwarz/Weiß-Einträge wirklich die, die du nutzt?
- Tooltips prüfen: Über ein paar Farben hovern: sind „Out of Stock“-Markierungen sichtbar?
Troubleshooting: Warum wirkt die Farbe „falsch“?
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| „Hatch schlägt mir Farben vor, die ich nicht habe.“ | Eine Default-/Herstellerkarte ist noch aktiv. | In Select Thread Charts alles aus der rechten Spalte entfernen außer „My Threads“. |
| „Auf Stoff sieht es anders aus als am Bildschirm.“ | Monitor/Umgebungslicht vs. Garn-Physik (Glanz/Reflexion). | Verlass dich auf Garnnummer + Probestick, nicht auf Pixel. |
| „Meine Marke fehlt (z. B. Fil-Tec).“ | Datenbank-Limit. | Über Add Thread manuell anlegen (RGB/Hue/Luminance). |
| „Stiche versinken im Material.“ | Physisches Setup-Thema, nicht Farbe. | Stickvlies/Topping anpassen; Farbmanagement löst keine Dichte-/Materialprobleme. |
Über die Software hinaus: Der physische Workflow am Einspannplatz
Du hast die digitale Seite im Griff: konforme Farben, sauberer Bestand. In der Praxis geht aber oft Zeit an einer anderen Stelle verloren: beim Einspannen.
Wenn deine Dateien perfekt sind, du aber pro Shirt Minuten mit dem Stickrahmen kämpfst, stirbt die Marge am Vorbereitungstisch.
Das Problem „Rahmenabdrücke“ Klassische Kunststoffrahmen brauchen Druck. Das kann auf empfindlichen Materialien Rahmenabdrücke hinterlassen – und dicke Teile (z. B. schwere Jacken) kosten Kraft.
- Level 1: Eine Einspannstation sorgt für reproduzierbare Platzierung.
- Level 2: Genau hier bringen Magnetrahmen für Stickmaschine oft einen spürbaren Produktionssprung: Magnetkraft statt Reibung, schnelleres Laden/Entladen, weniger Rahmenabdrücke. Für Wiederholaufträge (wie die OCP-Patches) kannst du Material einlegen und wechseln, ohne ständig zu schrauben und nachzuziehen.
Warnung: Magnet-Sicherheit.
Industrielle Magnetrahmen sind Quetschgefahr-Werkzeuge. Sie können Haut stark einklemmen. Fernhalten von Herzschrittmachern, Kreditkarten und empfindlicher Elektronik.
Produktions-Checkliste: Das finale „Go“
Direkt vor dem Start an der Maschine durchführen.
- Chart-Match: Stimmen die im Design verwendeten Farbcodes mit dem Bestand/Setup überein?
- Unterfaden-Check: Reicht der Unterfaden für die Stichzahl? (Bei 10.000 Stichen ist eine volle Spule die sichere Seite).
- Nadelstatus: Ist die Nadel frisch? Wenn sie >8 Stunden gelaufen ist, wechseln.
- Versteckte Verbrauchsteile: Ersatznadeln bereit (Standard 75/11; bei Bedarf Kugelspitze für Maschenware).
- Einspann-Check: Sitzt das Material sicher (klassisch „trommelfest“ im Rahmen oder sauber geklemmt bei Magnet-Stickrahmen)?
Fazit
Eigene Garnkarten in Hatch machen aus der Software ein echtes Produktions-Tool.
- Einschränken für Konformität.
- Spiegeln deines echten Bestands gegen Überraschungen.
- Mischen von Marken wie in der Realität.
- Entfernen/Markieren von Out-of-Stock, um Fehler zu verhindern.
Wenn dein digitaler Plan zu deiner physischen Realität passt, läuft die Maschine – bis der Auftrag fertig ist. Genau das ist Produktion.
FAQ
- Q: Warum schlägt Hatch Embroidery Software weiterhin Garnfarben vor, die nicht in einer „My Threads“-Bestandskarte enthalten sind?
A: Entferne alle Standardkarten aus der aktiven Liste, damit Hatch Farben nur noch aus „My Threads“ ziehen kann.- Öffne Select Thread Charts und verschiebe nur „My Threads“ in die aktive (rechte) Spalte.
- Deaktiviere/entferne „All Threads“ oder Herstellerkarten, die du nicht aktiv nutzen willst.
- Färbe das Design danach erneut um, nachdem „My Threads“ die einzige aktive Karte ist.
- Erfolgskontrolle: Die Bildschirm-Palette schrumpft auf genau die Farben, die du physisch besitzt.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Öffne Manage Thread Charts erneut und prüfe, ob „My Threads“ wirklich per Einzelpfeil (>) zu den Active Charts hinzugefügt wurde.
- Q: Wie beschränke ich Hatch Embroidery Software auf eine OCP (Operational Camouflage Pattern) konforme Fünf-Farben-Palette für militärische Patches?
A: Aktiviere die OCP-Karte, damit Hatch nur die fünf freigegebenen Farben anzeigt und die Auswahl nicht-konformer Töne verhindert.- Klicke Select Thread Charts und wähle die benutzerdefinierte Karte OCP (oder die freigegebene Kundenkarte).
- Prüfe, dass die Palette von hunderten Swatches auf exakt fünf fällt.
- Färbe ausschließlich mit diesen eingeschränkten Swatches um (nicht am Monitor „nach Gefühl“ matchen).
- Erfolgskontrolle: Die Palette zeigt nur fünf OCP-Farben und die Vorschau nutzt nur diese fünf.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Stelle sicher, dass die OCP-Karte wirklich aktiv ist (rechte Spalte) und Default-Karten nicht aktiv sind.
- Q: Wie baue ich in Hatch eine „My Threads“-Garnkarte, die meinem echten Garnregal entspricht und „Geisterfarben“ verhindert?
A: Erstelle „My Threads“, leere sie komplett und füge dann nur die Spulen hinzu, die du physisch besitzt (Zero-Trust-Bestand).- Öffne Manage Thread Charts → Create → nenne sie My Threads.
- Lade eine Herstellerliste als Quelle und klicke dann Clear auf der „My Threads“-Seite, um wirklich leer zu starten.
- Kopiere nur die exakten Farben, die du besitzt (Marken-Mix möglich über das Source-Dropdown).
- Erfolgskontrolle: Jede Farbe in „My Threads“ ist am Regal vorhanden – keine „nice-to-have“-Farben.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Mach zuerst die physische Bestandsaufnahme und entferne leere/knappe Konen aus deiner Planung, bevor du die Karte neu aufbaust.
- Q: Was sollte ich in Hatch „My Threads“ tun, wenn eine Garnfarbe knapp wird oder komplett ausverkauft ist?
A: Knappen Bestand sichtbar markieren, aber wirklich leere Spulen hart entfernen, damit Hatch sie nicht versehentlich zuweist.- Wenn die Spule knapp ist: Edit → Namen um
- LOWergänzen (oder- OUT OF STOCK, wenn Nachschub bereits bestellt ist). - Wenn die Spule leer ist: Farbe sofort per Remove aus „My Threads“ entfernen.
- Wenn die Farbe schwer schnell zu beschaffen ist: Entfernen, um keine Expressjobs anzunehmen, die du nicht erfüllen kannst.
- Erfolgskontrolle: Hover zeigt den Warn-Tag – oder die Farbe ist nirgends mehr in der Palette sichtbar.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfe die aktiven Karten – die gleiche Farbe könnte noch über eine aktive Default-/Herstellerkarte verfügbar sein.
- Wenn die Spule knapp ist: Edit → Namen um
- Q: Wie gehe ich mit einer Garnmarke um, die Hatch nicht enthält (z. B. Fil-Tec), wenn ich eine „My Threads“-Karte aufbaue?
A: Nutze in Hatch Add Thread (manueller Eintrag), damit die fehlende Marke trotzdem in „My Threads“ identifizierbar und verwaltbar ist.- In Manage Thread Charts „My Threads“ wählen und Add klicken.
- Verfügbare Farbwerte eintragen (RGB, falls vorhanden) oder Hue/Luminance zur Annäherung nutzen.
- Bei kritischem Farbmatch immer einen Probestick machen, weil Garn-Glanz die Wahrnehmung verschiebt.
- Erfolgskontrolle: Der manuell angelegte Eintrag erscheint in „My Threads“ und lässt sich Objekten zuweisen, ohne eine Default-Karte zu benötigen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Nutze den Eintrag als Sortier-/Label-Hilfe und verlasse dich für die Freigabe auf den realen Sticktest.
- Q: Warum sieht die Garnfarbe auf Stoff anders aus als in der Hatch-Vorschau?
A: Verlass dich auf Garnnummer und physische Muster – nicht auf den Monitor – weil Bildschirme Licht emittieren und Garn Licht reflektiert.- Gleiche die echte Spule mit der physischen Referenz des Kunden ab (bei regulierten Jobs niemals nur nach Bildschirm).
- Erstelle ein kleines Probestick-/Musterbuch für deine meistgenutzten Farben.
- Nutze weiterhin eingeschränkte Karten (wie OCP), um „fast gleiche“ Ersatzfarben zu vermeiden.
- Erfolgskontrolle: Das gestickte Muster passt unter der gleichen Beleuchtung, unter der freigegeben wird.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfe, ob du versehentlich umgefärbt hast, während eine nicht eingeschränkte Default-Karte aktiv war.
- Q: Welche „versteckten“ Verbrauchsmaterialien und Sicherheitschecks muss ich vor einem Sticklauf prüfen (Unterfaden, Nadeln, Stickvlies, Sprühkleber, wasserlöslicher Stift), wenn ich mit Hatch plane und an der Maschine produziere?
A: Mach einen kurzen „Flight Check“, bevor du Start drückst, damit der Job nicht an vermeidbaren Engpässen oder stumpfen Nadeln scheitert.- Prüfe ausreichend Unterfaden für die Stichzahl (bei 10.000 Stichen ist eine volle Spule die sichere Seite).
- Wechsle die Nadel, wenn sie länger als ~8 Stunden gelaufen ist (sichere Faustregel; Handbuch hat Vorrang) und halte Ersatz bereit (inkl. Kugelspitze für Maschenware, wenn nötig).
- Prüfe das passende Stickvlies/Backing (z. B. Cutaway bei Maschenware) und ggf. Topping, wenn Stiche versinken.
- Stelle sicher, dass wasserlöslicher Stift und Sprühkleber für Probestick/Handling verfügbar sind.
- Erfolgskontrolle: Keine unnötigen Stopps wegen Unterfaden/Garn, und das Material ist sauber gehalten (klassisch trommelfest oder sicher geklemmt).
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Trenne Farbmanagement von physischen Problemen – Versinken/Dichte ist meist Vlies/Topping, nicht Palette.
- Q: Was sind die wichtigsten Sicherheitsregeln für industrielle magnetische Stickrahmen, wenn ich Rahmenabdrücke reduzieren und das Einspannen beschleunigen will?
A: Behandle industrielle Magnetrahmen als Quetschgefahr-Werkzeuge und halte sie von medizinischen Implantaten und empfindlichen Gegenständen fern.- Finger beim Zusammenführen der Magnetteile konsequent aus dem Gefahrenbereich halten; Magnete können stark einklemmen.
- Magnetrahmen fernhalten von Herzschrittmachern, Kreditkarten und empfindlicher Elektronik.
- Stoff laden, indem du die Rahmenteile kontrolliert führst – Magnete nicht unkontrolliert „zuschnappen“ lassen.
- Erfolgskontrolle: Schnelleres Einspannen mit weniger Kraft und weniger Rahmenabdrücken als bei klassischen Kunststoffrahmen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Erst Level 1 umsetzen (Einspannstation für reproduzierbare Technik) und dann prüfen, ob magnetisches Klemmen zur Materialstärke passt.
