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Wenn du schon einmal vor einem Mehrnadelkopf standest, neu eingefädelt hast – und trotzdem dieses nagende Gefühl blieb: „Habe ich eine Führung vergessen? Liegt der Faden wirklich zwischen den Scheiben oder nur oben drauf?“ – dann bist du nicht allein. In der Produktion ist genau diese Unsicherheit einer der größten Zeitfresser.
Bei einem Präzisionskopf wie bei einer Honpo kann ein einziger ausgelassener Kontaktpunkt im Stillstand völlig „okay“ aussehen. Sobald die Maschine aber auf Drehzahl geht (z. B. 800 oder 1.000 Stiche/Minute), wird aus dem kleinen Fehler schnell ein Fadenbruch-Alarm, ein „Birdnest“ (Schlaufenchaos) oder ein unsauberer Wiederanlauf mit ausgefranstem Oberfaden.
Das hier ist nicht nur „Einfädeln nach Anleitung“. Es ist eine sensorische Kalibrierung: Wir bauen den exakten Fadenweg aus dem Video nach – und ergänzen ihn um Operator-Checks: Was du sehen solltest (visuelle Anker), was du fühlen solltest (taktile Anker) und welche kleinen Hinweise dir sofort sagen, ob der Faden wirklich korrekt sitzt.

Den Honpo-Fadenweg wie eine Landkarte lesen (damit kein Kontaktpunkt fehlt)
Um eine honpo Stickmaschine sicher zu beherrschen, hilft ein klares Modell: Der Fadenweg ist nicht „eine Reihe Löcher“, sondern ein System aus kontrollierter Reibung. Du führst einen feinen Polyester- oder Rayonfaden vom Konus über definierte Umlenkungen in eine Spannungs-/Sensor-Einheit – und am Ende in eine Nadel, die schneller arbeitet, als das Auge folgen kann.
Dieses mentale Bild verhindert „kreatives Einfädeln“ (und damit unnötige Stillstände):
- Oberer Garnständer / Rack-Führungen: kontrollieren Winkel & Stabilität – damit der Faden nicht vom Konus „peitscht“.
- Führungsrohr (Tube): die Schutzstrecke – verhindert Hängenbleiben an Kanten/Gußteilen.
- Vorspannung & Fadenbruch-Sensorrad: der Gatekeeper – glättet den Lauf und meldet der Maschine: „Der Faden bewegt sich.“
- Hauptspannung & Fadenfeder (Check Spring): der Stoßdämpfer – nimmt Schlupf/Schlaffaden weg, wenn die Nadel sticht.
- Fadenhebel (Take-Up Lever): der Taktgeber – zieht nach jedem Stich die Schlaufe sauber an.
Wenn du dich fragst „Kann ich diese Öse auslassen?“ lautet die Antwort bei Industrieköpfen praktisch immer: Nein. Jeder Punkt erzeugt genau den Widerstand, den du für eine ausgewogene Stichbildung brauchst.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung vor dem Einfädeln: Konus-Sitz, sauberer Schnitt, 10-Sekunden-Reality-Check
Profis fädeln nicht einfach „los“. Sie machen einen kurzen Pre-Flight-Check. Viele Fadenprobleme entstehen bevor der Faden überhaupt die Spannungsscheiben erreicht.
Was du griffbereit haben solltest
Lege dir das vorher hin (nicht erst suchen, wenn der Faden schon irgendwo hängt):
- Scharfe Fadenschere/Snips: für einen sauberen Schnitt.
- Pinzette: hilfreich am Nadelöhr.
- Bürste: um Fussel an der Spannungseinheit zu entfernen.
Konus korrekt setzen
- Alten Konus abnehmen. Kurz prüfen, ob am Dorn Fussel/klebrige Reste hängen.
- Neuen Konus aufsetzen. Er muss plan auf der Auflage sitzen (im Video gut zu sehen). Wackelt der Konus, „wackelt“ später auch die Fadenspannung.
- „Abzug-Test“ (taktile Kontrolle):
- Aktion: 20–30 cm Faden langsam abziehen, dann einmal zügiger.
Prep-Checkliste (Pre-Flight):
- Konus sitzt vollständig und stabil auf der Auflage.
- Faden läuft ohne Ruckeln vom Konus ab.
- Fadenende ist sauber geschnitten (fransige Enden bleiben in Führungen/Nadelöhr hängen).

Die oberen Rack-Führungen am Honpo-Garnständer einfädeln (dieses Detail verhindert „Peitschen“)
Vom Konus führst du den Faden durch die Zweifach-Öse am Metallbügel (zwei Löcher). Das wird von Einsteigern oft unterschätzt, ist aber Geometrie, die den Lauf stabilisiert.
Vorgehen:
- Faden von unten nach oben durch das hintere Loch.
- Danach von oben nach unten durch das vordere Loch.
Warum das wichtig ist: Diese S-Führung wirkt wie eine kleine Bremse. Wenn die Maschine abrupt stoppt, will der Faden weiter „nachlaufen“. Die Up-Down-Führung reduziert dieses Überschwingen und verhindert, dass sich der Faden am Ständer verheddert.
Hinweis für Umsteiger: Wenn du von einer anderen Mehrnadel-Stickmaschine kommst (andere Marken/Geometrien), kann die Führung anders aussehen. Bei der Honpo im Video ist genau dieses Zwei-Loch-Muster der sichere Standard.

Das weiße Führungsrohr einfädeln – ohne Kampf (erst geradeziehen, dann gleiten lassen)
Als Nächstes kommt der Faden in das lange, flexible weiße Führungsrohr. Hier bleibt der Faden gern hängen, wenn das Rohr geknickt ist oder das Fadenende „weich“/fransig ist.
Technik „gerader Weg“:
- Aktion: Rohr mit einer Hand möglichst geradeziehen.
- Aktion: Mit der anderen Hand den Faden einführen, bis er vorne an der Spannungseinheit wieder herauskommt.
Schnelldiagnose bei Widerstand:
- Nicht weiter drücken. Feiner Faden knickt dann im Rohr.
- Rohr prüfen: Ist irgendwo ein Knick?
- Fadenende prüfen: Franst es? Dann neu schneiden.
Praxis-Hinweis: Kein „Hin-und-her-Sägen“ im Rohr. Reibung schädigt die Fadenoberfläche – und der Faden reißt später gern am Nadelöhr.

Oberen Vorspanner an der Honpo-Spannungseinheit korrekt belegen (du baust Konstanz auf)
Jetzt bist du an der Spannungseinheit – der erste „Gatekeeper“.
Fadenweg:
- Durch die obere Metallöse.
- Unter den Metallclip.
- Um den oberen Vorspannknopf.
Taktile Kontrolle („Floss“-Check): Hier entscheidet sich oft, ob die Spannung später stabil ist. Der Faden muss zwischen den Scheiben sitzen – nicht nur darüber laufen.
- Aktion: Faden vor und nach dem Knopf festhalten.
- Sollgefühl: leichter, gleichmäßiger Zug. Wenn es „zu frei“ läuft, sitzt er nicht richtig. Wenn es ruckelt, sind oft Fussel/Belag in den Scheiben.

Fadenbruch-Sensorrad richtig umlegen (damit die Maschine Bewegung erkennt – statt Fehlalarm)
Nach dem Vorspanner führst du den Faden nach unten und legst ihn um das rotierende Fadenbruch-Sensorrad.
Visuelle Verifikation (genau wie im Video):
- Aktion: Faden nach unten ziehen.
- Ja: Sensor „sieht“ Bewegung.
- Nein: Der Faden rutscht nur darüber – Fehlalarme sind vorprogrammiert.
Wenn das Rad nicht mitläuft, ist die Maschine überzeugt, der Faden sei gerissen – obwohl er physisch noch da ist.

Hauptspannung und Fadenfeder (Check Spring) einlegen (hier entscheidet sich Schlaufenbildung vs. saubere Stiche)
Als Nächstes kommt der Faden in den Hauptspannungsweg und muss die Fadenfeder (Check Spring / Take-up Spring) sauber mitnehmen.
Fadenweg: Zwischen die großen Spannungsscheiben und so führen, dass die Feder (Draht) korrekt „greift“.
„Heartbeat“-Check (Pflicht):
- Aktion: Faden leicht nach oben Richtung Fadenhebel ziehen.
Warum das nicht verhandelbar ist
Wenn der Faden an der Feder vorbei läuft, kann die Maschine Schlaffaden nicht sauber wegnehmen. Typische Folgen:
- Birdnesting: große Schlaufen auf der Unterseite.
- Schlaufen oben: unsaubere Satinstiche.
- Fadenriss: weil der Faden ohne „Puffer“ ruckartig angezogen wird.

Den Fadenhebel sauber treffen (von rechts nach links – und nicht am Arm einhängen)
Jetzt kommt der Faden durch das Öhr des Fadenhebels (Take-Up Lever).
Richtungsregel:
- Durch das Öhr von rechts nach links.
- Kritischer Check: Der Faden muss im Loch laufen – nicht um den Hebelarm herum.
Typischer Schaden: Wenn der Faden am Arm/Scharnier scheuert, wird er schnell fusselig und reißt nach kurzer Laufzeit.

Untere Führungen und Nadelöhr abschließen (vorn nach hinten – mit sauberer Spitze)
Führe den Faden durch die unteren Metallführungen oberhalb der Nadelstange. Dann kommt das Nadelöhr.
Praxis-Standard:
- Schnitt: Fadenende sauber zuschneiden (im Video wird das Ende deutlich vorbereitet). Ein sauberer, spitzer Schnitt erleichtert das Einfädeln.
- Richtung: Durch das Nadelöhr von vorn nach hinten.
- Fadenreserve: Ca. 10 cm Faden durchziehen und so ablegen, dass er beim Start nicht hängen bleibt.
Warnung: Arbeitssicherheit
Vor dem Einfädeln sicherstellen, dass der Kopf nicht unbeabsichtigt starten kann. Finger aus dem Bereich der Nadelstange halten.
Wenn das Nadelöhr „nicht will“:
- Ist die Nadel verbogen?
- Ist das Öhr verschmutzt (z. B. durch Rückstände)?
- Ist die Nadel korrekt ausgerichtet? (Rille nach vorn, Hohlkehle/Scarf nach hinten).



Warum diese Einfädel-Reihenfolge funktioniert (Spannungs-Physik gegen Fadenriss & Birdnesting)
Diese Reihenfolge ist Konstruktion, nicht Zufall: Du baust ein stabiles „Spannungs-Sandwich“.
- Rack & Rohr: stabilisieren den Zulauf.
- Vorspannung & Sensorrad: definieren Grundwiderstand und sauberes Sensorsignal.
- Hauptspannung & Fadenfeder: puffern den Hochgeschwindigkeits-Impuls.
- Fadenhebel & Nadel: setzen den Stich um.
Wenn Fadenrisse „zufällig“ wirken, liegt es in der Praxis häufig daran, dass die Fadenfeder nicht sauber greift oder dass am Ende am Nadelbereich etwas nicht stimmt.
Wenn du zusätzlich andere Maschinen betreibst, z. B. brother Mehrnadel-Stickmaschinen: Die Physik ist gleich, aber die Führungsgeometrie ist je nach Kopf anders. Verlass dich nicht auf Muskelgedächtnis – folge den Führungen des jeweiligen Kopfes.

Troubleshooting am Honpo-Fadenweg: Symptom → wahrscheinliche Ursache → Fix
Diese Checks helfen dir, bevor du „auf Verdacht“ an Spannknöpfen drehst.
| Symptom | Likely Cause | High-Probability Fix |
|---|---|---|
| Falsche Fadenbruch-Alarme (Maschine stoppt, Faden ist intakt) | Sensorrad dreht nicht mit. | Faden neu um das Rad legen und per Zugtest prüfen, dass es mitdreht. |
| Birdnesting (Schlaufenchaos unter dem Material) | Fadenhebel oder Fadenfeder verpasst. | Ab Spannungseinheit neu einfädeln und Feder-Bounce + Hebel-Öhr prüfen. |
| Faden wird fusselig/reißt | Nadel beschädigt oder Faden scheuert am Hebelarm. | Nadel wechseln; am Fadenhebel prüfen, dass der Faden nur durchs Öhr läuft. |
| Faden steckt im Rohr | Rohr geknickt oder Fadenende zu weich/fransig. | Rohr geradeziehen; Fadenende neu schneiden und ohne Druck „gleiten“ lassen. |
| Material kräuselt | Zu hohe Spannung (zu viel Widerstand). | Vorspannung prüfen; Faden korrekt „einsitzen“ lassen und Spannung fein nachjustieren. |
Setup-Checkliste: 30-Sekunden-Zugtest, der Stunden spart
Bevor du startest, einmal kurz verifizieren – wenn ein Punkt nicht passt: Stopp und korrigieren.
- Floss-Test: Faden sitzt zwischen den Spannungsscheiben (Vorspannung und Hauptspannung).
- Sicht-Test: Sensorrad dreht beim Ziehen zuverlässig.
- Bounce-Test: Fadenfeder bewegt sich deutlich auf/ab.
- Clearance-Test: Faden läuft durch das Fadenhebel-Öhr, nicht um den Arm.
- Final-Test: Nadel von vorn nach hinten eingefädelt, Fadenende frei.

Wenn das Einfädeln sitzt, aber die Produktion trotzdem langsam ist: Oft ist Einspannen der echte Engpass
Du hast das Einfädeln im Griff, die Maschine läuft – und trotzdem ist der Output niedrig. In der Praxis verschiebt sich der Engpass dann häufig vom Einfädeln zum Einspannen.
Wenn du eine 10-Nadel-Stickmaschine effizient betreibst, sollte die Maschine den Großteil der Zeit laufen. Wenn du aber 5 Minuten einspannst für einen 5-Minuten-Lauf, verlierst du massiv Effizienz.
Typische Schmerzpunkte:
- Rahmenabdrücke: Ringmarken auf empfindlichen Polos, die nachträglich gedämpft werden müssen.
- Handgelenk-/Fingerbelastung: ständiges Schrauben/Spannen.
- Neu-Einspannen: weil das Teil verrutscht und die Passung nicht stimmt.
Lösungs-Hierarchie:
- Level 1 (Technik): „Float“-Techniken mit klebendem Vlies (funktioniert, ist aber in der Handhabung oft unordentlich).
- Level 2 (Tool): Umstieg auf Magnetrahmen.
- Warum: Magnetkraft klemmt schnell, ohne Schrauben – und reduziert Rahmenabdrücke.
- Level 3 (Kapazität): Bei dauerhaft hohen Stückzahlen wird Kapazität zur ROI-Frage – dann ist Mehrnadel-Stickmaschinen kaufen eher eine Produktionsentscheidung als nur ein Preisvergleich.
Warnung: Magnet-Sicherheit
Magnetrahmen haben hohe Klemmkraft.
* Quetschgefahr: Finger niemals zwischen die Ringe.
* Medizinische Sicherheit: Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten.
Entscheidungslogik: Materialtyp → Vlies-Strategie (damit perfektes Einfädeln nicht „schuld“ ist)
Selbst korrektes Einfädeln kann nicht kompensieren, wenn die Stabilisierung nicht passt.
- Szenario A: Dehnbar (T-Shirts, Polos, Strick)?
- Regel: Schneidvlies (Cut-Away).
- Warum: Strick bewegt sich – Reißvlies gibt nach, die Stickerei wird instabil.
- Szenario B: Stabil, aber dünn (Hemden/Webware)?
- Regel: Reißvlies (fest) oder leichtes Schneidvlies.
- Warum: Du brauchst Kantenhalt und saubere Konturen.
- Szenario C: Flor/Struktur (Frottee, Fleece)?
- Regel: Reißvlies hinten + wasserlösliches Topper-Vlies vorn.
- Warum: Der Topper verhindert Einsinken der Stiche.
Ergebnis: weniger Stopps, schnellere Wechsel, sauberere Operator-Routine
Konstanz ist Professionalität. Wenn du den Fadenweg konsequent so aufbaust – Rack, Rohr, Vorspannung, Sensorrad, Hauptspannung, Fadenfeder, Fadenhebel, Nadel – eliminierst du Variablen.
Und wenn du präzises Einfädeln (Skill) mit effizientem Einspannen (Tool) kombinierst, wird aus „ständigen Fadenproblemen“ ein stabiler Produktionsalltag.
Kontroll-Check (nach dem Probestich):
- Rückseite prüfen: Ideal ist ein ausgewogenes Bild; in Satinsäulen sollte Unterfaden im Kernbereich sichtbar sein.
- Siehst du kaum Unterfaden: Oberfadenspannung eher zu locker (Hauptspannung/Fadenfeder prüfen).
- Siehst du fast nur Unterfaden: Oberfadenspannung eher zu fest (Vorspannung/Sitz in den Scheiben prüfen).
Master the path. Note the feel. Trust the physics.
FAQ
- Q: Welche versteckte Vorbereitung reduziert Fadenrisse, bevor man einen Honpo-Mehrnadelkopf einfädelt?
A: Mach vor dem Einfädeln einen kurzen „Pre-Flight“-Check, bevor der Faden überhaupt Spannungsscheiben berührt – viele Probleme starten am Konus und am Schnitt.- Konus plan aufsetzen und Dorn kurz auf Fussel/klebrige Rückstände prüfen.
- 20–30 cm Faden langsam und dann zügig abziehen, um einen gleichmäßigen Ablauf zu bestätigen; wenn es hakt, Konus neu setzen.
- Fadenende sauber schneiden (fransige Enden bleiben in Führungen/Nadelöhr hängen).
- Fussel an den Spannungsscheiben entfernen, damit der Faden nicht ruckartig „greift“.
- Erfolgskontrolle: Der Faden läuft gleichmäßig ab – ohne Ruckeln, ohne Haken.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Vom Konus aus neu einfädeln und jeden Kontaktpunkt nutzen (keine Öse auslassen).
- Q: Wie wird der Faden bei der Honpo-Stickmaschine durch die Zweifach-Öse am oberen Rack geführt, damit er nicht „peitscht“?
A: Nutze die Bottom-to-Top und danach Top-to-Bottom S-Führung durch die Zwei-Loch-Öse, um den Lauf zu stabilisieren.- Von unten nach oben durch das hintere Loch.
- Von oben nach unten durch das vordere Loch.
- Erfolgskontrolle: Nach Stop/Start läuft der Faden stabil weiter und verheddert sich nicht am Ständer.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Konus-Sitz und Fadenablauf erneut prüfen.
- Q: Wie verhindert man, dass der Faden beim Einfädeln im langen weißen Führungsrohr der Honpo hängen bleibt?
A: Rohr zuerst geradeziehen und ein sauber geschnittenes Fadenende einführen – Druck macht den Faden meist nur „knicken“.- Das weiße Rohr mit einer Hand möglichst geradeziehen.
- Faden mit der anderen Hand einführen; bei fransigem Ende neu schneiden.
- Bei Widerstand sofort stoppen und auf Knick im Rohr prüfen, statt stärker zu drücken.
- Erfolgskontrolle: Der Faden kommt vorne an der Spannungseinheit sauber heraus.
- Wenn es weiterhin hängt: Rohr auf dauerhaften Knick prüfen und Fadenende erneut sauber schneiden.
- Q: Wie vermeiden Bediener Fehlalarme „Fadenbruch“ an der Honpo, die durch das rotierende Sensorrad ausgelöst werden?
A: Den Faden so umlegen, dass das Sensorrad greift und sichtbar mitdreht – rutscht der Faden nur darüber, entstehen „Ghost“-Stops.- Faden nach der Vorspannung korrekt um das Sensorrad legen.
- Faden per Hand nach unten ziehen und die Bewegung prüfen.
- Wenn das Rad nicht dreht: neu umlegen, bis es zuverlässig mitläuft.
- Erfolgskontrolle: Bei jedem Zug dreht sich das Rad klar sichtbar.
- Wenn es weiterhin auslöst: Vorspannbereich neu einfädeln und den Dreh-Test wiederholen, bevor an Spannknöpfen gedreht wird.
- Q: Welche Einfädel-Fehler verursachen Birdnesting unter dem Material, und wie prüft man, ob die Fadenfeder wirklich greift?
A: Birdnesting entsteht häufig, wenn der Fadenhebel verpasst wurde oder die Fadenfeder umgangen wird – neu einfädeln und den Feder-„Bounce“ prüfen.- Hauptspannungsweg neu einfädeln und sicherstellen, dass der Faden die Fadenfeder korrekt mitnimmt.
- Faden leicht nach oben ziehen und beobachten, ob die Feder deutlich auf/ab federt.
- Fadenhebel korrekt einfädeln und prüfen, dass der Faden nicht am Arm hängt.
- Erfolgskontrolle: Die Fadenfeder bewegt sich beim Ziehen klar und lebendig.
- Wenn es weiterhin passiert: Ab Spannungseinheit komplett neu einfädeln und jeden Kontaktpunkt der Reihe nach prüfen.
- Q: Wie fädelt man die Nadel an einem Honpo-Mehrnadelkopf sicher ein, und welche Nadel-Checks helfen bei „schwer einfädelbar“?
A: Nur einfädeln, wenn der Kopf nicht unbeabsichtigt starten kann, und den Faden von vorn nach hinten durchs Öhr führen – wenn es hakt, Nadelzustand und Ausrichtung prüfen.- Sicherstellen, dass kein unbeabsichtigter Start möglich ist; Finger aus dem Bereich der Nadelstange halten.
- Fadenende sauber schneiden und von vorn nach hinten einfädeln.
- Ca. 10 cm Faden durchziehen und so ablegen, dass er beim Start nicht hängen bleibt.
- Erfolgskontrolle: Der Faden geht ohne Gewalt durchs Öhr und läuft ohne Scheuern.
- Wenn es weiterhin schwer geht: Nadel auf Verbiegung prüfen, Öhr auf Rückstände prüfen und die Ausrichtung kontrollieren (Rille vorn, Scarf hinten).
- Q: Wenn das Einfädeln korrekt ist, die Produktion aber trotzdem langsam bleibt: Wann lohnt sich Magnetrahmen-Einsatz oder ein Upgrade?
A: Wenn Einspannzeit gleich lang oder länger ist als die Laufzeit, ist Einspannen – nicht Einfädeln – der Engpass; erst Workflow messen, dann Tool, dann Kapazität.- Zeiten messen: Einspann-Minuten vs. tatsächliche Stick-Minuten vergleichen.
- Level 1: Float-Techniken mit klebendem Vlies dort nutzen, wo es passt.
- Level 2: Magnetrahmen einsetzen, um Einspannzeit zu senken und Rahmenabdrücke sowie Schraubbelastung zu reduzieren.
- Level 3: Bei dauerhaft hohen Stückzahlen Kapazität/ROI bewerten.
- Erfolgskontrolle: Mehr Maschinenlaufzeit, weniger Neu-Einspannen, weniger Reklamationen wegen Rahmenabdrücken.
- Wenn es weiterhin hakt: Ursachen fürs Neu-Einspannen (Verrutschen, falsches Vlies) zuerst auditieren, bevor Geschwindigkeit/Spannung verändert wird.
