Der „Mini-Punkt“-Trick: Baby Lock Destiny Auto Stipple dazu bringen, den ganzen 8x8-Rahmen zu füllen (ohne Motiv in der Mitte)

· EmbroideryHoop
Die Auto-Stipple-Funktion der Baby Lock Destiny lässt sich nur starten, wenn die Maschine „ein Motiv“ im Stickfeld erkennt. Diese Anleitung zeigt den sauberen Workaround: einen winzigen Punkt (.) als „Geisterobjekt“ setzen, All-over-Stippling für den 7-7/8" x 7-7/8" (8x8) Stickrahmen erzeugen, anschließend entgruppieren und den Punkt löschen – übrig bleibt eine echte Edge-to-Edge-Quiltdatei für den ganzen Rahmen. Zusätzlich findest du praxisnahe Checks gegen Falten/Puckern, eine klare Erklärung zu Spacing/Distance und Hinweise, wann ein Magnetrahmen im Alltag tatsächlich Zeit spart und Materialstress reduziert.
Urheberrechtshinweis

Nur zu Bildungszwecken. Diese Seite ist eine Lern-/Kommentar-Notiz zum Werk der ursprünglichen Urheberin/des ursprünglichen Urhebers. Alle Rechte verbleiben beim Original; kein erneutes Hochladen oder Weiterverbreiten.

Bitte sieh dir das Originalvideo auf dem Kanal der Urheber*in an und abonniere, um weitere Tutorials zu unterstützen – ein Klick hilft, klarere Schritt-für-Schritt-Demos, bessere Kameraperspektiven und Praxistests zu finanzieren. Tippe unten auf „Abonnieren“, um sie zu unterstützen.

Wenn du die/der Urheber*in bist und eine Anpassung, Quellenergänzung oder Entfernung einzelner Teile wünschst, kontaktiere uns über das Kontaktformular der Website. Wir reagieren zeitnah.

Inhaltsverzeichnis

Wenn du auf der Baby Lock Destiny schon einmal Auto Stipple angetippt hast und dieser Button einfach … nicht verfügbar ist, kennst du dieses ganz spezielle „Was mache ich falsch?“-Gefühl. Das ist ein typischer „Silent Error“: keine Fehlermeldung, nur ein ausgegrauter Button. Die Maschine ist nicht kaputt – und du hast auch nichts „verlernt“. Die Destiny folgt nur einer festen Logikregel: Sie erzeugt keine Hintergrundfüllung, wenn kein Vordergrundobjekt vorhanden ist, um das herum sie rechnen kann.

Das ist nicht nur eine Software-Laune, sondern auch eine Art Schutzmechanismus. Für In-the-Hoop-Quilting (wenn das Stippling selbst das Motiv ist) wird diese Logik aber zur Blockade.

In dieser Anleitung umgehen wir das mit einer „Ghost-Object“-Technik. Aus der Praxis (und ja: vom Werkstatt-/Shopfloor-Blick) gilt aber auch: Der Software-Trick ist der einfache Teil. Die eigentliche Herausforderung bei Full-Hoop-Stippling ist Physik: Du lässt die Maschine ein mehrlagiges Quilt-Sandwich über sehr viele Richtungswechsel bewegen. Wenn Einspannen und Lagenverbund nicht stimmen, bekommst du Falten, Verzug oder Puckern – egal wie „perfekt“ die Einstellungen sind.

Wir gehen daher den exakten Ablauf am Bildschirm durch und ergänzen die entscheidenden Kontrollpunkte für ein flaches, professionelles Ergebnis.

The user navigates to the 'Exclusive Script' menu to select a font category on the Baby Lock Destiny touchscreen.
Choosing a source for a small design object.

Warum Baby Lock Destiny Auto Stipple ohne Motiv „festhängt“ (und warum das logisch ist)

Um den Fix zu verstehen, hilft ein Blick auf die „Rechenlogik“ der Maschine. Auto Stipple berechnet seine Bahn über Vermeidung: Es sucht nach einer Form (Text, Logo, Blume) und erzeugt eine Mäanderlinie, die den freien Raum um diese Form herum füllt.

Ist die Arbeitsfläche leer, hat der Algorithmus keine Referenz. Er sieht „0 Objekte“ und liefert „0 Stipple“. Deshalb ist der Button ausgegraut – die Anfrage ist aus Sicht der Maschine rechnerisch „ungültig“.

Das ist frustrierend, wenn du einfach einen strukturierten Quilt-Hintergrund im ganzen Rahmen willst. Der Workaround ist erfreulich simpel: Wir geben der Maschine das kleinstmögliche „Objekt“, lassen sie die Berechnung erstellen und entfernen dieses Objekt wieder, bevor auch nur ein Stich genäht wird.

Profi-Hinweis (typischer Dealer-Trick): Wenn ein Touchscreen-Button ausgegraut ist, bringt stärkeres Drücken nichts. In den allermeisten Fällen fehlt eine Voraussetzung. Frag dich: „Welche Zutat fehlt?“ Häufig ist es eine Auswahl, eine Rahmen-/Felddefinition – oder hier eben ein Ankerobjekt.

Selecting the 'Punctuation & Numbers' tab on the keyboard interface.
Locating the period symbol.

Die „Geheimwaffe“ auf der Baby Lock Destiny: Ein mikroskopischer Punkt (.) schaltet Auto Stipple frei

Wir brauchen ein Objekt, das technisch „existiert“, aber optisch keine Rolle spielt. Am zuverlässigsten ist in solchen Fällen ein Satzzeichen – konkret ein Punkt.

Warum ein Punkt? Weil ein Punkt als Stickobjekt echte Koordinatendaten hat. Ein Leerzeichen wird von manchen Systemen als „null“ interpretiert und hilft dann nicht.

Die Ghost-Object-Strategie:

  1. In die Alphabet-/Schrift-Auswahl gehen.
  2. Eine eher „dünne“/schlichte Schrift wählen (verschnörkelte Fonts bringen unnötige Daten).
  3. In den Reiter Satzzeichen/Zahlen wechseln (oft &?! oder 123).
  4. Den Punkt (.) auswählen.

Der entscheidende Qualitäts-Schritt: Den Punkt auf die kleinste Größe setzen. Bleibt er zu groß, erzeugt Auto Stipple in der Mitte eine sichtbare „Sperrzone“ – du bekommst ein Loch im Quilting.

  • Ziel-Einstellung: Größe Small (S).
  • Erwartete Maße: 0.06" x 0.12".

Dieser Mini-Punkt ist der „Schlüssel“, der Auto Stipple überhaupt erst aktivierbar macht.

Und jetzt der Praxisbezug: Wenn du dich gerade mit Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen beschäftigst, ist das genau der Moment, in dem der Unterschied im Alltag spürbar wird. Stippling sind lange, durchlaufende Steppstiche (Running Stitches) mit viel Richtungswechsel – das erzeugt spürbaren „Zug“ am Material. Wenn Oberstoff und Rückseite nicht gleichmäßig gehalten werden („trommelfest, aber nicht verzogen“), wandern die Lagen.

Pressing the period key on the virtual keyboard.
Selecting the smallest possible design element.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung vor dem Start: Lagenverbund schlägt perfekte Zahlenwerte

Das Video zeigt vor allem den Bildschirm – das ist wichtig. In der Praxis passieren die meisten Stippling-Probleme aber am Zuschneide-/Einspanntisch.

Beim Full-Hoop-Stippling macht die Maschine sehr viele Einstiche. Jeder Einstich drückt die Lagen minimal nach unten, jede Bewegung zieht seitlich – der klassische Push-Pull-Effekt. Bei einem Quilt-Sandwich (Top + Volumenvlies + Backing) kann das Vlies wie ein „Gleitfilm“ wirken: Die obere Lage kriecht (Layer Creep).

Ignorierst du das, bekommst du Flagging (Material „hüpft“), Fehlstiche oder am Ende eine große Falte in einer Ecke.

Verbrauchsmaterial, das in der Praxis den Unterschied macht

Vor dem Einspannen brauchst du vor allem Reibung/Verbund.

  • Temporärer Sprühkleber (z. B. 505): Für Quilt-Sandwiches sehr hilfreich, um Rückseite, Vlies und Top zu einer Einheit zu verbinden.
  • Neue Nadel: Im Video wird keine Nadel genannt, aber für diese Art Bewegung ist eine frische Nadel Pflicht. Eine Topstitch 90/14 oder Quilting 90/14 ist dafür gängig, weil das größere Öhr den Faden bei vielen Richtungswechseln schont.

Checkliste (bevor du überhaupt den Touchscreen anfasst)

  • Lagenverbund: Fühlt sich das Sandwich wie „ein Teil“ an? Wenn sich Lagen gegeneinander verschieben, erst verbinden (Sprühkleber/Basting außerhalb der Stichzone).
  • Rahmenwahl: Sicherstellen, dass du den 7-7/8" x 7-7/8" Stickrahmen nutzt (wird oft als 8x8 angezeigt).
  • Sauberkeit: Stippling produziert Fussel. Wenn unter der Stichplatte Flusen sichtbar sind: jetzt reinigen.
  • Unterfaden: Stippling frisst Unterfaden. Starte mit voller Unterfadenspule.
  • Einspannen: Bei Standardrahmen Schraube so anziehen, dass der Stoff straff sitzt, aber nicht verzogen ist (Muster darf sich nicht „ziehen“).

Warnung: Full-Hoop-Stippling bedeutet lange Laufzeit und schnelle XY-Bewegungen. Hände, Schmuck und lose Kleidung konsequent aus dem Bewegungsbereich halten. Niemals während des Nähens in den Stickbereich greifen, um „kurz zu glätten“.

Toggling the size option to 'Small' (S key highlighting) to minimize the period size.
Resizing the object.

Am Baby Lock Destiny Touchscreen: Den Punkt korrekt setzen (damit Auto Stipple wirklich aktiv wird)

Wenn die physische Vorbereitung passt, kommt die Bildschirmsequenz. Halte dich an diese Reihenfolge – so vermeidest du den „ausgegrauten Button“.

  1. Schrift wählen: In die Alphabet-/Schriftbank gehen und eine schlichte, dünne Schrift wählen.
  2. Reiter wählen: &?! oder Zahlen-Reiter antippen.
  3. Zeichen wählen: Den Punkt (.) antippen.
  4. Wichtiger Schritt: Größenumschalter (L/M/S) auf Small (S) stellen.
  5. Setzen: Set drücken.

Schnellcheck:

  • Optik: In der Mitte sollte ein winziger Punkt erscheinen (kaum sichtbar).
  • Wenn du dich vertippst: Komma/Strich sofort löschen und neu setzen. Es soll ein Punkt sein, damit die spätere „Lücke“ minimal bleibt.

Der Punkt liegt jetzt als Textobjekt im Zentrum. Nicht verschieben.

The screen shows the dimensions of the period as 0.06" by 0.12".
Confirming the object is negligible in size.

Der „Make it real“-Moment: Prüfen, ob der Punkt wirklich winzig ist (0.06" x 0.12")

Bevor du in den Edit-Bereich wechselst, kurz die Maßanzeige am Bildschirm prüfen.

Du suchst nach den Größenwerten:

  • Breite: ca. 0.06"
  • Höhe: ca. 0.12"

Warum das wichtig ist: Touch-Eingaben können „nicht sauber übernehmen“. Du denkst, du hast auf S getippt – die Maschine steht aber noch auf M.

  • Wenn du ~0.30" oder größer siehst: Das ist Medium/Large. Löschen und neu setzen.
  • Folge eines zu großen Punkts: In der Mitte entsteht ein sichtbarer „kahler“ Bereich, der wie ein Fehler wirkt.
Pressing the 'Edit' button at the top of the interface.
Moving to the design editing phase.

Stipple-Generator im Baby Lock Destiny Edit-Menü: Hier entsteht die eigentliche Quiltdatei

Jetzt wechselst du von „Text setzen“ zu „Quilting erzeugen“.

  1. Oben Edit antippen.
  2. Das Stipple/All-over-Stippling-Symbol wählen (wirkt wie ein Quadrat mit „Blume/Mäander“).
  3. Rahmenbereich festlegen: Den passenden Rahmen auswählen: 7-7/8" x 7-7/8" (8x8).

Realitätscheck zu Rahmenspuren: Wenn du bis an die Kante füllst, arbeitet die Maschine sehr nah am Rahmenrand. Standardrahmen halten über Reibung zwischen Innen- und Außenring – das kann Rahmenspuren/Rahmenabdrücke verursachen, besonders bei empfindlichen Materialien oder voluminösem Vlies. Wenn du das regelmäßig machst (oder viele Blöcke am Stück), wird das Thema Magnetrahmen Größen für babylock schnell praxisrelevant: Magnetrahmen halten über Klemmkraft statt „Einklemmen“, was Rahmenspuren reduziert und das Material weniger verzieht.

Selecting the 'All-over stippling' icon (flower/puzzle shape) from the right-hand menu sidebar.
Activating the stipple tool.

Baby Lock Destiny Auto Stipple einstellen: Spacing 0.280" und Distance 0.000" (so sieht’s am Screen aus)

Hier stellst du die Werte ein, die im Video gezeigt werden.

Parameter:

  • Spacing (Dichte): 0.280"
  • Distance (Abstand): 0.000"

Was diese Werte praktisch bedeuten:

  • Spacing 0.280": Ergibt eine eher „luftige“ Quiltoptik (wie im Video).
  • Distance 0.000": Kein Sicherheitsabstand zum Geisterobjekt – die Linien laufen so nah wie möglich an den Punkt heran. Das ist wichtig, damit nach dem Löschen kein auffälliger Ring bleibt.

Werkzeug-/Hardwarebezug: Je dichter du stipplest, desto höher ist der Materialzug. Wenn dir bei dichterem Stippling der Innenrahmen „hochkommt“ oder das Sandwich wandert, ist das ein klares Zeichen, dass Haltekraft/Einspannen nicht zur Materialdicke passt. Genau dort vergleichen viele Anwender Magnetrahmen für Stickmaschine mit Standardrahmen: Magnetrahmen „springen“ nicht auf, sie klemmen.

Selecting the 7-7/8" x 7-7/8" hoop size from the stippling menu options.
Defining the stipple area.

Preview-Checkpoint: So erkennst du vor dem Bestätigen ein korrektes Full-Hoop-Stipple

Bevor du bestätigst, unbedingt Preview drücken.

Visueller Check:

  1. Flächenabdeckung: Füllt die Linie bis an die Begrenzung (Rahmenrand/rote Box)?
  2. Mitte: In der Mitte darf höchstens ein winziger Punkt sichtbar sein – aber kein großer leerer „Halo“.

Erfolgskriterium: Es wirkt wie eine gleichmäßige, durchgehende Mäanderlinie, die das Quadrat füllt. Dann OK.

The screen displays the generated stipple pattern filling the square hoop area.
Previewing the initial stipple generation.

Der entscheidende Schritt: „Ungroup“ trennt Punkt und Stipple (damit du nicht alles löschst)

Stopp: Jetzt noch nicht löschen.

Nach dem Generieren gruppiert die Destiny das neue Stipple-Muster automatisch mit dem ursprünglichen Objekt (dem Punkt). Wenn du jetzt löschst, verschwindet beides.

Entgruppieren:

  1. Rechte Werkzeugleiste ansehen.
  2. Das Symbol mit zwei überlappenden Quadraten und auseinander zeigenden Pfeilen suchen (Ungroup).
  3. Einmal antippen.

Kontrollzeichen: Die rote Auswahlbox verändert sich – die Software erkennt jetzt zwei getrennte Elemente:

  1. Stipple-Hintergrund
  2. Textobjekt (Punkt)
Adjusting the 'Spacing' parameter to 0.280" using the plus/minus keys.
Customizing the density of the stipple.

Sauber löschen: Mit den Auswahlpfeilen nur den Punkt markieren, dann in den Papierkorb

Jetzt entfernen wir das Geisterobjekt gezielt.

  1. Unten die Auswahlpfeile (< und >) nutzen.
  2. Durch die Objekte schalten und dabei die rote Markierungsbox beobachten.
  3. Ziel: Die Box ist winzig und markiert nur den Punkt in der Mitte.
  4. Delete/Papierkorb drücken.
  5. Bestätigen (ggf. „OK to delete …?“ → OK).

Praxis-Tipp für den Workflow: Wenn der Punkt weg ist, hast du eine saubere Full-Hoop-Stippledatei. Speichere sie sofort im Maschinenspeicher oder auf USB. Wenn du deinen Ablauf auf einen Magnet-Stickrahmen ausrichtest, ist das Speichern besonders sinnvoll: Datei laden, Magnetrahmen schließen, sticken – wiederholen, ohne jedes Mal neu zu generieren.

The user presses 'OK', returning to the main grid view with the pattern applied.
Finalizing the stipple creation step.

Ergebnis: Eine echte Edge-to-Edge-Stippledatei für den 7-7/8" x 7-7/8" (8x8) Rahmen

Du solltest jetzt ein Stickfeld sehen, das komplett mit Mäanderlinien gefüllt ist – ohne sichtbares Objekt in der Mitte.

Warum diese Methode sauberer ist als „später überspringen“: Manche lassen den Punkt drin und versuchen, ihn über Farbwechsel/Sortierung ans Ende zu schieben und dann zu überspringen. Das ist fehleranfällig: Vergisst du es, entsteht ein dichter Knoten in der Mitte. Hier löschen wir die Daten vollständig – die Maschine stickt nur das Stipple und stoppt.

Einsetzbar ist diese Datei z. B. als:

  • Untergrundtextur für Applikationen
  • eigenständiger Quiltblock
  • gleichmäßiger Hintergrund für Quilt-Projekte
Pointing to and pressing the 'Ungroup' button (overlapping squares icon) on the right sidebar.
Separating the period from the stipple.

Details, die viele überspringen (und dann „die Maschine“ beschuldigen): Einspannen, Lagenkriechen, Wiederholbarkeit

Digital ist das Problem gelöst – jetzt zählt wieder die Mechanik. Stippling ist ein Stresstest für die Haltekraft im Stickrahmen.

Entscheidungslogik: Welche Haltemethode passt zu deinem Sandwich?

  • SZENARIO A: Dünnes Baumwoll-Sandwich (Standard)
    • Material: Baumwolltop + dünnes Vlies + Baumwollrückseite
    • Tool: Standardrahmen ist ok
    • Praxis: Sprühkleber nutzen, Schraube festziehen, Stoff straff aber nicht verzogen
  • SZENARIO B: Dickes/„rutschiges“ Sandwich (kritisch)
    • Material: z. B. Minky + voluminöses Polyvlies + Flanell
    • Risiko: Innenrahmen springt raus oder deutliche Rahmenspuren
    • Konsequenz: Hier sind Standardrahmen oft am Limit. Magnetrahmen sind für solche Dicken deutlich toleranter, weil sie „über“ die Dicke klemmen statt sie in einen engen Kanal zu pressen.
  • SZENARIO C: Serienlauf (Produktion)
    • Menge: Viele Blöcke hintereinander
    • Engpass: Zeit und Handgelenkbelastung durch wiederholtes Schrauben/Einspannen
    • Konsequenz: Magnetrahmen reduzieren den Einspannaufwand deutlich und erhöhen die Wiederholgenauigkeit.

Setup-Checkliste (bevor du Start drückst)

  • Datei-Check: Punkt wirklich gelöscht? (ggf. am Screen hineinzoomen)
  • Rahmen sitzt: Rahmen korrekt im Arm eingerastet?
  • Freigängigkeit: Quiltüberschuss so drapieren/clippen, dass nichts unter den Arm gezogen wird
  • Geschwindigkeit: Nicht „Max“. Stippling hat dauernde Richtungswechsel – reduziere die Geschwindigkeit für mehr Kontrolle.

Wenn Auto Stipple trotzdem „komisch“ ist: Symptom → Ursache → Fix (Schnelldiagnose)

Symptom Wahrscheinliche Ursache Schnelllösung
Button ausgegraut Kein Objekt im Feld. Punkt (.) als Ghost-Object setzen.
Alles gelöscht Ungroup vergessen. Undo → Ungroup → nur Punkt wählen → Delete.
Sichtbares Loch in der Mitte Punkt war zu groß (M/L). Punkt neu setzen, Größe S, Maße prüfen.
Puckern/Falten Lagenkriechen / zu wenig Verbund. Lagen verbinden (Sprühkleber), korrekt einspannen.
Unruhige Stiche/Flagging Zu locker eingespannt. Einspannen nachziehen; wenn du eine Magnetische Einspannstation oder ähnliche Hilfe nutzt: prüfen, dass der Magnetrahmen an allen Ecken sauber sitzt.

Der Upgrade-Pfad, der wirklich Sinn ergibt: Von „geht irgendwie“ zu reproduzierbarem Output

Der Software-Trick ermöglicht die Technik. Die richtige Haltemethode ermöglicht Wiederholbarkeit.

Wenn du selten einen Block stickst, reicht Standardrahmen + Workaround völlig aus. Wenn du jedoch das Einspannen „fürchtest“, Material durch Rahmenspuren ruinierst oder bei dicken Sandwiches ständig neu einspannen musst, ist das der Punkt, an dem ein Tool-Upgrade sinnvoll wird.

Wann Magnetrahmen sinnvoll sind:

  • Schmerzpunkt: Handbelastung durch Schraubrahmen bei dicken Quilts
  • Schmerzpunkt: Rahmenspuren auf empfindlichen Stoffen/voluminösem Material
  • Kriterium: Viele Wiederholungen/Serienläufe, bei denen Einspannen der Engpass ist

Viele kombinieren dafür Ausrichthilfen wie hoop master Einspannstation (oder ähnliche Systeme) mit stabilen Magnetrahmen. Das ist weniger „Spielzeug“, mehr Prozesssicherheit: Wenn die Maschine das Stippling sauber rechnet, soll das Einspannen nicht der schwächste Teil der Kette sein.

Warnung (Magnet-Sicherheit): Starke Neodym-Magnete sind kein Spielzeug. Sie schnappen mit hoher Kraft zusammen und können Finger einklemmen. Immer an den Kanten anfassen und Abstand zu Herzschrittmachern sowie empfindlichen Geräten halten.

Ablauf-Checkliste (der „Keinen Stich verschwenden“-Final Pass)

  1. Ghost-Object: Punkt (.) gesetzt, Größe Small (S), mittig.
  2. Erzeugen: Edit → Stipple-Icon → Rahmen 8x8 (7-7/8" x 7-7/8").
  3. Werte: Spacing 0.280", Distance 0.000".
  4. Prozess: Preview → OK → UNGROUP.
  5. Bereinigen: Nur den Punkt auswählen → Delete.
  6. Physisch: Lagen verbunden? Rahmen sitzt? Geschwindigkeit reduziert?
  7. Start: Lossticken.

Du hast jetzt eine saubere Edge-to-Edge-Quiltdatei – und die praxisrelevanten Checks, damit sie auch wirklich flach und sauber rauskommt.

FAQ

  • Q: Warum ist der Button Baby Lock Destiny Auto Stipple ausgegraut, wenn das Stickfeld leer ist?
    A: Das ist normal: Auto Stipple benötigt mindestens ein Objekt im Stickfeld, damit die Füllbahn berechnet werden kann.
    • Setze ein winziges „Ghost-Object“: Alphabet/Schrift → Satzzeichen-Reiter (&?! oder 123) → Punkt (.) wählen.
    • Größenumschalter auf Small (S) stellen und Set drücken (Punkt nicht verschieben).
    • Stipple erst danach im Menü Edit erzeugen.
    • Erfolgskontrolle: Auto Stipple ist anwählbar und die Vorschau zeigt eine Mäanderlinie, die den Rahmen füllt.
    • Wenn es trotzdem nicht klappt: Objekt löschen und einen Punkt (kein Komma/Strich) neu setzen und prüfen, ob er wirklich im Feld platziert wurde.
  • Q: Wie stelle ich den „Ghost-Punkt“ auf der Baby Lock Destiny korrekt ein, damit kein Loch in der Mitte entsteht?
    A: Nutze Size Small (S) und prüfe vor dem Generieren, ob der Punkt ungefähr 0.06" x 0.12" anzeigt.
    • Punkt (.) auswählen, Größe auf S stellen und Set drücken.
    • Kurz die Maßanzeige prüfen: ca. 0.06" (B) x 0.12" (H).
    • Wenn ca. 0.30" oder größer: löschen und neu setzen (meist M/L).
    • Erfolgskontrolle: In der Vorschau ist kein deutlicher leerer Ring um die Mitte sichtbar.
    • Wenn es trotzdem passiert: Punkt komplett neu erstellen – manchmal „nimmt“ die Maschine den S-Tap nicht sauber an.
  • Q: Welche exakten Baby Lock Destiny Auto Stipple Einstellungen brauche ich für einen Full-Hoop-Block (Spacing/Distance)?
    A: Stelle Spacing auf 0.280" und Distance auf 0.000" – so wie im gezeigten Ablauf.
    • Edit öffnen → Stipple/Decorative-Fill-Icon → Rahmenbegrenzung 7-7/8" x 7-7/8" (8x8) wählen.
    • Spacing (Dichte): 0.280" und Distance (Abstand): 0.000" einstellen.
    • Vor dem Bestätigen Preview nutzen.
    • Erfolgskontrolle: Die Vorschau füllt bis zur Begrenzung und läuft in der Mitte eng zusammen.
    • Wenn es nicht passt: Prüfen, ob wirklich der 7-7/8" x 7-7/8" Rahmenbereich gewählt ist und ein Objekt im Feld existiert.
  • Q: Warum löscht die Baby Lock Destiny beim Löschen des Punkts das ganze Auto-Stipple-Muster – und wie lösche ich nur den Punkt?
    A: Du musst zuerst Ungroup ausführen und dann mit den Auswahlpfeilen nur den Punkt markieren.
    • Nach dem Generieren den Ungroup-Button antippen (zwei überlappende Quadrate mit Pfeilen).
    • Mit den Auswahlpfeilen (</>) so lange wechseln, bis die kleine rote Box nur den Punkt markiert.
    • Delete/Papierkorb drücken und bestätigen.
    • Erfolgskontrolle: Das Stipple-Muster bleibt vollständig erhalten, in der Mitte ist nichts mehr.
    • Wenn es nicht klappt: Undo und dann erneut: Ungroup → nur Punkt wählen → löschen.
  • Q: Wie verhindere ich Puckern und Lagenkriechen beim Full-Hoop-Stippling auf einem Quilt-Sandwich mit der Baby Lock Destiny?
    A: Stabilisiere/verbinde die Lagen vor dem Einspannen zu einer Einheit – Full-Hoop-Stippling verstärkt Push-Pull und Layer Creep.
    • Temporären Sprühkleber (z. B. 505) nutzen, um Rückseite, Vlies und Top zu verbinden (leichter Sprühnebel, Lagen andrücken).
    • Neue Nadel einsetzen: Topstitch 90/14 oder Quilting 90/14.
    • Mit voller Unterfadenspule starten und Fussel unter der Stichplatte vorher entfernen.
    • Erfolgskontrolle: Das Sandwich verhält sich wie ein Teil und der Block kommt flach heraus.
    • Wenn es trotzdem passiert: Einspannen prüfen (zu locker = Flagging) und die Geschwindigkeit reduzieren.
  • Q: Wie läuft Full-Hoop-Stippling auf der Baby Lock Destiny am sichersten, um Nadelverletzungen zu vermeiden?
    A: Behandle den Bereich wie eine Bewegungszone: Hände, Schmuck und lose Kleidung konsequent weg vom fahrenden Rahmen.
    • Hände komplett aus dem Stickfeld, sobald die Maschine läuft.
    • Nicht während des Stickens „kurz glätten“ – erst stoppen.
    • Quiltüberschuss sichern (clippen/rollen), damit nichts in den Bewegungsbereich gezogen wird.
    • Erfolgskontrolle: Der Rahmen fährt frei in alle Richtungen, ohne dass du „nachführen“ musst.
    • Wenn es hakt: Sofort stoppen und neu drapieren, bis alles frei liegt.
  • Q: Wann lohnt sich der Wechsel von einem Standardrahmen zu einem magnetic embroidery hoop für Full-Hoop-Stippling?
    A: Wenn Standardrahmen wiederkehrende Probleme verursachen: dicke/rutschige Sandwiches, Rahmenspuren, herausrutschender Innenrahmen oder Ermüdung durch häufiges Schrauben.
    • Level 1 (Technik): Lagen besser verbinden, korrekt einspannen, mit moderater Geschwindigkeit arbeiten.
    • Level 2 (Tool): Magnetrahmen nutzen, wenn dicke Quilts Standardrahmen sprengen oder Rahmenspuren empfindliche Stoffe ruinieren.
    • Level 3 (Kapazität): Bei Serienläufen/Batch-Runs, wenn Einspannen der Engpass ist.
    • Erfolgskontrolle: Einspannen wird schneller und gleichmäßiger, Material hält ohne Crush-Marks.
    • Wenn es trotzdem Probleme gibt: Prüfen, ob der Magnetrahmen an allen Ecken vollständig geschlossen ist, und Magnete nur an den Kanten handhaben.