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Wenn du lange genug in einer gewerblichen Stickerei arbeitest, lernst du eine unbequeme Wahrheit: Nicht jedes „Spannungsproblem“ ist wirklich ein Spannungsproblem. Manchmal ist es eine 2-Euro-Spule, die deinen präzisen Rotationsgreifer heimlich zur Bremsfläche macht.
Dieser Beitrag baut die Kernaussagen von Mike Doe aus dem Melco Applications Team in eine werkstatt-taugliche Routine um. Ziel: Aus Theorie wird ein wiederholbarer Ablauf – jedes Mal, wenn plötzlich Fadenrisse, Ausfransen oder „komisches“ Stichverhalten direkt nach dem Fadenschnitt auftreten (vor allem, wenn du gerade erst die Spule gewechselt hast).

Nicht in Panik verfallen – das meiste „Spannungschaos“ beginnt mit einem billigen Verbrauchsteil
Wenn eine Maschine, die eben noch sauber genäht hat, plötzlich Fäden reißt oder Ware beschädigt, denkt man sofort an die teuren Ursachen: Nadelstange, Timing, Greifer, Design. Verständlich – Stillstand kostet.
Bei Bedienern von melco Stickmaschinen ist der schnellste Realitätscheck aber oft die Spule selbst – konkret L-Style-Spulen mit Kartonflanschen, die außerhalb der Spezifikation sind.
Das Problem ist reine Mechanik: Manche Kartonflansche „spreizen“ nach außen (wie eine ganz leichte Glockenform). In der Maschine drückt diese Aufweitung gegen die hintere Metallfläche des Rotationsgreifers. Dadurch entsteht Reibung, die sich wie „zu hohe Unterfadenspannung“ anfühlt.
Merksatz für die Werkbank: Bevor du auch nur einen Schraubendreher anfasst, prüfe die Geometrie deines Verbrauchsmaterials.

Der 10-Sekunden-„Flare-Test“: Kartonspulen-Defekte erkennen, bevor sie den Greifer stressen
Was du prüfst: Ob die Kartonflansche nach außen aufgeweitet sind (auch minimal).
So machst du den Check (wie im Video gezeigt):
- Sichtposition: Spule auf Augenhöhe halten (nicht von oben draufschauen).
- Aktion: Langsam zwischen den Fingern drehen.
- Kriterium: Die Flansche müssen flach und parallel wirken – „wie eine Münze“. Wenn es eher wie eine Untertasse/Schale aussieht, ist die Spule defekt.
Wenn Kartonflansche aufgeweitet sind, gilt ohne Diskussion: sofort entsorgen. Nicht „gerade drücken“, nicht „für später aufheben“.
Warum so konsequent? Weil diese Reibung nicht konstant ist. Mit Drehzahl und Wärme kann sich das Verhalten verändern – du bekommst dann unvorhersehbare Spannungsspitzen. Das lässt sich nicht „wegjustieren“.

Welche Symptome kann eine aufgeweitete Spule auslösen?
Mike nennt typische Anzeichen, wenn Karton am Greifer reibt. Wenn du eins davon siehst: erst Spule prüfen, dann weiter suchen.
- „Geister“-Fadenrisse: Plötzliche Risse ohne offensichtliche Grate an der Nadel.
- Ausfransen: Der Faden wirkt „fusselig“/aufgerieben, bevor er reißt.
- „Pop-Out“ nach Trim: Der Faden zieht sich direkt nach dem Fadenschnitt aus dem Nadelöhr nach oben.
- Kappen-Probleme: Nadelbrüche speziell bei Caps/Kappen (engeres Toleranzfenster).
- Satin schwankt: Satinkolumnen werden sichtbar breiter/schmaler als digitalisiert.
Warnung: (Mechanische Sicherheit) Wenn du vermutest, dass die Spule am Rotationsgreifer reibt: sofort stoppen. Weiterlaufen kann von Fadenrissen zu Nadelbrüchen eskalieren. Nadelbruchstücke sind ein echtes Risiko für Augen und Hände – beim Troubleshooting Schutzbrille tragen.
Zahlen, die Diskussionen beenden: Unterfadenspannung am Towa-Messgerät (180–200)
„Spannung fühlen“ ist Erfahrung – in der Produktion zählt aber Messbarkeit. Mike nennt einen klaren Zielbereich für die Messung der Unterfadenspannung mit einem Towa-Messgerät (TM-1 oder TM-3).
Zielbereich (Praxiswert aus dem Video)
- Sollwert: 180–200 (oft als gf/Grammkraft angegeben).
HinweisAuf manchen Skalen entspricht das 18–20.
- Warnbereich: 300–600 (bzw. 30–60) deutet auf Klemmen, Schmutz oder die oben beschriebene Flare-Reibung hin.
Warum dieser Bereich? Er liefert genug „Drag“, damit der Oberfaden den Knoten sauber in den Stoff zieht – ohne dass die Spannung unnötig hoch wird.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis vor jeder Towa-Messung machen (damit der Wert überhaupt stimmt)
Bevor du misst, brauchst du eine kurze Vorprüfung. Eine verschmutzte Spulenkapsel oder wechselnde Spulentypen liefern dir sonst falsche Daten – und du drehst am Ende an der falschen Schraube.
Prep-Checkliste (vor JEDEM Towa-Test)
- Standardisieren: Teste denselben Spulentyp, den du auch sticken willst. Nicht während der Diagnose Marken/Typen mischen.
- Flare-Check: Spule auf Augenhöhe prüfen, Defekte aussortieren.
- Schmutz suchen: Spulenkapsel reinigen, besonders unter der Spannungsfeder (z. B. mit einer Kartenkante oder einem sehr leichten Luftstoß).
- Praxisgefühl: Fussel unter der Feder wirken wie ein „Polster“ – die Feder schließt nicht richtig, die Spannung wird unzuverlässig.
- Öl im Griff: Wenn kürzlich geölt wurde: Spulenkapsel außen trocken wischen. Zu viel Öl ist bei Kartonspulen ein Problem.
Tipp aus dem Workflow: Lege Druckluft/Blasebalg und eine kleine Bürste direkt neben das Towa-Gerät – das erinnert ans Reinigen vor dem Messen.
Spule einsetzen wie Mike: Erst Abzugsrichtung, dann in die Spulenkapsel
Ein großer Teil vermeintlicher „Spannungsprobleme“ sind schlicht Einlegefehler.
1) Abzugsrichtung der Spule prüfen
Für reproduzierbare Ergebnisse:
- Spule in die linke Hand.
- Fadenende mit der rechten Hand abziehen.
- Sichtcheck: Der Faden muss oben von der Spule ablaufen.

2) Spule in die Spulenkapsel einsetzen
- Spule in die Metall-Spulenkapsel legen.
- Faden durch den Schlitz führen.
- Hör-/Fühlcheck: Den Faden unter die Spannungsfeder („Zunge“) schieben, bis er sauber sitzt. Wenn er nicht richtig unter der Feder liegt, misst/stickst du faktisch mit „null“ oder stark schwankender Spannung.

Die Pigtail-Falle: Warum du beim Towa-Test NICHT durch den Pigtail fädelst
Das ist ein häufiger Stolperstein aus der Praxis: In den Kommentaren wurde gefragt, warum der „Pigtail“ nicht genutzt wird.
Regel: Der Pigtail (die kleine Drahtschlaufe) gehört zur Näh-/Stickführung, erzeugt aber zusätzliche Reibung, die die Messung verfälscht.
Protokoll:
- Beim Sticken: Schlitz → unter die Feder → durch den Pigtail.
- Beim Towa-Test: Schlitz → unter die Feder → Stopp. Nicht durch den Pigtail.

Wenn du beim Messen durch den Pigtail fädelst, bekommst du zu hohe Werte und würdest die Spannschraube zu weit lösen – Ergebnis können lose Schlaufen auf der Rückseite sein.
Towa-Routine: Einrasten, Räder fädeln, gleichmäßig ziehen (nicht rucken)
Jetzt misst du belastbare Daten.
Schritt für Schritt: Unterfadenspannung mit dem Towa-Messgerät testen
- Spulenkapsel ins Towa-Gerät einrasten. Darauf achten, dass sie sauber sitzt.

- Fadenweg legen: Faden unter das untere Rad und über/um die obere Rolle führen – exakt wie vorgesehen.

- Gleichmäßig ziehen: Den Faden nach unten mit langsamer, konstanter Geschwindigkeit abziehen.
- Praxisbild: Nicht „anreißen“ wie beim Rasenmäherstart. Du willst einen ruhigen, konstanten Zug.

Messwert richtig lesen (Erfolgskriterien)
- Erstes Zucken ignorieren: Die Nadel springt anfangs oft kurz.
- Wichtig ist das „Einpendeln“: Wo steht die Nadel, während du gleichmäßig ziehst?
- Soll: stabil zwischen 180 und 200.
- Fehlerbild 1 (Spikes): Sprünge Richtung 300+. Ursache: Flare-Reibung, Schmutz oder Klemmen.
- Fehlerbild 2 (Drop): Hält kurz 180, fällt plötzlich stark ab (z. B. Richtung 50) und kommt wieder. Ursache: verzogene/„wobbelnde“ Spule. Empfehlung aus dem Video: Spule entsorgen.
Das mechanische „Warum“: Wo die Spule am Rotationsgreifer reibt (und warum es wie Spannung wirkt)
Mike zeigt den konkreten Reibpunkt am Greifer.


Mechanik in einem Satz: Der Rotationsgreifer läuft mit hoher Drehzahl, die Spule sitzt im System. Wenn der Kartonflansch außen an der hinteren Metallfläche anliegt, entsteht Reibung wie bei einem Bremsbelag. Der Faden wird „festgehalten“, die Maschine zieht dagegen – und der Faden reißt. Deshalb bringt das Drehen an der Spannschraube oft nichts: Nicht die Schraube ist das Problem, sondern die Reibung.
Symptome in der Produktion (und der schnelle Fix)
Nutze diese Zuordnung, um nicht zu raten.
1) Plötzliche Fadenrisse / Ausfransen
- Wahrscheinliche Ursache: Defekte Spule (Flare) reibt am Greifer.
2) Nadelbrüche bei Caps/Kappen
- Wahrscheinliche Ursache: Effektiv zu hohe Unterfadenspannung durch Reibung. Bei Kappen ist das System weniger „nachgiebig“.
3) Ungleichmäßige Satinkolumnen
- Wahrscheinliche Ursache: Verzogene Spule → Spannung schwankt.
4) Karton quillt auf
- Wahrscheinliche Ursache: Zu viel Öl – Öl zieht in den Karton, der sich ausdehnt.

Entscheidungsbaum für Mitarbeitende: Auftragstyp → zuerst prüfen
In der Produktion entsteht Geschwindigkeit durch Standardentscheidungen. Das kannst du direkt als Aushang nutzen.
Quick-Triage:
- Ist der Auftrag „High-Risk“ (Caps, dicke Materialien, teure Ware)?
- JA: Pflicht-Check: Flare-Test + Towa-Messung (180–200).
- NEIN: Weiter zu 2.
- Begann das Problem innerhalb von 5 Minuten nach einem Spulenwechsel?
- JA: Sehr wahrscheinlich Spule. Stoppen, Flare-Test, erneut messen.
- NEIN: Weiter zu 3.
- Ändert sich die Satinbreite sichtbar?
- JA: Spule wackelt/verzogen → entsorgen.
- NEIN: Weiter zu 4.
- Wurde gerade frisch geölt?
- JA: Auf ölgetränkten Karton achten, Spulenkapsel trocken wischen.
- NEIN: Wenn Spule/Unterfaden ok sind: erst dann Oberfadenweg prüfen.
Zwei-Spulenkapsel-Rotation: Die kleine Gewohnheit, die Stillstand verhindert
Mike empfiehlt eine „Boxenstopp“-Routine: eine Spulenkapsel in der Maschine, eine auf der Werkbank.
Während die Maschine Auftrag A stickt:
- Ersatz-Spulenkapsel reinigen.
- Neue Spule einsetzen.
- Mit dem Towa-Gerät testen (180–200 bestätigen).
- Bereit legen.
Wenn die Spule leer ist: sofort tauschen. So vermeidest du den typischen Fehler „Ich stelle jetzt schnell irgendwas ein, weil es eilt“.


Das ist ein einfacher Skalierungshebel – Ersatz-Spulenkapseln sind günstige Versicherung für Industrie-Stickmaschinen.
Magnetische Spulen, Kompatibilität und was ich in einem gemischten Maschinenpark tun würde
Aus der Praxis kam die Frage nach magnetischen Spulen (z. B. Filtec Magnetic Core) und auch der Hinweis, dass es je nach Maschine unterschiedlich gut funktionieren kann.
Was sich aus den Kommentaren ableiten lässt: Magnetische Spulen können funktionieren, aber es gibt Maschinen/Setups, bei denen Anwender wieder zurück auf nicht-magnetische Spulen wechseln – daher: nicht pauschal annehmen, dass es überall „besser“ ist.
Vorgehen (risikoarm):
- Wenn du eine melco amaya Stickmaschine oder eine melco emt16x Stickmaschine betreibst: erst mit einer kleinen Menge testen.
- Achte darauf, ob die Maschine das Spulenende korrekt erkennt/stoppt (Sensorik kann je nach System reagieren).
- Wichtig: Nicht innerhalb eines Kopfes/Jobs magnetische und normale Spulen mischen. Entscheide dich pro Setup und standardisiere dann die Towa-Messung darauf.
Upgrade-Gedanke (ohne Hard-Sell): Wenn Einspannen zum echten Engpass wird
Dieser Guide dreht sich um Spulen – aber der betriebliche Schmerz ist verlorene Produktionszeit.
Wenn deine Fadenstabilität steht (gute Spulen + Towa-Verifizierung), ist der nächste Engpass oft das Einspannen. Läuft die Maschine sauber, aber das Einspannen dauert ewig, leidet die Marge.
Upgrade-Logik:
- Trigger: Du siehst Rahmenspuren auf empfindlichen Polos oder Mitarbeitende kämpfen ständig mit Schraubrahmen.
- Kriterium: Bei Serien ab ca. 20+ Teilen werden Schraubrahmen schnell zum Zeitfresser.
- Option: Umstieg auf Magnetrahmen.
Magnetische Stickrahmen (kompatibel mit bestimmten Mighty Hoop für melco Systemen oder Drittanbieter-Lösungen) passen sich Materialstärken schneller an und reduzieren das Nachstellen zwischen T-Shirt und Hoodie.
Für große Rückenstickereien kann ein xl Stickrahmen für melco-Format helfen, den Stoff gleichmäßig straff zu halten – damit deine sauber eingestellte Spannung auch wirklich in saubere Stiche übersetzt wird.
Warnung: (Magnet-Sicherheit) Magnetrahmen enthalten starke Neodym-Magnete.
- Quetschgefahr: Finger aus der Schließzone halten.
- Medizinische Geräte: Personen mit Herzschrittmacher/Insulinpumpe müssen Abstand halten oder das Handling vermeiden (Herstellerangaben beachten).
Betriebs-Checkliste: „Keine Mystery Breaks mehr“
Zum Ausdrucken für die Werkbank:
- Wareneingang: Jede neue Spulenbox mit dem Augenhöhen-Flare-Test prüfen; schlechte Chargen separieren.
- Diagnose: Bei Fadenriss Spule mit dem Towa-Gerät testen – ohne Pigtail.
- Soll: 180–200 bei gleichmäßigem Zug.
- Ausschuss: Wenn die Nadel stark schwankt oder „droppt“ → Spule entsorgen.
- Sauberkeit: Spulenkapsel trocken halten; zu viel Öl vermeiden (Karton kann quellen).
- Workflow: Zwei-Spulenkapsel-Rotation nutzen, damit die nächste Spule schon geprüft bereitliegt.
Wenn du diese Routine konsequent fährst, hörst du auf „Geister zu jagen“ – und kannst deiner Maschine wieder vertrauen.
FAQ
- Q: Was ist bei Melco Industrie-Stickmaschinen der schnellste Check, wenn Fadenrisse direkt nach einem Spulenwechsel beginnen?
A: Mach den 10-Sekunden-Augenhöhen-„Flare-Test“ und entsorge jede Kartonspule, deren Flansche nicht flach und parallel sind.- Spule auf Augenhöhe halten und langsam zwischen den Fingern drehen.
- Seitenprofil vergleichen: flach/parallel wie eine Münze = OK; Untertassen-/Schalenform = defekter „Flare“.
- Bei Flare-Verdacht den Lauf sofort stoppen, um eine Eskalation bis zum Nadelbruch zu vermeiden.
- Erfolgskontrolle: Die Kartonflansche wirken über die gesamte Drehung gerade und parallel.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Spulenkapselbereich reinigen und die Unterfadenspannung am Towa-Gerät prüfen, bevor du an Spannschrauben drehst.
- Q: Welcher Unterfadenspannungsbereich sollte bei einem Melco-Rotationsgreifer am Towa TM-1 oder TM-3 angezeigt werden?
A: Ziel sind 180–200 (oft als 18–20 auf manchen Skalen) bei einem gleichmäßigen Zug.- Spulenkapsel ins Towa-Gerät einrasten und den Faden unter das untere Rad sowie über/um die obere Rolle führen.
- Langsam und gleichmäßig nach unten ziehen (nicht rucken) und den ersten Nadel-Sprung ignorieren.
- Erfolgskontrolle: Die Nadel pendelt sich ein und bleibt stabil zwischen 180 und 200.
- Wenn es nicht passt: Werte im Bereich 300–600 sprechen für Flare-Reibung, Schmutz oder Klemmen – Spulenkapsel reinigen und mit einer sicher guten Spule erneut testen.
- Q: Welche „Pre-Flight“-Schritte sind nötig, bevor man die Melco-Unterfadenspannung mit einem Towa-Gerät testet, damit der Messwert aussagekräftig ist?
A: Erst reinigen und standardisieren – ein verschmutztes oder gemischtes Setup liefert falsche Werte.- Sicherstellen, dass du denselben Spulentyp/dieselbe Marke testest, die du auch sticken willst (beim Test nicht mischen).
- Spule auf Flare prüfen (Augenhöhe) und Defekte aussortieren.
- Fussel aus der Spulenkapsel entfernen, besonders unter der Spannungsfeder (Kartenkante oder leichter Luftstoß).
- Erfolgskontrolle: Der Fadenweg unter der Feder fühlt sich „klar“ an (nicht gepolstert durch Fussel) und die Kapsel ist trocken, falls kurz zuvor geölt wurde.
- Wenn es weiterhin abweicht: Mit einer anderen Spule gegenprüfen, um Wobble/Verzug auszuschließen, bevor du an der Spannschraube verstellst.
- Q: Wie sollte eine Melco-Spule ausgerichtet und in die Spulenkapsel eingesetzt werden, um „Nullspannung“ und sofortige Stichprobleme zu vermeiden?
A: Spule in korrekter Abzugsrichtung einsetzen und den Faden sauber unter der Spannungsfeder platzieren.- Spule in der linken Hand halten und den Faden mit der rechten Hand so abziehen, dass er oben von der Spule abläuft.
- Spule in die Metall-Spulenkapsel legen und den Faden durch den Schlitz führen.
- Den Faden unter die Spannungsfeder schieben, bis er sicher sitzt.
- Erfolgskontrolle: Der Faden läuft kontrolliert unter der Feder – sitzt er nicht korrekt, ist die Spannung unzuverlässig.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Towa-Messwert prüfen und zusätzlich auf Flare sowie Fussel unter der Feder achten.
- Q: Warum muss beim Testen der Melco-Unterfadenspannung mit einem Towa-Gerät die Pigtail-Drahtschlaufe an der Spulenkapsel ausgelassen werden?
A: Beim Messen nicht durch den Pigtail fädeln, weil er zusätzliche Reibung erzeugt und den Messwert künstlich erhöht.- Beim Sticken: Schlitz, unter die Feder und durch den Pigtail.
- Beim Towa-Test: Schlitz und unter die Feder, dann stoppen (Pigtail auslassen).
- Erfolgskontrolle: Der Messwert liegt im Zielbereich, ohne dass du die Spannschraube „zu weit“ lösen musst.
- Wenn es weiterhin zu hoch ist: Eher Flare-Reibung oder Schmutz/Klemmen vermuten als „zu fest eingestellte“ Schraube.
- Q: Was bedeutet bei Melco-Stickmaschinen ein „Needle Drop“ am Towa-Gerät (z. B. 180, dann plötzlich 50, dann wieder hoch), und was sollte man tun?
A: Spule entsorgen – dieses Muster weist auf eine verzogene Spule hin, die in der Kapsel wackelt und die Spannung schwanken lässt.- Gleichmäßig nach unten ziehen und auf den eingependelten Wert achten, nicht auf den ersten Sprung.
- Auf stabiles „Schweben“ vs. plötzliches Abfallen und Erholen während desselben Zugs achten.
- Erfolgskontrolle: Eine gute Spule liefert einen ruhigen, konstanten Messwert ohne plötzliche Einbrüche.
- Wenn es weiterhin auftritt: Mit einer anderen Spule gegenprüfen und Flare sowie Sauberkeit prüfen, bevor du den Oberfadenweg verdächtigst.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollte man befolgen, wenn Melco-Stickmaschinen Anzeichen von Spulenreibung zeigen (Ausfransen, „Geister“-Risse oder Nadelbrüche bei Kappen)?
A: Sofort stoppen und zuerst Spule/Greifer-Reibung abklären – Weitersticken kann gefährliche Nadelbrüche auslösen.- Den Lauf anhalten, sobald Ausfransen/„Geister“-Risse nach Trims auftreten, besonders bei Kappen.
- Verdächtige (aufgeweitete oder ölgetränkte) Kartonspulen ersetzen und den Bereich um Greifer/Spulenkapsel reinigen.
- Beim Troubleshooting Schutzbrille tragen, da bei Nadelbruch Splitter austreten können.
- Erfolgskontrolle: Nach Austausch/Reinigung läuft die Maschine ohne Ausfransen, und das Stichbild stabilisiert sich direkt nach dem Fadenschnitt.
- Wenn es weiterhin auftritt: 180–200 am Towa-Gerät bestätigen und erst danach den Oberfadenweg prüfen.
- Q: Wann sollten Bediener in der gewerblichen Stickproduktion von Technik-Fixes auf Magnetrahmen oder leistungsstärkere SEWTECH-Mehrnadelstickmaschinen upgraden?
A: Erst die Fadenstabilität sauber lösen, dann upgraden, wenn Einspannzeit und Rahmenspuren der echte Engpass werden.- Level 1 (Technik): Spulen standardisieren, Flare-Test machen und 180–200 am Towa-Gerät verifizieren.
- Level 2 (Werkzeug): Auf Magnetrahmen wechseln, wenn Rahmenspuren auf empfindlichen Polos auftreten oder Schraubrahmen Serien ab 20+ Teilen ausbremsen.
- Level 3 (Kapazität): SEWTECH-Mehrnadelstickmaschinen in Betracht ziehen, wenn die Linie stabil läuft, aber das Volumen/der Durchsatz begrenzt.
- Erfolgskontrolle: Weniger Umspannen, weniger Rahmenspuren, schnelleres und reproduzierbares Einspannen ohne Verlust an Stichkonstanz.
- Wenn es weiterhin hakt: Pro Auftragstyp eine Einspannmethode standardisieren und die Zwei-Spulenkapsel-Rotation beibehalten, damit die Spannung vor dem nächsten Wechsel geprüft ist.
