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Der „White-Paper“-Guide für präzise ITH-Projekte: Post-it-Notizhalter wirklich beherrschen
Wenn du schon mal ein In-The-Hoop (ITH)-Projekt voller Vorfreude gestartet hast – und die Maschine macht beim allerersten Stich direkt ein Fadennest oder stoppt „aus dem Nichts“ – dann bist du nicht allein. Das gehört fast zum Pflichtprogramm. Dieser Post-it-Notizhalter hat zwar eine niedrige Stichzahl, aber lass dich davon nicht täuschen: Das ist ein Präzisionsprojekt.
Schon eine Abweichung von 2 mm an der Mittelmarkierung oder eine einzige stumpfe Nadel kann das Ergebnis von „Boutique-Geschenk“ auf „sieht leider selbstgemacht aus“ kippen.
In diesem ausführlichen Guide zerlege ich Graces Ablauf für einen stoffbezogenen Halter (mit einem Acryl-Fotorahmen 4x6 im Querformat als Innenstütze), gestickt auf einer Baby Lock Spirit im 5x7-Stickrahmen. Und ich gehe bewusst einen Schritt weiter: mit „Werkstatt-Protokollen“ – kurzen Prüfungen, klaren Entscheidungsregeln und typischen Fehlerbildern – damit du die klassischen ITH-Probleme vermeidest: verrutschende Lagen, Rahmenspuren und Kleber-Chaos.

Ruhe vor dem Start: Was dieser ITH-Post-it-Halter wirklich verlangt (und warum er oft schiefgeht)
Das ist nicht nur Sticken – das ist Konstruktion. Du baust eine Stoffhülle, die millimetergenau um einen starren Acrylrahmen passen muss. Durch diese harte Innenform ist die Fehlertoleranz praktisch null.
Du kämpfst im Wesentlichen gegen zwei Dinge:
- Schiefzug/Verrutschen (Ausrichtung)
- Auftragende Materialstärke (Bulk)
Das Setup (Baseline aus dem Video)
- Maschine: Baby Lock Spirit (Einnadel)
- Stickrahmen: 5x7 Standardrahmen
- Stickvlies: OESD Ultra Clean and Tear (Ausreißvlies)
- Nadel: Schmetz 75/11 Sticknadel (Chrome)
- Hilfsmittel: pinkes Stickband/Tape, Aleene’s No-Sew Fabric Glue, Wonder Clips
- Unterschätzte Essentials: gebogene Stickschere/Curved Snips (für Sprungstiche) und Zickzackschere/Pinking Shears (entscheidend gegen Bulk)
Wenn du denkst: „Ganz schön viel Aufwand für einen Notizzettelhalter“ – genau so denken Profis. In der Maschinenstickerei gilt: Vorbereitung ist 80 %, Sticken ist nur der Druckknopf.
Die „unsichtbare“ Vorbereitung, damit ITH nicht verrutscht, kräuselt oder beim ersten Stich stoppt
Bevor du überhaupt am Display arbeitest, eliminierst du Variablen. In der Produktion nennt man das: Fehlerquellen rausnehmen.
Geometrie (aus dem Projekt):
- Hauptstoff: 8x8 inch (Baumwolle)
- Taschenstoff: 8x8 inch (zum Finden der Mitte gefaltet)
- Acrylrahmen: 4x6 inch (Querformat)
Physik der Stabilisierung: Grace nutzt Ausreißvlies. Für geringe Stichdichte (viel Kontur/gerade Nähte + Text) auf stabiler Webware ist das absolut okay. Wichtig: Ausreißvlies bietet weniger Widerstand gegen seitliche Kräfte als Schneidvlies.
Tast-Check („Trommelfell-Test“): Beim Einspannen des Vlieses: Schraube handfest anziehen, Vlies straffziehen, dann die Schraube sanft nachziehen (nicht überdrehen). Tippe auf das Vlies: Es sollte sich straff anfühlen und „dumpf“ klingen – fest, aber nicht verzogen. Drückst du mit dem Daumen und es bleibt eine Delle: zu locker. Lockeres Vlies = Passungsfehler.
Gerade bei ITH mit wiederholtem Ein- und Ausspannen kommt Ermüdung ins Spiel. Wenn du merkst, dass die Spannung von Rahmen zu Rahmen schwankt, wird sauberes Einspannen für Stickmaschine zum entscheidenden Qualitätsfaktor. In der Praxis ist inkonsistentes Einspannen eine der häufigsten Ursachen für Ausschuss.
Prep-Checkliste („Pre-Flight“)
- Rahmen-Check: Wirklich 5x7 – 4x4 ist für dieses Projekt zu klein.
- Materialzuschnitt: Stoffe auf 8x8 inch. (Im Video sind die Teile bereits zugeschnitten.)
- Vlies-Spannung: Trommelfell-Test am eingespannten Ausreißvlies.
- Fadenweg: Oberfaden komplett neu einfädeln; Unterfaden prüfen (nicht „auf Kante“ starten).
- Tools bereit: Tape, Snips, Zickzackschere griffbereit.
- Sicherheit: Keine Schere/Clips unter dem Stoff im Nadelbereich.
Warnung: Schnitt-/Stichgefahr. Wenn du Sprungstiche mit gebogenen Snips in Maschinennähe schneidest: Maschine sperren/„Lock“ aktivieren oder Fuß vom Pedal. Ein Reflex reicht, und die Nadel ist im Finger.

Baby Lock Spirit Lettering-Setup: Die Display-Schritte, damit der Text nicht „irgendwie“ verdreht sitzt
Grace erstellt die Beschriftung direkt an der Maschine. Das ist praktisch, verlangt aber saubere Orientierung.
Workflow am Bildschirm:
- Text eingeben: „Cierra’s Notes“ mit der integrierten Schrift.
- Gruppieren: Buchstaben gruppieren, damit alles als Einheit verschoben wird.
- Drehen: 90 Grad drehen.
- Größe/Optik: Medium für Buchstaben, Apostroph klein – damit die Gewichtung passt.
Profi-Anker: Nach einer 90°-Drehung täuscht das Auge auf kleinen Displays schnell. Verlass dich nicht nur auf „sieht mittig aus“. Nutze – falls verfügbar – die Raster-/Grid-Anzeige und prüfe die Abstände zur Begrenzung (rote Box) links/rechts bzw. oben/unten systematisch.
Wenn du das gewerblich oder in Serie machst, ist Tippen am Display ein echter Engpass. Dateien mit Namen am PC vorzubereiten und dann sauber zu sticken ist oft schneller – und in wiederholbaren Workflows ist eine Einspannstation für Stickmaschine eher der Hebel als „noch schneller tippen“.


Stoppt beim ersten Stich? Das Nadelwechsel-Ritual, das 80 % der „mysteriösen“ Starts löst
Im Video stoppt die Maschine direkt beim Platzierungsstich. Grace findet die Ursache: eine schlechte/stumpfe Nadel.
Warum das passiert: Eine stumpfe oder beschädigte Nadel sticht nicht sauber, sondern drückt Material nach unten in Richtung Stichplatte. Dadurch kann der Greifer die Fadenschlinge nicht korrekt fassen – Ergebnis: Stopp, Fadennest, Chaos.
„Frische-Nadel“-Regel: Grace sagt sinngemäß: Nadel am besten bei jedem Projekt oder mindestens alle paar Projekte wechseln. Für ITH, wo Passung und Kanten sauber sein müssen, ist das ein sinnvoller Standard.
Nadelwechsel (wie gezeigt):
- Schraube lösen, alte Nadel raus.
- Neue Nadel einsetzen: Flachseite nach hinten, bis zum Anschlag hochschieben.
- Schraube festziehen: sicher fest, aber nicht brutal überdrehen.
Typische Start-Probleme schnell eingrenzen:
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Schnell-Fix |
|---|---|---|
| Fadennest unten | Oberfaden nicht korrekt in Spannung/Take-up | Oberfaden neu einfädeln (Nähfuß oben). |
| „Dumpfer Schlag“/Stop | Nadel stumpf/verbogen | Nadel wechseln, neu einfädeln. |
| Stoff wird „reingezogen“ | Nadelproblem + Material wird nach unten gedrückt | Nadel wechseln; sofort stoppen und neu starten. |
Wenn du solche Start/Stop-Reibung häufig hast und dir ein stabileres Halten der Lagen wünschst, kann ein Blick auf Magnetrahmen für baby lock sinnvoll sein – vor allem, weil das Handling beim Fixieren von „floating“ Lagen oft ruhiger und reproduzierbarer wird.

Taschen-Positionierung im 5x7-Stickrahmen: Die Mittelmarke ist kein „Pi-mal-Daumen“-Thema
Die Tasche ist der Blickfang. Sitzt sie schief, wirkt das ganze Teil schief.
Grace stickt zuerst eine Platzierungslinie auf das Vlies und richtet dann den gefalteten Taschenstoff exakt daran aus.
„Shear-Lock“ mit Tape: Grace nutzt pinkes Stick-Tape – und genau das ist hier entscheidend. Beim Sticken wirken seitliche Kräfte; ohne Fixierung kann der Stoff unter der Nadelvibration wandern. Tape wirkt wie eine Scher-Sperre.
Praxisregel: Nicht nur Ecken antapen. Fixiere die Kanten so, dass der Stoff gegen die erwartete Stichrichtung stabil bleibt – und bleib außerhalb der Stichlinie, damit die Nadel nicht verklebt.


Setup-Checkliste („Alignment Audit“)
- Linie vollständig? Platzierungslinie ohne Fehlstiche.
- Mittelbruch sauber? Stoff scharf falten (Fingerkante oder Bügeleisen).
- Exakt ausrichten: Bruchkante genau auf die Markierung/Platzierungslinie.
- Fest fixieren: Beide Seiten antapen. Kurz rütteln: Wenn es sich bewegt, nachlegen.
- Start-Status: Starttaste grün (Fuß unten) – im Video wird das explizit gezeigt.
Zum Text-Schritt springen: Wie Grace Schritte überspringt, ohne die Orientierung zu verlieren
Das Design zeigt auf dem Display 2890 Stiche und 8 Schritte. Da Grace personalisiert, stickt sie nicht die vorgegebenen Standardwörter aus der Datei, sondern springt zum Namens-/Textbereich.
Achtung, Denkfalle: Schritte überspringen ist riskant, weil man versehentlich einen Fixier-/Heftstich auslässt, der später die Tasche stabilisiert. Bevor du startest: am Display prüfen, welcher Schritt als Nächstes kommt.
Grace bleibt beim Oberfaden durchgehend bei Rot (Monocolor). Das spart Zeit, setzt aber voraus, dass du wirklich nur das stickst, was du brauchst.


Hauptteil aufbauen: 8x8 Hauptstoff „floaten“ und die Tasche an der roten Kerbe sauber verriegeln
Jetzt wird’s knifflig: Lagen „floating“ auflegen.
Grace nimmt das Taschenstück raus, ohne das Ausreißvlies aus dem Rahmen zu nehmen. Dann legt sie den schwarzen Hauptstoff (8x8) auf, lässt eine Platzierungslinie sticken und positioniert anschließend das Taschenstück obenauf – ausgerichtet an der roten Kerben-Markierung.
Risiko: Rahmenspuren & Verrutschen Beim klassischen Einspannen wird Stoff zwischen Innen- und Außenring geklemmt – das kann Fasern quetschen (Rahmenabdrücke). Durch „floating“ vermeidet Grace das, braucht aber eine sehr zuverlässige Fixierung (Tape).
Wenn du das in Serie machst: Bei vielen Wiederholungen wird Antapen zum Zeitfresser. Genau hier spielen Magnetrahmen für Stickmaschine ihre Stärke aus: schnelleres Fixieren der Lagen und oft weniger Druckstellen als beim klassischen Innenring.

Der finale Nahtstich: rechts auf rechts – und dann gibt’s kein Zurück
Zum Schließen legt Grace den Rückseitenstoff rechts auf rechts (also mit der schönen Seite nach innen) obenauf und stickt die finale Umrandung.
„Pucker vermeiden“-Protokoll: Vor dem letzten Umlauf:
- Glattstreichen: Mit der Hand über den Lagenaufbau fahren – keine Falten, keine Beulen.
- Tempo bewusst reduzieren: Im Video wird keine konkrete SPM-Zahl genannt; praxisnah gilt: Für den finalen Durchstich durch mehrere Lagen lieber langsamer fahren als „Vollgas“, um Nadelablenkung und Fehlstiche zu reduzieren.

Ausreißvlies entfernen, Zickzackschere, Ecken clippen: Das Anti-Bulk-Trio, damit der Rahmen passt
Nach dem Sticken beginnt der „Engineering“-Teil.
1) Ausreißvlies entfernen: Beim Abreißen die Stickerei mit dem Daumen stützen. Nicht ruckartig ziehen – sonst verziehst du die Kante.
2) Mit Zickzackschere zurückschneiden: Grace schneidet rundum mit der Zickzackschere. Der Zickzack-Schnitt reduziert das Auftragen der Nahtzugabe und hilft, dass die Kante später weniger „hart“ steht.
3) Ecken stark ausdünnen: Grace betont, die Ecken extra gut zu kürzen, weil es dort dick wird. Zusätzlich gilt: Ecken diagonal (ca. 45°) ausdünnen, nah an die Naht – aber nicht in die Naht schneiden.


Acrylrahmen einsetzen (eng!): So „kämpfst“ du ihn rein, ohne die Kanten zu verziehen
Grace wendet, formt die Ecken mit einem stumpfen Hilfsmittel (Essstäbchen) sauber aus und schiebt den Acrylrahmen ein.
Haptik-Check: Das darf sich stramm anfühlen. Es ist normal, dass du den Stoff Stück für Stück über den Rahmen „hochziehen“ musst.
- Wenn er zu leicht reinrutscht: Hülle eher zu weit (Passung prüfen).
- Wenn du den Rahmen biegst oder die Ecken nicht sitzen: Meist sind die Ecken innen zu dick oder die Nahtzugabe liegt nicht flach.
Praxis: Ecke für Ecke arbeiten. Kontrollieren, dass innen nichts „aufrollt“.

Graces Verstärkung (nicht in der Anleitung): Unten versäubern, dann kleben und clippen
Viele ITH-Anleitungen lassen die Öffnung roh oder verlangen Handstiche. Grace macht es praxisnah und haltbar:
- Versäubern: Sie näht/versäubert die Unterkante (im Video mit der Overlock/Serger).
- Kleben: Aleene’s No-Sew Fabric Glue als durchgehende Linie.
- Fixieren: Wonder Clips bis zum Abbinden.
Wichtig: Grace lässt es mindestens eine Stunde trocknen. Das ist entscheidend, damit der Kleber nicht nach vorne durchdrückt, wenn du das Teil zu früh belastest.


Warnung: Magnet-Sicherheit. Wenn du für diesen Workflow auf Magnetrahmen umsteigst: Das sind keine Kühlschrankmagnete. Sie können Haut sehr schmerzhaft einklemmen. Abstand zu Herzschrittmachern, empfindlicher Elektronik und Kindern.
Entscheidungsbaum: Stoff + Stickvlies für ITH-Hüllen (damit die Tasche nicht wellt)
Wenn du reproduzierbar gute Ergebnisse willst, standardisiere dein „Rezept“.
Entscheidung 1: Stoffgewicht
- Patchwork-/Quilting Cotton: wie gezeigt mit Ausreißvlies gut machbar.
- Sehr dünne Baumwolle: eher vorsichtig mit Ausreißen – beim Abreißen kann sich das Gewebe verziehen; hier ist stabileres Vlies oft toleranter.
Entscheidung 2: Fixiermethode
- Einzelstück: Standardrahmen + Tape (Graces Methode).
- Serie (10+): Magnetrahmen – schnelleres Handling beim „floating“ und weniger Stress für Hände/Passung.
Begriffe wie Stickrahmen wirken banal – in der Praxis entscheidet die Rahmenwahl oft darüber, ob du sauber und wiederholbar arbeitest.
Abschluss-Checkliste (Final Quality Control)
- Sprungstiche: Alles sauber geschnitten, solange es noch im Rahmen gut zugänglich ist.
- Vliesreste: Im Nahtzugabenbereich entfernt (sonst trägt es auf).
- Bulk reduziert: Rundum sauber zurückgeschnitten, Ecken extra ausgedünnt.
- Ecken ausgeformt: Mit stumpfem Tool vor dem Rahmen-Einsatz.
- Rahmen sitzt plan: Keine Wölbung = Ecken innen nicht zu dick.
- Finish: Unterkante sauber versäubert/umgelegt, Klebekante ordentlich, keine Fäden sichtbar.
Upgrade-Pfad: Wenn Einspannen und Fixieren dich ausbremst
Wenn du einen Halter sauber geschafft hast, hast du die Basis drauf. Wenn du aber 30–50 Stück machen willst, kommt schnell der Engpass: Handermüdung.
Das ständige Schrauben, Lösen, Antapen ist der Flaschenhals.
Level 1: Tool-Upgrade
Wenn du Rahmenspuren reduzieren und schneller fixieren willst, sind Stickrahmen für Stickmaschinen mit Magnet-Technik eine typische Lösung.
- Vorteil: Lagen lassen sich schneller und oft gleichmäßiger halten – besonders bei ITH, wo du viel „floating“ machst.
- Hinweis zur Suche: Für Brother/Baby Lock wird häufig nach einem Magnetrahmen 5x7 für brother gesucht (oder kompatiblen Alternativen).
Level 2: Station-Upgrade
Wenn deine Passung schwankt (z. B. jede fünfte Tasche minimal schief), brauchst du eine mechanische Referenz. Eine hoop master Einspannstation gibt dir einen festen Anschlag, damit dein 8x8-Zuschnitt jedes Mal identisch landet.
Level 3: Maschinen-Upgrade
Wenn dich Stopps, Trimmen und Farbwechsel auf einer Einnadelmaschine bremsen, ist das der Punkt, an dem Mehrnadelstickmaschinen im Alltag spürbar Zeit sparen.
Schlussgedanke
Dieser Post-it-Halter ist ein „täuschend einfaches“ Projekt. Er belohnt saubere Ausrichtung und konsequentes Bulk-Management. Mit frischer Nadel, exakter Mittelmarke, stabiler Fixierung und geduldigem Finish bekommst du ein Ergebnis, das professionell wirkt – und der Acrylrahmen sitzt so, wie er soll.
FAQ
- Q: Wie verhindere ich bei einem ITH-Post-it-Notizhalter auf der Baby Lock Spirit ein Fadennest/Blockieren beim allerersten Platzierungsstich?
A: Fädle den Oberfaden komplett neu ein und setze vor dem Neustart eine frische Sticknadel ein – das löst die meisten „mysteriösen“ Startprobleme.- Neu einfädeln mit Nähfuß OBEN, damit der Faden korrekt in die Spannungsscheiben und den Fadenhebel läuft.
- Nadel wechseln (eine stumpfe/beschädigte Nadel kann den Stoff in Richtung Stichplatte drücken und der Greifer verpasst die Schlinge).
- Prüfen, ob der Unterfaden korrekt eingesetzt ist und nicht zu knapp wird.
- Erfolgskontrolle: Der Platzierungsstich läuft sauber an – ohne „dumpfen Schlag“ und ohne Fadenknäuel unter dem Stoff.
- Wenn es weiter passiert: sofort stoppen und prüfen, ob die Nadel den Rahmen berührt oder ob Material in die Stichplattenöffnung gezogen wird.
- Q: Wie straff sollte Ausreißvlies im 5x7-Stickrahmen für ein Baby Lock Spirit ITH-Projekt mit OESD Ultra Clean and Tear eingespannt sein?
A: Spanne das Vlies straff (nicht überdehnt) ein, bis es den „Trommelfell-Test“ besteht – so bleibt die Passung stabil.- Schraube handfest anziehen, Vlies straffziehen, dann sanft nachziehen.
- Auf das eingespanntes Vlies tippen: dumpf-trommelig = gut.
- Leicht mit dem Daumen drücken: keine Delle (zu locker) und keine sichtbare Verformung (zu stramm).
- Erfolgskontrolle: Das Vlies fühlt sich gleichmäßig fest an, Platzierungslinien sticken ohne Wandern.
- Wenn es trotzdem nicht passt: neu einspannen – zu lockeres Vlies ist eine häufige Ursache für Passungsfehler bei ITH.
- Q: Wie verhindere ich, dass das ITH-Taschenteil beim Sticken verrutscht, wenn ich pinkes Stick-Tape im Baby Lock Spirit 5x7-Stickrahmen nutze?
A: Nutze Tape als Scher-Sperre und richte die Bruchkante der Tasche exakt an der Platzierungslinie aus – nicht „nach Augenmaß“.- Stoff scharf falten (bügeln oder Fingernagel), damit die Mitte wirklich definiert ist.
- Bruchkante exakt auf die Platzierungslinie/Markierung legen, bevor du weiterstickst.
- Beide Seiten antapen (nicht nur die Ecken) und Tape außerhalb der Stichlinie halten.
- Erfolgskontrolle: Stoff leicht rütteln – er darf sich vor dem Start nicht bewegen.
- Wenn es trotzdem wandert: mehr Tape setzen (möglichst quer zur erwarteten Stichrichtung) und die Mittelbruch-Ausrichtung erneut prüfen (1 mm wird später sichtbar schief).
- Q: Wie verhindere ich, dass ITH-Text auf der Baby Lock Spirit nach dem 90°-Drehen am Display schief oder „seitlich versetzt“ sitzt?
A: Zentriere gedrehten Text mit dem Raster/Grid (Abstände zählen) statt dich nur auf den kleinen Bildschirm zu verlassen.- Buchstaben vor dem Verschieben gruppieren, damit alles als Einheit läuft.
- Gruppe um 90° drehen und dann mit dem Grid ausrichten.
- Abstände zur Begrenzung systematisch prüfen (symmetrisch innerhalb der roten Box).
- Erfolgskontrolle: Der Text sitzt gleichmäßig innerhalb der roten Begrenzung (optisch und „mathematisch“ stimmig).
- Wenn es trotzdem nicht passt: Gruppierung/Drehung erneut prüfen – nach Rotation ist „Augenmaß“ die häufigste Fehlerquelle.
- Q: Was ist die sicherste Methode, Sprungstiche in Maschinennähe an der Baby Lock Spirit mit gebogenen Snips zu schneiden?
A: Sperre die Maschine (oder nimm den Fuß komplett vom Pedal), bevor du mit gebogenen Snips in den Nadelbereich gehst – so verhinderst du unbeabsichtigtes Anlaufen.- Lock-Modus aktivieren bzw. sicherstellen, dass die Maschine nicht starten kann.
- Sprungstiche möglichst schneiden, solange das Teil noch im Rahmen ist (besserer Zugang).
- Finger aus dem Nadelweg halten, kurze kontrollierte Schnitte.
- Erfolgskontrolle: Sprungstiche sind sauber entfernt, ohne dass sich die Nadel bewegt oder die Maschine reagiert.
- Wenn es unübersichtlich ist: Rahmen neu positionieren für Sicht – niemals „blind“ am Nadelbalken schneiden.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei industriestarken Magnetrahmen, wenn ich damit ITH-Lagen fixiere?
A: Behandle Magnetrahmen als Quetschgefahr-Werkzeug und halte sie fern von Herzschrittmachern, empfindlicher Elektronik und Kindern.- Finger beim Zusammenführen der Magnete aus der Quetschzone nehmen.
- Magnete kontrolliert und getrennt lagern, damit sie nicht unkontrolliert zusammenschlagen.
- Abstand zu Herzschrittmachern und sensibler Elektronik.
- Erfolgskontrolle: Magnete lassen sich setzen/abnehmen ohne Einklemmen und ohne „Schnappen“.
- Wenn es unsicher ist: für diese Session wieder mit Tape fixieren, bis der Umgang routiniert ist.
- Q: Ab wann lohnt sich beim ITH-Post-it-Notizhalter der Umstieg vom Standardrahmen auf Magnetrahmen oder sogar auf eine Mehrnadelstickmaschine?
A: Wenn Einspannen/Antapen ermüdet, Lagen verrutschen oder Start/Stop-Arbeit deine Ausbringung limitiert – dann die Maßnahme passend zum Symptom wählen.- Level 1 (Technik): Pre-Flight standardisieren (frische Nadel, neu einfädeln, Trommelfell-Test, konsequent antapen).
- Level 2 (Tool): Magnetrahmen, wenn „floating“ und wiederholtes Antapen Zeit frisst oder Rahmenspuren ein Dauerthema sind.
- Level 3 (Kapazität): Mehrnadelstickmaschine, wenn Stopps/Trimms und Workflow-Reibung bei Stückzahlen (z. B. Markt/Serie) bremsen.
- Erfolgskontrolle: weniger Neustarts, stabilere Ausrichtung, weniger Handermüdung über mehrere Wiederholungen.
- Wenn es trotzdem schwankt: eine physische Ausrichtemethode (Station/Jig) ergänzen, damit die Taschenposition von Lauf zu Lauf identisch wird.
