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Wenn du schon mal auf ein JPG-Logo gestarrt und gedacht hast: „Ich brauche das einfach nur gestickt – warum ist das so kompliziert?“, dann bist du nicht allein. Auto-Digitalisieren wirkt magisch, wenn es klappt … und brutal enttäuschend, wenn nicht. Ein Klick – und plötzlich hast du 20.000 Stiche „kugelsicher“ dicht, die Nadeln quälen und das Shirt wellig ziehen.
In diesem Workflow auf Basis von Wilcom DecoStudio e2 drücken wir nicht nur Buttons. Wir nehmen ein einfaches JPEG (im Video: eine Rakete), machen daraus saubere Vektoren und wandeln diese Vektoren in eine Stickdatei um, die in der Praxis wirklich sauber läuft.
Du bekommst dabei die Entscheidungen erklärt, die den Unterschied machen zwischen „ist halt eine Datei“ und „ist professionelle Maschinenstickerei“ – mit Fokus auf Materialverhalten, die Gefahr von Seitenverhältnis-Verzerrungen und die Dateistrategie, nach der Profis arbeiten.

Keine Panik: Wilcom DecoStudio e2 ist schnell – aber nur, wenn du die Setup-Screens ernst nimmst
Das Video wirkt so leicht, weil der Operator genau das macht, was viele Einsteiger überspringen: Er lässt die Software mit der richtigen „Physik“ starten.
Wenn du in Wilcom DecoStudio e2 ein neues Design anlegst, öffnest du nicht einfach eine leere Zeichenfläche. Du wählst ein Stoffprofil, das Wilcom sagt, wie es Zugausgleich/Pull Compensation (wie stark sich das Material zusammenzieht) und Unterlage/Underlay (Fundamentstiche) berechnen soll.
Wenn du das überspringst – oder die Software „anlügst“ (z. B. „Fleece“ wählen, obwohl du auf einem dünnen T-Shirt stickst) – ist Ärger vorprogrammiert. Viele Praxisprobleme wie „viel zu steif/dicht“ oder „Kontur passt nicht zur Füllung“ entstehen genau hier, noch bevor überhaupt ein Stich generiert wird.

Was das Video macht (und was du genauso nachbauen solltest)
- New Design starten.
- Im Assistenten Fabric Settings: Pure Cotton wählen.
- Die Auto-Fabric-Logik die Basiswerte (Dichte, Pull Comp) setzen lassen, statt manuell zu raten.
Vorbereitung: „Pre-Flight“-Checkliste
Bevor du auch nur ein Pixel importierst, einmal kurz prüfen. Wenn du hier „Nein“ sagst, stopp lieber und korrigiere zuerst.
- Stoff-Realitätscheck: Stickst du wirklich auf „Pure Cotton“? Wenn du auf einem dehnbaren Polo/Shirt arbeitest, brauchst du ein passendes Knit-Profil. Wichtig: Das falsche Profil führt typischerweise zu zu schwerer Unterlage und zu hoher Dichte – Ergebnis: Wellen/Puckern.
- Bildqualität: Ist das JPG sauber und kontrastreich? Hoher Kontrast ergibt bessere Vektoren. Weiche Verläufe/unscharfe Kanten enden oft in „Spaghetti-Stichen“.
- Zielgröße festlegen: Kenne deine Endgröße (z. B. 70 mm Breite) vor der Umwandlung. Nachträgliches Skalieren einer Stichdatei um mehr als ca. 10–15 % verändert die effektive Dichte und kann das Ergebnis ruinieren.
- Material/Verbrauchsmaterial: Passt Nadel und Setup zum Material? (Das Video zeigt hier keine Nadel-Parameter – aber in der Praxis gilt: falsche Nadel + zu dichte Datei = Fadenrisse und unsaubere Oberfläche.)
Das richtige Maschinenformat in Wilcom wählen: Tajima ist ein sicherer Standard – kein Zauberspruch
Als Nächstes wählt das Video ein Maschinenformat. Genau hier steigt bei vielen die Nervosität: „Aber ich habe doch keine Tajima, ich habe Brother/Janome/…!“
Im Assistenten wird Machine Format: Tajima gewählt. Entspann dich: Diese Auswahl steuert vor allem, wie Wilcom Maschinenfunktionen (z. B. Trimmen, Stopps, Farbwechsel) im Arbeitsumfeld behandelt. Sie zwingt dich nicht, später zwingend als .DST zu speichern. Du kannst am Ende weiterhin nach .PES oder anderen Formaten exportieren.
Das ist besonders wichtig, wenn du gemischt arbeitest: Montags digitalisierst du für eine brother Stickmaschine im Studio, dienstags geht dieselbe Datei an einen Lohnsticker mit Mehrkopf-Maschinen. Ein Standard wie „Tajima“ im Projekt hält die Befehlslogik zunächst universell – die echte Formatentscheidung fällt beim Export.

Was das Video macht
- In der Liste Machine Format: Tajima auswählen.
Praxis-Check aus der Produktion
- „Universelle Sprache“: Tajima/DST ist in vielen Workflows der Standard. Wenn du keinen konkreten Grund hast, lass es im Assistenten so.
- Kompatibilität passiert beim Export: Entscheidend ist File > Save As (Ausgabeformat), nicht diese frühe Projektwahl.
- Wenn beim Laden Probleme auftreten: Dann ist das meist ein Export-/Format-Thema oder eine beschädigte Datei – nicht „weil du im Wizard Tajima gewählt hast“.
Warnung: Mechanische Sicherheit zuerst. Bevor du einen Testlauf startest: Hände aus dem Bereich Nadelstange/Nähfuß. Industriemaschinen beschleunigen in Sekundenbruchteilen. Niemals unter den Nähfuß greifen, wenn die Maschine eingeschaltet oder im „Ready“-Modus ist.
JPG in CorelDRAW-Grafikmodus importieren – und das Seitenverhältnis sperren, als hinge dein Gewinn davon ab
Nach dem Assistenten öffnet Wilcom den Grafikmodus (CorelDRAW-Integration). Dort wird das Raketen-JPG importiert.
Hier scheitern extrem viele: Sie ziehen „nach Gefühl“ an einer Ecke und stauchen das Motiv. In Grafikdesign sieht das nur „ein bisschen komisch“ aus. In der Stickerei verändert eine Verzerrung aber Formen, Stichrichtungen und die spätere Umrechnung – und das endet schnell in Fadenrissen, Löchern oder unruhigen Flächen.
Das Video zeigt die einzig saubere Methode: Seitenverhältnis sperren (Schloss-Symbol), dann eine exakte Größe eingeben.



Was das Video macht (exakter Ablauf)
- JPEG importieren (Rakete).
- Auf dem Arbeitsraster platzieren.
- In der Property-Leiste exakt skalieren.
- Lock ratio aktivieren, damit Breite/Höhe proportional bleiben.
- 70.0 mm als Breite eingeben.
Warum das zählt (Digitalisier-Insight)
Maschinenstickerei ist ein physisches Medium – mit Materialdicke, Zug und Reibung.
- Formtreue: Verzerrte Formen führen zu unlogischen Stichrichtungen und unruhigem Lauf.
- Dichtewirkung: Wenn du nach der Umwandlung skalierst, ändert sich die effektive Stichdichte (zu offen oder zu dicht).
- Pull Compensation: Wenn die Geometrie „verbogen“ ist, passt der automatische Zugausgleich schlechter.
Gerade wenn du Dateien für robuste Produktionsmaschinen wie tajima Stickmaschinen vorbereitest, sorgt ein korrekt gesperrtes Seitenverhältnis dafür, dass die Maschine gleichmäßiger läuft und nicht durch unnötig wechselnde Stichlängen „unruhig“ wird.
Bitmap in PowerTRACE nachzeichnen: Erst saubere Vektoren, dann Stiche (nicht andersherum)
Im Video wird Trace Bitmap genutzt, um das JPG in Vektoren zu verwandeln. Du siehst das PowerTRACE-Fenster mit Vorher/Nachher-Vergleich.
Das ist dein „Garbage in, Garbage out“-Filter: Deine Stickerei kann nur so sauber werden wie deine Vektoren. Wenn die Vektorkante aussieht wie eine gezackte Küstenlinie, versucht die Maschine jeden Zacken zu nähen – Ergebnis: steife, „kugelsichere“ Flächen und unnötige Vibration.

Was das Video macht
- Bitmap auswählen.
- Trace Bitmap klicken.
- In PowerTRACE die Vorschau (Original oben / Vektor unten) prüfen.
- Bestätigen und Vektorgrafik erzeugen.
Profi-Regel: „Node Count“
Nach dem Nachzeichnen: Schau dir die Kurven an. Hat eine einfache Rundung 50 kleine Knoten? Das ist schlecht. Sie sollte eher 2–3 haben.
- Zu viele Knoten = zu viele Richtungswechsel.
- Zu viele Richtungswechsel = mehr Vibration und Fadenstress.
- Glätte/vereinfache die Vektoren vor dem Klick auf Convert.
Convert klicken: Wechsel von Grafik zu Stickmodus (und was Wilcom dabei wirklich entscheidet)
Der Operator klickt auf Convert. Wilcom wandelt die Formen in Stiche um.
In diesem Moment trifft Wilcom – basierend auf deiner Stoffeinstellung („Pure Cotton“) – zentrale Entscheidungen:
- Stichart: Wird es Tatami/Füllstich oder Satinstich?
- Dichte/Abstand: Wilcom setzt eine passende Basisdichte für Baumwolle.
- Unterlage: Es werden Unterlagestiche platziert, um Stabilität zu erzeugen.



Was das Video macht
- Convert klicken.
- Beobachten, wie aus flachen Vektoren eine Stichdarstellung wird.
Was du danach kritisch prüfen solltest
Wenn die Software auf sehr breiten Bereichen einen Satinstich erzeugt, ist Vorsicht angesagt: Breite Satins neigen eher zu Hängenbleiben und Schlaufenbildung. In solchen Fällen ist es oft sinnvoll, das Objekt auf eine Füllung (Tatami) umzustellen, statt eine „riesige Satin-Planke“ zu akzeptieren.
Stichwinkel mit Reshape Object anpassen: Der kleine Schritt, der nach „digitalisiert“ aussieht – nicht nach „Auto“
Das Video zeigt das Bearbeiten der Stichneigung mit Reshape Object. Dabei werden die Griffe der Stichwinkel-Linie an den Raketenteilen gezogen, um die Richtung der Satinstiche zu ändern.
Das ist nicht nur Optik – das ist Materialphysik.

Was das Video macht
- Reshape Object wählen.
- Stichwinkel-Linie/Griffe greifen.
- Drehen/verschieben, um die Stichrichtung zu ändern.
Physik hinter Stichwinkeln
- Push/Pull: Stiche ziehen das Material in Stichrichtung. Wenn alles gleich ausgerichtet ist, entsteht Puckern in genau dieser Richtung. Unterschiedliche Winkel verteilen die Spannung.
- Lichtreflex: Garn glänzt. Winkel steuern, wie Licht fällt – dadurch entsteht der „3D“-Eindruck.
- Praxis-Check: In der Vorschau (und später am Muster) sollten unterschiedliche Flächen unterschiedlich „aufblitzen“.
Slow Redraw ist deine günstige Versicherung: Schlechte Reihenfolge erkennen, bevor du Garn und Zeit verbrennst
Im Video wird Slow Redraw genutzt, um den Stickablauf am Bildschirm zu simulieren.
Nicht überspringen. Das ist die schnellste Methode, um zu sehen, ob die Maschine später Unsinn macht: z. B. erst eine feine Kontur sticken und danach die Fläche (führt zu Lücken) oder ständig quer über das Motiv springen (führt zu Fadenziehern/Trim-Chaos).

Was das Video macht
- Slow Redraw aktivieren.
- Sequenz wie einen virtuellen Probestick ablaufen lassen.
„Logic Check“-Checkliste
- Schichtung: Kommen Flächen zuerst und Konturen zuletzt?
- Wegeführung: Stickt die Maschine logisch „in der Nähe weiter“ oder springt sie wild hin und her?
- Trims/Verbindungsstiche: Wenn zwischen gleichfarbigen Objekten eine Verbindungslinie erscheint, wird die Maschine dort Faden ziehen. Wenn du das nicht willst: Trimmen/Objekteigenschaften prüfen.
Achtung: „Wilcom stürzt beim Öffnen von DST ab“
Eine Praxisfrage aus den Kommentaren war, warum Wilcom beim Öffnen einer DST abstürzt. Die Antwort vom Kanal: File > Open > DST auswählen. Techniker-Hinweis: Wenn es dabei crasht, ist die Datei häufig beschädigt oder es gibt Probleme mit einer älteren Softwareversion. Wenn möglich, arbeite mit der originalen EMB: DST ist „dumme“ Stichdaten-Ausgabe und lässt sich nur begrenzt sauber zurückeditieren.
Save As: EMB vs. DST vs. PES – Master behalten, Lieferdatei exportieren
Am Ende zeigt das Video File > Save As und den Export in maschinenlesbare Formate.

Was das Video macht
- File > Save As.
- Export z. B. als DST oder PES.
Goldene Regel der Dateiverwaltung
Verstehe den Unterschied zwischen Master (EMB) und Ausgabe (DST/PES):
- Zuerst .EMB speichern. Das ist dein Master mit Vektordaten, Objekteigenschaften und Einstellungen.
- Danach .DST/.PES exportieren. Das ist die Lieferdatei für die Maschine (Stichkoordinaten).
Wenn du Dateien an jemanden mit melco Stickmaschinen gibst, kläre vorab, welches Ausgabeformat gebraucht wird. Aber: Lösche niemals deinen EMB-Master – genau den brauchst du, wenn in sechs Monaten „nur ein bisschen größer“ gewünscht wird.
Entscheidungsbaum: Stofftyp → Vlies-Strategie (das fehlende Bindeglied)
Das Video behandelt die Software – aber selbst eine perfekte Datei sieht schlecht aus, wenn Einspannen und Stabilisierung nicht passen. Dein System ist Datei + Stoff + Stickvlies + Stickrahmen.
Nutze diese Logik für deine Setup-Entscheidung:
1) Ist der Stoff dehnbar (T-Shirt, Piqué, Hoodie)?
- JA: Du brauchst Cutaway-Vlies. Tearaway kann nachgeben – die Stickerei verzieht sich.
- NEIN (Denim, Canvas, Handtuch): Tearaway ist oft ausreichend.
2) Ist der Stoff hochflorig/flauschig (Handtuch, Fleece, Samt)?
- JA: Nutze ein wasserlösliches Topper-Vlies oben, damit Stiche nicht „einsinken“.
3) Ist das Design extrem dicht (sehr viele Stiche auf kleiner Fläche)?
- JA: Eher stärkeres Vlies oder doppellagig.
- NEIN: Standard-Mittelschwer reicht meist.
Wenn der Stoff rutscht oder du Rahmenspuren (glänzende Ringabdrücke) bekommst, kann Hardware helfen: Klassische Kunststoffrahmen arbeiten über Reibung und Kraft. Stickrahmen für Stickmaschine mit Magnetkraft halten oft gleichmäßiger – ohne den typischen Reibungsabdruck auf empfindlichen Materialien.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Starke Magnetrahmen können Finger einklemmen. Nicht in die Nähe von Herzschrittmachern oder empfindlicher Elektronik bringen. Mit Respekt handhaben.
„Hidden“ Production Prep: Einspannen mit Wiederholgenauigkeit
Digitalisieren ist nur 50 % der Arbeit. Wenn du das Shirt schief einspannst, wirkt selbst das beste Design schief.
Bei Hobby-Setups ist es oft Handgelenk/Ermüdung und Ausrichtung. In der Produktion ist es Geschwindigkeit und Wiederholbarkeit.
Wann du dein Werkzeug upgraden solltest (Diagnose)
- Symptom: Du brauchst 3 Minuten zum Einspannen – und merkst dann, dass es schief ist. Also wieder raus und neu.
- Diagnose: Dein Einspann-Prozess ist der Engpass.
- Rezept:
- Level 1: Mit Raster/Markierung (z. B. wasserlöslicher Stift) Mittelpunkte setzen.
- Level 2: Auf Magnetrahmen umsteigen – schnelleres, gleichmäßigeres Klemmen.
- Level 3: Für Serien-Wiederholbarkeit eine hooping station for embroidery machine nutzen, damit jedes Logo an exakt derselben Position landet.
Und wenn deine Einnadelmaschine beim Auftragsvolumen nicht mehr mitkommt oder dich 12 manuelle Farbwechsel pro Motiv ausbremsen, kann ein Mehrnadel-Setup sinnvoll sein – z. B. eine happy Stickmaschine oder andere Mehrnadel-Optionen.
Kommentarfragen – beantwortet wie in der Werkstatt
„Kompatibel mit Mac?“
Antwort: Wilcom ist Windows-Software. Auf dem Mac geht es über Parallels oder VMware Fusion (Windows in einer virtuellen Umgebung).
„Ich sehe in Corel keine EMB-Option beim Speichern – wie konvertiere ich?“
Antwort: Du schaust im falschen Menü. Du speicherst nicht „aus Corel“ als EMB. Du musst in der Grafikansicht Convert klicken, um die Vektoren in den Wilcom-Stickbereich zu übergeben. Danach speicherst du in Wilcom über File > Save As als EMB.
„Wie öffne ich eine DST in Wilcom? Es schließt sich immer.“
Antwort: Laut Kanal: File > Open > DST auswählen. Wenn Wilcom dabei abstürzt, ist die DST oft beschädigt oder es gibt ein Versions-/Kompatibilitätsproblem. Wenn möglich, arbeite mit der EMB-Quelle – DST ist reine Stichausgabe.
Ergebnis: Schnellere Dateien, sauberere Stickläufe
Wenn du diesen Ablauf einhältst – Fabric Setup → Ratio Lock → Trace → Convert → Reshape → Slow Redraw – bekommst du Dateien, die ruhiger laufen, weniger Fadenrisse verursachen und weniger Wellen ins Material ziehen.
Aber denk dran: Die Datei ist nur Daten. Das Ergebnis hängt genauso von Einspannen und Stabilisierung ab.
Abschluss-Checkliste: „Go/No-Go“ vor dem Start
Bevor du auf Start drückst:
- Unterfaden-Check: Ist genug Unterfaden auf der Spule? (Ein leerer Unterfaden mitten im Motiv kostet Zeit und Nerven.)
- Nadel-Check: Ist die Nadel gerade und scharf? Eine beschädigte Spitze schreddert Garn.
- Rahmenspannung: Stoff im Rahmen antippen: straff, ohne Wellen.
- Freier Weg: Keine Ärmel/Überstände unter den Rahmen geraten lassen, die versehentlich mit festgestickt werden.
Wenn du das beherrschst, hörst du auf zu „hoffen“, dass es funktioniert – und fängst an zu wissen, dass es läuft.
FAQ
- Q: Warum wird das Ergebnis beim Auto-Digitalisieren in Wilcom DecoStudio e2 „kugelsicher“ und das dünne T-Shirt wellt sich, wenn bei den Fabric Settings „Pure Cotton“ gewählt ist?
A: Wähle vor der Umwandlung ein Stoffprofil, das wirklich zum Kleidungsstück passt – ein falsches Profil kann Dichte und Unterlage für Maschenware viel zu schwer ansetzen.- Starte neu mit New Design und wähle eine knit-geeignete Stoffeinstellung (statt „Pure Cotton“ auf dehnbaren Shirts).
- Führe den Workflow erneut von vorn aus, damit Wilcom Unterlage und Pull Compensation von der richtigen Basis neu berechnet.
- Vermeide es, die fertige Stichdatei nach der Umwandlung um mehr als 10–15 % zu skalieren.
- Erfolgskontrolle: Der Probestick bleibt flexibel (nicht bretthart) und der Stoff liegt mit minimalen Wellen um das Motiv.
- Wenn es weiterhin scheitert: Erwartete Detail-/Flächengröße anpassen oder Objekte überarbeiten (z. B. breite Satins in Füllung umstellen), statt auf One-Click-Auto-Digitizing zu vertrauen.
- Q: Wie skaliert man im Wilcom-CorelDRAW-Grafikmodus ein importiertes JPG auf 70,0 mm, ohne das Motiv zu verzerren und dadurch Stichprobleme zu verursachen?
A: Sperre zuerst das Seitenverhältnis (Schloss/Padlock) und skaliere dann über die Property-Leiste – nicht durch freies Ziehen an den Ecken.- JPG importieren und auf der Arbeitsfläche platzieren.
- Zuerst das Padlock/Lock ratio-Symbol aktivieren.
- 70.0 mm in das Breitenfeld der Property-Leiste eingeben.
- Erfolgskontrolle: Das Motiv wirkt proportional (nicht „gestaucht“) und die spätere Stichvorschau zeigt keine gestreckten Winkel/Dichten.
- Wenn es weiterhin schief ist: Den verzerrten Import löschen, JPG neu importieren und den Schritt mit gesperrtem Verhältnis wiederholen.
- Q: Warum erzeugt Auto-Digitizing in Wilcom PowerTRACE „Spaghetti-Stiche“ und Vibration, wenn ein nachgezeichnetes Logo zu viele Knoten (Nodes) hat?
A: Bereinige zuerst die Vektoren durch Reduzieren der Knoten – zu viele Nodes bedeuten zu viele Maschinenbewegungen und instabiles Stichbild.- Bitmap nachzeichnen und Kurven auf übermäßig viele kleine Nodes prüfen.
- Vektorkurven vereinfachen/glätten, bevor du Convert zur Stickumwandlung klickst.
- Die Qualität der Konturen in der Vorschau prüfen, bevor du den Vektor übernimmst.
- Erfolgskontrolle: Kurven sind glatt (nicht gezackt) und Slow Redraw läuft ohne viele Mikro-Richtungswechsel.
- Wenn es weiterhin schlecht ist: Mit einem kontrastreicheren, saubereren JPG starten, damit das Tracing besser wird.
- Q: Warum ist ein sehr breiter Satinstich (über ca. 7–8 mm) beim Auto-Digitalisieren in Wilcom DecoStudio e2 riskant für die Haltbarkeit – und wie sollte man damit umgehen?
A: Sieh sehr breite Satins als Warnsignal: Sie können hängen bleiben und Schlaufen bilden; stelle das Objekt bei Bedarf auf eine Füllung um.- Nach Convert alle sichtbar sehr breiten Satinbereiche identifizieren.
- Das breite Satin-Objekt auf Tatami/Füllstich umstellen, statt eine große Satinfläche zu belassen.
- Slow Redraw erneut laufen lassen und Reihenfolge/Optik prüfen.
- Erfolgskontrolle: Die Fläche liegt glatt, ohne lange lose Schlaufen, und lässt sich schwerer „mit dem Fingernagel“ hängen.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Stichwinkel mit Reshape Object variieren, um Push/Pull besser zu verteilen.
- Q: Wie verhindert Slow Redraw in Wilcom DecoStudio e2 Garnverschwendung, wenn die Stichreihenfolge Lücken, übermäßige Sprünge oder unerwünschte Verbindungsstiche erzeugt?
A: Lass Slow Redraw immer vor dem Sticken laufen, um falsche Schichtung, unnötige Wege und fehlende Trims zu erkennen, solange es noch leicht zu korrigieren ist.- Prüfen, ob Hintergrundfüllungen zuerst und Kanten/Konturen später kommen.
- Auf lange Sprünge achten und so umsequenzieren, dass benachbarte Elemente nacheinander gestickt werden.
- Unerwünschte Verbindungslinien zwischen gleichfarbigen Objekten erkennen und Trims setzen, wenn du nicht von Hand schneiden willst.
- Erfolgskontrolle: Die Simulation läuft logisch, mit minimalem unnötigem Travel und ohne überraschende Verbindungsstiche.
- Wenn es weiterhin unlogisch ist: Problemstelle aus saubereren Vektoren neu aufbauen und erneut konvertieren, statt eine kaputte Sequenz „zurechtzubiegen“.
- Q: Was ist der korrekte Weg in Wilcom DecoStudio e2, um EMB zu speichern und danach DST/PES zu exportieren, damit die Masterdatei für spätere Änderungen nicht verloren geht?
A: Speichere zuerst die .EMB als Master und exportiere danach .DST/.PES als Lieferdatei für die Maschine.- Über File > Save As zuerst eine EMB-Version speichern, bevor du irgendetwas exportierst.
- DST/PES erst exportieren, wenn das Design final ist und per Slow Redraw geprüft wurde.
- EMB archivieren für spätere Größenänderungen und Objekt-Edits.
- Erfolgskontrolle: EMB öffnet sich mit editierbaren Objekten/Einstellungen, DST/PES lädt auf der Maschine als Stichdaten.
- Wenn es weiterhin hakt: Beim Dateieingang nach der originalen EMB fragen – DST ist „dumme“ Stichausgabe und lässt sich oft nicht sauber editieren.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen im Nadelbereich sollte man befolgen, bevor man bei einer industriellen Mehrnadelstickmaschine einen neu auto-digitalisierten Wilcom-Job startet?
A: Behandle jeden Testlauf wie eine reale Gefahrenquelle: Hände weg vom Nadelstangenbereich und niemals unter den Nähfuß greifen, solange die Maschine eingeschaltet oder „Ready“ ist.- Hände und Werkzeuge aus dem Nadel-/Nähfußbereich entfernen, bevor die Maschine aktiviert wird.
- Erst Simulation/Probelauf kontrolliert durchführen, bevor du auf volle Geschwindigkeit gehst.
- Sofort stoppbereit sein, wenn die Maschine beim Start hart einrastet oder beim Laden Fehler meldet.
- Erfolgskontrolle: Die Maschine startet sauber, ohne Schleifgeräusche oder unerwartete Bewegungen im Nadelbereich.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Stoppen und Export-/Ladeformat prüfen, statt einen schlechten Start „durchzudrücken“.
- Q: Was sollte man beim Einspannen tun, wenn man mit normalen Rahmen Rahmenspuren bekommt und die Ausrichtung langsam/inkonsistent ist – und wann ist ein Magnetrahmen die bessere Option?
A: Starte mit Markierung und Technik – und wechsle auf Magnetrahmen, wenn Reibungsabdrücke und Re-Einspannen zum Engpass werden.- Level 1: Mittelpunkte mit Raster/Markierung setzen und bei Bedarf neu einspannen, bis es gerade sitzt.
- Level 2: Auf einen magnetischen Stickrahmen umsteigen, um Rahmenspuren zu reduzieren und schneller gleichmäßig zu klemmen.
- Level 3: Eine Einspannstation ergänzen, wenn Wiederholgenauigkeit für Serienaufträge entscheidend ist.
- Erfolgskontrolle: Einspannen ist reproduzierbar (weniger Neu-Einspannen), der Stoff hält fest ohne glänzende Ringabdrücke, und das Logo landet jedes Mal an derselben Stelle.
- Wenn es weiterhin nicht passt: Vlieswahl und Stoffdehnung prüfen – Hardware kann falsche Stabilisierung nicht kompensieren.
