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Maschinen- & Materialvorbereitung
Ein Flachrahmen-Setup wirkt „einfach“ – bis der Stoff kriecht, das Motiv halb außerhalb des Rahmens liegt oder die Farbfolge nicht zu den Nadeln passt. Es geht hier nicht nur ums „Laden“ der Maschine, sondern darum, vor dem ersten Stich eine saubere Null-Fehler-Zone aufzubauen. Diese Anleitung rekonstruiert den im Video gezeigten TCL-Serie-Workflow als Checkliste, die du im Alltag reproduzierbar abarbeiten kannst.
Du lernst:
- Stickvlies (Lining Sheet) und Stoff auf einem flachen Aluminiumrahmen mit magnetischen Klemmen fixieren
- Ein Design über USB am Dahao-Bedienpanel laden
- Basisparameter (Richtung/Winkel/Wiederholung/Skalierung) anpassen und die Nadel-/Farbfolge einstellen
- Motiv positionieren, die Rot-Rahmen-Warnung verstehen, einen Umrisslauf mit Laser ausführen und starten

Benötigte Teile: Klemmen, Vlies und Stoff
Die Teileliste im Video ist kurz und praxisnah: Stoffklemmen, ein Lining Sheet (Stickvlies/Backing), dein Stoff sowie ein USB-Stick mit Designs.

Erfahrene Betreiber in der Textilveredelung wissen aber: „Teile“ allein reichen nicht – entscheidend ist die Vorbereitung, damit Passung und Stichbild stabil bleiben. Wichtig ist dabei: Alles, was du hier standardisierst, reduziert später Nacharbeit.
- Stickvlies/Backing (Lining Sheet): Im Video wird erwähnt, dass meist Nonwoven (Vlies) genutzt wird und dass das Lining Sheet ein Verrutschen verhindert, damit die Stickerei nicht verzieht. Praxisregel: Das Vlies ist das Fundament – der Stoff ist die Oberfläche. Wenn das Fundament wandert, wandert das Motiv.
- Stoff: Muss – wie das Vlies – die komplette Rahmenfläche abdecken.
- USB-Stick: Im Video wird er rechts am Dahao-Panel eingesteckt. Achte vor allem darauf, dass der Stick vom Panel erkannt wird.
Wenn du einen Produktionsablauf aufbaust, behandle den Rahmen wie eine Vorrichtung: Jede Abweichung in der Spannung wird zur Abweichung in der Passung und im Stichbild. Genau hier hilft die Denkweise einer Einspannstation für Stickmaschinen: Du spannst nicht „irgendwie ein“, du standardisierst.
Warnung: Quetschgefahr & mechanische Sicherheit. Finger beim Andrücken der Klemmen aus dem Bereich der Rahmenkante/Schiene halten – die Magnetkraft kann Klemmen schlagartig schließen. Außerdem: Keine losen Ärmel, Kordeln oder lange Haare in der Nähe des bewegten Rahmens, sobald die Maschine verfahren kann.
Den flachen Aluminiumrahmen vorbereiten
Im Video beginnt alles damit, dass das Lining Sheet die gesamte Fläche des Aluminiumrahmens abdeckt. Diese „alles abdecken“-Anweisung ist entscheidend.
- Warum Vollabdeckung zählt: Wenn das Vlies nicht bis an die Ränder reicht oder nicht sicher fixiert ist, kann der Stoff während des Stickens ungleichmäßig nachgeben. Das erhöht das Risiko von Verzug.
- Gleichmäßige Auflage: Eine vollflächige Unterlage sorgt dafür, dass der Stoff überall ähnlich aufliegt – das macht die Spannung über die Fläche berechenbarer.

Praxisnotiz (warum die Reihenfolge hilft): Beim Einspannen auf dem Flachrahmen erzeugst du ein Spannungsfeld. Ist eine Seite stärker gespannt als die andere, „wandert“ der Stoff in Richtung der schwächeren Seite, sobald viele Nadelstiche gesetzt werden. Die im Video gezeigte Methode – erst Vlies fixieren, dann Stoff auflegen und anschließend beides zusammen klemmen – reduziert dieses Risiko, weil die Basisschicht zuerst stabilisiert wird.
Vorab-Checkliste (bevor du klemmst):
- Rahmen sitzt fest: Aluminiumrahmen ist montiert und sicher verriegelt.
- Vlies liegt vollflächig: Lining Sheet deckt die komplette Rahmenfläche ab.
- Stoff vorbereitet: Stoff ist glatt aufgelegt und frei von Falten/Schmutz.
- Klemmen sauber: Kontaktflächen der Magnetklemmen sind frei von Fusseln.
- Daten bereit: USB-Stick mit passender Stickdatei ist griffbereit.
Schritt-für-Schritt: Einspannen (Flachrahmen)
Dieser Abschnitt folgt exakt der Reihenfolge aus dem Video: zuerst das Lining Sheet, dann den Stoff auflegen, dann Klemme für Klemme beide Lagen gemeinsam fixieren. Diese „Sandwich“-Methode ist in der Praxis deutlich kontrollierbarer, als beide Lagen gleichzeitig „auf gut Glück“ zu klemmen.

Stickvlies (Lining Sheet) fixieren
1) Lining Sheet auf den Rahmen legen, sodass es die komplette Fläche des Aluminiumrahmens abdeckt. 2) Lining Sheet von zwei Seiten klemmen (im Video werden zuerst zwei gegenüberliegende Seiten fixiert).
Der Zweck wird im Video klar genannt: Mit dem Lining Sheet verrutscht der Stoff nicht – dadurch verzieht sich die Stickerei weniger.
Checkpoint: Das Lining Sheet liegt flach, deckt die gesamte Fläche ab und ist durch die ersten Klemmen sicher gehalten.
Stoff mit magnetischen Klemmen fixieren
Jetzt kommt der Hauptstoff oben auf das Lining Sheet. Nimm dir hier Zeit – die Qualität entsteht beim Einspannen.

1) Stoff auf das Lining Sheet legen und ebenfalls vollflächig abdecken. Mit den Händen von innen nach außen glattstreichen. 2) Klemme lösen und Stoff + Lining gemeinsam klemmen (im Video wird das nacheinander gemacht). Das ist der entscheidende Schritt: Du klemmst nicht „Stoff separat“, sondern beide Lagen als Stapel.
- Technik: Immer nur eine Klemme lösen, kurz prüfen, dass Stoff und Lining sauber übereinander liegen, dann sofort wieder schließen. Wenn du mehrere Klemmen gleichzeitig löst, verlierst du die Spannung.
3) Ausrichtung der Klemme vor dem Andrücken prüfen (Video-Detail):
- Der Klemmenrand/„Skirt“ zeigt nach außen.
- Die Nut/der Schlitz zeigt zur Rahmenschiene.

4) Klemmen an den horizontalen Seiten ergänzen: Im Video wird gezeigt, dass auf den horizontalen Seiten mehrere Klemmen kombiniert werden (z. B. eine lange, dann eine kurze), um die gesamte Breite abzudecken. 5) Rahmen verfahren, um besser klemmen zu können: Das Video zeigt ausdrücklich, dass der Rahmen zum leichteren Klemmen bewegt wird. Nutze das Verfahren – statt dich ungünstig über die Maschine zu lehnen.
Checkpoint: Klemmen sind korrekt orientiert (Rand nach außen, Nut zur Schiene), sitzen vollständig und halten den Stoff gleichmäßig.
Erwartetes Ergebnis (Video): „So ist der Stoff glatter und straffer.“
Richtige Spannung & Glätte erreichen
Das Video gibt einen einfachen, starken Test: Stoff anfassen – er soll glatt und straff sein. Damit „straff“ in der Praxis messbar wird, nutze diese Checks.

- Sichtprüfung: Liegt der Stoff ohne Wellen? Wirkt die Struktur/der Fadenlauf gerade und nicht verzogen?
- Handtest: Mit der Handfläche über die Fläche streichen. Du solltest keine Falten „aufschieben“ können.
Typischer Stolperstein (aus dem Video): Falten im Stoff.
- Fix (Video): Stoff beim Klemmen straff ziehen.
- Praxis-Feinschliff: Nicht ruckartig ziehen. Lieber in kleinen Korrekturen glätten und Klemme für Klemme nachsetzen, damit die Spannung gleichmäßig bleibt.
Wenn dein Engpass langsames Klemmen oder schwankende Spannung ist, kann ein Workflow nach Magnetische Einspannstation-Prinzipien helfen: Der Rahmen liegt stabil, du arbeitest ergonomischer und reproduzierbarer.
Bedienpanel-Schritte (Dahao-System)
Wenn der Stoff sauber fixiert ist, ist die „Mechanik“ erledigt. Jetzt folgt der digitale Teil – und ein Fehler hier wird sofort physisch sichtbar.
Designs per USB importieren
Die Dahao-Sequenz im Video ist geradlinig:

1) USB-Stick rechts am Panel einstecken. 2) Design-Icon drücken. 3) USB-Icon drücken. 4) In der Liste das gewünschte Design suchen.

5) Datei auswählen und Copy (in den Maschinenspeicher) drücken. 6) Bestätigen und den Designnamen bei Bedarf anpassen.
Checkpoint: Das Design erscheint im internen Speicher/der Liste der Maschine.
Hinweis aus der Praxis (ohne Video-Überdehnung): Wenn ein USB-Stick nicht erkannt wird oder Dateien nicht angezeigt werden, liegt es häufig an Dateistruktur/Kompatibilität. Halte Ordnerstrukturen einfach und nutze ein gängiges Maschinenformat (im Video werden DST/DSB genannt).
Nadel-/Farbfolge einstellen
Das Video nennt einen wichtigen Punkt, der Anfänger oft verwirrt:
- Links steht die Design-Farbfolge (Step 1, Step 2, …).
- Rechts stehen die Nadelpositionen.
- Die am Bildschirm dargestellte Farbe ist nicht die echte Garnfarbe, sondern nur eine Anzeige.

Im Video-Beispiel wird die Sequenz den Nadeln 1, 2, 5, 6 zugewiesen.
Checkpoint: Passt die Nadelzuweisung zu deinen tatsächlich eingefädelten Oberfäden? Gerade bei Mehrnadelstickmaschinen ist eine falsche Nadelzuordnung einer der teuersten Fehler, weil der Lauf trotz perfektem Einspannen unbrauchbar wird.
Hier zeigt sich auch der Workflow-Vorteil von Magnetrahmen für Stickmaschine: Schnelleres Einspannen bringt nur dann etwas, wenn die digitale Einrichtung (Nadel-/Farbfolge) genauso standardisiert ist.
Motiv positionieren und zentrieren
Nach der Designauswahl zeigt das Video Umriss und Rahmen am Bildschirm.

1) Mit den Pfeiltasten den Rahmen/Pantographen zur gewünschten Position verfahren. 2) Für mittige Platzierung den Frame Center-Button nutzen.

Checkpoint: Der Motiv-Umriss liegt vollständig innerhalb der Rahmenbegrenzung am Bildschirm.
Rot-Rahmen-Warnung (Video-Fakt): Wenn das Design außerhalb des Rahmens liegt, wird der Rahmen am Bildschirm rot als Warnung.
Endkontrolle vor dem Sticken
Das ist dein „Pre-Flight-Check“: Ein kurzer Umrisslauf verhindert teure Fehler.
Umrisslauf / Boundary Trace ausführen
Der Trace fährt den Rahmen entlang der Designfläche. Im Video wird das explizit empfohlen, besonders wenn du in einem kleineren Bereich platzieren willst.

1) Trace-Icon drücken (im Video als Nadel mit gestricheltem Quadrat dargestellt). 2) Der Rahmen verfährt entsprechend der Designfläche. 3) Laser beobachten: Der Laserpunkt markiert den Stichpunkt. Prüfe, ob der Umriss innerhalb der nutzbaren Fläche liegt.
Checkpoint: Keine Rot-Rahmen-Warnung und der Umrisslauf bleibt innerhalb der Stofffläche.
Rahmenlimits und Warnungen richtig interpretieren
Die Video-Regel ist klar: Liegt das Design außerhalb, kommt die rote Warnung.
Praktisches Modell:
- Roter Bildschirmrahmen = Das System erkennt: passt nicht.
- Trace zeigt Konflikt = Das System denkt: passt, aber die reale Situation (Position/Arbeitsbereich) ist kritisch.
Praxisfrage aus den Kommentaren: Es kam die Frage auf, wie man MAYA kontaktieren kann. Für Support ist in der Regel der offizielle Herstellerkanal oder der Händler/Distributor, über den die Maschine bezogen wurde, der schnellste Weg.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetklemmen können sehr stark sein – Finger nicht zwischen zwei Magnetflächen bringen. Außerdem: Magnete nicht unkontrolliert zusammenschlagen lassen.
Setup-Checkliste (nach dem Einspannen, vor dem Trace):
- Sandwich stimmt: Stoff und Lining sind gemeinsam geklemmt.
- Klemmen-Ausrichtung: Rand nach außen, Nut zur Schiene.
- Spannung: Oberfläche glatt und straff.
- Nadel-/Farbfolge: Zuweisung am Panel passt zur Maschine.
- Position: Motiv so platziert, dass der Umrisslauf sicher ist.
Starten (und worauf du in den ersten 30 Sekunden achtest)
Im Video ist der letzte Schritt einfach: Start drücken.


Auch wenn das Video danach schnell endet: Die ersten Sekunden sind entscheidend.
- Hören: Ungewöhnliche harte Geräusche sind ein Stop-Signal.
- Sehen: Greift der Unterfaden sauber, bildet sich ein stabiler Stich?
- Prüfen: Stimmt die Platzierung am Stoff mit deiner gewünschten Position überein?
Hier berichten Anwender von Magnetrahmen oft von einem Qualitätsplus: gleichmäßiger Klemmdruck reduziert Mikrobewegungen, die sich sonst als unsaubere Konturen zeigen können.
Betriebs-Checkliste (direkt vor Start):
- Keine Rot-Rahmen-Warnung am Dahao-Display.
- Umrisslauf (Trace) erfolgreich durchgeführt.
- Unterfaden ist vorhanden und korrekt eingesetzt.
- Fadenweg ist frei (keine Verwicklungen).
- Stop-Taste ist erreichbar.
Entscheidungshilfe: Vlieswahl beim Flachrahmen-Klemmen
Im Video wird erwähnt, dass meist Nonwoven genutzt wird – gleichzeitig werden auch wasserlösliches und heißlösliches Papier in der Materialliste genannt. Nutze diese einfache Entscheidungshilfe, um das passende Lining Sheet auszuwählen.
- Brauchst du maximale Formstabilität gegen Verrutschen/Verzug?
- Ja: Nutze ein stabiles Nonwoven (Vlies) als Basis.
- Muss das Material nach dem Sticken vollständig verschwinden (z. B. empfindliche Oberflächen)?
- Ja: Nutze Water Soluble (wasserlöslich) oder Hot/Heat Soluble (heißlöslich) – wie im Video als Optionen genannt.
HinweisWenn du unsicher bist, orientiere dich an der im Video gezeigten Standardlösung (Nonwoven) und teste vor Serienproduktion mit einem Probestück.
- Ja: Nutze Water Soluble (wasserlöslich) oder Hot/Heat Soluble (heißlöslich) – wie im Video als Optionen genannt.
Troubleshooting
Dieser Abschnitt übersetzt die Video-Hinweise in eine schnelle „Symptom → Ursache → Fix“-Tabelle für den Shopfloor.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache (Video/Exp) | Quick Fix | Vorbeugung |
|---|---|---|---|
| Falten im Stoff | Beim Klemmen wurde Spannung ungleichmäßig aufgebaut. | Nicht alles lösen: nur die betroffene Seite Klemme für Klemme nachsetzen und dabei glätten. | Stoff vor dem Klemmen von innen nach außen glattstreichen. |
| Klemme rutscht / sitzt nicht sauber | Klemme falsch herum (Video: Nut/Schlitz nicht zur Schiene). | Korrekt ausrichten: Rand nach außen, Nut zur Schiene. | Vor dem Andrücken jede Klemme kurz visuell prüfen. |
| Rot-Rahmen-Warnung | Design liegt außerhalb der Rahmenfläche (Video). | Mit Pfeiltasten verfahren, bis die Warnung verschwindet; ggf. zentrieren. | Position am Bildschirm prüfen und immer Trace laufen lassen. |
| Platzierung stimmt nicht | Bildschirmposition wurde nicht physisch verifiziert. | Trace ausführen und dem Laserpunkt folgen. | Vorab Markierungen setzen und den Umrisslauf als Standard etablieren. |
| Falsche Farbe gestickt | Nadelzuweisung/Farbfolge falsch gesetzt. | Stoppen, Sequenz am Panel korrigieren. | Nadelpositionen standardisieren und vor Start die Sequenz prüfen. |
Ergebnis
Wenn du die Video-Reihenfolge einhältst – Lining Sheet vollflächig auflegen, von zwei Seiten klemmen, Stoff auflegen, dann Stoff + Lining gemeinsam mit korrekt ausgerichteten Magnetklemmen fixieren, Glätte/Spannung per Handtest prüfen, anschließend Design per USB laden, Nadel-/Farbfolge setzen, Motiv positionieren, Rot-Rahmen-Warnung vermeiden, Umrisslauf mit Laser durchführen und erst dann starten – erhältst du ein stabiles, wiederholbares Flachrahmen-Setup.
Wer Rüstzeiten senken und die Reproduzierbarkeit erhöhen will, gewinnt am meisten durch Standardisierung (Checklisten + Trace als Pflichtschritt) und danach durch passende Tools – z. B. Magnetrahmen für Stickmaschine oder Magnetrahmen für Stickmaschinen (je nach Maschinentyp und Einsatz).
Wenn du mir sagst, welchen Stoff du einspannst und was du stickst (Logo, Panel, Serienjob), kann ich dir eine praxisnahe Vorgehensweise zur Einspannung und zur Vlies-Auswahl innerhalb dieses Dahao-Workflows ableiten.
