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Applikation ist eine dieser Techniken, die wie Zauberei wirkt, wenn sie sauber vorbereitet ist – und nach „schnell gebastelt“ aussieht, wenn die Datei strukturell nicht stimmt.
In diesem Hatch-Academy-Workflow nimmst du ein Standard-Stickdesign (eine kleine Sonne) und wandelst es in eine professionell nutzbare Applikationsdatei um. Der eigentliche Lerneffekt ist dabei weniger „welchen Button klicke ich“, sondern die zwei entscheidenden Bedingungen, die den Großteil aller Fehlschläge verhindern:
- Objektlogik: Hatch muss Stiche als editierbare Formen/Objekte erkennen – nicht nur als Stichpunkte.
- Geometrie: Umwandeln lassen sich nur Formen, die wirklich geschlossene Objekte sind.

Erst den Stress rausnehmen: „Convert to Appliqué“ ist nicht weg – meistens ist es wegen offener Formen blockiert
Wenn du in Hatch sitzt und denkst: „Warum ist der Button ausgegraut?“ – einmal kurz durchatmen. Das ist eine der häufigsten Hürden am Anfang. Die Frage „What if my convert to appliqué isn’t showing?“ bedeutet in der Praxis meist: Hatch schützt dich vor einer Umwandlung, die als Objekt nicht sauber funktionieren würde.
Das Tool Convert to Appliqué benötigt mathematisch geschlossene Objekte. Ist die Form nur eine offene Linie, hat eine winzige Lücke in der Kontur oder liegt als reine Stichdatei vor, die nicht als Objekt erkannt wurde, blockiert Hatch die Funktion – damit keine „kaputte“ Applikationssequenz entsteht.

Wichtiger Perspektivwechsel: Applikation ist in Hatch ein formbasierter Prozess, nicht ein stichbasierter. Ein „Kreis“ aus 400 Stichen ist für die Software erst einmal nur Koordinaten – bis du (bzw. Hatch) daraus ein geschlossenes Objekt macht.
Das eine Setting, das Stichdateien editierbar macht: Hatch „Convert stitches into object shapes“
Bevor du skalierst oder umwandelst, musst du die Einstellung aktivieren, mit der Hatch Rohdaten (z. B. DST/PES) als editierbare Geometrie interpretiert.
Aktion:
- Öffne Software Settings → Embroidery Settings.
- Wechsle auf den Tab Design.
- Aktiviere die Checkbox: “Convert stitches into object shapes.”
Das ist entscheidend. Ohne diese Option bleibt dein Design ein „dummer“ Stichblock. Mit aktivierter Option wird es zu „smarten“ Objekten, die du gezielt bearbeiten kannst.

Diese Software-Vorbereitung wirkt sich direkt auf den späteren Maschinenprozess aus. Wer sich mit Einspannen für Stickmaschine beschäftigt, merkt schnell: Eine sauber editierbare Datei ist die Grundlage. Wenn ein Design nicht sinnvoll als Objekt bearbeitet werden kann, endet das oft in einem Stickbild, das den Stoff stärker verzieht – und damit auch das Einspannen und Stabilisieren unnötig schwer macht.
Checkliste vor dem Start: „Pre-Flight“-Kontrolle
Bevor du irgendetwas löschst oder umwandelst, kurz diese Punkte prüfen:
- Software-Setting: Ist “Convert stitches into object shapes” aktiv? (Tab „Design“).
- Objekt-Check: Welche Elemente sind Füllstiche (werden ersetzt) und welche Satinstiche (werden Kanten)?
- Materialplan: Welche Bereiche werden Stoff (Applikation) und welche bleiben Garn?
- Werkzeug/Verbrauch: Sind Applikationsschere (Duckbill/gebogen) und temporärer Sprühkleber vorhanden? (Das fehlt in der Praxis erstaunlich oft).
- Sicherheitskopie: Datei duplizieren (Ctrl+Shift+S), bevor du destruktiv löschst.
Der 300%-Realitätscheck: Skalieren in Hatch, ohne später eine „mickrige Kante“ zu bekommen
Im Video ist die Sonne zunächst sehr klein (unter 2 inch). Sie wird bewusst stark vergrößert.
Aktion:
- Sonne auswählen.
- In der Transformations-/Skalierungsleiste 300% eingeben und Enter.

Das Design liegt danach bei ungefähr 5–6 inches Höhe.

Warum das wichtig ist: Skalieren ist nicht nur Optik, sondern Physik. Eine Satinkante, die bei 2 inch gut abdeckt, wirkt bei 6 inch schnell „fädig“ bzw. zu schmal – die Kante deckt die Schnittkante der Applikation dann nicht mehr zuverlässig. Wenn du die Breite später nicht anpasst, können Kanten ausfransen oder „rausblitzen“.
Der Zeitgewinn: Entgruppieren, dichte Füllung löschen – und den Stoff die Fläche machen lassen
Warum tausende Stiche gelb sticken, wenn ein Stück gelber Stoff oft besser aussieht und schneller verarbeitet ist? Applikation ist (auch) Effizienz.
Aktion:
- Ctrl+A (alles auswählen).
- Ctrl+U (entgruppieren).
- Die innere gelbe Tatami-Füllung auswählen.
- Delete.


Jetzt solltest du im Zentrum der Sonne das Raster/den Hintergrund sehen – die Kontur bleibt stehen.

Erwartetes Ergebnis: Eine saubere, leere Fläche innerhalb einer klaren Begrenzung – genau dort kommt später dein Applikationsstoff hin.
Warnhinweis: Sicherheit an der Maschine
Beim späteren Sticken musst du den Applikationsstoff im Rahmen trimmen. Finger weg vom Start/Stop, solange du schneidest. Niemals in der Nähe einer bewegten Nadel schneiden oder wenn der Fuß unten ist. Applikation verführt zu „nur noch schnell ein Schnitt“ – und genau dabei passieren die meisten Verletzungen.
Der Klick, der alles umstellt: Hatch „Convert to Appliqué“ auf der Satinkante
Jetzt wird aus der Kontur die typische Applikationsabfolge (Platzierung > Fixierung/Tack-down > Abdeckung/Cover).
Aktion:
- Die orange Satinkante auswählen.
- Links die Appliqué-Toolbox öffnen.
- Convert to Appliqué klicken.

Fehlersuche: Wenn der Button nicht reagiert oder nicht verfügbar ist, ist das Objekt sehr wahrscheinlich nicht geschlossen. In Hatch funktioniert die Umwandlung nur mit geschlossenen Formen – prüfe also, ob die Kontur irgendwo eine minimale Unterbrechung hat bzw. ob du wirklich das einzelne Objekt (nicht eine Gruppe) selektiert hast.
Wie echter Stoff wirkt: Object Properties → Appliqué Fabric (Poly Cotton)
Die Vorschau hilft dir, Stoff- und Garnfarben sinnvoll zu kombinieren, bevor du testest.
Aktion:
- Das umgewandelte Objekt doppelklicken, um Object Properties zu öffnen.
- Appliqué Fabric auswählen.
- Als Stoff Poly Cotton wählen.
- Einen gelben Farbton auswählen.




Die Mitte zeigt jetzt eine virtuelle Stoffsimulation.

Praxisnutzen: Du siehst sofort, ob die Satinkante farblich „beißt“ oder ob die Kombination stimmig wirkt – und kannst schneller entscheiden, ob ein Probestick wirklich nötig ist.
Der 3,5-mm-Fix: Satinstichbreite erhöhen, damit die Kante wirklich abdeckt
Das ist die wichtigste Parameter-Anpassung in diesem Beispiel.
Aktion:
- In Object Properties das Feld Width suchen.
- Auf 3.5 mm stellen.

Praxis-Einordnung: Im Video wird erwähnt, dass häufig 3,0 mm genutzt werden – hier wird für dieses vergrößerte Design auf 3,5 mm „aufgebohrt“, damit die Kante zur Größe passt und mehr Reserve beim Trimmen bietet.
- Zu schmal (<2,5 mm): Trimmen muss extrem präzise sein; Fasern können sichtbar werden.
- Solider Bereich (3,5 mm): Deckt toleranter ab und verzeiht kleine Schnittungenauigkeiten.
- Sehr breit (>5,0 mm): Kann auf dünnen Stoffen ohne ausreichendes Stickvlies eher zu Wellen/Tunneling führen.
Nicht nur die Kontur: Sonnenstrahlen ebenfalls umwandeln (und wann „nur Farbe“ sinnvoll ist)
Danach werden die Strahlen bearbeitet.
Aktion:
- Einen Strahl auswählen.
- Convert to Appliqué klicken.
- Für alle Strahlen wiederholen.

Designentscheidung im Beispiel: Für die Strahlen wird diesmal eine Vollfarbe (gelb) verwendet – statt einer Stofftextur.

Praxisgedanke: Gerade bei kleineren Elementen kann „Stoff-Applikation überall“ unnötig auftragen. Eine Mischung aus Stoff (Zentrum) und Garn (Details) ist ein gängiger Weg, um Optik und Tragekomfort auszubalancieren.
Damit es nicht wellt: Stoff + Stickvlies + Einspannen müssen zur Applikation passen
Die Software ist fertig – jetzt entscheidet die Physik.
Applikation erzeugt Zug: Stoff, Stickvlies und die Schrumpfkraft der Satinsäule arbeiten gegeneinander. Wenn das Setup nicht passt, entstehen Wellen/Pucker.
Das ist besonders kritisch bei Mehrfach-Einspannen Maschinenstickerei auf größeren Teilen, weil kleine Spannungsunterschiede sich über mehrere Einspannungen aufsummieren.
Entscheidungslogik: Stickvlies passend auswählen
Nicht raten – strukturiert entscheiden:
- Ist der Grundstoff dehnbar (T-Shirts, Hoodies, Jersey)?
- JA: Cut-Away ist in der Praxis die sichere Wahl, weil es Formstabilität nach dem Waschen besser hält.
- NEIN: Weiter.
- Ist es ein stabiler Webstoff (z. B. Denim/Canvas/Twill)?
- JA: Tear-Away kann funktionieren – vorausgesetzt, das Einspannen ist wirklich stabil.
- Ist der Stoff empfindlich oder neigt zu Rahmenspuren?
- JA: Das ist ein typischer Anlass, über Magnetrahmen für Stickmaschine nachzudenken, weil der Stoff weniger gequetscht wird.
- Hochflor (Fleece/Minky)?
- JA: Wasserlösliches Topper-Material hilft, damit Stiche nicht „einsinken“.
Der „unsichtbare“ Profi-Teil: Einspann-Workflow, Platzierungskontrolle – und warum magnetische Rahmen den Ablauf verändern
Applikation ist handlingsintensiv: Einspannen, Platzierung sticken, Stoff auflegen, fixieren, trimmen, Kante sticken.
Jeder Handgriff ist eine Chance für Verschieben oder Spannungsverlust.
Typische Problemstufen beim Einspannen:
- Stufe 1: Standardrahmen hinterlassen Rahmenspuren, die du später ausdämpfen musst.
- Stufe 2: Rahmen hält bei dicker Satinkante nicht stabil genug.
- Stufe 3: Dauerbelastung durch Schraubrahmen (Handgelenk/Ermüdung).
Praktischer Lösungsweg: Wenn du wiederholbar arbeiten willst (Serien, gleiche Position), helfen Hilfsmittel wie Einspannstation als reproduzierbare Basis. Eine Einspannstation für Maschinenstickerei unterstützt dabei, dass das Motiv auf jedem Teil gleich sitzt.
Für den Rahmen selbst setzen viele in der Praxis auf eine Magnetische Einspannstation-Arbeitsweise mit Magnetrahmen.
Warnhinweis: Magnet-Sicherheit
Magnetrahmen sind stark und können mit hoher Kraft zusammenschlagen.
* Quetschgefahr: Finger aus der Kontaktzone.
* Medizinische Sicherheit: Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten einhalten.
Checkliste: Maschine & Material vor dem Lauf
- Nadel: Frische Nadel einsetzen (Applikationslagen stumpfen schneller ab).
- Unterfaden: Unterfadenspule ausreichend gefüllt.
- Oberfaden: Spannung passt? (Rückseite kontrollieren).
- Stickvlies: Groß genug zugeschnitten, damit es im Stickrahmen sicher mitgegriffen wird.
- Stickrahmen: Bei Standardrahmen Sitz/Spannung prüfen.
Betrieb: Die umgewandelte Applikationsdatei sticken, ohne ein Teil zu „opfern“
Die Sequenz ist typischerweise: Platzierungslinie → Stopp → Stoff auflegen → Tack-down → Trimmen → Abdeckstich/Satin.
Checks während des Stickens:
- Akustisch: Ungewöhnliche harte Klicks können auf Nadelablenkung oder Kontakt hindeuten – sofort stoppen.
- Visuell: Wenn sich der Stoff vor dem Fuß sichtbar schiebt/wellt, stimmt die Spannung/Einspannung nicht.
Wenn du Magnetrahmen Anleitung-Systeme neu nutzt: Der Vorteil ist das schnellere Abnehmen/Ansetzen zum Trimmen – aber achte darauf, dass der Magnetrahmen danach wirklich wieder vollständig sitzt.
Ablauf-Checkliste: Saubere Ausführung
- Platzierung prüfen: Ist die Linie rund (nicht oval)? Oval deutet oft auf verzogenes Einspannen hin.
- Fixieren: Stoffstück vor dem Auflegen leicht mit temporärem Sprühkleber sichern (gegen Wandern).
- Stopp & Trimmen: Maschine steht. Hände sicher. Stoff knapp an der Tack-down-Linie trimmen.
- Geschwindigkeit: Für die Satinkante ggf. langsamer fahren, um Vibration/Shift zu reduzieren.
- Endkontrolle: „Whiskers“/Fasern vor dem Ausspannen entfernen.
„Kann ich ein Design in zwei Hälften teilen?“ – was diese Frage in der Praxis meist bedeutet (und was der sichere nächste Schritt ist)
Eine typische Frage aus der Praxis lautet sinngemäß: „Wie kann ich ein Design in zwei Hälften teilen?“
In vielen Fällen steckt dahinter schlicht: Der verfügbare Stickrahmen ist zu klein.
Wenn du Mehrfach-Einspannen meinst: Eine Applikation über zwei Einspannungen ist anspruchsvoll, weil die Passung sehr genau sein muss. Hier helfen saubere Positionierhilfen und reproduzierbare Einspannprozesse – z. B. über hoopmaster.
Wenn du Designbearbeitung meinst: Achte darauf, dass nach dem Teilen wieder geschlossene Objekte entstehen. Halbierst du z. B. einen Kreis, muss die Halbform geometrisch geschlossen sein – sonst kann Convert to Appliqué nicht sauber arbeiten.
Fehlerdiagnose „Convert to Appliqué“: Symptom → Ursache → Lösung
Erst diagnostizieren, dann klicken.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| „Convert“-Button ist ausgegraut | Objekt ist nicht geschlossen oder Auswahl ist noch gruppiert/„falsch“ selektiert. | Entgruppieren, nur das Zielobjekt wählen, Kontur auf Lücken prüfen; Setting „Convert stitches into object shapes“ aktivieren. |
| Satinkante wirkt zu schmal | Breite skaliert nicht sinnvoll mit. | Width in Object Properties auf 3,5 mm (oder passend) setzen. |
| Stoff blitzt unter Satin hervor | Zu weit weg getrimmt oder Satin zu schmal. | Besser trimmen (Duckbill), Width erhöhen; Stoff vor Tack-down fixieren. |
| Rahmenspuren | Zu hoher Druck/zu festes Einspannen bei empfindlichem Material. | Druck reduzieren bzw. auf Magnetrahmen umstellen. |
Der Upgrade-Moment: Wann diese „schnelle Umwandlung“ zur echten Produktionskompetenz wird
Der Hatch-Workflow (Setting aktivieren → skalieren → Füllung löschen → umwandeln → Breite anpassen) ist die Software-Basis.
Der professionelle Sprung kommt, wenn du das Ganze auch physisch schnell und reproduzierbar abarbeitest. Bei Serien ist selten die Software der Engpass – sondern Einspannen, Handling und Trimmen.
FAQ
- Q: Warum ist der Hatch-Button „Convert to Appliqué“ grau, wenn ich eine Satinkante auswähle?
A: Hatch blockiert „Convert to Appliqué“, wenn die ausgewählte Form kein mathematisch geschlossenes Objekt ist oder nicht als Objekt erkannt wird.- Aktiviere Convert stitches into object shapes unter Software Settings → Embroidery Settings → Design, bevor du mit Stichdateien arbeitest.
- Entgruppiere (Ctrl+U) und wähle wirklich nur das gewünschte Satinkanten-Objekt (nicht ein ganzes Bündel).
- Prüfe die Kontur auf kleinste Unterbrechungen – die Umwandlung funktioniert nur mit geschlossenen Formen.
- Erfolgskontrolle: Convert to Appliqué ist anklickbar und erzeugt die typische Platzierung/Fixierung/Abdeckung-Sequenz.
- Wenn es weiterhin nicht geht: Gehe davon aus, dass die Auswahl noch „offen“ ist – Kontur erneut prüfen und ggf. sauber als geschlossene Form neu anlegen.
- Q: Welche Hatch-Einstellung macht DST/PES-Stichdateien editierbar, damit Applikations-Umwandlung und Skalierung korrekt funktionieren?
A: Aktiviere „Convert stitches into object shapes“, damit Hatch Stiche als editierbare Geometrie statt als reine Stichpunkte behandelt.- Öffne Software Settings → Embroidery Settings → Design und setze den Haken bei Convert stitches into object shapes.
- Öffne/importiere das Design danach erneut, damit Hatch die Objekte korrekt interpretieren kann.
- Lege vor destruktiven Schritten eine Sicherheitskopie an (Ctrl+Shift+S).
- Erfolgskontrolle: Elemente lassen sich als einzelne Objekte (Füllung vs. Satin) selektieren – nicht nur als ein einziger Stichblock.
- Wenn es weiterhin nicht sauber konvertiert: Konturen/Objekte gezielt neu erstellen, statt auf eine perfekte Auto-Konvertierung zu hoffen.
- Q: Nach dem Skalieren auf 300% wirkt die Satinkante zu dünn – wie bekomme ich die Stoffkante sicher abgedeckt?
A: Erhöhe die Satinkanten-Width – bei vergrößerten Designs braucht die Kante oft mehr Breite, um Schnittkante und Trimmtoleranz abzudecken.- Wähle das umgewandelte Applikationsobjekt und öffne Object Properties.
- Setze Width auf 3,5 mm (im gezeigten Beispiel).
- Nicht übertreiben, wenn der Stoff dünn ist und die Stabilisierung schwach – sehr breite Satins können eher Wellen begünstigen.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Abdeckstich ist die Stoffkante vollständig verdeckt, ohne dass Fasern herausstehen.
- Wenn es trotzdem nicht reicht: Näher an der Tack-down-Linie trimmen und prüfen, ob der Stoff beim Fixieren wandert.
- Q: Was verursacht „Whiskers“ (Stofffasern, die unter der Satinkante hervorstehen) – und was ist der schnellste Fix?
A: Meist wird zu weit weg von der Tack-down-Linie getrimmt oder die Satinkante ist zu schmal.- Trimme knapp an der Tack-down-Naht (ca. 1–2 mm) mit einer Duckbill-/Applikationsschere.
- Erhöhe bei Bedarf die Satinkanten-Width (z. B. 3,5 mm im Beispiel).
- Fixiere den Applikationsstoff vor dem Tack-down leicht mit temporärem Sprühkleber, damit er nicht „kriecht“.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Cover-Stich ist die Kante sauber, ohne sichtbare Fasern.
- Wenn es weiterhin auftritt: Für die Satinkante langsamer sticken und Einspannung/Stabilisierung überprüfen.
- Q: Wie trimme ich Applikationsstoff im Stickrahmen am sichersten, ohne Nadel- oder Start-Button-Unfälle?
A: Trimmen ist ein Stop-and-Safe-Schritt: niemals schneiden, wenn die Nadel läuft oder der Fuß unten ist.- Warte, bis die Maschine am Trimmpunkt stoppt (nach Tack-down) und halte Hände weg von Start/Stop.
- Stelle sicher, dass die Nadel vollständig steht und frei ist, bevor du die Schere in den Rahmen führst.
- Nutze eine Duckbill-Schere, um kontrolliert zu schneiden und Stiche nicht zu beschädigen.
- Erfolgskontrolle: Trimmen ohne „Finger im Nadelweg“, danach läuft die Satinkante ohne Haken/Verzug.
- Wenn es unpraktisch ist: Rahmenposition für einen sicheren Schnittwinkel anpassen – nur wenn das Setup das sicher zulässt.
- Q: Welches Stickvlies eignet sich für Applikation auf Maschenware vs. Webware, um Wellen und Verzug zu vermeiden?
A: Richte das Stickvlies nach der Dehnung aus: Dehnbare Stoffe brauchen mehr dauerhafte Stabilität, stabile Webware kann mit sauberer Einspannung auch mit Tear-Away funktionieren.- Für dehnbare Stoffe (z. B. T-Shirts/Hoodies) ist Cut-Away in der Praxis meist die sichere Wahl.
- Für stabile Webstoffe (Denim/Canvas/Twill) kann Tear-Away funktionieren, wenn die Einspannung wirklich stabil ist.
- Bei Hochflor (Fleece/Minky) zusätzlich wasserlösliches Topping nutzen, damit Stiche nicht einsinken.
- Erfolgskontrolle: Platzierung bleibt rund, Satinkante liegt flach ohne Wellen.
- Wenn es trotzdem wellt: Größere Vliesauflage unter der Rahmen-Griffzone und ggf. langsamer sticken.
- Q: Wann lohnt sich bei Applikation der Umstieg von Standardrahmen auf Magnetrahmen – und welche Sicherheitsregeln gelten?
A: Magnetrahmen sind sinnvoll, wenn Rahmenspuren, Stoffverschiebung, dicke Teile oder tägliches Schraub-Spannen zum Problem werden – dann gelten klare Quetsch- und Medizin-Sicherheitsregeln.- Typische Auslöser: Rahmenspuren auf empfindlichen Stoffen, Rahmen hält bei dicker Satinkante nicht stabil, oder Belastung durch häufiges Schrauben.
- Upgrade: Magnetrahmen für Stickmaschine können schneller einspannen und den Stoff weniger quetschen.
- Sicherheit: Finger aus der Kontaktzone, Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten.
- Erfolgskontrolle: Sicherer Halt ohne gequetschte Fasern, schnelleres Handling beim Platzieren/Trimmen/Weitersticken.
- Wenn es trotzdem verrutscht: Nach dem Trimmen darauf achten, dass der Magnetrahmen vollständig und plan wieder sitzt; außerdem Vliesgröße und Griffzone prüfen.
